Es war an einem wundervollen Sommermorgen auf der Insel Rügen.
Ich war eine Weile pfadlos durch den dichten Wald geschritten, zwischen hohen Farrnkräutern, nach oben und allen Seiten ganz eingesponnen in das lückenlose Smaragdgrün der kleinen, hart gerippten, zitternden und flimmernden Buchenblätter.
Auf einmal eine Lücke, als tauche das Auge aus einem tiefen, tiefen grünen See. Und da unendlich weit das blaue Meer, das alte, immer schöne.
Ich kletterte von der Buchenhöhe herab zum schmalen, steinigen Strande und setzte mich auf einen grauen Block, ein paar Minuten still versonnen in der Folge eines weißen Dampfers, der fern, klein wie ein Spielzeug, die Meereswölbung schnitt.
Dann kam mein Blick, wie sich ausruhend von dem unendlichen Bilde, aufs Nächste zurück.
Dicht vor meinen Füßen lag um eine Vertiefung ein kleiner Steinring. Kinder hatten ihn spielend gebaut, eine Art Burg, in der eines gesessen hatte, während die andern einen Kreis darum bildeten und sangen.
Aber mich fesselten die Steine selbst.
Weiße Kreidebrocken; einer war zerschlagen und wies einen schwärzlichen Kern: Feuerstein. Ein rötliches Geröllstück von ganz anderer Mineralart. Ein kleiner, halb abgebrochener gelblicher Steincylinder wie ein länglicher Fingerhut. Ein bläuliches rundes Ding, seltsam wie mit undeutlichen Ornamenten verziert, im ganzen einer harten, eingetrockneten Cypressenfrucht nicht unähnlich. Zwischen allerhand größeren Trümmern auch ein winziges Körnchen von auffallendem Rotgelb: Bernstein.
Meine Gedanken begannen zu wandern.
Diese Kinder hatten mit Jahrmillionen der Erdgeschichte gespielt ohne eine Ahnung davon. Jede kleine Quader da in ihrer Festung war ein Stück Urwelt mit einer ungeheuren Perspektive.
Dieses Körnchen Bernstein war versteinertes Harz eines Fichtenbaumes, dessen Art heute auf Erden nicht mehr gefunden wird, ein Gruß aus längst verschollenem Urwalde einer deutschen Küste in Tagen, da es noch keinen Begriff „deutsch“ gab, weil es noch keinen Begriff „Menschheit“ gab.
Diese Kreide, wie sie jetzt die steilen Wände der Stubbenkammer auf Rügen zusammensetzt, war einst Tiefseeschlamm des Ozeans. Die Kalkschalen mikroskopisch kleiner Tierchen, die diesen Ozean belebten, sanken jahrhunderttausendelang unablässig in die Tiefe und bildeten dort allmählich diesen Schlamm. Dann kamen Faltungen der Erdrinde, verschoben Land und Wasser und stauten den uralten, zu Stein verhärteten Schlamm als Hügel empor. Gegen diesen Hügel quetschten sich Millionen Jahre später die Gletschermassen der Eiszeit, die, von Norden kommend, die ganze Ostsee ausfüllten. Mit diesen Gletschern ist der rote Stein dort von den Gebirgen Schwedens bis hierher geschleppt worden. Zugleich rissen diese mit Steinen wie ein Reibeisen besetzten Gletscher hier die weiche Kreide Rügens auf, wühlten gleichsam ihre Eingeweide heraus, daß sie in nackter Blöße, zersplittert und zerfetzt, offen blieben, wie sie heute stehen.
Aus dem zerrissenen Fels aber lösten sich schwärzlich-gelbbraune Einlagen. Von da stammt der Feuerstein. Als der Kreidefels noch weicher Schlamm war, betteten sich in diesen Schlamm schichtenweise seltsame Knollen aus Kieselstoff, auch sie das Erzeugnis wahrscheinlich kleinster Tiere, vielleicht hauptsächlich Radiolarien, die unzählige Gehäuse aus stahlhartem Kiesel aufbauten und zu solchen Klumpen sich ballen ließen. Das ist unser heutiger Feuerstein.
Zwischen diesem Feuerstein fiel aus der Kreide noch mancherlei anderes Gebild, auch das urzeitlicher Rest verschollenen tierischen Lebens. Dieses zerbrochene gelbe Röhrchen, „Donnerkeil“ im Volksmunde genannt, war einst ein Körperteil eines Tintenfisches vom Schlage der sogenannten „Belemniten“. Diese wie mit Hieroglyphen besetzte blaue Steinfrucht ist der Ausguß der Schale ebenfalls eines Tieres, eines See-Igels, der zugleich mit jenem Tintenfisch lebte, als der Feuerstein und die Kreide sich bildeten.
In jenem Ozean der Kreidezeit schwammen 120 Fuß lange Eidechsen, die Mosasaurier, dünn wie das Schiffermärchen die große Seeschlange träumt. Und am Strande des Meeres stapften reptilische Scheusale von zehn Metern Länge, die aufrecht auf den Hinterbeinen gingen wie unser Känguruh. In Belgien liegen heute noch die Reste; beim Bergwerksbetrieb sind sie zutage gekommen tief unter der Sohle des heutigen Lebens, eine versunkene Welt.
An solchem Fleck, wo die Geschichte des Kosmos sich in ein Kinderspiel drängt, tauchen einem von selbst allerhand Fragen auf.
Es ist immer eine der nächsten gewesen: wo ist das alles hingekommen? Warum ist es heute nicht mehr da?
Das Meer blaut noch in unabsehbarer Weite wie je, hat noch immer Tiefen, in denen der Gaurisankar sich untertauchen ließe, noch heute bietet es dem Walfisch, der auch hundert Fuß lang wird, Nahrung und Raum. Wo sind die Mosasaurier, die Iguanodons, wo der Ichthyosaurus hingekommen, dessen Steinmumien in Schwaben dicht beisammenliegen wie die Heringe, wo die Mammute, deren rotwollige Leiber noch blutig frisch im sibirischen Eis stecken wie in einer Konservenbüchse der Ewigkeit?
Eine Antwort scheint ja die erste, rascheste.
Unendliche Zeit ist seit damals hin. In dieser Zeit hat die Erde hundert Akte des wildesten Spektakelstücks durchgespielt. Das Land ist geborsten und hat feurige Lava und kochenden Wasserdampf gespieen, Sintfluten haben sich darüber ergossen. Da wurden die Fische gebraten und die Sumpfreptile ertränkt. Und über die Mammute gar ist klafterhohes Eis gestürzt.
Aber davon will die heutige Wissenschaft nicht mehr viel wissen, wenn es auch in Jugendbüchern und Romanen noch erzählt wird.
Wir haben gelernt, daß die Mühlen der Weltgeschichte in der Ichthyosaurus-Zeit wahrscheinlich genau so langsam gemahlen haben wie heute. Es brodelt wohl einmal ein Vulkan. In Jahrhunderttausenden frißt sich ein Strom auch ein neues Bett, versandet ein See, sinkt eine Küste Millimeter um Millimeter abwärts, bis endlich ganz, ganz langsam der Ozean ins Wattenmeer zwischen Inseln, in die Marschen, ja endlich über ein ganzes Tiefland bis zur nächsten Hügelmauer dringt. Daß es aber niemals jene allvernichtenden Katastrophen, die gleichsam mit dem Schwamm über alles Lebendige wischten, seit ältesten Erdentagen in Wahrheit gegeben habe, davon liegt ein schlichtestes Zeugnis vor.
Es leben nämlich heute noch einzelne Tiergeschlechter munter neben uns, die schon mit dem Ichthyosaurus und noch weiter zurück blühten. Ein solcher leibhaftiger überlebender Urweltler ist der Molchfisch Ceratodus Australiens, der recht im Sinne Darwins eine Uebergangsform darstellt zwischen Fisch und Molch, weil er nämlich noch Kiemen zum Wasseratmen besitzt wie ein Fisch und doch zugleich schon eine Lunge, wie die Landtiere sie vom Molch an aufwärts haben. Dieser Molchfisch ist genau der Gattung nach älter als der älteste Ichthyosaurus und erfreut doch noch jetzt die Australneger Queenslands durch sein wohlschmeckendes, lachsrotes Fleisch. Ja, die Lingula, ein kleines, halb wurm-, halb muschelähnliches Tier aus der Gruppe der sogenannten Brachiopoden, lebt im Ozean, so lange wir überhaupt Kenntnis und Reste von lebenden Wesen besitzen: von der kambrischen Epoche an, mit der all unsere Weisheit beginnt, bis auf den heutigen Tag.
Umgekehrt das Mammut war ausgestorben, als unsere Geschichtsüberlieferung begann, kein Lied, kein Heldenbuch meldet mehr von diesem „deutschen Elefanten“ mit seinen ungeheuren Stoßzähnen. Und doch hat der Mensch, wie wir heute sicher wissen, dieses Mammut noch gejagt, sein Fleisch hat er verspeist, aus dem Elfenbein seiner Zähne hat er Schnitzereien gefertigt, ja auf ein solches Knochenstück, das in einer französischen Höhle bei Kulturresten der Steinzeit (also der ältesten Menschheits-Kultur jenseits aller schriftlichen Ueberlieferung) entdeckt worden ist, hat ein Künstler jener Urtage mit roher Hand, aber noch wohl erkennbar, das Umrißbild eines solchen Elefanten mit Pelz, Stoßzähnen und Rüssel eingekritzelt. Den Menschen hat offenbar keine Erdkatastrophe fortgefegt seither, — die Mammute aber sind alle tot. Warum?
Man hat beim Mammut vermutet, es sei dann wohl der Mensch selber gewesen, der es vertilgt hat.
Kein Zweifel ist ja, wie dieser Mensch wahrhaft verheerend eingebrochen ist in die Tierwelt der Erde. Wo ist all das wilde Getier der alten Germanen-Wälder, wie es die Römer bei uns fanden, in den zweitausend Jahren hingekommen? Bären, Wölfe, Luchse gab es die Masse, Ur-Stiere und Auerochsen und Elentiere sielten sich im Sumpf, und aus jedem Flußarm stiegen die seltsamen Kuppelbauten und Dämme der Biber. Verschwunden ist das alles vor der Kultur. Hier und da nur noch ein letztes Häufchen Biber, ein paar künstlich gehegte Elentiere. Der deutsche Auerochs und Bär sind längst ganz verschollen, der schwarze Ur-Stier ist sogar überhaupt ausgestorben. Warum soll es dem Mammut, dessen Knochen heute noch im Kies bei Berlin, im Flußbett der Lippe, auf dem Elbplateau jenseits Dresdens gefunden werden, nicht schon ein paar Jahrtausende vor Cäsar genau so ergangen sein?
Aber auf jene Seeschlangen der Kreidezeit und den Ichthyosaurus vom Fuße der schwäbischen Alb paßt auch das wieder nicht, denn mit ihnen ist zu ihren Lebzeiten überhaupt noch kein Mensch zusammengetroffen. Millionen von Jahren liegen zwischen dem ersten Auftreten des Menschen und dem letzten Ichthyosaurus. Kein Siegfried kann diese Lindwürmer erlegt haben. Aber wer war es denn?
Es ist erst ein paar hundert Jahre her, da hatte man bezüglich dieser versteinerten Ungeheuer noch ganz anders verwegene Fragen.
Haben diese Tiere überhaupt je gelebt? fragte man. Im Gestein selber sollte eine mystische Bildungskraft stecken, die den toten Stein gelegentlich spielend zu tierähnlichem Gebilde formte. So wäre ein solches vermeintliches Drachen-Gerippe gar kein echter Rest eines Tieres, das einst im Sonnenlicht sich gefreut und seine Tatzen geregt wie wir, — sondern es wäre das Ergebnis einer Art geheimnisvollen Kristallisationsprozesses erst in der schwarzen Erdentiefe.
So lustig das erdacht war: es hielt doch den Tatsachen nicht lange stand. Es läßt sich an den sinnfälligsten Merkmalen beweisen, daß diese Urweltler einmal gestorben sind. Was aber stirbt, muß gelebt haben.
In goldig durchschimmernden Stückchen dieses Bernsteins hier gewahrt der Kundige nicht selten Mücklein, Spinnen und Ameisen. Sie sind genau des Todes verstorben, der heute ähnliche kleine Tiere ereilt, wenn die Fichte tränt und der Kirschbaum zähes Harz aus seiner Rinde träufelt: vom klebrigen Harztropfen sind die Vorwitzigen gefangen und umhüllt worden wie die Einwohner Pompejis anno dazumal vom Aschenschlamm des Vesuv, — zum Bernstein verhärtet, ins Meer verschwemmt, hegt sie noch heute die alte Harzmasse als gläserner Sarg.
Tief im Gestein, wo der Ichthyosaurus heute schläft, liegen eng bei ihm, auch zu Stein geworden, die Verdauungsreste seiner Nahrung. Der Forscher schleift sie auf und gewahrt auf der Schlifffläche die wohl erkennbaren unverdaulichen Ueberreste dessen, was der alte Drache verschlungen hat. Fischschuppen sind es, Gräten und die Trümmerstücke von Tintenfischen. Dieses kleinere Getier ist also gefressen worden vom großen, — gestorben im dicht bezahnten Rachen eines hungrigen Räubers. Damals wie heute gab es offenbar Hader und „Kampf ums Dasein“, es gab Fresser und Gefressene, Ueberwinder und Unterliegende.
Wir ahnen aber noch andere Ursachen des Todes und zwar nicht nur bei Kleinen, sondern auch bei den Gewaltigen selbst.
Jene Rieseneidechse Iguanodon, von der ich gesprochen habe und die auf den Hinterbeinen trottete wie ein Känguruh, ist im sogenannten Wälderton bei Bernissart in Belgien in einer ganzen Herde von dreiundzwanzig Stück ausgeschachtet worden. Dieses ganze Regiment Kolosse stand derart aufrecht im Tongrund, daß man nicht anders annehmen kann, als es ist voreinst einmal in einer Unglücksstunde die ganze Kavalkade aufrecht so im weichen Sumpfgrunde eingesunken und erstickt. Wunderbar kann das ja nicht sein bei Reptilien von zehn Metern Länge, die wahrhafte Drachenschwänze hinter sich herschleiften und nach vorne Hängebäuche wie die Fettgänse gehabt haben müssen, während der vogelartige Schnabelkopf sich auf hohem Schwanenhalse haushoch über das ganze reckte. Ein ähnlicher Unhold, den man in Amerika gefunden hat und der seine siebzig Fuß lang wurde, der Brontosaurus, wird auf ein Gewicht von zwanzig Tonnen, das sind zwanzigtausend Kilogramm, geschätzt. Ein solches Tier auf einem genügend tiefen urweltlichen Moorboden war rettungslos verloren; es ging unter wie ein leckes Schiff mit Steinfracht.
Gerade dieser letztere Fall muß uns aber nun besonders zu denken geben.
Er macht auf etwas aufmerksam, was am Ende nicht nur das einzelne Sterben, sondern das ganze endgültige „Aussterben“ solcher Urweltler in seinem Grunde aufhellen könnte, wenn man es nur recht erwägt.
Ein solcher wandelnder Fleischberg wie der Iguanodon oder der Brontosaurus hatte etwas unverkennbar Uebertriebenes in sich. Etwas Uebertriebenes, das sich unter besonderen Umständen hatte heranbilden können und in seiner Weise eine Zeitlang Herr der Situation war, — das aber über kurz oder lang doch dem Lose aller Uebertreibungen verfallen mußte: unpraktisch zu sein.
Wenn wir das Gerippe eines solchen Brontosaurus, wie es von dem amerikanischen Geologen Marsh im Museum zu New Haven wieder zusammengesetzt worden ist, genau betrachten, so erscheint in ihm ein groteskes Mißverhältnis.
Alle Wucht der Entwickelung dieses Riesenleibes ist in die reine Masse verlegt. Dieses Tier konnte, so lange es sich um Größe allein handelte, wenig Feinde haben, denn es trampelte da alles nieder. Ein ausgewachsener Elefant wiegt bloß 6000 Kilogramm. Dieses Reptil hätte ihn also gründlich zerquetscht, wenn es nur über ihn wegkroch. Viele dieser Drachen waren auch noch am ganzen Leibe verpanzert, trugen riesige Hörner auf Stirn und Nase wie Stiere und Rhinozerosse, oder sie hatten aufrechtragende steinharte Kämme aus soliden Platten den ganzen Rücken entlang und auf dem Schwanz halbmeterlange Stacheln, die ein anspringendes Raubtier von Tigergröße durchlöchern mußten wie die zusammengefaßten Speere den Winkelried.
Aber diese riesengleichen Lindwürmer hatten umgekehrt Gehirne, so winzig, daß ein Spatzenhirn sich im Verhältnis über sie erhebt, wie das Gehirn eines Menschen über ein Spatzenhirn. Mehrfach war bei ihnen das Rückenmark in der Beckengegend viel dicker als das ganze Gehirn, so daß man fast sagen möchte: sie haben mehr mit den Beinen gedacht als mit dem Kopf. Es kann aber mit dem ganzen Denken nicht weit her gewesen sein. Der ungeheuerlichen Leibesfülle entsprach eine ungeheuerliche Dummheit. Wenn man die Höhle im Schädel mit Gips ausgießt, so erhält man die Maße ihrer Hirne heute noch ziemlich genau: sie sind erschreckend klein. Das Wort scheint wahr geworden vom Berge, der eine Maus erzeugt. Sie besaßen aber noch lange keine Gehirne, die sich dem eines kleinsten Mäusleins vergleichen ließen. Und das war denn doch schließlich wohl der Punkt, wo sie sterblich waren.
Ihre Körperlast, sonst unangreifbar, machte sie zum Opfer jeglichen Terrains, das nachgab, — des Sumpfbodens wie des Flugsandes.
Und ihre wahrhaft monumentale Dummheit führte Generation um Generation wohl immer wieder auf so verfänglichen Boden. In diesen kleinen Gehirnchen speicherten sich keine Erfahrungen an, warfen Falten des vererbten Denkens auf, lehrten die Enkel in Schläue meiden, was den Ahnen Verderben gebracht. Sie trotteten jahrtausendelang ihren gleichen Weg, und wenn auf diesem Wege eines Tages ein Moor entstand, so sanken sie in dieses Moor und erstickten, als müßte es so sein.
Bis an einem letzten Tage der letzte Lindwurm so das Zeitliche gesegnet hatte.
Es mag ebenso geschehen sein, daß viel kleinere Tiere ihrer doch Herr wurden trotz aller zwanzig Tonnen Gewicht, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil diese Tiere sich inzwischen im Verhältnis größere, also klügere Gehirne erworben hatten.
Gegen einen solchen schwachköpfigen Saurier war ein Vogel, wie gesagt, ein Genie. Es gab aber in der letzten Drachenzeit nachweisbar bereits Vögel, und zwar sind in Südamerika neuerdings auch Vogelriesen gefunden worden, die über drei Meter hoch waren und Raubvogelschnäbel und Krallen gehabt haben müssen wie aus Stahl. Wenn ein solcher Greif sich dem Lindwurm unversehens auf dem Rücken festhakte, vermöge seiner viel feineren geistigen Gewitztheit geschickt den Schlägen des Stachelschwanzes auswich und seinen Schnabel zwischen die Panzerplatten einhieb, so half dem Herkules schließlich all sein Gewicht nichts mehr, und der schlimme Vogel schlug ihm endlich den Leib auf, wie ein Igel sich mit seinen spitzen Zähnen in eine Viper frißt.
Darwin hat uns im neunzehnten Jahrhundert auf das große Prinzip in der Entwickelung des Lebens auf Erden aufmerksam gemacht, das mit dem Worte „Anpassung“ ausgesprochen ist. Ueberblicken wir die heutige Tierwelt, so sehen wir jede Tierart in einer bewundernswürdigen Weise ihrer Lebenslage angepaßt. Der Fisch ist wie eine kunstvolle Maschine auf das Leben im Wasser hin gebaut, der Vogel auf die Luft, der Maulwurf auf die Wühlarbeit im dunklen Erdreich, das Roß auf die Ebene, die Gemse auf das Gebirge, der Affe auf den Baum. Auch die Tiere der Urwelt zeigen in all ihren Abdrücken und Gerippresten, die uns von ihnen im Gestein erhalten sind, solche Anpassungen in Hülle und Fülle. Schon da hat der uralte Fisch seine Flossen, die verschollene Schildkröte ihren Schutzpanzer, der Ichthyosaurus seine scharfen Zähne und der älteste Vogel seine Federflügel. Und schon aus diesen Organen der Anpassung allein, die so deutlich noch vor Augen stehen, kann man den sicheren Schluß ziehen, daß diese Tiere wirklich einmal gelebt haben. Aber man kann aus dem Prinzip gerade der Anpassung auch herleiten, daß und warum viele einst vorhandene Arten vollständig wieder ausgestorben sind.
Gab es auch in der Erdgeschichte nicht jene wüsten Katastrophen, die ganze Tiervölker in Lava brieten oder in Sintfluten ersäuften, so hat sich doch die Erdoberfläche im Laufe der Jahrmillionen langsam, aber sicher fort und fort ganz respektabel verändert.
Das aber schuf für das bunte Tiervolk im ganzen immer wieder andere Grundlagen, andere Nötigungen der „Anpassung“.
„Andere Zeiten, andere Vögel!“ Der alte Vers hat zoologisch eine tiefste Wahrheit. Was für die Zeit der Erdgeschichte etwa, da der heutige Jura-Schiefer als Meeresschlamm sich absetzte, gut war im Sinne vollkommener Anpassung, das genügte für die spätere Epoche, da die heutige Kreide sich in der Tiefsee bildete, nicht mehr, — und so fort. Einzelne stille Winkel hat es zwar immer gegeben, wo diese oder jene Art allen Wechsel überstand, ohne sich wesentlich dem Fortgang anzubequemen: so erklären sich jene überlebenden letzten Mohikaner urältester Tage wie jener Molchfisch und jenes Lingula-Tier. Für die Masse aber schuf jede neue Epoche der großen Erdentwickelung ein scharfes Entweder — oder.
Entweder die Tiere paßten sich den neuen Verhältnissen entsprechend neu an, oder sie starben als unbrauchbar, als reaktionär geworden aus.
Beide Fälle sind in Masse immer wieder eingetreten. Welche Veranlagung dabei über das „Wie“ des Weges entschied, ist freilich auch dem darwinistisch gesinnten Naturforscher von heute noch keine ohne weiteres beantwortbare Frage. Man ist versucht zu sagen, daß es jedesmal die Genies der Tierwelt waren, die sich umformten zu neuer Anpassung, und andererseits die Tröpfe und Trottel, die den Anschluß nicht finden konnten und unter den Tisch fielen. Wobei die Worte selbst freilich, von uns Menschen entnommen, vorläufig noch keine echte, tiefere Erklärung umschließen. Denn wir wissen durchaus nicht, auf Grund welcher innerlichen Weltverknüpfung nun etwa in unserem Menschenleben selbst hier ein Genie geboren wird und dort ein Trottel. Bloß das sehen wir klar, daß das Genie, wenn es einmal da ist, seine Zeit beim Schopfe nimmt und mit ihr hochschwimmt, — während der arme Tropf in ihrer Welle elendiglich ertrinkt. Und dieses Verhältnis ist (hier hat Darwin zweifellos den Nagel auf den Kopf getroffen) für die alten Tiere jedenfalls ebenso maßgebend gewesen.
Wer in veränderter neuer Zeitlage die entsprechende neue Anpassung darbot, der erhielt sich, war Herr der Situation, — wer sie aber nicht hatte, der versank.
Immerhin läßt sich aus jenem guten Beispiel von den ungeheuer körperschweren, aber ebenso verstandesdürren Lindwürmern der Kreidezeit aber noch ein engerer Schluß zu diesem Hauptgedanken wagen.
Je extremer, je einseitiger, je fanatischer, möchte ich sagen, eine Tiersorte zu einer Zeit ihre Anpassung an ganz bestimmte enge Verhältnisse getrieben, desto geringer scheint die Wahrscheinlichkeit gewesen zu sein, daß sie jene goldene Straße des Fortschritts noch einmal einschlagen konnte, desto größer der Zwang, daß sie tragisch unterging.
Ziemlich unzweifelhaft liegt hier der Grund, daß so viele gerade der sonderbarsten barocksten und uns unbegreiflichsten Riesentiere der Vorwelt eben bloß noch als Gerippe im alten Gestein liegen, — sie waren solche Extreme der einseitigen, nicht mehr beweglichen Anpassung ihrer Zeit.
In neueren Tagen sind insbesondere von dem Privatdozenten Brandes in Halle interessante Vermutungen über dieses Aussterben extrem veranlagter Tiere geäußert worden.
Noch in der sogenannten Diluvialzeit, also in den ersten Tagen, aus denen wir die Knochenreste von Menschen und die ersten Anzeichen einer eskimo-artigen, ganz niedrigen Kultur besitzen, lebte in Europa sowohl wie besonders in Amerika ein Geschlecht großer, löwenartiger Katzen von sonderbarstem Aussehen. Machairodus hat man sie getauft, das ist zu deutsch: der Säbelzahn. In der Tat führten diese Ungeheuer im Oberkiefer Eckzähne, die nicht bloß wie echte Raubtierzähne von heute als derbe Wehr und Angriffswaffe im Maule saßen, sondern die wie wahre krumme Säbel oder Messer über den Unterkiefer hinweg aus dem Maule vorsprangen.
Man hat sich mit Recht gefragt, wie ein solches Tier überhaupt entstehen konnte?
Es ist nicht mehr ein regelrechter Löwe, sondern eher die Karikatur eines solchen.
Diese wahren Walroß-Hauer im Maul einer Katze scheinen durch Uebertreibung des Prinzips mehr einen Ballast darzustellen, denn eine Waffe, die wirklich noch zum Beißen Sinn hat. Man glaubt den Räuber, der ein Wild angesprungen hat, sich damit festbeißen zu sehen in einer Weise, die ihn förmlich festnagelt an den eigenen Zähnen, ohne daß er doch damit richtig packen kann.
Wie soll eine so abstruse Anpassung überhaupt je zustande gekommen sein, — an was hatte dieser Säbelzahn sich überhaupt angepaßt.
Nun ist gewiß auffällig, daß wenigstens in Amerika, also gerade da, wo die Machairodus-Löwen mit üppigster Zahnentfaltung in Masse gelebt haben, aus derselben Zeit uns die Knochenreste kolossaler Säugetiere überliefert sind, die steinharte Panzer trugen.
Bekanntlich gibt es noch heute einige recht solid verpanzerte Säuger, — so das Gürteltier, das in einem festen Hornpanzer steckt wie ein Krebs in seiner Schale. Heute noch gibt es solche Gürteltiere ausschließlich in Amerika, es sind aber durchweg ziemlich kleine Tiere. In den Tagen jenes Machairodus aber existierten im Lande dort Riesen aus der Verwandtschaft der Gürteltiere und der nah dazugehörigen Faultiere, die die Größe von Elefanten und Nashörnern erreichten, ja zum Teil noch massiver gebaut waren als der Elefant. Und auch von diesen Patriarchen besaßen viele den echten knochigen Gürteltierpanzer, bloß auch übersetzt in die Dimensionen eines Rhinozeros. Die sogenannten Glyptodonten steckten ganz darunter wie enorme Schildkröten. Einige Riesenfaultiere (Vettern des berühmten Megatherium) trugen den Panzer wie ein geheimes Kettenhemd innerhalb ihres dicken, obenauf mit gelbroter Wolle belegten Felles.
Es scheint nun ein ganz plausibler Gedanke, daß die Existenz so zahlreicher Panzertiere am Ort, wo der Machairodus jagte, einen Fingerzeig abgebe dafür, wie sein abnormes Gebiß doch einmal einen echten Anpassungszweck gehabt haben könnte.
Diese Ungeheuer im Schildkrötenrock hatten keine andere Waffe gegen ein aufspringendes Raubtier, als eben ihren Rock. Dumm waren sie ihren Gehirnen nach auch über alle Maßen, und ihr Gebiß war auf Blätter- oder Wurzelkost gebaut wie das von harmlosen Wiederkäuern. Aber ein Löwe oder Tiger von heute hätte ihnen immerhin ja auf den Buckel springen mögen zum „Löwenritt“: — kein gewöhnlicher Raubtierzahn hätte diese harte Nuß aufknacken und dem Schalenbesitzer wirklich ans Blut kommen können. Ganz anders dagegen unser Machairodus. Seine Säbelzähne mochten allen Ernstes in die Hornwand einschneiden, mochten Panzerplatten losreißen und so den leckeren Braten bei lebendigem Leibe tranchieren. Ein fürchterliches, aber zum Zweck sinnreiches Tranchiermesser für Gürteltiere wäre also der Eckzahn des Machairodus gewesen seiner ursprünglichen Anpassung nach.
Es ist aus diesem Gedankengang dann selbst wieder ersichtlich, daß diese enge Anpassung für so einseitigen Zweck später doch ein Entwickelungshemmnis und eine Ursache schließlich des Unterganges der Machairodus-Löwen aus sich heraus werden konnte.
Denn eines Tages starben die Panzergürteltiere, dauernd bezwungen vom siegreich angepaßten Machairodus, selber ganz oder doch mehr und mehr aus, — der Angreifer sah sich auf anderes, nicht bepanzertes Wild, Pferde, Hirsche, Lamas und so weiter, angewiesen, — und jetzt rächte sich plötzlich die zu tolle Anpassung, die Säbelzähne brachten ihm Nachteil im Daseinskampfe statt Gewinn, — er blieb zurück gegen schwächer, aber bequemer bezahnte Raubtiere, und damit war sein Schicksal besiegelt. Tatsächlich hat der Machairodus mit dem Glyptodon zusammen das Feld geräumt, während der Jaguar und Puma, diese großen Katzen mit sehr viel kleineren Eckzähnen, heute noch Amerika unsicher machen.
Es ist eine Schwierigkeit der Theorie, die ich nicht verhehlen will, daß sie bloß auf Südamerika zugeschnitten ist. Niemals haben in der alten Welt verpanzerte Glyptodon-Arten gelebt, wohl aber liegen Reste säbelzähniger Raubtiere auch hier in Menge. Immerhin läßt sich bei einer großen Reihe auch der altweltlichen Säugetiere von damals wenigstens auf dicke, rhinozerosartige Häute schließen, die schon ein Machairodus-Gebiß als Gegen-Anpassung herausfordern konnten. Und auch von dieser tertiären Tierwelt ist nachher viel ausgestorben, was den Angreifer mitgerissen haben könnte.
Ein anderes vielleicht noch besseres Beispiel scheint dann das Mammut zu bieten.
Von allen lebenden und ausgestorbenen Elefantenarten trug das Mammut die kuriosesten Stoßzähne. In gewaltiger Krümmung biegen sie sich aufwärts am Rüssel vorbei wieder der Stirn zu, als wollten sie nach kühnstem Bogen geradezu in den Kopf, von dem sie unten ausgegangen, oben wieder hineinwachsen.
Vergleicht man mit diesen Bogenzähnen die Zahnwehr eines lebenden Elefanten, so machen auch sie in der Tat den Eindruck einer ins Unsinnige umschlagenden Uebertreibung.
Der Laie ist ja geneigt, sich unter dem Mammut gerade dieser enormen Zähne wegen ein besonders entsetzliches Tier zu denken, — wobei er gewöhnlich noch die an sich irrige Meinung mitbringt, daß das Mammut bedeutend größer als der heutige indische oder afrikanische Elefant gewesen sei. In Wahrheit ist dieser alte Eiszeit-Elefant aber durch diese seine Riesenzähne wehrloser gemacht worden, da er überhaupt mit ihnen nicht mehr als Stoßwaffe arbeiten konnte und bloß durch die außerordentliche Schwere dieser zwecklosen Kopfzier in seiner freien Bewegung ärgerlich gehemmt wurde.
Wie aber sind diese unpraktischen Uebertreibungshauer zustande gekommen?
In jedem zoologischen Garten kann man beobachten, daß die gewöhnlichen Stoßzähne des Elefanten aus dem Oberkiefer sich herausbiegen. Es sind zwei wurzellose Schneidezähne dieses Kiefers, die mit den Eckzähnen der Raubtiere nichts zu tun haben.
Ihr Nutzen besteht für den Elefanten vor allem darin, daß er beim Abbrechen von Zweigen im Urwalde sie als Gegenstütze benutzt: er faßt den Zweig mit dem Rüssel und knackt ihn über dem kurzen krummen Stoßzahn ab.
Genau so haben es aller Wahrscheinlichkeit nach schon die Vorfahren des Mammut gemacht, waldbewohnende Elefanten jener sogenannten Tertiärzeit, in der Europa noch dichte tropische Urwälder besaß. Als eine höchst sinnreiche Anpassung an dieses Zweigknicken im Walde waren die Stoßzähne dort erworben worden.
Nun änderten sich aber die Dinge. Am Ende der Tertiärzeit brach die große Eiszeit los. Ihr kalter Hauch vertilgte die Urwälder, karg und armselig wurde der Pflanzenwuchs am Gletscherrande, und was von Tieren sich hielt, das mußte fortan damit vorlieb nehmen.
Das Mammut bestand die Kälte selbst. Es paßte sich ihr an durch einen dicken Wollpelz und dauerte jahrtausendelang dicht am Eisrande unentwegt aus. Nur so konnten seine Kadaver gelegentlich in das Eis selbst geraten und unter guten Umständen (wie in Sibirien, wo in der Eiszeit gefrorener Boden bis heute nicht getaut ist) bis auf unsere Zeit darin erhalten bleiben.
Doch die Stoßzähne, auf den Wald berechnet, wurden dabei allmählich total überflüssig.
Sie hätten ganz eingehen können.
Aber da gerade mischte sich ein Gesetz ein, das für diese Sorte Zähne allgemeine Gültigkeit zu haben scheint. Diese wurzellosen Schneidezähne der Säugetiere haben, scheint es, allgemein eine Tendenz, während des ganzen Lebens der Tiere für ihr Teil immer weiter zu wachsen, wenn sie nicht durch äußeres Abschleifen gehemmt werden, — etwa so, wie unsere Fingernägel und Haare immer langsam vorwärts wachsen, wenn man sie nicht künstlich kürzt.
Man kann das sehr hübsch bei Nagetieren beobachten. Für gewöhnlich stehen da die oberen und unteren Schneidezähne so gegeneinander, daß sie sich stets an der Spitze aneinander abreiben und abschleifen, also trotz permanenten inneren Nachwachsens im ganzen nicht größer noch kleiner werden. Kommt aber der Fall vor, daß etwa unten die Zähne durch einen Mißwachs oder Unfall fehlen, also das gegenseitige Abarbeiten ausbleibt, so wachsen die oberen Zähne ins Blaue hinein weiter, krümmen sich zur tollen Spirale und bohren sich wohl gar rückwärts wieder in den Schädel ein.
Dieses Schicksal erlitt das Mammut im großen.
Solange seine Stoßzähne als Aesteknacker dienten, schliffen sie sich dabei von selbst ständig auf ihr Normalmaß herab. Als aber diese Tätigkeit aufhörte und damit auch das regulierende Abschleifen, — da entstanden aus ungehemmtem Wachstums-Uebermut jene kolossalen Bogenkrümmungen, es kamen die stirnwärts und wieder auswärts wie kranke Kartoffeltriebe gekrümmten Riesenhauer zustande: die Stoßzähne des Mammut.
Ihr Sinn stand zunächst jenseits jeder Anpassung. Bald aber zeigte sich ein „Unsinn“ geradezu in Hinsicht solcher Anpassung darin. Diese Krummstäbe aus schwerer Elfenbeinmasse wurden reiner Ballast. Und es ist sehr möglich, daß dieses am Kopfe sinnlos belastete Ungeheuer gerade deshalb gewissen Angreifern (zu denen zweifellos in erster Linie schon der Mensch gehört hat) früh und endgültig zum Opfer gefallen ist. Die Elefanten der Tropenländer, die nie diesem krankhaften Zahnwachstum verfallen waren, weil ihnen die Baumzweige zum Abnutzen niemals gefehlt hatten, blieben dagegen erhalten bis auf den heutigen Tag, wo freilich von einer neuen Seite her die Stoßzähne auch ihnen zum Verderben werden: indem nämlich der Mensch sie in schnellem Tempo jetzt ausrottet des Elfenbeins dieser Zähne wegen.
So träumte ich am Strande Rügens über den Steinchen der Kinderburg.
Die alte Erde erschien mir, bebend unter der Last ewig neu gezeugten Lebens. Aber wie der Saturnus der Sage verschlang sie ihre Söhne auch wieder zu ihrer Zeit.
Die Meisterin Natur baute in Millionen von Jahren ihr Kinderspiel aus Machairodus-Löwen und Mammuten wie diese Kinder hier ihren Ring aus uralten Tintenfischen und Seeigeln, und sie zerwarf es ebenso mit einem Schlage der Hand.
Aber das Leben, die Entwickelung des Ganzen wogte, schwoll unablässig dabei, selber nie ruhend, nie verschwindend, wie das ewig blaue Meer da draußen vor meinem Blick.
Eines Tages war aus diesem dunklen Spiel der Mensch heraufgestiegen, der dieses ganze Werden noch einmal übersah und in der Urwelt las wie in einem Buche. Was wird sein Los sein? Wird er auch in eine Sackgasse der Anpassung einst einmünden? Oder ist er das endgültige Meisterstück der Weltentechnik, — die vollkommene Anpassung, für die es keinen Stillstand mehr gibt?
Ich folgte dem letzten Rauchstreifchen des weißen Dampfers am Horizontstrich, und ich tröstete mich, daß die Menschheit auf alle Fälle noch Millionen von Jahren vor sich habe, um in dieser Frage zu einem Schluß zu kommen, — Jahrmillionen der grandiosesten Entfaltung zum Herrn der Erde über alle Länder und Ozeane hinweg.