Darüber ist, trotz der Verschiedenheit der Ansichten, alle Welt einig, daß eine Reise die beste Erholung von angestrengter Arbeit darbietet und daß der Mensch, nachdem er den Entschluß zu einer Reise gefaßt, auch schon leichteren Sinnes wird. Indem er bereits halb in der Zukunft lebt, übersieht er manche Unbehaglichkeiten des gegenwärtigen Augenblicks. Da werden Bücher und Landkarten beschaut, Freunde und Bekannte befragt, Kalender und Wetterglas berathen und an der Zukunft und der Ferne im Voraus genascht und gekostet.

In gleichem Falle war ich seit dem Ende des Monats Juli. Ich wollte die vierzehnte Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe, welche vom 1. September an in Salzburg stattfinden sollte, besuchen, von da aus aber Ausflüge in die österreichischen Lande unternehmen, welche so reiche Genüsse dem Freunde der Natur, der Kunst und der Alterthümer darbieten.

Gelder, Pässe und die Reisebedürfnisse für mich und den jugendlichen Reisegefährten, meinen Sohn, waren in Ordnung, aber der Himmel, der bis dahin einige Wochen sein Sonnenlicht in schönster Fülle gespendet, begann einen anderen Charakter anzunehmen. Das war nun freilich nicht zu ändern. Der Neumond, am 26. August 1851, trat mit Nebel ein, der am Tage der Abreise, am 28sten, zum Regen sich gestalten wollte. Die Droschke brachte uns nach dem böhmischen Bahnhofe, wo ein Freund uns noch seine besten Wünsche für die Reise mitgab.

Frohen Muthes vernahmen wir endlich das Pfeifen der Locomotive, und fort ging’s in eiligem Fluge durch die Dörfer bis Pirna, wo das Quadersandsteingebirge seine Steilen an die Elbe dicht heranrückt. Bastei, Lilienstein, Königstein, die wohlbekannten Häusergruppen von Schandau, Schmilka und Herniskretscham wurden im Fluge begrüßt und die Gränze der Heimath überschritten.

Bevor man die Gränzstation Bodenbach erreicht, geht der Zug durch zwei in den Sandsteinfelsen getriebene Tunnel. Der sächsische Wagen hält endlich. Kaiserliche Gensdarmen in sauberem grünen Waffenrock mit rosenrothem Kragen verlangen höflich unsere Pässe und händigen uns dafür Empfangscheine ein; Kaiserliche Zollbeamte untersuchen rücksichtsvoll unsere Reisetaschen, während das große Gepäck in den hier harrenden großen Packwagen umgeladen wird, da die Zolluntersuchung desselben erst in Prag Statt finden wird.

Wir haben Zeit, eine Erfrischung einzunehmen und das jenseit der Elbe auf steilem Felsen stattlich hingestellte Schloß Tetschen mit seinen reizenden Umgebungen zu betrachten. Hie und da erscheinen schon einzelne Statuen von Heiligen an Fußsteigen und Wegen, die in ihrer anspruchslosen Ausführung doch zum belebenden Schmuck der Gegend dienen.

Endlich erhielten wir unsere Pässe zurück und nahmen in den böhmischen Wagen unsere Plätze ein. Diese Wagen bilden große salonartige Räume, die auf jeder Seite eine Reihe Doppelsitze haben, zwischen denen ein freier Gang sich hinzieht. Man ist in diesen Wagen weniger beengt, kann zeitweilig stehen und hin- und hergehen.

Der Himmel gestaltete sich mittlerweile günstiger; die Sonne trat aus den Wolken und beleuchtete das schöne Elbthal; wir sahen die Ruine Schreckenstein, freundliche Kirchen mit Doppelthürmen über dem westlichen Eingange. Die Schaffner, in der grünen orange aufgeschlagenen Uniform der Kaiserlichen Post, riefen auf den Stationen die Namen der Orte und die Dauer des Aufenthalts aus. Der Verkehr der Aus- und Einsteigenden war sehr lebhaft, namentlich in Aussig, wo gewaltige Holzvorräthe aufgestapelt waren und ein Dampfschiff am Ufer lag, von welchem aus Musik zu uns herauftönte.

Hinter Aussig wird das Thal erweitert, und die kegelförmigen Bildungen des Mittelgebirges gelangen zur Ansicht. In der Nähe erfreut das fleißig angebaute, blühende Land. Von nun an hörte man von den mittlerweile Eingetretenen böhmische Laute. Gesichtsbildung und Tracht waren jedoch von denen in den sächsischen Städten nicht wesentlich unterschieden. Das deutsche Element herrschte in der äußeren Erscheinung vor; blonde oder braune Haare und blaue Augen begegneten uns noch überall.

Bei Leitmeritz traten schmucke Kaiserliche Officiere an die Wagen, und ein Corporal mit sechs Mann ungarischer Infanterie wurde aufgenommen. Der Conducteur drang darauf, daß die Leute den Ladstock in den Lauf lassen und ihn überzeugen mußten, die Gewehre seien nicht geladen.

Wir hatten mittlerweile mit einem jungen Manne ein Gespräch angeknüpft, der sich uns als Techniker vorstellte, uns über die geognostischen und polytechnischen Verhältnisse des Landes Böhmen freundlichen Aufschluß gab und die Merkwürdigkeiten der Ortschaften uns nannte, an denen wir rastlos vorüberflogen. Endlich zeigte er uns die Thürme von Prag in der Ferne. Bald nach zwei Uhr fuhren wir in den überaus stattlichen Bahnhof von Prag ein. Unser neuerworbener Freund wies uns in dem Gewirr des Bahnhofes zurecht. Die Kaiserlichen Beamten besorgten mit größter, schonender Artigkeit die Untersuchung des Gepäckes und der Pässe, wofür, wie überall in den Kaiserlich Königlichen Staaten, nicht ein Kreuzer zu bezahlen war.

Nachdem wir im Gasthofe zum Engel durch ein vorzügliches Rostbratel uns aufs Neue gestärkt, auch uns in einem sehr einfachen Bureau Plätze für den Stellwagen nach Bedürfniß gelöset, traten wir mit unserem Techniker die Wanderung durch die sämmtlichen Straßen der Königstadt des Böhmerlandes an. Die Paläste, die öffentlichen Gebäude, die Kirchen, die alterthümlichen gothischen Thürme, aus deren Ecken abermals Pyramiden emporsteigen, geben der Stadt ein sehr würdiges Ansehen. An dem Brückenthurm steht das von unserem Landsmanne Hähnel ausgeführte eherne Denkmal für Kaiser Karl IV., den Gründer der ältesten deutschen Universität. Wir schreiten dann, bereits vom Regen begleitet, über die lange, mit Statuen reich geschmückte Brücke und begeben uns auf die gewaltige zum Hradschin führende Treppe, nachdem wir die polytechnische Anstalt und den Judenmarkt flüchtig berührt. Der Hradschin gehört ohnstreitig zu den imposantesten Gebäuden von Deutschland, obschon die Domkirche allerdings nur ein großartiges Bruchstück ist. Nicht minder interessant ist der Hradschin durch die Aussichten, die er auf die Stadt darbietet. Der Freund geleitete uns darauf nach der Stadt zurück, machte uns auf das Denkmal für Kaiser Ferdinand, die Kettenbrücke und die Kugelspuren von 1848 aufmerksam und verließ uns an unserem Gasthofe.

Der Regen hatte sich mittlerweile ganz behaglich eingerichtet. Allgemach wurden, allerdings erst lange nach der bestimmten Abfahrtstunde, die Stellwagen in Stand gesetzt, d. h. zunächst wurde das zahlreiche Gepäck auf den Decken derselben zusammengestellt und tüchtig verschnürt. Dann suchten wir Plätze in dem Cabriolet zu gewinnen, und endlich spannte man die Pferde vor. Das Fahrzeug, welchem wir unsere gesunden Gliedmaßen anvertraut hatten, gab Anlaß zu den ergötzlichsten Betrachtungen. Als Genealog menschlicher Kunst- und Gewerberzeugnisse hatte ich so viel sehr bald heraus, daß unser Stellwagen vor geraumer Zeit die Ehre gehabt haben mochte, im Gebrauche der Kaiserlichen Post zu dienen. Die Farbe seines Aeußeren war ohnstreitig gelb; was man an Kleidungsstücken die Nähte nennt, das war an unserem Wagenkasten überaus deutlich sichtbar. An den Stellen, wo die Räder den Kasten zu berühren vermögen, war die Farbe, sowie die darunter gelegene Epidermis, hinweggescheuert; ja diese Stellen zeigten hie und da sogar tiefer eindringende Wunden, die allerdings unheilbar waren. Genauere Aufschlüsse über die Altersverhältnisse des Wagens gewährte jedoch die fortgesetzte vorurtheilsfreie Betrachtung seines Innern, das übrigens auch noch sehr gründliche Belehrung über die Anatomie der Stellwagen im Allgemeinen darbot. An vielen Stellen nämlich fehlte die innere Bekleidung des Gerippes, und an der der Wagentaschen war gar nichts vorhanden. Außerdem fehlten an den Fenstern und Thüren Drücker und Wirbel; sie waren jedoch von unseren Vorgängern durch Bindfaden ersetzt.

Die Peitschen knallten, die Pferde zogen an, und unser mit Menschen vollgepfropftes Fahrzeug rasselte schwankend über das Pflaster durch die Straßen, in denen der Regen die anbrechende Dämmerung vermehrte und förderte. Wir gelangten an die Linien, wo die Passirscheine abgegeben wurden, dann weiter auf die offene Landstraße und überließen uns, sorgfältig in die Mäntel gehüllt, dem Schlummer.

Jetzt fand auch die Fantasie erwünschte Muße, die zahlreichen Bilder der im Laufe des Tages im Fluge aufgenommenen Paläste, Kirchen, Thürme wieder zu erwecken und theilweise weiter auszubilden und noch höher aufzubauen. Auch hinter uns im inneren Heiligthume des Stellwagens hatte sich der Schlaf aller Insassen bemeistert. Nur die Pferde eilten im raschen Trabe auf der trefflichen Straße rastlos fürbas. Vom Himmel aber goß der Regen in Strömen herab.

Gegen Mitternacht fand in einem Dorfe der erste Pferdewechsel statt, der einen Aufenthalt veranlaßte, den wir benutzten, um in der großen, öden Gaststube ein Glas Sliwowitza zu genießen, denn es begann in unserem gegen den Wind schlecht verwahrten Cabriolet unangenehm kalt zu werden. Dann ging es durch die Nacht rasch weiter.

Der durch dicke Wolken hindurchdämmernde Tag zeigte uns ein Land mit Wald und Weide, hie und da mit einer ärmlichen Hütte besetzt. Gegen 6 Uhr wurde in einem Orte, wo männiglich Böhmisch sprach, der Wagen mit einem anderen vertauscht. Bis dahin hatten wir im Vordertheile gesessen; jetzt aber schlüpfte ich mit meinem Sohne in den hinteren Anbau des neugelieferten Wagens, der doch etwas wohnlicher eingerichtet war und genügenden Schutz gegen den Einfluß der Atmosphäre gewährte. Zudem hatten wir den Vortheil, von unserem Sitze aus die hinter uns liegende Gegend zu betrachten. Lange Zeit folgte unserem Wagen ein Knabe, der einen blinden Dudelsackpfeifer leitete. Dieser bemühte sich, uns auf seinem Instrumente ein Morgenständchen zu bringen.

Endlich gelangten wir nach Tabor, einer in den Hussitenkriegen wichtigen Stadt mit tüchtigen Mauern und Thürmen, die das umliegende hügelige Land beherrschen. Wir kamen durch mehrere Dörfer, wo neben ansehnlichen Steinhäusern armselige Lehmhütten mit Strohdächern standen, die mit grünem Moose malerisch überwachsen waren. Ueber den meisten Giebelfenstern sah man Kränze oder Schnüre aus hellrothen Ebereschenbeeren, die, zum Theil mit einem Kreuze verziert, Rosenkränzen nachahmten. Die Frauen zeigten nicht minder die Vorliebe für die rothe Farbe, indem die, welche nicht barfuß gingen, rothe Strümpfe an den Füßen hatten. Uebrigens war die Tracht der Holzschuhe allgemein und bei dem gewaltigen Schmutz in den Straßen der Dörfer überaus zweckmäßig.

Die Mittagrast erfolgte in einem Marktflecken mit böhmischem Namen. Hier erhielten wir abermals einen anderen Wagen, dessen alterthümliche Federn mit kleinen Holzstäben gesteift waren. In Wien erkannte ich, daß dieser Wagen ein ehemaliger Wiener Omnibus gewesen. Hier verließen uns Reisende, und andere, Böhmisch redende Landleute, stiegen ein. Sie verstanden und sprachen jedoch durchweg auch Deutsch, was mit unseren Fuhrleuten nicht immer der Fall war. Die Physiognomieen der Menschen unterschieden sich von den sächsischen auch nicht, ebenso wenig die Tracht des Mittelstandes.

Endlich zeigte sich Budweis in der Ferne, und wir gelangten nach 5 Uhr in die saubere, ansehnliche Stadt. Der Stellwagen brachte uns durch die belebten Straßen auf den Marktplatz in den Gasthof zu den drei Hahnen, wo wir freundliche Aufnahme fanden.

Nachdem wir die Kleider gewechselt, begannen wir die Wanderung durch die Stadt; der Marktplatz zeigt lauter stattliche, meist drei Gestock hohe Häuser, deren Dächer durch Stirnmauern verdeckt sind, so daß der Fremde meint, er befinde sich in einer Stadt mit flachen, italienischen Dächern. Nächstdem sind am Markt und in den Hauptstraßen sogenannte Lauben an den Häusern, in denen man bei Regen oder Sonnenschein bequem hinschreitet [1]. Mitten auf dem Markte erhebt sich ein stattlicher Brunnen, den vier, eine Muschelschale tragende riesige Gestalten bilden. Das Stadthaus ist ein ansehnliches, reichverziertes Gebäude. In den Lauben der Straßen war viel Verkehr und Leben; man sah Verkäufer von Lebensmitteln und Geräthen, Böhmisch redende, schmucke Mädchen und Frauen, Kaiserliche Infanterie, meist Italiener, mit pechschwarzen Haaren und Augen. Wir erblickten die Dechanei, deren Kirche mit vierzehn al fresco gemalten Stationen umgeben ist, die wie die ganze Stadt nett und sauber gehalten waren. Die Piaristengasse leitete uns zu einer gothischen Kirche. Nicht weit davon stieg hinter modernen Häusern einer jener alten viereckigen Thürme hervor, deren Ecken von kleinen Spitzthürmchen überragt sind. Die Promenaden um die Stadt, zu denen man über die Moldaubrücke gelangt, sind geschmackvoll und wohlgepflegt und kränzen die Festungswerke gar anmuthig. Wir schlenderten bis zum Einbruch der Dunkelheit in den Straßen der Stadt umher, lasen die Schilder der Handwerker und Kaufleute, meist böhmische Namen, freuten uns aber auch der Säulen und Statuen, die nicht sparsam angebracht sind. Budweis wurde im Jahre 1256 von König Ottokar II. gegründet, ist gegenwärtig der Sitz eines Kreisamtes, Bischofs und Gymnasiums und hat, obschon die Einwohnerzahl nicht über 8000 ist, den Charakter einer wohlhabenden, nahrhaften Mittelstadt.

Nächstdem ist Budweis der Anfangspunkt der im Jahre 1827 eröffneten Pferdeeisenbahn, die von hier über Linz nach Gmunden am Traunsee führt. Sie ist die erste deutsche Eisenbahn und wurde von dem bekannten Mechaniker Ritter v. Gerstner angelegt. Sie ist die Trägerin eines außerordentlichen Verkehrs. Wir bemühten uns, auf eigene Hand den Bahnhof zu entdecken, fanden in einigen Straßen der Stadt auch in der That das Schienenlager, mußten aber wegen der einbrechenden Dunkelheit unsere Forschungen aufgeben.

Wir kehrten in unseren Gasthof zu den drei Hahnen zurück und setzten uns in der behaglichen Wirthsstube fest, um eine so nützliche als nothwendige Beschäftigung vorzunehmen, die unter dem Namen Abendbrot in der Vertilgung eines vortrefflichen Rostbratels bestand, dem wir als Gesellschaft das berühmte Budweiser Bier folgen ließen, worauf wir uns zeitig zur Ruhe begaben.

Am Morgen des 30. August waren wir schon um vier Uhr zur Abreise bereit und wanderten, nachdem wir die sehr mäßige Zeche bezahlt, unter dem Vortritt des Hausknechtes mit unseren Habseligkeiten über den stattlichen Markt von Budweis. Mitten in der nächsten Straße standen auf den Schienen mehrere saubere, große Wagen mit Glasfenstern, vor deren je zwei ein Pferd vorgespannt war. Die Abwägung des Gepäckes, die Lösung der Fahrscheine war bald bewerkstelligt, und wir nahmen in den bequemen Wagen Platz. Bald nach fünf Uhr bewegte sich der Zug gemächlich vorwärts. Uns gegenüber saß eine ältere Dame mit ihrer so hübschen, als anspruchslosen Tochter, dann ein älteres Ehepaar aus Wien, welches Teplitz besucht hatte. Neben uns nahm eine jener stattlichen kräftigen Gestalten Platz, die unter den Männern von Oberöstreich so häufig sind. Es war ein junger Landmann von blühender Gesichtsfarbe, gefälligen Zügen, braunen Augen und Haaren. Er trug eine schwarze Sammetjacke, kurze gleichfarbige Lederhosen, saubere blaue Strümpfe, Schnürstiefel, ein buntfarbiges Halstuch von Seide, lose um den Hals geschlungen, und einen spitzigen Hut aus grobem schwarzen Filz.

Allgemach entwickelte sich eine gemüthliche Unterhaltung. Die Dame hatte dem Kaiser bereits fünf Söhne als Officiere in das Heer gestellt, die denn auch in den Feldzügen der letztvergangenen Jahre mit Ehre gedient hatten. Der Landmann gestand, daß er in Geschäften in Budweis gewesen, da er auf dem Punkte stehe, seine Schwester zu verheirathen. Bei dieser Gelegenheit kam der Zustand des Landmannes in Oesterreich mehrfach zur Sprache. Er wurde als ein sehr günstiger geschildert. Der Landmann ist im Allgemeinen sehr wohlhabend, der Boden fruchtbar und gut angebaut. Der Landmann hält auf baares Geld und sammelt dasselbe an, so daß sehr bedeutende Summen in seinem Besitze sind. Das Geld hebt er in eisernen Gefäßen auf, die er vergräbt oder einmauert. Es ist mehrfach vorgekommen, daß man bei Abtragung alter Mauern Tausende von Silberthalern gefunden hat. Das geschieht übrigens seit alter Zeit und scheint überhaupt eine Sitte bei dem Landmann durch ganz Deutschland zu seyn, die noch aus den Zeiten herstammt, wo stete Fehden und Kriege jeglichen Besitz unsicher machten.

Mittlerweile begegneten unserem Zuge häufig ganze Reihen von kleinen Wagen, die mit Salz beladen waren und deren je drei von einem Pferde auf der Eisenbahn fortgezogen wurden. Das Salz ist in Fässer gepackt, deren eines je einen Centner enthält und deren 25-30 einen Wagen belasten. Da die Eisenbahn nur ein Gleis hat, so müssen die Züge an den Ausweichestellen auf einander warten. Außer dem Salz werden aber auch andere Güter auf der Bahn befördert, die überhaupt sehr stark benutzt wird und gar bedeutenden Gewinn abwirft. Zwischen Budweis und Linz wird sie neunzehnmal von der Landstraße gekreuzt, die bald über, bald unter ihr hinläuft. Auf den Haltepunkten sah man gewaltige Vorräthe von Salz und Holz, meist in hölzernen Gebäuden aufgestapelt, die von Ställen für die Pferde und Wächter- und Beamtenhäusern umstellt waren.

In der Mittagstunde fand eine längere Rast statt; man setzte sich zum Diner in einem nett eingerichteten Hause, das mitten im Walde gar freundlich gelegen war. Dann aber begann die Fahrt aufs Neue. Die Gegend wurde mehr gebirgisch, die Thäler, an deren Rande die Bahn sich hinzieht, tiefer und steiler.

Es dunkelte bereits, als wir aus der Ferne den glänzenden Spiegel der Donau und sodann die weißen Häuser von Linz durch das Grün des Waldes schimmern sahen. Die Bahn senkt sich und endet in dem Bahnhof an der nördlichen Seite der Donau. Gensdarmen nehmen die Pässe in Empfang, das Gepäck wird ausgegeben, und wir schreiten über die hölzerne Donaubrücke nah dem Gasthofe zum schwarzen Bock, dessen freundlicher Wirth den ermüdeten Wanderern sorgsame Pflege widmete.

Der Sonntagsmorgen des 1. September versprach einen freundlichen Tag, die Straßen der schönen Stadt Linz glänzten in den Strahlen der Morgensonne, namentlich das goldverzierte Portal des Landhauses, als wir nach dem Bahnhofe schritten und die Wagen bestiegen, die uns nach Gmunden führen sollten. Unsere Reisegesellschaft bestand zumeist aus Landleuten, die in ihrem Sonntagstaate frisch und schmuck sich ausnahmen. Frauen und Mädchen haben Mittel- und Hinterhaupt in ein schwarzseidenes Tuch geschlagen, dessen Zipfel lang auf dem Rücken hinabhängen. Um den Hals tragen sie ein breites, aus mehreren Reihen Silberketten bestehendes Band, das vorn mit einem viereckigen Schilde von Silber geschlossen ist, an dem man meist Granaten, Topase und andere Edelsteine angebracht sieht. Demnächst tragen sie meist Ohrringe aus Gold. Uns gegenüber saß ein junges Mädchen mit feinem, frischen Gesichte, sie trug ein Kleid aus schwarzer Seide und einen Spenser aus gleichfarbigem Sammet. Ihre Bewegungen waren anmuthig und zierlich, eine Eigenschaft, die wir an allen Landleuten dieser Gegend wahrnahmen. Sie schwatzte lustig mit ihren Gefährten; doch wurde es uns schwer, ihren Dialekt zu verstehen.

Mittlerweile wurde unsere Hoffnung auf einen sonnigen Tag durch den kräftigen Regen verwischt, der sich gar bald einstellte und uns nöthigte, die Wagenleder herabzulassen. Der Weg führte in der Ebene vorwärts abwechselnd durch wohlangebautes Land und Fichten- und Kiefernwald. Zunächst wurde in Lambach Halt gemacht. Von dem Bahnhofe aus sahen wir in der Ferne das stattliche Benediktinerstift, das dem Orte seine frühere Berühmtheit gegeben. Es hebt sich mit seiner ansehnlichen weißen Façade und den stattlichen weißen Thürmen kräftig von dem waldigen Hintergrunde ab.

In waldiger Gegend ging es dann vorwärts nach Gmunden hin; bald zeigten sich die hohen Gebirge in der Ferne, der Weg senkte sich, durch die Wipfel der Kiefern glänzte die dunkelgrüne Fläche des Traunsee’s, und der Zug hielt auf dem Bahnhofe von Gmunden an.

Der Regen hatte nachgelassen, und wir schritten der Traun zu, die unmittelbar vor der alterthümlichen Stadt große Mühlwerke in Bewegung setzt. Wir traten endlich auf den Marktplatz von Gmunden und wurden auf das Freudigste von dem großartigen Anblick überrascht, der sich uns darbot. Der von freundlichen Häusern gebildete Marktplatz stößt mit seiner offnen Südseite an den Traunsee, in den eine Brücke für das Dampfschiff hinausgelegt ist. Der See ist von hohen steilen Felsenwänden begrenzt, unter denen der 6000 Fuß hohe Traunstein sich auszeichnet. Eben zog ein Wetter von unserer Rechten aus den Felsen über den See und verlieh dem Hintergrunde eine tiefviolette Färbung.

Wir standen lange an dem Ufer, das von den bewegten Wellen des See’s in regelmäßigem Versmaße benetzt wurde, und konnten uns von dem unbeschreiblich schönen Anblick kaum losreißen. Das herankommende Dampfschiff erinnerte uns jetzt, der Praxis uns zuzuwenden. Wir begaben uns nach Beendigung der Geschäfte in das Gastzimmer des goldnen Schiffes, wo zahlreiche Reisende von der flinken, sauberen Kellnerin mit Speis’ und Trank sich versorgen ließen. Das gute Geschick verschaffte uns einen Platz an dem Fenster, das uns den prächtigen Anblick des sturmbewegten See’s gewährte.

Dann begaben wir uns auf das Dampfschiff, wo sich viele Leute einfanden, um die Ueberfahrt nach Ebensee zu bewerkstelligen. Wind und Regen fegten bald das Verdeck, man begab sich in die Kajüte. Indessen lockte mich die Aussicht auf die Gebirge bald wieder heraus. Da sah man denn die Häuser am Fuße des Traunsteins weißen Punkten gleich an der dunkeln Wand des Felsens; am niedlichen, uralten Stift Traunkirchen, auf einer felsigen Halbinsel, flogen wir rasch vorüber und eilten der Landungsbrücke von Ebensee zu, wo zahlreiches Landvolk im Sonntagstaate umherstand, und die Stellwagen unserer bereits harrten, die uns nach Ischl führen sollten. Man beeilte sich, das Gepäck unterzubringen und Platz zu finden. Diese Stellwagen sind vorzugsweise auf gutes Wetter berechnet. Sie sind sehr lang und mit einem auf eisernen Stäben ruhenden Verdeck versehen, auf welchem das Gepäck seine Stätte findet. Die Seiten werden bei Regenwetter mit Ledervorhängen verschlossen. Im Wagen haben 18 Personen Raum. Drei Pferde bewegen das Ganze rasch vorwärts. Die trefflich unterhaltene Straße führt durch den netten, an Fabriken reichen Ort, längs der tosenden Traun hin, in ein schmales Thal, dessen Seiten sehr steil und mit Nadelholz bestanden sind. Wir kamen an manchem herabstürzenden Wasserfall vorüber und hatten zur Rechten immer die Solenleitung, die von Ischl herüberkommt. Der Regen wurde heftiger, und unser Kutscher brachte nun ein Kleidungsstück hervor, welches uns in die Gebirge von Chile und Peru versetzte. Es besteht in einer überaus dicken, langhaarigen Decke von Wollstoff, in deren Mitte ein Schlitz angebracht ist, durch welchen der Kopf gesteckt wird. Dieser Poncho schützt Arme, Brust und Rücken vortrefflich. Wir trafen ihn fürder bei Landleuten, Straßenarbeitern, Fuhrleuten und sogar bei Weibern und Kindern.

Die Traun, zur Holzflöße benutzt, tosete oft in beträchtlicher Tiefe zur Seite des Weges. Ihr Bett ist häufig durch Felsblöcke beengt, die den Kähnen und Flößen gefährlich seyn mögen. Zwei dieser Felsen kurz vor Ischl sind mit einem Crucifix gekrönt, zum Andenken an die Errettung eines Kahnes. Endlich rollt der Wagen über eine Brücke, nachdem nette Spazierwege am Rande des Thales die Nähe des besuchten Badeortes und dicht aufsteigender weißer Dampf die Salzsiedereien desselben verkündet haben. Der Wagen hält an der Post von Ischl, die bereits von Gästen überfüllt ist, da die Majestäten von Oesterreich und Preußen eben in Ischl verweilen.

Wir fanden indessen etwas weiter in dem sauberen Gasthofe zur goldenen Krone eine gar freundliche Aufnahme und begannen, da der Regen nachgelassen, unsere Wanderung durch den Ort, der meist aus neuen, zum Theil sehr stattlichen Gebäuden, Gasthöfen und Salinenhäusern besteht. Längs der Traun sind Baumreihen angebracht; Ruhebänke, Gedenksteine, Boskets wechseln mit Blumenbeeten und anderen den Badegästen gedeihlichen Anstalten. Ein bedeckter Säulengang in der Nähe der Badeanstalt gestattet Bewegung auch bei unfreundlichem Himmel.

Zunächst galt es nun, ein Fortkommen für den nächsten Tag und nach Salzburg zu gewinnen. Es boten sich Stellwagenführer dar, allein ich zog es vor, den Vorschlag eines Bürgers von Ischl anzunehmen, der sich anheischig machte, uns beide für 7 Gulden Münz in einem eleganten und bequemen Einspänner morgen nach Salzburg zu führen. Der Mann zeigte mir Pferd und Wagen, und der Vertrag wurde mit Handschlag bekräftigt.

Wir begaben uns sodann in unseren Gasthof, wo eine freundliche Wirthin und zwei saubere Kellnerinnen uns mit Speis’ und Trank versorgten, und wir einen unterrichteten schlesischen Landwirth antrafen, der uns viel Interessantes aus den Jahren 1813 und 1814 mittheilte.

Am frühen Morgen des 2. Septembers hielt unser eleganter Einspänner vor der Thür, sein Inhaber und Lenker, Freund Krieshueber, verpackte unsere Koffer sorgfältig, und wir rollten, von den Glückwünschen unserer Wirthin geleitet, auf der guten Straße davon. Auch auf dieser Seite des Badeortes fehlte es nicht an Denkmälern, Tempelchen, Ruheplätzen, Promenaden, Inschriften. Zur Seite tosete die Ischl, ein hellgrünes, lustiges Gebirgswasser, das sich von Zeit zu Zeit wie neckend hinter Büsche und Bäume verbarg, zwischen denen hie und da Rinder einzeln umherstiegen.

Unser wackerer Fuhrmann trieb fortwährend seinen Gaul, einen starken und fetten Pinzgauer von brauner Farbe, an, einen lebhafteren Schritt anzunehmen. Der Braune aber war anderer Ansicht und ließ bald wieder nach. Krieshueber handhabte deshalb die Peitsche kräftiger, was der Braune endlich mit offenbar widersetzlichen Geberden, namentlich dem Versuch, die Stränge zu zerschlagen, beantwortete. Krieshueber war jedoch keineswegs der Mann, bei dem man damit etwas ausrichtete. Er sprang von seinem Sitze herab, faßte den Zügel scharf an und hieb sein widerspänstiges Roß über Brust und Stirn mit der Peitsche dergestalt kräftig, daß wir eine Intervention stattfinden ließen. »Ei was da,« erwiderte der Gestrenge, »es hat mi halt zorni gmacht!«

Krieshueber kannte sein Roß übrigens, wie der Erfolg bewies, ganz gut, denn fortan war es das gehorsamste und fleißigste Zugthier, das man sich denken konnte, und unser Wäglein rollte lustig fürbas. Wir gelangten bald an den prächtigen St.-Wolfgang-See, dessen hellgrüne Wellen munter an das Ufer heranrollten und das erfreuliche Schauspiel der Brandung darstellten. Trotz der Nebelwolken, in welche die Spitzen der steil aufsteigenden Felsen gehüllt waren, trotz des Regens, der strichweise uns nöthigte, den Ledervorhang herabzulassen, war doch die Fahrt im höchsten Grade erheiternd und genußreich. Welche reiche Vegetation schmückte nicht die Wiesen- und Straßenränder, welche unbeschreiblich schöne, mannichfaltige, farbenreiche Bilder entfaltete jede Biegung des Weges; bald standen am Wege Tafeln, auf denen Unglücksfälle früherer Wanderer abgebildet waren, bald sahen wir Capellen mit den Bildern der Madonna, des Heilandes oder anderer Heiligen, bald zeigten sich die weißen Gebäude vom St.-Wolfgangs-Stift dicht am See in weiter Ferne, bald verdeckte der stattliche Fichtenwald den farbenschimmernden Spiegel des See’s gänzlich unseren Blicken. Wir naheten eben einem gewaltigen hölzernen Bauernhause, an dessen Ecke ein krystallklarer Wasserstrahl in einen ausgehöhlten Baumstamm sich stürzte und, denselben füllend, mehrere kleine Wasserfälle bildete, als unser Brauner eigenmächtig und zwar so entschieden vom Wege ablenkte, daß wir meinten, er habe die Absicht, seinen gestrengen Herrn Krieshueber und uns aus dem Wagen zu schütten. Herr Krieshueber sah dem Beginnen jedoch ganz ruhig zu, und der Braune steckte sein Maul in die Wasserfülle des Troges und zog dieselbe überaus behaglich in sich, ruhete ein wenig, trank abermals und setzte dann offenbar sehr befriedigt und ohne besondere Aufforderung seines Herrn den Weg willig weiter fort. Ja er schien nun erst recht ins Laufen zu kommen. Krieshueber erklärte auf unsere Bemerkung, daß dieser Trunk auf die Hitze dem Thiere doch schädlich seyn müsse, daß dies durchaus nicht der Fall sei, wenn nur das Thier nachher wieder scharf dahintrabe. Wir fanden im Verlauf unserer Reise, daß jeder Fuhrmann seinem Pferde diese Erfrischung gestattete, daß die Thiere die Stelle genau kannten, wo Wassertröge zu finden waren, und daß sie unaufgefordert und unaufgehalten denselben sich zuwendeten, obschon ihnen der klare Schweiß auf dem Felle stand.

Der Weg senkte sich, wir gelangten abermals an das Ufer des See’s und hatten den Anblick der gegenüberliegenden Felsen und des riesigen Schafbergs. Links am Wege standen die ansehnlichen Gebäude des alten Brauhauses Lueg, dessen Bier eines besonderen Rufes genießt. Wir eilten vorüber und gelangten sodann an den ersten Ruhepunkt, nach St. Gilgen, wo unser treuverdienter Brauner ausgespannt und in den Stall des stattlichen Gasthofes des Posthalters geführt wurde.

In der gewölbten Hausflur stand die ansehnliche Gestalt des Wirthes, dem ein riesiger hellbrauner Hund zur Seite lag. Wir beide wurden in ein kleines Gemach rechts vom Eingange gewiesen. Es war gewölbt, in der einen Ecke befand sich ein geschnitztes Christusbild. An der Wand sah man unter Glas und Rahmen den Erzherzog Johann mit einem Begleiter in leichtem Reisewagen, auf dessen Handpferd eine frische Mädchengestalt in der schmucken Tracht eines Kaiserlichen Postillons saß. In kurzen schlichten Worten meldete die Unterschrift die Geschichte der nachmaligen Gemahlin des Kaiserlichen Prinzen und schloß mit den Worten: »und das war gut.«

Wir aber nahmen behaglich am gedeckten Tische Platz und erwärmten uns zuvörderst durch eine Tasse Kaffee, die wir mit Kesperwasser verstärkten, da Arrak oder Rum hier fehlten. Dann erst ließen wir die Wiener Würstel mit Kren folgen und den trefflichen Grinzinger, der eben so leicht als wohlschmeckend ist. Wir schenkten eben das letzte Glas ein, als eine überaus wohlgenährte Frau mit rothem Gesicht ins Zimmer rasch eintrat und ebenso rasch durch die gegenüberstehende Thür unseren erstaunten Blicken sich entzog. Sie war fein und städtisch gekleidet, trug aber auf dem Haupte einen ansehnlichen Helm von Gold, der eng an Stirn und Schläfe anschloß und einem Nautilus noch am ehesten zu vergleichen war. Es ist dies die Festtracht der älteren Frauen der reichen Landleute, die wir nachmals in Salzburg öfter sahen. Solch’ eine aus dem besten, echten Golddrahte geflochtene Haube kostet mindestens 100 Gulden und erbt in der Familie fort. Die Tracht stammt jedenfalls aus der frühesten Vorzeit und ist in der That überaus prächtig und für volle Gestalten auch sehr kleidsam.

Wir erhoben uns endlich und traten unter das vor dem Gasthofe errichtete Schirmdach. Eben war die Kirche beendigt, und die Landleute, die Männer in schwarzen, langen Röcken, schritten ihren Häusern zu. Jetzt kam auch die Post von Ischl heran und brachte eine namhafte Fülle von Reisenden, die der großen Gaststube zuströmten. Herr Krieshueber spannte auch seinen Braunen ein, wir aber beschlossen, den steilen, großen Berg, der hinter dem Gasthofe aufstieg, zu Fuß zu beschreiten.

Zu beiden Seiten der Straße standen die Häuser des Dorfes mit den Schindeldächern, die gegen die Stürme mit Steinen beschwert waren. An vielen derselben las man Inschriften, unter denen die des Müllers ohnstreitig die interessanteste war:

Ich achte meinen Wasser
gleichwie dem Regenwasser
das von den Dächern fließt.
Ob sie mich gleich beneiden,
so müssen sie doch leiden,
daß Gott mein Helffer ist.

Nicht minder interessant war aber auch die Flora auf den Wiesen, die hinter dem Dorfe begannen, worunter sich der Alpenthymian durch seine besondere Größe auszeichnete. Wir stiegen rüstig fürbas und wendeten uns oft um, um die prachtvolle Ansicht des St.-Wolfgang-See’s und des tief unter uns liegenden Dorfes St. Gilgen zu bewundern.

Endlich gelangten wir in den Wald, und Krieshueber ersuchte uns, den Wagen wieder zu besteigen, obschon es noch ein gutes Stück Weges bergauf ging. Wir freuten uns der reichen, üppigen Vegetation des Waldes, dessen Nadelhölzer überaus kräftig dastanden. Ueberall rieselten muntere Bergwässer. Die Straße senkt sich, und wir gelangen an den Fuschelsee, der zwar etwas kleiner ist als der von St. Wolfgang, aber nicht minder schöne Färbung zeigt.

Der Fuschelsee soll an manchen Stellen 150 Klaftern tief seyn; am Rande, wo das Dörfchen Fuschel liegt, ist er schön türkisfarben, weiter nach der Mitte dunkelgrün, und am jenseitigen Ufer zieht sich ein lichter gefärbter Streifen hin. Uebrigens wechselt die Farbe aller dieser Seen je nach dem Stande der Sonne, dem Zuge der Wolken und der Richtung des Windes.

Der Weg steigt nun wieder auf, und wir gelangen bald nach Hof, in dessen stattlichem Posthause abermals ein Stündchen gerastet wird. In der Wirthsstube schalten sehr saubere Kellnerinnen mit Gesichtern so frisch wie Milch und Blut. Dem Wirthshause gegenüber steht die alte Sebastiankirche, die, wie die meisten des Salzburger Landes, modernisirt ist. Sie ist mit einem wohlgepflegten Kirchhof umgeben, den eine Mauer einschließt. Wir sind hier 2219 Fuß über der Ostsee.

Wir fahren weiter; allein von hier an wird das Land einförmig im Vergleich zu der prachtvollen Gegend an den Seen. Auf den Feldern bemerken wir aufgerichtete Holzstäbe von 4-5 Fuß Höhe, in denen Querstäbe angebracht sind, auf welchen das abgeschnittene Getreide vor dem Einbringen in die Scheunen getrocknet wird. Wir fanden diese Stäbe von hier an durch ganz Oberösterreich, wo man auch Heu und Klee in gleicher Weise abtrocknet. Die Gegend erinnert an das Erzgebirge und dessen langhingestreckte Bergrücken.

Endlich gelangen wir zu einer freien Aussicht auf das Thal, aus welchem das glänzende Silberband der Salzach und die weißen Häuser der Stadt Salzburg und ihrer Umgebung hervorleuchten.

Wir steigen aus, um den letzten, steilen und langanhaltenden Berg zu Fuß hinabzuwandern. Zur Linken ist uns ein gewaltiger Berg, der uns noch immer den Anblick der Stadt entzieht, deren Nähe aber bereits stattliche Wohnhäuser verkünden. Freund Krieshueber ladet uns ein, wieder Platz zu nehmen, und der Braune zieht uns munter vorwärts. Wir gelangen an das wohlbefestigte Linzer Thor, die Gensdarmen nehmen unsere Pässe in Empfang, und der Wagen bewegt sich gemäßigt durch die belebte Straße nach dem Gasthofe zur goldenen Traube, vor welchem zahlreiche Fahrzeuge bereits aufgestellt waren. Während nun mein Sohn bei dem Wagen blieb, begab ich mich über die Brücke nach der anderen Seite der Stadt. Straßen und Brücken waren dicht mit Menschen besetzt, die den Festzug der Schützen erwarteten, die auf dem Schießstand heute das zu Ehren der Forst- und Landwirthe veranstaltete Festschießen beginnen sollten. Ich eilte nach dem stattlichen Collegiumgebäude. Die Treppe war mit festlichem Grün geschmückt, die Festordner saßen an der Tafel und überreichten mir, nachdem ich meinen Namen in das Album eingetragen, das Programm, die höchst elegante Aufnahmekarte, in welcher zugleich ein Kärtchen der Umgebung von Salzburg sich befindet, dann aber das weiß und rothe Seidenband, welches die Mitglieder der Versammlung tragen sollten. Ein Diener geleitete mich nach der für mich bereitgehaltenen Wohnung auf der Getreidegasse; meine neuen Wirthe empfingen mich mit der dem Oesterreicher so eigenthümlichen Herzlichkeit, und ich eilte nun, meine Habseligkeiten herbeizuholen, nach dem Gasthofe zurück. Freund Krieshueber nahm seine 7 Gulden nebst Trinkgeld in Empfang und äußerte den Wunsch, uns auch wieder nach Ischl zu führen. Er nahm herzlichen Abschied, und wir hielten nun unseren Einzug in die elegante Wohnung.

So waren wir denn in dem altberühmten Salzburg, froh, daß nun doch auf acht Tage das Fahren und Eilen eingestellt und ein etwas ruhigerer behaglicher Genuß der sich darbietenden Gegenstände stattfinden werde. Die Einräumung unserer Sachen und die Toilette war bald bewerkstelligt, und wir schickten uns an, Entdeckungsfahrten in der Stadt zu machen, deren Aeußeres uns schon so ungemein ansprach.

Salzburg besteht aus 800 Häusern, die etwa 12,000 Einwohner beherbergen und an beiden Ufern der Salzach sich hinziehen, welche von dem Capuziner- und dem Mönchsberge begrenzt werden. Am Fuße des ersteren am rechten Salzachufer befindet sich der kleinere Stadttheil mit der Vorstadt Stein, am linken dagegen ist die Festung Hohensalzburg, nebst dem Dom, dem Benediktinerstift St. Peter und dem größeren Theile der Stadt, nebst den Vorstädten Nonnthal und Mülln.

Die 370 Fuß lange Holzbrücke hatte ich bereits ein paar Mal überschritten und von da aus die prächtige Aussicht auf die stattlichen Häuser am Ufer, die Festung, die Berge, die Vorstadt Mülln genossen. Jetzt schritten wir durch unseren Hof, den ein wohlgemaltes Marienbild schmückte, und dessen Arkaden an Italien erinnern, nach dem Platze, dessen Hauptseite die große Façade des Collegiumgebäudes bildet. Von da aus gingen wir nach der stattlichen Pferdeschwemme, einem oblongen Bassin aus Marmor, an welchem eine schöne Gruppe, ein Pferdebändiger, aufgestellt ist. Das Roß gehört der kräftigsten Pinzgauer Race an, der ihm zur Seite stehende Mann erinnert an den Borghesischen Fechter. Die Gruppe ist etwas über Lebensgröße. Den Hintergrund der Pferdeschwemme bildet eine Mauer, an welcher sich gemalte, aber bereits verblichene lebensgroße Pferde befinden. Die Mauer ist hie und da durchbrochen.

Wir schritten sodann durch ein großes Thor und suchten den Dom auf, der allerdings einen sehr großen Eindruck auf den Beschauer ausübt. Er ist ganz aus Marmor gebaut, 360 Fuß lang, 220 Fuß breit, und die Höhe des Mittelschiffes beträgt 150 Fuß. Imposant ist der Anblick der Süd- und der Nordseite von den freien Plätzen. Es sind im Rusticostyl aufgethürmte Marmorblöcke, die nur von wenigen Fenstern unterbrochen werden. Ueber dieselben ragt die achteckige Kuppel in gleicher Höhe mit den beiden Thürmen der Westseite empor, die sich an die bischöfliche stattliche Residenz anlehnt und mit dieser durch gewaltige Arkaden verbunden ist. Die Westseite ist von den beiden Thürmen begrenzt, zwischen denen die große Thorhalle eingeschlossen ist, deren schönste Zierde die vier kolossalen Statuen der Heiligen Rupertus, Virgilius, Peter und Paul, sämmtlich aus Marmor, bilden. Die letzteren sind im Jahre 1709 von Mändl gearbeitet worden, demselben Künstler, der den Pferdebändiger an der Schwemme gefertigt hat. Wir traten in den Dom ein und bewunderten die einfachen, großartigen Verhältnisse des Innern. Gleich in der Vorhalle stehen zwei Marmorbecken auf schlankem Fuße, nicht weit davon eine uralte Taufe aus Blei, die auf vier kupfernen Löwen ruht. Es war zu dunkel für die Betrachtung der zahlreichen mit großen Gemälden geschmückten Altäre und der Grabstätten der Bischöfe. Wir traten daher wieder heraus und betrachteten die große Mariensäule; die Statue der heiligen Jungfrau, gleich den vier anderen Figuren aus Blei, ist 1771 von Hagenauer gefertigt worden und spricht weniger in den Einzelheiten an, obschon sie stets eine schöne Zierde des Platzes bildet.

Desto schöner ist der prachtvolle Hofbrunnen auf dem Residenzplatze mit den riesigen Seepferden und den vier, die Schale tragenden Männern. Er wurde unter Erzbischof Guidobald Grafen von Thun im Jahre 1664 von dem Italiener Antonio Dario erbaut. Er ist ganz aus weißem Marmor, 45 Fuß hoch und trefflich erhalten.

Nicht weit davon erhebt sich ein anderes Denkmal, die am 4. September 1852 aufgestellte eherne Statue von W. A. Mozart, der im Jahre 1756 in Salzburg geboren wurde. Es ist ein Meisterwerk Ludwig Schwanthaler’s und eine der größten Zierden der Stadt, deren schönste Gebäude und Plätze sich um den Dom gruppiren.

Wir aber wendeten uns jetzt dem Gasthofe zum Erzherzoge Karl zu, um uns zu ferneren Betrachtungen neue Kräfte zu verschaffen. Wir hatten eben ein vorzügliches Rostbratel zu uns genommen, als ein schlanker junger Mann eintrat, der zu dem Gefolge des Herrn Erzherzogs Johann gehörte; wir kamen bald in ein Gespräch mit ihm und vernahmen auch von dieser Seite interessante Mittheilungen über die rastlose Thätigkeit des Kaiserlichen Prinzen, über seine landwirthschaftlichen, montanistischen und wissenschaftlichen Unternehmungen und das allgemeine Vertrauen, das er sich bei Alt und Jung erworben hat. Namentlich rühmte unser neuer Bekannter die Gärten und botanischen Sammlungen seines Fürsten, deren Vervollständigung er sich immer angelegen seyn lasse. Er rühmte ferner die große Güte und Leutseligkeit, die ihm die allgemeinste Liebe erworben, erwähnte aber auch der Verläumdungen und Schmähungen, die der edle Fürst in Frankfurt erfahren habe.

Wir begaben uns nachher über den Michaelisplatz nach dem Ufer der reißenden Salzach, und ich fand hier Anklänge an Florenz und den Lungarno. Vom gegenüberliegenden Ufer blickte der steile Capuzinerberg mit seinen Befestigungen herab. Wir schritten am Quai hin und begaben uns auf die Brücke, die wir stets sehr belebt fanden. Da erklangen alle Glocken der Stadt, man läutete Ave Maria. Die meisten Männer nahmen die Hüte ab. Wir gestanden, daß diese Aufforderung der ehernen Stimmen von der Höhe der Thürme doch einen unbeschreiblich feierlichen Eindruck mache und gewiß in vielen Herzen einen erhebenden Wiederhall finden müsse.

Wir schritten noch durch einige Straßen nach unserer Getreidegasse und begaben uns bald zur Ruhe.

Als wir am Morgen des 2. Septembers erwachten, vernahmen wir das Getropfe eines gründlichen Regens, der die rothmarmornen Fensterwände unseres Zimmers in erhöhte Farbe und besonderen Glanz setzte. Ein Blick in die Straße zeigte zahlreiche Regenschirme und ebenfalls rothmarmorne wassergefüllte Rinnsteine. Wir wußten nun freilich, daß die Stadt und Umgegend von Salzburg im Laufe des Jahres in der Regel nur achtzehn vollkommen regenfreie Tage habe, und daß der heutige Tag nicht unter diese Zahl gehören werde, zeigte schon der flüchtigste Blick auf den mit dichten Wolken bezogenen Himmel. Ich ließ daher Regenschirme herbeibringen und kaufte einen derselben zu heutigem und künftigem Gebrauche an.

So ausgerüstet begab ich mich nach dem Hôtel des Herrn Erzherzogs, konnte jedoch nicht die Ehre haben, demselben vorgestellt zu werden, da er bereits in eine Deputationsitzung sich begeben. Ich holte mir deshalb meinen Gefährten, und wir schritten dem Dome abermals zu, diesmal dem Inneren eine genauere Betrachtung widmend. Die Altargemälde von Mascagni, Screta, Sandrart und Schönfeld sind tüchtige Arbeiten von großem Umfange und vorzüglicher Erhaltung, denen jedoch eine günstige Beleuchtung abgeht. Von Mascagni, einem Servitenmönch aus Toscana, der 1636 in seiner Heimath starb, sind auch die großen Fresken im Schiff und Chor, während sein Schüler Solari die kleineren gemalt hat. Wir aber gelangten im Dom von Salzburg nie recht zu dem behaglichen Genuß des Einzelnen, da die Großartigkeit des ganzen Gebäudes, das prachtvolle Tonnengewölbe des Schiffes, die emporstrebende Kuppel, die riesigen Pfeiler den Blick an sich zogen.

Unter strömendem Regen schritten wir sodann der Benediktinerabtei St. Peter zu, in deren stattlichem Hofe die Façade der Kirche und der mit der Marmorstatue des Apostels geschmückte Brunnen zunächst unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Das Peterstift ist durchgängig in neuerem Style gebaut und in den Jahren 1657 bis 1754 hergestellt. Es besteht aus einfachen, langhingestreckten Gebäuden ohne besonderen Schmuck. Desto angenehmer war die Ueberraschung, als wir in das Portal der Peterskirche traten. Wir standen vor einer Pforte, die aus abwechselnden Schichten von rothem und weißem Marmor, in der Art des Doms von Siena und Como, erbaut ist. Die Pforte ist ein Rundbogen mit prächtig ausgearbeiteten Capitälen. Ein oben in das Halbrund eintretendes Relief zeigt den Heiland auf dem Throne, neben welchem die Apostel Petrus und Paulus in dem älteren, an die Antike streifenden Styl knieen. Ein kunstvoll gearbeitetes Gitter trennte uns von dem reich in Gold und Farben strahlenden Innern der Kirche.

Eine alte, kleine Frau redete uns an und erbot sich, uns den Kirchhof zu zeigen; wir folgten ihr durch einen Thorweg und sahen ein überaus reiches Feld von Grabsteinen und Denkmalen vor uns, in deren Mitte eine kleine, im gothischen Style erbaute Capelle vom Jahre 1485 sich erhebt. Dies ist die Stätte, wo der heilige Rupert seinen Sitz aufschlug; sie ist der heiligen Margarethe gewidmet.

Zur Rechten erhebt sich dicht neben dem Kirchhofe der steile Felsen des Mönchsberges, in dessen Breccie die Wohnstätten der ältesten Christen eingemeißelt waren. Sie erlitten im Jahre 477 unter dem heiligen Maximus den Märtyrertod durch die Heruler, die das alte Juvavia der Erde gleich machten.

Wir begaben uns zunächst nach der rechts am Felsen gelegenen Nische, in welcher ein hohes Crucifix errichtet ist und welche den Anfang einer langen, den Kirchhof umschließenden Arkadenreihe bildet, in welcher sich Denkmal an Denkmal anreihet. Alle diese bedeckten Grabstätten waren vortrefflich gehalten und die meisten mit frischen Blumen geschmückt. Man sah hier viele in Oel gemalte Portraits, Scenen aus dem Leben der Heiligen, Büsten, Denksteine in den verschiedenen Manieren der letzten drei Jahrhunderte. Unter diesen zeichnet sich das von L. Schwanthaler aus weißem Marmor gefertigte Denkmal einer polnischen Gräfin aus. Nicht minder reich ist der unbedeckte Theil des Kirchhofes, der eine sehr vollständige Geschichte der Denkmäler seit dem Ende des 15. Jahrhunderts darbietet. Auf den meisten Gräbern sieht man kleine Weihkessel aus rothem Marmor, meist einfach runde Schalen. Andere bilden herzförmige Gefäße. Ein Kessel hat die Gestalt eines Todtenschädels. Auf vielen Gräbern erblickt man Kreuze mit der bunt in Oel gemalten Gestalt des Heilandes. Doch finden sich auch hier Büsten und Statuen, meist in Marmor. Der unablässig strömende Regen zwang uns endlich zum Rückzuge. Unsere Führerin, die wir jedoch nur bei angestrengter Aufmerksamkeit verstanden, erfreute uns noch mit der tröstlichen Nachricht, daß nahe dem Kirchhofthor der Eingang zu dem Stiftskeller sich befände, wo wir eine Erquickung finden würden.

Wir folgten dieser Weisung und tappten durch die finstere Pforte in ein kleines Parterrezimmer, aus welchem uns lieblicher Duft von Gebratenem und Wein entgegenwehete. Wir fanden in einem Geistlichen aus Mähren und zwei Nürnbergern erheiternde Gesellschafter.

Indessen so gemüthlich und behaglich der Aufenthalt in diesen überaus bescheidenen Räumen war — wir mußten scheiden, und ich begab mich in das stattliche Collegiumgebäude, wo die Versammlung unter dem Vorsitze Sr. Kaiserl. Königl. Hoheit des Herrn Erzherzogs öffentliche Sitzung halten sollte. Der Saal war reich und geschmackvoll in Roth und Gold ausgeschmückt. Dem Vorsitzenden war eine Tribüne bereitet. Der durchlauchtigste Präsident, wie alle Anwesende, im Paletot, war bereits erschienen und im Gespräch mit den Beamten begriffen. Ich fand unter den Anwesenden viele Landsleute und Freunde aus Sachsen, die sich durchgehends in bitteren Klagen über das entsetzliche Wetter ergossen. Endlich wurde Platz genommen und die Sitzung von dem Präsidenten eröffnet. Es folgten nun mehrere interessante Vorträge, die namentlich das Forstwesen zum Gegenstande hatten, eine lebhafte Besprechung veranlaßten und bis gegen zwei Uhr währten. Dann trennte man sich, nachdem ich noch das Festgeschenk in Empfang genommen, das durch gediegenen Inhalt und geschmackvolle Ausstattung sich auszeichnet.

Ich begab mich dann mit meinem Gefährten in das Gasthaus zum Erzherzog Karl. In einem der Säle war ein Diner arrangirt. Wir fanden jedoch keine Bekannten und wurden demnach nicht gestört in unseren Betrachtungen, zu denen Gäste, Wirth und Kellner den erquicklichsten und reichsten Stoff darboten. Wir ergötzten uns namentlich an den im Trabe aufmarschirenden, wohlfrisirten und mit weißen Halsbinden festlich geschmückten Kellnern, hinter denen der stattliche Wirth mit rothem Gesicht und funkelnden Augen wie ein drohender Dämon einherlief, hier ordnend, dort tadelnd, überall nachsehend, nichts unbeachtet lassend. Nicht minder erfreulich waren die bald hie, bald da im Sale sich erhebenden Stimmen der Gäste, das Geklirr der Messer und Gabeln, das Gläserklingen, das Knallen der Pfropfe und das ganze, tolle Durcheinander.

Endlich war das letzte Gericht bezwungen, das letzte Glas geleert, und der Kellner, wenn auch nicht mit klingender Münze, bezahlt worden. Wir gingen nun abermals in den Dom, der stets eine unwiderstehliche Anziehungskraft für uns hatte, und von da aus nach dem Benediktinerstift. Die Peterskirche fanden wir geöffnet und einen Führer, der uns auf die Einzelheiten des reich geschmückten Innern aufmerksam machte. Wir treten durch die bereits erwähnte byzantinische Marmorpforte ein. Um das Relief läuft folgende Inschrift: