Wenn D. Luther in seinem Lauf sonst nichts Gutes gestiftet und angerichtet hätte, denn daß er beide Katechismen in Häuser, Schulen und auf den Predigtstuhl gebracht, so könnte ihm die ganze Welt das nimmermehr genugsam danken und bezahlen.
Johann Mathesius.
Wenn man hört und liest, wie D. Luther so fleißig arbeitete, wie es nun eine deutsche Bibel, eine Postille, ein Gesangbuch gab, und wenn man bedenkt, daß ihm tüchtige Männer in treuer Mitarbeit zur Seite standen, wie Philipp Melanchthon, der Stadtpfarrer Johann Bugenhagen, Friedrichs des Weisen Hofkaplan, Georg Spalatin — so möchte man wohl meinen: Es muß im lieben Sachsenlande ganz herrlich um Kirche und Schule gestanden haben! Dem war aber leider noch nicht so. Es dauerte lange, bis die Schäden, die Folgen römischer Verwahrlosung im Mittelalter, geheilt wurden. Vor allem fehlten die Männer, Gottes Wort auf den Kanzeln zu verkünden und es in der Schule den Kindern ins Herz zu pflanzen. Dazu mußte einer mehr verstehen als Messelesen.
Es war unbedingt nötig, daß man erforschte, wie es in den einzelnen Gemeinden stand, ob die Geistlichen auch zu predigen und die Schulmeister zu lehren fähig waren, und ob ihre Predigt und Lehre mit dem Evangelium übereinstimmte. Damit keine Gemeinde übersehen und dieses Prüfungswerk möglichst bald beendet würde, teilte man ganz Sachsen in Bezirke und wählte für jeden derselben mehrere Gottesgelehrte und rechtsverständige Räte des Kurfürsten, die ihn visitieren sollten. Melanchthon setzte die Fragen auf, die den Geistlichen vorzulegen waren. Aber er war auch der Erste, der sich selbst aufmachte, in seinem Bezirke Kirchen und Schulen zu besuchen. Ihm nebst zwei Pfarrern und drei adligen Räten war Thüringen zugewiesen worden. So schön dieses Land ist, so traurig stand es dort um manche Gemeinde in Kirche und Schule. Kaum glauben möchte man's, daß die Römischen es gewagt hatten, einen Mann als Geistlichen anzustellen, der nicht viel mehr wußte, als die zehn Gebote, die drei Artikel und das Vaterunser. Man kann auch heute noch in den Klöstern Leute finden, die nicht viel mehr als Lesen und Schreiben gelernt haben. Melanchthon fand aber einen früheren Mönch als Pfarrer, der antwortete, als er nach den zehn Geboten gefragt wurde: »Ich habe das Buch noch nicht!«
Das war traurig, sehr traurig. »Mein Herz blutet,« schrieb Melanchthon angesichts solchen Elends, das der Papst und die Bischöfe auf dem Gewissen hatten, »wenn ich diesen Jammer sehe. Ich gehe oft beiseite und weine meinen Schmerz aus, wenn wir mit der Untersuchung eines Ortes fertig sind. Und wer wollte nicht jammern, wenn man sieht, daß die Anlagen des Menschen so ganz vernachlässigt werden und die Seele desselben, die so viel lernen und fassen kann, nicht einmal von ihrem Schöpfer und Herrn etwas weiß.«
Auch Luther sollte bei der Visitation geistliches Elend genug sehen. So traurig aber die Erkenntnis der vorhandenen Übelstände war, so hocherfreulich war die Frucht, die aus der Trauer um das Elend des Volkes erwuchs. Diese Frucht waren die beiden Katechismen D. Martin Luthers. Ein »Katechismus«, das ist »eine Kinderlehre, so ein jeglicher Christ zur Not wissen soll«, war das Nötigste, was man jetzt in Kirche und Schule brauchte. Schon mancher hatte versucht, solch ein Büchlein zu schreiben. Aber der rechte Katechismus konnte nicht vom Schreibtisch aus verfaßt werden, sondern mußte herauswachsen aus der fleißigsten, hingebendsten Belehrung der Gemeinde. Den konnte auch nur einer schreiben, der mit inniger Liebe den Kindern zugethan war und selbst ein kindliches Gemüt besaß. Dieser eine war unser Luther.
Wie hat Luther die Kinder so lieb gehabt! Wie oft betrat er die Kanzel, um den »Einfältigen« zu predigen! Wie hat er es den Eltern und der Obrigkeit ans Herz gelegt: Sorgt für die Kinder! Erzieht sie zu Gottes Kindern! Gründet gute Schulen! An alle »Bürgermeister und Ratsherren der Städte in deutschen Landen« wendet er sich mit der herzlichen Bitte, »daß sie christliche Schulen aufrichten und erhalten sollen.« Wie redet er dem armen Vater, der nicht weiß, wovon er seinen Sohn studieren lassen soll, freundlich zu in seiner köstlichen »Predigt, daß man Kinder zur Schule halten soll«: »Laß deinen Sohn getrost studieren! Und sollte er auch dieweil nach Brot gehen, so giebst du unserm Herr-Gott ein feines Hölzlein, daraus er dir einen Herrn schnitzen kann.« Wie preist er das hohe Amt eines christlichen Lehrers: »Das sage ich kürzlich: einen fleißigen, frommen Schulmeister oder Magister oder, wer es ist, der Knaben treulich erzieht und lehrt, den kann man nimmermehr genug lohnen und mit keinem Gelde bezahlen!« — — »Und ich, wenn ich vom Predigtamt und anderen Sachen ablassen könnte oder müßte, so wollte ich kein ander Amt lieber haben, denn Schulmeister oder Knabenlehrer sein. Denn ich weiß, daß dies Werk nächst dem Predigtamt das allernützlichste, größte und beste ist, und weiß dazu noch nicht, welches unter beiden das beste ist.«
Weil Luthers Katechismus jedes evangelische Kind durch die Schulzeit begleitet und weil kein Erwachsener dieses Büchlein je auslernen kann, soll hier auch kurz erzählt werden, wie dasselbe entstanden ist.
Der Katechismus, d. h. die zehn Gebote, der Glaube, das Vaterunser und was jeder Christ von den beiden Sakramenten wissen soll, muß dem Volke gepredigt, muß den Kindern ins Herz hinein geschrieben werden, wenn's besser werden soll! meinte Luther, als er von der entsetzlichen geistlichen Verwahrlosung in Stadt und Land hörte. Darum trat er im Jahre 1528 auf die Kanzel der Wittenberger Stadtkirche und predigte über die genannten Katechismusstücke. Sein Freund Bugenhagen, der Stadtpfarrer, war nämlich verreist, und man war's längst gewöhnt, daß Luther trotz seiner vielen anderen Arbeiten die Stellvertretung des Abwesenden übernahm. Da hat denn Luther in drei Predigtreihen (im Mai, September und Dezember) je den ganzen Katechismus vor einer zahlreichen Gemeinde ausgelegt.
Was aber die Leute gehört hatten, das sollten sie auch in ganz kurzer Form schwarz auf weiß mit nach Hause nehmen können, und den Predigern mußte es höchst willkommen sein, an Luthers Katechismuspredigten ein Muster für die eigenen zu haben. Also in doppelter Gestalt sollten Luthers Predigten hinaus in die Welt ziehen. Ganz kurz ließ er die Summa derselben auf Tafeln drucken, damit man sie in Haus, Kirche und Schule an die Wand hängen könnte. Schon Mitte Januar 1529 war die erste Tafel fertig. Sie enthielt die drei ersten Hauptstücke mit ihren Auslegungen. Zur Osterzeit erschien die zweite Tafel, das vierte und fünfte Hauptstück. Diese beiden Tafeln sind dann in Buchform gedruckt worden. Das ist der »kleine« Katechismus.
Inzwischen aber hatte Luther auch fleißig daran gearbeitet, die Katechismuspredigten vom Jahre 1528 unter Abstreifung des Predigtgewandes zu einem »Katechismus« umzugestalten. Die Arbeit zog sich in die Länge, so daß er nicht nur jene Katechismuspredigten, sondern auch noch die Predigten vom Palmsonntag und Gründonnerstag verwerten konnte. Gegen Mitte April wurden die ersten Exemplare des »großen« Katechismus verschickt.
Übrigens verrät Luther diese Entstehung seiner Katechismen selbst, wenn er in der Vorrede zum kleinen Katechismus von »Tafeln« spricht und wenn er die Vorrede zum »großen« mit den Worten beginnt: »Diese Predigt ist dazu geordnet und angefangen, daß es sei ein Unterricht für die Kinder und Einfältigen.«
Wer mag den Segen ermessen, der aus Luthers Katechismen erwachsen ist! Es sollte ihn niemand beiseite legen, wenn seine Schulzeit und seine Konfirmation vorüber ist! Wenn Luther von sich bekannte: »Ich muß ein Kind und Schüler des Katechismus bleiben und bleib's auch gerne!« so werden wir alle Zeit unseres Lebens an ihm zu lernen haben.
Wer kann es aufzählen, wie man im Laufe der Jahrhunderte Luthers Kinderlehre gepriesen! Eines Mannes Urteil sei nur genannt! Der große deutsche Geschichtsschreiber Leopold von Ranke sagt von Luthers kleinem Katechismus: »Er ist ebenso kindlich wie tiefsinnig, so faßlich wie unergründlich, einfach und erhaben. Glückselig, wer seine Seele damit nährte, wer daran festhält! Er besitzt einen unvergänglichen Trost in jedem Momente, hinter einer leichten Hülle den Kern der Wahrheit, der dem Weisesten der Weisen genugthut.«
Es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin Christus; und werden viele verführen.
Matth. 24, 5.
eder Krieg hat etwas Furchtbares. Am erbittertsten aber sind immer die Kriege geführt worden, in denen man angeblich um Gottes und des Glaubens willen kämpfte. Die Bauern, die sich zu Luthers Zeit im »Bauernkrieg« erhoben, schrieben das »Evangelium« auf ihre Fahne und begründeten ihre Forderungen mit dem »Evangelium«. Die Feinde der Reformation waren sofort mit der Behauptung da: Nun seht ihr's, das Evangelium führt zur Revolution. Der Luther und seine Anhänger sind Empörer!
Noch heute kann man's im Lager unserer Feinde hören: Die Reformation ist die Mutter der Revolution. Das stimmt aber schon deshalb nicht, weil thatsächlich die katholischen Länder die Herde der Revolutionen sind. Und wenn jemandem revolutionäres Wesen fern gelegen hat, dann ist's sicher Luther gewesen. Sein Grundsatz war: Das Alte soll bleiben, soweit es nicht gegen Gottes Wort ist. Das Neue aber soll auf dem Grunde des Wortes Gottes aufgebaut werden.
Die Predigt des Evangeliums hatte die Gewissen vom Joche des Papsttums befreit. Aber nicht zu einer fleischlichen Freiheit, nicht zur Zügellosigkeit und Zuchtlosigkeit führte es die Leute. »Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemand unterthan (durch den Glauben); ein Christenmensch ist ein Knecht aller Dinge und jedermann unterthan (durch die Liebe).« Luther gerade ist es gewesen, der der weltlichen Obrigkeit ihre göttliche Ehre wiedergab auf Grund von Röm. 13, 1-2: »Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.« Und im kleinen wie im großen Katechismus rechnet Luther die Obrigkeit zum »Vaterstand«: »Denn Gott giebt und erhält uns durch sie, als durch unsere Eltern, Nahrung, Haus und Hof, Schutz und Sicherheit. Darum, weil sie solchen Namen und Titel, als ihren höchsten Preis, mit allen Ehren führen, sind wir auch schuldig, daß wir sie ehren und groß achten für den teuersten Schatz und köstlichstes Kleinod auf Erden.« So spricht wahrlich kein Revolutionär.
Gewiß hat es der Bauer nicht leicht gehabt im Mittelalter. Wenn das Landvolk unter keiner anderen Last zu seufzen gehabt hätte, als unter der, die die Bibel mit dem Worte meint: »Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen!« so hätten sie sich noch glücklich preisen können. Aber die Bauern wurden manchmal kaum als Menschen angesehen, und wie es ihnen erging, war ihren harten Herren zumeist ganz gleichgiltig, wenn sie nur arbeiteten, ihre Abgaben richtig bezahlten, sich alle Willkür gefallen ließen und dazu schwiegen. Nirgends erhielt der arme, leibeigene Bauer sein Recht. »Das edel Recht,« sagte das Sprichwort, »ist worden krank, dem Armen kurz, den Reichen lang.« Und wenn die Großen mit gepanzerter Faust ihr Recht suchten und sich befehdeten, war's wieder der Bauer, der das Meiste litt, dem man das Feld verwüstete, das Haus ansteckte und das Vieh wegtrieb. Da läßt sich wohl denken, daß er mit Freuden die Predigt von der »evangelischen Freiheit« vernahm und auf Erlösung aus dem verhaßten Joche hoffte.
Schon mehr als einmal hatten sich die Bauern erhoben. Aber das Schwert der Mächtigen hatte sie niedergeschlagen. Jetzt, wo alle Welt von Freiheit redete, wollten sie auch frei werden, allerdings nicht frei im Sinne des Evangeliums, frei von Sünde, Schuld und Tod auf Grund der Erlösung durch Jesum Christum, frei vom Papst und seinen Menschensatzungen, sondern frei von dem Drucke der Gewaltigen. Im Herbst 1524 thaten sich in Schwaben die Bauern zusammen und stellten in »zwölf Artikeln«, von denen sie jeden aus der Heiligen Schrift begründen wollten, ihre Forderungen auf. Eine Reihe Gottesgelehrter sollte ihre Sache prüfen. Was von ihren Forderungen gegen die Bibel wäre, wollten sie gern zurücknehmen.
Obenan unter den Gottesgelehrten waren Luther und Melanchthon genannt. In einer ernsten »Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben« zeigte Luther, daß das Evangelium mit solchen Dingen gar nichts zu thun habe. Daß die Bauern in vielen Stücken recht hatten, sah er wohl ein, gab's auch zu. Aber »mit Trotz und Streit werdet ihr nichts schaffen«, schrieb er und riet zu einem gütlichen Vergleich. Dazu war es zu spät. Die Leidenschaften waren schon zu sehr erregt, und was Luther, »Deutschlands Prophet«, vorausgesagt, war geschehen: man hatte zum Schwert gegriffen. Am schlimmsten geberdete sich Thomas Münzer. »Dran, dran, weil das Feuer heiß ist! Lasset euer Schwert nicht kalt werden vom Blut!« rief er Bauern und Bergleuten zu. Alles stand jetzt auf dem Spiele. Das war eine Revolution, wie sie schlimmer nicht gedacht werden konnte. In seiner Schrift »wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern« forderte jetzt Luther das entschiedene Einschreiten der Fürsten, ermahnte aber zugleich die ganze Christenheit zum Gebete, daß Gott die verblendeten und irregeführten Bauern erleuchten und bekehren möchte.
Auch Melanchthon war, wie wir hörten, unter jenen Gottesgelehrten mit genannt, die die Forderungen der Bauern prüfen sollten. Er hätte wohl am liebsten geschwiegen. Luther, der von sich bekennen konnte: »Ich bin eines Bauern Sohn, mein Vater und Ahn sind rechte Bauern gewesen,« wußte aus eigener Erfahrung, wo den Bauern der Schuh drückte. Melanchthon hatte in einem behäbigen städtischen Elternhause und dann von seiner Studierstube aus von den Nöten des Bauernstandes nichts gesehen. Trotzdem konnte auch er nicht leugnen, daß in den Forderungen der Bauern vieles berechtigt war. Aber, sagte er, zu den Tugenden der Christen gehört vor allem mit der Gehorsam gegen die Obrigkeit. Also keine eigenmächtige Hilfe! Vielmehr lasse man die Obrigkeit dafür sorgen, daß allerorten gute evangelische Prediger wirken, damit Glaube und Liebe im Volke gepflanzt, und gepflegt werden! Das sei der rechte Weg zu Einigkeit und Frieden.
Der Rat kam zu spät, und, wäre er früher gegeben worden, so hätte er wohl auch wenig genützt. Wie fast in ganz Deutschland, so hat der Bauernkrieg auch in Sachsen gewütet. Manches schöne Schloß, manches reiche Kloster wurde zur Ruine. Viel Blut wurde vergossen, viel Wohlstand begraben.
Ein furchtbares Gericht ist über die Aufständischen gehalten worden. Am 15. Mai 1525 wurde Thomas Münzer bei Frankenhausen besiegt und bald darauf gefangen genommen. Als einen falschen Propheten hatte er sich erwiesen, da er den Bauern Mut einsprach: »Gott ist mit uns! Wer von euch im vordern Treffen fällt, der steht hinten wieder auf. Fürchtet euch nicht! Die feindlichen Kugeln fange ich alle mit den weiten Ärmeln meines Priesterrockes auf!« Man hat ihn mehrmals gefoltert und dann in Mühlhausen hingerichtet. Viele mußten sein Schicksal teilen. Am furchtbarsten aber wurden die Aufrührer im Frankenland bestraft. Der Markgraf von Brandenburg ließ in der Stadt Kitzingen 47 Aufständischen die Augen ausstechen. Vielfach war's nur dem inständigen Bitten der Pfarrer zu danken, daß Gnade für Recht erging.
In jenen Tagen starb Friedrich der Weise. »Ach, was soll ich doch länger hier auf Erden thun«, sagte er wenige Tage vor seinem Tode, »denn es ist doch hier auf Erden keine Liebe, Wahrheit und Treue mehr!« Auf seinem Sterbebette ließ er sich das heilige Abendmahl unter beiderlei Gestalt reichen, »der erste deutsche Fürst, der so im Tode zur evangelischen Lehre sich bekannt und ihr gemäß in Gottes Wort seinen letzten Trost gefunden hat.«
Friedrich der Weise verdiente die tiefe Trauer seines Volkes. Wohl am tiefsten trauerte Luther. Als man den edlen Kurfürsten in der Schloßkirche zu Wittenberg beisetzte, hielt Luther tiefbewegt die Leichenpredigt. »Unter seinem Schutz und Schirm,« rühmt er dankbar von diesem Fürsten, »ging das Evangelium glücklich von statten und nahm allenthalben überhand. Sein Leben lang hat er ein friedsam, still und ruhiges Regiment geführt und mit Recht Friedrich geheißen.«
Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.
Matth. 10, 32.
in kluger Mann ist Kaiser Karl V. gewesen, ein mächtiger Mann war er auch, aber doch nicht so klug und so mächtig, daß er hätte das alte Wort zu Schanden machen können: »Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wird's untergehen; ist's aber aus Gott, so könnet ihr's nicht dämpfen« (Apostelgesch. 5, 38. 39). So lange der Kaiser mit seinen Feinden außerhalb des Reichs zu thun hatte, suchte er auch mit den Evangelischen im Reiche gute Freundschaft zu halten. Kaum aber hatte er seine Feinde überwunden, so meinte er, die Evangelischen nicht mehr zu brauchen und alles thun zu können, sie wieder unter des Papstes Joch zu zwingen. Das sollte, wie er hoffte, auf dem Reichstag geschehen, der im Frühjahr 1529 zu Speyer seinen Anfang nahm.
Man konnte es gleich am ersten Tag merken, daß der Reichstag dazu berufen war, die Bekenner des Evangeliums zu unterdrücken. Zunächst wurde der Beschluß vom Jahre 1526, wonach es jeder Fürst in Sachen der Religion in seinem Lande halten sollte, wie er es vor Gott und kaiserlicher Majestät zu verantworten gedenke, für null und nichtig erklärt. Dann bildete man einen Ausschuß, der beraten sollte, wie es hinfort in Religionssachen zu halten wäre. In diesem Ausschuß waren mehr Katholiken als Evangelische. Darum konnte sich niemand wundern, daß derselbe vorschlug, bis zu einer allgemeinen Kirchenversammlung dürfe an den kirchlichen Verhältnissen nichts mehr geändert werden, wohl aber sei auch jetzt dort, wo die Evangelischen die Oberhand hätten, katholischer Gottesdienst nicht zu hindern. Da nun auch im Reichstag selbst mehr Katholiken als Evangelische saßen, nahm derselbe in der Mehrzahl jenen Vorschlag an. Das bedeutete nicht nur den Stillstand der Reformation, sondern die Wiederaufrichtung des Papsttums und damit die Unterdrückung des Evangeliums.
Die evangelischen Stände erklärten, daß über Dinge, die das Gewissen angehe, kein Reichstag abstimmen und beschließen könne. Sie protestierten gegen den Beschluß mit den Worten: »Wir gedenken mit der Hand und Hilfe Gottes bei dem zu bleiben, daß allein Gottes Wort und das heilige Evangelium, Altes und Neues Testament, in den biblischen Büchern verfaßt, rein gepredigt werde, und nichts, das dawider ist; denn daran als an der einzigen Wahrheit und dem rechten Richtscheit aller christlichen Lehre und Lebens kann niemand irren noch fehlen, und wer darauf baut und bleibt, der besteht wider alle Pforten der Hölle!« So ward der Evangelischen Protest oder Verwahrung und Einspruch zugleich ein schönes Bekenntnis. Die Katholischen spotteten der Minderzahl der Evangelischen, die »protestierten«, dachten, das Protestieren sei nichts als Worte, und nannten die Evangelischen »Protestanten«. Sie sahen aber den Glauben nicht, der zum Proteste trieb und der die Welt überwindet. Uns ist der Name »Protestanten« ein Ehrenname. Noch heute protestieren wir gegen alles, was »wider Gott, sein heiliges Wort und unser Gewissen« ist.
Tief war's zu beklagen, daß nicht alle Evangelischen treu und fest zu einander standen. In Sachsen war man über die Lehre vom Abendmahl anderer Meinung als in Süddeutschland und in der Schweiz, und man hielt diesen Unterschied für so wichtig, daß man glaubte, sich darüber nicht die Bruderhand reichen zu können. Über solchen Zwiespalt war insbesondere der Landgraf Philipp von Hessen sehr betrübt. Vielleicht, meinte er, sei eine Vereinigung möglich, wenn die Führer der Evangelischen in Sachsen Luther und Melanchthon, in Süddeutschland und der Schweiz Ökolampadius und Zwingli, einmal zusammen kämen, sich in Liebe und Freundschaft zu besprechen. Das geschah denn auch im Herbste 1529 zu Marburg. Man einigte sich über die vornehmsten Stücke des evangelischen Glaubens, aber nicht über die Abendmahlslehre. »Wir haben sie in Frieden entlassen,« schrieb Luther; »Liebe und Frieden sind wir auch den Feinden schuldig; es ward ihnen bedeutet, daß wenn sie über das Abendmahl nicht besser denken lernen, sie zwar unserer Liebe gebrauchen können, daß es uns aber nicht möglich ist, sie als Brüder und Glieder Christi zu betrachten.« Ähnlich äußerte sich Melanchthon.
Zu gleicher Zeit beredeten sich der Kurfürst von Sachsen und der Markgraf Johann von Brandenburg, ob nicht ein Bund der Evangelischen anzustreben und zu erreichen wäre. Dazu brauchte man ein gemeinsames Bekenntnis. Luther sollte es ausarbeiten. Er legte ihm die Artikel, über die man sich in Marburg geeinigt hatte, zu Grunde und fügte einen Abschnitt über das heilige Abendmahl hinzu, der seine eigene Lehre enthielt. Es gelang aber weder zu Schwabach noch zu Schmalkalden, wo man dieserhalb zusammenkam, die Süddeutschen zur Unterschrift dieser Artikel und zum Anschluß an den Bund zu bewegen. Daß übrigens ein solcher Bund jemals gegen den Kaiser die Waffen erhöbe, widerrieten Luther und Melanchthon aufs entschiedenste.
Zu Anfang des Jahres 1530 sah es nicht gerade gut um die protestantische Sache aus. Noch waren die, die sich zur Reformation bekannten, zersplittert. Es fehlte ihnen die Fahne eines einmütigen Bekenntnisses. Drüben aber unter den Römischen war Einigkeit. Dazu hörte man allerlei Gerüchte von einem neuen Reichstag, zu dem der Kaiser selbst kommen würde und auf dem endlich die verhaßten Evangelischen, die aller Übel Ursache wären, für immer in die Schranken des Gehorsams gegen den Papst und die Kirche zurückgewiesen werden sollten. Um so überraschter war man, als das kaiserliche Schreiben, in dem ein Reichstag nach Augsburg eingerufen wurde, nichts als Güte und Milde atmete. Selbst Luther und Melanchthon glaubten jetzt, nur Gutes hoffen zu dürfen.
Anderer Meinung war der scharfsichtige Kanzler des sächsischen Kurfürsten Dr. Gregor Brück. In des Kaisers und der Katholiken Freundlichkeit erblickte er nur Fallstricke und das schlaue Bestreben, die Evangelischen sicher zu machen, damit sie dann desto leichter überrumpelt werden könnten. Darum sei es unbedingt nötig, daß die Lehre der Protestanten in einer besonderen Schrift zusammengestellt und sorgfältig mit Gründen der Bibel bewährt würde. Würde dann den evangelischen Gottesgelehrten auf dem Reichstage das Wort verwehrt, so könne man diese Schrift als Verteidigung der evangelischen Lehre Kaiser und Reich vorlegen. Das leuchtete dem Kurfürsten wohl ein. Er beauftragte Luther, Melanchthon, Bugenhagen und Jonas, sich über eine solche Schrift zu beraten. Das war keine geringe Arbeit; kam es doch darauf an, eine Schrift zu bieten, welche die Zustimmung womöglich aller Evangelischen fände. Sie berieten lange, zuerst in Wittenberg, dann in Torgau, bis sie schließlich auf Melanchthons Vorschlag eingingen, nur das in die Schrift aufzunehmen, was im Einklang mit der Kirche der ersten Jahrhunderte stand. Denn dann mußte jeder sehen, daß nicht die Evangelischen, sondern die Katholischen »Neuerer« waren. In einzelnen Artikeln übergaben die Männer ihrem Kurfürsten das Ergebnis ihrer Beratungen. Dieser war wohl damit zufrieden; nur war es nötig, die »Artikel« noch in zweckentsprechende Form zu bringen. Damit beauftragte der Kurfürst Melanchthon.
Anfang April verließ Johann der Beständige mit seinem Gefolge — darunter auch Luther, Melanchthon, Spalatin und anderen — Torgau. Daselbst verweilte man längere Zeit, so daß Melanchthon noch ausgiebig Gelegenheit hatte, sich mit Luther über die ihm übertragene Verteidigungsschrift zu besprechen, die nötigenfalls »als Bekenntnis und Rechtfertigung der Evangelischen« in Augsburg vorgetragen werden könnte. Denn Luther selbst sollte in Coburg zurückbleiben. Ein Mann wie er, in Acht und Bann, konnte unmöglich vor Kaiser und Reich erscheinen.
Am 2. Mai langte als der Erste der Fürsten Kurfürst Johann in Augsburg an. Erst allmählich füllte sich die Stadt mit den übrigen Fürsten, geistlichen und weltlichen, Reichsständen und Gesandten. Kaiser Karl hatte seinen Einzug bis auf den 15. Juni verschoben. Den Tag darauf feierte man in öffentlicher Prozession und größtem Gepränge das Fronleichnamsfest. Bestimmt lehnten die evangelischen Fürsten jede Beteiligung daran ab. Charakterfest wahrten sie ihren evangelischen Standpunkt. Am 20. Juni wurde der Reichstag mit einem feierlichen, selbstverständlich katholischen Gottesdienst in der Stiftskirche eröffnet. Die Reden, die man darnach hielt, ließen deutlich erkennen, daß man bereit war, selbst mit dem Schwerte in der Hand den Protestantismus zu unterdrücken. Die Evangelischen aber setzten ihre Hoffnung auf Gott. Auch hatten sie die Zuversicht, daß der Kaiser sein Wort halten und ihr Bekenntnis anhören werde.
Fleißig hatte Melanchthon seit seiner Ankunft in Augsburg daran gearbeitet. Immer mehr ward aus der geplanten Verteidigungsschrift eine Bekenntnisschrift. Dem Kurfürsten lag viel daran, daß auch Luther Melanchthons Arbeit begutachtete. Am 15. Mai schickte er ihm die Schrift auf die Feste Coburg, indem er ihm dazu schrieb: »Nachdem ihr und andere unsere Gelehrten zu Wittenberg auf unser gnädiges Ansinnen und Begehren die Artikel, so der Religion halber streitig sind, in ein Verzeichnis gebracht, so wollen wir euch nicht bergen, daß jetzt allhier Magister Philippus dieselbigen weiter übersehen und in eine Form gezogen hat, welche wir euch hierbei übersenden. Und ist unser gnädiges Begehren, ihr wolltet dieselben weiter zu übersehen und zu bewegen unbeschweret sein. Und wo es euch dermaßen gefällig oder etwas davon oder dazu zu setzen bedächtet, das wollet also daneben verzeichnen, damit man alsdann auf Kaiserlicher Majestät Ankunft, der wir uns in Kürze versehen, gefaßt und geschickt sein möge, und uns dieselbige alsdann bei diesem Boten wohl verwahrt und verpetschaftet unverzüglich wiederum anher schicken.« Luther erfüllte des Kurfürsten Wunsch und gab über Melanchthons Schrift, die er als eine Verteidigungsschrift (Apologie) bezeichnet, folgendes Urteil ab: »Ich hab Magister Philippsen Apologie überlesen, die gefället mir fast (d. i. sehr) wohl, und weiß nichts dran zu bessern noch ändern, würde sich auch nicht schicken, denn ich so sanft und leise nicht treten kann.« Trotz dieses Urteils hörte Melanchthon nicht auf, an seiner Schrift zu feilen, zu ändern und zu bessern; auch Kanzler Brück und andere Räte und Gelehrte waren ihm dabei behilflich.
Schließlich berieten die evangelischen Stände die Schrift, die trotzdem sie durch viele Hände gegangen war, dennoch überall das Gepräge Melanchthon'schen Geistes trägt. Unterschrieben wurde sie zunächst vom Kurfürsten Johann von Sachsen samt seinem Sohne Johann Friedrich, von den Herzögen Ernst und Franz von Lüneburg, vom Markgrafen Georg von Brandenburg, dem Landgrafen von Hessen, dem Fürsten Wolfgang von Anhalt und den Städten Nürnberg und Reutlingen. Später, aber noch während des Reichstages, gaben auch die Städte Kempten, Windsheim, Heilbronn und Weißenburg ihre Unterschrift.
Am 25. Juni 1530, nachmittags 3 Uhr, begann in der Kapitelstube des bischöflichen Hofes der sächsische Kanzler Beyer vor Kaiser und Reich das Bekenntnis der evangelischen Stände in deutscher Sprache zu verlesen. Der Kaiser nahm dasselbe deutsch und lateinisch entgegen und versprach, die Sache in reifliche Erwägung zu ziehen. Er wünschte nicht, daß man die Schrift drucken ließe. Sie hätte ja leicht den Evangelischen neue Genossen gewinnen können. Trotzdem wurde in demselben Jahre allein der deutsche Text sechsmal gedruckt.
»An diesem Tage ist der allergrößten Werke eines geschehen, die je auf Erden geschehen sind,« sagte Spalatin am 25. Juni 1530. Aber nicht nur auf die Protestanten hatte die Verlesung ihres Glaubensbekenntnisses den tiefsten Eindruck gemacht. »So hör' ich nun wohl, die Lutherischen sitzen in der Schrift und wir Päpstlichen daneben,« bekannte Herzog Wilhelm von Bayern, und der Augsburger Bischof, Christoph von Stadion, mußte zugeben: »Was vorgelesen worden, ist reine Wahrheit, wir können es nicht leugnen.« Von der Tiefe aber evangelischen Bekenntnisses schien des Kaisers Beichtvater eine Ahnung erhalten zu haben; denn er sagte: »Ihr habt eine Theologie, die man nur begreift, wenn man viel betet.« Luther hatte recht, wenn er einmal sagte: »Der Reichstag zu Augsburg ist mit keinem Gelde zu bezahlen um des Bekenntnisses des Glaubens und des Wortes Gottes willen, so von den Unsern da gethan ist. Denn da haben die Widersacher bekennen müssen, daß unsere Konfession recht und wahr sei.«
Das Augsburgische Glaubensbekenntnis oder die »Augsburger Konfession«, wie man gewöhnlich sagt, enthält 28 Artikel. Die ersten 21 stellen die Glaubenslehre der Protestanten dar, die letzten sieben geben an, welche Änderungen in kirchlichen Gebräuchen sich als notwendig erwiesen. Die ersten 21 sind also die Hauptsache. Sie sind im Anhang unseres Gesangbuchs abgedruckt. In unserer Zeit, wo die römische Kirche überall den Kampf gegen uns Evangelische eröffnet hat, wo die »römisch-katholischen Widersacher unsern Glauben so heftig wie in den Zeiten des Augsburger Reichstags befeinden und lästern«, muß ein evangelischer Christ, der konfirmiert und reifer geworden ist, auch diese erste Bekenntnisschrift seiner Kirche kennen und verstehen lernen. »Für unsere Kirche, die hier den Gegnern gegenüber vor Kaiser und Reich zum ersten Mal ihrem Glauben einen förmlichen und gemeinsamen öffentlichen Ausdruck gegeben hatte, ist sie mit ihrem gedrängten, reichen Inhalt und festen, schlichten, feierlichen Ton ein bleibendes, teures Kleinod geworden. Es mahnt uns fort und fort, für was und gegen wen wir auch heute noch zu kämpfen haben. Es ruft jedem von uns zu: Halte, was du hast! (Offenb. Joh. 3, 11).«
Daß die Römischen auf solch' herrliches Bekenntnis nicht schweigen konnten, verstand sich von selbst. Nicht weniger als zwanzig Theologen beauftragte der Kaiser dasselbe — nicht zu prüfen — sondern zu widerlegen. Sie arbeiteten lange daran und hatten doch den Schmerz, ihre Schrift, weil sie viel zu schwerfällig, unklar und heftig war, vom Kaiser zurück zu erhalten. Als sie endlich am 3. August in deutscher Sprache dem Reichstage vorgelesen wurde, fühlten nicht nur die Evangelischen, auf wie schwachen Füßen die Lehre der Römischen stand. Sie hätten gern eine Abschrift jenes Machwerks in Händen gehabt. Der Kaiser wollte sie ihnen aber nur unter der Bedingung zustellen, daß sie keine Gegenschrift erscheinen ließen. Das war unannehmbar. Glücklicherweise hatte aber ein guter Freund Luthers und Melanchthons bei der Vorlesung der »Widerlegung« das meiste zu Papier bringen können. Auf Grund dieser Nachschrift hat dann Melanchthon seine »Apologie« (d. i. Verteidigungsschrift, nämlich des Augsburgischen Glaubensbekenntnisses) ausgearbeitet, die im April 1531 erschien.
Diese Schrift ist ein wahres Meisterwerk. Einige Sätze aus der Vorrede mögen hier mitgeteilt sein: »Ich habe die höchsten Gründe der Gegner zusammengefaßt, daß bei hohen und niedern Ständen, bei den Jetzigen und unsern Nachkommen, bei allen eingeborenen Deutschen, auch sonst aller Welt, allen fremden Völkern ein klar Zeugnis vor Augen sei und ewig stehen bleibe, daß wir rein, göttlich, recht von dem Evangelio Christi gelehrt haben; wir haben wahrlich nicht Lust oder Freude an Uneinigkeit, auch sind wir nicht so gar stock- oder steinhart, daß wir unsere Gefahr nicht bedenken. Denn wir sehen und merken, wie die Widersacher in dieser Sache uns mit so großer Bitterkeit suchen und bis hierher gesucht haben an Leib, Leben und Allem, was wir haben. Aber wir wissen die öffentliche göttliche Wahrheit, ohne welche die Kirche Christi nicht kann sein oder bleiben, und das ewig heilige Wort des Evangelii nicht zu verleugnen oder zu verwerfen.« — »Darum wollen wir, so die erkannte helle Wahrheit mit Füßen getreten wird, diese Sache hier Christo und Gott im Himmel befehlen, der der Waisen und Witwen Vater und aller Verlassenen Richter ist; der wird, das wissen wir ja fürwahr, die Sache urteilen und recht richten. Und du, Herr Jesu Christ, dein heiliges Evangelium, deine Sache ist es; wollest ansehen so manch betrübt Herz und Gewissen und deine Kirche und Häuflein, die vom Teufel Angst und Not leiden, erhalten und stärken deine Wahrheit; mache zu Schanden alle Heuchelei und Lügen, gieb also Friede und Einigkeit, daß deine Ehre fürgehe und dein Reich wider alle Pforten der Hölle kräftig ohne Unterlaß wachse und zunehme.«