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Allerhand Sprachdummheiten / Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen cover

Allerhand Sprachdummheiten / Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen

Chapter 14: Böte oder Boote?
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About This Book

Der Text versammelt typische Fehler und unsichere Wendungen der deutschen Sprache und erläutert sie nach Wortbildung, Formenlehre und Satzbau geordnet. Er behandelt Deklinationen und Konjugationen, Plural- und Genitivformen, Steigerung, Partizipien, Präpositionen, Relativsätze, Tempus- und Modusfragen sowie zahlreiche Beispiele problematischer Formulierungen. Ziel ist weniger ein vollständiges Regelwerk als die Schärfung des Sprachgefühls: durch kritische Analyse und treffende Beispiele soll eine einfachere, natürlichere Ausdrucksweise gefördert werden. Das Werk ist als aufmerksam zu studierender Leitfaden gedacht, nicht als bloßes Nachschlagewerk.

Böte oder Boote?

Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat. Solche falsche Plurale sind: Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen, Kästen, Krägen, Mägen, Wägen, Läger. Man redet jetzt von Geburtstägen, Musterlägern, Fußböden, Gummikrägen usw. Bei den Wörtern auf en und er wird dadurch allerdings ein Unterschied zwischen der Einzahl und der Mehrzahl geschaffen, der namentlich in Süddeutschland üblich geworden ist.[12] Dennoch ist nur die Form ohne Umlaut richtig: die Arme, die Kasten, die Lager, die Rohre usw. Man denke sich, daß es in Eichendorffs schönem Liede: O Täler weit, o Höhen – am Schlusse hieße: Schlag noch einmal die Bögen um mich, du grünes Zelt! Auch Herzöge ist eigentlich falsch; das Wort ist bis ins siebzehnte Jahrhundert hinein nur schwach dekliniert worden: des Herzogen, dem Herzogen, die Herzogen. Dann sprang es aber in die starke Deklination über (des Herzogs), und nun blieben auch die Herzöge nicht aus: der Trog, die Tröge – der Herzog, die Herzöge, die Ähnlichkeit war überwältigend.