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Allerhand Sprachdummheiten / Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen cover

Allerhand Sprachdummheiten / Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen

Chapter 7: Frieden oder Friede? Namen oder Name?
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About This Book

Der Text versammelt typische Fehler und unsichere Wendungen der deutschen Sprache und erläutert sie nach Wortbildung, Formenlehre und Satzbau geordnet. Er behandelt Deklinationen und Konjugationen, Plural- und Genitivformen, Steigerung, Partizipien, Präpositionen, Relativsätze, Tempus- und Modusfragen sowie zahlreiche Beispiele problematischer Formulierungen. Ziel ist weniger ein vollständiges Regelwerk als die Schärfung des Sprachgefühls: durch kritische Analyse und treffende Beispiele soll eine einfachere, natürlichere Ausdrucksweise gefördert werden. Das Werk ist als aufmerksam zu studierender Leitfaden gedacht, nicht als bloßes Nachschlagewerk.

Frieden oder Friede? Namen oder Name?

Bei einer kleinen Anzahl von Hauptwörtern schwankt der Nominativ zwischen einer Form auf e und einer auf en; es sind das folgende Wörter: Friede, Funke, Gedanke, Gefalle, Glaube, Haufe, Name, Same, Schade und Wille. Die Form auf en ist aber eigentlich falsch. Diese Wörter gehören der schwachen Deklination an,[3] neigen jedoch zur starken: im Genitiv bilden sie eine Mischform aus der starken und der schwachen Deklination auf ens (des Namens), und von Schade hat der Plural sogar den Umlaut: die Schäden. Da hat sich nun unter dem Einflusse jener Mischform das en aus dem Dativ und dem Akkusativ auch in den Nominativ gedrängt.[4] Die alte richtige Form ist aber doch überall daneben noch lebendig und im Gebrauch (von Schade allerdings fast nur noch in der Redensart: es ist schade). Der Gefalle (bei Lessing öfter) ist wenigstens in Sachsen und Thüringen noch ganz üblich: es geschieht mir ein großer Gefalle damit. Daher sollte die alte Form auch immer vorgezogen, also gesagt werden: der Friede von 1871, nicht der Frieden von 1871. Vollends der künstlerische Gedanken, wie man bisweilen lesen muß, ist unerträglich.[5]