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Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich cover

Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich

Chapter 10: 4. Übereinstimmung der deutschen Namengebung mit der griechischen.
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About This Book

A comprehensive study of German family names that explains their origins, structural elements, and historical development while offering a reference lexicon of name components. The first part analyzes name formation across three layers—ancient personal-name roots, church-derived and foreign influences, and later occupational, descriptive, and toponymic surnames—treating diminutives, genitive forms, Latinizations, and other adaptations. It also maps regional distribution and variation using collected name data and discusses continuity and change in naming practices. The second part presents an organized catalogue of common elements and examples to illustrate etymology and morphological development.

4.
Übereinstimmung der deutschen Namengebung mit der griechischen.

Werfen wir, ehe wir weitergehen, einen vergleichenden Rückblick auf die Namengebung der alten Völker, so läßt sich wohl kaum ein schrofferer Gegensatz denken, als zwischen der römischen und der germanischen Namengebung. Dort körperliche Schwächen und Mängel, hier edle Eigenschaften und Vorzüge, leiblicher und ganz besonders geistiger Art! Dort niedrige Prosa — hier erhabene Poesie!

Dagegen tritt eine auffallende Übereinstimmung mit der griechischen Namengebung hervor, zunächst darin, daß die Namen auf beiden Seiten der großen Mehrzahl nach zusammengesetzte sind.[12] Namen dieser Art sind an sich schon poetischer, schwungvoller als einfache, und so tritt bereits hier in erfreulicher Weise übereinstimmend eine edle Anlage beider Völker hervor. Dann aber entsprechen sich auch die Zusammensetzungselemente in beiden Sprachen großenteils: so das griechische phanes (glänzend, prangend) und das deutsche beraht (bert), das griechische kles (berühmt) und das deutsche mar, das griechische krates (kräftig, gewaltig) und das deutsche rich; so ferner medon (waltend) und walt (old), stratos (Heer) und heri, demos (Volk) und theod (diet), theos (Gott) und got u. s. f.

Demnach kann man eine Menge griechischer Namen geradezu mit deutschen übersetzen, da sie sich wörtlich decken, z. B.:

Nikophanes (siegprangend) — Sigibert,
Kleophanes (ruhmstrahlend) — Hrodebert (Ruprecht, Robert),
Kleoptolemos (ruhmkämpfend) — Chlodowich (Ludwig),
Perikles (vielberühmt) — Vilmar,
Demosthenes (volksgewaltig) — Dieterich,
Thrasybulos (kühn im Rat) — Chuonrat (Konrad),
Laomedon (volkswaltend) — Leutold,
Demophilos (Volksfreund) — Volkwin,
Theodulos (Gottesknecht) — Gotschalk u. a. m.

Genug, die Anlage unseres Volkes ist, gleich der des griechischen, eine treffliche und edle; ein nach dem Hohen gerichteter Sinn tritt uns überall in dieser Namengebung entgegen, aus welcher der Geist unserer Ahnen mit beredten Lauten zu uns spricht. Unser Volk war berufen von der Vorsehung, die Ketten zu zersprengen, in welche römische Tyrannei die Welt geschlagen hatte, und als ein edles Reis in die Fäulnis des Römertums eingesenkt zu werden, um von jetzt an Hauptträger der Entwickelung des Menschengeschlechtes zu sein.