Gloria sei dir gesungen
Mit Menschen- und mit Engelzungen,
Mit Harfen und mit Zimbeln schön.
Von zwölf Perlen sind die Pforten
An deiner Stadt, wir sind Konsorten
Kein Aug hat je gespürt,
Kein Ohr hat mehr gehört
Solche Freude.
Das sind wir froh, i-o, i-o,
Ewig in dulci iubilo.
This hymn, with its magnificent tune, has long been known as the “King of Chorals.” (For the “Queen of Chorals” see No. 529). Percy Dearmer writes of this choral: “There is no other hymn like this, surely the grandest and most thrilling, both in words and music—and both words and music by the same man.” It is based on the parable of the wise and foolish virgins in Matt. 25:1-13, and on Rev. 19:6-9 (the marriage of the Lamb); 21:22; 1 Cor. 2:9; Ezek. 3:17; and Isa. 52:8.
Nicolai, an ardent Lutheran and influential preacher, was fierce in his denunciation of both Calvinism and Roman Catholicism. He held pastorates in various places. From 1601 until his death, he was chief pastor of St. Katherine’s, Hamburg. It was during his five years at Unna, Westphalia, that a terrible pestilence swept through the community, claiming the lives of over 1300 people. Nicolai’s parsonage overlooked the church yard where the burial of the victims was taking place continually. These scenes of sorrow and death moved him to write this great judgment hymn which he entitled, “Of the Voice at Midnight, and the Wise Virgins who meet their Heavenly Bridegroom.”
For comments on Miss Winkworth, translator, see Hymn 236.
MUSIC. WACHET AUF, one of the greatest and most solemn melodies of evangelical Christendom, was composed by Nicolai. The present setting is by Michael Praetorius, 1571-1621, a writer on the theory of music and a composer of note. The melody was used by Bach in one of his cantatas and Mendelssohn used it in his St. Paul. Handel used the seventh and eighth lines of the melody with great effect in the “Hallelujah Chorus,” with the phrase, “The kingdom of this world.”
523. Lift up your heads, ye mighty gates
1.
Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit,
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich’,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt;
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer, reich von Rat!
2.
Er ist gerecht, ein Helfer wert,
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
Sein Königskron’ ist Heiligkeit,
Sein Zepter ist Barmherzigkeit.
All unsre Not zum End’ er bringt,
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Heiland, gross von Tat!
3.
O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
So diesen König bei sich hat!
Wohl allen Herzen insgemein,
Da dieser König ziehet ein!
Er ist die rechte Freudensonn’,
Bringt mit sich lauter Freud’ und Wonn’.
Gelobet sei mein Gott,
Mein Tröster, früh und spat!
4.
Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit,
Eu’r Herz zum Tempel zubereit’t,
Die Zweiglein der Gottseligkeit
Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud’!
So kommt der König auch zu euch.
Ja Heil und Leben mit zugleich,
Gelobet sei mein Gott,
Voll Rat, voll Tat, voll Gnad’!
5.
Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
Mein’s Herzens Tür dir offen ist!
Ach zeuch mit deiner Gnade ein,
Dein’ Freundlichkeit auch uns erschein’,
Dein heil’ger Geist uns führ’ und leit’
Den Weg zur ew’gen Seligkeit!
Dem Namen dein, o Herr,
Sei ewig Preis und Ehr’!
One of our finest German Advent hymns, based on Psalm 24. It was written for use on the first Sunday in Advent.
Georg Weissel was born at Domnau, Prussia. He was a student of theology, a teacher, and, from 1623, until his death in 1635, the pastor of Roszgärt’schen Church in Königsberg. He is the author of twenty hymns, this being probably the best and most widely used. Our version is a translation of stanzas 1, 2, 3, and 5 of the original.
For comments on Catherine Winkworth see Hymn 236.
MUSIC. MACHT HOCH DIE TÜR is one of several chorale tunes, probably the most popular, to which this hymn is set.
The composer, Johann Freylinghausen, 1670-1739, was born at Gandersheim, the son of the town’s burgomaster. He was educated at Jena. After the death of his father-in-law, August Francke, Pietist leader, he became the latter’s successor as director of the Paedagogium and the Orphanage in Halle and pastor in full charge of St. Ulrich’s. Freylinghausen was a musician and wrote some 22 church melodies but his outstanding work consists of his two collections of hymns: Geistreiches Gesangbuch, 1704, and Neues Geistreiches Gesangbuch, 1714. The former contains 683 hymns and 173 melodies, and the latter, 815 hymns and 154 melodies.
524. O Son of God, we wait for Thee
1.
Wir warten dein, O Gottes Sohn,
Und lieben dein Erscheinen;
Wir wissen dich auf deinem Thron,
Und nennen uns die deinen.
Wer an dich glaubt
Erhebt sein Haupt,
Und siehet dir entgegen,
Du kommst uns ja zum Segen.
2.
Wir warten deiner mit Geduld
In unsern Leidenstagen;
Wir trösten uns, dass du die Schuld
Für uns am Kreuz getragen.
So können wir
Nun gern mit dir
Uns auch zum Kreuz bequemen,
Bis du’s hinweg wirst nehmen.
3.
Wir warten dein; du hast uns ja
Das Herz schon hingenommen.
Du bist zwar unserm Geiste nah,
Doch wirst du sichtbar kommen;
Da willst uns du
Bei dir auch Ruh’,
Bei dir auch Freude geben,
Bei dir ein herrlich Leben.
4.
Wir warten dein, du kommst gewiss,
Die Zeit ist bald vergangen;
Wir freuen uns schon über dies
Mit kindlichem Verlangen.
Was wird geschehn,
Wenn wir dich sehn,
Wenn du uns heim wirst bringen,
Wenn wir dir ewig singen!
In clear and concise language, the hymn voices the hope for the coming of Christ.
Phillipp Friedrich Hiller, son of a Lutheran Pastor, was born at Mühlhausen, Württemberg. To escape the French invaders, he fled with his parents, at the age of 8, to Heidenheim. In 1713, he went to the Klosterschule, Denkendorf, where Bengel had a decided influence upon him. In 1748, he became the pastor in Steinheim, where, after three years of faithful service, a throat disease afflicted him, resulting in the loss of his voice. No longer able to preach, he gave himself to Bible study and writing, composing more than 100 hymns, and publishing a volume of religious poetry, Geistliches Liederkästlein.
The translation is by Joseph Augustus Seiss, a Lutheran minister, born at Graceham, Md., and educated at Gettysburg College and Seminary. Seiss was a noted pulpit orator in his denomination and held pastorates in Virginia, Maryland, and, finally, in Philadelphia.
MUSIC. GASTORIUS is ascribed by some authorities to Johann Pachelbel of Nürnberg, a contemporary of Gastorius. The melody appeared in the Auserlesenes Weimarisches Gesangbuch, 1681. Zahn, on the basis of careful study of the sources, does not hesitate to credit its composition to Gastorius, about 1675. It was originally set to a hymn by Samuel Rodigast, “Was Gott tut, das ist wohlgetan.”
Severus Gastorius, cantor in Jena, was born about 1650. Details concerning his life are not available.
CHRISTMASTIDE
525. All my heart this night rejoices
1.
Fröhlich soll mein Herze springen
Dieser Zeit, da vor Freud’
Alle Engel singen.
Hört, hört, wie mit vollen Chören
Alle Luft laute ruft:
Christus ist geboren!
2.
Heute geht aus seiner Kammer
Gottes Held, der die Welt
Reisst aus allem Jammer.
Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute.
Gottes Kind, das verbind’t
Sich mit unserm Blute.
3.
Sollt’ uns Gott nun können hassen,
Der uns gibt, was er liebt
Ueber alle Massen?
Gott gibt, unserm Leid zu wehren,
Seinen Sohn aus dem Thron
Seiner Macht und Ehren.
4.
Sollte von uns sein gekehret,
Der sein Reich und zugleich
Sich uns selbst verehret?
Sollt’ uns Gottes Sohn nicht lieben,
Der jetzt kömmt, von uns nimmt,
Was uns will betrüben?
5.
Hätte vor der Menschen Orden
Unser Heil einen Greu’l,
Wär’ er nicht Mensch worden.
Hätt’ er Lust zu unserm Schaden,
Ei, so würd’ unsre Bürd’
Er nicht auf sich laden.
6.
Er nimmt auf sich, was auf Erden
Wir getan, gibt sich an,
Unser Lamm zu werden,
Unser Lamm, das für uns stirbet
Und bei Gott für den Tod
Gnad’ und Fried’ erwirbet.
7.
Nun, er liegt in seiner Krippen,
Ruft zu sich mich und dich,
Spricht mit süssen Lippen:
Lasset fahr’n, o liebe Brüder,
Was euch quält, was euch fehlt,
Ich bring’ alles wieder.
8.
Ei, so kommt und lasst uns laufen!
Stellt euch ein, gross und klein,
Eilt mit grossem Haufen!
Liebt den, der vor Liebe brennet;
Schaut den Stern, der uns gern
Licht und Labsal gönnet.
9.
Die ihr schwebt in grossen Leiden,
Sehet, hier ist die Tür
Zu den wahren Freuden.
Fasst ihn wohl, er wird euch führen
An den Ort, da hinfort
Euch kein Kreuz wird rühren.
10.
Wer sich fühlt beschwert im Herzen,
Wer empfind’t seine Sünd’
Und Gewissensschmerzen,
Sei getrost, hier wird gefunden,
Der in Eil’ machet heil
Die vergift’ten Wunden.
11.
Die ihr arm seid und elende,
Kommt herbei, füllet frei
Eures Glaubens Hände!
Hier sind alle guten Gaben
Und das Gold, da ihr sollt
Euer Herz mit laben.
12.
Süsses Heil, lass dich umfangen,
Lass mich dir, meine Zier,
Unverrückt anhangen!
Du bist meines Lebens Leben;
Nun kann ich mich durch dich
Wohl zufrieden geben.
13.
Meine Schuld kann mich nicht drücken,
Denn du hast meine Last
All’ auf deinem Rücken.
Kein Fleck ist an mir zu finden,
Ich bin gar rein und klar
Aller meiner Sünden.
14.
Ich bin rein um deinetwillen;
Du gibst g’nug Ehr, und Schmuck,
Mich darein zu hüllen.
Ich will dich ins Herze schliessen;
O mein Ruhm, edle Blum’,
Lass dich recht geniessen!
15.
Ich will dich mit Fleiss bewahren,
Ich will dir leben hier,
Dir will ich abfahren;
Mit dir will ich endlich schweben
Voller Freud’ ohne Zeit
Dort im andern Leben.
Paul Gerhardt’s beautiful Christmas poem, in 15 stanzas, appeared in Johann Crüger’s Praxis Pietatis Melica, Berlin, 1653, together with a tune composed for it by Crüger. The present hymn is a selection of stanzas 1, 7 and 8, from Catherine Winkworth’s translation. The original 15 stanzas are printed here in full for the benefit of those who may wish to read the whole hymn and study its structure.
For comments on Paul Gerhardt see Hymn 134.
For comments on Miss Winkworth see Hymn 236.
MUSIC. WARUM SOLLT ICH MICH DENN GRÄMEN, also called, “Ebeling,” and “Bonn,” soon superseded Crüger’s tune. It was originally set to another of Gerhardt’s hymns, “Warum sollt ich mich denn grämen,” from whence the tune derives its name. The composer, Johann Georg Ebeling, 1620-76, was cantor of St. Nicholas Cathedral, Berlin, and director of music at the Grayfriars Gymnasium there, succeeding Johann Crüger to these positions, in 1662. Six years later, he became Professor of Music at the Carolinen Gymnasium, Stettin.
The harmonization is by W. H. Hohmann, Professor of Music, Bethel College, and co-editor of the Hymnary.
526. A great and mighty wonder
This is one of a half dozen or more hymns in our book that have come down from the ancient Eastern or Greek Church. (Other hymns from this period are Nos. 34, 113, 115, 143, and 398.)
St. Germanus was born and died in Constantinople. He lived to be a hundred years old. He became an influential leader in the church, and served, for a time, as Patriarch, or Bishop of Constantinople.
For this translation, we are indebted to John M. Neale, English hymnologist and classical scholar. Neale possessed extraordinary linguistic skill and did more than anyone else to make available to English speaking people some of the rich treasure of Greek and Latin hymnody.
MUSIC. ES IST EIN’ ROS’ ENTSPRUNGEN, also known as “Rosa Mystica,” is a traditional German melody, originally set to a well-known carol beginning with the stanza:
Es ist ein Reis entsprungen
Aus einer Wurzel zart,
Als uns die Alten sungen,
Von Jesse kam die Art,
Und hat ein Blümlein bracht
Mitten im kalten Winter
Wohl zu der halben Nacht.
It is an attractive and interesting tune, of irregular rhythm. The present setting was made by Michael Praetorius, 1517-1621, German composer and Kapellmeister.
For comments on Praetorius see Hymn 248.
527. From heaven above to earth I come
1.
Vom Himmel hoch, da komm’ ich her,
Ich bring’ euch gute neue Mär,
Der guten Mär bring’ ich so viel,
Davon ich sing’n und sagen will.
2.
Euch ist ein Kindlein heut’ gebor’n
Von einer Jungfrau auserkor’n,
Ein Kindelein, so zart und fein,
Das soll eur Freud’ und Wonne sein.
3.
Es ist der Herr Christ, unser Gott,
Der will euch führ’n aus aller Not,
Er will eu’r Heiland selber sein,
Von allen Sünden machen rein.
4.
Er bringt euch alle Seligkeit,
Die Gott der Vater hat bereit,
Dass ihr mit uns im Himmelreich
Sollt leben nun und ewiglich.
5.
So merket nun das Zeichen recht,
Die Krippe, Windelein so schlecht,
Da findet ihr das Kind gelegt,
Das alle Welt erhält und trägt.
6.
Des lasst uns alle fröhlich sein
Und mit den Hirten gehn hinein,
Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
Mit seinem lieben Sohn verehrt.
7.
Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin!
Was liegt dort in dem Krippelein?
Wer ist das schöne Kindelein?
Es ist das liebe Jesulein.
8.
Bist willekomm, du edler Gast!
Den Sünder nicht verschmähet hast
Und kommst ins Elend her zu mir,
Wie soll ich immer danken dir?
9.
Ach Herr, du Schöpfer aller Ding’,
Wie bist du worden so gering,
Dass du da liegst auf dürrem Gras,
Davon ein Rind und Esel asz!
10.
Und wär’ die Welt vielmal so weit,
Von Edelstein und Gold bereit’t,
So wär sie doch dir viel zu klein,
Zu sein ein enges Wiegelein.
11.
Der Sammet und die Seide dein,
Das ist grob Heu und Windelein,
Darauf du König gross und reich
Herprangst, als wär’s dein Himmelreich.
12.
Das hat also gefallen dir,
Die Wahrheit anzuzeigen mir:
Wie aller Welt Macht, Ehr’ und Gut
Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.
13.
Ach mein herzliebes Jesulein,
Mach dir ein rein, sanft Bettelein,
Zu ruhen in mein’s Herzens Schrein,
Dass ich nimmer vergesse dein!
14.
Davon ich allzeit fröhlich sei,
Zu springen, singen immer frei
Das rechte Susaninne schon,
Mit Herzenslust den süssen Ton.
15.
Lob, Ehr’ sei Gott im höchsten Thron,
Der uns schenkt seinen ein’gen
Sohn! Des freuen sich der Engel Schar
Und singen uns solch neues Jahr.
This children’s Christmas carol, based on the second chapter of Luke, was written by Martin Luther for his little son Hans for the Christmas celebration in his own home, 1534. Luther’s instructions were that the first seven verses were to be sung by a man dressed as an angel, whereupon the children would greet him with the singing of verses eight to fifteen. The present hymn is a selection of stanzas 1, 2, 3, 8, 13, and 15.
For comments on the translator, Miss Winkworth, see Hymn 236.
MUSIC. VOM HIMMEL HOCH, also by Luther, was early associated with the words of the carol and has become one of the best known chorales. J. S. Bach made several settings of the tune, one of them in his Christmas Oratorio.
NEW YEAR
528. For Thy mercy and Thy grace
Originally in seven stanzas, this hymn was first published, 1843, in the Church of England Magazine, under the title, “A Hymn for the Commencement of the Year.” It is a first-rate quality hymn for the New Year.
The author, Henry Downton, was born in Pulverbatch, Shropshire, England. In 1840, he graduated from Cambridge where his father was sub-librarian of Trinity College. After serving as curate of St. John’s Chatham, Downton became English chaplain at Geneva in 1857, returning to England in 1873 to become rector of Hopton, Suffolk. In Geneva, he had become acquainted with the hymnody of the Swiss and French Churches, and translated a number of their hymns into English. He published Hymns and Verses, Original and Translated, 1873.
MUSIC. CULBACH appeared in Heilige Seelenlust, Breslau, 1657, set to the hymn, “Ach wann kommt die Zeit heran.” The melody, simple in structure and well within the pitch range of all voices, is admirably adapted to congregational singing, in unison or in parts. The composer is unknown.
EPIPHANY
529. How brightly shines the Morning Star
1.
Wie schön leuchtet der Morgenstern
Voll Gnad’ und Wahrheit von dem Herrn,
Die süsse Wurzel Jesse!
Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm,
Mein König und mein Bräutigam,
Hast mir mein Herz besessen,
Lieblich, freundlich,
Schön und herrlich, gross und ehrlich,
Reich von Gaben,
Hoch und sehr prächtig erhaben!
2.
Ei meine Perl’, du werte Kron’,
Wahr’r Gottes- und Mariensohn,
Ein hochgeborner König!
Mein Herz heisst dich ein Lilium,
Dein süsses Evangelium
Ist lauter Milch und Honig.
Ei mein Blümlein,
Hosianna, himmlisch Manna,
Das wir essen,
Deiner kann ich nicht vergessen!
3.
Geuss sehr tief in mein Herz hinein,
Du heller Jaspis und Rubin,
Die Flamme deiner Liebe
Und erfreu’ mich, dass ich doch bleib’
An deinem auserwählten Leib
Ein’ lebendige Rippe!
Nach dir ist mir,
Gratiosa coeli rosa,
Krank und glimmet
Mein Herz, durch Liebe verwundet.
4.
Von Gott kommt mir ein Freudenschein,
Wenn du mit deinen Aeugelein
Mich freundlich tust anblicken.
O Herr Jesu, mein trautes Gut,
Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut
Mich innerlich erquicken!
Nimm mich freundlich
In dein’ Arme, dass ich warme
Werd’ von Gnaden!
Auf dein Wort komm’ ich geladen.
5.
Herr Gott Vater, mein starker Held,
Du hast mich ewig vor der Welt
In deinem Sohn geliebet.
Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut,
Er ist mein Schatz, ich bin sein’ Braut,
Sehr hoch in ihm erfreuet.
Eia, eia,
Himmlisch Leben wird er geben
Mir dort oben!
Ewig soll mein Herz ihn loben.
6.
Zwingt die Saiten in Zithara
Und lasst die süsse Musika
Ganz freudenreich erschallen,
Dass ich möge mit Jesulein,
Dem wunderschönen Bräut’gam mein,
In steter Liebe wallen!
Singet, springet,
Jubilieret, triumphieret,
Dankt dem Herren!
Gross ist der König der Ehren!
7.
Wie bin ich doch so herzlich froh
Dass mein Schatz ist das A und O
Der Anfang und das Ende!
Er wird mich doch zu seinem Preis
Aufnehmen in das Paradeis,
Des klopf’ ich in die Hände.
Amen! Amen!
Komm, du schöne Freudenkrone,
Bleib nicht lange,
Deiner wart’ ich mit Verlangen!
Known as the “Queen of the Chorales.” The words and music were written in 1527 by the Lutheran pastor, Philipp Nicolai, during the same pestilence that inspired “Wachet auf,” the “King of Chorales” (No. 522). Nicolai, in deep meditation concerning the suffering around him, started writing the hymn one morning, and forgetting his noonday meal, worked on till he had finished it in the late afternoon. It was first published in the author’s Freuden-Spiegel, Frankfurt, 1599, under the title, “A Spiritual bridal song of the believing soul, concerning her Heavenly Bridegroom, founded in the 45th Psalm of the prophet David.” Catherine Winkworth wrote of the chorale:
So popular did it soon become, that its tune was often chimed by city chimes, lines and verses from it were printed by way of ornament on the common earthenware of the country, and it was invariably used at weddings and certain festivals.
For comments on Miss Winkworth see Hymn 236.
MUSIC. NICOLAI is usually known by the first line of the words for which it was written, “Wie shön leuchtet der Morgenstern.” It is a magnificent chorale tune. Mendelssohn used the tune in his Christus, and Bach made a harmonization of it.
530. As with gladness men of old
A popular Epiphany hymn, written on Epiphany Day, about 1858, while the author was sick in bed. After reading the Gospel of the day, Dix started writing this hymn and finished it by evening.
For comments on William Chatterdon Dix, see Hymn 78.
MUSIC. DIX is an abridgement of a melody written by Conrad Kocher and first published in his Stimmen aus dem Reiche Gottes, Stuttgart, 1838.
For comments on Kocher see Hymn 51.
LENT
531. Out of the depths I cry to Thee
1.
Aus tiefer Not schrei’ ich zu dir,
Herr Gott, erhör mein Rufen;
Dein’ gnädig’ Ohren kehr zu mir
Und meiner Bitt sei offen!
Denn so du willst das sehen an,
Was Sünd’ und Unrecht ist getan,
Wer kann, Herr, von dir bleiben?
2.
Bei dir gilt nichts denn Gnad’ und Gunst,
Die Sünde zu vergeben;
Es ist doch unser Tun umsonst
Auch in dem besten Leben
Vor dir niemand sich rühmen kann,
Des muss dich fürchten jederman
Und deiner Gnade leben.
3.
Darum auf Gott will hoffen ich,
Auf mein Verdienst nicht bauen;
Auf ihm mein Herz soll lassen sich
Und seiner Güte trauen,
Die mir zusagt sein wertes Wort,
Das ist mein Trost und treuer Hort,
Des will ich allzeit harren.
4.
Und ob es währt bis in die Nacht
Und wieder an den Morgen,
Doch soll mein Herz an Gottes Macht
Verzweifeln nicht noch sorgen.
So tu’ Israel rechter Art,
Der aus dem Geist erzeuget ward
Und seines Gott’s erharre.
5.
Ob bei uns ist der Sünden viel,
Bei Gott ist viel mehr Gnade,
Sein’ Hand zu helfen hat kein Ziel,
Wie gross auch sei der Schade.
Er ist allein der gute Hirt,
Der Israel erlösen wird
Aus seinen Sünden allen.
A metrical version of Psalm 130. It is considered by many to be Luther’s best production and Julian ranks it with the finest German psalm versions. The hymn was first published in Luther’s Etlich Cristlich Lider, Wittenberg, 1524, and in his Eyn Enchiridion, Erfurt, 1524, in four stanzas. It was then rewritten and expanded into five stanzas and in this form published in Johann Walther’s Geystliche Gesangk Buchleyn, Wittenberg, 1524, and again in Luther’s later work, Christliche Geseng zum Begrebnis, Wittenberg, 1542. It is appropriate for use at a Christian burial, as well as other occasions, and was sung at Halle, in 1546, while Luther’s body was being brought from Eisleben to Wittenberg for burial.
The “depths” from which the psalmist cries to God for deliverance, are not so much physical and psychical as moral and spiritual. The writer is conscious of his sinfulness, as well as the sinfulness of his people and sees that there is no help except through penitence and acceptance of the mercy and forgiveness of God.
The first three stanzas from Catherine Winkworth’s translation were selected for use here.
For comments on Miss Winkworth see Hymn 236.
MUSIC. AUS TIEFER NOT, also called “De Profundis,” and “Luther’s 130th,” is attributed to Luther himself. J. S. Bach’s cantata, Aus tiefer Not schrei’ ich zu Dir, is built on this tune. Luther believed in the power of music to drive away the Evil One and frequently, when anxious about the fate of his cause, he would say to his companions, “Come, let us confound the devil and all his followers, by singing together the psalm, ‘Aus tiefer Not.’”
532. Out of the depths I cry to Thee
For comments on this hymn see No. 531.
MUSIC. AUS TIEFER NOT became popular in our churches through its inclusion in the Gesangbuch mit Noten. The tune is credited to J. M. Biermann, an American writer of tunes of the gospel hymn type. He was musical editor of Hosianna, Cleveland, 1876, published by the Evangelical Church. The composer seems to have borrowed from the tune “Macht Hoch die Tür,” No. 523. Hosianna contains about 35 of his tunes and arrangements.
533. Jesus, I never can forget
1.
Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
Der Welt und ihrer Kinder;
Es geht und träget in Geduld
Die Sünden aller Sünder;
Es geht dahin, wird matt und krank,
Ergibt sich auf die Würgebank,
Verzeiht sich aller Freuden;
Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott,
Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod
Und spricht: Ich will’s gern leiden.
2.
Mein Lebetage will ich dich
Aus meinem Sinn nicht lassen;
Dich will ich stets, gleich wie du mich,
Mit Liebesarmen fassen.
Du sollst sein meines Herzens Licht,
Und wenn mein Herz im Tode bricht,
Sollst du mein Herz verbleiben.
Ich will mich dir, mein höchster Ruhm,
Hiemit zu deinem Eigentum
Beständiglich verschreiben.
3.
Ich will von deiner Lieblichkeit
Bei Nacht and Tage singen,
Mich selbst auch dir zu aller Zeit
Zum Freudenopfer bringen.
Mein Born des Lebens soll sich dir
Und deinem Namen für und für
In Dankbarkeit ergiessen;
Und was du mir zu gut getan
Das will ich stets, so tief ich kann,
In mein Gedächtnis schliessen.
These are stanzas 1, 5, and 6 of the original ten. The hymn is based on John 1:29: “Behold the Lamb of God, which taketh away the sin of the world”; and Isa. 53:7: “He was oppressed, and he was afflicted, yet he opened not his mouth: he is brought as a lamb to the slaughter, and as a sheep before her shearers is dumb, so he openeth not his mouth.” It was published in the third edition of Johann Crüger’s Praxis Pietatis Melica, in 1648.
For comments on Paul Gerhardt see Hymn 134.
Our hymn consists of stanzas 5 and 6, translated by J. Gambold. Biographical data concerning Gambold has not been found.
MUSIC. EIN LAMM GEHT HIN, also called “An Wasserflüssen Babylon,” first appeared in the third part of the Strassburg Kirchenampt, 1525, where it is set to Wolfgang Dachstein’s hymn on Psalm 137, beginning with the stanza:
An Wasserflüssen Babylon,
Da sassen wir mit Schmerzen;
Als wir gedachten an Zion,
Da weinten wir von Herzen.
Wir hingen auf mit schwerem Mut
Die Orgeln und die Harfen gut
An ihren Bäum’ und Weiden,
Die drinnen sind in ihrem Land,
Da mussten wir viel Schmach und Schand’
Täglich von ihnen leiden.
The tune appeared anonymously but may have been composed, as some authorities believe, by Dachstein himself.
534. Ah, dearest Jesus, how hast Thou offended
1.
Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen,
Dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?
Was ist die Schuld? in was für Missentaten
Bist du geraten?
2.
Du wirst gegeisselt und mit Dorn’n gekrönet,
Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet,
Du wirst mit Essig und mit Gall’ getränket,
Ans Kreuz gehenket.
3.
Was ist doch wohl die Ursach’ solcher Plagen?
Ach, meine Sünden haben dich geschlagen!
Ich, ach Herr Jesu! habe dies verschuldet,
Was du erduldet.
4.
Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe!
Der gute Hirte leidet für die Schafe;
Die Schuld bezahlt der Herr selbst, der Gerechte,
Für seine Knechte.
5.
Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt;
Der Böse lebt, der wider Gott misshandelt;
Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen;
Gott wird gefangen.
6.
Ich war von Fuss auf voller Schand’ und Sünden,
Bis zu dem Scheitel war nichts Gut’s zu finden;
Dafür hätt’ ich dort in der Hölle müssen
Ewiglich büssen.
7.
O grosse Lieb’, o Lieb, ohn’ alle Masse!
Die dich gebracht auf diese Marterstrasse;
Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden,
Und du musst leiden!
8.
Ach grosser König! gross zu allen Zeiten;
Wie kann ich g’nugsam deine Lieb’ ausbreiten?
Kein Menschenherz vermag es auszudenken,
Was dir zu schenken.