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Handbuch der praktischen Kinematographie / Die verschiedenen Konstruktions-Formen des Kinematographen, die Darstellung der lebenden Lichtbilder sowie das ... cover

Handbuch der praktischen Kinematographie / Die verschiedenen Konstruktions-Formen des Kinematographen, die Darstellung der lebenden Lichtbilder sowie das ...

Chapter 98: Das Flickern.
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About This Book

A practical, illustrated manual explaining the components, construction, operation and upkeep of motion-picture projection equipment. It describes film material and transport, intermittent movement mechanisms, shutter and gate design, winding and drive arrangements, and measures to protect film from heat and fire. Optical topics cover condensers, lenses and calculations for image size and distance, while lighting chapters treat arc and limelight installations, electrical supply and gas generation. Guidance is given on apparatus setup, projection-room layout, handling and maintenance routines, troubleshooting common defects such as flicker and mechanical noise, and the selection and safe use of accessories.

Ein anderes, namentlich auch auf der Reise zuweilen zweckmäßiges Verfahren, den Projektionsschirm aufzuspannen, zeigt Fig. 102. An der Decke werden zwei Rollen c und d angebracht und im Boden zwei Haken e und f. Nun befestigt man in den Ecken a und b der Wand zwei kräftige Stricke, die über die Rollen laufen, zieht die Wand hoch und verknotet die Stricke in den Haken e f. Mit Hilfe von dünneren Schnüren, die abwechselnd durch die Ringe des Tuches und um die Stricke geschlungen werden, spannt man die Wand beiderseits stramm an, um schließlich die Enden der Schnüre an den Haken zu befestigen.

Der dunkle Raum.

Wenn die Vorführung am Tage stattfindet, so muß man für gehörige Verdunklung des Raumes Sorge tragen. Handelt es sich um ein ständig für Projektionszwecke einzurichtendes Lokal, wie ein Kinematographen-Theater, so wird man die Fenster beispielsweise durch eingepaßte Rahmen, die mit dichtem Stoff bespannt sind, abdichten. Bei vorübergehender Benutzung des Raumes muß man sich, wenn kein besseres Mittel zur Verfügung steht, mit Blenden oder Vorhängen behelfen. Läßt sich dabei »falsches Licht« nicht vermeiden, so sorge man vor allem dafür, daß es nicht auf den Projektionsschirm und möglichst auch nicht in die Augen der Zuschauer fällt; eventuell schütze man den Schirm dagegen durch ein seitlich aufgehängtes Tuch. Auch das Notlicht, das bei öffentlichen Vorführungen vorgeschrieben ist, muß man so anbringen und abblenden, daß es in keiner Weise stört.

Eine gute allgemeine Beleuchtung des Saales für die Zeit vor und nach der Vorführung sowie für Pausen darf man nicht vernachlässigen. Bei ständigen, theatermäßigen Einrichtungen empfiehlt es sich, nahe beim Apparat einen Schalter anzubringen, der gestattet, im richtigen Augenblick sofort hell oder dunkel zu machen. Wo eine solche Bequemlichkeit nicht vorhanden ist, sollte man für eine rasche und unauffällige Verständigung mit dem »Beleuchtungsmann« sorgen. Für öffentliche Vorführungen ist eine solche Verständigung mancherorts polizeilich vorgeschrieben, damit bei Feuersgefahr sofort hell gemacht werden kann.

Projektion bei Tageslicht.

Dieses Stichwort hat man in neuerer Zeit viel gehört. Es wurde mancherlei erfunden und patentiert. Der Sturm hat sich bald wieder gelegt, und was die praktische Verwertung anbelangt, sind unsere Kenntnisse dieselben wie früher. Das Publikum kann im erhellten Räume oder auch im Freien sitzen, wenn man nur dafür Sorge trägt, daß kein falsches Licht auf den Projektionsschirm gelangt. Handelt es sich um direktes Tageslicht, so deckt man dieses durch Vorhänge gegen den Schirm ab oder bringt diesen in den Hintergrund eines schwarz ausgeschlagenen, großen, tunnelartigen Kastens. Dienen Glühlampen zur Erhellung des Raumes, so versehe man diese nach vorne mit Blendschirmen. Jedes falsche Licht, das auf die Projektionswand fällt, verschleiert das Lichtbild, dieses wird weniger kräftig und plastisch — der Versuch ist leicht zu machen. Um einigermaßen einen Ausgleich zu schaffen, muß man eine kräftigere Lichtquelle verwenden, die das störende Licht überwindet. Von Wichtigkeit ist es fernerhin, daß die Zuschauer nicht durch das Licht, das zur Beleuchtung des Raumes dienen soll, geblendet werden. Bei der Durchprojektion ist es nach einer Erfahrung, die schon vor Jahrzehnten gemacht wurde, auch zulässig, daß ein mäßiges Nebenlicht auf den transparenten Schirm fällt, vorausgesetzt, daß dieser gut transparent ist. Es fällt dann nämlich die Hauptmenge dieses Lichtes durch den Schirm hindurch und gelangt nicht in die Augen des Publikums.

Aufstellung des Apparates und Anordnung der Zuschauerplätze.

Die Aufstellung des Apparates richtet sich in erster Linie darnach, ob die Bilder im auffallenden oder im durchfallenden Lichte gezeigt werden sollen. Wie oben schon erwähnt, pflegt man mit dem Kinematographen in der Regel »aufzuwerfen«; der Apparat steht dann vor dem Schirm, zwischen oder hinter dem Publikum. Bei der Wahl des Platzes muß nun der Vorführer nicht nur an sich, sondern hauptsächlich auch an die Zuschauer denken. Der Apparat soll ihnen nicht die Aussicht versperren, er soll nicht durch »falsches Licht« ihre Augen blenden und durch das unvermeidliche Geräusch ihre Ohren irritieren; auch soll der Vorführer nicht durch seine Hantierungen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Je weniger vom Apparat und vom ganzen Projektionsvorgang zu merken ist, desto besser. Eine Vorführung ist eigentlich erst dann als völlig gelungen zu bezeichnen, wenn das Publikum ungestört im Genüsse der Lichtbilder aufgehen kann.

Bei öffentlichen Vorführungen, insbesondere bei ständigen, theatermäßigen Einrichtungen sind die Sicherheitsbestimmungen zu beachten, welche die Polizei zum Schutze gegen Feuersgefahr erlassen hat. Da ist, in Deutschland wohl allenthalben, ein feuersicheres Häuschen vorgeschrieben, das sich hinter dem Zuschauerraum in einem mehr oder minder großen Abstand von der letzten Reihe befindet. Der Kinematograph wird darin aufgestellt und wirft das Licht durch eine Öffnung hinaus, die im Falle eines Brandes verschlossen werden kann. Diese Anordnung bietet gleichzeitig den Vorzug, daß der Apparat dem Publikum verborgen bleibt.

Solche Eisenhäuschen werden in transportabler Form gebaut, derart, daß die Wände aus je 2 Feldern bestehen, die mittels Keilen zusammengehalten werden. In der Rückwand ist eine Tür angebracht, während die Vorderseite außer einer oder zwei Projektionsöffnungen zwei Beobachtungsfensterchen besitzt. Um eine ausreichende Ventilation zu erzielen, wird die rückwärtige Hälfte der Decke aus Drahtgeflecht hergestellt. Ein solches Häuschen ist etwa 2 Meter hoch bei 2 Meter Breite und 2 Meter Länge.

Wenn man durchprojiziert, so gilt es nicht minder, für verdeckte Aufstellung des Apparates Sorge zu tragen. Der Schirm selbst bietet hier zwar eine gute Deckung, doch genügt diese nicht immer: man muß, wenn nötig, den freien Raum rechts und links vom Schirm verhängen, da sonst leicht die seitlich sitzenden Zuschauer einen freien Ausblick gegen den Apparat haben und durch den Lichtschein gestört werden. Der Vorführer tut gut, seine Anordnung hieraufhin vom Zuschauerraum aus zu prüfen.

Genau genommen sollte der Apparat so hoch gestellt werden, daß das Objektiv senkrecht gegen die Mitte des Schirmes gerichtet ist. In Wirklichkeit ist aber eine geringe Neigung auf- oder abwärts sowie auch in seitlicher Richtung durchaus zulässig. Unter stärkerem Winkel gegen die Wand zu projizieren, muß indessen vermieden werden, weil das Lichtbild dann mehr oder minder verzerrt erscheint und teilweise nicht scharf wird.

Beim Durchwerfen des Bildes zeigt sich zuweilen in der Mitte ein störender, greller Lichtfleck. Man kann diesen Übelstand vermeiden, indem man dafür sorgt, daß die Strahlen, die vom Objektiv gegen die Mitte des Schirmes gerichtet sind, in ihrer Verlängerung über die Köpfe der Zuschauer hinweggehen. Dazu braucht man nur den Apparat, wenn er in gleicher Höhe mit dem Publikum steht, etwas aufwärts zu neigen. Wenn der Apparat in einen starken Winkel gestellt werden muß, wird es erforderlich sein, den Schirm entsprechend nach rückwärts zu neigen.

Nun noch einige Worte über die Zuschauerplätze. Bei deren Anordnung sei das Prinzip maßgebend, daß jeder das Lichtbild gut sehen soll; es ist verfehlt, wenn man darauf ausgeht, nur recht viele Sitze in dem Saale unterzubringen. Die erste Reihe darf nicht zu nahe an die Projektionswand gerückt werden; denn zum Überblicken des Bildes ist ein gewisser Abstand erforderlich. Zweckmäßig ist es, die Sitzreihen amphitheatralisch ansteigen zu lassen, wie es in Hörsälen üblich ist; wenn dies nicht geht, so bringe man den Schirm hinreichend hoch an, damit die Vorderleute nicht mit ihren Köpfen die Aussicht versperren.

Daß bequeme Sitze dem Publikum lieber sind als enge, unbehagliche Bänke, versteht sich von selbst; desgleichen dürfte es selbstverständlich sein, daß der Eindruck einer noch so guten Vorführung leiden wird, wenn die Ausstattung zu wünschen übrig läßt.

Die Vervollständigung der Ausrüstung.

Was zu einer kinematographischen Einrichtung gehört und welcherlei Anordnungen zu treffen sind, haben wir im großen und ganzen erfahren. Einige weitere Ausrüstungsgegenstände, welche der Vorführer eines Unternehmens nicht entbehren kann, werden wir weiter unten noch kennen lernen; insbesondere eine Umrollvorrichtung und das Material zum Kleben von Films. Ferner darf ein Werkzeugkasten nicht fehlen, der die zu Reparaturen erforderlichen Instrumente, wie Hammer, Universalzange, Feilen, Schraubenzieher, Bohrer, Reibahlen, Stemm- und Schabeisen sowie diverse Schrauben enthält. Als Ergänzung dazu dient das Material zur Instandhaltung des Apparates, wie Oelkännchen, Bürste, Pinsel und Putzlappen, spitze Stäbchen zur Entfernung von Schmutz aus dem Werk, Poliermasse zum Putzen der Metallteile, mit denen der Film in Berührung kommt, und weicher Lederlappen zum Reinigen der Linsen.

Die ganze Einrichtung sollte derart getroffen werden, daß der Vorführer die beim Betriebe erforderlichen Gegenstände und Instrumente bequem zur Hand hat. So müssen Schalter und Widerstand für Bogenlampe, Regulator für den Elektromotor sowie der Schalter zum Erleuchten des Raumes vom Standpunkte des Vorführers aus leicht erreichbar sein. Den anderen Sachen, die zur Instandhaltung des Apparates und zur Pflege der Films gehören, ist ein bestimmter Platz zu geben.

Für die Reise bedarf man transportabler Einrichtungen, wie wir sie schon verschiedentlich erwähnt haben. Den Apparat bringt man unterwegs in einem kräftigen Kofferkasten (Fig. 103) unter, der mit Fächern für einzelne Teile versehen und ev. auch als Stativ verwendbar ist. Zum Mitnehmen der wertvollen, auf Spulen gewickelten großen Filmrollen gibt es verschließbare Kästen, wie sie Fig. 104 veranschaulicht.


Das Arbeiten mit dem Kinematograph.

Handhabung des Mechanismus.

Die Handhabung des Kinematographen ist im großen und ganzen recht einfach; doch sollte man es deshalb nicht versäumen, alle Teile des Apparates genau kennen zu lernen und sich mit der Bedienung durchaus vertraut zu machen, bevor man daran geht, eine eigentliche Vorführung zu veranstalten.

Nachdem der Apparat aufgestellt ist, muß zunächst die Lichtquelle, über die wir vorher bereits gesprochen haben, in Betrieb gesetzt und so eingestellt werden, daß auf dem Projektionsschirm ein gleichmäßig beleuchtetes Bildfeld erscheint, ohne blaue Flecken und ohne gelbrote Ränder. Dann gilt's den Film einzuspannen. Wenn der Apparat kein Kühlgefäß und keine automatische Feuerschutz-Einrichtung besitzt, so muß man beim Einspannen eine Vorsichtsmaßregel treffen, damit nicht die Strahlen während dieser Zeit den Film beschädigen oder gar entzünden. Recht zweckmäßig und einfach ist folgendes Verfahren. Man bringt in die Bildbühne des Apparates einen Bildhalter und setzt in eine der Schieberöffnungen ein Stück Mattglas, während die andere Oeffnung frei bleibt. Aus Fig. 50 ist diese Anordnung ersichtlich. Man schiebt nun das Mattglas vor den Kondensor, wodurch die Strahlen zerstreut und derart geschwächt werden, daß sie dem Film nichts mehr antun können. Gleichzeitig kommt das zerstreute Licht, das alle Teile des Mechanismus beleuchtet, beim Einspannen des Film sehr zu statten. Zuweilen wird statt dessen eine am Apparat angebrachte Verschluß-Vorrichtung verwandt, die dann aber alles Licht abschneidet. Empfehlenswert ist auch die weiter oben erwähnte Einschaltung eines Drahtnetzes.

Der Film wird aus der Büchse genommen und auf die Spule gesteckt, die, wie ich weiter oben beschrieb, in der Regel zweiteilig ist und sich auseinandernehmen läßt. Wenn der Film zu eng aufgewickelt war, so daß er nicht auf die Spule geht, so stecke man den Zeigefinger der rechten Hand in die Öffnung der Rolle und drehe den Film mit der linken Hand von außen her zurück; dadurch lockert sich die Rolle und die Öffnung kann allmählich erweitert werden.

Nachdem die Spule auf den dafür bestimmten Halter gesetzt und festgemacht ist, zieht man ein Stück Film herunter, um es in den Mechanismus einzuspannen. Es ist dabei folgendes zu beachten. Der Film muß stets »umgekehrt«, d. h. die Köpfe der Bilder nach unten, durch den Apparat laufen. Ferner muß die Schichtseite, das ist die matte Seite, die beim aufgerollten Film nach innen ist, dem Kondensor zugekehrt sein; nur wenn man die Lichtbilder »durchwirft«, wenn man also einen transparenten Schirm benutzt, soll die Schicht nach der anderen Seite, nach dem Objektiv hin, zeigen, weil sie sonst auf dem Lichtbilde seitenverkehrt (rechts und links vertauscht) erscheint. Auf einen Punkt muß ich noch aufmerksam machen. Man stecke die Filmrolle derart auf die Spule, daß der Film (von der Türe des Apparates aus gesehen) von oben her über die Spule kommt und nicht unter der Spule her in den Mechanismus läuft. In letzterem Falle kann der Film leicht in einer Schlaufe herunterhängen und je nach der Konstruktion des Apparates ist er dann mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, durch die Blendflügel beschädigt zu werden.

Bevor man den Film einspannt, überzeuge man sich, ob auch alle Teile, mit denen er in Berührung kommt, recht blank und sauber sind, damit er beim Durchlaufen keine Beschädigungen erleidet. Beim Einspannen, das ich hier im einzelnen nicht beschreiben kann, weil ja die Handgriffe bei den verschiedenen Konstruktionen mehr oder minder voneinander abweichen, achte man besonders darauf, daß der Film mit seiner Perforation gut auf die Zahntrommeln zu liegen kommt, daß die Zähne schön in die Löcher eingreifen und die dagegen drückenden Rollen richtig anliegen. Wenn der Apparat mit einer Vorschubtrommel (oberhalb der Türe) versehen ist, so vergesse man ja nicht, zwischen ihr und der Türe einen Bausch zu bilden. Man mache jedoch den Bausch nicht zu groß, denn ein großer Bausch schlägt hin und her, wodurch nicht nur der Film leiden mag, sondern auch eine Abnutzung der Zahntrommel herbeigeführt werden kann.

Einen weiteren Bausch muß man dem Film geben bei Apparaten mit ruckweise bewegter Trommel, wie z. B. beim Maltesersystem, indem unten eine zweite Zahntrommel angebracht ist, welche den Film der Aufrollvorrichtung gleichmäßig zuführen soll, und zwar gehört der Bausch zwischen diese beiden Trommeln (vergl. Fig. 28). Auch hier heißt es: den Bausch nicht größer machen, als es ein glatter Transport des Filmbandes erfordert.

Es empfiehlt sich, die Einrichtung, die zur Nachstellung des Film dient, wenn das Bild nicht genau in der Oeffnung sitzt, also den verstellbaren Rahmen in der Türe oder die verstellbare Rolle, oder welcher Art diese Einrichtung sonst auch sei, von vorneherein auf die Mitte zu stellen, so daß nach beiden Seiten hin gleich viel Spiel zum Nachregulieren bleibt. Zweckmäßig ist es fernerhin, wenn man an der Transporttrommel des Bewegungs-Mechanismus und am Film selbst Marken anbringt, die beim Einspannen als Anhalt dienen und ein Nachregulieren überflüssig machen. Man macht dazu auf dem Filmband an einer kurzen Strecke im Anfange desselben die Linien zwischen den einzelnen Bildern, also Fuß- und Kopfende derselben, leicht kenntlich, beispielsweise durch eingestochene Löcher, und versieht die Transporttrommel mit entsprechenden Strichmarken, die sich mit obigen Zeichen decken müssen, wenn der Film richtig in der Türöffnung sitzen soll.

Bei erstmaliger Benutzung des Film schiebe man ihn in der Türe auf und ab und prüfe, ob er gut dadurch geht; denn es könnte vorkommen, daß ein Film zu breit ist und sich in der Türe klemmt. Nachdem die Türe geschlossen und der Film über die Transporttrommeln gespannt ist, klemmt man den Anfang des Bandes hinter der Feder der Aufrollspule fest. Ist eine solche nicht vorhanden, so stelle man vor den Apparat einen Behälter, und zwar so, daß der Film glatt hineinlaufen kann, ohne daß er unterwegs Widerstand findet. Wenn der Film nämlich nach dem Austreten aus dem Apparat aufgehalten wird, so bauscht er sich infolge der Stockung hoch und es besteht dann die Gefahr, daß er das Objektiv verdeckt und eventuell auch daß der Blendflügel ihn zerschlägt. Zum Auffangen des Filmbandes benutzt man einen Kasten, Korb oder Sack; sehr empfohlen wird auch ein Metallkasten mit abnehmbarem Deckel, in dem sich ein Schlitz zum Einführen des Film befindet. Ein solcher Kasten bietet besseren Schutz gegen Beschädigung und vor allem gegen Entzündung des Bandes, wie sie beispielsweise durch ein leichtsinnig zu Boden geworfenes glimmendes Streichholz oder Zigarre hervorgerufen werden könnte. Heutzutage sind übrigens auch die billigeren Apparate meistens mit einer Aufrollvorrichtung versehen.

Nun ist alles zur Vorführung bereit. Hat man sich beim Einspannen des Film zur Zerstreuung der Strahlen eines Mattglases bedient, so schiebe man in dem Augenblick, wo man zu drehen beginnt, mit der linken Hand den Bildhalter herüber, sodaß die freie Öffnung vor den Kondensor kommt und das Licht ungehindert passieren kann. Der Anfänger tut gut, zunächst ein paarmal langsam zu drehen und sich zu überzeugen, ob auch der Film allenthalben gut sitzen bleibt und glatt durch den Apparat läuft.

Der Vorführer muß sich alsdann durch einen Blick auf die Wand überzeugen, daß der Film richtig in der Türöffnung steht und daß das Lichtbild scharf eingestellt ist; wenn nötig muß er rasch nachhelfen. Die genaue Einstellung des Objektives besorgt man am besten vor dem Einspannen des Filmbildes, indem man dazu von einem Film ein kleines Stückchen abschneidet und dieses in die Türe einsetzt.

Die Geschwindigkeit, mit welcher die Kurbel des Apparates zu drehen ist, ergibt sich von selbst, wenn man dabei das Lichtbild beobachtet: die Bewegungen müssen natürlich erscheinen. Namentlich ein zu schnelles Drehen sollte man möglichst vermeiden; abgesehen davon, daß der Film dann rascher durchgelaufen ist, wirken die überhasteten und überstürzten Bewegungen höchst unangenehm. Lieber etwas langsam drehen als zu schnell! Ja es wird empfohlen, so langsam zu drehen, als es die Bildwirkung eben zuläßt. Allerdings ist unseren obigen Ausführungen zufolge zu beachten, daß bei größerer Geschwindigkeit das Flimmern geringer wird; ein starkflimmernder Apparat wird also, wenn man langsamer dreht, diesen Übelstand in erhöhtem Maße zeigen. In der Regel wird zu schnell gedreht.

Während der Vorführung muß der Operateur das Lichtbild im Auge halten; doch darf er nicht versäumen, auch den Durchlauf des Filmbandes durch den Apparat zu überwachen.

Über den Antrieb des Werkes mittels eines Elektromotors ist nur weniges zu sagen. Der Elektromotor muß für Spannung und Stromart des Leitungsnetzes eingerichtet sein und wird an letzteres direkt angeschlossen. In die Zuleitung kommen eine Sicherung, ein Ausschalter und ein Regulierwiderstand. Dieser Widerstand dient dazu, die Geschwindigkeit des Motors derart zu regeln, daß die dargestellte Lichtbilderszene natürliche Bewegungen zeigt. Die Verwendung des Motorantriebs bedeutet für den Vorführer eine nicht zu unterschätzende Entlastung, wenn es sich wie in Kinematographen-Theatern um ständige Vorführungen handelt; denn das Drehen mit der Hand ist auf die Dauer immerhin recht ermüdend.

Aufrollen und Umrollen des Filmbandes.

Hat man das Filmband in einen Behälter laufen lassen, so muß es nach der Vorführung wieder aufgerollt werden. Dabei ist nun zu beachten, daß das Ende des Film zuerst genommen wird. Ein einfaches und sicheres Verfahren, »das richtige Ende« zu finden, ist folgendes. Man greift in den Behälter, in welchen man das Band hat laufen lassen, nimmt irgend eine Schlaufe daraus hoch und sieht zu, nach welcher Seite die Fußenden der Filmbildchen zeigen. In dieser Richtung ziehe man den Film durch die Hand, bis man zu seinem Ende kommt, und nehme nun beim Aufrollen dies Ende zuerst.

Die Abbildung Fig. 105 zeigt einen Film-Aufwinder, welcher die Arbeit des Aufrollens sehr erleichtert. Auf die Achse desselben wird die Filmspule gesteckt und das Filmende hinter deren Feder geklemmt. Infolge der starken Übersetzung geht das Aufwinden rasch von statten. Man kann sich auch ohne ein solches Instrument behelfen, indem man die Spule auf dem Halter des Apparates beläßt, den Film darin fest macht und nun die Spule mit der Hand herumschlägt oder durch eine aufgesteckte Kurbel dreht.

Wenn der Apparat eine Aufrollvorrichtung besitzt, wie es jetzt in der Regel der Fall ist, muß der Film umgerollt werden, bevor man ihn wieder vorführt, denn beim Aufrollen ist hier der Anfang des Film, der zuerst durch den Apparat laufen soll, innen gekommen und das Ende außen. Zum Umrollen bedient man sich einer Umrollvorrichtung, wie sie Fig. 106 zeigt, oder man besorgt es mit Hilfe des Kinematograph-Mechanismus, wobei man folgendermaßen verfahren kann. Die Spule mit dem aufgerollten Film wird oben auf den Filmhalter gesteckt, während die leere Spule unten auf die Achse der Aufrollvorrichtung kommt. Man zieht nun das Ende des Film direkt von der oberen Spule (nicht durch das Werk hindurch, sondern davor her) zur unteren Spule, klemmt es darauf fest und dreht die Kurbel. Die untere Spule, die dabei vom Werk angetrieben wird, läuft mit und der Film wird umgerollt. Das ist ein Notbehelf, der nur da angebracht ist, wo der Kinematograph gelegentlich gebraucht wird; ein ständig arbeitendes Unternehmen kann natürlich eine ordentliche Umrollvorrichtung nicht entbehren.

Beim Aufwinden und Umrollen ist die Schichtseite des Film stets nach innen zu nehmen. Um eine gut gewickelte Rolle zu bekommen, legt man eine Hand auf und übt damit eine ganz leichte Bremsung aus. Ein festes Aufspulen ist zu vermeiden; denn man läuft dabei Gefahr, Schmutzteilchen, die daraufsitzen sollten, in den Film hineinzupressen. Durch ein nachher umgelegtes Gummiband hält man die Rolle zusammen.

Verwendung endloser Films.

An dieser Stelle sei auch die Verwendung der »endlosen Films« besprochen. Es sind das Filmbänder von etwa ein Meter Länge, deren Enden miteinander verklebt sind, sodaß man sie »endlos« durch den Kinematograph drehen kann. Dabei wiederholt sich die darauf dargestellte Szene im Kreislauf immerwährend; denn die Aufnahmen sind in geschickter Weise so gemacht, daß das Schlußbild in den darauf folgenden Anfangsbildern wieder eine natürliche Fortsetzung findet, daß sie also scheinbar ohne Anfang und ohne Ende sind. Diese Films sind natürlich für große Schaustellungen nicht verwendbar; sie eignen sich als billiger Ersatz für größere Films namentlich zu Demonstrationen, beispielsweise in Lehranstalten, wo es darauf ankommt, das Prinzip des Kinematographen praktisch zu erläutern, und sie lassen sich auch sonst bei kleineren Vorführungen zur Ergänzung eines andern Programms gut anbringen.

Nicht jeder Apparat ist zur Projektion von endlosen Films zu benutzen. Denn das Werk muß so gebaut sein, daß man das geschlossene Band in geeigneter Weise einspannen kann; auch ist ein verstellbarer Spulenhalter erforderlich. In der Regel sind die teueren, zu großen Schaustellungen bestimmten Modelle nicht dafür eingerichtet.

In welcher Weise der endlose Film in den Mechanismus eingespannt wird, hängt von dessen Konstruktion ab. Bei Apparaten mit Malteserkreuz, deren Türe sich wie gewöhnlich nach rückwärts öffnet, läßt man das Band hinter der Türe wieder hochgehen. Der Film wird über die Spule gelegt, sodaß er hinten herunterhängt, und dann in die Türe und über die Transporttrommel gespannt. Den hochgehenden Teil des Bandes legt man in einen seitlich angebrachten Bügel damit er den Lichtstrahlen nicht den Weg versperrt. Nun muß man noch den Spulenhalter, der hier verstellbar ist, so hoch stellen, daß der Film, ohne stramm gespannt zu sein, sich glatt durch den Mechanismus drehen läßt.

Die Abbildung Fig. 107 zeigt einen Mechanismus mit Schläger; hier läuft der Film vorne, neben dem Objektiv, wieder hoch. Das Einspannen erfolgt in entsprechender Weise. Bezüglich Einstellung des Filmbildes gilt dasselbe, was weiter oben gesagt wurde, und es ist natürlich auch hier zu beachten, daß der Film »verkehrt«, Kopf nach unten, durch den Apparat laufen muß.

Die endlosen Films sind, wenn man sie aus der Dose nimmt, mit mehr oder minder starken Knicken und Falten versehen, welche den glatten Durchlauf durch den Mechanismus stören können. Man beseitigt sie dadurch, daß man den Film über einen Stab oder ein hinreichend breites Zwirnröllchen hängt und in die Schlaufe unten ein zweites Röllchen bringt, woran man ein Gewicht befestigt; nach ein bis zwei Stunden ist dann der Film glatt.

Das Flimmern und Mittel zur Behebung bezw. Minderung des Übels.

Als eine unangenehme Beigabe der kinematographischen Lichtbilder wird das Flimmern empfunden, eine Erscheinung, deren auch der beste Apparat nicht ganz Herr zu werden vermag. Das Flimmern ist eben in der Natur des Kinematographen begründet; es hat seine Ursache in der sprungweisen Aufnahme und Wiedergabe und dem hierdurch veranlaßten Wechsel zwischen hell und dunkel. Was sich durch geeignete Konstruktion des Bewegungs-Mechanismus und Formung der Apparate tun läßt, um das Flimmern möglichst zu verringern, habe ich oben eingehend dargetan. Wenn nun auf Grund dieser Erfahrungen der Apparat auf einen hohen Grad der Vollkommenheit gebracht ist, so liegt es am Vorführer, das »Überbleibsel« vom Flimmern durch geeignete Maßregeln möglichst gering zu halten. Diese Forderung mag unverständlich erscheinen, aber nur deshalb, weil die Gesichtspunkte, die ich jetzt erörtern will, wenig oder garnicht beachtet werden. Der Vorführer hat es tatsächlich vielfach in der Hand, dem Lichtbild eine größere Ruhe zu geben, und wenn er sich die Mühe nicht verdrießen läßt, in dieser Hinsicht zu wirken, so kann er der Dankbarkeit des Publikums sicher sein; denn gerade das Flimmern ist es, welches das Auge des Beschauers ermüdet.

Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgehen, daß sich bei ein und demselben Apparat und bei gleicher Beleuchtung das Flimmern einmal in stärkerem, einmal in schwächerem Grade zeigt, und er wird finden, daß der Unterschied im Film liegt; bei dem einen Film flimmert das Lichtbild schlimmer als beim andern. Die unangenehme Erscheinung tritt stärker auf bei Bildern mit ausgedehnten, ganz weißen Flächen, z.B. mit großem, hellen Himmel, während sie sich bei Szenen mit durchweg dunklem Hintergrund weitaus geringer bemerkbar macht. Das ist leicht erklärlich. Das Flimmern ist eine Folge des steten Wechsels von hell und dunkel; je heller nun das Bild ist, desto schärfer wird der Gegensatz zwischen hell und dunkel und desto störender wird der Wechsel auf das Auge. Am deutlichsten zeigt sich dies, wenn man den Film entfernt und, die Kurbel in richtiger Geschwindigkeit drehend, das weiße Gesichtsfeld beobachtet: da wird das Flimmern auffallend stark sein, weil wir jetzt dem Auge besonders intensive Lichteindrücke geben, denen stoßweise die dunkle Pause folgt.

Was soll nun der Vorführer tun, wenn er ein Bild mit großen, weißen »Flecken« hat? Wie kann er hier das Flimmern reduzieren? — Da steht zunächst ein Weg frei: dem Bild weniger Licht geben! Dadurch wird der Gegensatz im Wechsel hell-dunkel geschwächt und das Flimmern auffallend geringer. Daß umgekehrt ein Zuviel an Licht das Flimmern fördert, läßt sich durch Prüfung leicht feststellen; damit stimmt auch die Beobachtung überein, daß ein kleines Lichtbild, mit gleichem Licht projiziert, stärker flimmert als ein großes Bild, indem ersteres wesentlich heller ist. Die Schwächung des Lichtes läßt sich natürlich nur dann und nur soweit durchführen, als das Bild in seinen dunkeln Teilen nicht darunter leidet. Ist der Film sehr hart gedruckt und verlangen die Schattenpartien viel Licht, so mag dies Verfahren unter Umständen mehr schaden als nützen. Jedenfalls ist aber als Regel festzuhalten: dem Film soll nicht mehr Licht gegeben werden, als nötig ist!

Eine weitere Beobachtung zeigt, daß ein gefärbter Film in geringerem Maße flimmert. Man kann dieses z. B. bei dem bekannten Feuerfilm sehen, der in seinem ersten Teil, Anfahrt der Feuerwehr etc., mehr oder minder stark flimmert, während die folgende Szene, die den Brand des Hauses darstellt, und bei welcher der Film rot gefärbt ist, wesentlich ruhiger erscheint. Da hätten wir also ein zweites Mittel, das darin besteht, den Film zu tönen. Der Vorführer braucht sich nun nicht mit Färberei-Versuchen zu befassen: er kann vielmehr eine ähnliche oder gleiche Wirkung mit Hilfe von Farbscheiben erzielen, die in den Strahlengang eingeschaltet werden. Von dem Effekt kann man sich sehr gut eine Vorstellung machen, wenn man den Apparat, ohne einen Film einzusetzen, dreht und die beleuchtete Projektionsfläche betrachtet: das zuerst weiße und stark flimmernde Feld wird ruhiger, sobald man eine farbige Scheibe in den Strahlengang bringt. Der Einfluß der verschiedenen Farben auf das Flimmern ist übrigens keineswegs gleich: gelb hilft wenig oder so gut wie gar nichts, rot dagegen dämpft das Flimmern außerordentlich stark, gleichfalls violett und blau, in noch etwas geringerem Maße grün; die Tiefe des Farbtons spielt dabei eine große Rolle: je dunkler die Farbe, desto stärker die beruhigende Wirkung.

Recht zweckdienlich ist zum Tönen des Bildfeldes eine mit verschiedenen Farbfeldern versehene und drehbar angeordnete Scheibe, welche hinter der Türe in den Mechanismus eingesetzt wird. Die Farbscheibe gehört nämlich zwischen Kondensor und Film; wenn man sie vor dem Objektiv anbringt, leidet das Bild leicht an Klarheit. Der Vorführer soll sich nun nicht verleiten lassen, eine solche Scheibe aufs Geratewohl zu benutzen. Ihre Verwendung bei dem einen oder andern Film muß vorher sorgsam studiert und probiert werden, wenn man nicht in Übertreibungen und Geschmacklosigkeiten verfallen will. Es ist durchaus nicht meine Absicht, die Farbscheibe als Allheilmittel gegen das Flimmern zu preisen und zu empfehlen, ich wollte vielmehr nur auf die vielfache Möglichkeit ihrer Verwendung hinweisen und Anregung zur häufigeren Benutzung geben.

Wer sich für die Bearbeitung und Färbung der Films selbst interessiert, findet darüber Näheres weiter unten; dort sind auch einige Mitteilungen über das Kolorieren von Films gemacht, ein Verfahren, durch welches man aus gleichem Grunde eine Minderung des Flimmerns erzielt.

Wissenschaftliche Untersuchungen über das Flimmern sowie auch über das Bewegungssehen sind neuerdings durch Prof. Dr. Marbe, Direktor des Physiologischen Instituts der Universität Würzburg, ausgeführt worden. Die Resultate sind niedergelegt in einer Schrift »Theorie der kinematographischen Projektionen« (Leipzig 1910), welche Interessenten empfohlen sei.

Das Flickern.

Zuweilen gewahrt man auf der Projektionswand ein heftiges »Flickern«, und zwar macht es sich namentlich in hellen Stellen des Bildes bemerkbar, wie z. B. in den Teilen, welche den Himmel darstellen. Diese Erscheinung rührt her von Kratzen und Schrammen im Film, sowie auch von Löchern in der Bildschicht; dies Übel ist oft viel schlimmer und störender als das geringe »Überbleibsel« vom Flimmern eines guten Apparates.

Ein paar einzelne Fehler im Film, selbst größere, bringen wenig Schaden, sie sind rasch vorüber. Aber die Menge kleiner Kratzen und Flecken ist schlimm; sie erscheint dem Auge wie ein Gewirre tanzender Mücken. Warum, ist leicht erklärlich. Die rasch nacheinander gezeigten Bilder gehen, wie wir wissen, in einander über und die Verschiebungen in den Bildern geben sich unserem Auge als Bewegung kund. Normaler Weise verlaufen diese Bewegungen glatt und ununterbrochen; wenn aber in zwei aufeinander folgenden Bildern eine starke Verschiebung eintritt, so gibt es einen Sprung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn aus einem Film eine Anzahl beschädigter Bilder herausgeschnitten ist; an der Klebestelle bekommen wir dann eine plötzliche Versetzung, die sich als heftige Bewegung der Person oder des Gegenstandes unangenehm bemerkbar macht. So ist es auch mit den Flecken. Würde eine Anzahl aufeinander folgender Bilder je einen Fleck an derselben Bildstelle haben, so wäre dieser Fehler nicht schlimmer, als ein Fleck bei einem stehenden Lichtbild; würden diese Flecken in der Reihenfolge der Bilder nach und nach sich gegeneinander verschieben, indem sie beispielsweise von Bild zu Bild immer nach oben säßen, so nähme das Auge eine Bewegung des Fleckens nach aufwärts wahr, die gewiß schon recht störend sein würde. Wenn aber der Flecken einmal hier, einmal dort im Bilde sitzt, so bekommen wir bei der Projektion den Eindruck, als ob er hin und her tanzt; denn unser Auge nimmt ja die sprungweisen Verschiebungen als heftige Bewegungen wahr. Bei einem strapazierten Film ist es nun in Wirklichkeit noch viel schlimmer. Da gibt's auf jedem Bild nicht einen, sondern viele Flecken und Kratzen an beliebigen Stellen, und von jedem Bild zum nächsten sind sie regellos gegeneinander verschoben. Wie soll sich da unser armes Auge zurecht finden! Getreulich sucht es in all diese Verschiebungen Sinn zu bekommen und Bewegungen daraus zu konstruieren. Und was es da kombiniert, kann nichts anderes sein als ein tolles Hin- und Herspringen, so recht dazu angetan, um wirre zu machen und zu ermüden.

Häufig wird dies unangenehme Flickern mit dem Flimmern verwechselt und ungerechterweise dem Apparat die Schuld dafür gegeben. Tatsächlich kann gegen diesen Fehler, der ja im Film zu suchen ist, der beste Apparat nicht helfen. Wer sich davor bewahren will, muß gute Films verwenden und diese gut pflegen und schonen.

Die Projektion stehender Lichtbilder.

In den meisten Fällen wird der Kinematograph mit einer Vorrichtung zur Projektion stehender Lichtbilder versehen. Die verschiedenen Ausführungsarten desselben habe ich schon weiter oben besprochen. Es erübrigt sich hier darauf hinzuweisen, daß zum Einbringen und raschen Auswechseln der Glasbilder ein Bildhalter erforderlich ist, der in die Bildbühne dicht vor den Kondensor gebracht wird. Man hat vielerlei Arten von Bildhaltern konstruiert; am einfachsten ist und bleibt der Rahmen mit Doppelschieber, der zwei Bilder aufnimmt und durch Herüberschieben ein rasches Auswechseln ermöglicht. Wo man mit hoher Lichtstärke arbeitet und der Bildhalter in Gefahr kommt, sehr heiß zu werden, sei die Anwendung einer ganz aus Metall ausgeführten Konstruktion empfohlen.

Glasbilder bekommt man im Handel in großer Auswahl; es sei bemerkt, daß sie in zwei verschiedenen Formaten geliefert werden, nämlich 8 1/4 × 8 1/4 und 8 1/2 × 10 cm. Man tut daher gut, sich einen Bildhalter zu beschaffen, der beide Bildgrößen durcheinander aufnimmt, wie ihn die Fig. 55 zeigte. Das innere Maß der beiden Formate ist übrigens in der Regel nicht größer als 7 × 7 cm, so daß eine Kondensorgröße von 10 bis 11 cm zur Beleuchtung ausreicht.

Der Bildhalter kann, worauf schon hingewiesen wurde, auch gute Dienste als Verschluß für den Kinematograph leisten, indem man in eine der Schieberöffnungen eine Blechscheibe oder ein Mattglas setzt.

Für die kinematographische Projektion ist ein stärkeres Licht erforderlich als zur Vorführung von Glasbildern. Wenn man daher zwischendurch stehende Bilder zeigt, so empfiehlt es sich, dafür die Helligkeit der Lampe etwas zu mindern, vorausgesetzt, daß die Beleuchtungs-Vorrichtung dieses zuläßt.

Die Behandlung und Pflege der Films.

Die Fürsorge für die Films spielt bei der kinematographischen Projektion eine große Rolle und sie darf nicht außer Acht gelassen werden, wenn man an ihnen längere Zeit Freude haben will. Zunächst gilt es, schon bei der Aufbewahrung der Films Vorkehrungen zu treffen, damit das Material in seiner Qualität keine Einbuße erleidet. Man muß es namentlich vermeiden, die Films an einem warmen und trocknen Platz aufzuheben; denn das Celluloid verliert dadurch an Geschmeidigkeit und wird auf die Dauer spröde und brüchig. Auch das Abspringen der Schicht wird durch Aufbewahrung an einem ungeeigneten Platz befördert. Am besten hält sich das Material an einem kühlen und feuchten Ort, und wo ein solcher nicht zur Verfügung steht, sollte man sich einen gut schließenden Zinkkasten verschaffen. In den Kasten kommt ein Einsatz mit einer durchlöcherten Platte, worauf die Films gelegt werden, und in den Raum darunter bringt man ein angefeuchtetes Stück Filz oder einen feuchten Schwamm, der die Films vor dem Eintrocknen bewahrt. Nach Bedarf muß der Filz oder Schwamm wieder angefeuchtet werden. Zuviel Feuchtigkeit kann schädlich wirken, indem dadurch die aus Gelatine bestehende Bildschicht in Gefahr kommt, schimmelig zu werden.

Über die schonende Behandlung des Filmbandes im Apparat haben wir oben schon gesprochen; es war dort davon die Rede, wie der Mechanismus gebaut sein muß, damit der Film beim Durchlauf keinen Schaden leidet. Es genügt nun nicht, wenn der Apparat in der angegebenen Weise konstruiert ist: er muß auch in entsprechendem Zustande gehalten werden. Und dazu gehört in erster Linie: Sauberhalten aller Teile, mit denen der Film in Berührung kommt. Das Celluloid setzt nämlich (namentlich bei neuen Films) infolge der Reibung bei der großen Geschwindigkeit einen Staub ab, der sehr hart ist und sich zu einer Kruste verfestigt. Diese Kruste aber bildet ein ganz ausgezeichnetes Schleifmittel, das nicht nur den Film verarbeitet, sondern auch die betreffenden Apparatteile angreift. Darum ist es dringend notwendig, die Auflageflächen in der Türe und auf den Trommeln und Rollen hinreichend oft sorgfältig zu reinigen; wenn möglich, geht man jedesmal, nachdem ein Film durchgelaufen ist, mit einer Bürste darüber. Auf keinen Fall darf man es unterlassen, die Teile zum Schluß gründlich zu reinigen.

Am meisten wohl werden in der Praxis die Films durch darauf geschmiertes Öl verdorben. Die Apparate werden vielfach zu stark geölt, ohne darnach gereinigt zu werden; das Öl verbreitet sich über die Teile, mit denen der Film in Berührung kommt, und nun erhält der Film einen klebrigen Schmierüberzug. Staub und Schmutz, der darauf liegt, bleibt haften und wird dann in der Aufrollvorrichtung fest darauf gepreßt. Es ist zu beachten, daß der Film infolge von Reibung leicht elektrisch wird und daß er alsdann Staub anzieht. Damit die Staubentwicklung im Raume eine möglichst geringe ist, trage man für häufige, gehörige Reinigung Sorge. Ferner empfiehlt es sich, die Films nicht zu fest auf- und umzurollen. Bei festem Aufrollen wird der daran haftende Staub geradezu in den Film eingepreßt, denn der Druck der Filmlagen aufeinander ist ein ganz gewaltiger. Besonders schädlich ist es dabei, wenn an dem Film körnige Schmutzteilchen sitzen, da diese zu Kratzen Anlaß geben.

Eine sachgemäße Behandlung der Films verlangt fernerhin, daß man das Band nach erfolgtem Durchlauf daraufhin nachsieht, ob es bei der Vorführung irgendwie gelitten hat, und daß man schadhafte Stellen, die sich zeigen sollten, ausbessert. Diese Prüfung kann man meist zweckmäßiger Weise beim Auf- oder Umrollen des Filmbandes vornehmen; man läßt dazu den Film durch die Hand gleiten, wobei man die Finger gegen die Kanten legt und so Einrisse leicht auffindet. Es empfiehlt sich, dabei auf den Tisch ein reines, weißes Tuch zu legen und Staub möglichst fernzuhalten. Zum Reinigen des Filmbandes von Staub läßt man es durch einen Lederlappen laufen; anhaftende Schmutzteilchen und Ölschmiere entfernt man mit einem Benzinlappen. Wenn man es versäumt, Beschädigungen, wie Risse und schlechte Klebstellen, rechtzeitig zu reparieren, so leidet der Film immer mehr, und ein beschädigter Film, der ungepflegt bleibt, ist in kurzer Zeit völlig ruiniert und unbrauchbar.

Am stärksten leiden erfahrungsgemäß Anfang und Ende des Filmbandes; bei öfters benutzten Films kündigt sich der Schluß meist durch ein hässliches »Regnen« an. Dieser Übelstand läßt sich in der Weise vermeiden, daß man vorne und hinten einige Meter Blankfilm — am besten schwarzen Film — anklebt; dann bleibt der eigentliche Bildfilm geschont.

Verknitterte Films macht man glatt, indem man sie über heißen Wasserdampf, der aus einem Kessel kommt, hält und dabei mit der Hand glatt streicht.

Das Verkleben und Ausbessern der Films.

Das Zusammenkleben von Films geht bei richtiger Handhabung und bei Anwendung geeigneten Klebstoffes leicht von statten. Das Celluloid läßt sich so schön kleben, daß ein Klebstreifen von 3 mm Breite vollkommen genügt; bei einiger Übung kommt man mit einem noch kleineren Stücke aus. Es ist zu berücksichtigen, daß der Film an der Klebstelle dicker und steifer ist und daß er dort also beim Durchlauf durch den Apparat einen gewissen Widerstand findet; aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, wenn die Klebstelle recht klein gemacht wird.

Die Gelatineschicht muß auf einem der beiden Filmstücke an der Stelle, welche verklebt werden soll, völlig entfernt werden; denn man erhält nur dann eine feste Verbindung, wenn Celluloid auf Celluloid kommt. Ein Punkt, der ferner beim Verkleben beachtet werden muß, ist die Innehaltung der Perforation. Nicht nur muß der Abstand der Löcher an der Klebstelle genau gewahrt bleiben, sondern man muß auch zusehen, daß dort keine Verschiebung in der Reihenfolge der Bilder eintritt. Wenn man beispielsweise aus dem Film ein eingerissenes Stück durch Herausschneiden entfernen will, so ist es erforderlich, ein Stück in Größe eines ganzen Bildes (mit beiderseits vier Löchern) oder, falls der Riß darüber hinaus geht, in Größe zweier oder mehrerer Bilder wegzunehmen. In dieser Hinsicht das Richtige zu treffen, bietet keine Schwierigkeit, wenn man die Klebstelle auf das Fuß- bezw. Kopfende der Bilder verlegt: es müssen sich dann also dort genau zwei Bilder treffen. Die Schnittstelle sollte aber nicht auf ein Loch fallen, sondern am besten mitten zwischen zwei Löcher gelegt werden.

Gilt es zwei Films zusammenzukleben und befindet sich am Ende des einen Film ein mehr oder minder langes blankes oder schwarzes Stück (ohne Bilder), so muß man zunächst feststellen, ob dies Stück so lang ist, daß genau eine Anzahl Bilder (gleichgültig wie viele) darauf geht. Da auf jedes Bild vier Löcher kommen, braucht man dazu nur die Löcher zu zählen; ihre Zahl muß, wenn die Verbindung richtig werden soll, ein vielfaches von vier sein. Macht man hierbei einen Fehler, so wird bei der Vorführung der angeklebte zweite Film mit seinen Bildern nicht richtig in der Türöffnung sitzen. Die richtige Länge des blanken Stückes läßt sich auch leicht durch Messen von dem mit Bildern versehenen Filmteil kontrollieren.

Es kann nun beim Zusammenkleben zweier Films vorkommen, daß ihre Perforation in der Anordnung zu den Bildern verschieden ist, indem bei dem einen Film die Löcher etwas höher am Bilde sitzen als beim andern. Wenn man da genau Bild an Bild klebt, wird an dieser Stelle der Lochabstand zu groß oder zu klein sein; macht man anderseits die Verbindung derart, daß die Entfernung der Löcher richtig ist, so tritt eine kleine Verschiebung der Bilder ein. Es ist aber notwendig, beim Verkleben den Lochabstand möglichst genau einzuhalten, weil sonst der Transport des Bandes eine Störung erleidet; die Verschiebung des Bildes, die sich dann beim Übergang vom ersten zum zweiten Film zeigt, muß man hier daher mit in Kauf nehmen und durch die betreffende Vorrichtung des Apparates korrigieren.

Als Klebstoff benutzt man ein Lösemittel für Celluloid, und zwar bewährt sich sehr gut Amylacetat, dem man etwas Celluloid zuzusetzen pflegt; auch lassen sich Aceton und Eisessig verwenden. Übrigens werden jetzt für Films geeignete Klebmittel im Handel vielfach angeboten. Man muß die Flasche gut verkorkt halten, da die Substanzen stark verdunsten und dadurch an Wirksamkeit verlieren; eine praktische Anordnung zeigt Fig. 108. Gummi, Kleister und dergl. andere Stoffe sind hier nicht zu brauchen.