Fig. 34.

Die gemeinsame Verstellung von Rähmchen und Objektiv wird in der Regel durch folgende Anordnung erreicht. Das Objektiv ist in ein Rohrstück geschraubt, welches durch eine vor der Türe befindliche Platte getragen wird, und diese Platte, an der auch das Rähmchen angebracht ist, läßt sich durch einen Zahn- oder Spindeltrieb heben und senken. Die Abbildung Fig. 34 zeigt einen Apparat, welcher mit einer solchen Einrichtung versehen ist; durch Drehen des am Spindeltrieb angebrachten Griffes G wird die Platte mit Objektiv und Fensterrähmchen herauf oder herunter bewegt und dadurch das Filmbild, wenn es vorher nicht richtig saß, genau vor die Öffnung gebracht. Der dargestellte Kinematograph ist nach dem Schlägersystem gebaut: unten sieht man die Transporttrommel, auf deren Achse die Antriebskurbel angebracht ist, und links davon, unterhalb der Türe, die Schlägerscheibe. Oben befindet sich die Filmspule und darunter die Zahntrommel, welche den gleichmäßigen Vorschub des Filmbandes besorgt. Vor dem Objektiv arbeiten zwei vierflügelige, sich gegeneinander bewegende Blendscheiben.

Eine andere Lösung der Aufgabe, die falsche Stellung des Filmbildes in der Türöffnung zu korrigieren, besteht darin, daß man das ganze Werk in der Höhenrichtung verstellbar macht, wobei aber Objektiv und Türe nicht mit bewegt werden. Wenn dann beispielsweise das Filmband zu tief in der Türe sitzt, so hebt man das Werk an, wodurch der Film mitgehoben wird, und da die Türe stehen bleibt, so schiebt er sich darin hoch, und auf diese Weise kann man ihn also leicht in die richtige Stellung bringen.

Der ganze Mechanismus, mit Ausnahme von Türe und Objektiv, wird zu diesem Zweck an einer Platte oder einem Rahmen montiert, der sich in einer Führung hoch und tief stellen läßt; die Verstellung geschieht mittels eines Hebels oder eines Triebes. Man hat dieses Verfahren sowohl bei Apparaten mit Malteserkreuz, wie auch beim Schlägersystem angewandt; es bietet den Vorteil, daß die Beleuchtung des Lichtbildes in keiner Weise Einbuße erleidet, indem Türöffnung und Objektiv nicht verstellt werden. Doch gibt es auch hier einen Nachteil: die Blende wird mit dem Werk gehoben oder gesenkt, also vor dem Objektiv verschoben. Die Wirkung der Blende wird mithin auch hier bei der Korrigierung der Bildstellung ungenau, indem sie zu früh oder zu spät einsetzt — es sei denn, daß die Blendenachse senkrecht über oder unter dem Objektiv gelagert ist.

Wenn wir die beiden letzten Methoden zur Korrigierung der Bildeinstellung vergleichen, so zeigt es sich, daß sie das gleiche Ziel auf entgegengesetztem Wege erreichen: die erstere besteht darin, Türöffnung und Objektiv in der Höhenrichtung zu verstellen, während bei der zweiten Methode das ganze Werk mit Ausnahme von Tür und Objektiv gehoben bezw. gesenkt wird.

Die Einrichtung des Filmbildes läßt sich nun auch dadurch erreichen, daß man nur den eigentlichen Bewegungs-Mechanismus oder ein Glied desselben verstellbar anordnet. Bei einem Apparat mit »Schläger« z. B. genügt es, wenn die Schlägerscheibe aufwärts bezw. abwärts bewegt wird; während bei Malteserapparaten die Zahntrommel mit Kreuz verstellbar zu machen ist. Dies Verfahren erfordert, daß gleichzeitig die Blendenstellung eine entsprechende Korrektur erfährt, da die Flügel sonst zu früh oder zu spät einsetzen werden, wenn nicht die Blendenachse senkrecht über oder unter dem Objektiv sitzt.

Fig. 35.

Es ist nun noch eine andere Methode anzuführen, die sich namentlich beim Schlägersystem leicht anwenden läßt. Dabei wird zwischen die Transporttrommel und die Schlägerscheibe eine Rolle eingeschaltet, über welche der Film läuft; diese Rolle kann mittels eines Hebels oder Triebes verstellt werden. In der Abbildung Fig. 35 ist die Anordnung skizziert; der Übersicht halber habe ich den Mechanismus, mit Hilfe dessen sich die Rolle auf- und abbewegen läßt, fortgelassen.

W ist die Transporttrommel, E der Schläger (Exzenter), T die Türe und R die Rolle. Wenn man nun die Rolle in die punktiert angedeutete Stellung S hebt, so wird der Film aus der Türe ein Stück vorwärts gezogen; wenn man sie hingegen senkt, so bleibt der Film beim nächsten Einschlagen des Exzenters in der Türe um ein Stückchen zurück. Es kann also auf diese Weise das Filmbild, falls es nicht genau in der Oeffnung sitzen sollte, richtig eingestellt werden. Man kann den Film auch unterhalb der Rolle R laufen lassen, die dann entsprechend tiefer sitzen muß. Diese Anordnung zeigt der in Abbildung Fig. 36 dargestellte Schläger-Apparat; die links von der Transporttrommel sichtbare Rolle, unterhalb welcher der Film hergeht, kann durch den großen Knopf K mittels Triebübersetzung verstellt werden. Auch bei Malteserkreuz-Apparaten läßt sich die Verstellung des Film mit Hilfe einer solchen Rolle in Anwendung bringen, indem die Rolle zwischen Türe und Transporttrommel angebracht wird.

Fig. 36.

Ich möchte hier noch ein Hilfsmittel erwähnen, das ebenfalls zur Korrigierung der falschen Bildeinstellung in der Türöffnung dient. Es besteht darin, daß die untere Zahntrommel auf ihrer Achse mittels eines Triebes drehbar angeordnet wird. Die Abbildung Fig. 37 zeigt eine solche Konstruktion. In einer einfacheren Ausführung geschieht diese Drehung mittels zweier ineinander greifender Zahnräder.

Fig. 37.

Es ist leicht einzusehen, daß das Filmbild in der Türe durch eine Verstellung der Transporttrommel auf ihrer Achse auf- oder abwärts verschoben wird, sodaß auf diese Weise eine falsche Bildeinstellung korrigiert werden kann. Die beschriebene Anordnung läßt sich aber nur bei Ruhestellung des Apparates anwenden, da der Triebknopf, wenn die Trommel in Rotation befindlich ist, wegen seiner exzentrischen Stellung nicht mit Sicherheit gehandhabt werden kann. Anders ist es bei der in Abbildung Fig. 38 skizzierten Konstruktion, wo der Triebknopf konzentrisch zur Achse sitzt und während des Betriebes ein Anhalten des Knopfes genügt, um eine Verschiebung der Trommel herbeizuführen. Es ist dazu an der Zahntrommel, die sich lose auf der Achse befindet, ein Zahnrad A angebracht während daneben fest auf der Achse ein gleich großes Zahnrad B sitzt. In diese beiden Zahnräder greift ein kleines, breites Zahnrad C, das in dem aufgesteckten Kopfe D gelagert ist. Hierdurch sind die Räder A und B verkuppelt und beim Betriebe läuft die Trommel mit der Achse, als wenn sie fest darauf säße. Wenn man nun aber den am Kopfe D angebrachten Triebknopf bei Ruhestellung des Apparates dreht, so bringt man das Zahnrad C auf dem fest und stillstehenden Rade B zum Laufen und dadurch wird das Rad A mit der Trommel in entgegengesetzter Richtung gedreht. Beim Betriebe genügt es, den Knopf festzuhalten; die Achse mit dem Rade B bewegt sich dann weiter, das Rad C gerät in Umdrehung und bewirkt mittels des Rades A eine Rückwärtsverschiebung der Trommel.

Fig. 38.

Die Schonung des Filmbandes im Mechanismus.

Bei der Ausführung des Apparates spielt die Schonung des Filmbandes eine große Rolle. Der Film soll weder verkratzt noch gerissen oder gezerrt werden; soll er überhaupt auf keine Weise Beschädigungen erleiden. Wie ich schon erwähnte, wird die Türe des Apparates so hergerichtet, daß der Film dort nur an den Seiten aufliegt, während das mittlere Stück, welches die Bilder trägt, ganz frei läuft. Nach diesem Prinzip werden nun nach Möglichkeit die anderen Apparat-Teile gebaut, mit denen der Film in Berührung kommt; insbesondere sind die Trommeln zwischen den beiden Zahnkränzen vertieft und desgleichen die Rollen, die den Film gegen die Trommeln drücken.

Wenn auf diese Weise die Bildschicht gegen Beschädigungen bewahrt bleibt, so gilt es nun weiterhin, das Filmband selbst möglichst zu schonen, denn die ruckweise Weiterbewegung stellt bei ihrer großen Geschwindigkeit immerhin Anforderungen an das Filmmaterial. Man muß naturgemäß sein Augenmerk in erster Linie auf den Bewegungsmechanismus richten, und zwar auf die Stelle, wo der Film gefaßt und vorwärts gezogen wird. Wie wir wissen, spielt bei der Weiterbewegung die Perforation eine große Rolle; ja, sie muß den Ruck der Weiterbewegung aushalten, denn mit Hilfe der Löcher, in welche der Mechanismus eingreift, wird das Filmband vorwärtsgezogen.

Werden beim Transport nur zwei Löcher der Perforation gefaßt, wie beim »Greifersystem« mit einfacher Gabel, deren »Zinken« rechts und links in ein Loch eingreifen, so konzentriert sich der Ruck auf diese beiden kleinen Stellen und diese sind daher, falls in der Weiterbewegung irgend ein Hemmnis eintreten sollte, stark gefährdet. Zweckmäßiger muß ein Mechanismus erscheinen, bei welchem der bewegende Teil in mehrere Löcher gleichzeitig eingreift, sodaß sich die Gewalt des Ruckes auf eine größere Strecke des Filmbandes verteilt. Man hat daher den Greifer, wie oben schon erwähnt, auch mit einer mehrteiligen Gabel versehen. Beim Malteserkreuz- und Schlägersystem führt man den Film ein Stück um die Transporttrommel herum, und namentlich bei dem letzteren System steht es ohne weiteres frei, die Trommel recht groß zu nehmen, sodaß eine ganze Reihe von Zähnen gleichzeitig in die Perforation faßt und zum Transport mitarbeitet.

Diese Anordnung hat noch einen Vorteil: sie bietet die Möglichkeit, Films, deren Perforation beschädigt und zum Teil eingerissen ist, ohne Störung durchlaufen zu lassen. Bei Schläger-Apparaten ist noch in bezug auf die Filmschonung die Form des Schlägers selbst zu beachten. Ein schmaler Stift schlägt messerartig auf den Film und reibt beim Weitergehen darauf; darum ist es gut, eine breite Rolle auf den Schlägerstift zu setzen. Daß die Verwendung einer Vorschubtrommel zweckmäßig und bei langen Films erforderlich ist, wurde bereits oben erwähnt.

Wenn nun die einzelnen Teile des Apparates nach diesen Gesichtspunkten hergerichtet sind, so müssen sie schließlich auch derart zusammengestellt sein, daß dem Film auf dem ganzen Wege, den er zu durchlaufen hat, keinerlei Hemmnisse geboten werden, die zu Beschädigungen Anlaß geben könnten.

Selbsttätige Feuerschutz-Vorrichtungen.

Es ist hier noch eine Einrichtung zu besprechen, die sehr häufig bei Kinematographen zur Anwendung kommt, und die dazu dient, eine Entzündung des Filmbandes durch die Strahlen zu verhindern. Das Zelluloid, woraus das Filmband besteht, ist ja leicht entzündlich und die Lichtstrahlen, die den Film kreuzen, sind bei starker Lichtquelle von intensiven Wärmestrahlen begleitet. Während der Film durch den Apparat bewegt wird, ist allerdings nicht das geringste zu befürchten; denn in der kurzen Zeit, die jedes Filmbildchen in Projektionsstellung verweilt, vermag auch das stärkste Licht keine schädliche Wirkung darauf auszuüben. Vorsicht ist jedoch beim Einsetzen des Filmbandes am Platze, weil dann der Film einige Zeit in der Türe ruhig steht und das in der Öffnung befindliche Stück der Einwirkung der Strahlen ausgesetzt ist.

Fig. 39. Feuerschutz mit Regulator.

Während man nun vielfach beim Einsetzen des Film die Strahlen einfach durch einen am Laterngehäuse befindlichen Schieber absperrt, hat man auch Einrichtungen zur Anwendung gebracht, die bei Ruhestellung des Apparates selbsttätig eine Absperrung des Lichtkegels bewirken und dadurch eine Entzündung des Film infolge Unachtsamkeit ausschließen. Die Abbildung Fig. 39 zeigt eine derartige Konstruktion, bei der man sich den Regulator der Dampfmaschine zunutze gemacht hat. A ist eine leichte Metallplatte, welche die Türöffnung des Apparates verdeckt und das darin befindliche Filmstück gegen die Strahlen schützt. Sowie aber der Mechanismus in Bewegung gesetzt wird, senkt sich die Platte nach unten in die punktierte Stellung und gibt die Türe frei. Dies wird bewirkt durch den Regulator B, und zwar in folgender Weise. Wenn der Apparat in Gang kommt, wird die den Regulator tragende Stange in schnelle Umdrehung versetzt; die beiden Kugeln schlagen infolge der Zentrifugalkraft hoch und heben mit ihren Armen das Metallstück C, woran mittels Hebelübertragung die Sperrplatte A befestigt ist. Man findet bei manchen Apparaten diese Platte direkt, ohne Hebel, mit dem Regulator verbunden, derart, daß sie in einer Führung hochgehoben wird. Diese Anordnung zeigt aber in der Praxis leicht einen Übelstand. Die Platte wird nämlich durch die Strahlen erhitzt und sie kann sich dadurch erfahrungsgemäß so stark ziehen, daß sie sich in der Führung festklemmt und daß der Mechanismus versagt. Wie diese automatische Feuerschutz-Vorrichtung mit Regulator vom Werk aus angetrieben wird, ist aus Fig. 40 deutlich zu ersehen. Auch der auf gleichem Prinzip beruhende Regulator auf horizontaler Achse, wie man ihn bei Phonographen sieht, kommt beim Kinematographen häufig zur Anwendung.

Fig. 40. Apparat mit automatischem Feuerschutz.

In einer anderen Konstruktion, die in Fig. 41 dargestellt ist, wird die automatische Absperrung und Öffnung des Strahlenkegels mit Hilfe einer kleinen Luftpumpe bewirkt. Die Pumpe P ist durch einen Schlauch S mit einem schmalen Zylinder C verbunden und in diesem befindet sich ein Kolben, an dem die Sperrplatte A angebracht ist. Sowie man nun den Apparat in Gang bringt, wird die Pumpe durch eine vom Werk angetriebene Scheibe B in Tätigkeit gesetzt; sie preßt durch den Schlauch Luft in den Zylinder und hebt den Kolben mit Sperrplatte hoch, sodaß diese die Türe frei gibt. Diese Einrichtung bedarf, wenn sie auf die Dauer zuverlässig arbeiten soll, der Wartung. Zylinder mit Luftpumpe und Kolben müssen geölt werden und man muß Sorge tragen, daß der Kolben nicht durch verdicktes Oel festgeklemmt wird. Einfacher im Betriebe ist die zuerst beschriebene Konstruktion mit Regulator.

Fig. 41. Feuerschutz mit Pumpe.

Das Antriebswerk.

Das Werk wird durch Drehen einer Kurbel in Gang gesetzt. Wo eine besondere Übersetzung für den Antrieb des Bewegungs-Mechanismus erforderlich ist, wie bei Malteserkreuz-Apparaten (vgl. Fig. 23 und 24), wählt man diese derart, daß ein ruhiges Drehen der Kurbel genügt, um die erforderliche Zahl der Bildwechslungen zu erzielen. Bei Apparaten mit Schläger setzt man die Kurbel auf die Achse der Transporttrommel (vgl. 25 und 36) oder auch der Vorschubtrommel, und wenn die Trommeln so groß im Durchmesser sind, daß auf ihren Umfang acht Filmbilder gehen, so erhält man bei ruhigem Drehen (etwa zwei Umdrehungen in der Sekunde) die richtige Geschwindigkeit; denn es finden dann in der Sekunde etwa 16 Bilderwechslungen statt.

Wie weiter oben ausgeführt wurde (vgl. Seite 56), muß bei den andern Systemen, wenn sie mit einer Aufrollvorrichtung versehen sind, eine Trommel eingeschaltet werden, die der Aufrollvorrichtung den aus dem Bewegungs-Mechanismus austretenden Film gleichmäßig zuführt. Man kann in diesem Falle die Kurbel auf die Achse dieser Trommel setzen; doch muß letztere dann hinreichend groß sein und bei jeder Umdrehung eine genügende Anzahl von Bildern — am besten etwa acht — transportieren.

Der Antrieb des Werkes mittels Elektromotor bietet keinerlei Schwierigkeiten. Die Geschwindigkeit des Motors, der in der Minute etwa 1500 bis 2000 Umdrehungen macht, wird durch eine entsprechende Übersetzung herabgemindert. Zur Regelung der Geschwindigkeit ist die Anwendung eines regulierbaren Widerstandes erforderlich. Es genügt im allgemeinen ein kleiner Motor in Stärke von 1/30 Pferdekraft.

Der ruhige Gang des Werkes wird, worauf ich schon oben aufmerksam machte, dadurch gefördert, daß man den Bewegungs-Mechanismus mit einem Schwungrad versieht, und zwar gehört dieses auf die Achse des gleichmäßig rotierenden Teiles, welcher die Stöße für die Weiterbewegung erteilt. Es ist ferner vorteilhaft, wenn die zum Antrieb dienenden Zahnräder schräg gefräste Zähne haben, weil solche ruhiger und sicherer ineinander greifen. Dieses sichere Ineinandergreifen ist von größter Wichtigkeit beim Schlägersystem; denn hier hängt von dem Zahnräderpaar, das Transporttrommel und Schlägerscheibe verbindet, die Genauigkeit des Werkes ab (vergl. Figur 10).

Fig. 42.

Der Antrieb der Vorschubtrommel, welche den Film von der Spule gleichmäßig zur Türe führt, geschieht durch eine Kette oder durch Zahnradübertragung. Es wurde vielfach das »kettenlose System« als überlegen dargestellt. Durch solche Anpreisungen soll man sich nicht irre führen lassen; denn für die Qualität des Apparates ist allein die Ausführung maßgebend, nicht aber die Frage: Kette oder Zahnrad. Ein gutes Zahnrad ist besser wie eine schlechte Kette und umgekehrt ist eine gute Gelenkkette, die sich nachspannen läßt, gewiß einem minderwertigen Zahnrad vorzuziehen, dessen Zähne bald abschleissen. Der Antrieb mit Kette ist aus Fig. 42 ersichtlich, während die Abbildung Fig. 40 auch die Nachstellvorrichtung für die Gelenkkette zeigt. Es läuft dort eine Rolle gegen die Kette, und zwar wird die Rolle von einem Arm getragen, den man nachstellen kann, wenn die Kette sich lenkt und schlapp läuft.

Ausführung des Kinematograph-Mechanismus und Auswahl.

Wir kommen nun zur Ausführung des Kinematograph-Mechanismus überhaupt. Da ist in erster Linie auf soliden Bau und festen Zusammenhang der einzelnen Teile hinzuweisen. Die rotierenden Teile müssen gut gelagert sein. Denn jedes Vibrieren macht sich auf der Projektionswand in vielfach verstärktem Maße geltend und bei zitternder Bewegung wird das Lichtbild derart tanzen, daß es unserm Auge verschwommen erscheint.

Die Anordnung der einzelnen Teile im Mechanismus muß ferner möglichst zweckmäßig sein, damit das Einspannen des Filmbandes rasch und sicher besorgt werden kann. Unzweckmäßig ist es z. B. auch, wenn das Einsetzen des Film von der linken Seite her zu erfolgen hat, während sich die Kurbel zum Drehen auf der rechten Seite des Apparates befindet.

Nun ein paar Worte über die Auswahl der Apparate. Wer die Anschaffung eines Kinematographen beabsichtigt, muß ja zwischen Modellen in den verschiedensten Preislagen wählen, und wer die Wahl hat die Qual! Für öffentliche Vorführungen, namentlich in Orten, wo lebende Lichtbilder nichts Neues mehr sind, muß der Apparat den höchsten Ansprüchen genügen, und die richten sich besonders auf »Flimmerfreiheit« und ruhiges Stehen der Bilder. Der Besitzer eines solchen Apparates wird ferner bei der dauernden Beanspruchung nur dann Freude daran erleben, wenn die Films geschont werden und wenn das Werk derartig gebaut ist, daß es nicht ausleiert. Es liegt auf der Hand, daß da ein billiges Modell nicht am Platze ist. Wer nicht die Mittel aufwenden will, ein in jeder Beziehung wirklich gediegenes Instrument zu beschaffen, dem möchte ich abraten, die öffentliche Vorführung »lebender Lichtbilder« zu unternehmen; denn er schädigt sich selbst wie auch indirekt seine Berufsgenossen.

Anders steht die Sache natürlich, wenn der Kinematograph nur gelegentlich zur Vorführung in kleineren Kreisen dienen soll. Vereine, die dann und wann ihren Mitgliedern einige Films zeigen wollen, oder Lehranstalten, die den Kinematograph als Demonstrations-Instrument in die Lehrmittel-Sammlung aufnehmen, werden sich in der Regel mit weniger hohen Anforderungen begnügen. Vor allem ist hier nicht ein Apparat erforderlich, der einem Dauerbetriebe standhalten muß, wie ihn das Kinematographen-Theater mit sich bringt.

Es besteht vielfach die Ansicht, große Lichtbilder ließen sich nur mittels eines riesengroßen Projektions-Apparates machen und so auch große lebende Bilder nur mit Hilfe eines mächtigen Kinematograph-Mechanismus. Demgegenüber ist zu betonen, daß der kleinste und einfachste Kinematograph ebenso große Bilder zu liefern vermag, wie der größte, wenn nur das nötige Licht dahinter sitzt.

Über die verschiedenen Apparat-Systeme und ihre Auswahl wurde schon gesprochen. Ich wies darauf hin, daß die Ansichten über die Frage, welches System das beste sei, auseinander laufen. Der objektive Beurteiler kommt, um dies zu wiederholen, zu dem Resultat: Das System macht nicht die Qualität aus, sondern die Art der Ausarbeitung und Ausführung, wobei nicht ausgeschlossen sein soll, daß nicht die höchsten Anforderungen mit einem System leichter oder schwerer zu erfüllen sind, als mit andern. Im großen und ganzen ist die Zuneigung zu dem einen oder andern System auf Seiten des Anbietenden teils Sache der Überzeugung und teils des Geschäftsinteresses, auf Seiten des Käufers Sache des Geschmacks und nicht zum mindesten des Vertrauens.

Das Geräusch des Kinematograph-Mechanismus.

Der Konstrukteur wird auch auf einen ruhigen Gang des Werkes, der möglichst frei von Geräusch ist, Wert zu legen haben. Dazu gehört eine gute Lagerung aller rotierenden Teile und ein sicheres Ineinandergreifen der Zahnräder. Die größten Schwierigkeiten bietet beim Malteser-Apparat der periodische Antrieb der Transporttrommel: man hat damit dem unvermeidlichen Schlag des Eingriffes in das Kreuz zu rechnen. Dieser Schlag wächst mit dem »Tempo«. Malteser-Apparate, die den Film sehr rasch von Bild zu Bild weiterziehen, werden nicht so frei von Geräusch arbeiten können, wie solche, die ein langsameres Tempo entwickeln. Letztere mögen durch einen ruhigen Gang anfangs bestechen, sie leiden aber an dem Übelstand, daß sie stärker flimmern und daß zur Vermeidung des Flimmerns der Film mit übermäßiger Geschwindigkeit durchgedreht werden muß, wodurch eine übertriebene, unnatürliche Wiedergabe der Bewegungen herbeigeführt wird. Apparate des Schlägersystems besitzen nur rotierende Teile und diese können an sich ruhiger arbeiten; es kommt aber der jeweilige Schlag des Exzenterstiftes auf das Filmband hinzu.

Wenn bei der Ausführung des Werkes das Erforderliche zur Vermeidung des Geräusches geschehen ist, so läßt sich ein weiteres tun durch Dämpfung. Eine solche wird bewirkt durch isolierte Aufmontierung des Werkes auf die Unterlage, z. B. mittels dicker Filzstücke. Ungünstig ist infolge der Resonanzwirkung die Aufstellung des Apparates auf einer hohlen Unterlage, z. B. einem Kasten. Eine weitere Dämpfung wird auch erzielt durch den bei teureren Apparaten jetzt üblichen Einbau des Malteserkreuzes nebst Eingriffscheibe in einen Ölbehälter. Überhaupt darf man es an gehöriger, aber nicht übertriebener Schmierung nicht fehlen lassen.

Verbindung des Werkes mit dem Projektionsapparat.

Nachdem der Kinematograph-Mechanismus ausgesucht ist, handelt es sich darum, wie er an der Projektionslaterne angebracht werden soll. An sich bietet diese Montierung keine Schwierigkeit; der Kinematograph ist derart vor die Laterne zu setzen, daß der Lichtkegel das Filmbild gleichmäßig beleuchtet. Weiter vorn (Seite 16) wurde schon eingehend darüber gesprochen.

Nun soll der Apparat aber in der Regel nicht nur zur kinematographischen Projektion dienen, sondern auch »stehende« Lichtbilder zeigen, und dazu ist es erforderlich, daß der Kinematograph-Mechanismus durch die Einrichtung zur gewöhnlichen Projektion ersetzt werden kann. Wie man da verfährt, will ich jetzt zeigen.

Fig. 43.

Bei einem einfacheren Kinematograph-Mechanismus begnügt man sich vielfach damit, ihn auf dem Bodenbrett des Apparates mit leicht lösbaren Schrauben festzuklemmen, wie es die Abbildung Fig. 43 zur Darstellung bringt. Das Objektiv zur Glasbilder-Projektion ist hier an einem Rohrstück angebracht, welches sich zur Seite klappen läßt. Diese Anordnung ist einfach, aber nur dann anwendbar, wenn eine rasche Aufeinanderfolge der beiden Projektionsarten nicht erforderlich ist. Sie ist zweckmäßig in Fällen, wo der Apparat hauptsächlich zur Projektion von Glasbildern und nur gelegentlich zur Darstellung lebender Lichtbilder benutzt wird und wo ferner die Anschaffungskosten niedrig gehalten werden sollen.

Fig. 44.

Die beiden folgenden Abbildungen (Fig. 44 und 45) zeigen eine Anordnung, welche ein rascheres Auswechseln gestattet. Kinematograph-Mechanismus und Glasbilder-Projektionsobjektiv sind hier, letzteres mittels eines Trägers, auf einem nach rechts und links verschiebbaren Schlitten angebracht. In Fig. 44 ist der Schlitten so eingestellt, daß Glasbilder projiziert werden können, während sich in Fig. 45 der Kinematograph-Mechanismus vor der Laterne befindet und das Projektionsobjektiv zur Seite gerückt ist. Der Unterbau eines solchen Apparates allein ist aus der Abbildung Fig. 46 ersichtlich.

Fig. 45.

Bei einer anderen Anordnung wird der Mechanismus auf eine Platte montiert, die sich zur Seite drehen läßt, wobei das Projektionsobjektiv, welches seitlich am Kinematograph befestigt ist, in die richtige Stellung vor die Laterne kommt. Ein derartig gebauter Apparat ist in den Abbildungen Fig. 47 und 48 zur Darstellung gebracht. Die erstere zeigt ihn bereit zur Projektion lebender Lichtbilder; in der zweiten Abbildung dagegen ist das Kinematograph-Werk zur Seite gedreht und das Projektionsobjektiv befindet sich in Arbeitsstellung.

Fig. 46.

Wesentlich ist es bei den Auswechselvorrichtungen, daß der Kinematograph-Mechanismus beim Betriebe recht stabil steht, daß also die drehbare Platte oder der Schlitten fest gelagert ist und beim Drehen der Kurbel nicht hin und her schwankt. Diese Forderung wird am sichersten erfüllt, wenn man das umgekehrte Verfahren einschlägt: Kinematograph und Projektionsobjektiv werden fest auf die Grundplatte montiert und die Laterne selbst wird dahinter in einer Schlittenführung nach links oder rechts herübergeschoben. Die Abbildung Fig. 49 zeigt den Unterbau eines solchen Apparates, während Fig. 50 die gesamte Anordnung darstellt; sie ist namentlich dann den erstgenannten Methoden vorzuziehen, wenn der Mechanismus schwer gebaut ist. Tatsächlich hat sie sich jetzt fast allenthalben eingebürgert. Es ist noch eine Abänderung dieses Prinzips zu erwähnen, die darin besteht, daß man dem Laterngehäuse ungefähr die doppelte Breite gibt und in seiner Vorderwand nebeneinander zwei Kondensoren, einen für die kinematographische und einen für die Glasbilder-Projektion, anbringt; es wird dann nur die Lampe im Apparat nach links oder rechts geschoben. Die Abbildung Fig. 51 mag zeigen, wie ein derartiges Apparatgehäuse aussieht.

Fig. 47.
Fig. 48.
Fig. 49.
Fig. 50.
Fig. 51. Doppelgehäuse.

Der rasche Übergang von der einen zur anderen Projektionsart läßt sich auch mit Hilfe der Vertikaleinrichtung des Liesegang'schen Universal-Projektionsapparates bewirken, deren Konstruktion aus Fig. 52 hervorgeht. Man sieht da vor dem Apparatgehäuse den sogen. Vertikalkasten. Die Linsen des Kondensors sind getrennt, und zwar sitzt die vordere Linse vorne am Vertikalkasten, während der andere, aus ein oder zwei Linsen bestehende Teil des Kondensors im Gehäuse des Apparates untergebracht ist. Eine weitere Kondensierungslinse befindet sich in der Decke des Vertikalkastens. Im Kasten selbst ist ein drehbarer, in zwei Stellungen fixierbarer Spiegel, und oben, zentrisch über der Linse, ein Projektionsobjektiv mit darauf gestecktem Spiegel. Ist der innere Spiegel hochgeklappt, so gehen die aus dem Gehäuse kommenden parallelen Strahlen ungehindert durch den Kasten hindurch, treffen die vordere Kondensierungslinse und werden von ihr, wie bei der gewöhnlichen Projektion, in einem Kegel nach vorn geworfen. Der einzige Unterschied gegen die sonstige Anordnung besteht darin, daß die Linsen des Kondensors weit auseinander stehen, was die Wirkung nicht wesentlich beeinflußt. Klappt man nun den Spiegel herunter in die Stellung, wie sie die Abbildung zeigt, so werden die Lichtstrahlen gegen die oben im Kasten befindliche Linse reflektiert, von dieser in das Objektiv darüber gelenkt und endlich vom zweiten Spiegel auf die Projektionswand geleitet. Dadurch wird von einem Gegenstande, den man auf die Linse legt, ein vergrößertes Lichtbild zur Darstellung gebracht.

Fig. 52.

Diese Einrichtung läßt sich hier nun in der Weise verwenden, daß man den Kinematograph vorne vor dem Apparat, also an Stelle des Projektionsobjektivs, anbringt, wie es die Abbildung Fig. 53 andeutet. Die zu zeigenden Glasbilder legt man dabei mittels eines Halters oben auf die Linse des Vertikalkastens. Wenn der Spiegel hochgeklappt ist, haben wir kinematographische Projektion; um zur Glasbilder-Projektion überzugehen, brauchen wir nur den Spiegel herunterzuklappen. Der Wechsel von einer Projektionsart zur andern kann also im Augenblick geschehen.

Fig. 53.

In manchen Fällen ist eine Abänderung dieser Konstruktion angebracht. Wenn nämlich der Kinematograph-Mechanismus hoch gebaut oder mit einer großen Filmspule versehen ist, kann es leicht vorkommen, daß er den Lichtstrahlen, die bei der Vertikalprojektion kegelförmig gegen die Wand geworfen werden, störend im Wege steht. Man legt dann den Vertikalkasten um, sodaß die Strahlen im Kasten zur Seite abgelenkt werden und neben dem Kinematograph, nicht darüber hinweg, zur Wand gehen.

Fig. 54. Doppelapparat mit Kinematograph.

Sehr bequem läßt sich der Wechsel zwischen Glasbilder-Projektion und kinematographischer Projektion mit Hilfe des Doppel-Apparates bewirken. Von den beiden Laternen, die entweder, wie in Fig. 54 dargestellt, übereinander angeordnet sind oder aber nebeneinander stehen, ist eine mit dem Kinematograph-Mechanismus versehen, während die andere zum Aufwerfen der Glasbilder dient.

Über die Form der Projektionslaterne ist nicht viel zu sagen. Das Gehäuse, in der Regel aus blauem Stahlblech gefertigt, ist auf einer kräftigen Bodenplatte angebracht. An der Seite befindet sich eine Türe mit Beobachtungsfensterchen, hinten eine Schiebetüre oder schräg stellbare Klappe, oben ein Kaminaufsatz, der die heiße Luft und die heißen Gase aus dem Innern abziehen läßt. In der Form des Kamines wird oft gesündigt; man gibt der Laterne vielfach nach englischem Muster einen zierlichen Aufsatz, der wohl dem Zwecke entspricht, ein elegantes Aussehen zu schaffen, der aber die heiße Luft nicht absaugt, sondern vielmehr zurückdrückt und so eine geordnete Ventilation unmöglich macht. Bei Anwendung einer kräftigen Lichtquelle sollte das Gehäuse hinreichend geräumig sein.

Fig. 55. Bildhalter.

In der Vorderwand ist der Kondensor angebracht und davor die Bildbühne, in welche der Halter zur Aufnahme der Glasbilder paßt. Die verschiedenen Arten von Bildhaltern will ich hier nicht besprechen, sondern nur darauf hinweisen, daß ein Halter zweckmäßig ist, in dem man Bilder der beiden Handelsformate 8 1/4 × 8 1/4 und 8 1/2 × 10 cm durcheinander verwenden kann. Am meisten verwandt wird der Doppelbildhalter, wie ihn beispielsweise Fig. 55 zeigt. Es ist bei der Beschaffung zu überlegen, ob die Erhitzung der Laterne so groß ist, daß ein Metallhalter dem gewöhnlichen Halter aus Holz vorgezogen werden muß.

Das Kühlgefäß.

Durch die Verwendung eines Kühlgefäßes ist es möglich, die mit den Lichtstrahlen aus der Laterne austretenden Wärmestrahlen aufzufangen und dadurch den Film gegen zu starke Erhitzung und Entzündung zu schützen. Das einfache Kühlgefäß, welches in Fig. 56 dargestellt ist, besteht aus einem Metallkasten mit 2 kreisrunden Ausschnitten, die durch Spiegelglasplatten geschlossen sind. Die Platten sind eingekittet oder durch zwischengepreßte Gummiringe gegen das Metall gedichtet. Diese letztere Anordnung hat den Vorzug, daß man die Glasplatten zum gehörigen Reinigen herausnehmen und bei ev. Bruch leicht ersetzen kann.

Fig. 56.        Kühlgefässe.        Fig. 57.

Damit nun das Kühlgefäß ausreichend wirkt und seinen Zweck erfüllt, muß es eine ziemliche Breite haben und ferner muß die Kühlflüssigkeit genügend kalt bleiben, da sie bei starker Erhitzung ihre Eigenschaft, die Wärmestrahlen zurückzuhalten, verliert. Die erforderliche Breite des Kühlgefäßes richtet sich nach der zur Verwendung kommenden Stärke des Bogenlichtes, das ja in der Regel benutzt wird. Ein dauerndes Kaltbleiben der Kühlflüssigkeit erzielt man am sichersten durch Anschluß an die Wasserleitung. Das Gefäß wird dazu mittels zweier daran angebrachter Hähne durch Schläuche einerseits mit der Wasserleitung oder auch einem hochgestellten Vorratsbassin, andererseits mit dem Abflußrohr oder einem Eimer verbunden. Der Wasserhahn wird derart einreguliert, daß sich ein langsamer Durchlauf ergibt. Einen Ersatz für diese Anordnung bietet in gewissem Maße die in Figur 57 dargestellte, nach Angabe von Oberingenieur Ruppert konstruierte Form. Es sind da nämlich beiderseits Zirkulationsgefäße angebracht, die mit dem Hauptgefäß durch Kommunikationsröhren verbunden sind und ihm durch Zirkulation immer wieder abgekühlte Flüssigkeit zuführen, da die Seitengefäße außerhalb der Laterne stehen und nicht erwärmt werden. Wenn man das einfache Kühlgefäß (Fig. 56) zur Anwendung bringt und dabei ohne Anschluß an die Wasserleitung arbeiten will, so wird es meist erforderlich erscheinen, die Kühlflüssigkeit nach einiger Zeit, etwa 1/2 bis 3/4 Stunden, zu erneuern; besser tut man noch, ein zweites Gefäß zum Auswechseln bereit zu halten.

Als Kühlflüssigkeit verwendet man in diesem Falle abgekochtes, destilliertes Wasser; nicht abgekochtes Wasser setzt beim Erwärmen Luftblasen an. Wenn man Glyzerin benutzen will, welches auch empfohlen wird, da es die Wärmestrahlen stark absorbiert, so nehme man nur chemisch reines Glyzerin.

Das Kühlgefäß wird vor die Laterne, also zwischen Kondensor und Film oder Glasbild, gestellt. Zweckmäßiger ist aber die von mir gegebene Anordnung, wonach der Trog zwischen den Linsen des Kondensors angebracht wird; sie hat den Vorteil, daß die Lichtstrahlen als annähernd paralleles Bündel in senkrechter Richtung durch die Flüssigkeit gehen und somit keinerlei Ablenkung erfahren. Ferner können hierbei die Glasbilder näher an den Kondensor gebracht werden, sodaß Linsen der üblichen Größe zur Erzielung einer gleichmäßigen Beleuchtung genügen, während die Bilder sonst, wenn das Kühlgefäß vor dem Kondensor steht, in gewissen Abstand davon kommen und zu ihrer völligen Beleuchtung daher entsprechend größere Linsen erforderlich sind.

Die Kühleinrichtung wurde vielfach als unbedingt erforderlich für die kinematographische Projektion hingestellt, und sie hat gewiß viel für sich; denn der Film kann dadurch, vorausgesetzt, daß das Gefäß hinreichend breit ist, gegen Beschädigung durch die Strahlen, namentlich gegen Entzündung, geschützt werden. Von den Vorführern wird das Kühlgefäß in der Regel als »überflüssiges Möbel« betrachtet, und bei sorgsamer Handhabung erscheint es auch entbehrlich, besonders wenn der Apparat mit einer zuverlässig funktionierenden, automatischen Feuerschutzeinrichtung versehen ist. Wertvoll ist die Kühlung in Fällen, wo es gilt, einzelne Bilder aus den Films zu projizieren, wie das bei wissenschaftlichen Aufführungen vorkommen mag. Andererseits kann das Kühlgefäß geradezu gefährlich werden, wenn sich der Vorführer völlig auf dessen Wirkung verläßt und es dabei versäumt, die Flüssigkeit rechtzeitig zu erneuern.

Wärmeschutz durch Gitter.

Neuerdings wurde von der Firma Liesegang festgestellt, daß ein feines Raster oder Gitter in hohem Maße die Wärmewirkung der Strahlen schwächt. Das Raster — am einfachsten dient diesem Zwecke ein feinmaschiges Drahtnetz — wird zwischen Kondensor und Film eingeschaltet; dadurch ist ein vollkommener Schutz des Filmbandes gegen Entzündung gewährleistet. Beim Arbeiten mit hoher Stromstärke muß allerdings das Netz nötigenfalls doppelt genommen werden. Dies Verfahren läßt sich vorteilhaft anwenden, wenn aus einem Film einzelne Bilder projiziert werden sollen. Zwar bringt die Methode einen ziemlichen Lichtverlust mit sich, doch kommt dieser hier weniger in Betracht, als ja auch bei der normalen kinematographischen Vorführung ein Teil des Lichtes — nämlich durch die Blendscheibe — geraubt wird. Zweckmäßigerweise kann das Drahtnetz an Stelle der undurchsichtigen Scheibe des automatischen Feuerschutzes treten; bei Stillstand des Werkes wird dann das Netz selbsttätig in den Strahlengang eingeschaltet. Will man also ein einzelnes Bildchen allein projizieren, so braucht man das Werk nur anzuhalten. Ferner bietet diese Anordnung den Vorzug, daß der Vorführer beim Einspannen eines neuen Filmbandes Licht hat.


Die optische Ausrüstung.

Der Kondensor.

Die optische Ausrüstung des kinematographischen Wiedergabe-Apparates besteht aus Kondensor (Beleuchtungssystem) und Objektiv (Vergrößerungssystem). Wie ich oben gezeigt und durch Abbildungen (Fig. 4 und 5) veranschaulicht habe, ist die Aufgabe und Wirkungsweise dieser beiden Teile beim Kinematographen genau dieselbe wie bei jedem Projektionsapparat. Der Kondensor besorgt die geeignete Beleuchtung des Bildchens, welches projiziert werden soll; das Objektiv gibt die scharfe Vergrößerung desselben.

Der Kondensor besteht in der Regel aus zwei plankonvexen Linsen, die in eine Messingfassung verschraubt sind; man nennt ein solches System Doppelkondensor. Die Linsen haben einen Durchmesser von 10 cm oder mehr; zur Projektion der Filmbilder würde auch ein kleineres Maß genügen, meistens ist aber der Kinematograph mit einer Einrichtung zur Projektion von Glasbildern verbunden und die gebräuchlichen Maße derselben: 8 1/4 × 8 1/4 cm und 8 1/2 × 10 cm, beide mit etwa 7 × 7 cm Maskenausschnitt, erfordern einen Kondensor von mindestens 10 cm Durchmesser. Größere Glasbilder verlangen einen entsprechend größeren Kondensor, das Format 9 × 12 cm z. B. einen solchen mit 15 cm-Linsen.