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Im Banne der Furcht cover

Im Banne der Furcht

Chapter 36: Totschlag
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About This Book

Eine ethnographische Darstellung der Wapare in Ostafrika schildert Lebensstationen, Rituale und soziale Organisation: Geburt, Initiations‑ und Frauenfeste, Beschneidung, Erziehung von Jungen und Mädchen, Heirat und Scheidung werden systematisch dargestellt. Rechtssätze, wirtschaftliche Formen, Hausbau, Handwerk, Jagd‑ und Ackergeräte sowie Aspekte der Küche und des täglichen Lebens werden ausführlich erörtert. Ausführliche Kapitel behandeln religiöse Vorstellungen, Totemismus, Orakel, Heil‑ und Bestattungsriten sowie Dämonen‑ und Fetischglauben. Abschließend untersucht der Text Dichtung und Denkweisen der Gemeinschaft und reflektiert die Begegnung mit Mission und Islam sowie deren Auswirkungen auf Bräuche und Glaubenspraxis.

Totschlag

und zwar unterschied man vorsätzliche Tötung (tiri) und fahrlässige Tötung (vanga). Im ersteren Falle war der große Blutpreis zu zahlen, oder der Täter wurde der Blutrache preisgegeben. Der große Blutpreis (irivi) bestand in 10–12 Rindern, wie schon S. 98 erwähnt. Für fahrlässige Tötung waren fünf Rinder zu zahlen. Handelte es sich um völlig unbeabsichtigte Tötung oder um Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, wurden nur die beiden „Rinder der Tränen“ bezahlt. Bei all diesen Zahlungen bildet ein Blutsbund zwischen beiden Parteien den offiziellen Abschluß; denn dieser im Verein mit dem „Niederwerfen des Kleides“ (s. S. 98. 99) schiebt späteren Erpressungsversuchen einen Riegel vor.