Fattehpore Sikri, Marmorfenster.
24. bis 26. Jänner.
Langsam vergehen die Tage ohne besondere Abwechslung, ohne neue Eindrücke. Der vielbesprochene Ausflug nach Johore, wo wir Tiger zu jagen hofften, ist verschoben, da der Sultan verreist ist; auch die Tour nach Sumatra fällt ins Wasser, da weder Brand noch ein Anderer eine ordentliche Dampfyacht besitzt, und das gewöhnliche Passagierschiff nach Deli viel zu viel Zeit braucht. Der Gouverneur der Straits Settlements ist momentan in Malacca, so dass jede grössere Geselligkeit seitens der Engländer sistirt wird. Biegeleben hat mit Sapieha am Siranganflusse den Jungle abgejagt – leider ganz ohne Erfolg.
Donnerstag Abends war Galadiner bei Brand's, die consularischen Vertreter Deutschlands (C. Frensberg, früher in Haiti), Frankreichs, Belgiens und Italiens, auch ein gewisser Cavaliere A. Luzzatti, Ingegnere Civile, der im Auftrage Chulalonkorn's in Bang-tah-phan Goldminen einrichtet. – Madame Brand überbot sich an Liebenswürdigkeit. – Ein hübscher Ausflug war der zu den »Waterworks«, einem kolossalen ausgemauerten Reservoir, welches das Wasser für ganz Singapore liefert. Schon die vier Meilen hin führen durch reichste und üppigste Waldungen, theilweise in tiefem Schatten, ohne dass Ein Haus, Ein Mensch die Stille dieser tropischen Spazierfahrt stört. Um das Bassin ist ein schöner Park angelegt mit herrlichen Blumen, – eine Colonie Chinesen sorgt als Gärtner für die Erhaltung des Gartens. – Schön ist auch der Park des im Renaissancestil erbauten Government-House, mit Mangrove-, Banian- und Bambusgruppen und einem kleineren Wasserreservoir. Hooper von Johnston & Co. führt Poche und mich ins Gefängniss, eine wahre Musteranstalt, das Ideal von Reinlichkeit, Nettigkeit und Ordnung. Jeder Sträfling nimmt zweimal täglich ein kaltes Bad, und haben wohl die meisten Insassen früher nie so hygienisch gelebt. Nur ist der Commandant, Major Grey, ein liebenswürdiger alter Graukopf, der nach dem Grafen Hübner fragt, zu weich und nachsichtig, und scheinen die 12 europäischen Aufseher gegenüber 1500 Sträflingen viel zu schwach. Es wurden auch schon einige durch die chinesischen und malayischen Bestien mit ihren Steinhämmern erschlagen! Oben auf den Umfassungsmauern kleben Wächterhäuschen, in welchen Sepoys, indische Soldaten, Tag und Nacht postirt sind, um etwaige Fluchtversuche zu hindern. Ueberhaupt ist Singapore der Versammlungsort der ärgsten Gauner des Ostens, des Abschaumes Oceaniens, wohin die Verbrecher Chinas, der Philippinen, Australiens und der Sundainseln strömen. Fast in jedes Bungalow wird alljährlich eingebrochen, und schlafen alle Europäer mit Revolvern unter dem Kissen. Eine Ausnahme bildet Bidadaré, vielleicht weil dort bei Nacht alle Lichter ausgelöscht werden und die Herren Malayen sich im Finsteren schwer orientiren können.
Auf der Esplanade versammelt sich allabendlich das »High-Life« der Stadt, – in der Mitte des Platzes wird Lawn-Tennis gespielt, und rund herum, am Hôtel Europe, an der Kathedrale, am siamesischen Elephanten, am alten Hafendamm vorbei, rollen schwere Landauer mit reichen Chinesen, hübsche Victorias und fesche Dogcarts mit schönen, aber bleichen Engländerinnen, manchmal einige Jin-rickshaws, von stämmigen Malayen gezogen und netten, geschmackvoll gekleideten Japanerinnen darinnen. Für einen Weissen im Rickshaw bei Tage zu fahren wäre »shocking«, dies Vehikel können nur Natives benützen. Ich errege auch das Entsetzen aller anständigen Leute, als ich kühn, die Cigarre im Mund, um 5 Uhr im Rickshaw um den Corso rolle und die empörten Gesichter aller Europäer grinsend beobachte... – Sapieha hat sich endlich entschieden, den Gesandten auf dessen Einladung nach Tokio zu begleiten, – er schwankte lange hin und her, wollte auf dringendes Zureden des Grafen Zaluski mit mir über Britisch-Indien zurück. – Schliesslich rieth ich ihm selbst, nach Japan zu gehen, von wo er über Peking, Kiachta und über Sibirien die Landreise antreten wird. Ganz interessant, aber sehr beschwerlich!
Solches Obst wie hier gibt's wohl in der Welt nicht wieder! Grossartigste Ananasse, Mangos, Mangosteens, Durriens, Pomaloes, vierzehn verschiedene Arten Bananen, Cocosnüsse u. s. w. Das Paradies für Dysenterie!
Sonntag 27. Jänner.
Früh um ½6 Uhr rudere ich im Hafen von Dampfer zu Dampfer, ohne das Boot nach Riouw finden zu können; überall glotzen mich unverständige Chinesen und Malayen an, nirgends ein englisch sprechender Mensch. Wüthend und schnaubend lasse ich den Sampan zur Esplanade zurückkehren und finde dort zu meinem unbeschreiblichen Jubel Biegeleben und Sapieha, – mit diesen vereint erreiche ich endlich das ersehnte Schiff, einen schmutzigen winzigen Dampfer, auf dessen Oberdeck einige 60 Chinesen mit uns zusammengepfercht werden und daselbst ruhig sowohl alle Leibesbedürfnisse erfüllen, als ihre Mahlzeiten kochen, Hühner rupfen, Reis sieden u. s. w. Jeden Moment geht ein Platzregen nieder und durchnässt uns und alle unsere Habseligkeiten; dagegen ist die Fahrt wirklich reizend, an zahllosen Inseln vorbei, die, mit Cocospalmen ganz überwachsen, auf allen Seiten dunkelgrün aus dem Meere auftauchen und wieder verschwinden. Leider ist die Maschine defect, und statt um 3 Uhr laufen wir erst um 6 Uhr den Hafen von Riouw an, einer kleinen friedlichen Stadt, dem Hauptorte der gleichnamigen Insel. Mit Mühe entnehmen wir dem malayischen Kauderwelsch des sogenannten Capitäns, dass er schon um 10 Uhr Abends statt morgen früh zurückkehre; wir sehen daher von den landschaftlichen Schönheiten der niederländischen Insel und ihren Kaffeeplantagen gar nichts. Es ist zu spät, den holländischen Gouverneur aufzusuchen, an den ich durch Lavino Empfehlungsschreiben habe, wir lustwandeln durch die dunkeln Strassen, bewundern die mit echt holländischer Reinlichkeit gehaltenen Bungalows und Clubhäuser und nehmen in einem sogenannten Hôtel ein erträgliches Souper ein, wo es aber wiederum mit der Sprache sehr happert, nachdem Wirth und Wirthstochter blos holländisch sprechen und meine paar Brocken nicht weit reichen. Nach einem förmlichen Kampf mit den Bootsleuten, die uns durchaus übers Ohr hauen möchten, sind wir um 10 Uhr Nachts wieder auf unserem Marterschiffe und suchen alle drei auf zwei Bänken ohne Lehnen so gut als möglich zu schlafen! Ein vergebliches Beginnen. Um 5½ Uhr früh ankern wir vor Singapore, und drei kräftige Rickshawmen rollen uns schläfrig in unsere verschiedenen Herbergen.
Montag 28. Jänner.
Der Lloyddampfer »Maria Theresia« ist natürlich verspätet – heute hätte er einlaufen sollen, nun dürften die Collegen erst in 4-5 Tagen nach Hongkong flott werden. Mit Sapieha Besichtigung des recht armseligen Museums, wo nur einige Modelle malayischer Piratenschiffe, ein an die 15 Fuss langes ausgestopftes, kürzlich vom Secretär des Clubs im Sirangan-Flusse hinter Bidadaré geschossenes Krokodil und ein paar Riesenheuschrecken auffallen. – Dann unter den Auspicien des stets gefälligen Hooper Besuch bei einem reichen Chinesen, dem Hon. Sia-Liang-Sia, dessen Heim ganz geschnitzt und vergoldet recht geschmackvoll erscheint; der bezopfte dicke Hausherr, welcher der Stadt einen schönen öffentlichen Brunnen gespendet, überbietet sich in Liebenswürdigkeiten. Abends grosses Diner bei Frensberg, dem deutschen effectiven Consul: rechts von der Hausfrau Sapieha (!), links Biegeleben (!), zwischen zwei Kaufleuten ich (!). Als ich nach verschiedenen »Jeux d'esprit« und geistvollen »Pustenspielen« um 1 Uhr nachts mein lang ersehntes Bett im »Europe« aufsuche, theilt mir der Celestial mit, mein Kutscher streike, und ich bekäme für morgen früh nach Johore keinen Wagen! Hole Alles der Teufel, ich kann die Augen nicht aufhalten und dazu »die« Hitze!
Dienstag 29. Jänner.
Ohne »Chowta Hazru« erhalten zu können, rollen Poche und ich mit knurrendem Magen um 6 Uhr früh in Jinrickshaws zum »deutschen Club«, wo wir beim Khitmatgar unsere Kleider deponiren. Bald erscheinen in einem Landauer Biegeleben und Sapieha, wir steigen zu ihnen ein und fort geht's 3½ Stunden bis zum Tambroh-Canal, welchen wir in einer schmucken Dampfbarcasse des Sultans übersetzen – am festländischen Ufer Empfang durch den Secretär Sr. Hoheit Abdul Rahman und durch einen in johorischen Diensten stehenden Engländer, Abramson. – Schön gehaltener Park, riesiges Bungalow, das als Palais ganz europäisch eingerichtet ist. – In mehreren Hofequipagen Besichtigung der Stadt Johore, des musterhaften Gefängnisses, der im tiefen Jungle gelegenen Waterworks, der chinesischen Spielbank, die dem Sultan viele Tausende einträgt; mein Magen hält's nicht länger aus: Biegeleben lacht, aber wir kehren doch ins Palais zurück, wo endlich um 12 Uhr ein opulentes Tiffin auf dem berühmten johorischen Silberservice meine Hungerqualen stillt. – Um 4 Uhr sind wir wieder in Singapore in der »Teutonia«, wo gewaschen, rasirt und angezogen wird, und um 5 Uhr erscheinen wir alle in schwarzen Gehröcken, die wie Kaftans um unsere hageren Glieder schlottern, und mit Cylindern (!) vor dem Sultan von Johore, welcher neben dem botanischen Garten einen prachtvollen Park mit Bungalow bewohnt. In einer kolossalen hölzernen Scheune empfängt uns der freundliche alte Herr, ein Araber mit weissem Schnurrbarte, europäisch gekleidet, mit Ausnahme eines kleinen Sarongs und einer schwarzen Mütze mit prachtvoller Diamantagraffe. – Da Abu-Bakr sein Haus hier ganz umbauen lässt, sind alle seine Schätze in dieser Scheune aufgespeichert, darunter wundervolles Satsuma-Porzellan und zwei feenhafte Lackparavents, die der Sultan in Kobe für 25.000 Dollars angekauft. – Maharadjah darf man ihn in Johore selbst bei 5 Dollars Strafe nicht nennen, seit die englische Regierung seinen Sultanstitel anerkennt. Er erzählt von zwei schönen Tigern, die seine Leute gefangen und mit denen er nichts anzufangen wisse, – auf meine Aufforderung verspricht er, die Thiere unserem Kaiser zu schenken und sie mit der »Maria Theresia« auf ihrer Heimreise nach Schönbrunn zu schicken. – Brand übernimmt es, alle Vorbereitungen hiefür zu treffen. – Schliesslich sagt er uns allen seine Photographie zu.
Der Sultan von Johore.
Johore, der Salon des Sultans.
Mittwoch 30. Jänner.
Herzlicher Abschied vom Gesandten, der das Ideal der Güte und Anspruchslosigkeit ist, sowie vom wackeren Sapieha; beide haben uns mit dem stets fröhlichen Engler das Geleite aufs Schiff gegeben, wo sich auch der französische Bischof Monseigneur Gasmir eingefunden hat. Neben uns liegt die »Arratoon Apgar«, die mit Graf und Gräfin Karl Dönhof an Bord auch nach Calcutta abgeht. – Heute früh ist die »Maria Theresia« angelangt; wir laufen noch hin, finden aber alle Officiere und Passagiere ans Land gegangen. Um 4 Uhr dampfen wir (Poche und ich) auf dem guten Schiffe »Palitana« der British India Steamship-Navigation Co. langsam aus dem Hafen. – Der Fahrpreis I. Classe mit Verpflegung bis Calcutta (14 Tage) beträgt blos 67 Dollars!
Donnerstag 31. Jänner.
Freitag 1. Februar.
Malacca haben wir leider im Finstern berührt; heute früh legen wir wieder bei dem schönen Pulo-Penang, der Betelnussinsel, an, und Poche und ich suchen ein paar Pferde zu mieten, um den »Penang-Hill« zu erklimmen. – Es ist chinesisches Neujahr, die Strassen gefüllt mit festlich gekleideten Celestials, deren Frauen und Kinder, geschminkt und mit kostbarem Schmucke überladen, in Wagen und Gharries und Tats umherkutschiren. Nach langem Umherirren finden wir endlich ein paar knochiger Rosinantes, und den Victoriapark rechts lassend, geht's steil den Berg hinauf, durch wundervolle Wälder, die – wie Poche behauptet – den schönsten Plantagen auf Java gleichkommen. – Zuerst stolpern wir in einen Prachtpark und von da in ein luftiges, elegantes, aber ganz leeres Bungalow – ein französisch sprechender Herr belehrt uns, dies sei das Gouvernment House – wir suchen weiter und gelangen auch, nach vielem Steigen, in eine Art Hôtel, das von dem unvermeidlichen Chinesen als Sanatorium gehalten wird. – Die grossartige Aussicht, 2000 Fuss tief auf die mit üppigster Vegetation überwachsene Insel, auf das Meer ringsum, besonders aber ein kräftiges Tiffin entschädigen für die Mühen des Aufstieges – auch wirkt die Temperatur von 25° wie eine Offenbarung! Auf diesen Gäulen ist vom Hinabreiten keine Rede – in 2½ Stunden soll die »Palitana« abdampfen – also heisst's trotz Tropen, trotz Mittagssonne im Laufschritt den Berg hinunter und ebenso weiter bis zur Stadt, wo uns schliesslich ein Jinrickshaw zum Hafen führt – entschieden der heisseste Spaziergang, den ich je gemacht! Das nennt man Schwitzen!
SCHIFF AUS RANGOON
2., 3., 4. Februar.
Dienstag, 5. Februar.
Shvay Dagon-Pagode.
6. Februar.
Mit der »Ramapura«, einem schönen Schaufeldampfer, der 15 Knoten macht, und dessen deutscher Commandant Cruzer famose Getränke braut, um 7 Uhr früh nach Maulmain, der schönsten Stadt Burmahs, am Salween reizend gelegen. – Holzsägen, wo abgerichtete Elefanten riesige Baumstämme aus dem Flusse holen, in die Maschinen legen und die gesägten Hölzer in den Höfen regelmässig aufschichten – ein kleiner Elefant hat's auf mich abgesehen und kann ich mich nur durch die schmählichste Flucht retten, zum Jubel der Schiffsgenossen. – In der Mitte der Stadt auf hohem Hügel die Hauptpagode mit unvergleichlicher Aussicht auf den Salween und die nahen Berge. – Abends wandeln wir alle zum geräumigen Club, Gymkhana; da Cruzer uns einzuschreiben vergessen hat, werden wir aber, zu unserer grossen Heiterkeit, von den eurasischen Bediensteten feierlich hinausgeworfen. – Uebernachten auf der »Ramapura«, denn bis zu einem Hôtel hat es Maulmain noch nicht gebracht.
7. Februar.
CROW INSEL im SALWIN FLUSS
Vor Sonnenaufgang in zwei Gharries ein paar Meilen bis zur Fähre des Salween-Flusses, den wir (die drei Amerikaner, Poche und ich) auf einem lebensgefährlichen Floss übersetzen, – dann in einem landesüblichen »Bullockcart« die gute Fahrstrasse weiter bis zu den »Farm Caves«, ausgedehnte Höhlen in merkwürdigen Bergen, die, mit reichster Vegetation überwachsen, senkrecht aus der Ebene aufsteigen. Zwei dieser Höhlen sind Wallfahrtsorte und mit Buddha-Statuen minderen Kunstwerthes ausgefüllt; die anderen bieten einigen Millionen Fledermäusen Asyl und werden letztere durch unsere bengalischen Kerzen unangenehm aufgescheucht – doch ist ein längerer Aufenthalt wegen des Gestankes und der Hitze undurchführbar. Die Rückfahrt auf dem originellen federlosen Holzkarren, dessen Zebus fortwährend durchgehen wollen, ist sehr amüsant – schiesse einige Riesengeier. – Sonnengluth in Burmah scheint nach der heutigen Probe kolossal! Abends Besuch des Gefängnisses, wo aber egyptische Augenkrankheit grassirt und wir schleunigst davonlaufen. – Vergebliches Trachten, einen berühmten Holzschnitzer zu finden: der Mann wohnt im Birmanenviertel, unser Kutscher spricht blos bengalisch – also Verständigung unmöglich. – Am Flussufer produciren sich uns einige Arbeitselefanten, die zur Tränke geführt werden – auf Befehl des Kornak knien sie nieder, heben die Rüssel in die Höhe und trompeten ein donnerndes Salaam! Die ihnen zugeworfenen Annastücke heben sie sorgfältig auf und reichen sie dem alten Wärter!
| ELEFANTEN BEI DER ARBEIT |
8. Februar.
9. Februar.
Kurz vor Abgang der »Palitana« erscheint ein Bote des Consuls und bringt mir ein Telegramm aus Wien – meine Grossmutter ist am 5. gestorben!! Auch die Nachricht über unseren armen Kronprinzen scheint sich zu bestätigen! – Um 7 Uhr früh lichten wir Anker, und nun geht's wieder, zum vierten Male, den jetzt schon wohl bekannten Irawádi hinab. – Zum Abschied war noch Capitän Cruzer erschienen und verkaufte mir ein hübsches geschnitztes Papiermesser aus Maulmain.
10. u. 11. Februar.
| Noch einige ruhige, kühle, herrliche Tage. – Motley's »History of the Dutch Republic«. – Poche entpuppt sich als Kinderfreund und tanzt und spielt stundenlang mit einigen anglo-birmanischen Rangen herum. – Mit Erlaubniss Capitän Englands werden Möven geschossen. – Schade um die armen Thiere, die wir doch nicht aufheben können. – Gegen Sonnenuntergang sichten wir die Lichterbrigg, die vor dem Eingang in den Hugli ankert; früher kamen oft Leute aus Calcutta her, um sich durch die Seebrise von den Fiebern zu erholen, und wohnten wochenlang auf der einsamen Brigg. – Auch wir werfen jetzt Anker. Nachts ist an eine Fahrt den Hugli hinauf nicht zu denken, da der Ganges der gefährlichste aller Ströme ist und sein Bett sich täglich ändert. | ||
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ROYAL LAKE RANGOON |
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Dienstag 12. Februar.
13., 14., 15. Februar.
Botanischer Garten mit grossartigem Banianbaume, der mit seinen Luftwurzeln einen ganzen Wald bildet, und schönen seltenen Pflanzen aller Art, Alleen von Palmen, – schönes Museum, wissenschaftlich geordnet wie kein anderes in Indien. Dasselbe umfasst alle Zweige der Naturwissenschaften, besonders interessant ist aber die Abtheilung über indische Kunst und Kunstindustrie. Dieses Museum wäre eines eingehenden Studiums werth, wozu aber viel Zeit gehörte. – Sir Donald Mackenzie Wallace, Privatsecretär Lord Dufferin's. – Zwei Diners bei Heilgers, Concert, Ball im Government House beim Vicekönig, Lord Lansdowne – nette A. D. C.'s, besonders Lord William Beresford und Hamilton. – Bengal-Club, 30 Rupees für 14 Tage. – Bengal-Diener Joomun, alter Moslem, der einst Poche und Kübeck bediente.
16. Februar.
21. Februar.
Heute Rückkehr nach Calcutta mit zwei Freunden Poche's, Edw. Beit aus Hamburg und Edw. Ladenburg aus Mannheim, sowie Graf und Gräfin Dönhoff-Seydewitz. – Wieder in milder, warmer Luft!
22. Februar.
| Poche reist mit Messageries Maritimes nach Madras und in die Nilghirries. – Ich mit Joomun heute abends nach Benáres. |
KVTVB MINAR DELHI |
23., 24., 25., 26. Februar.
27., 28. Februar, 1., 2. März.
5., 6., 7., 8. März.
Delhi (Northbrook's Hôtel), die aus rohem Sandstein gebaute Citadelle, »the Ridge«. Das Museum, welches den Namen kaum verdienen würde, wäre nicht dort eine herrliche indo-griechische Figur aus schwarzem Stein, die so schön ist, dass man sie für eine der besten griechischen Sculpturen halten könnte, – landwirthschaftliche Ausstellung, Nautch Girls, Faustkampf, Nabob von Ludhiana, Maler Ludwig Hans Fischer mein Nachbar bei Tisch – Kutb Minár!
9. März.
FORT ALI-MUSCHID
17., 18. März.
Jeypore (Kaiser-i-Hind-Hôtel), die grösste Stadt der Rajputana und eine der interessantesten Städte von noch unabhängigen Staaten in Indien. Die grossen Bauten, breite Strassen und grosse Plätze verleihen der Stadt ein grossartiges Gepräge, welches durch die Eigenart seiner Bewohner und ihrer Sitten noch mehr an Interesse gewinnt als andere indische Städte, – mit zwei französischen Jesuiten, Prof. Henri Hyvernat und Dr. Paul Müller Simonis, – prachtvolles Museum, Palast, Elefantenritt nach Ambir, Major Prideaux, Resident.
19., 20. März.
Abu Road im Palankine (Jhampan), 5 Stunden nach Mount Abu (5000') – entzückende Jaintempel aus dem Felsen gehauen – prächtiger See.
21. März.
| Ahmedabad, Moscheen mit köstlichen Schnitzereien. |
AHMEDABAD HUTHI SINGH GRABMAL |
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22., 23., 24. März.
Bombay (Apollo-Hôtel), treffe wieder mit Poche zusammen, Stockinger, Janni (Lloydagent) Vuccino – Coolidge – Hitze ganz erträglich.
25. März.
»Berenice«, Lloyddampfer, Capitän Egger, 5 Uhr nachmittags Abfahrt, langweilige Gesellschaft, recht mittelmässiges langsames Schiff, aber prächtiges kühles Wetter.
1. April.
Aden, das ich wie einen alten Freund wieder begrüsse. Cons. Escher, Dr. Schweinfurth.
7. April.
Suez, Abschied von Poche, der via Port Said nach Syrien reist.
8.-13. April.
Cairo (Shepheard).
14.-17. April.
»Euterpe«, Capitän Nikolich von Alexandria nach Brindisi. – Dann Florenz, Abbazia, Wien.
FAKIR
Zurückgelegte Meilen.
Hinweise zur Transkription
Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, einschließlich uneinheitlicher Schreibweisen wie beispielsweise "Cigarettendose" – "Cigarretenetui", "Port Said" – "Port Saïd", "Shangai" – "Shanghai",
mit folgenden Ausnahmen,
Seite 15:
"gollopiren" geändert in "gallopiren"
(und gallopiren kühn in die Stadt)
Seite 30:
"Musikantinen" geändert in "Musikantinnen"
(eine der Musikantinnen hat heftiges Fieber)
Seite 54:
"," eingefügt
(Gemüsepalmen (cabbagepalms), »Fernpalms«)
Seite 68:
"Bangkog" geändert in "Bangkok"
(zur Creditiveüberreichung in Bangkok mitgeschickt bin)
Seite 105:
"Häuser" geändert in "Häusern"
(viele Hunderte von Häusern und Läden stehen)