The Project Gutenberg eBook of Reisen in den Philippinen
Title: Reisen in den Philippinen
Author: Fedor Jagor
Release date: October 19, 2016 [eBook #53322]
Most recently updated: October 23, 2024
Language: German
Credits: Produced by Jeroen Hellingman and the Online Distributed
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IN DEN
PHILIPPINEN
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG.
1873.
VORWORT.
Die Reise, von der die folgenden Blätter berichten, wurde in den Jahren 1859 und 1860 unternommen, durch unvorherzusehende Umstände aber plötzlich abgebrochen, lange bevor die gesteckten Ziele erreicht waren. Der Wunsch, das Begonnene später fortzusetzen, ging nicht in Erfüllung, veranlasste aber zu weiteren Studien, die dem Verfasser manchen wenig bekannten Stoff lieferten und zugleich zeigten wie spärlich und ungenau die Nachrichten über jenes schöne Land sind, besonders über die Provinzen in denen er am längsten verweilte.
Einige werthvolle Mittheilungen vorzüglich über Verwaltung, Steuer- und Zollwesen verdankt der Verfasser dem spanischen Kolonialministerium, das ihm bereitwillig die Benutzung seines Archives gestattete; namentlich war ihm bei Entwurf der Geschichte des Handels, des Tributes und der Tabakregie eine dort vorgefundene Denkschrift von D. Ormacheo: Apuntes para la razon general, von Nutzen. Auch die Berliner und Londoner Bibliotheken lieferten manchen Stoff, der z. Th. mühsam aus dickleibigen öden Mönchschroniken herausgelesen werden musste. So häufte sich umfangreiches Material, woraus die nachstehenden Blätter das Wesentlichste in gedrängter Kürze mittheilen.
Dem eigentlichen Reiseberichte liegen ausführliche an Ort und Stelle gemachte Aufzeichnungen zu Grunde. Nach einem so langen Zeitraum erschien es um so nöthiger, sich streng daran zu halten, da das Gedächtniss gern ihm anvertraute Eindrücke und Erlebnisse zu farbigen Bildern und interessanten Abenteuern umgestaltet, hier aber nicht sowohl Unterhaltung als treue Schilderung beabsichtigt wird.
Einiges, besonders aus dem zwanzigsten Kapitel ist bereits in Bastian und Hartmann’s Zeitschrift für Ethnologie mitgetheilt worden.
Den wissenschaftlich werthvollsten Theil des Buches bilden zwei Abhandlungen, welche der Verfasser der Freundschaft der Herren Professoren Roth und Virchow verdankt.
Wenige Länder der Welt sind so unbekannt und werden so selten besucht wie die Philippinen und doch ist keines angenehmer zu bereisen, als jenes verschwenderisch ausgestattete Inselreich; kaum irgendwo findet der Naturforscher eine grössere Fülle ungehobener Schätze. Unbemittelte würden aus dem Verkauf von Sammlungen ihre Reisekosten reichlich decken.
INHALT.
Seite
Vorrede V
Aussprache der Fremdwörter XIII
Erklärung häufig vorkommender Fremdwörter XIV
Erstes Kapitel.
Einleitende Bemerkungen.
Zweites Kapitel.
Rhede, Zollwesen, Geschichte des Handels, spanische Kolonialpolitik, Reisen der Galeonen 7
Drittes Kapitel.
Manila, Leben in der Stadt und in den Vorstädten, Hahnenkämpfe, Trachten der verschiedenen Klassen 18
Viertes Kapitel.
Fünftes Kapitel.
Geographisches, Meteorologisches, politische Eintheilung, Volksmenge, Sprachen 39
Sechstes Kapitel.
Reise in Bulacan, häufige Feuersbrünste, Fruchtbarkeit, Fischfang, Zigarrentaschen, spanische Priester, Gastfreiheit, Räubereien 45
Siebentes Kapitel.
Achtes Kapitel.
Neuntes Kapitel.
Der Vulkan Mayon oder Albay und seine Ausbrüche 69
Zehntes Kapitel.
Cacao, Kaffee, Kirchweihfest, Leben in Daraga 76
Eilftes Kapitel.
Reise nach Bulusan und Sorsogon, Strassenbau, Seeräuber 87
Zwölftes Kapitel.
Reisen in Süd-Camarines, Gliederung der Provinz, spanische Priester, Alkalden und Mandarine 94
Dreizehntes Kapitel.
Vierzehntes Kapitel.
Lebensweise und Sitten der Bicolindier 118
Funfzehntes Kapitel.
Sechszehntes Kapitel.
Siebenzehntes Kapitel.
Der Ysarog und seine Bewohner 161
Achtzehntes Kapitel.
Ersteigung des Yriga und des Mazaraga, See- und Strassenräuber, Wasserpflanzen von Berlin nach den Philippinen, mein Diener Pepe 176
Neunzehntes Kapitel.
Zwanzigstes Kapitel.
Einundzwanzigstes Kapitel.
Insel Leyte, Heuschrecken, Solfatare, Schwefelgewinnung, Bitosee, Krokodile 218
Zweiundzwanzigstes Kapitel.
Lebensweise und Sitten der Bisaya-Indier 227
Dreiundzwanzigstes Kapitel.
Die neuen Zollhäfen, Steinkohle in Cebu, Yloilo. Aufschwung des Zuckerbaues 239
Vierundzwanzigstes Kapitel.
Fünfundzwanzigstes Kapitel.
Das Tabakmonopol 257
Sechsundzwanzigstes Kapitel.
Die Chinesen 271
Siebenundzwanzigstes Kapitel.
Kurzer Abriss der Geschichte, Schlussbetrachtungen 280
Verzeichniss der Bilder.
Um den Grad der Genauigkeit der einzelnen Bilder beurtheilen zu können, ist durch Buchstaben die Art ihrer Herstellung angegeben.
| c | = | Camera lucida, |
| p | = | Pause, |
| ph | = | Photographie, |
| r | = | reduzirt durch Camera lucida oder auf mechanischem Wege. |
| t | = | Originalzeichnung eines Tagalen. |
| z | = | freie Handzeichnung. |
Der erste Buchstabe bezieht sich auf die Originalzeichnung, der folgende auf die Reproduktion.
- Seite
- Barre des Pasig, Manila c. r. 7
- Lastboot (Casco) t. r. 17
- Haus mit Azotea am Pasig z. z. 18
- Bambushaus in der Vorstadt Trozo c. r. 20
- Tagalin ph. r. 24
- Tagalen ph. r. 25
- Elegante t. r. 25
- Kleines tagalisches Mädchen ph. p. 26
- Leben am Wasser (ph. c. z.) z. zu Seite 34
- Bambus z. p. 35
- Verarbeitung des Bambus 36
- Floss mit Senknetzen (Salambau) c. r. 37
- Fischerhütten bei Bulacan z. r. 45
- Berg Arayat z. r. 47
- Zubereitung der Zigarrentaschen z. 48
- Negrita (von Panay) ph. r. 51
- Aussicht von Jalajala auf die Insel Talim c. r. 52
- Vulkan Maquiling von ONO. z. 54
- Kirche und Convento, Majaijai c. r. 58
- Insel Talim mit dem Pik Soson-dalága von Majaijai c. r. 59
- Vulkan Majaijai c. r. zu Seite 61
- Negrito von Mariveles c. r. 63
- Tagalin in einer Hängematte z. z. 64
- Vulkan Bulusan z. r. zu Seite 66
- Vulkan Mayon c. r. zu Seite 69
- Krater des Mayon z. p. 70
- Zigarrentaschen-flechten z. z. 84
- Bícol-Naturforscher bei Regenwetter z. r. 86
- Stamm eines Feigenbaumes bei Bacon c. r. 88
- Dorfglocke in Camarines z. z. 96
- Dorf Batu c. r. 103
- Wilde vom Yriga c. z. zu Seite 106
- Vulkan Yriga von OSO. c. r. 110
- Vulkan Yriga von SW. c. r. 111
- Vulkan Malinao c. r. 114
- Kieselsprudel bei Tibi c. r. 114
- Der weisse Kegel c. r. 115
- Der rothe Kegel c. r. 117
- Pavava, eine Art Karren c. r. 118
- Der Pflug (Arado) und seine Bestandtheile c. r. 120
- Ackergeräth der Bicol-Indier c. r. 121
- Reismesser z. 121
- Thongefäss aus einer Muschelschicht z. 134
- Gebirge Bacacay von der Barre von Daet c. r. 139
- Indierin die Bulaqueña tanzend z. r. 140
- Kastell gegen Seeräuber c. r. 141
- Nester von Collocalia troglodytes c. r. 143
- Kupferner Kessel c. 146
- Gebirge Bacacay vom Tribunal von Labo c. r. 150
- Der Pik Colasi von der Visita Colasi z. r. 153
- Der Pik Colasi von der Visita Lalauigan z. r. 153
- Palmenwald durch die Brandung zerstört z. r. 155
- Vulkan Ysarog c. r. zu Seite 161
- Glockenturm von Calabanga c. r. 164
- Weberin vom Ysarog c. r. 166
- Bogen und Pfeile der Ygorroten vom Ysarog c. r. 169
- Ygorrote vom Ysarog c. p. 170
- Ygorroten-Mädchen vom Ysarog c. p. 171
- Cuadrillero z. z. 174
- Schiffahrt durch Sumpf z. z. 176
- Mazaraga c. r. 178
- Aussicht vom Mazaraga c. p. zu Seite 178
- Spanisch-tagalische Mestizin ph. p. 184
- Lauang c. r. 187
- Gobernadorcillo und Alguacil t. r. 189
- Kleines Bisaya-Mädchen z. z. 192
- Boot mit Ausriggern c. r. 193
- Visita Loquilocun c. r. 199
- Felsen im Meer bei Nipa-nipa z. z. 207
- Särge c. r. 209
- Buyohändlerin t. r. 217
- Hafen von Tacloban z. r. 218
- Gebirge in Leyte c. r. 220
- Hütte im Krater des Kasiboi c. r. 221
- Hütte auf einem Baum z. z. 223
- Bisaya-Indierin z. z. 227
- Alte Indierin rauchend t. r. 270
- Schiff aus dem 17. Jahrhundert z. z. 290
- Schädel r. Tafel 1. zu Seite 355
- Schädel r. Tafel 2. zu Seite 375
- Negritos vom nördlichen Luzon ph. p. zu Seite 375
Aussprache der Fremdwörter.
Die spanischen und einheimischen Wörter, meist Ortsnamen, sind nach spanischer Weise geschrieben. Die Aussprache ist wie im Deutschen, mit folgenden Abweichungen:
| spanisch | c | vor e und i | wie | th | englisch, | aber schärfer. | ||||||
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ch |
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tsch | deutsch. | ||||||||
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g | vor e und i |
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ch |
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gu |
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g |
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j |
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ch |
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ll | fast |
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j |
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ñ |
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nj |
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qu |
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k |
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s |
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ss |
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auch mitten im Wort. | |||||||
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v | fast wie b. | ||||||||||
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y | vor Vokalen wie j deutsch. | ||||||||||
|
y | vor Konsonanten wie i. | ||||||||||
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z | wie c vor e und i. | ||||||||||
In den philippinischen Namen ist e von i, o von u kaum zu unterscheiden.
In mehrsilbigen Wörtern ist der Tonfall meist durch einen Accent angedeutet worden.
Erklärung einiger häufig wiederkehrender Fremdwörter.
Abacá = Manila-Hanf, Faser der Musa textilis s. S. 245.
Alkalde, Guvernör einer Provinz s. S. 100 Anm.
Bánca, kleines Boot.
Barangáy, Gruppe von 40 bis 50 Familien unter Verwaltung eines Cabeza s. S. 292.
Bólo, grosses Waldmesser.
Búyo, ein Stück Arecanuss, eingefasst von einem mit gebranntem Kalk bestrichenen zusammengerollten Blatt Betelpfeffer s. S. 126 Anm.
Cabéza, Haupt, Häuptling.
Casa reál, Wohnung des Alkalden oder Guvernörs, auch = Tribunal s. S. 50.
Camóte, süsse Kartoffel, Convolvulus Batatas s. S. 122.
Castíla, werden die Spanier, auch wohl die Europäer im Allgemeinen genannt.
Cimarrón, in Freiheit lebender Eingeborener s. S. 106.
Convénto, Wohnhaus des Pfarrers, nicht Kloster.
Cuadrilléro, Steuersoldat, Polizeisoldat.
dM. = M.
Estánco, Laden in welchem von der Regierung monopolisirte Artikel verkauft werden.
Falúa, Feluke.
Gábi, Caladium sp. div. mit essbaren Knollen.
Gobernadorcíllo (Guvernörchen), Dorfschulze s. S. 189.
Guinára, Gewebe von Abacá.
Haciénda, Landgut, die Finanzverwaltung, der Staatsschatz.
Indier, Indios, werden die Eingeborenen im Allgemeinen, besonders aber die der spanischen Herrschaft unterworfenen im Gegensatz zu den Cimarronen genannt.
L, Légua Wegstunde, (20 = 1° des Aequators).
£, Pfund Sterling.
M, Meile, (15 = 1° des Aequators).
Polísta, Frohnarbeiter.
Pólos, Frohnden s. S. 292.
Puéblo, Ortschaft.
Principalía, inländischer Adel.
R. C., Reál Cédula, Königliches Handbillet.
R. D., Reál Decréto, vom Suverän selbst unterschrieben.
R. O., Reál Órden, nur vom Minister gezeichnet.
Sáya, Frauenrock von der Hüfte zum Knöchel reichend.
Sm., Seemeile (60 = 1° des Aequators).
Súndang, Waldmesser.
Tápis, ein um den oberen Theil der Saya gewundenes Tuch.
Teniénte, Lieutenant.
Tribunál, auch Casa real genannt, Gemeindehaus.
Tribúto, Kopfsteuer.
Túba, gegohrener Palmensaft.
Maasse, Gewichte und Münzen.
Seit Januar 1862 gelten in den Philippinen die folgenden Maasse, Gewichte und Münzen.
Längenmaasse:
| 1 Braza | = | 1 Doppelvara von Burgos | = | 1,671 Meter | (= | 5,3205 | Rh.-Fuss) |
| 1 Vara | = | 1 Vara (Elle) desgl. | = | 0,835 Meter | (= | 2,66 | Rh.-Fuss) |
| 1 pié | = | 1 pié (Fuss) desgl. | = | 0,278 Meter | (= | 0,89 | Rh.-Fuss). |
Wegemaasse:
1 Legua (L.) sehr nahe 20,000 piés = 3 Seemeilen (Sm.) 20 L. = 60 Sm. = 15 geogr. oder deutsche Meilen (M.) = 69 engl. Meilen = 111,1 Kilometer.
Feldmaasse:
1 Quiñon, (spr. Kinión) = 10 Balístas = 100 Loánes = 10,000 Brázas cuadrádas = 27949,486 Quadrat-Meter = 2,79495 Hektar. 1 Hektar = 3577,833 Brazas cuadrádas = 0,35778 Quiñones = 3,5778 Balistas = 35,778 Loánes.
Die hier zu Grunde gelegte Braza cuadr. ist die von 4 Varas cuadr. de Burgos. 1 Quiñon = 10,946, also sehr nahe = 11 preuss. Morgen).
Getreidemaasse:
1 Cabán (Caván) = 25 Gántas = 200 Chúpas = 800 Apatánes = 75 Liter = 1,35132 Fanégas de Castilla.
Von 1. Januar 1862 gilt der am 1. Januar 1860 in Manila eingeführte Caban als gesetzliches Maass für alle Provinzen. Er misst genau 75 Liter oder in Form eines Würfels 422 mm. innerer Seite, oder 5990,96 span. Kubikzoll. (Der Caban von 1859 hatte 80,00919 Liter.)
(1 Ganta = 3 Liter, 1 Preuss. Metze = 3 Quart. 1 Ganta verhält sich also zu 1 preuss. Metze (= 1⁄16 Scheffel) genau wie 1 Liter zu 1 Quart. 1 Caban = 1,362 Scheffel. 1 Caban Reis wiegt 128 bis 137 Pf. span. = 59 bis 63 Kilogr.
Flüssigkeitsmaasse:
1 Ganta = 8 Chupa = 3 Liter.
Die Tinája (grosser Thonkrug) ist ein willkürliches Maass und bedeutet eine Anzahl Gantas, die in jedem Kontrakte besonders bestimmt wird oder durch Gebrauch feststeht, z. B. 1 Tinája Cocosöl der Laguna = 16 Gantas.
Gewichte:
1 Quintál = 1 Quintál de Castilla = 4 Arróbas = 46,009 Kilogramm.
1 Arroba = 25 Libras (Pfund span.) = 11,502 Kilogr.
1 Libra = 2 Marcos = 0,460 Kilogr. 1 Marco = 8 Onzas = 0,230 Kilogr.
1 Onza = 16 Adarmes = 28,76 Gramm. 1 Adarme = 36 Granos = 1,80 Gramm. 1 Grano = 0,05 Gramm.
Schwere Gewichte.
1 Pico = 10 Chinántas = 100 Cátes = 1600 Tael = 137,500 Libras de Castilla = 63,262 Kilogr. (1 Tael = 22000 Adarmes = 39,539243 Kilogr.)
Der Píco (Pikul) ist kein festes Gewichtsmaass, er variirt selbst in China. In Manila hat sich durch den Gebrauch das Verhältniss 1 Píco = 137,5 Libras de Castilla festgestellt. In den chinesischen Häfen und in Singapore haben die Engländer den Pikul = 133⅓ Pfund engl. eingeführt. 1 Píco von Manila = 140 Pf. engl., 1 Pikul (engl.) = 131,4 Libras de Castilla.
1 (Schiffs)-Tonne, früher = 16 Picos (1012 Kilogramm), jetzt = 1000 Kilogr.; dem Maasse nach = 1 Kubikmeter.
Gewicht für edle Metalle:
1 Tael = 10 Mas = 100 Condrín = 754,75 Granos del Marco de Castilla = 37,68 Gramm.
Münzen:
1 span. Dollar ($) = 2 Escúdos (Esc.) = 5 Pesetas = 8 Réales plata (r.) = 160 Cuartos (cu.) = 100 Centésimos (ce).
Im täglichen Verkehr wird nach Cuartos, im Grosshandel nach Centisimos gerechnet. Der Escudo ist erst seit 1. Juli 1865 für alle amtlichen Rechnungen in Spanien und den Kolonien eingeführt, um die spanische Währung dem Dezimalsystem anzupassen.
(In Spanien wird der Dollar in 20 Reales vellon (rv.) getheilt. 1 Real vellon = 8,5 Cuartos, = 34 Maravedis.)
Die in Manila 1861 errichtete Münze prägt Gold: 4 $, – 2 $, – 1 $-Stücke, Silber: 0,5 $ = 1 Escudo; seit 1866 auch 0,2 $ = 4 rv., — 0,1 $ = 2 rv.
Der Kurs des $ pflegt zwischen 42 und 44 Silbergroschen zu schwanken.
In den spanischen Kolonien bestehn keine Wuchergesetze. Alljährlich wird in Spanien der gesetzliche Zinsfuss für Fälle, wo kein besonderer Zins verabredet worden, festgestellt.