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Unter Palmen und Buchen. Dritter Band. cover

Unter Palmen und Buchen. Dritter Band.

Chapter 29: Hinweise zur Transkription
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About This Book

A collection of short narratives portraying German emigrants, travelers, and rural communities as they negotiate life across diverse locales, from a South Australian settlement to journeys in Java and scenes at home. The tales mix anecdote and observation, depicting social gatherings, domestic dilemmas, and chance encounters while exploring themes of cultural persistence, adaptation to new surroundings, class contrasts, and the small moral and practical challenges of migration and everyday life.

In dem Augenblick pfiff es wieder. Der Kleine horchte auf und sah aus seinem Fenster an der rechten Seite, konnte aber dahinaus Nichts erkennen.

Jetzt bremste der Zug ein.

»Halten wir denn noch einmal zwischen Gotha und Fröttstedt?«

»O bewahre,« sagte der Gymnasiast – »das ist Fröttstedt.«

»Station Fröttstedt!« rief in dem Moment der Schaffner und riß die Thür auf – »rasch, wer hier aussteigt, es geht gleich weiter.«

»Herr Gott, mein Rock ist eingeklemmt!« stöhnte der kleine Mann, während der leichtfüßige Gymnasiast aus der Thür sprang und riß dabei an seinem Nanking-Röckchen, das allerdings ganz fest und sicher von der Thür neben der er bis jetzt gesessen, gefaßt war, so daß er vergebens suchte den gehaltenen Zipfel mit Gewalt herauszuziehen.

»Ab!« commandirte draußen der Oberschaffner.

»Schaffner! Herr Schaffner!« schrie der Kleine in Todesangst, »machen Sie einmal hier die Thür auf.«

»Aber Donnerwetter, hier steigen Sie ja aus! Machen Sie doch, daß Sie herauskommen.«

»Ich kann ja nicht! ich sitze ja fest – machen Sie doch diese Thür auf.«

»Ja das kann ich nicht!« rief der Unerbittliche und schlug die Thür zu – wieder der ominöse Pfiff und die Wagen thaten einen Ruck.

»Ich muß hinaus!« schrie aber der Kleine und suchte in der Tasche nach seinem Messer – in drei Taschen fand er es nicht – in der vierten stak es – der Zug kam in Bewegung – mit zitternder Hand hatte er es geöffnet – ritsch – ratsch schnitt er erbarmungslos den Nanking durch, um lieber mit dem verunstalteten Kleidungsstück als gar nicht vor seiner Braut zu erscheinen – und stürzte nach der Thür.

Zu spät! Unglückseliges Wort.

»Julie – Herr Oberbaurath!« schrie er verzweiflungsvoll aus dem Wagen hinaus.

»Aber Herr Assessor, wo wollen Sie denn hin?« Unten auf dem Perron stand die ganze Gesellschaft im Festanzug und sah dem unglücklichen Bräutigam nach, den ihnen ein höhnisches Geschick kaum gezeigt, wieder entführte.

»Halt! ich muß hinaus!« schrie in einem letzten Akt der Verzweiflung der unglückselige Assessor in Nanking. – Armer Mann, weshalb machtest Du eine Vergnügungstour in einem Schnellzug, der weder Zögern noch Erbarmen, sondern nur Stunden und Minuten kennt. – – Acht Minuten versäumt – wie könnte die ein brechendes Assessorenherz aufwiegen. Vorwärts brauste der Zug – ein starker schriller Pfiff – draußen vorbei fliegt mit betäubendem Rasseln der andere Schnellzug, der, von Eisenach kommend, in wenigen Minuten fast in Fröttstedt hält – was hilft es ihm – er kann nicht hinüber – vorbei – und weiter, wie auf Sturmesfittigen getragen, und hier von der bedeutenden Senkung noch begünstigt, donnerte der schnaubende Koloß thalab.

Der kleine Mann sank wie vernichtet auf den Sitz mir gegenüber, und ich suchte ihn jetzt damit zu trösten, daß auch er ja mit dem nächsten Güterzug nach Fröttstedt zurück könne.

»Ach du lieber Gott,« klagte er aber – »der kommt ja erst 5 Uhr 45 Minuten und erst Abends spät geht die Pferdebahn wieder nach Waltershausen.«

Es war nichts dabei zu machen, und bis Eisenach wurde kein Wort weiter zwischen uns gewechselt. Wenn es aber einen Superlativ im Schweigen geben könnte, so leistete den der Dicke, der während der ganzen vorbeschriebenen Scene nicht einmal den Kopf dahingedreht, ja mit keiner Wimper gezuckt hatte. Wie aus Stein gehauen saß er da, und nur der Dampf verrieth, daß noch innere Wärme in ihm lebte.

In Eisenach, wo ich ebenfalls ausstieg um die Werrabahn zu benutzen, hatte der Kleine noch einige Schwierigkeiten, bis er sein eingeklemmtes Stück Nanking aus der gegenüber befindlichen Thür bekommen konnte, und er mußte einem der Wagenschmierer ein gut Wort geben, daß er die Thüre von der andern Seite öffnete. Als ich ihn zuletzt sah, stand er wehmüthig auf dem Perron, hielt das heimtückische Stück Zeug in der Hand und sah nach der Uhr hinauf, die funfzehn Minuten nach drei zeigte.

Leipzig,
Druck von Giesecke & Devrient.

Hinweise zur Transkription

Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt. In dieser Transkription wird gesperrt gesetzte Schrift "gesperrt" wiedergegeben, und Textanteile in Antiqua-Schrift sind "hervorgehoben".

Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, einschließlich uneinheitlicher Schreibweisen wie beispielsweise "Accorde" – "Akkorde", "Capitel" – "Kapitel", "einsilbig" – "einsylbig", "erschrack" – "erschrak", "erwiderte" – "erwiederte", "Telegraphenbureau" – "Telegraphenbüreau", "um Gottes willen" – "um Gottes Willen" – "um Gotteswillen",

mit folgenden Ausnahmen,

Seite 13:
"sie" geändert in "Sie"
(deshalb brauchen Sie doch nicht stehen zu bleiben)

Seite 15:
"«" eingefügt
(nur um das Bischen Leben zu fristen.«)

Seite 16:
"tatellosen" geändert in "tadellosen"
(wie vollkommen tadellosen Frack Aufsehen erregte)

Seite 19:
"«" eingefügt
(wie wir es früher den Baronessen und Comtessen gemacht haben.«)

Seite 31:
"«" hinter "zu." entfernt
(die Straße hinab, dem Hause des Schuhmachers Peters zu.)

Seite 43:
"–" eingefügt
(eine Partie von den Bestien tragen – sie sind doch ordentlich todt)

Seite 44:
"hm" geändert in "ihm"
(wie jubelte der Kleine, als ihm der Vater)

Seite 47:
"»" eingefügt
(»Ja, mein Herz,« sagte er leise)

Seite 71:
"Aexandrine" geändert in "Alexandrine"
(Alexandrine winkte draußen auf dem Balcon)

Seite 73:
"Daß" geändert in "daß"
(Und reut es Dich, daß Du gekommen bist)

Seite 75:
"," eingefügt
(wie froh ich bin, daß Du nur wieder da bist)

Seite 79:
"«" hinter "überrascht." entfernt
(»Dort? – wo?« sagte Eduard überrascht.)

Seite 97:
"«" eingefügt
(zahlen es gewöhnlich mit den besten Jahren unseres Lebens.«)

Seite 106:
"«," geändert in ",«"
(»Eduard,« sagte da Alexandrine herzlich)

Seite 124:
"«" eingefügt
(der Alte sagte immer statt ja auf englisch yes.«)

Seite 125:
".«" geändert in "«."
(mit dem Herrn von Benner »nur ein Wort zu reden«.)

Seite 129:
"«" hinter "Yes" entfernt
Yes, Frau Gräfin, so ist's,«)

Seite 131:
"." geändert in "?"
(»Und weshalb nennst Du mich Frau Gräfin?«)

Seite 133:
"»" eingefügt
so vornehm habe ich mir den Eduard nicht gedacht)

Seite 137:
"«" eingefügt
(»was kann ich hier thun und schaffen?«)

Seite 154:
"»" eingefügt
vier Jahre sind es, daß ich die Meinen)

Seite 165:
"«" eingefügt
(unsere Einsamkeit ein paar Tage mit uns zu theilen.«)

Seite 167:
"." geändert in "?"
(»Welche Aehnlichkeit?«)

Seite 179:
"eimal" geändert in "einmal"
(erwiederte ihr Mann, »lies nur einmal den Brief.«)

Seite 188:
"eines" geändert in "eine"
(deshalb eine ihrer wichtigsten, nothwendigsten Beschäftigungen)

Seite 193:
"Reisögel" geändert in "Reisvögel"
(Reisvögel oder sonst dem Getreide nachtheilige Thiere)

Seite 195:
"verababscheut" geändert in "verabscheut"
(das Schwein, als ein unreines Thier, verabscheut)

Seite 203:
"–" eingefügt
(hat etwas Besonderes – zuerst haben sie enorm kleine Kannen)

Seite 205:
"Haase" geändert in "Hause"
(denn sie wußten es ging nach Hause)

Seite 215:
"«," geändert in ",«"
(miteinander,« sagte der Sohn, der seinen Hut)

Seite 226:
"heilosen" geändert in "heillosen"
(er selber mit schuld an dem heillosen Wege sei)

Seite 246:
"«" hinter "nach." entfernt
(»Aber kein Wort mehr über den Heimathschein,« rief Hans ihr nach.)

Seite 268:
"Wirthhaus" geändert in "Wirthshaus"
(und das andere Wirthshaus im Dorf)

Seite 276:
"," geändert in "."
(verstand sich auch von selbst und war ganz in der Ordnung.)

Seite 282:
"Platzbursche" geändert in "Platzburschen"
(Hans sowohl, wie die andern Platzburschen)

Seite 282:
"»" eingefügt
(sagte der junge Mann, »so darf er sich doch)

Seite 283:
"das" geändert in "daß"
(ich wußte nicht, daß ich dabei einen Eingriff)

Seite 284:
"»" eingefügt
(sein blaues Band herausholte und vorzeigte, »ich habe es mir)

Seite 285:
"»" eingefügt
(warnte sie das junge Mädchen. »Sie haben auch heut Abend)

Seite 291:
"nichtswürdiden" geändert in "nichtswürdigen"
(brauchte er auch nicht den nichtswürdigen Fahrweg einzuhalten)

Seite 305:
"," eingefügt
(die Erinnerung an das Vergangene, an – das wirklich Geschehene)

Seite 306:
"weiterzu" geändert in "weiter zu"
(vernünftig genug, ihn nicht weiter zu stören)

Seite 307:
"daß" geändert in "das"
(warnte der Doctor, als er das Haus verließ)

Seite 309:
"Stnhl" geändert in "Stuhl"
(fuhr erschreckt von seinem Stuhl in die Höhe)

Seite 314:
"»" vor "Hans" entfernt
(Hans hörte gar nicht, was sie ihm)

Seite 326:
"abpiff" geändert in "abpfiff"
(Der Professor suchte indessen, wie der Zug abpfiff)

Seite 332:
"»" eingefügt
(rief der Kleine in Nanking – »jetzt will der gute Herr)

Seite 333:
"»" eingefügt
(lautete die Antwort – »ein Professor aus Weimar)

Seite 333:
"«" eingefügt
(hätte sie der Herr in einer Stunde wieder.«)

Seite 334:
"»" eingefügt
(sagte der kleine gutmüthige Mann entschieden. »So viel Zeit bleibt)

Seite 338:
"«" und "»" eingefügt
(»O bewahre,« sagte der Gymnasiast – »das ist Fröttstedt.«)

Seite 339:
"»" eingefügt
(»machen Sie einmal hier die Thür auf.«)