Sey ohne Freund; wie viel verliert dein Leben!
Wer wird dir Trost und Muth im Unglück geben,
Und dich vertraut im Glück erfreun?
Wer wird mit dir dein Glück und Unglück theilen,
Dir, wenn du rufst, mit Rath entgegen eilen,
Und wenn du fehlst, dein Warner seyn?
Sprich nicht: Wo sind der Freundschaft seltne Früchte?
Wer hält den Bund, den ich mit ihm errichte?
Wer fühlt den Trieb, den ich empfand?
O klage nicht! Es giebt noch edle Seelen.
Doch sehn wir auch, wenn wir uns Freunde wählen,
Genug auf Tugend und Verstand?
Aus Eitelkeit für jenen sich erklären,
Weil er vielleicht begehrt, wie wir begehren,
Und weil sein Umgang uns gefällt;
Das Herz ihm weihn, noch eh wir seines kennen,
Aus Eigennutz ihm unsre Zeit vergönnen;
Dieß ist nicht Freundschaft, dieß ist Welt.
Um einen Freund von edler Art zu finden,
Mußt du zuerst das Edle selbst empfinden,
Das dich der Liebe würdig macht.
Hast du Verdienst, ein Herz voll wahrer Güte:
So sorge nichts: ein ähnliches Gemüthe
Läßt deinen Werth nicht aus der Acht.
Du mußt für dich und die empfangnen Gaben
Erst Sorgfalt gnug, gnug Ehrerbietung haben;
Und deinem Herzen nichts verzeihn.
Du mußt dich oft, ohn Eigennutz zu dienen,
Du mußt dich stets, gerecht zu seyn, erkühnen.
Und daß es Andre sind, dich freun.
Ein Herz, das nie sich selbst mit Ernst bekämpfet,
Nie Stolz und Neid und Eigensinn gedämpfet;
Liebt dieses Herz wohl dauerhaft.
Wie bald wirds nicht durch kleine Fäll ermüden!
Es fühlet sich, und stört der Freundschaft Frieden
Durch ungezähmte Leidenschaft.
Hast du das Herz, mit dem du dich verbunden,
Dem deinen gleich, der Liebe werth gefunden:
So thue, was die Weisheit spricht.
Sie heißt in ihm dich jede Tugend ehren,
Wie sehr du liebst, durch Thaten ihn belehren,
Und macht sein Glück zu deiner Pflicht.
Sie legt dir auf, sein Gutes nachzuahmen.
Du ahmst es nach, und du belebst den Saamen
Der Eintracht und der Zärtlichkeit.
Du sorgst mit Lust für deines Freundes Ruhe,
Er, ob er gnug, dich zu verdienen, thue;
Und eure Treu wächst durch die Zeit.
Dein Freund, ein Mensch, wird seine Fehler haben;
Du duldest sie bey seinen grössern Gaben,
Und milderst sie mit sanfter Hand.
Sein gutes Herz bedient sich gleicher Rechte,
Begeistert deins, wenns minder rühmlich dächte,
Und sein Verstand wird dein Verstand.
Wenn, ungewiß bey meiner Pflicht, ich wanke,
Wie stärkt mich oft der selige Gedanke:
Was thät Arist bey dieser Pflicht?
Verfahre so, als wär er selbst zugegen.
So giebt ein Blick auf ihn mir ein Vermögen;
Und der erst wankte, wankt itzt nicht.
Ein gleicher Zweck, des Geistes höchste Freude,
Der Weisheit Glück, vereint und führt uns beide;
Denn ich und er, sind beid ihr Freund.
Ein gleiches Gut, das höchste Gut der Erden,
Der Tugend Glück, läßt uns zufriedner werden;
Denn nur für sie sind wir vereint.
Ich eile froh, sein Glück ihm zu versüssen;
Doch daß ichs that, soll er nicht immer wissen;
Mein Herz belohnt mich schon dafür.
Und wenn ich ihm vor seinen Augen diene,
Entzieh ich doch dem Dienst des Dienstes Miene,
Als nützt ich minder ihm, denn mir.
Theilt er mit mir die Last der grössern Sorgen;
So bleibt von mir die kleinst ihm nicht verborgen,
Und schwindet in Vertraulichkeit.
Kaum klag ichs ihm, was mich im Stillen drücket:
So hat sein Blick oft schon mein Herz erquicket,
Eh mich sein Mund mit Trost erfreut.
Entfernt von ihm wird mir ein Glück zu Theile;
Und wenn im Geist ichs ihm zu sagen eile,
Wird mir dieß Glück gedoppelt süß.
Entfernt von ihm drohn mir des Unglücks Pfeile;
Und wenn im Geist ichs ihm zu klagen eile,
So fühl ich minder Kümmerniß.
Wenn wir vertraut, mit aufgewecktem Herzen,
Nach reifem Ernst, die Stund uns froh verscherzen:
So bildet der Geschmack den Scherz.
Den Witz, den Geist, die uns itzt scherzen lehren,
Beseelt die Lieb; und daß wir uns verehren,
Vergißt auch nie das muntre Herz.
Sollt je ein Zwist der Freundschaft Ruhe kränken,
Sollt übereilt ich ihr zum Nachtheil denken,
Und meinem Freund ein Anstoß seyn:
So eil ich schon, den Fehler zu gestehen.
Wars klein von mir, ihn hitzig zu begehen:
So ist es groß, ihn zu bereun.
Mensch, lerne doch dein Leben dir versüssen,
Und laß dein Herz von Freundschaft überfliessen,
Der süssen Quelle für den Geist!
Sie quillt nicht bloß für diese kurzen Zeiten;
Sie wird ein Bach, der sich in Ewigkeiten
Erquickend durch die Seel ergeußt.
Dort werd ich erst die reinste Freundschaft schätzen,
Und bey dem Glück, sie ewig fortzusetzen,
Ihr heilig Recht verklärt verstehn.
Dort werd ich erst ihr ganzes Heil erfahren,
Mich ewig freun, daß wir so glücklich waren,
Fromm mit einander umzugehn.
Was ist das Gut, nach dem du strebst,
Der Ruhm, für den du denkst und lebst?
Wags, du sein Freund, ihn zu betrachten!
Gewährt er, was er dir verspricht,
So bleib ihm treu. Gewährt ers nicht,
So lern ihn dreist verachten.
Welch Glück, wenn mich ein Grosser schätzt,
Der Fürst an seine Seite setzt,
Und laut mir seinen Beyfall schenket!
Alsdann wird mein Verdienst bekannt;
Dann denkt von mir das ganze Land
Groß, wie mein Ehrgeitz denket.
Wer ist der Grosse, der dich ehrt?
Sprich, kennt er der Verdienste Werth?
Setz ihn im Geist aus seinem Stande!
Vielleicht wird dir sein Beyfall klein;
Vielleicht hältst dus, ihm werth zu seyn,
Nunmehr für eine Schande.
Wenn itzt des Dichters Lobgedicht,
Der Redner göttlich von dir spricht,
Und laut dich die Geschichte preisen;
Wenn, auf ihr Wort, die halbe Welt
Dich für den größten Weisen hält;
Wirst du darum zum Weisen?
Wächst deiner Tugend etwas zu,
Gewinnet deines Geistes Ruh;
Wenn viele deinen Namen hören?
Bist du beglückt, in dir beglückt?
Wenn Thor und Thörinn auf dich blickt,
Und Länder dich verehren?
Suchst du den Ruhm nicht in der Pflicht,
Giebt dir dein Herz den Beyfall nicht;
Was wird dir andrer Beyfall nützen?
Und hast du deinen Ruhm in dir;
Was sorgst du kummervoll dafür,
Den äussern zu besitzen?
Wenn jener deinen Namen liest,
Gleichgültig nennt, und dann vergißt;
Ist dieß ein schätzbar Glück zu nennen?
Ist dieß die Welt, die von dir hört;
Wenn gegen einen, der dich ehrt,
Dich tausend noch nicht kennen?
Ist dieß des Nachruhms Ewigkeit;
Wenn ein Scribent der Trockenheit
Sich künftig an dein Leben waget?
Und wenn dem Wandrer einst noch spät
Der Stein, vor dem er müßig steht,
Daß du zu früh starbst, saget?
Und ist das Glück so ungemein,
Von einer Welt gerühmt zu seyn,
Die oft den wahren Ruhm verkennet;
Das Laster rühmet, wenn es gleißt,
Die Wildheit Muth, den Unsinn Geist,
Und Ehrsucht Grösse nennet?
Du strebst mit Eifersucht und Angst,
Damit du ihren Ruhm erlangst,
Wohlan, du sollst ihn schnell erstreben!
Doch welch unsichres Eigenthum!
Vielleicht reut bald die Welt der Ruhm,
Den sie dir schnell gegeben.
Die Zahl der Klugen ist nicht groß.
Verlangst du ihren Beyfall bloß,
So such ihn still in ihrer Sphäre.
Der Kluge sieht auf dein Verdienst;
Und bist du das nicht, was du schienst,
So bist du sonder Ehre.
Erwirb dir Tugend und Verstand;
Nicht, um sie, von der Welt genannt,
Mit eitlem Stolze zu besitzen.
Erwirb sie dir mit edler Müh,
Und halte dieß für Ruhm, durch sie
Der Welt und dir zu nützen.
Nicht deines Namens leerer Schall,
Nicht deiner Tugend Wiederhall
Muß dich zu grossen Thaten stärken.
Die Zeit, die Kräfte, grosser Geist!
Die du so laut dem Ruhme weihst,
Die weihe still den Werken.
Erfüllst du, was die Weisheit spricht,
Und gleicht dein Eifer deiner Pflicht:
So wird der Ruhm ihm folgen müssen.
Und wenn dein Werth ihn nicht erhält:
So giebt dir ihn, Trotz aller Welt,
Doch ewig dein Gewissen.
Vermischte
Gedichte.
O Graf! vom Himmel bestimmt, den Jahren, welche noch kommen,
Ein Beyspiel seltner Verdienste zu seyn!
Am Tage deiner Geburt bitt ich zum Schöpfer der Menschen
Um noch mehr Seelen, der deinigen gleich.
Am Tage deiner Geburt bitt ich mit freudigen Thränen,
Mit Thränen, welche die Liebe mich lehrt:
Erfüll die Hoffnung der Welt, und sey in jeglichem Alter
Durch neue Tugenden nützlich und groß.
Ja, Graf, ich weis es gewiß, du wirst die Hoffnung erfüllen,
Die deine Jugend verehrungswerth macht.
Nie herrscht ein kleinerer Wunsch in deiner rühmlichen Seele,
Als Menschen glücklich und weise zu sehn.
Du wirst, begabet mit Macht, sie nur zum Wohlthun gebrauchen,
Und, unverblendet vom Glanze des Glücks,
Noch gütig, wenn du gebeutst, noch liebreich, wenn du bestrafest,
Noch groß seyn, wenn du die Bitte versagst.
Bey allem Beyfall der Welt, und bey der Liebe der Fürsten,
Wird der Gedanke dir niemals entfliehn,
Daß das vollkommenste Glück in einem reinen Gewissen,
Die wahre Hoheit im Herzen besteht.
Kein Mensch ist edel und frey, der den Begierden gehorchet,
Noch groß, wofern er dem Schöpfer nicht dient;
Er sey das Wunder der Welt, er sey der König der Helden,
Stets ist er ohne die Tugend ein Knecht.
Dich wird in Zukunft, ein Volk, das Volk der Schmeichler belagern,
Die Pest der grossen und glücklichen Welt;
Doch, stolz auf wahres Verdienst, wirst du den Lobspruch verachten,
Den dir der Richter im Herzen versagt.
Von edler Absicht erfüllt, wird dich die Mühe nicht quälen,
Zu scheinen, was man doch wirklich nicht ist.
Von edler Absicht erfüllt, wirst du dir immerfort ähnlich
Und auch im kleinen noch liebenswerth seyn.
Der Ruhm, der Beyfall der Welt, ist der Verdienste Gefährte;
Doch heimlich folget die Eifersucht nach.
Wie wirst du, glücklicher Graf, einst diese Feindinn besiegen?
Durch Güte, wie sie dein Onkel besiegt.
Auf, Graf! bereichre dich itzt, itzt in dem Lenze der Jahre,
Mit allen Schätzen der Weisheit und Kunst.
Dein Rang, dein heller Verstand, dein edelfühlendes Herze,
Wie viel verspricht es der hoffenden Welt,
Dieß, in den Jahren des Kinds schon reifer denkender Jüngling,
Dieß bittet dich dein Verehrer und Freund.
Mein Lob ermuntre dein Herz! denn wenn sie keines verdienen,
So lob ich selber die Könige nicht.
O Freund, welch angenehm Gesichte,
Rührt meinen Geist, indem ich dichte;
Dein künftig Schicksal zeigt sich mir.
Ich sehe sich in lange Zeiten
Dein Leben und Verdienst verbreiten,
Und Glück und Tugend folgen dir.
Dich seh ich an Charlottens Seite
Nach vielen Jahren noch, wie heute,
Als Mann und Freund vergnügt mit ihr,
Und immer dich, bey treuen Küssen,
Vertraulich und empfindungsvoll,
Das Glück der Zärtlichkeit geniessen,
Von der nur wenig Herzen wissen,
Die nur ein Cramer singen soll.
So wie sich deine Jahre mehren,
Mehrt dein Verdienst sich um die Welt.
Stets seh ich dich Geschmack und Tugend lehren,
Und beides, wenn du schreibst, gefällt.
Dein Geist stürzt bald den Aberglauben,
Und bald das Laster von dem Thron,
Und rettet uns, was schlaue Spötter rauben,
Das größte, die Religion.
Dann merkt die Welt auf deine Gaben;
Und wenn sie sie nicht recht erkennt:
So scheut sie doch den Schimpf, den nicht belohnt zu haben,
Den man des Lohnes würdig nennt.
Sie schmücket dich mit neuen Ehren;[1]
Und du, erkenntlich gegen sie,
Entzückst sie, bald mit heilgen Chören,
Bald durch die Pracht der Homilie.
Allein noch eine schönre Scene
Nimmt mich in deinem Leben ein,
Da liebe Töchter, liebe Söhne,
Des edlen Vaters Herz erfreun.
Gesucht und oft umringt von ihnen,
Fühlst du die zärtlichste Gewalt;
Dieß redt mit Küssen, dieß mit Mienen,
Wenn jenes dir entgegen lallt;
Du aber überläßt dich ihnen.
Da seh ich dich recht menschlich schön,
Da seh ich Cramern, wie Racinen,[2]
In einem Kreis mit Kindern spielend gehn.
Charlotte kömmt, und von Charlotten
Läßt du dich gern der Kinderspiele spotten,
Und küssend giebt sie dir den Lohn;
Da streichelt dich, indem sie küßte,
Als ob er auch mit lieben müßte,
Auf ihrem Arm der zarte Sohn.
So ruhst du oft vom Fleisse schwerer Werke,
Und bist nur Vater für dein Haus;
Prüfst liebreich deiner Kinder Stärke
Und bildest ihre Herzen aus,
Und freust dich, wenn der Sohn erscheinet,
Der jung schon dich und deine Freunde liest,
Bey einer schönen Stelle weinet,
Und heimlich eifersüchtig ist,
Daß noch von ihm die Welt nichts liest.
Ja, lieber Cramer, wahre Freuden,
Ich weis es, wahre warten dein.
Und wär es gnug, es wieder zu bereun:
So würd ich gleich um eine dich beneiden.
Du, dem ein weiser Gebrauch der Jugend, welche dich schmückte,
Das Ziel der glücklichsten Greise verhieß;
Der, würden Jahre verdient, sie durch sein Herze verdiente,
O Wille! Redliche weinen um dich!
Du stirbst, von Freunden beklagt, die mit unrühmlichen Thränen
Noch nie die Gabe des Mitleids entehrt.
Sie haben niemals geweint, als vor dem Grabe der Edlen,
Und von dem Reize der Tugend bewegt.
Aus allen klaget Ein Herz. So klagen zärtliche Brüder
Des jüngsten rühmlichen Bruders Verlust;
Sie sehn ihn blühend im Sarg, und rufen ängstlich: Ach Bruder!
Und Thränen reden das Uebrige fort.
Du stirbst, von Freunden verehrt, die selbst den Größten nicht ehren,
Wenn ohne Tugend der Purpur ihn schmückt.
O! Wille, seliger Freund! in welcher glücklichen Gegend,
In welchem Himmel frohlocket dein Geist?
Entrücket in das Gebiet der vielen tausendmal tausend,
Die sich in heiliger Wollust erfreun,
Wenn eine Seele noch mehr, gleich ihnen, glücklich geworden,
Wie viel, o Seliger, fühlest du da!
Dein Geist, der Unschuld geweiht, fand schon im sterblichen Leibe,
Schon hier in Freundschaft und Liebe sein Glück;
Und nun, vom Fleische getrennt, sieht er im göttlichen Lichte
Den Reiz der Tugend, und kennet sie ganz.
Er findt die Stimme bewährt, die hier im Herzen ihm sagte:
»Sey weis und gütig! Gott schuf dich dazu.
Du lebst, mit Freyheit begabt, hier in dem Lande der Prüfung,
Und Ewigkeiten erwarten dich dort.«
Er findt die Stimme bewährt, jauchzt himmlisch, daß er ihr folgte,
Da jauchzen Schaaren der Himmel mit ihm;
Er kömmt, geleitet durch sie, zum Thron des göttlichen Mittlers,
Fällt dreymal nieder, und betet ihn an.
Hier, hier verliert sich sein Blick im Glanz der Herrlichkeit Gottes;
Der Liebe Wunder eröffnen sich ihm.
So steht ein Jüngling erstaunt, dem, blind vom Leibe der Mutter,
Der Arzt die Binde vom Angesicht zieht.
Er sieht die Wunder der Welt mit starren Augen, und zittert.
Wo bin ich? ruft er, und zittert noch mehr.
Er sah die Sonne noch nicht; doch nun verläßt sie die Wolke,
Und unbeweglich bewundert er sie.
O Freund! glückseliger Freund! wir segnen deine Gebeine,
Und ehren ewig dein liebendes Herz.
Dich liebe, wer dich gekannt! dein Beyspiel lehre den Jüngling,
Damit er lebe, zu sterben, wie du!
Vor deinem Grabe sitz einst der Freunde künftige Nachwelt,
Und er, der Liebling des guten Geschmacks,
Bestreu mit Rosen dein Grab und sag aus deinen Gedichten
Die schönsten Stellen den Fühlenden vor!
Geistliche
Oden und Lieder.
Wenn die Sprache der Poesie
vorzüglich geschickt ist,
die Einbildungskraft zu beleben,
den Verstand auf
eine angenehme Weise zu beschäfftigen, und
dem Gedächtnisse die Arbeit zu erleichtern;
wenn sie geschickt ist, das Herz in Bewegung
zu setzen, und die Empfindungen
der Freude, der Liebe, der Bewunderung,
des Mitleidens, des Schmerzes zu erwecken,
oder zu unterhalten: so ist es unstreitig
eine grosse Pflicht der Dichter,
diese Kraft der Poesie vornehmlich den
Wahrheiten und Empfindungen der Religion
zu widmen. Da überdieses der Gesang
eine grosse Gewalt über unsre Herzen
hat, und von gewissen Empfindungen
ein eben so natürlicher Ausdruck ist, als
es die Mienen und Geberden des Gesichts
sind: so sollte man der Religion besonders
diejenige Art der Poesie heiligen, die gesungen
werden kann. Ich habe in den nachstehenden
Oden und Liedern diese Pflicht zu
erfüllen gesucht. Habe ich sie mit dem gehörigen
Fleisse, und zugleich mit Glücke,
ausgeübt; sind diese Gesänge oder doch nur
einige derselben, geschickt, die Erbauung
der Leser zu befördern, den Geschmack an
der Religion zu vermehren und Herzen in
fromme Empfindungen zu setzen: so soll mich
der glückliche Erfolg meines Unternehmens
mehr erfreuen, als wenn ich mir den Ruhm
des größten Heldendichters, des beredtesten
Weltweisen aller Nationen, ersiegt hätte.
Scaliger sagt von einer gewissen Ode des
Horaz, das er lieber der Verfasser derselben,
als König in Arragonien seyn möchte. Ich
weis alte Kirchengesänge, die ich mit ihren
Melodien lieber verfertiget haben möchte,
als alle Oden des Pindars und Horaz.
Man wird es mir nicht zutrauen, daß
ich die Meisterstücke des menschlichen Witzes
verachte; aber wenn es selbst die heidnischen
Dichter für eine Pflicht, oder für
eine Ehre gehalten, die Poesie ihrer verderbten
Religion zu widmen: sollten sichs
christliche Dichter zu keiner Pflicht, zu
keiner Ehre machen, für eine göttliche Religion
zu dichten?
Vielleicht trägt die Geringschätzung,
mit der die Welt auf ein geistliches Lied
herabsieht, nicht wenig zur Verabsäumung
dieser Pflicht bey. Aber sollen wir nur
alsdann arbeiten, wenn der Ruhm und
Beyfall der Welt sich zu unsrer Belohnung
darbeut? Ist die Erfüllung seiner
Pflicht nicht Ruhm genug, wenn auch
alle Zungen der Menschen schwiegen? Ist
der Beyfall seines Gewissens nicht Ehre
genug, wenn uns auch die ganze Welt für
einen fanatischen Geist ansähe? Sollte die
grosse Absicht, Weisheit und Tugend unter
den Menschen auszubreiten, und die
Ehre des Stifters unsrer Religion zu verherrlichen,
kein Ruhm seyn, da nach demselben
auch die Geister des Himmels, die
so weit über uns erhaben sind, ringen?
Ist der Vorwurf eines kleinen und einfältigen
Geistes, eines Abergläubischen, oder
Milzsüchtigen, den uns die Spötter machen
können, ist er, aus diesem Gesichtspunkte
betrachtet, nicht der erhabenste Lobspruch
für uns? Wer nicht groß genug
ist, sich über diese falsche Schande hinwegzusetzen,
der ist des Glückes werth,
nur den Beyfall der Thoren und Leichtsinnigen
zu haben.
Zu der Verachtung der geistlichen
Gesänge überhaupt tragen unstreitig die
vielen schlechten Lieder dieser Gattung nicht
wenig bey. Viele wackere und fromme
Männer haben es gewagt, geistliche Lieder
zu dichten, und ihren Eifer für die Geschicklichkeit
zur Poesie angesehen. Aber
wie die Frömmigkeit demjenigen, dem es
an Kenntnissen der Staatskunst fehlet,
nicht die Geschicklichkeit erteilen wird, in
öffentlichen Geschäfften glücklich zu arbeiten:
so wird auch ein frommer Mann, bloß
darum, weil er fromm ist, noch nicht mit
Glücke in der Poesie arbeiten, wenn er mit
ihren Regeln nicht bekannt und mit keinem
poetischen Genie begabt ist. Man kann ein
sehr gutes Herz, auch Verstand und Wissenschaft,
und doch einen übeln Geschmack
besitzen. Man kann sich unnatürlich, unrichtig,
abentheuerlich ausdrücken, wenn
man von den heiligen Wahrheiten in der
Sprache der Poesie reden will; und man
kann es doch sehr gut meynen. Man kann
wenn man, die Fesseln der Dichtkunst zu
tragen, und die Menge ihrer Schwierigkeiten
zu überwinden, nicht gewohnt ist,
gezwungne, elende und frostige Lieder zur
Andacht verfertigen, und doch ausserdem ein
guter, ja gar ein grosser Redner seyn. Um
desto mehr sollten diejenigen, die von der
Natur die Gabe der Poesie empfangen haben,
dieses Geschenke der Religion heiligen,
da es nicht bloß auf unser gutes Herz, nicht
bloß auf den Verstand und die Gelehrsamkeit,
ja selbst nicht auf die Beredsamkeit allein
ankömmt, wenn wir Gesänge der Religion
verfertigen wollen.
Noch eine Ursache, warum wir vielleicht
in unsern Tagen mehr für die geistliche
Poesie arbeiten sollten, ist diese, daß
sich der Geschmack der Dichtkunst und Beredsamkeit
in unserm Jahrhunderte sehr geändert
hat. Vieles ist in der Sprache unsrer
Väter, in ihrer Art zu denken, erlaubt,
gebräuchlich und unanstößig gewesen, das
es in unsern Tagen nicht mehr ist. Alle
lebende Sprachen haben das Schicksal, daß
sie sich ändern, wenn gleich nicht stets verbessern;
daß Wörter veralten und ihren
Werth verlieren, neue aufkommen und einen
Werth erhalten, wenn er auch nur willkührlich
seyn sollte. Endlich, wenn die Sitten
feiner werden, so bekommen wir an
einer nachläßigen, ungewählten und platten
Schreibart einen Ekel. Dieser Ekel erstreckt
sich auch auf die Schreibart in den Werken
der Religion; und wir fangen an, oft
die Uebungen der Andacht geringe zu schätzen,
oder zu verachten, weil die Mittel, sie zu
erwecken oder zu unterhalten, dem allgemeinen
Geschmacke nicht mehr gemäß sind.
Ich will diesen Ekel nicht ganz billigen; aber
ich billige es auch nicht, daß man nicht eifriger
ist, ihm vorzuwehren. Haben wir
nicht eine Menge guter alter Predigten,
und warum druckt man so viel neue mit
Rechte? Der Geschmack in der Beredsamkeit
hat sich geändert und gebessert; und viele
können die rauhe und unbearbeitete Sprache
und den sorglosen Ausdruck unsrer Väter
nicht mehr dulden. Aus eben diesem Grunde
wird man auch in der geistlichen Poesie,
wenigstens wegen des gesittetern Theils unsrer
Nation, neue Versuche wagen müssen;
ob es gleich gewiß bleibt, daß wir viel schöne
Lieder haben, die in hundert Jahren noch
eben so verständlich und geistreich seyn werden,
als sie vor hundert oder zweyhundert
Jahren waren. Wer diese verdrängt, um
nur neuere dafür unterzuschieben, der ist gegen
unsre Väter undankbar, und gegen
die Erbauung, welche sie schaffen, unempfindlich.
Viele alte Lieder sind auch nur
stellenweise verwerflich; und wäre zu wünschen,
daß die Verbesserung derselben weniger
Schwierigkeiten ausgesetzet seyn möchte.
Ich glaube nicht, um nur ein Beyspiel anzuführen,
daß unsre Väter durch die Stelle
des Abendliedes:
Oeffne deiner Güte Fenster,
Sende deine Wach herab,
Daß die schwarzen Nachtgespenster &c.
sind beleidiget worden; aber ich glaube, daß
sie in unsern Tagen beleidiget. Das Platte
in der geistlichen Poesie ist weder die Schuld
unsrer Sprache, noch der Andacht. Luther
hat in seinen herrlichen Liedern die Sprache
meistens glücklich gewählt, so entfernt er
auch von unsern Tagen gewesen ist. Es
ist auch nicht die Härte der alten Sprache,
welche Leser von Geschmacke beleidiget, sondern
das gezwungne, frostige, abentheuerliche
Harte; nicht die Versetzung der Wörter,
sondern die unnöthige und armselige
Verwerfung. Man lese folgende Stelle:
Es ist ja, Herr, dein Geschenk und Gab,
Mein Leib, Seel und alls, was ich hab
In diesem armen Leben;
Damit ichs brauch zum Lobe dein,
Zum Nutz und Dienst des Nächsten mein,
Wollst mir deine Gnade geben!
Sie hat viel Hartes nach unsrer itzigen
Mundart und uns ungewöhnliche Verssetzungen;
und dennoch, wer kann sie ohne
Bewegung, ohne daß er fühlt, wie seine
Seele von Dank und Demuth durchdrungen
wird, singen oder lesen? Sie ist mehr
werth, als ganze Bände neuer Lieder, die
kein andres Verdienst haben, als daß sie
rein sind. Und warum ist diese Stelle,
ungeachtet ihrer Härte, so schön? Weil
der Ausdruck stark und kräftig, weil der
Innhalt des Gedankens groß, und doch der
Gedanke nicht ausgedehnt ist; weil die Kürze
und der Nachdruck das Harte entschuldigen;
weil die Versetzungen der Deutlichkeit
nicht schaden, sondern mehr die Aufmerksamkeit
befördern.
Aus den guten geistlichen Gesängen,
die wir haben, und überhaupt aus der Natur
derjenigen Gattung von Gedichten, die
dem Gesange gewidmet sind, ist es leicht, sich
die Regeln von dieser Art der geistlichen Poesie
zu entwerfen. Es muß eine allgemeine
Deutlichkeit darinne herrschen, die den Verstand
nährt, ohne ihm Ekel zu erwecken; eine
Deutlichkeit, die nicht von dem Matten und
Leeren, sondern von dem Richtigen entsteht.
Es muß eine gewisse Stärke des Ausdrucks
in den geistlichen Gesängen herrschen, die nicht
so wohl die Pracht und der Schmuck der
Poesie, als die Sprache der Empfindung,
und die gewöhnliche Sprache des denkenden
Verstandes ist. Nicht das Bilderreiche,
nicht das Hohe und Prächtige der Figuren
ist das, was sich gut singen und leicht in
Empfindung verwandeln läßt. Die Einbildungskraft
wird oft so sehr davon erfüllt,
daß das Herz nichts empfängt. Es muß in
geistlichen Liedern zwar die übliche gewählte
Sprache der Welt herrschen; aber noch
mehr, wo es möglich ist, die Sprache der
Schrift; diese unnachahmliche Sprache, voll
göttlicher Hoheit und entzückender Einfalt.
Oft ist der Ausdruck der Lutherischen Uebersetzung
selbst der kräftigste; oft giebt das Alterthum
desselben der Stelle des Liedes eine
feyerliche und ehrwürdige Gestalt; oft werden
die Wahrheiten, Lehren, Verheissungen,
Drohungen der Religion dadurch am
gewissesten in das Gedächtniß zurück gerufen,
oder die Vorstellung davon am lebhaftesten
in unserm Verstande erneuert. Ja,
oft können auch selbst die Stellen und Ausdrücke
der Schrift durch den Zusammenhang,
in den sie der Liederdichter bringt,
eine Art von Commentario erhalten, der für
die Menge vielleicht sehr nöthig ist.
Es giebt eine doppelte Gattung der geistlichen
Oden; zu der einen gehören die Lehroden,
zu der andern die Oden für das Herz. Wir
benennen sie so, nachdem mehr Unterricht,
oder mehr Empfindung darinne herrschet.
Es wird also auch eine doppelte Schreibart
dieser Oden geben. In den Lehroden wird
Deutlichkeit und Kürze vornehmlich herrschen
müssen; in der andern Gattung die Sprache
des Herzens, die lebhafte, gedrungne,
feurige und doch stets verständliche Sprache.
Das der Verstand in den Liedern unterrichtet
und genährt werde, ist eine sehr
nothwendige Pflicht, wenn man die unrichtigen
Begriffe, die sich die Menge von der
Religion macht, den Mangel der Kenntniß
in den Wahrheiten derselben, und die täglichen
Zerstreuungen bedenkt, unter denen
unsre Einsicht in der Religion, oft Sätze,
oft Bestimmungen und Beweise, oft wenigstens
den Eindruck und die lebhafte Vorstellung
davon verliert.
Die Lieder für das Herz, denen der Gesang
vorzüglich eigen ist, müssen so beschaffen
seyn, daß sie uns alles, was erhaben und
rührend in der Religion ist, fühlen lassen;
das Heilige des Glaubens, das Göttliche der
Liebe, das Heldenmüthige der Selbstverleugnung,
das Grosse der Demuth, das Liebenswürdige
der Dankbarkeit, das Edle des Gehorsams
gegen Gott und unsern Erlöser,
das Glück, eine unsterbliche, zur Tugend
und zum ewigen Leben erschaffne und erlöste
Seele zu haben; daß sie uns die Schändlichkeit
des Lasters, das Thierische der Lüste
und Sinnlichkeit, das Niederträchtige des
Geizes, das Kleine der Eitelkeit, das Schreckliche
der Wollust, mit einem Worte, die
Reizungen der Tugend und die Häßlichkeit
des Lasters empfinden lassen; der Tugend,
wie sie von Gott geliebt, befohlen, zu unserm
Glücke befohlen wird; des Lasters,
wie es vor Gott ein Aufruhr, für uns
Schande, zeitliches Elend, ewige Pein ist.
Da die geistlichen Gesänge nicht wie
die andern Arten der Poesie das Vergnügen
zu ihrer Hauptabsicht haben: so soll man für
den Wohlklang weniger besorgt seyn, als
für das Nachdrückliche und Kräftige. Das
Ohr leide bey einer kleinen Härte, bey einem
abgerißnen e, bey einem nicht ganz reinen
Reime; wenn nur das Herz dabey gewinnt.
Ein kleiner Fehler, ohne den eine größre
Schönheit nicht wohl erreicht werden kann,
hört auf an demselbigen Orte ein Fehler zu seyn.
Dadurch will ich aber weder meinen Freyheiten
eine Schutzrede halten, noch junge Dichter
in der Nachläßigkeit des Wohlklanges und
Versbaues bestärken. Genug, daß ich die
Pflichten der Ausbesserung bey diesen Gesängen
eben so wenig vergessen habe, als
bey meinen übrigen Gedichten. Dieß Zeugniß,
wenn ich mirs nicht selbst geben darf,
können mir doch meine Freunde geben. Kommen
in diesen Liedern hin und wieder ähnliche
Ausdrücke und einerley biblische Stellen
vor: so rechtfertiget entweder der Innhalt
diese Freyheit, oder der Gedanke, daß Ein
Lied für sich ein Ganzes ist, das man in einer
Sammlung, als von den andern abgesondert,
betrachten muß. Bey den meisten
dieser Lieder habe ich auf Kirchenmelodien
zurückgesehen, von denen ich zu Ende des
Werkes ein Verzeichniß angehangen; und
wie die Declamation des Redners seiner
Rede das Leben giebt, so giebt oft die Melodie
erst dem Liede seine ganze Kraft. Vieles
wird durch den Gesang eindringender
und sanfter, als es im Lesen war; und viele
Lieder müssen aus diesem Gesichtspunkte
am meisten betrachtet werden. Sind endlich
die gegenwärtigen nicht alle im eigentlichen
Verstande zum Singen geschickt: so
wird es doch genug Belohnung für mich seyn,
wenn sie sich mit Erbauung lesen lassen.
Leipzig, im Monat März, 1757.
Gott, deine Güte reicht so weit,
So weit die Wolken gehen;
Du krönst uns mit Barmherzigkeit,
Und eilst, uns beyzustehen.
Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort,
Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort;
Denn ich will vor dir beten!
Ich bitte nicht um Ueberfluß
Und Schätze dieser Erden.
Laß mir, so viel ich haben muß,
Nach deiner Gnade werden.
Gieb mir nur Weisheit und Verstand,
Dich, Gott, und den, den du gesandt,
Und mich selbst zu erkennen.
Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm,
So sehr sie Menschen rühren;
Des guten Namens Eigenthum
Laß mich nur nicht verlieren.
Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht,
Der Ruhm vor deinem Angesicht,
Und frommer Freunde Liebe.
So bitt ich dich, Herr Zebaoth,
Auch nicht um langes Leben.
Im Glücke Demuth, Muth in Noth,
Das wollest du mir geben.
In deiner Hand steht meine Zeit;
Laß du mich nur Barmherzigkeit
Vor dir im Tode finden.
Du bists, dem Ruhm und Ehre gebühret;
Und Ruhm und Ehre bring ich dir.
Du, Herr, hast stets mein Schicksal regieret,
Und deine Hand war über mir.
Wenn Noth zu meiner Hütte sich nahte:
So hörte Gott, der Herr, mein Flehn,
Und ließ, nach seinem gnädigen Rathe,
Mich nicht in meiner Noth vergehn.
Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder,
Und rief: O Herr, errette mich!
Da half mir Gott, der Mächtige, wieder,
Und mein Gebein erfreute sich.
Wenn mich der Haß des Feindes betrübte:
Klagt ich Gott kindlich meinen Schmerz.
Er half, daß ich nicht Rache verübte,
Und stärkte durch Geduld mein Herz.
Wenn ich, verirrt vom richtigen Pfade,
Mit Sünde mich umfangen sah:
Rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade;
Und seine Gnade war mir nah.
Um Trost war meiner Seele so bange;
Denn Gott verbarg sein Angesicht.
Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange?
Und Gott verließ den Schwachen nicht.
Er half, und wird mich ferner erlösen.
Er hilft; der Herr ist fromm und gut.
Er hilft aus der Versuchung zum Bösen,
Und giebt mir zu der Tugend Muth.
Dir dank ich für die Prüfung der Leiden,
Die du mir liebreich zugeschickt.
Dir dank ich für die häufigern Freuden,
Womit mich deine Hand beglückt.
Dir dank ich für die Güter der Erden,
Für die Geschenke deiner Treu.
Dir dank ich; denn du hiessest sie werden,
Und deine Güt ist täglich neu.
Dir dank ich für das Wunder der Güte;
Selbst deinen Sohn gabst du für mich.
Von ganzer Seel und ganzem Gemüthe,
Von allen Kräften preis ich dich.
Erhebt ihn ewig, göttliche Werke!
Die Erd ist voll der Huld des Herrn.
Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke;
Er hilft und er errettet gern.
Er hilft. Des Abends währet die Klage,
Des Morgens die Zufriedenheit.
Nach einer Prüfung weniger Tage
Erhebt er uns zur Seligkeit.
Vergiß nicht deines Gottes, o Seele!
Vergiß nicht, was er dir gethan.
Verehr und halte seine Befehle,
Und bet ihn durch Gehorsam an!