16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe. Eßbar.

16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe. Eßbar.
Bolétus subtomentósus L.


17. Butter-Röhrling. Ringpilz. Eßbar.
Bolétus lúteus L.

Der Hut ist bei feuchtem Wetter und am Morgen außerordentlich schmierig und schleimig, bei trockenem Wetter glänzend, gelblich, gelbbraun oder dunkelgelbbraun, nie rötlich. Der Durchmesser beträgt 4–13 cm. Im Jugendzustande ist der Rand des Hutes stets mit dem Stiele durch einen weißen Schleier verbunden, der bei der Vollentwickelung als bläulich-schwarzer hängender Ring am Stiele zurückbleibt. Die Oberhaut ist leicht abziehbar. Das Fleisch ist gelblich-weiß und unveränderlich.

Die hellgelb aussehenden Röhren sind mit dem Stiele verwachsen, aber nicht mit dem Hutfleische.

Der Stiel ist zylindrisch und wird bis 10 cm hoch. Er ist weißlich, fleischig voll und trägt ziemlich lange den schließlich verschwindenden Ring. Oberhalb desselben finden sich bräunliche, flockige Punkte.

Geruch und Geschmack sind obstartig säuerlich.

Zeit: Im Sommer und Herbste.

Standort: Ganz besonders auf grasigen Waldwegen, Waldwiesen und Waldrändern, zwischen Moos und Gras, und in jungen bis mannshohen Fichtenanpflanzungen.

Wert: Wird leider hier und da wegen seines schleimigen Hutes nicht so beachtet wie er es verdient. Da die Oberhaut fast mit einem Male abziehbar ist, ist er leicht zu putzen. Er gehört unstreitig zu unseren besten Speisepilzen, läßt sich aber nicht trocknen.

17. Butter-Röhrling. Ringpilz. Eßbar.

17. Butter-Röhrling. Ringpilz. Eßbar.
Bolétus lúteus L.


18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon. Eßbar.
Psallióta campéstris L.

Der Hut kommt fast kugelförmig aus der Erde, wird halbkugelig und breitet sich dann flach gewölbt aus. Die Farbe ist weiß oder bräunlich, seidenhaarig, flockig und kleinschuppig. Einzelne Pilze werden bis 15 cm breit. (Bei den Pilzausstellungen des Verfassers kamen sogar öfters solche von über 30 cm Hutdurchmesser und 30 cm Stielhöhe zur Darstellung.) Das Fleisch ist dick, massig und weiß, bei Verletzung wird es oft rötlich.

Die anfangs rosaroten, später schokoladenbraun werdenden Blätter kennzeichnen den Feld-Edelpilz ganz vorzüglich und sind das beste und untrüglichste Erkennungszeichen für den guten Edelpilz.

Leider wird dieser herrliche Pilz öfters mit dem giftigsten unserer Pilze, dem Gelblichen Gift-Wulstling (Knollenblätterpilz), verwechselt (vergl. nächste Abbildung, Nr. 19). Der Feld-Edelpilz hat aber am unteren Ende des Stieles keine Knollen wie der Gift-Wulstling.

Der Stiel ist voll, weiß und trägt in der Mitte einen dicken weißen häutigen Ring oder Manschette. Er wird mitunter bis 8 cm hoch.

Geruch und Geschmack sind ganz vorzüglich.

Zeit: Ganz besonders gedeiht er in trockenen Jahren nach einem Regen auf mit Pferdedünger oder Jauche gedüngten Wiesen mitunter schon Ende Juni, dann im Hochsommer und Herbste.

Standort: Er wächst auf Wiesen, Feldrainen und Wegerändern.

Wert: Unstreitig der im Geschmacke beste Pilz, weshalb er auch überall gezüchtet wird. Er läßt sich sehr gut züchten, siehe Abhandlung über Züchtung der Pilze.

Seine Verwendbarkeit ist eine außerordentlich vielseitige.

18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon. Eßbar.

18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon. Eßbar.
Psallióta campéstris L.


19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz. Sehr giftig!
Amaníta bulbósa Bull.

Der Hut ist anfangs fast immer gelblich-grün, später weißlich bis weiß werdend, meist mit den weißlichen Fetzen der früheren Hülle bedeckt, 5–8 cm breit. Diese älteren Knollenblätterpilze mit den mehr weißen Hüten geben einzig und allein die Veranlassung zur Verwechslung mit dem Edelpilze (Champignon). Dieser Edelpilz hat aber im Jugendzustande rosafarbiges, später schokoladenbraunes Futter. Es wird leider viel zu viel Wert auf die Farbe des Hutes statt auf die Blätter gelegt.

Eine ebenso giftige Abart A. Mappa Batsch hat eine durchweg gelbe Färbung des Hutes mit weißen Pusteln.

Eine weitere, auch giftige Art, der grüne Knollenblätterpilz (Am. phalloídes Fr.), führt seltener zu Verwechselungen, da er durch seine ausgeprägte Grünfärbung von selbst warnt. Dieser grüne Knollenblätterpilz kommt aber viel seltener vor.

Das Fleisch des Gift-Wulstlings ist weiß, ebenso die Blätter.

Der Stiel ist schlank, anfangs markig, später an der Spitze hohl, weiß und mit einer gelblichweißen Manschette versehen. Das untrüglichste Kennzeichen dieses Giftpilzes ist die ausgeprägte runde Knolle am Fuße des Stieles. Diese Knolle ist mit einer häutigen Scheibe umgeben.

Geruch und Geschmack sind durchaus nicht unangenehm, der Geschmack sogar mild und erinnert an grüne Kartoffeln.

Zeit: Vom Sommer bis zum Herbste.

Standort: Seinen Standort hat er in Wäldern und Gebüschen, meist truppweise.

Wert: Wohl kein Pilz ist so giftig wie dieser; er ist um so gefährlicher, weil die Wirkung des Giftes erst nach 12–16 Stunden eintritt.

19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz. Sehr giftig!

19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz. Sehr giftig!
Amaníta bulbósa Bull.


20. Perlen-Wulstling. Perlpilz. Eßbar.
Amaníta pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)

Im Volksmunde der hellrote Fliegenpilz genannt, besitzt er einen schmutzig-rötlichen, blaß-fleischfarbigen, braunrötlichen oder bräunlichen Hut, der mehr oder weniger mit Pusteln besetzt ist, ähnlich wie der Fliegenpilz. Unter der leicht abziehbaren Oberhaut zeigt sich das Fleisch blaßrötlich, ist aber im Innern weiß.

Die Blätter sind anfangs weiß, erst im Alter etwas rötlich und dicht stehend.

Der ganz besonders in der Jugend kegelförmige, ebenfalls rötlich angehauchte Stiel streckt sich später ziemlich gleichmäßig schlank und walzig. Vom Hute laufen bis ans Ende der Manschette feine Striche. Der Fuß des Stieles läuft in einen mit Schuppen und Warzen bedeckten Knollen aus.

Der Geruch ist schwach, der Geschmack anfangs mild, später etwas kratzend.

Zeit: Ziemlich früh und ist im Herbste seltener zu finden.

Standort: Vorzugsweise in hohem Stangenwalde, sowie in wenig begrasten Gebüschen.

Wert: Nach dem Abziehen der Oberhaut bildet er einen vorzüglichen Speisepilz (siehe „Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen“, S. 19). Zum Trocknen eignet er sich nicht, wohl aber zum Gemüse und Einmachen und besonders zum Bereiten von Pilzextrakt (siehe S. 15).

In verschiedenen Fällen ist der Perlen-Wulstling mit dem so giftigen Königsfliegenpilz verwechselt worden. Dieser hat aber stets die reine ledergelbliche oder dunkelrotbraune, also keine fleischfarbig-rötliche Oberhaut. Auch zeigt der Königsfliegenpilz unter der Oberhaut die gelbrote Farbe des Fleisches wie der Fliegenpilz, während die des Perlpilzes fleischrot ist. Man vergleiche nur scharf die Abbildungen (siehe auch Abb. 21) und die Beschreibungen.

20. Perlen-Wulstling. Perlpilz. Eßbar.

20. Perlen-Wulstling. Perlpilz. Eßbar.
Amaníta pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)


21. Königs-Fliegenpilz. Sehr giftig!
Amaníta regális Fr.

Der anfangs kugelige Hut wird später flach, sich mitunter etwas nach der Mitte vertiefend. Er wird bis 20 cm breit. Die Oberhaut ist anfangs dunkelrotbraun, später leberbraun und bei alten Pilzen mit fast silbergrauem Hauche überzogen. Die den Hut bedeckenden Flocken sind gelblichweiß oder weiß, mehr oder weniger dicht aufliegend. Der Rand ist gestreift. Beim Durchschnitt zeigt das Fleisch nach der Oberhaut einen rotbraunen Rand und ist nach den Lamellen hin bräunlichgelb gefärbt. Die Blätter sind weiß.

Der Stiel ist anfangs voll, später hohl und hat gelbliches Fleisch. Er besitzt am Grunde einen fast rundlichen Knollen mit einer ziemlich lose sitzenden Hülle, die sehr regelmäßig in einzelne Ringe sich trennt, so daß man oft mehrere solcher Ringe deutlich zählen kann. Diese Hülle ist fast ockergelb, wie denn auch der Stiel vom Fuße bis zur Hülle eine gelbe Farbe besitzt. Der unregelmäßig gestaltete häutige Ring ist am Rande ebenfalls gelb.

Der Geruch ist gering, der Geschmack unangenehm.

Zeit: Im Sommer und ist bis zum Herbste zu finden. Dieser Pilz kommt nicht sehr häufig vor.

Standort: Im Nadelwalde vorzugsweise an Waldrändern, auch in Gebüschen.

Wert: Nach den Erfahrungen des Verfassers gehört er mit zu den giftigsten Pilzen, denn verschiedene Vergiftungen endeten mit dem Tode. Es ist daher vor diesem Pilze ganz besonders zu warnen, da er nachweisbar mit dem Perlen-Wulstling (Abb. 20) verwechselt wurde. Dieser jedoch und der eßbare Pantherpilz sind vom Hute bis mit dem herabhängenden Ringe gestrichelt, der Königs-Fliegenpilz aber ist glatt.

21. Königs-Fliegenpilz. Sehr giftig!

21. Königs-Fliegenpilz. Sehr giftig!
Amaníta regális Fr.


22. Großer Schirmling. Eßbar.
Lepióta procéra Scop.

Der Hut erscheint anfangs wie ein Paukenschlägel und breitet sich dann schirmdachförmig aus. Dabei platzt die graubraune dürre Oberhaut und bildet braune dachziegelförmig liegende Schuppen, nach der Mitte in einen dunkelbraunen Buckel übergehend. Das Fleisch ist im Jugendzustande weich, später aber zäh und dürr. Dieser Pilz gehört zu den stattlichsten, denn sein Hut wird bis 25, ja 30 cm breit.

Die Blätter sind breit, weiß, weich, stehen dicht und ganz frei vom Stiele.

Der röhrig-hohle Stiel, mitunter 15–30 cm hoch, prächtig braungefleckt, ist nach aufwärts etwas verdünnt und am Grunde knollig verdickt. Außerdem trägt er einen dicken, lederartigen und verschiebbaren Ring.

Der Geruch ist angenehm und das Fleisch hat einen süßen Geschmack.

Zeit: In den Monaten August bis Oktober.

Standort: Auf lichten Waldstellen, Grasplätzen und an Waldrändern.

Wert: Im Jugendzustande wohlschmeckend, verliert er im Alter den Geschmack und ist dann zäh.

Er kann leicht verwechselt werden mit einer ihm ähnlichen Art, dem ebenfalls eßbaren Safran-Schirmling, Lepióta rhacótes Vitt, dessen Hut fast ebenso geschuppt, aber etwas kleiner im Durchmesser ist. Dieser Pilz zeigt aber beim Durchschneiden oder bei Verletzung zuerst orangefarbiges, dann safranfarbiges oder blutrotes Fleisch, auch der Stiel hat beim Abschneiden diese Farben, ist aber außen nicht so schön braungefleckt, sondern einfarbig schmutzigbräunlich.

22. Großer Schirmling. Eßbar.

22. Großer Schirmling. Eßbar.
Lepióta procéra Scop.


23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling. Eßbar.
Lactária deliciósa L.

Der Hut dieses vorzüglichen Pilzes ist orangefarbig oder ziegelrot, meist gezont in orangefarbige und grünliche Ringe. Im Alter wird er grünspanfarbig, wie denn auch bei Verletzung diese Farbe stets hervortritt. Jung ist er flach mit nach unten gleichmäßig gebogenem Rande, später wird er trichterförmig. Bei feuchtem Wetter ist der Hut schmierig und wächst dann glatt ohne Zonenringe.

Das Fleisch ist ebenfalls rötlichgelb und läßt beim Bruche eine orangerote Milch reichlich heraustropfen; dies ist das sicherste Kennzeichen für diesen Pilz.

Die gelben Blätter laufen etwas am Stiele herab und werden beim Drucke ebenfalls sofort grünspanfarbig.

Der Stiel ist dem Hute gleichfarbig, anfangs voll, später hohl.

Der Geruch ist außerordentlich aromatisch, der Geschmack mild und angenehm würzig.

Zeit: Vielfach in großer Menge bereits Ende Juni bis in den November hinein.

Standort: Wächst unter dichtem Nadelgebüsch, auf feuchten, moosigen Wiesen und auf mit Heidekraut und Wacholdersträuchern bestandenen Waldhügeln. Oft wächst er auf einer Stelle zusammen mit dem zum Verwechseln ähnlichen giftigen Milchling (Giftreizker) (siehe Abb. 24), der jedoch einen zottigen Hutrand und weiße Milch besitzt, auch ist dessen Geschmack bitter, beißend und scharf. Eine andere, aber ungefährliche Verwechslung kann mit dem Blut-Milchling, Lactárius sanguifluus Paul, vorkommen, der aber eßbar ist. Dieser Pilz hat eine blutweinrote Milch, die Blätter laufen am Stiele herab. Er sieht dem guten Reizker sehr ähnlich und kommt nur auf kalkhaltigem Boden vor.

Wert: Er gehört zu unsern wertvollsten Speisepilzen und läßt sich auf alle mögliche Arten verwerten, nur beim Trocknen verliert er an Geruch und Geschmack. Der von ihm bereitete Pilzextrakt wird im Wohlgeschmack von keinem Extrakt anderer Pilze übertroffen.

23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling. Eßbar.

23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling. Eßbar.
Lactária deliciósa L.


24. Gift-Milchling. Giftreizker. Giftig!
Lactária torminósa Schaeff.

Der Hut dieses Pilzes sieht im Jugendzustande dem des guten Reizkers oft täuschend ähnlich, nur wird er nie ziegelrot oder grünlich, sondern mehr fleischfarben, aber ebenfalls mehr oder weniger gezont. Sehr charakteristisch ist der stets zottig behaarte Rand des Hutes.

Das Fleisch ist weiß und sondert eine weiße Milch ab, während der gute Reizker orangerote Milch absondert.

Die Blätter sind weißlich.

Der Stiel ist dem Hute gleichfarbig, im Alter hohl und brüchig.

Der Geruch ist nicht besonders auffallend, der Geschmack aber bitter, beißend und scharf.

Zeit: Im Sommer und Herbst.

Standort: Er wächst gern unter Birken, in Gebüschen, auf Heideplätzen, moosigen Wiesen und da zwischen den echten Reizkern.

Wert: Er ist entschieden giftig, wie zweifelsohne mehrere dem Verfasser bekannte Vergiftungsfälle dies bewiesen haben. Das Einprägen der Merkmale hütet vor Verwechslung.

Über das sogenannte Entgiften der Pilze siehe Abhandlung Seite 19: Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?

24. Gift-Milchling. Giftreizker. Giftig!

24. Gift-Milchling. Giftreizker. Giftig!
Lactária torminósa Schaeff.


25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz. Eßbar.
Lactária voléma Fr.

Der Hut ist gleichmäßig, rotgelb oder hellrötlichbraun und wird bis 12, mitunter 15 cm breit. Im Alter bekommt er Risse, in der Jugend ist der Hutrand etwas eingerollt.

Das Fleisch ist fest, dick und enthält sehr viel weiße Milch. Diese tropft bei Verletzung sehr reichlich heraus.

Die Blätter sind anfangs blaßgelb, werden später bräunlich und färben sich auch beim Drucke braun.

Der Stiel ist in der Farbe dem Hute gleich, ziemlich dick, wird bis 12 cm hoch und rundet sich am Ende ab.

Der Geruch ist bei jungen Pilzen angenehm, während ältere tranig riechen.

Der Geschmack ist angenehm, fast süß.

Zeit: Im Sommer und Herbst.

Standort: In Laub- und Nadelwaldungen meist an feuchten Stellen und kommt oft truppweise vor.

Wert: Er wird vielfach roh gegessen und gibt besonders eine ganz vorzügliche Speise, wenn er gerieben und dann gebacken wird.

Für den Nichtkundigen ist eine Verwechselung mit dem nicht giftigen, aber ungenießbaren braunroten Milchling möglich, doch ist die Oberhaut dieses Milchlings feinflockig, der Rand filzig und der Geschmack der bei einer Verletzung sehr reichlich hervorquellenden ebenfalls weißen Milch sehr scharf brennend.

25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz. Eßbar.

25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz. Eßbar.
Lactária voléma Fr.


26. Grünlicher Täubling. Eßbar.
Rússula viréscens Schaeff.

Die Täublinge, die bei einzelnen Arten eine mannigfaltige Farbenverschiedenheit zeigen, sind vom Laien sehr schwer zu bestimmen.

Der Hut des grünlichen Täublings ist anfangs halbkugelig, breitet sich später flach gewölbt aus, hat einen stumpfen, glatten Rand und wird 6–12 cm breit. Die trockene Oberhaut ist graugrün, mitunter bräunlich- oder gelblichgrün verblassend, zerreißt teilweise und wird dann flockig oder gefeldert und warzig. Das dicke Fleisch ist derb und weiß. Das Fleisch aller Täublinge ist härter als das der anderen Pilze.

Die Blätter stehen mäßig dicht, sind teils ungleich lang, teils gegabelt.

Der fleischige Stiel wird bis 8 cm lang, ist weiß und meist, zumal bei jungen Pilzen, nach unten verdickt.

Der Geruch ist gering, der Geschmack mild.

Zeit: Vom Juli bis September.

Standort: Findet sich meistens nur in Laubwäldern und in Gebüschen.

Wert: Er ist eßbar und gehört zu den schmackhafteren Täublingen. Für die Verwertung der Täublinge als Speise kann man die Regel aufstellen, daß alle mild schmeckenden Täublinge und solche mit gelblichen und gelben Blättern eßbar, alle beißend und unangenehm schmeckenden ungenießbar sind. Alle Täublinge können wegen ihres derben Fleisches mit wenigen Ausnahmen nur als Mischpilze verwendet werden.

26. Grünlicher Täubling. Eßbar.

26. Grünlicher Täubling. Eßbar.
Rússula viréscens Schaeff.


27. Ledergelbblättriger Täubling. Eßbar.
Russulína alutácea Pers.

Der Hut, anfangs halbkugelförmig, breitet sich bald flach aus und ist später in der Mitte niedergedrückt. Er wird 5–15 cm breit. Sein Rand ist dünn, anfangs glatt, später höckerig gerieft. Die Farbe des Hutes ist sehr verschieden. Unter den Täublingen ist dieser Pilz das reine Chamäleon, denn die jungen Pilze sind entweder grünlich, grünlichgelb, ins Rote spielend, blutrot, braunrot, purpurrot oder kirschbraun. Die dünne Oberhaut läßt sich leicht abziehen.

Die Blätter stehen frei am Stiele oder sind nur kurz angeheftet, ziemlich breit, anfangs gelblich, später lederartig, daher der Name des Pilzes.

Der volle, walzenförmige Stiel ist meist weiß, seltener rot angehaucht.

Geruch gering, Geschmack angenehm mild.

Zeit: Vom August bis November.

Standort: Er kommt in Laub- und Nadelwäldern vor, jedoch nicht in allen Gegenden. Wo er wächst, findet er sich aber in großen Mengen.

Wert: Er gehört zu den wohlschmeckenden Täublingen.

Mit echtem Weinessig als Salat zubereitet schmeckt er vorzüglich.

27. Ledergelbblättriger Täubling. Eßbar.

27. Ledergelbblättriger Täubling. Eßbar.
Russulína alutácea Pers.


28. Samtfuß-Krämpling. Genießbar.
Paxíllus atrotomentósus Batsch.

Der außerordentlich dickfleischige Hut, meist an Baumstümpfen einseitig vorgestreckt, erreicht mitunter einen Durchmesser von 20 cm und mehr. Die Oberfläche ist erst braun, samtartig feinfilzig, bei trockenem Wetter rissig. Der Rand des Hutes ist scharf eingerollt, das Fleisch gelblichweiß, wässerig.

Die Blätter sind kurz herablaufend, gelblich.

Der Stiel ist kurz, dick und außen mit schwarzbraunem oder ganz schwarzem dichtzottigen Filze bekleidet.

Geruch und Geschmack sind säuerlich.

Zeit: Vom Anfang des Herbstes an.

Standort: In Nadelwäldern am Grunde alter Stämme oder an Wurzeln.

Wert: Im Vogtlande und Erzgebirge wird er viel eingetragen und zu sauren Kartoffelstückchen mitgekocht. Er schmeckt auch für sich gebraten säuerlich, alte und große Pilze sogar widrig.


29. Kahler Krämpling. Eßbar.
Paxíllus involútus Batsch.

Der Hut, anfangs flach gewölbt, 5–15 cm breit, wird später fast trichterförmig. Die Oberfläche ist glatt, glänzend und ockerbraun oder gelbbraun, in der Mitte etwas schleimig. Eine Abart ist fast gelb. Das Fleisch ist gelblich und wird bei Verletzung bräunlich oder rotbräunlich. Der Rand des Hutes ist ebenfalls scharf eingerollt (das charakteristische Kennzeichen der Krämplinge, daher auch ihr Name), filzigzottig. Die gelblichen Blätter sind nach hinten durch Queradern verbunden, laufen am Stiele herab und werden durch Druck braunfleckig.

Geruch und Geschmack angenehm, etwas säuerlich.

Zeit: Schon vom Juni an bis zum Spätherbst.

Standort: In Wäldern, Gebüschen, in Gräben, an Wegen, in Gärten, fast überall.

Wert: Er gehört zu den wohlschmeckenden Mischpilzen und ist deshalb wertvoll, weil er in großen Mengen zu finden ist. Das Fleisch färbt sich beim Kochen und Braten dunkel. Außerdem läßt er sich gut trocknen.

28. Samtfuß-Krämpling. Genießbar.

28. Samtfuß-Krämpling. Genießbar.
Paxíllus atrotomentósus Batsch.

29. Kahler Krämpling. Eßbar.

29. Kahler Krämpling. Eßbar.
Paxíllus involútus Batsch.


30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker. Eßbar.
Agáricus (Tricholóma) equéster L.

Der Hut erhebt sich wenig über den Erdboden, er ist anfangs glockig gewölbt, bei feuchtem Wetter schleimig-klebrig, verflacht sich später, behält aber in der Mitte einen kleinen Buckel. Er wird bis 10 cm breit, ist fleischig, braungelb, mitunter olivgelb und feinschuppig. Das Fleisch ist gelb.

Die Blätter stehen ziemlich dicht, sind an dem Stiele ausgerandet und schwefelgelb.

Der Stiel, anfangs nach unten verdickt, ebenfalls schwefelgelb, ist meistens glatt, selten feingeschuppt und sitzt fast immer im Erdboden.

Geruch und Geschmack sind angenehm.

Zeit: Im Spätherbst.

Standort: In Nadelwäldern, vorzugsweise in Kiefernwaldungen in großen Mengen, meist truppweise.

Wert: Von seiner Oberhaut befreit (die einen erdigen Geschmack besitzt), zählt er zu den besten Herbst-Speisepilzen und bildet bereits seit langer Zeit im Osten Deutschlands einen gesuchten Handelsartikel. Seit einigen Jahren kommt er auch in mitteldeutschen Großstädten in größeren Mengen zum Verkauf. In Schweden kommt er in sehr großen Mengen vor.

30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker. Eßbar.

30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker. Eßbar.
Agáricus (Tricholóma) equéster L.


31. Grauer Ritterling. Eßbar.
Agáricus (Tricholóma) portentósus Fr.

Der anfangs gewölbte Hut breitet sich später aus, bleibt aber meist gebuckelt und wird 6–12 cm breit. Der Rand ist eingezogen und unregelmäßig geschweift, bei trockenem Wetter oft spaltig zerrissen. Die Farbe der Oberhaut ist hell- bis dunkel-aschgrau, mit feinen eingewachsenen schwarzen Linien, und verbleicht bei älteren Pilzen nach dem Rande zu ins schmutzig Gelbgraue. Die Oberhaut läßt sich leicht abziehen.

Das Fleisch und die Lamellen sind weiß oder weißlichgelb.

Der Stiel, voll und walzenförmig, ist fein gestreift, meist weißlichgelb und sitzt fast immer bis zum Hute in der Erde. Beim Zerbrechen zerteilt er sich, und die faserigen Stränge rollen sich nach außen zurück.

Der Geruch ist erdig, der Geschmack angenehm.

Zeit: Erst im Oktober und findet sich oft noch nach vorübergehenden Frösten bis zum Dezember.

Standort: Nur in Nadelwäldern, ganz besonders aber in Kiefernwaldungen oft in großen Mengen, meist truppweise.

Wert: Er gehört zu unseren wertvollsten und vorzüglichsten Speisepilzen, nur muß die Oberhaut wegen des erdigen Geschmackes entfernt werden.

Dieser Ritterling wird viel vom Wilde angegangen, ganz besonders aber von den Eichhörnchen.

31. Grauer Ritterling. Eßbar.

31. Grauer Ritterling. Eßbar.
Agáricus (Tricholóma) portentósus Fr.


32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen. Eßbar.
Pholióta mutábilis Schaeff.

Der Hut ist anfangs gewölbt, später flach ausgebreitet mit etwas stumpfer Erhöhung in der Mitte, lederbraun und nach dem Rande zu oft ringförmig mit wässerig-hellbraunem Farbentone.

Das Fleisch ist etwas wässerig und bräunlich.

Die Blätter sind anfangs hellbraun, später rostbraun. Bei den älteren Pilzen laufen die Blätter etwas am Stiele herab.

Der Stiel ist ganz besonders charakteristisch, nämlich feinsparrig geschuppt mit einem häutigen, bräunlich-schwärzlichen Ringe, der allerdings oft verschwindet. Nach unten ist er schwärzlichbraun, nach oben hellbraun.

Der Geruch ist sehr aromatisch, der Geschmack gut.

Zeit: Bereits vom Mai ab bis zum Herbst.

Standort: An alten, harten, vorzugsweise Buchenstöcken, stets büschelweise.

Wert: Als Suppenpilz einer der vorzüglichsten und gesuchtesten. Läßt sich außerdem sehr gut züchten. Bringt man alte Buchenstöcke, an denen bereits Stockschwämmchen gewachsen waren, in einen Garten an eine etwas schattige Stelle, so kann man fast den ganzen Sommer hindurch Pilze ernten. Man hat nur nötig, den Stamm von Zeit zu Zeit feucht zu halten.

Eine Verwechselung mit dem giftigen Büschligen Schwefelkopfe kann außerordentlich leicht geschehen, doch werden bei letzterem die anfangs gelben Blätter bald grünlich, zuletzt schwärzlichgrün; auch ist der Stiel glatt und hellgelb, der Geruch unangenehm und der Geschmack bitter. Er wächst sehr zahlreich und mitunter gemeinsam mit dem Stockschwämmchen. Vergl. Abb. 34.

32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen. Eßbar.

32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen. Eßbar.
Pholióta mutábilis Schaeff.


33. Honiggelber Hallimasch. Eßbar.
Armillária méllea Quel.

Der Hut ist honiggelb bis schmutzigbraun, mit bräunlichen, leicht abwischbaren Schüppchen und kleinen Faserbüscheln besät. Anfangs eingerollt, mit dem Stiele durch einen Schleier verbunden, breitet er sich später flach aus. Er wird bis 12 cm breit.

Das Fleisch ist hellbräunlich.

Die Blätter stehen weitläufig, sind weißlich bleich, später bräunlich und oft gefleckt.

Der Stiel trägt einen flockigen Ring, ist anfangs rötlichbraun, später graugelb und nach unten olivbraun oder grünlichgrau. Am Grunde ist er verdickt, wird 5–12 cm lang und ist faserig und zäh.

Der Geruch ist schwach süßlich, der Geschmack säuerlich-herb, zusammenziehend, unangenehm.

Zeit und Standort: Wächst erst im September in großer Menge an alten Stöcken, alten Stämmen und Wurzeln. Die Sporen der älteren höher stehenden Hüte lagern sich oft schimmelartig auf die unteren. Sein Myzel bildet bei Abschluß des Lichtes eigentümliche Stränge (Rhizomorpha), die nicht nur in altem Holze (wie in Bergwerken), sondern auch in frischen Stämmen anzutreffen sind und zerstörend auf das Holz und Leben der Bäume einwirken. Der Pilz gehört deshalb zu den von allen Forstleuten gefürchteten Schädlingen. – Aber nicht nur im Walde ist er ein Schädling, sondern auch für die Obstbäume (Birnen, Apfel- und Pflaumenbäume). Ganz besonders befällt er die Obstbäume derjenigen Gärten, die in der Nähe des Waldes liegen. Da das Myzel jahrelang zwischen der Rinde und dem Holze wuchert, ohne daß es Fruchtkörper bildet, so werden diese Bäume langsam abgetötet. Der Besitzer erkennt die Ursache des Absterbens erst dann, wenn die Fruchtkörper erscheinen. Von dem Myzel befallenes Holz und Wurzeln leuchten im Finstern lebhaft.

Wert: Trotz seines im frischen Zustande garstigen Geschmackes ist er zubereitet ein wohlschmeckender Pilz, den man tragkorbweise sammeln kann. Zum Trocknen und Einmachen in Essig eignet er sich nicht, wohl aber zu Gemüse und zum Sterilisieren. Beim Sammeln sind nur die Hüte zu nehmen.

33. Honiggelber Hallimasch. Eßbar.

33. Honiggelber Hallimasch. Eßbar.
Armillária méllea Quel.


34. Büschliger Schwefelkopf. Giftig!
Hypholóma fasciculáre Huds.

Sein Hut ist anfangs halbkugelig, später verflacht, schwefelgelb, in der Mitte dunkler, fast rötlichgelb und wird bis 5 cm breit.

Das Fleisch ist hellgelb.

Die Blätter sind anfangs schwefelgelb, später grünlich und werden zuletzt schwärzlichgrün.

Der Stiel ist hohl, glatt und faserig.

Der Geruch ist nicht angenehm, der Geschmack bitter.

Zeit: Wächst vom Mai ab.

Standort: An alten Baumstümpfen und Wurzeln, sehr zahlreich und mitunter gemeinsam mit dem Stockschwämmchen.

Wert: Giftig! Über das Giftig- oder Nichtgiftigsein des Schwefelkopfes wird so häufig gestritten; nach des Verfassers Ansicht unnötiger Weise. Wenn eine Pilzart aber in gewöhnlicher Weise zubereitet (ohne vorherige Abkochung, d. h. ohne daß das Kochwasser weggeschüttet wird), Übelsein und Durchfall erregt, so nennt man dies giftige Wirkung, wenn auch der Betreffende nicht daran stirbt.

34. Büschliger Schwefelkopf. Giftig!

34. Büschliger Schwefelkopf. Giftig!
Hypholóma fasciculáre Huds.


35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz. Eßbar.
Phaédon imbricátus L.

Der Hut ist anfangs etwas eingerollt, fast eben und nur im Alter in der Mitte eingedrückt, schokoladenbraun und mit fleischigen, großen, sparrigen Schuppen kreisförmig besetzt, die bei alten Pilzen schwarzbraun werden.

Das derbe Fleisch ist schmutzigweiß.

Die Stacheln, welche am Stiele herablaufen, sind sehr dichtstehend, ziemlich lang und geben der Unterseite das Aussehen eines Hirsch- oder Rehfelles; daher wird er auch im Volksmunde als Hirsch- oder Rehpilz bezeichnet.

Der Stiel ist weißgrau, daumendick und kurz.

Der Geruch ist eigenartig aromatisch, ebenso der Geschmack.

Zeit: Ende Sommer und im Herbst oft in großer Menge.

Standort: In jedem Nadelwalde.

Wert: Ein guter Speisepilz, der sich ganz besonders zum Sterilisieren eignet. Alt und naß schmeckt er bitter.

Er wird zuweilen mit dem ziemlich selten vorkommenden ungenießbaren Gallen-Stacheling, Hydnum amarescens, verwechselt. Dieser ist aber jung schon gallenbitter, auch sind die Schuppen des Hutes etwas kleiner, nicht so sparrig und hellbraun. Das untrüglichste Kennzeichen ist das Schwarzwerden des Stieles beim Fingerdruck.

35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz. Eßbar.

35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz. Eßbar.
Phaédon imbricátus L.


36. Semmel-Porling. Semmelpilz. Eßbar.
Polyporus cónfluens Alb. et Schw.

Die Hüte dieses Pilzes sind stets miteinander innig verwachsen und bilden eine gestaltlose Masse von 12–18 cm Breite. Sie sehen bald semmelgelb, bald rötlichgelb aus und werden bei trockenem Wetter rissig.

Das Fleisch ist weiß und fest, schmeckt etwas bitter.

Die Unterseite besteht aus ganz kurzen Röhrchen, die von außen als kleine feine Löcher (Poren) erscheinen.

Der Stiel ist strunkartig und sitzt in der Erde.

Zeit: Meist erst im Herbst.

Standort: In Nadelwäldern nur auf dem Erdboden.

Wert: Im Jugendzustande ist er ganz vorzüglich, im Alter jedoch bitter. Ganz besonders ist es die Oberhaut, welche die Bitterkeit enthält und deshalb entfernt werden muß. Beim Kochen und Einmachen nimmt er eine hellrötliche Färbung an.


37. Schaf-Porling. Schafeuter. Eßbar.
Polyporus ovínus Schaeff.

Der Hut ist verschieden gestaltet, teils gewölbt oder wellig verbogen, teils eben und weiß oder graugelblich, im Alter und bei trockenem Wetter rissig gefeldert. Er wird bis über 10 cm breit.

Das Fleisch ist derb und weiß.

Die kurzen Röhren des Futters haben feine runde Mündungen.

Der daumendicke Stiel ist voll, weiß, oft gekrümmt und nach unten abgerundet.

Zeit: Vom Sommer bis zum Herbste.

Standort: Vorzugsweise in Nadelwäldern und kommt meist truppweise in großer Menge vor. Ganz besonders auf hügeligen moosigen Stellen im Hochwalde.

Wert: Wegen seines schönen und sehr schmackhaften Fleisches gehört er zu den besten Speisepilzen. Er läßt sich sehr vielseitig verwerten.