Karl gerieth auf dem Sklaven-Markte in die Hände eines reichen und vornehmen Türken, dem das gesunde Aussehen des Knaben sehr wohl gefiel.
Allah! sagte der Türke, welche Zierde wird dieser junge Sklave in meinen Gärten werden, es muß sich schön ausnehmen, wenn er so zwischen den Blumen und Gewächsen einher geht. Und so kaufte er den Knaben, ohne um den Preis zu feilschen.
Nun kam Karl auf die weiten Besitzungen des Türken, welcher die schönsten Gärten besaß, die mit den seltensten Blumen und Bäumen, mit den kostspieligsten Brunnen und Wasserleitungen und mit den geschmackvollsten Gartenhäuschen, Grotten und Tempeln prangten.
Er wurde einem betagten Sklaven, der sich auf die Gärtnerei verstand, beigegeben; dem mußte er stets zur Hand seyn.
Er wurde angewiesen, die Blumen-Beeten vom Unkraute rein zu halten und die Blumen und Pflanzen zu begießen. Auch die Gänge im Garten waren ihm theilweise zugetheilt, auf welchen er den Sand gleichmäßig zu vertheilen, und solche von Steinen und Reisern rein zu halten hatte.
Mit dieser Beschäftigung verfloß eine lange Zeit, während welcher sich Karl oft nach Hause sehnte und heiße Thränen vergoß, wenn er so seinem Tagwerke nachging und über seine Erlebnisse nachdachte.
Kam nicht sein ganzes widriges Geschick von seinem Hange zur Thierquälerei her?
Am meisten aber lag ihm am Herzen, daß sein Vater unbekannt mit dem Geschicke seines Sohnes war. Er hätte so viel darum gegeben, wenn er seinem Vater Nachricht von sich hätte zukommen lassen können, aber wie sollte er es anfangen? Dabei hegte er die Hoffnung, daß sein Vater, sobald er den traurigen Aufenthalt des Sohnes erfahre, gewiß alle Mittel aufbieten werde, ihn zurück in die Heimath zu bringen.
Allein er sah keinen Weg, dem Vater Mittheilungen zu machen.
Karl konnte zwar schreiben, es fehlte ihm aber hier an den nöthigen Schreibmaterialien sowohl, als auch an der Gelegenheit, den Brief zu befördern.
Da ging er nun oft sehr traurig und niedergeschlagen in den schönen Gefilden des Gartens umher.
Er wandte sich oft im Gebete zu Gott, suchte und fand Trost darin.
Ich sehe ein, sprach er, daß ich diese Prüfung verdient habe; aber guter Vater im Himmel! führe mich auch wieder den Meinigen zu. Hier muß ich dem Leibe und dem Geiste nach Verkümmern. Wie glücklich sind gegen mich meine Jugend-Genossen, denen Unterricht ertheilt wird und welchen so täglich Gelegenheit gegeben ist, sich zu vervollkommnen und Dir himmlischer Vater so stets ähnlicher zu werden, der Du das vollkommenste Wesen bist.
Der alte Sklave, welchem Karl beigegeben war, bemerkte die große Traurigkeit des Gärtner-Jungen und er sprach eines Tages zu Karl:
Du scheinst mir nicht mit deinem Stande zufrieden zu seyn? hast du vielleicht eine Angelegenheit, aus der ich dir zu helfen im Stande wäre?
Ich sehe ja kein Ende meiner Leiden, antwortete Karl, warum sollte ich da nicht traurig seyn? Ich muß hier die Arbeiten eines Gärtner-Jungen verrichten, während ich, wenn ich bei meinem Vater wäre, nun dessen Geschäft als Kaufmann übernehmen und ein herrliches Leben führen könnte.
Besitzt denn dein Vater, fragte der alte Sklave, Reichthum?
Das Haus Daruff, versetzte Karl, steht in gutem Rufe.
Wenn das ist, sagte der Sklave, so wird es ja deinem Vater auch nicht schwer halten, dich frei zu machen und dich in die Heimath zurück kommen zu lassen?
Mein Vater, erwiederte Karl, würde einen beträchtlichen Theil seines Vermögens daran setzen, mich frei zu machen, aber wo finde ich Mittel und Wege, ihn von meinem Geschicke in Kenntniß zu setzen?
Das will ich dir sagen, versetzte der Sklave, du wendest dich an den reichen Kaufmann Osmin dahier, welcher oft in diesen Gärten lustwandelt und bei Hassan, unserm Gebieter in hohen Ehren steht. Der wird sich gewiß für dich verwenden, denn Osmin liebt das Geld, ist er gleich einer der reichsten Kaufleute und hier sieht er mit scharfem Blicke Vortheile erwachsen.
Macht mich doch, bat nun Karl, mit Osmin bekannt, sollte ich meine Freiheit erringen, so soll es euch gut belohnt werden, daß ihr mir diesen Rath ertheilt habt.
Glücklicher Zufall! sagte der Sklave, dort wandelt Osmin zwischen den Palmen, begib dich zu ihm, trage ihm deine Noth vor, sage, daß das Haus deines Vaters in gutem Rufe stehe und ich müßte diesen Osmin nicht kennen, wenn er dir nicht behilflich seyn sollte!
Karl pflückte einen hübschen Blumenstrauß, band ihn sinnig zusammen und begab sich damit zum reichen Kaufmann Osmin.
Allah sei mit Euch, edler Osmin, sagte Karl, verschmäht es nicht, diesen Blumenstrauß anzunehmen!
Wer schickt mir den Strauß? fragte Osmin.
Ich habe ihn für Euch gepflückt, entgegnete Karl, da man mir sagte, daß Ihr ein großer Blumenfreund seyd.
Osmin betrachtete den Blumenspender mit Wohlgefallen, griff dann in die Tasche, um demselben ein Silberstück zu geben.
Verzeiht, edler Osmin, sagte Karl, der sich anständig weigerte, das ihm zugedachte Geschenk zu nehmen, ich bitte Euch um eine andere Gunst-Bezeigung.
Und worin besteht diese? fragte Osmin den Gärtner-Jungen, dessen seines Wesen ihm wohlzugefallen schien.
Habt die Güte, versetzte Karl und schreibt an meinen Vater, daß ich hier als Sklave in Diensten stehe, daß er sich meiner doch annehmen und mich aus dem Sklaven-Joche befreien möge.
Wer ist denn dein Vater, fragte Osmin, dem du so Großes zutraust!
Mein Vater, entgegnete Karl, ist der reiche Kaufmann Daruff unfern Bremen, dessen einziger Sohn ich bin.
Der reiche – der reiche Kaufmann Daruff, wiederholte Osmin, aber sage mir doch, wie bist du denn Sklave geworden?
Karl erzählte, daß er von seinem Vater zum Onkel Heinrich nach London geschickt worden sei, daß indessen das Schiff, auf welchem er sich befunden, von Seeräubern genommen worden und er so in die Sklaverei gekommen sei.
Dein Geschick geht mir zu Herzen, sagte Osmin, und denken kann ich mir auch, wie du dich zurück nach deinem Vater sehnest; aber Summen kann es kosten; doch dein Vater, der reiche Kaufmann wird die Piaster nicht erst ängstlich in der Hand wiegen, wenn es sich darum handelt, seinen einzigen Sohn wieder um sich zu sehen.
Aber Hassan, fuhr er fort, Hassan, dein Gebieter hat hier auch ein Wort zu reden und ist der mit deiner Freiheit nicht einverstanden so hilft aller Reichthum nichts, den dein Vater besitzt und den er zu deinem Besten willig opfern würde.
Ach, edler Osmin, sagte Karl, man hat mich darüber verständigt, wie hoch Ihr bei Hassan dem Gebieter in Ehren steht; würdet Ihr nun Eure gütige Fürsprache mir zu Theil werden lassen, so dürfte ich gewiß seyn, daß ich frei werde. Und daß sich dann mein Vater höchst erkenntlich gegen Euch bezeigen würde, dessen versichere ich Euch hoch und theuer.
Ich will deinem Vater schreiben, sagte Osmin; zuvor aber muß ich mit Hassan reden. Ich kenne deinen Gebieter; solltest du so unglücklich seyn, daß er dich, er, der so viele Sklaven besitzt, persönlich kennt, so ist auch meine Fürsprache und Alles umsonst; ja, dann darf ich es nicht einmal wagen, an deinen Vater zu schreiben, um ihn mit deinem Geschicke bekannt zu machen.
Morgen will ich schon zu Hassan gehen und Rücksprache mit ihm nehmen; sage mir nun, welchen Namen führest du als Sklave?
Mir wurde, entgegnete Karl, der Name Ilev beigelegt, dessen Geschäft es ist, in Hassan's schönen Gärten die Blumenbeete vom Unkraute zu reinigen und die Gänge in reinlichem Stande zu erhalten.
Sei also morgen um diese Zeit, sagte Osmin, wieder hier unter den Palmen, ich werde dir dann mittheilen, welchen Erfolg meine Unterredung mit Hassan dem Gebieter hatte.
Mit diesen Worten entfernte sich Osmin in stolzer Haltung.
Allah schütze Euch, edler Osmin, rief ihm Karl noch nach und ging dann zu dem alten Sklaven zurück, dem er das Gespräch mit Osmin mittheilte.
Hassan, sprach Osmin, du hast einen jungen Sklaven, welcher Ilev heißt und in deinen Gärten beschäftigt ist, der sehnt sich zurück zu seinem Vater, welcher reich seyn soll und seinen Sohn gerne auslösen wird. So du nicht anders beschlossen hast wage ich es, für Ilev zu bitten, gib ihn frei und lasse ihn heim ziehen!
Wie sprichst du Osmin? versetzte Hassan, du sprichst von dem Vater eines meiner Sklaven, welcher reich seyn soll, hast du je von mir gehört, daß ich Geld aus meinen Sklaven zu lösen suchte? Hassan hat schon so viele Sklaven gekauft, wer kann aber sagen, daß Hassan je einen Sklaven verkauft, oder ihm die Freiheit des Geldes halber gegeben habe?
Groß sind die Reichthümer Hassan's, aber auch edel ist Hassan's Herz, sagte Osmin, wenn es dein Wille ist, so erhält Ilev die Freiheit, nicht des Geldes halber, nein, weil es Hassan so will, der da den Vater des Sklaven glücklich zu machen sucht, indem er ihm den einzigen Sohn zurück gibt.
Wisse Osmin, sagte Hassan, während er eine verschleierte Dame, die neben ihm ruhte, gütig und wohlwollend anblickte, daß mir an dem Tage, an welchem ich den jungen Sklaven Ilev kaufte, meine Ossira mir meinen Sohn Selim schenkte. So ist dieser Sklave mir ein theures Zeichen süßer Erinnerung, den ich um Gold und Perlen nicht entferne; denn müßte ich nicht besorgen, meinen Sohn Selim zu verlieren, wenn ich den Sklaven von mir ließe?
Großer Hassan, sprach hierauf die verschleierte Dame, lasse diesen Sklaven ziehen und mache ihn und seinen Vater glücklich, auf daß Allah uns segne! Ach, dein Sohn Selim ist nicht mehr; deshalb kam ich so traurig zu dir, weil ich dir eine so schlimme Botschaft zu bringen hatte.
Und aus ihrem Tone, mit welchem sie diese Worte hervor brachte, konnte man wohl entnehmen, daß Ossira weine.
Da kreuzte Hassan die Arme auf der Brust und rief wehmüthig aus: Allah, Allah! du hast mir meinen Sohn Selim genommen? Allah, was hat sich Hassan zu Schulden kommen lassen, daß du solche Strafe über ihn verhängst? Selim, mein Selim todt!
So klagte Hassan und Osmin ging auf die Seite, denn sein Herz ward ob dem Schmerze Hassans um seinen Sohn Selim tief gerührt.
Osmin, sprach hierauf Hassan, da mich Allah mit Strafe heimgesucht hat und da mir nun Ilev der Sklave kein freudiges Erinnerungszeichen mehr ist, vielmehr mein Herz bei seinem Anblicke nur stets mit Trauer erfüllt würde, so nimm den Sklaven zu dir, sage ihm, daß ihm Hassan die Freiheit geschenkt habe, statte ihn auf Kosten Hassan's reichlich aus und sorge dafür, daß er wohlerhalten in seine Heimath zu seinem Vater gebracht werde!
Edler Hassan, sagte Osmin, du legst mir eine edle Pflicht auf, der ich getreu nachkommen werde.
Während dieses in Hassan's Gemache vorging war Karl im Garten mit seinen Blumen beschäftigt. Er erinnerte sich wieder besonders lebhaft seines Vaters und seiner Schwester und sehnte sich stärker als je nach seiner Heimath.
Er hatte in einem entlegenen Theile des Gartens, welcher wild mit Strauchwerk verwachsen war, sich eine kleine Einsiedelei errichtet; in den Stamm einer Trauerweide schnitt er ein Kreuz, vor welchem er sich oft niederwarf und zu Gott betete, da holte er sich Trost, wenn sein Herz mit Kummer erfüllt war; hier durfte er beten, Niemand störte ihn. Da wandte er sich an den Erlöser, der so viel für die Menschheit litt.
Auch heute ging er seiner Einsiedelei zu, warf sich wieder vor dem Kreuze nieder und betete recht inständig zu Gott, er möge doch mit ihm seyn und Hassan's Herz bewegen, daß er ihm die Freiheit schenke und ihn in die Heimath ziehen lasse.
Guter Gott! sprach er, erhöre mein Gebet! Und Thränen flossen ihm von den Wangen.
Hierauf erhob er sich und fühlte sich recht gestärkt.
Da erschrack er, denn eine verschleierte Dame stand hinter ihm, welche wohl sein Gebet mochte angehört haben.
Erschrick nicht, Ilev! sagte die Dame mit lieblichem Tone, Gott hat dein Gebet erhört, Hassan hat dir die Freiheit geschenkt, du wirst zu deinem Vater zurück kehren!
O guter Gott! rief Karl, da hast du ja mein Gebet wieder erhört, und schickst mir abermals einen Engel, der mir verkündet, daß du mich nicht verlassen hast. Und seine Thränen brachen aufs Neue hervor.
Wie freut es mich, sagte die Dame, in dir einen Christen zu finden; wie erhebt mich sichtbar dein Glaube, dem auch ich zugethan bin. Nimm dieses Andenken, fuhr sie fort, und überreichte ihm ein kostbares Kreuz, es möge dich an die heutige Stunde erinnern, in welcher dir Ossira, das Weib Hassan's, deine Freiheit verkündigte. Solltest du wieder in Noth gerathen, so nimm deine Zuflucht zu dem Heilande, welcher für uns am Kreuze starb, und wie er dir heute geholfen hat, so wird er dir auch ferner helfen.
Karl warf sich ihr zu Füßen und küßte den Saum ihres Kleides, unvermögend, seinem Inneren durch Worte Luft zu machen.
Osmin, der Kaufmann, sagte Ossira und reichte dem vor ihr liegenden frei gewordenen Sklaven die Hand zum Aufstehen, ist beauftragt, dafür zu sorgen, daß du wohl ausgestattet, zu den Deinigen zurück gebracht wirst.
Lebe nun wohl, Ilev und so oft du dich zu Gott im Gebete wendest vergiß auch meiner nicht!
Mit diesen Worten verschwand Ossira, welche im Kummer ihres Herzens ob dem Tode ihres Sohnes Selim die unbesuchtesten Theile des Gartens ausgesucht und so den betenden Sklaven gefunden hatte.
Karl warf sich nun nochmals vor dem Kreuze nieder und dankte mit gerührtem Herzen Gott dem allgütigen Vater für das Werk der Barmherzigkeit, welches er an ihm gethan hatte. Dann ging er auf die Palmen zu, wohin ihn Osmin bestellt hatte.
Osmin wandelte schon unter den Palmen und als Ilev auf ihn zukam sprach er:
Preiße dich glücklich, da du von nun an nicht mehr Hassan's Sklave bist, der dich mir übergab, auf daß ich dich pflege und nicht als einen Sklaven behandle.
Ich sage Euch meinen tiefsten Dank, edler Osmin, sprach Karl, denn nur wohl auf Euere Verwendung hat mir Hassan der Gebieter die Freiheit geschenkt.
So folge mir nun in mein Haus nach, sagte Osmin und nimm Abschied von diesen Gärten, die du jetzt nie mehr betreten wirst.
Karl warf noch einen langen Blick nach dem Theile des Gartens hin, wo er seine Einsiedelei errichtet hatte und wo ihm Ossira mit den Trostesworten erschienen war, wo er von Kummer niedergebeugt auf den Knieen vor dem in die Trauerweide eingeschnittenen Kreuze lag und Muth und Stärke im Gebete erlangte, dann folgte er Osmin nach, ohne demselben von der Erscheinung Ossira's eine Mittheilung zu machen.
Nicht wie Ossira gesagt hatte und nicht wie Osmin selbst unter den Palmen erklärte, erfuhr Karl in Osmins Hause eine Behandlung, man machte vielmehr wenig Unterschied zwischen ihm und den übrigen Sklaven.
Zudem verstrichen Tage, Monate, ja ganze Jahre, ohne daß Osmin auch nur die geringsten Anstalten traf, Karl in die Heimath zu bringen.
Denn Osmin war gierig nach Geld und hoffte, mit Ilev gute Geschäfte zu machen. Er schrieb wohl an Karls Vater, forderte aber Behufs der Auslösung seines Sohnes ungeheure Summen, welche das Vermögen Daruffs zweimal überstiegen. Sei es nun, daß die Briefe nicht an Daruff gelangten, oder daß der bekümmerte Vater einsehen mochte, nicht im Stande zu seyn, solchen überspannten Forderungen nachzukommen, kurz es erfolgte keine Antwort und Osmin wurde deßhalb grimmig und aufgebracht gegen Karl, indem er vermeinte, Ilev habe ihm in der Absicht, frei zu werden, Unwahrheiten gesagt und der Reichthum des Vaters sei nur erdichtet gewesen.
Er behandelte nun Karl wie einen Sklaven und ließ sich sogar Grausamkeiten gegen ihn zu Schulden kommen.
Da sagte eines Tages Karl: Osmin, entweder hat mir Hassan die Freiheit nicht geschenkt, oder Ihr handelt nicht nach Hassan's Worten, der da wollte, daß Ihr mich zu meinem Vater zurückbringet, in dessen Wille es aber gewiß lag, daß Ihr mich nicht wie einen Sklaven in Eurem Hause behandelt.
Was? du klagst über die Behandlung in meinem Hause, rief Osmin höchst aufgebracht, elender Sklave! Ist das der Lohn für meine Verwendung bei Hassan, der mir mit dir nur ein Geschenk machte, über welches ich nach Willkühr verfügen kann?
Dann habt ihr mir unter den Palmen, entgegnete Karl, die Unwahrheit gesagt und mir wäre besser, ich befände mich noch als Gärtner-Junge in Hassan's Gärten! Ich weiß aber, daß Ihr gegen Hassan's Worte handelt und ich werde mich selbst an Hassan wenden und Euch anklagen!
Elender, undankbarer Sklave! rief Osmin in Wuth, ich will Dir den Weg zu Hassan schon abschneiden!
Und Osmin gab Befehl, daß Karl zwölf Peitschenhiebe auf die Fußsohlen erhielt. Nebstdem erhielten zwei Sklaven des Hauses den Auftrag, Ilev nicht aus den Augen zu lassen, und es wurde ihnen mit dem Tode gedroht, falls sie ihr Amt vernachläßigen sollten und es sich begeben würde, daß Ilev sich aus dem Hause entferne.
Auf diese Weise befand sich Karl wieder in der elendesten Lage.
Er weinte oft des Nachts auf seinem harten Lager und wünschte sich in Hassan's Gärten zurück.
Seine Zuflucht war wieder das Gebet, in welchem er sich an Gott den allgütigen Vater der Menschen wandte; dann nahm er auch das Kreuz, welches er von Ossira erhalten hatte, preßte es an seine Brust und betete für sich und für Ossira.
Ach wüßte sie, sagte er, in welcher Noth ich mich befinde, sie würde mir gewiß helfen. Aber wie soll ich zu ihr, wie soll ich zu Hassan gelangen?
Indessen ertrug er mit Stillschweigen und mit vieler Ergebung sein hartes Geschick, immer die Gelegenheit abwartend, die es ihm möglich mache, Hassan seine Noth zu klagen.
Diese Gelegenheit ergab sich endlich.
Osmin mußte in Handelsgeschäften verreisen, einer der Sklaven, welchem die strenge Aufsicht über Karl anbefohlen war, erkrankte und konnte sein Lager nicht verlassen und der andere war immer so beschäftigt, daß er nicht in dem Maße der Aufsicht sich unterziehen konnte, wie ihm vorgeschrieben war.
Da machte sich Karl eines Morgens aus dem Hause und da ihm alle Eingänge in Hassan's Gärten bekannt waren, eilte er dahin in der Absicht, den alten Sklaven aufzusuchen, dem er früher beigegeben war, ihm seine Noth zu klagen und ihn um Rath zu befragen, wie er es anzustellen habe, um vor Hassan zu kommen.
Er war auch so glücklich, den alten Sklaven gleich aufzufinden, der ob Ilev's üblem Aussehen sehr in Verwunderung gerieth. Karl klagte ihm nun seine Noth und bat ihn um Rath.
Wer hätte das von Osmin gedacht! rief der alte Sklave, aber ich kenne diesen Osmin schon, der gieriger nach Geld ist, als der Rabe nach Aas.
Bleibe, lieber Ilev, fuhr er fort, nur bei mir bis Mittag, da kommet Hassan hier vorüber, du wirfst dich vor ihm nieder und erzählst ihm die grausame Behandlung, die dir dieser Osmin angedeihen läßt. Hassan wird sich deiner erbarmen, denn sein Herz ist edel und so wirst du besseren Tagen entgegen gehen.
Trinke indessen hier aus meinem Kruge und iß von meinem Brode, denn es scheint, auch Speis und Trank werde dir in Osmin's Hause nicht im Uebermaße gereicht.
Karl folgte der wohlwollenden Einladung des alten Sklaven und erquickte sich erst, dann aber zog ihn sein Herz hin nach der Einsiedelei, welche er aufsuchte, um dort die Zeit bis Mittag zu verbringen.
Aber wie überrascht war er, als er vor der ihm so wohlbekannten Trauerweide stand, wie war Alles so anders geworden, wie lieblich war der Platz eingerichtet! Hier blüthen Rosen und Jasmin, wo früher wildes Gesträuch stand und das in der Trauerweide eingeschnittene Kreuz, wie hatte sich das verändert! Vor demselben war ein kleiner Altar errichtet und vor dem Altare befand sich ein Schemel von frischem Rasen, zur Rechten und Linken mit den schönsten Blumen geziert.
Das Kreuz war mit Gold und Silber eingefaßt, und in der Mitte hing der sterbende Heiland mit der Dornenkrone, gleichfalls von Silber und mit Edelsteinen besetzt. Der Wipfel der Trauerweide bildete ein Dach, welches dem Kreuze mit dem Altare und Schemel zum Schutze gegen üble Witterung diente.
Hier, rief Karl aus, hat Ossira mit frommem Herzen Alles so geschaffen, hier ist Ossira's Betort, nur Ossira ist die Schöpferin dieses stillen Betortes.
Und er warf sich nieder auf den Schemel vor dem Altare, faltete recht fromm die Hände, und schickte innbrünstige Gebete zu Gott.
Und siehe, als er aufstand – stand Ossira vor ihm.
Seh ich recht, sprach Ossira, Ilev du hier?
Guter Gott! rief Karl aus, fiel zu Ossira's Füßen nieder und küßte wieder den Saum ihres Gewandes, guter Gott! du schickst mir wieder deinen rettenden Engel! Ach, hohe Gebieterin, ich bin Ilev, der unglückliche Ilev, welchem Ihr Freiheit und Rückkehr in die Heimath verkündigt habt, der aber von Osmin dem Kaufmann zurückgehalten und grausam behandelt wird.
Wie? fragte Ossira, so hätte dich Osmin noch gar nicht zu deinem Vater gesandt?
Hohe Gebieterin, sagte Karl, Osmin schloß mich bis jetzt in seinem Hause ein, ließ mich streng bewachen, und ich erfuhr eine Behandlung, wie man sie kaum einem Sklaven angedeihen läßt.
Und hast du denn nie Gelegenheit gehabt, fragte Ossira weiter, mich oder Hassan von deiner kummervollen Lage in Kenntniß zu setzen?
Ich war der strengsten Aufsicht unterworfen, erwiederte Karl und nur jetzt erst, da Osmin in Handelsgeschäften sich entfernt hat, bot sich mir die Gelegenheit, in diese Gärten zu kommen, ach, und kaum war ich wieder in diesen prächtigen Gefilden, so zog es mich mit Gewalt hieher an diesen Ort, den ich so herrlich umgewandelt fand.
Osmin, sagte Ossira, hat schlimm an dir gehandelt, und sich schwer wider Hassan vergangen, dem ich Alles, was du mir jetzt mitgetheilt hast, hinterbringen und dabei Osmin schwer anklagen werde, damit man ihn streng zur Strafe ziehe.
Erlaubet mir, hohe Gebieterin, sprach Karl, daß ich mich in diesen Gärten aufhalten darf, denn ich befürchte, kehre ich in Osmin's Haus zurück, nur grausam mißhandelt zu werden.
Gehe hin zu jenem Sklaven, sagte Ossira, welcher eben die beiden Körbe voll Blumen in Hassan's Gemächer trägt, sage ihm, ich hätte befohlen, er solle dich so lange in seinen Schutz nehmen, bis man dich von ihm zurück verlange. Ich aber will mich bei Hassan für dich verwenden.
Ossira verschwand wieder und Karl ging auf den Sklaven zu und hinterbrachte ihm Ossira's Befehle.
Osmin war von seiner Reise heimgekehrt; glücklich sah er die Geschäfte vollendet, die ihm reichen Gewinn eintrugen; deshalb war er heiter und guter Dinge und dachte an nichts weniger als an seinen Sklaven Ilev.
Da kam an ihn eine Einladung von Hassan und eilig machte sich Osmin auf den Weg zu Hassan, neuen Gewinn hoffend.
Hassan empfing ihn äußerst freundlich und machte wichtige Waaren-Bestellungen bei dem Kaufmann, der im Stillen die großen Vortheile berechnend, allen Wünschen Hassan's nachzukomnen suchte.
Doch, Osmin, sagte jetzt Hassan, ich beschwere dich wieder mit neuen Bestellungen und kann mich doch nicht erinnern, ältere Schulden getilgt zu haben, die nicht unbeträchtlich seyn dürften. Du hast meinen Sklaven Ilev, dem ich, da mein Sohn Selim mit Tod abgegangen war, die Freiheit schenkte, ausgestattet und dafür gesorgt, daß er zurück in seine Heimath gebracht wurde, gib nun an, was ich hierfür schulde!
Edler Hassan, sprach Osmin, sich im Herzen freuend, so unerwartet wieder treffliche Geschäfte zu machen, es ist nur eine Kleinigkeit, mit welcher ich dir seither nicht beschwerlich fallen wollte.
Kleinigkeit? wiederholte Hassan, solltest du etwa vergessen haben, daß ich dir auftrug, den Sklaven so auszustatten, daß sich Hassan der Ausstattung nicht zu schämen habe?
Edler Hassan, versetzte Osmin, ich habe nichts gespart und glücklich gelangte Ilev in seine Heimath.
Hast du auch sichere Nachricht hierüber? fragte Hassan.
Die sicherste, edler Hassan, sagte Osmin, ist mir von dem Handlungshause zugekommen, welchem ich deinen Schützling anvertraute. Vater und Sohn preisen sich nun glücklich und erflehen für dich täglich den himmlischen Segen.
Gut, Osmin, sprach Hassan, so lasse mich nun auch nicht länger in Schulden und gib mir an, wie hoch sich deine Auslagen belaufen.
Nur eine Kleinigkeit für dich, edler Hassan, sagte Osmin, der ganze Betrag beläuft sich nur auf fünftausend Piaster.
Fünftausend Piaster! wiederholte Hassan und mit den Worten winkte er einem Sklaven: geh, und lasse meinen Schatzmeister eintreten, damit er Richtigkeit mache.
Der Sklave entfernte sich, eine Seitenthüre des Gemaches öffnete sich, und herein trat Ilev.
Wie vom Blitze getroffen stand Osmin da. Er traute kaum seinen Augen, die Röthe auf seinem Gesichte veränderte sich in falbe Todtenblässe, er zitterte und fiel mit den Worten zu Hassan's Füßen: Erbarmen! edler Hassan, Allah ist gerecht und bestraft meine schwarze That!
Weg von mir! rief Hassan, elender, abgefeimter Betrüger, so lohnst du das Vertrauen, welches ich dir bis jetzt in so großem Maße geschenkt habe? Dich möge Allah mit dem Fluche verfolgen, das Geld möge sich in deiner Hand in glühendes Erz verwandeln, und dein auf so niederträchtige Weise zusammengescharrter Reichthum möge dir die Brust zuschnüren, Elendester unter der Sonne! Ich will deine Schandthaten aufdecken und Allah ist dir gnädig, wenn du nicht mit dem Galgen oder mindestens mit dem Kerker bestraft wirst.
Erbarmen, edler Hassan, habe Erbarmen, flehte Osmin auf dem Boden, habe Erbarmen mit mir!
Weg, Elender! rief aber Hassan und entfernte sich mit Ilev, während Hassan's Sklaven den betrügerischen Kaufmann dem Gerichte überlieferten, welches strenge Strafe über ihn verhängte.
Zu Ilev sprach dann Hassan: gehe zu Ossira, meinem Weibe, danke ihr, die es war, die sich deiner annahm, und hinterbringe es ihr, wie ich mit Osmin, deinem Bedrücker verfuhr. Ich selbst aber will jetzt dafür sorgen, daß du in deine Heimath gelangst, und nicht wieder einem Betrüger in die Hände fällst.
Und Ilev that unter Thränen des Dankes, wie ihm Hassan befohlen.
Der edle Hassan hielt Wort. Karl befand sich auf einem sehr schönen Schiffe, welches nach Bremen abging. Hassan hatte so für ihn gesorgt, daß es ihm an keiner Bequemlichkeit fehlte. Nebstdem gab er ihm so viel an Geld, daß Karl sich im Stande befand, als wohlhabender Mann aufzutreten.
Beim Abschiede sprach Hassan: ich habe nun Alles gethan, um dir die Drangsale vergessen zu machen, deren du in Osmin's Hause gegen mein Wissen und meinen Willen ausgesetzt warst; du kehrst nun zu deinem Vater heim, dem sich Hassan empfiehlt. Wende das Wenige, das dir aus meiner Schatzkammer zugeflossen ist, gut an und so oft du Gelegenheit hast, mildthätig gegen Leidende und Bedrückte zu seyn, so verhärte dein Herz nicht und stehe ihnen bei, so viel in deinen Kräften liegt. Keine gute That bleibt unbelohnt und jede gute Handlung ist ein Samenkern, welcher zu einem mächtigen Baume aufschießt, unter dessen Schutz du bei herannahendem Sturme flüchten kannst. Es gibt keine reinere Freude, als Thränen der Noth zu trocknen. Erinnere dich oft deiner Erlebnisse in unserem Lande und vergiß nie, wie wohl es dir that, ein menschenfreundliches Herz gefunden zu haben; du wirst dann doppelt geben und auch eine zweifache Erndte zu hoffen haben.
So sprach Hassan und mit gerührtem Herzen, das ihm kaum gestattete, seinen Dank mit Worten auszudrücken, schied Karl, welcher jetzt in den rüstigsten Jahren stand, von Hassan und Ossira, dessen Weibe.
Die Fahrt ging gut von Statten.
An einem schönen Morgen sahen endlich die Reisenden das ersehnte Ziel vor Augen und das Schiff lief in den Hafen.
Karl, welcher noch auf der See sich unpäßlich fühlte, wurde kränker und so wenig er auch damit einverstanden war, so brachte man ihn doch in das Spital.
Hier blieb er die vorgeschriebene Zeit, welche für jene festgesetzt ist, die aus den heißeren Ländern kommen und von irgend einer Krankheit befallen sind. Er war ganz abgeschlossen und bekam nur jene zu Gesicht, die sich mit seiner Verpflegung beauftragt sahen.
Während dieser Zeit hörte Karl aus einem nicht weit von ihm gelegenen Zimmer die hellen, unsicheren Töne, als wenn eine alte Frau andächtig dem Gesange obliege. Diese Töne wurden dann von einem Gelächter unterbrochen, welches keineswegs zum andächtigen und erbaulichen Gesange paßte.
Karl erkundigte sich nach der Sängerin und der Wärter antwortete: ach, die tolle Margareth, der Mond ist wieder im Zunehmen, das spürt das alte Ding und da hat sie wenig Ruhe.
Sprichst du von einer Wahnsinnigen? fragte Karl.
Ja wohl! Ihr meint doch die Person, welche so erbaulich singt? Nun ja, diese ist die tolle Margareth, sagte der Wärter.
Bei dem Namen Margareth kam Karl sogleich jene Margaretha in das Gedächtniß, welche ihn vor vielen Jahren aus der polizeilichen Haft entließ.
Er erschrack bei dem Gedanken, daß Margaretha durch seine Schuld vielleicht dem Wahnsinne anheim gefallen sei und begierig fragte er weiter: ist denn diese Person schon alt und kennt man keinen Grund, was sie vielleicht zum Wahnsinne brachte?
Das weiß man wohl, entgegnete der Wärter, das alte Ding wurde aus dem Dienste gestoßen und hat ihren Anspruch auf Pension verloren; das hat nun der armen Margareth so zugesetzt, daß sie von jener Stunde an wahnsinnig ist.
Ach Gott! sagte Karl, sie ist es!
Kennt Ihr sie auch? fragte der Wärter.
Karl wollte sich nicht verrathen und sprach: ich habe wohl von dieser Person schon gehört, aber persönlich kenne ich sie nicht. Doch wäre mir daran gelegen, sie einmal zu sehen.
Das steht Euch frei, sagte der Wärter, sobald Ihr genesen seid und Eure Zeit ausgehalten habt.
Diese Person, fuhr Karl fort, wurde also aus dem Dienste gejagt und hat ihre Pension verloren? Was hat sie sich denn zu Schulden kommen lassen und bei wem stand sie in Diensten?
Die alte Margareth, erzählte nun der Wärter, stand damals bei der Polizei dahier in Diensten, nun wurde ein junger Bursche aufgegriffen, den man des Diebstahls zeihte, weil man einen kostbaren Ring bei ihm fand, der entwendet war; das gute alte Ding mag sich durch das klägliche Thun dieses Burschen haben verführen lassen und wie sie eingestand, hat sie denselben aus der Haft richtig entwischen lassen.
Karl erschrack sehr, denn nun zweifelte er nicht mehr, daß die unglückliche Wahnsinnige seine arme Margarethe sei, die ihm damals zur Freiheit verholfen, die er hintergangen und auf diese Weise höchst unglücklich gemacht hatte. Er verbarg aber sein Inneres, so gut er konnte und fragte wieder:
Wie ist man denn dahinter gekommen, daß Margaretha den Burschen entwischen ließ, hat sie es denn sogleich einbekannt?
Das nicht, versetzte der Wärter, aber man hat den Rock bei ihr gefunden, den dieser Bursche bei seiner Haftnahme getragen haben soll.
Gut, daß jetzt wieder die hellen Töne der Wahnsinnigen erfolgten, Karl nahm zum Vorwande, daß er durch diesen Gesang bei seiner Unpäßlichkeit sehr ergriffen werde und so brach der Wärter dieses Gespräch ab und entfernte sich.
Karl besserte sich immer mehr und die Zeit ging zu Ende, welche er im Spital zuzubringen hatte.
Er ging nun mit sich zu Rathe, ob es nicht besser sei, seinen Vater von seiner Ankunft erst in Kenntniß zu setzen; er überlegte, daß sein plötzliches Erscheinen im elterlichen Hause nach so vielen Jahren nachtheilig auf den alten Vater einwirken könne und so ließ er einen Brief von anderer Hand an seinen Vater abgehen, in welchem stand, daß sein Sohn Karl nach vielen erstandenen Mühseligkeiten auf der Rückkehr in seine Heimath begriffen sei und demnächst ankommen werde.
Dann ordnete Karl seine Sachen und bereitete sich vor, das Spital zu verlassen.
Wenn Ihr Euch nicht scheut, sprach der Wärter zu Karl, allein bei einer Wahnsinnigen zu bleiben, so kann ich Euch jetzt dienen und Euch zu ihr einführen, ich kann mich aber nicht lange dabei aufhalten.
Führt mich nur zu ihr, entgegnete Karl, ich fühle keine Scheu, ihr könnt dann unbesorgt euren Geschäften nachgehen.
Die dritte Thür da rechts im Gange, sagte der Wärter und faßte den Schlüssel um die Thüre zu öffnen.
Halt! sprach Karl, noch eine Frage: hat denn die unglückliche Person nicht auch zuweilen lichte Augenblicke?
Genug, entgegnete der Wärter.
Und ist sie dann im Stande, fragte Karl weiter, ihre Bekannten zu erkennen und vernünftig mit ihnen zu sprechen?
Ja wohl, erwiederte der Wärter, schloß die Thüre auf und während er mit Karl eintrat blickte die Wahnsinnige mit starren Augen nach den Eintretenden.
Wie geht's Margareth? fragte der Wärter.
Margaretha schüttelte blos mit dem Kopfe.
Nicht gut? fragte sie der Wärter. Margaretha schüttelte wieder.
Ihr könnt jetzt bald, wandte sich nun der Wärter an Karl, vernünftig mit ihr reden, sie hat wieder einen Sturm ausgehalten. Wollt Ihr jetzt allein mit ihr bleiben?
Laßt mich nur allein mit ihr, sagte Karl und der Wärter verließ das Zimmer.
Karl sah, daß ihn Margaretha nicht erkannte, er ging auf sie zu und faßte sie bei der Hand.
Margaretha zog schnell ihre Hand zurück, sah stier vor sich hin und rief: Herr Commissär lassen Sie mich!
Um Gotteswillen lassen Sie mich! Ich habe ja Alles einbekannt, ich weiß nicht, wo der Junge ist!
Karl traten die Thränen in die Augen, er fühlte das ganze Gewicht seiner Schuld und merkte wohl, daß er der Gegenstand von Margaretha's Aeusserung sei.
Furchtsam sah nun Margaretha auf Karl, blickte ihn lange unverwandt an und sank dann auf einen Lehnstuhl, indem sie die Augen wie zu einem Schlafe schloß.
Karl ging näher auf sie zu und betrachtete sie mit der größten Theilnahme und als nun Margaretha nach kurzer Zeit die Augen wieder aufschlug, da gewahrte Karl mit Freuden, daß ihr Blick freier und ihr Auge klarer war.
Ihr kennt mich nicht, sagte Karl, ich komme vom alten Kaufmann Daruff und soll euch Grüße von ihm ausrichten.
Danke Euch, sagte Margaretha, ach, ich habe diesem Manne, bei dem ich so lange in Diensten war und bei dem ich so viel Gutes genossen habe, herbe Stunden bereitet. Der liebe Gott soll es mir verzeihen, daß ich mich verführen ließ; ich habe ja dem Jungen alles Gute zugetraut, wer hätte denn denken sollen, daß es so kommen würde. Ich kann, so wahr Gott im Himmel ist! mit gutem Gewissen sagen, daß ich nur des Beste des Hauses Daruff im Sinne hatte. Nun ist der Junge fort und wer weiß, wo er elend zu Grunde gegangen ist!
Und sie fing an bitterlich zu weinen und hielt die Schürze vor das Gesicht.
Karl vermochte kaum aufrecht zu stehen, so ging ihm der Anblick der tief bekümmerten Margaretha zu Herzen.
Gebt Euch zufrieden, sagte Karl, ich kann Euch nur die beste Nachricht geben, Daruffs Sohn, Namens Karl, ist auf der Reise zu seinem Vater begriffen; er ist gesund, hat freilich viele Mühseligkeiten erstanden, aber das ist jetzt Alles vorüber.
Gott im Himmel! rief Margaretha und schlug die Arme über dem Kopfe zusammen, während sie vom Lehnstuhl herunter auf die Knie sank, großer Gott im Himmel! Da hast du ja mein Seufzen und Flehen vernommen! Du hast mein Ringen mit angesehen und hast dich einer Unglücklichen erbarmt!
Karl weinte, hob die Knieende auf und während ihm unaufhaltsam die Thränen hervorschossen sprach er mit bewegter Stimme.
Kennt ihr mich denn nicht mehr, meine gute Margaretha? haben mich denn die Jahre und die ausgestandenen Leiden so sehr entstellt, daß ihr euern Karl nicht mehr erkennt?
Starr sah ihm Margaretha in das Gesicht und mit einem lauten Schrei fiel sie in Karls Arme.
Wahrhaftig! wahrhaftig! schrie sie, mein Karl! ach mein Karl! Und sie lachte und weinte und sank dann wieder erschöpft in den Lehnstuhl.
Ach sagte Karl, gute Margaretha, was habe ich euch so vieles Leid geschaffen, könnt ihr mir denn verzeihen?
O Gott im Himmel ist gut! sprach Margaretha mit gegen Himmel gewandtem Blicke; er hat ja mir geholfen und hat mir meine Schuld verziehen, warum sollte ich nun meinem Karl einen Jugendfehler nicht vergessen können?
Ach, die arme Margaretha hat so oft an Euch gedacht und allezeit lief es mir ganz schauerlich durch alle Glieder, wenn ich der Besorgniß Raum gab, Ihr wäret durch meine Schuld und durch Euren Leichtsinn elend zu Grunde gegangen. Gepriesen sei der Herr! der da Alles zum Besten lenkte.
Karl erzählte nun so kurz als möglich seine Erlebnisse von der Stunde an, in welcher er sich einschiffte bis jetzt und mit Rührung hörte ihm Margaretha zu.
Damit schloß Karl: Durch die Güte Hassan's meines großen Wohlthäters sehe ich mich nun in den Stand gesetzt, euch, gute Margaretha, einen kleinen Theil meiner Schuld abzutragen. Ich will euch zu mir nehmen und euch in euren alten Tagen so verpflegen, wie es nur eine gute Mutter von einem dankbaren Sohne verlangen kann.
Ich schätze mich glücklich, auf diese Weise euch, gute Margaretha, zu zeigen, daß Karl nicht so schlimm ist und eure frühere Aufopferung für ihn ganz zu würdigen weiß.
Margaretha nickte nur mit dem Kopfe, denn reden konnte sie nicht und sie verbarg ihr verweintes Antlitz hinter der Schürze.
Nach diesem verwendete sich Karl für Margaretha, diese wurde aus dem Spital entlassen und in einem hübschen Wagen fuhren nun Karl und Margaretha aus Bremen der Heimath Karls zu.
Während Karl fern von der Heimath als Sklave die niedrigsten Geschicke zu ertragen hatte, änderte sich in dem Hause des alten Daruff vieles.
Aurelie, die gute Tochter war zur sittsamen Jungfrau herangereift und Daruffs Sorge ging nun dahin, einen annehmbaren Eidam in das Haus zu bekommen, der das Glück seiner geliebten Tochter begründe und das Geschäft tüchtig fortführe, denn der Alte merkte, daß seine Kräfte abnehmen und ihm die Uebersicht und Gewandheit immer mehr entgehe, welche die Führung der Geschäfte erforderte.
Und der alte Daruff war so glücklich, sich bald als zufriedener Schwiegervater, und auch bald darauf als der glücklichste Großvater zu sehen.
Aurelie reichte einem jungen Manne, der ihrer Wahl ganz würdig war die Hand, und nun verlebte Daruff in Mitte seines Schwiegersohnes und seiner Tochter die heitersten Tage.
Das Handlungshaus blieb in seinem alten guten Rufe und nichts fehlte den Glücklichen als bestimmte Nachricht über das Geschick des nun so schon lange vermißten Sohnes.
Die Schreiben, welche Osmin an Karls Vater abgehen ließ, waren nicht angekommen.
Der alte Daruff erinnerte sich oft seines Sohnes Karl und er machte sich zuweilen sogar Vorwürfe, daß er zu streng gegen seinen Sohn möchte gewesen seyn.
Tochter und Schwiegersohn suchten ihn dann zu beruhigen und trösteten ihn mit der Aussicht da noch keine Kunde über Karls Ableben eingetroffen sei, so könne ja derselbe noch leben und wohl glücklich wieder heimkommen.
Allein Daruff hatte schon alle Hoffnung aufgegeben, in diesem Leben seinen Sohn wieder zu sehen und dieser Gedanke war oft seine einzige Betrübniß.
Da langte unerwartet der Brief von Karl an, welcher meldete, der lang vermißte Sohn sei auf der Rückkehr in das elterliche Haus begriffen.
Die jungen Leute wußten nun nicht gleich, wie sie diese frohe Botschaft dem alten Vater hinterbringen sollten.
Ueberlasse es mir, sagte Aurelia's Gatte, dem Alten die frohe Nachricht beizubringen.
O nimm mir diese Freude nicht! sprach Aurelie, gib mir den Brief, daß ich meinem alten Vater mit einer so glücklichen Bothschaft eine frohe Stunde bereite. Und der Gatte gab dem liebevollen Weibe nach.
Als nun der alte Daruff in seinem Lehnsessel vor dem Ofen saß, denn die liebliche Wärme that dem Alten wohl, trat Aurelie vor ihn hin und während sie den Brief hoch empor hielt sprach sie mit freudenglänzenden Augen: Einen Brief, mein bester Vater, einen Brief! und von wem meinst du wohl?
Ach, sagte der alte Daruff, habe ich doch während meiner langjährigen Geschäftsführung so viele Briefe erhalten, aber ein Schreiben von meinem Karl – nein, das kam mir nicht zu! Wozu mir noch Briefe?
Ach, bester Vater, sagte Aurelie, du sprichst selbst von Karl und sieh, wie glücklich wir sind! Ist auch dieser Brief nicht von Karls Hand, so ist doch Karl der Urheber dieses Briefs!
Mein Karl! rief freudig der Alte, so lebt noch mein Sohn Karl?
Ja, bester Vater, antwortete Aurelie, Karl lebt und ist wohlauf.
Und er hat selbst geschrieben? fragte der Alte mit zitternder Stimme.
Nicht doch, bester Vater, versetzte Aurelie, er hat den Brief schreiben lassen.
O guter Gott! sprach der Alte, so sage mir doch, wo ist Karl und weshalb hat er nicht selbst geschrieben?
Unser Karl, sagte Aurelie, ist nach diesem Briefe auf der Heimkehr in das elterliche Haus begriffen, und bald, bald wird Karl unter uns seyn, welche Freude!
Gute Tochter, sagte jetzt der Alte mit wankender Stimme und suchte sich aus dem Sessel zu erheben, ich bin vorbereitet, ja, ja! du hast mich genugsam vorbereitet; mein Karl, mein Karl ist nicht so weit mehr von mir, als du sagst, er ist hier! Lasse mich meinen Sohn sehen! Mein Sohn Karl! mein Sohn Karl!
Nein, bester Vater, sprach Aurelie, Karl ist noch nicht hier, ich will den Brief vorlesen.
Da ließ sich der Alte wieder im Sessel nieder und horchte auf den Inhalt des Briefes.
Und als Aurelie zu Ende war, da faltete der alte Daruff andächtig die Hände und sprach:
O guter Gott! der du einen alten, bekümmerten Vater nicht verlassen hast, wie kann ich dir genug danken? Du gabst mir väterlich milde meinen Sohn zurück, Ehre, Lob und Preiß sei dir in Ewigkeit!
In Daruffs Hause herrschte heute besondere Lebhaftigkeit. Es war der Morgen, an welchem der siebzigste Geburtstag des alten Daruff feierlich begangen werden sollte.
Während noch der Alte sanft schlummerte waren schon Aurelie, ihr Gatte und die drei Enkel, zwei muntere Knaben und ein liebliches Töchterchen eifrig beschäftigt, das Zimmer zum festlichen Empfange herzustellen.
Sinnig waren Blumenkränze und Sträuße angebracht und die Enkel hatten Carmina gelernt, mit welchen sie den guten Großvater überraschen wollten.
Und als nun die Thür sich öffnete und der freundliche Alte hereinschritt wie strahlte da sein Antlitz nicht von der reinsten Freude!
Aurelie und ihr Gatte brachten zuerst ihre herzlichen Wünsche dar, dann brachten die beiden Enkel ihre Carmina vor und die Enkelin hatte ein kleines Lied einstudirt, welches sie mit vieler Sicherheit und zur Rührung ihrer Eltern sowohl als des Großvaters vortrug.
Ihr guten Kinder, hub der Alte an, ihr macht mir viele Freude und mit Vergnügen sehe ich, wie ihr nur bemüht seid, mir die alten Tage zu versüßen. Nehmt meinen herzlichsten Dank hin; ich bin überzeugt, wie gut ihr es mit mir meint. Der Himmel wolle euch stets segnen!
Und wie der alte Simon den Knaben Jesus zu sich nahm und Gott innigst dankte, daß er ihm diese Seligkeit vorbehalten hatte, so nahm nun der alte Daruff seine Enkel auf den Schooß und sprach: werdet gut und fromm und möge stets Gottes Beistand mit euch seyn, damit eure Eltern viele Freude an euch erleben und ihr selbst nur glücklich werdet!
Und nach diesen Worten glänzten ihm Thränen in den Augen, denn der Alte erinnerte sich seines Sohnes Karl.
Eine feierliche Stille trat ein.
Da pochte es an der Thür, sie ging auf und – Karl trat herein.
Aurelie erkannte ihn auf der Stelle, und ihr Ruf war: ach, Karl! du bist's, unser Karl!
Karl aber fiel dem alten Vater zu Füßen, weinte und wie der verlorne Sohn im Evangelium sprach er: Vater vergieb mir! Ich habe gefehlt wider Gott und wider Dich!
Und wie der Vater im Evangelium den verlornen Sohn aufnahm, so nahm auch der alte Daruff seinen Sohn Karl auf; er preßte ihn in die Arme und küßte ihn und sprach: o wie glücklich bin ich nun! Siebzig Jahre drücken dieses graue Haupt darnieder, siebzig Jahre gestattete mir der Himmel, um mir die Freude zu verleihen, meinen so lange verloren gegebenen Sohn wieder zu sehen. O mein Karl, was hast du deinem Vater zugefügt? Und – doch, doch, du bist wieder unter meinem Dache, wir wollen Gottes Güte preisen!
Und der Alte faltete andächtig die Hände.
Das Entgegenkommen zwischen Bruder und Schwester war rührend anzusehen, sprachlos lagen sie sich in den Armen.
Und als nun Aurelie ihren Bruder mit dem Gatten und den freundlichen Kindern bekannt machte, da näherte sich Karl denselben mit aller jener Anhänglichkeit, mit welcher er allezeit seiner Schwester zugethan war.
Ach, sagte er dann, während du meine gute Schwester die Stütze des Vaters warst und während du dein häusliches Glück gegründet hast, war ich den bittersten Drangsalen des Lebens ausgesetzt.
Vergiß das nun, lieber Bruder, sagte Aurelie, jetzt bist du wieder bei uns und wir wollen Alles dazu beitragen, was dich glücklich machen könnte.
Nach dem ersten Rausche des Wiedersehens kam es zum Erzählen und während nun der alte Daruff, Aurelie und ihr Gatte mit den drei Kindern einen freundlichen Kreis um Karl bildeten erzählte dieser getreu Alles was er von der Flucht aus dem elterlichen Hause an bis zur Rückkehr in dasselbe verlebt hatte.
Als er der Margaretha erwähnte traten ihm die Thränen in die Augen und fragte er den ihn umgebenden Kreis: ist Margaretha nicht würdig, heute in unserm Kreise zu erscheinen?
Ach, daß sie doch hier wäre, die arme unglückliche Margaretha! sagte Aurelie und der alte Daruff wandte sich zu seinem Schwiegersohne mit den Worten: Du mußt morgen nach Bremen und die alte Margaretha zu uns bringen; gleich und gleich, setzte er noch lächelnd hinzu, gesellt sich gern und so will ich denn die Margaretha zu mir nehmen.
Sie ist schon hier, sagte Karl, öffnete die Thüre und führte seine Margaretha herein, welche laut schluchzte, als sie des alten Daruff ansichtig wurde und da sie sich nach solanger Zeit wieder in demselben Zimmer befand, in welchem sie der Kinder Karl und Aurelie wartete.
Auch der alte Daruff war sehr gerührt; er drückte der Margaretha die Hand und ließ dieselbe neben sich sitzen.
Setzt euch doch nur fest, Margaretha, sagte er, ich habe euch da ein für allemal einen Platz angewiesen, den ihr nicht so bald wieder verlassen sollt.
Zur Nutzanwendung für die drei Enkel fügte Karl noch bei: seht Kinder, so ist es eurem Oheim gegangen, der da in der Jugend den großen Fehler hatte, Thiere zu quälen. Hätte ich das Dohlen-Nest nicht zerstört, so würde ich den Ring nicht gefunden haben, der mich, nachdem mich die Verstümmlung aus der Heimath getrieben hatte, in das Gefängniß brachte. Mein unglücklicher Hang zur Thierquälerei und meine jugendliche Unbesonnenheit, so wie mein Leichtsinn haben mir die bittersten Strafen nachgezogen. Laßt es euch daher ja zur Warnung seyn und quälet nie ein Thier, damit es euch nicht ergehe, wie eurem unglücklichen Oheim Karl.
Die Enkel reichten dem Oheim die Hand und versprachen ihm fest und theuer, nicht nur nie ein Thier zu quälen, sondern auch jederzeit wo möglichst zu verhindern, daß ein Thier von Andern gequält werde.
Der alte Daruff und Margaretha erlebten noch viele frohe Tage in der traulichen Umgebung Aurelien's und ihres Gatten, mit welchem nun Karl gemeinschaftlich die Handlung fortführte.
Endlich reichte auch Karl einer unbescholtenen Jungfrau als Gatte die Hand und als noch der alte Daruff auch die Enkel seines Sohnes Karl auf dem Schooße wiegte, da erzählte ihnen der Großvater die harten Begegnisse ihres Vaters und fest prägten es sich die Kleinen in die Herzen, wie sehr gefehlt es sei, Thiere zu quälen und sie gedachten immer des Spruches: »Der Gerechte erbarmt sich auch seines Viehes« und verfielen so nie in den schweren Frevel der Thierquälerei.
Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt. In dieser Transkription werden gesperrt gesetzte Schrift sowie Textanteile in Antiqua-Schrift hervorgehoben.
Eine ganzseitige Illustration am Buchanfang wurde hinter die Titelseite verschoben.
Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, mit folgenden Ausnahmen,
Seite 4:
"flüchteteu" geändert in "flüchteten"
(von den Dächern flüchteten, indem sie die Erscheinung)
Seite 9:
"«" eingefügt
(Denn es fühlt wie du den Schmerz.«)
Seite 9/10:
"Ein-" geändert in "Eindruck"
(auf den diese Rede keinen Eindruck gemacht hatte)
Seite 10:
"setzt" geändert in "jetzt"
(Die Knaben folgten jetzt der Richtung)
Seite 11:
"gehen" geändert in "geben"
(auf die Worte seines Lehrers wird er mehr geben als auf)
Seite 18:
"Gebet" geändert in "Gebot"
(verfehlte sich so gegen das Gebot, welches uns vorschreibt)
Seite 20:
"," hinter "Vergehen" entfernt
(deine Vergehen reumüthig einbekannt)
Seite 24:
"weist" geändert in "weißt"
(Du weißt, wie streng der Vater ist)
Seite 32:
"Fragte" geändert in "fragte"
(Wie viel verlangst du für diesen Ring! fragte er dann.)
Seite 35:
"Auffoderung" geändert in "Aufforderung"
(daß er der freundlichen Aufforderung des Metzgergesellen)
Seite 41:
"," eingefügt
(gute Margaretha, hub er an)
Seite 42:
"Innnersten" geändert in "Innersten"
(So betete Karl aus dem Innersten seines Herzens.)
Seite 43:
"," eingefügt
(und, fügte sie schmunzelnd bei)
Seite 44:
"," eingefügt
(freien Platz, öffnete mühsam ein großes Thor)
Seite 47:
"Falls" geändert in "falls"
(an den Hafen zu gehen und falls ein Schiff)
Seite 70:
"Blumenstraus" geändert in "Blumenstrauß"
(Karl pflückte einen hübschen Blumenstrauß)
Seite 73:
"," geändert in "."
(dem er das Gespräch mit Osmin mittheilte.)
Seizte 104:
"?" geändert in "."
(Wie geht's Margareth? fragte der Wärter.)
Seite 104:
"," geändert in "."
(sie hat wieder einen Sturm ausgehalten.)