30 Minuten bei 40° C.
20      "      " 50° C.
20      "      " 60° C.
10      "      " 70° C.
10      "      " 80° C.
5      "      " 90° C.
5     "      " 100° C.

Mit dem so behandelten Gewebesaft wurden gesunde Pflanzen in den Hauptnerven eines Blattes geimpft mit dem Erfolg, dass alle Pflanzen krank wurden. Hier haben wir also mit der dritten Impfungsreihe zu thun. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit einem Toxin zu thun hatte, wurde geringer. Alle Versuche wiesen auf die Anwesenheit von Mikroorganismen hin. Voraussetzend, dass alle Pflanzen gleich stark waren, ist allerdings nach Erwärmung auf 100° eine Abschwächung des Krankheitsagens wahrgenommen worden. Die Erkrankung trat hier beinahe 14 Tage später auf als in den andern Fällen.

XVI. Ein Streifchen eines kranken Blattes von einer der Pflanzen aus XV wurde in den Hauptnerven eines jungen Blattes einer gesunden Pflanze gebracht. Es kam wiederum zur Erkrankung, ohne dass eine Abschwächung sich durch eine Verlängerung der Inkubationszeit bemerkbar machte. Wir befinden uns hier bereits in der vierten Reihe der Ueberimpfungen.

XVII. Der verdünnte Blattsaft einiger durch die Fleckenkrankheit angegriffenen Pflanzen wurde durch eine Chamberlandkerze filtriert. Das Filtrat war, soweit wahrzunehmen, steril. Wenn mit dem Filtrat gesunde Pflanzen in den Blattnerven geimpft wurden, trat wiederum die Krankheit auf. Die Zeit zwischen Impfung und Erkrankung war viel grösser als sonst, ebenso wie bei XV beobachtet wurde[I].

Wiederholte Filtration (2-4 mal) von Gewebesaft kranker Pflanzen lieferte ein Filtrat, das nicht mehr im Stande war, die Pflanze zu infizieren.

XVIII. Der Saft der kranken Blätter von XVII wurde ebenfalls filtriert mit dem Erfolg, dass gesunde hiermit geimpfte Pflanzen auch erkrankten. Ich meine, dass dieser Versuch überzeugend darthut, dass man hier mit Mikroorganismen zu thun hat, die so klein sind, dass sie die Kerzen durchdringen können. Ich habe es hier mit einem sich vermehrenden, also lebendigen Gifte zu thun und bringe daher dies Virus zu den Mikroorganismen. Wir hätten hier also eine »Infektion« vor uns. Wahrscheinlich besitzt der unbekannte Organismus zwei Formen, eine vegetative und eine Sporenform, analog den Bakterien.

XIX. Der Saft kranker Blätter wurde mit absolutem Alkohol behandelt. Die klar obenstehende Flüssigkeit wurde mittels Hebels abgenommen und neuer absoluter Alkohol hinzugefügt. Dieses wurde einige Male wiederholt, um die Einwirkung des starken Alkohols auf den Gewebesaft zu erhalten. Es entstand ein grau-grüner Niederschlag, der bei niedriger Temperatur eingedampft wurde. Das so erhaltene Präcipitat wurde in den Blattnerven einer gesunden Pflanze gebracht. Erkrankung trat nicht ein. Absoluter Alkohol wirkt also zerstörend.

XX. Den Saft von erkrankten Blattteilen, der Pflanzen »infiziert«, hatte ich 4 Wochen lang in einem durch Watte verschlossenen Kölbchen sich selbst überlassen. Wurden hiermit Pflanzen geimpft, dann blieben sie vollkommen gesund. Das unbekannte Virus wird also zerstört, wenn man den infektionstüchtigen Saft längere Zeit stehen lässt.

XXI. Die an den Wurzeln von Nicotiana gefundene St. sen A. chromogena Gasperini konnte Pflanzen nicht infizieren. Einige Pflanzen wurden einer kräftigen Ernährung mit Kaliumnitrat ausgesetzt. Die in die umgebende Erde und in das Gewebe gebrachte Streptothrix machte die Pflanze nicht krank. Es scheint hier nicht so viel Nitrit gebildet zu werden, dass dies schädlich auf die Pflanzen wirkt. Jedoch zeigten die sehr dunkelgrünen Blätter viele reinweisse Pünktchen. Ob dies zufällig war, konnte ich nicht entscheiden, da nur an zwei Pflanzen dieser Versuch gemacht worden war. Auf einigen Feldern beobachtete man viele dieser weissen Pünktchen auf den Blättern.

XXII. In den Monaten September und October erweckten die Einspritzungen des Saftes von kranken Blättern in gesunde Pflanzen, die draussen standen, keine Mosaikkrankheit. Ende November sind diese Pflanzen bis auf 20 cm mit sterilen Messern abgeschnitten und an einem Orte aufgestellt worden, wo nicht geheizt wurde. Während der Wintermonate entstanden die Geizen, woran sich im Monat März erst Flecken zeigten.

XXIII. Bei den Pflanzen, welche im September in den Geizen die Flecken zeigten, verschwanden diese allmälig beim Eintritt der Kälte, so dass die gefleckten Blätter im November wiederum die normale grüne Farbe bekamen.

Wie ich früher angab, wird dies auf den Feldern auch beobachtet und schreibt man es den kalten Nächten zu. Die Temperatur scheint also von Einfluss zu sein auf das Virus.

XXIV. Auf den von Fermi angegebenen 1% Carbol-10% Gelatine-Platten konnte kein proteolytisches Enzym in den Blättern und Stengeln von lebendigen gesunden und fleckenkranken Tabakspflanzen von mir nachgewiesen werden, ebensowenig in den trocknen fermentierten und nicht fermentierten Blättern.

Es fiel mir besonders auf, dass die fleckenkranken Blatt- und Stengelteile auf diesen Platten sich stärker rosa färbten als dieselben Theile von gesunden Pflanzen. Es kam mir so vor, als ob in den kranken Pflanzen ein oxydierender Körper entstünde, der kräftiger auf Carbol einwirkt, als das oxydierende Agens der gesunden Pflanzenteile.

XXV. Unter den erforderlichen Vorsichtsmassregeln gelang es mir, einige Stengelteile von gesunden Tabakspflanzen rein in Röhrchen auf Wattepfröpfchen zu bekommen.

Ein Tröpfchen durch eine Chamberlandkerze filtrierter Saft von kranken Pflanzen hierauf geimpft, zeigte auch jetzt, obgleich viel weniger kräftig, einen Unterschied in Farbe gegenüber dem nämlichen Safte von gesunden Pflanzen.

XXVI. In ein Erlenmeijer'sches Kölbchen wurde Saft von gesunden Pflanzen filtriert und mit einem Tröpfchen filtriertem Saft von kranken Pflanzen geimpft. Nach 3 Monaten entstand in diesem Safte ein Niederschlag, der nicht von Mikroorganismen herrührte. Der Saft war wohl virulent, doch war keine Verstärkung der Wirkung zu constatieren.

XXVII. Datura Stramonium, Hyoscyamus niger, Solanum tuberosum und Petunia nyctaginiflora reagierten nicht auf den Saft von kranken Tabakspflanzen[J].

Aus diesen Versuchen geht hervor, dass unser Agens Übereinstimmung besitzt mit dem Agens der Maul- und Klauenseuche, obgleich ich die Lebewesen bei der Fleckenkrankheit für grösser halte. Im Filtrat finden wir bei den letzteren eine Abschwächung, bei der Maul- und Klauenseuche absolut nicht. Wenn es sich bei den ersteren um eine Bacterie handelt, so müsste diese eine sporenbildende sein. (Vergl. XV.)

Obgleich es noch nicht gelungen ist, den Mikroorganismus, der als Ursache der Fleckenkrankheit betrachtet werden muss, zu sehen oder zu züchten, so habe ich dennoch in diesem Jahre (1898) eine Reihe von Versuchen zur Bekämpfung der Krankheit vorgenommen. Ausgehend von der Meinung, dass die Ernährung der Pflanzen auf die Zusammensetzung des Gewebssaftes von Nicotiana Einfluss haben könnte, und dass durch diese Veränderung das unbekannte Virus in irgend einer Weise tangiert werden könnte, habe ich einer grossen Anzahl Pflanzen bestimmte Salze gegeben, manchmal in Mengen, die nicht vertragen wurden. Viele Pflanzen gingen daran zu Grunde. Wenn die Salzgabe, einmal in der Woche bei trockenem Sommerwetter in Lösung gegeben, sich durch das Hinsiechen oder den Tod der Pflanze als zu gross erwies, wurde die Gabe vermindert. Zuerst erhielten die Pflanzen 1 gr., später 0,5 bis 0,25 gr. u. s. w., so viel sie nur ertragen konnten. Nach dem Absterben einer Pflanze wurden also die anderen, die in derselben Reihe auf freiem Felde standen, mit kleineren Mengen Salz gefüttert. Da mir weiter bekannt war, dass Züchter schon lange beobachtet hatten, dass sich die Fleckenkrankheit auf Feldern, die mit Kainit oder Thomasphosphat gedüngt waren, sehr wenig zeigte, habe ich auch mit diesem Salzgemisch Versuche angestellt. Ich erhielt also die folgenden Versuchsreihen:

Fütterung mit:

1. Kaliumkarbonat,
2. Kaliumsulfat,
3. Natriumchlorid,
4. Kaliumnitrat,
5. Kaliumphosphat,
6. Kaliumnitrit,
7. Kainit und Thomasphosphat.

Fig. 14. Tabakspflanzen, welche nach starker Düngung mit anorganischen Salzen am Leben geblieben sind.

Die Ernährung mit Kaliumnitrit musste, wie zu erwarten war, schon bald aufgegeben werden, da 0,5 gr. bereits innerhalb weniger Stunden tötlich wirkten. Weiter herrschte ein grosses Absterben unter den Pflanzen, die phosphorsaures Kali, Chlornatrium und Kaliumkarbonat erhalten hatten. In nebenstehenden Figuren sind einige Pflanzen und deren Blätter abgebildet, die bei obiger Fütterung am Leben blieben. Die mittlere zwergartige Pflanze (Fig. 14) ist in Folge der Kochsalzfütterung sehr zurückgeblieben; dabei sind alle Blätter missgestaltet. Auch bei den anderen Salzernährungen wurde Ähnliches wahrgenommen. In Fig. 15 sind die Blätter in derselben Höhe der Pflanzen abgenommen und abgebildet.

Fig. 15. Blätter von Tabakspflanzen, die im freien Lande übermässig gedüngt worden sind mit Natriumchlorid (I), mit Kaliumsulfat (II), mit Kaliumkarbonat (III) und Kaliumphosphat (IV).

I. ist das Blatt einer Pflanze, die mit Kochsalz, II. mit Kaliumsulfat, III. mit Kaliumkarbonat und IV. mit Kaliumphosphat gefüttert war. Auffallend sind hier die unregelmäßige Blattform und die sehr langen Spitzen an den Blättern. Hierbei ist es von Interesse zu wissen, dass die Pflanzen im Schatten gestanden haben; dasselbe ist bei Pflanzen beobachtet worden, die unter normalen Ernährungsverhältnissen im Schatten gestanden haben, wenn auch in weit geringerem Masse. Am 1. September wurden alle diese Pflanzen mit infektionstüchtigem Gewebesaft in die Hauptnerven eines Blattes geimpft. Alle Pflanzen wurden krank, jedoch nicht in derselben Zeit. Trat früher die Krankheit in der Regel nach drei Wochen ein, so war dies bei der Kainitfütterung erst viel später der Fall. Wenn auch sicherlich Kainit und Thomasphosphat die Pflanzen gegen die Fleckenkrankheit nicht schützen können, so scheint doch eine Abschwächung des Giftes eingetreten zu sein. Im Laufe der Wochen sah ich dann auch bei den drei übriggebliebenen Pflanzen die Flecken kleiner werden, einige selbst ganz verschwinden, ohne dass die anderen Krankheitserscheinungen auftraten. (Fig. 13 C.)

Durch diese Fütterungsversuche wurde also das Ziel noch nicht erreicht. Ein ganz anderes Resultat aber hatte der folgende im Grossen angestellte Versuch.

Es drängte sich die Frage auf, ob es möglich wäre, ein Feld, auf dem jedes Jahr die Krankheit sich an beinahe allen Pflanzen zeigte, zu desinfizieren und zwar durch einen Stoff, der ätzend wirkte. Das Mittel musste so gewählt werden, dass die zukünftige Ernte nicht darunter zu leiden hatte. Das Gift musste also durch Zersetzung wieder unwirksam werden. Herr N. van Os in Amerongen, der sich lebhaft für die Sache interessierte, hat diesen Versuch mit sehr günstigem Erfolg im Grossen ausgeführt. Im Februar 1898 wurde auf das am stärksten infizierte Feld, wo jedes Jahr beinahe alle Pflanzen erkrankten, ungelöschter Kalk in einer Menge von 10 hl. pro Hektar gebracht. Nach Verlauf einiger Wochen wurde das Land umgearbeitet und im Monat Mai die jungen Tabakspflänzchen eingesetzt. Jedes Jahr hatte die Krankheit sonst fast alle Pflanzen befallen; diesmal war dies nicht der Fall: die Zahl der erkrankten Pflanzen betrug nur 7%.

Weiter sind von Herrn van Os auf mein Ersuchen im vergangenen Jahre eine grosse Anzahl Düngversuche angestellt worden, wofür ich ihm hier meinen herzlichen Dank ausspreche. Die Versuche erstrecken sich nicht auf einige Pflanzen, sondern auf einen halben Hektar. Folgende Tabelle giebt eine Übersicht der Versuche und ihrer Ergebnisse:

Feldversuche mit Bezug auf die Fleckenkrankheit.

Krank- Krankheit Krankheit
Dünger. Gewächs 1898. heit im in im Gewächs
Gewächs. »zuigers«[K]. 1897.
I. Torfstreu-Pferdemist gut. 3%. alle. keine.
70 000 K. pr.ha.
II. Torfstreu, Kainit prächtig, schwerer keine. keine. 10%.
700 Kilo, Schlacken- Tabak, steht dun-
kel auf dem Feld
und ist nach Trock-
nen von guter Farbe
III. Torfstreu, Peruguano etwas weniger keine 30% 10%
500 Kilo. als II.
IV. Frischer Schweine- gut, doch kleines keine. keine. keine.
mist 70 000 Kilo, Blatt.
Kali 500 Kilo
V. Frischer Schweine- gut. keine. sporadisch. Erbsen,
mist 70 000 Kilo, Karoten
Heiderasen, ohne gebaut.
Patent Kali.
VI. Torfstreu, Patent keine grossen keine. 30% keine.
Kali 500 Kilo. Pflanzen, Farbe
nicht besser als
da, wo kein Patent
Kali gebraucht
worden ist.
VII. Pferde Kuhmist gut. keine. keine. keine.
100 000 Kilo,
Heiderasen,
VIII. Schafmist 70 000 K. gutes, kräftiges 2% 15% 5%
Blatt.
IX. Torfstreu - Ruth gut. keine. 20%. keine.
X. Torfstreu-Kalk gut. 7% 40% 100%
(CaO) 10 HL.
XI. Compost-Fäkalien Farbe nichtvorzüglich keine. keine. keine.
45 000 Kilo, Peru- gefarbtes Blatt.
guano 500 Kilo.

Aus diesen Versuchen erhellt, dass in Bezug auf die Fleckenkrankheit mit Kainit und Thomasphosphat ein ausgezeichnetes Resultat erreicht worden ist.


Eine gleich günstige Wirkung halten die Düngstoffe, die mit Heiderasen gemengt waren. Die Verwendung von den genannten Düngstoffen und von Erde, die wie der Heideboden von einem reinen Terrain herstammt, kann ebenso wie die Anwendung von ungelöschtem Kalk empfohlen werden.

Was die Düngung mit Kompost-Fäkalien und Peruguano (f. 135 pro Hektar = 225 Mk.) betrifft, so erwies sich diese als ausgezeichnet und ist f. 250 = 416 Mk. billiger als die Düngung mit Schafmist und Peruguano.

Auch mit Bezug auf die Ursachen, welche die Krankheit so allgemein an den »Zuigers« hervortreten lassen, sind sehr interessante Versuche angestellt worden. Die Vermutung, die ich im vorigen Jahre hatte (s. »de Natuur« 1897 pag. 371), hat sich als richtig erwiesen. Herr van Os hat die Güte gehabt, Versuche in grossem Massstabe zu machen. Einige kranke Pflanzen wurden geköpft und unmittelbar darauf wurde einer grossen Anzahl gesunder Pflanzen mit den »infizierten« Fingern die Spitze abgebrochen. Alle Pflanzen blieben unter Beobachtung; das Resultat war, dass 88% derselben krank wurden.

Aus diesem Grunde verdient es Empfehlung, zuerst alle kranken Pflanzen zu entspitzen und nach Desinfektion der Hände oder einige Tage später die anderen, gesunden Pflanzen. Auf diese Weise wird das Gift nicht übertragen und werden also durch die Hand des Pflanzers gesunde Pflanzen nicht infiziert. Erst, wenn das schädliche Agens gefunden, und weiter seine künstliche Kultur im Laboratorium gelungen ist, erst dann wird es durch ein eingehendes Studium seiner Eigenschaften möglich sein, auf einem anderen Wege unsere Tabakskultur gegen eine der am meisten gefürchteten Krankheiten zu schützen.

Bussum, Nov. 1899.

[A] Siehe meine Abhandlung im »Indische Mercuur«, 17 Dec. 1898: De Stikstofvoeding der Leguminosen.

[B] Siehe meine Abhandlung im »Indische Mercuur«, 13 Mai 1899, »Martellin, een nieuwe meststof.«

[C] Siehe meine Abhandlung im »Indische Mercuur« vom 24. Juni 1899. Een critische beschouwing over Loew's theorie der »oxidizing enzymation.«

[D] Siehe meine Abhandlung in »De Natuur«, Augustus 1897. »Micro-organismen en het onderzoek der lucht«.

[E] Siehe meine Abhandlung im »Indische Mercuur« 13 Mai 1899 »Martellin, een nieuwe meststof«.

[F] Siehe meine Abhandlung im »Indische Mercuur« 24 Juni 1899. »Een critische beschouwing over Loew's theorie der oxidizing enzymation.«

[G] Aus diesen für den Menschen später so wichtigen Versuchen, erhellt der Nutzen des Tierexperiments, welches allerdings nur erfahrenen Personen anvertraut werden darf. Meiner Meinung nach muss jedoch der zwecklos wiederholte Nachweis schon konstatierter Vergiftungen bei Tieren auf mechanischem, chemischem oder bakteriologischem Wege unterlassen werden, wenn, was nach dem heutigen Stande der Technik möglich ist, durch die Projektion von Lichtbildern ein deutliches Bild der Versuche geliefert werden kann.

[H] Im Sommer 1899 habe ich die Tabaksfelder mit dem Zweck besucht, zu erforschen, ob auch Pflanzen zu finden wären, welche die nicht infektiöse Pockenkrankheit zeigten, (Iwanowski). Allerdings waren auf einem Feld drei Pflanzen vorhanden, die auf den mittelsten Blättern kleine Fleckchen hatten, die von denen der Mosaikkrankheit abwichen. Bei einem zweiten Besuch nach Verlauf von etwa 10 Tagen jedoch erwies es sich, dass dieselben Pflanzen in ihren Spitzenblättern die Symptome der Fleckenkrankheit zeigten.

Ich hoffe, hierauf später zurückzukommen, wenn ich für diese Untersuchung geeignetes Material finden kann.

[I] Nach dem Erscheinen meiner holländischen Veröffentlichung im Jahre 1898 und 1899 und meiner Publikation in »Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten herausgegeben von Prof. Sorauer (IX. Bd., 2. Heft)« wurde mir durch Briefwechsel mit Dr. Iwanowski in Petersburg bekannt, dass er bereits früher durch die Filtrationsversuche mit mosaikkranken Blättern von Nicotiana zu demselben Resultat gekommen war. Auch Beijerinck beschreibt im Centralblatt für Bacteriologie, Parasitenkunde und Infectionskrankheiten, IIe Abth., pg. 27, 1899, ähnliche Erscheinungen bei der Filtration durch Porzellanfilter. Weiter sind die »voorloopige Mededeelingen over het Peh-sem of de Mozaiekziekte in de Tabak te Deli« von Dr. van Breda de Haan (Teysmannia 9den jaargang afl. 11-12) sehr interessant.

[J] Als Bemerkung möchte ich hier hinzufügen, dass die veredelten Sorten von Beta vulgaris nicht selten dunkelgrüne Flecken in den Blättern zeigen mit den nämlichen Abweichungen, wie bei Nicotiana Tabacum beschrieben ist. Der Saft dieser gefleckten Blätter konnte normal gebildete Exemplare von Beta vulgaris nicht krank machen. Das Auftreten dieser Flecken ist also von ganz verschiedener Art wie bei Nicotiana Tabacum.

[K] Zuiger ist wohl mit »Geize« zu übersetzen, bezeichnet aber nur die Seitenzweige, die aus den Achseln der abgenommenen Blätter sich entwickeln.

DRUCKFEHLER.

Seite 1 Zeile 4 von oben lies Versuchen statt Proben.
Seite 2 Zeile 13 von unten lies Solanaceae statt Solonaceae.
Seite 2 Zeile 12 von unten lies Capsicum statt Capiscum.
Seite 3 Zeile 5 und 14 von unten lies versand statt versandt.
Seite 6 Zeile 3 von oben lies Versuchen statt Proben.
Seite 7 Zeile 3 von oben lies zersetzt statt analysiert.
Seite 13 Zeile 17 von oben lies m.M. statt c.m.
Seite 17 Zeile 1 von unten lies Hefezellen statt Gährungszellen.
Seite 19 Zeile 13 von oben lies Nährboden statt Nahrungsboden.
Seite 23 Zeile 12 von oben lies fakultative Anaëroben und Aeroben statt fakultative Anaëroben.
Seite 23 Zeile 16 von oben lies fakultative Anaëroben und Aeroben statt fakultative Anaëroben.
Seite 37 Zeile 14 von unten lies fakultative Anaëroben und Aeroben statt fakultative Anaëroben.

Anmerkungen zur Transkription:

Interpunktion Fehler gelöscht

"ï" präsentiert als "i"

gunstige korrigiert als günstige

groszen korrigiert als grossen

is korrigiert als ist

gewönhnlich korrigiert als gewöhnlich

Phloem korrigiert als Phloëm

beiten korrigiert als beiden

aüsseren korrigiert als äusseren

Zersetsungsprodukte korrigiert als Zersetzungsprodukte

Zersetsungen korrigiert als Zersetzungen

Blelessig korrigiert als Bleiessig

Zollen korrigiert als Zellen

frisschen korrigiert als frischen

letzere korrigiert als letztere

mittgeteilt korrigiert als mitgeteilt

allmälich korrigiert als allmählich

letzere korrigiert als letztere

was korrigiert als war

einen korrigiert als einem

ganzo korrigiert als ganze

Weize korrigiert als Weise

anäerobe korrigiert als anaërobe

geimfpte korrigiert als geimpfte

wio korrigiert als wie

sorfältig korrigiert als sorgfältig

Geerhter korrigiert als Geehrter

ensteht korrigiert als entsteht

ans korrigiert als an

Laboratium korrigiert als Laboratorium

Troztdem korrigiert als Trotzdem

angenehnem korrigiert als angenehmem

durchfallenden korrigiert als durchfallendem

Bij korrigiert als Bei

swach korrigiert als schwach

wahrnemen korrigiert als wahrnehmen

lasst korrigiert als lässt

volendet korrigiert als vollendet

kan korrigiert als kann

herrgestellt korrigiert als hergestellt

enstehen korrigiert als entstehen

wurden korrigiert als worden

missgetaltet korrigiert als missgestaltet

gift korrigiert als Gift

Schwamm-parenchym korrigiert als Schwammparenchym