Trefflich wirkt solcher Tee bei altem Husten, bei Verschleimungen der Lunge und Luftröhre, bei Unterleibsbeschwerden, die ihren Ursprung in der Verschleimung der Nieren haben.

Statt der Lindenblüten verwende ich vielfach das Johanniskraut mit oder ohne Mischung von Schafgarbe; siehe oben JohanniskrautSeite 136.

Lungenkraut

siehe unten S. 148.

Malve oder Stockrose. (Althaea rosea L.)

Unter den Blumen im Garten dürfen die Malven nicht fehlen. Als der gute Schöpfer ihre uns erfreuende Blüte malte, hat er mit der Farbe in jedes Blättchen einen Tropfen Heilsaft gegossen.

Die Malvenblüten, besonders die der schwarzen Malve, als Tee bereitet, heilen Halsgebrechen und lösen Verschleimungen auf der Brust. Gewöhnlich mischt man diese Blüten mit jenen des Wollkrautes.

Zu Dämpfen, mögen dieselben zum Einatmen oder insbesondere als Ohrendämpfe dienen, erweist sich die Malve als sehr nützlich.

Mandelöl.

Das süße Mandelöl soll unter den Ölen der Hausapotheke einen der ersten Plätze einnehmen. Dasselbe wirkt bei verschiedenen Leiden und Gebrechen, innerlichen wie äußerlichen, lindernd, kühlend, lösend.

Bei Verschleimungen in der Luftröhre, im Magen löst es auf und stellt in letzterem Falle den Appetit und die Verdauung wieder her.

Bei Entzündungen, besonders bei der gefürchteten Lungenentzündung, kühlt es. Solche Kranke sollen täglich drei- bis viermal je einen Kaffeelöffel Mandelöl einnehmen.

Äußerlich angewendet dient dieses Öl vorzüglich bei den verschiedenen Ohrenleiden. Bei Ohrensausen, Ohrenreißen, Ohrenkrampf, bei verhärtetem Ohrenfett ist Mandelöl das beste mir bekannte schmerzstillende, eventuell auflösende Mittel. Man gieße sechs bis acht Tropfen in das leidende Ohr und verstopfe dieses mit Baumwolle.

Wer durch Erkältung, Zugluft, rheumatische Zustände am Gehör gelitten hat, gieße den einen Tag in das eine Ohr sieben bis acht Tropfen, den andern Tag in das andere ebensoviel und verstopfe jedesmal die Öffnung. Nach einigen Tagen kann er, mit lauwarmem Wasser das innere Ohr ausspülend, nach dem Erfolge forschen. Besser noch ist der Patient daran, welcher sich durch einen Sachverständigen sachte mit einem Ohrenspritzchen behandeln läßt.

Geschwülste mit großen Hitzen (Entzündungen) sollen mit Mandelöl zart eingerieben werden; es lindert den stechenden Schmerz und kühlt die brennende Hitze.

Die sogenannten „Schrunden“ der Landleute, die manchmal recht wehe tun, die durch Sitzen, Liegen, Reiten usw. entstandenen Wunden, mögen diese was immer für einen Körperteil peinigen, werden durch Anwendung (gelindes Einreiben) mit süßem Mandelöl vortrefflich behandelt.

Wer unser Öl nicht besitzt, nehme statt dessen Salatöl; siehe unten Seite 146.

Minze, Pfeffer- und Wasser-Minze. (Mentha piperita L. und Mentha aquatica L.)

Pfeffer- (im Garten) und Wasser-Minze sind verwendbar und in ihren Wirkungen wenig verschieden. Der Wasserminze, die stärker wirkt, gebe ich den Vorzug. Die Minze zählt zu den Hauptmitteln, welche den Magen stärken und die Verdauung befördern. Schon der würzige Geruch zeigt an, daß dieses Kräutchen bezüglich seiner Heilkraft einen vornehmen Platz einnehmen müsse.

Wer Minzenkräuter bei heftigem Kopfweh auf die Stirne bindet, wird bald schon ein Nachlassen und eine Beruhigung fühlen.

Minzentee, jeden Morgen und jeden Abend eine Tasse, befördert die Verdauung und macht das Aussehen gesund und frisch.

Denselben Dienst tut das Pulver, wenn ich täglich ein bis zwei Messerspitzen desselben in Speisen oder in Wasser nehme.

Durch Krankheit sehr Geschwächte, bei jeder Kleinigkeit vom Herzklopfen Befallene, viel an Übelkeiten und häufigem Erbrechen Leidende sollen den Tee und das Pulver der Minze recht oft gebrauchen.

Minzen-Tee, in halb Wasser und halb Wein bereitet, mehrere Tage hindurch täglich eine Tasse genommen, nimmt den übel- und faulriechenden Atem.

Minzenabsud, mit Essig bereitet, von Zeit zu Zeit löffelweise (ein bis zwei Kaffeelöffel) genommen, stillt das Blutbrechen.

Minzen, in Milch wie Tee bereitet und warm getrunken, benehmen die Unterleibsschmerzen.

Daß doch jede Hausfrau diesen wohledlen Pflänzchen neben der Raute ein Eckchen im Garten anweisen möchte! Sie lohnen die Mühe allein schon durch den ungemein erfrischenden Wohlduft, den sie bei jeder Berührung freigebigst in unsere Hand legen.

Mistel. (Viscum album L.)

Diese Schmarotzerpflanze, die insbesondere auf alten Bäumen gut gedeiht, ist gleichwohl eine treffliche Heilpflanze. Ihre Heilwirkungen erstrecken sich in erster Linie aufs Blut, und ich kann den Müttern nicht genug ans Herz legen, recht gute Bekanntschaft mit diesem Kraute zu machen.

Tee von Mistel stillt Blutflüsse. Ich könnte eine Reihe von Fällen aufzählen, bei denen eine einzige Tasse zur Stillung genügt hat.

Auch bei anderen Störungen im Blutumlaufe kann diese Pflanze und ihr durchaus unschädlicher Tee zu Rate gezogen werden.

Mit Misteln kann man (zur Hälfte) Zinnkraut mischen; auch Santala, ein rotes Pulver, dient gut zur Beimengung; siehe „Santala“ unten S. 146.

Nelkenöl.

Das Nelkenöl wirkt ähnlich wie das Mandel- und das Salatöl, mit denen es auch häufig vermischt wird.

Als besonders dienlich hat es sich mir erwiesen gegen faule Gase und verdorbene, faule Säfte und Stoffe im Magen.

In der Regel nimmt man das Nelkenöl auf Zucker, täglich ein- bis zweimal, je 4 bis 6 Tropfen.

Raute, Garten- oder Wein-Raute. (Ruta graveolens L.)

Diese edle, heilkräftige Pflanze ist leider noch allzu wenig bekannt, das heißt in ihren vorzüglichen Wirkungen anerkannt. Die Pflanzen reden zu uns durch ihren Geruch. Wie klar und durchdringend meldet die Raute ihren guten Willen, uns Menschen, für die sie geschaffen, zu helfen, verschiedenes Leid zu lindern, als wenn jedes der kleinen Blättchen gleichsam ein Zünglein wäre. Daß wir dieses Sprechen stets verstünden!

Die Raute wirkt, wie und wo immer sie angewendet wird, stärkend und kräftigend.

Wer nur ein Blättchen kaut, kann diese Wirkung alsbald auf der Zunge verspüren. Dazu erquickt sein Geschmack die ganze Mundhöhle; er tut wohl und hält an wie Weihrauchduft, der ein Haus erfüllt.

Bei Kongestionen, das ist Blutandrang zum Kopfe bei Eingenommenheit des Kopfes, bei Schwindel bewährt sich Tee von Raute vortrefflich; nicht minder bei Atmungsbeschwerden, Herzklopfen und allen Unterleibs- Beschwerden und -Zuständen (Krämpfen usw.), die in Schwäche des Gesamtkörpers oder einzelner Organe ihren Grund haben. Ich empfehle diesen Tee insbesondere allen jenen Personen, die zu den genannten Schwächen, zu Krämpfen, Hysterie usw. Anlage verraten.

Wer Raute in Spiritus ansetzt, kann statt des Tees bei den bezeichneten Übeln täglich (höchstens) zweimal 10 bis 12 Tropfen auf Zucker nehmen.

Rautenöl wird ebenso genommen. Die Bereitung des letzteren geschieht folgendermaßen: Gedörrte Rautenblättchen werden zerquetscht und in ein Glas gebracht. Daran gießt man feineres Salatöl und stellt das Glas längere Zeit an die Wärme. Später gießt man den Inhalt ab und nimmt ihn, wie angegeben, tropfenweise.

Rosmarin. (Rosmarinus officinalis L.)

Ein Sträußchen von Rosmarin darf am Hochzeitstage keinem Gaste, bei solennen Festlichkeiten keinem rechten Teilnehmer fehlen. Eine Schande aber wäre es nicht minder, wenn dem Sammler für die Hausapotheke dieses würzige Kraut entginge.

Rosmarin ist ein vorzügliches Magenmittel. Als Tee zubereitet und getrunken reinigt er den Magen von Verschleimungen, bewirkt guten Appetit und gute Verdauung. Wer gerne das Medizinglas auf seinem Tisch oder Stuhl prangen sieht, diesen Tröster in Krankheiten, der fülle ein solches mit Rosmarintee und nehme morgens und abends je zwei bis vier Eßlöffel voll. Der Magen wird bald Raison annehmen, d. i. nicht mehr lange in der Verschleimung stecken bleiben.

Rosmarinwein sodann, in kleinen Portionen getrunken, hat sich als treffliches Mittel gegen Herzgebrechen bewährt. Er wirkt beruhigend und bei Herzwassersucht stark auf Ausscheidung durch den Urin.

Dieselben Dienste leistet solcher Wein bei der Wassersucht überhaupt.

In beiden Leiden nehme man täglich morgens und abends 3 bis 4 Eßlöffel oder ein kleines Weingläschen von dem angenehmen Tranke, an den man sich bald gewöhnen wird.

Zur überaus einfachen Bereitung schneide man eine Handvoll Rosmarin möglichst klein, bringe das Zerschnittene in eine Flasche und gieße diese mit gutem, gelagertem (am besten Weiß-) Weine auf. Nach einem halben Tage schon ist der Abguß als Rosmarinwein verwendbar.

Dieselben Blättchen können zu einem neuen Ansatze nochmals verwendet werden.

Salatöl.

Salatöl ist jede Sorte (Art) von Öl, die zur Bereitung der Speisen, besonders des Salates verwendet wird. Im Handel nennt man es gewöhnlich Tafelöl, Tischöl oder Speiseöl. Die edelste, vorzüglichste dieser Sorten bildet das reine, feine Olivenöl.

Man lese das über das Mandelöl Gesagte nach; wenn dieses abgeht, kommt Salatöl in Verwendung. Bei geringem Vorrate von Mandelöl kann ihm Salatöl beigemischt werden.

Das hier genannte Salatöl soll reines Provenceröl oder wenigstens reines Repsöl sein.

Die Art der Verwendung (das Wie und Wo) ist dieselbe wie jene des Mandelöles.

Salbei, Garten-Salbei. (Salvia officinalis L.)

Wer ein Gärtchen beim Hause hat, wird, wenn er es neu anlegt, den Salbeistock nicht vergessen; er ist eine hübsche Zierpflanze. Oft habe ich’s gesehen, daß Vorübergehende ein Blatt nahmen und damit die schwarzen Zähne rieben. Dieses besagt, daß Salbei reinigende Kraft besitzt.

Alte, eiternde Schäden (Wunden), mit Absud von Salbei ausgewaschen oder überbunden, heilen sicher und schnell.

Verschleimungen in Gaumen, Hals und Magen entfernt Tee von Salbei.

Salbei, den man wie Tee in Wasser und Wein absiedet und trinkt, reinigt Leber und Nieren.

Kräftiger sind die genannten Wirkungen, wenn mit Salbei Wermut (halb und halb) vermengt und die Mischung als Tee zubereitet wird.

Pulver dieser Heilpflanze, wie Pfeffer, Zucker oder Zimmt auf Speisen gestreut, leistet bei den verzeichneten Leiden dieselben Dienste wie Tee.

Santala.

Santala ist ein rotes Pulver vom Santelholzbaum, eigentlich zum Rotfärben dienend; es kann in jeder Apotheke gekauft werden.

Ich mische dieses ganz harmlose Heilmittel stets mit dem Tee von Misteln, indem ich zu einem Eßlöffel Mistelblätter zwei Messerspitzen Santala nehme und so die Wirkung besagten Tees verstärke; s. oben unter „Mistel“ S. 144.

Sauerkraut.

Auch dieses bekannte Heilmittel möge hier seine wohlverdiente Stelle finden.

Bei Verwundungen, Verbrennungen und anderen derartigen Zufällen, bei großen Hitzen, zur Auflösung und Ausleitung alter Schäden usw. tun Auflagen frischen (der Krautstande eben entnommenen) Sauerkrautes ausgezeichnete Dienste.

Man sehe bei den betreffenden Krankheiten selbst nach.

Das Heilmittel ist für Landleute zumal um so beachtenswerter, je leichter und schneller sie dasselbe zur Hand haben.

Schafgarbe (Achillea millefolium L.)

siehe oben Seite 136.

Schlüsselblume. (Primula officinalis L.)

Nur die dunkelgelbe Schlüsselblume hat Wert für die Hausapotheke. Schon der Geruch verrät, daß in all diesen Blütenkelchen eine besondere Heilflüssigkeit stecken müsse. Kaut man zwei bis drei dieser gelben Trichterchen, so fühlt man recht gut, welch medizinischen Gehalt sie bergen.

Wer Anlage hat zur Gliedersucht, zur Gliederkrankheit oder schon an diesen Gebresten leidet, trinke längere Zeit hindurch täglich eine Tasse Schlüsselblumentee. Die heftigen Schmerzen werden sich lösen und allmählich ganz verschwinden.

Spiköl.

Spiköl oder Lavendelöl ist in jeder Apotheke leicht zu kaufen. Es darf unter den Hausmitteln nicht fehlen.

Täglich zu zwei Malen, je zu fünf Tropfen auf Zucker eingenommen, befördert es die Verdauung und macht guten Appetit.

Wer an Blähungen leidet, an Kopfweh infolge von aufsteigenden Gasen, an Uebelkeiten, nehme Spiköl wie oben angegeben.

Bei Gemütsleidenden habe ich dasselbe sehr oft mit bestem Erfolge verwendet, und ich behaupte, daß die Heilung in sehr vielen Fällen mit der Entfernung der namentlich auf das Gehirn schlimm einwirkenden Gase zusammenhängt. Nach meinem Dafürhalten schenkt man in der Behandlung Kranker diesen Gasen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Wer je an Blähungen gelitten hat, weiß zu erzählen, welch’ fatale Rolle diese im Körper wütenden Winde und Stürme spielen.

Bei Appetitlosigkeit, Kongestionen, Schwindel und all den mannigfaltigen Kopfleiden mag man sich an die anfangs gegebene Verordnung halten.

Spitzwegerich. (Plantago lanceolata L.)

Wenn die Landleute sich bei ihren Arbeiten verwunden, so suchen sie rasch Blätter von Spitzwegerich und ruhen nicht mit Drücken und Kneten, bis das etwas störrige Blatt sich einige Tropfen auszwingen läßt. Diese bringen sie entweder direkt in die frische Wunde, oder sie befeuchten damit ein Läppchen, das sie an den wunden Teil bringen.

Verweigert das Blatt seinen Heilsaft, läßt es sich bloß mürbe und etwas feucht reiben, so legen die Leute die mürben Blätter selbst auf. Ist dabei Gefahr der Blutvergiftung? Das kennt der Spitzwegerich nicht. Ein solcher Verband ist der erste, aber manchmal der beste Notverband; denn die Heilung solcher Wunden geht rasch vor sich. Wie mit Goldfäden näht der Wegerichsaft den klaffenden Riß zu, und wie an Gold sich nie Rost ansetzt, so flieht den Spitzwegerich jede Fäulnis und faules Fleisch. — Die Wirkung dieser Pflanze nach innen ist nicht minder vorteilhaft. Daß doch Hunderte von Menschen im Frühjahr oder Sommer diese Heilblätter sammelten, zerquetschten, die Säfte auspreßten und tränken! Zahllose innere Gebrechen, die aus dem unreinen Blute und den unreinen Säften wie Giftpilze hervorschießen, würden nicht eintreten. Das sind Wunden, die freilich nicht bluten, aber vielfach noch gefährlicher sind.

Die gedörrten Blätter von Spitzwegerich geben gleichfalls eine prächtige Teepflanze ab gegen innere Verschleimung. Die Zeitungen bringen oft lange Anpreisungen der vortrefflichen Wirkungen von Spitzwegerich, noch längere über die da oder dort bereiteten Spitzwegerichsäfte.

Mancher kauft solche Sachen um sein teures Geld. Guter Bauersmann! Mache selbst den Sammler und den Zubereiter und den Apotheker! Du darfst dir keine Grillen machen. Eines weißt du: du hast echte Ware.

Mit gedörrten Spitzwegerichblättern kann zu Tee sehr gut das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis L.) verbunden werden (halb und halb).

Tausendguldenkraut. (Erythraea centaurium L.)

Welch merkwürdige Namen unsere Voreltern manchem Kräutchen beilegten! Sie kannten eben noch deren Wert. Unser Kraut muß bei denselben in hoher Geltung und Schätzung gestanden sein. Seine Verwendung kündigt schon der sehr bittere Geschmack an, der es begleitet.

Tee von Tausendguldenkraut leitet die Magenwinde aus, verdrängt unbrauchbare und ungesunde Säuren, unterstützt und verbessert die Magensäfte, wirkt vorteilhaft auf Nieren und Leber. Er ist das beste Mittel gegen Sodbrennen oder, wie die Landleute sagen, gegen den Magensod.

Wer an Störungen im Blut, besonders an Blutmangel, Blutwallungen usw. leidet, suche Rat und Hilfe beim Tausendguldenkraut.

Der Name lautet auf eine hohe Summe; die Hilfe spendet das Kräutchen einem jeden umsonst.

Veilchen. (Viola odorata L.)

Dieses liebliche, wohlduftende Frühlingsblümchen soll mit seinem Heildufte auch unsere Hausapotheke erfüllen.

Wenn zur beginnenden Frühlingszeit infolge des oftmaligen Witterungswechsels die Kinder starken Husten oder Keuchhusten bekommen, koche die besorgte Mutter eine Handvoll grüner oder gedörrter Veilchenblätter (auch die Wurzeln des Blümchens können benützt, müssen aber vor dem Absieden zerquetscht werden) in einem Viertelliter siedenden Wasser ab und gebe dem Kinde nach je zwei bis drei Stunden jedesmal zwei bis drei Löffel solchen Tees. Erwachsende heilen den alten Keuchhusten, wenn sie den Tee dreimal im Tage (je eine Tasse) nehmen.

Schwindsüchtigen lindert er ebenfalls den Husten und unterstützt die Schleimauflösung. Er dient wie eine Medizin, soll auch so genommen werden, d. i. alle zwei bis drei Stunden drei bis fünf Eßlöffel.

Der Tee dient ferner bei Kopfweh und großer Hitze im Kopf. Man befeuchte zugleich einen Lappen mit Veilchenblättertee und binde denselben an die Stirne, oder, noch besser, man wasche den Kopf, besonders den Hinterkopf mit solchem Absud. Ich kenne Fälle, in denen bald Ruhe und Schlaf eintraten.

Bei geschwollenem Halse ist dieser Tee ein probates Gurgelwasser; man tauche zugleich den anzuwendenden Halswickel statt in gewöhnliches Wasser in den Absud.

Wer an Atemnot leidet, die indessen mehr eine Folge ist von in Magen und Gedärmen angesammelten Gasen und ungesunden Stoffen, mache eine kleine Veilchenteekur, d. i. er trinke während einiger Zeit täglich zwei größere oder drei kleinere Tassen unseres Tees.

Veilchenblätter, zerquetscht und überbunden, kühlen und verteilen erhitzte Geschwülste; in Essig abgekocht dient solcher Absud, wenn man ihn zu Auflagen benützt, zur Heilung von Podagra.

Erfreue dich an dem Wohldufte und dem herrlichen Blau manches schönen Veilchensträußchens! Verwahre aber auch einen kleinen Vorrat des Heilkräutchens in deiner Hausapotheke, daß es dem Kranken dufte noch zu einer Zeit, in der das Frühlingsblümchen längst verblüht hat!

Wacholderbeere. (Juniperus communis L.)

Die Wacholderbeere, wer kennt sie nicht? Als Räucherwerk verbreitet sie in Zimmern und Gängen angenehmen Geruch und verbessert die Luft. Ich bin kein Freund des sogenannten „Ausräucherns“ mit Zucker, Essig usw., da ich nicht begreife, wie man da von frischer Luft reden kann. Wenn es aber gilt, einen Raum, worin ansteckende Kranke, Tote usw. lagen, zu desinfizieren, d. i. ansteckungsunfähig zu machen oder zur Zeit ansteckender Krankheiten durch große Räucherfeuer die Luft zu reinigen, dann lobe ich mir stets solchen Wacholderdampf. Der räumt mit allen Pilzen, und wie die fliegenden Anstecker und Krankheitserzeuger heißen, gründlich auf.

Ähnliche Wirkung übt der Wacholder im Innern des menschlichen Organismus aus. Die Beere räuchert gleichsam den Mund und den Magen und feit gegen Ansteckung. Wer im Dienste Schwerkranker (Scharlach, Blattern, Typhus, Cholera usw.) durch Heben, Tragen, Bedienen, Anhören derselben der Ansteckungsgefahr bei Tag und Nacht preisgegeben ist, kaue stets einige Wacholderbeeren (6–10 im Tag). Sie bereiten guten Geschmack im Munde und tun gute Dienste bei der Verdauung. Sie verbrennen gleichsam die schädlichen Miasmen, Ausdünstungen usw., wenn diese durch Mund und Nase eindringen wollen.

Solche, die an schwachem Magen leiden, mögen das folgende Verfahren einhalten, gleichsam eine kleine erprobte Kur mit Wacholderbeeren machen:

Den ersten Tag sollen sie mit 4 Beeren beginnen,

den zweiten Tag mit 5 Beeren fortfahren,

den dritten Tag sollen sie 6, den vierten 7 Beeren kauen und so mit Tagen und Beeren bis auf 12 (Tage) und 15 (Beeren) auf- und dann wieder auf 5 Beeren heruntersteigen, beim Absteigen jeden Tag eine Beere auslassend. Viele kenne ich, deren gasgefüllter und infolge dessen geschwächter Magen durch diese einfache Beerenkur gelüftet und gestärkt wurde.

Bei Stein- und Gries-, bei Nieren- und Leberleiden haben die Wacholderbeeren seit alten Zeiten guten Ruf, ebenso in all jenen Fällen, wo es gilt, faule Gase, faule, wässerige und schleimige Stoffe aus dem Körper zu entfernen.

Neben den Beeren benütze man die jungen Sprossen des Wacholderstrauches zu Tee bei Anfängen der Wassersucht, desgleichen zur Reinigung des Blutes.

Das Öl kauft man am besten in der Apotheke.

Die Tinktur kann man sich selbst ansetzen in Wein, Branntwein oder Spiritus.

Den Hausvater und die Hausmutter würde ich nicht loben, welche zwar ihr Fleisch, ihr Sauerkraut sorgfältig und fleißig mit Salz und Beeren vom Wacholderstrauche einmachen, welche pünktlich und ängstlich ihr Haus, ihre Wohnungen damit räuchern, die Hütte ihrer Seele aber, den Körper, vielfach im Staube und Moraste liegen lassen. Auch für diese viel wichtigere Hütte sollen sie des Jahres ein paarmal so ein Räucherfeuer, das reinigt und das Atmen erleichtert, anzünden.

Waldmeister (Asperula odorata L.)

siehe oben Seite 127.

Wegtritt, Vogelknöterich. (Polygonum aviculare L.)

Es wächst ein Kräutlein ganz unbeachtet, gewöhnlich um die Häuser herum, besonders in den Bauerngehöften, auch am Rande der Gassen, das den Namen „Wegtritt“ führt. Auch Knöterich wird dasselbe genannt, weil an jedem Glied ein kleiner Knoten ist. Man heißt dieses Kräutlein Wegtritt, weil man gewöhnlich auf demselben geht. Dieses Kräutlein, das von einem Stock viele Ausläufer hat, selbst einen halben Meter lang oder noch länger, hat große Wirkung bei Steinleiden, wenn täglich eine oder zwei kleine Tassen getrunken werden. So hatte ein Herr Jahre hindurch viele Schmerzen in den Nieren, und es ging von Zeit zu Zeit Sand und Gries ab. Er trank diesen Tee durch mehrere Tage und erzählte, daß viele Hunderte größerer und kleinerer Steinchen abgegangen seien und dadurch auch der Schmerz vergangen sei. Wie dieses Kraut Nieren- und Blasensteine austreibt, so wirkt es auch reinigend nach innen, wie auf Nieren, so auf Leber, Magen und Brust. Es kann dies Kräutlein nicht genug empfohlen werden.

Wegwart. (Cichorium intybus L.)

Der Wegwart wartet auf den, der ihn in seine Hausapotheke einheimsen will, auf jedem Wege. Er heißt auch Sonnenwirbel, da seine Blätter sich stets der Sonne zukehren. Wenn man ihn ansieht, den guten Wegwart mit seinem verkümmerten Stengel und den zerzausten Blättchen, so kommt er einem vor wie ein Struwelpeter unter den Pflanzen. Nur die blaue Blüte, etwas heller als die Kornblume, bringt ihn wieder etwas in Kredit und Achtung.

Das Aussehen täuscht gar oft; auch beim Wegwart ist es so, denn sein Inneres ist golden.

Tee von Wegwartkraut hebt Verschleimungen im Magen, nimmt die überflüssige Galle, reinigt Leber, Milz und Nieren und führt die kranken Stoffe durch den Urin aus. Man nehme zu diesem Zwecke (es kann auch geschehen, um den durch irgendwelche Nahrung usw. verdorbenen Magen wieder instand zu setzen, um die Verdauung zu befördern) während drei bis vier Tagen täglich zwei Tassen, die eine vor dem Frühstück, die andere abends.

Bei Magendrücken, auch bei schmerzlichen Entzündungen am Körper lege man auf den Magen und auf die wehtuenden Stellen mit heißem Wasser abgebrühte und in ein Tuch gehüllte Wegwart-Kräuter und -Blüten und erneuere diese Auflagen täglich zwei- bis dreimal.

Die Kräuter werden sehr oft in Spiritus angesetzt. Dieser Wegwartsprit hebt das Schwinden, wenn man die schwindenden Glieder täglich ungefähr zweimal gut mit demselben einreibt.

Wie das Kraut und die Blüten, so sind auch die Wurzeln zu den genannten Heilzwecken dienlich. Man sticht dieselben am leichtesten bei Regenwetter aus.

Wermut. (Artemisia absinthium L.)

Wermut zählt mit zu den bekanntesten Magenmitteln. Er leitet die Magenwinde aus, verbessert und unterstützt die Magensäfte und hilft so guten Appetit und gute Verdauung bereiten, mag er als Tee oder als Pulver genommen werden.

Gegen üblen Geruch aus dem Munde, wenn derselbe vom Magen ausgeht, wirkt Wermut vortrefflich.

Wer an der Leber leidet (Melancholie), der greife statt nach der Prise Tabak einmal oder zweimal im Tage nach dem Döschen mit Wermutpulver und streue den Inhalt der beiden Finger auf den ersten Löffel Suppe oder wie Pfeffer an eine Speise. Die abnehmende Gelbsucht wird bald die Verbesserung der Galle anzeigen, und der Kranke, dem die verfangene faule Luft und die oft noch fauleren Säfte — wahre Düngerstätten des Magens — gleichsam den Atem zuschnüren, wird wieder freier aufschnaufen.

Wermut kann auch zu einer Tinktur verwendet werden, die sehr lange hält, ohne zu verderben. Wie ein einziges Körnchen Weihrauch, das auf der Kohle glimmt, ein ganzes Zimmer mit Wohlgeruch erfüllt, so vermag ein Blättchen Wermut den Inhalt einer ganzen Spiritusflasche mit bitterem Geschmacke anzuhauchen — ein Zeichen, wie stark die Tinktur ist und wirkt.

Reisende, die viel von Magenbeschwerden und Uebelkeiten geplagt werden, sollen ihr Fläschchen mit Wermuttinktur als treuen Begleiter nie vergessen.

Wermut-Tee hat manchen Augenleidenden auch schon als Augenwasser gute, ja die besten Dienste geleistet.

Wollkraut, Wetterkerze. (Verbascum Schraderi Meyer.)

Die Blüten des Wollkrautes oder der Wollblume werden von den Landleuten fleißig gesammelt. Sie wissen, daß dieselben zur Winterszeit wirksames Gurgelwasser und noch wirksameren Tee abgeben bei Halsgebrechen, Katarrhen, Verschleimungen der Brust, Atemnot.

Von neuem sei solcher Tee recht warm empfohlen. Ich mische unter die Blüten des Wollkrautes in der Regel noch die der schwarzen Malve (halb und halb); solcher Tee wirkt auf die Schleimauflösung noch nachhaltiger und kräftiger.

Wühlhuber I.

Vor 40, 50 Jahren noch war es Mode, zu einer genau bestimmten Zeit Ader zu lassen, zu einem anderen, im Kalender gewissenhaft notierten Termine (ein gewisses Mondsviertel) die jährlichen oder halbjährlichen Laxiere einzunehmen. Wie doch die Zeiten und die Ansichten und die Menschen, welche die letzteren bilden, wechseln!

Noch heutzutage lassen sich viele Leute den Glauben nicht nehmen, daß von Zeit zu Zeit der Magen einer gründlichen Musterung und Ausräumung bedürfe.

Man möchte lächeln, wenn es nicht manchmal allen Ernstes zum Weinen wäre. Fürwahr, wenn man normalen, einfachen, gesunden Sinnes ist und zuweilen an die Lebensweise gewisser Menschen, fast fühle ich mich versucht zu sagen ganzer Gesellschaftsklassen, denkt und an die Speisen und Getränke, welche sie genießen, dann in der Tat ist obiger Glaube nicht unbegründet.

Könnte der entsetzlich geplagte und sündhaft überanstrengte (weil überfüllte) Magen einen Laut von sich geben, er würde aufschreien und um Hilfe rufen gegen derlei unvernünftige und frevle Uebeltäter. So aber muß er alles selbst „verschlucken“ und dabei freilich nicht verdorben, sondern elendig zugrunde gerichtet werden.

Fürs erste also bin ich für eine vernünftige Lebensweise, für menschenwürdige Behandlung des Arbeiters, der für alle weitere Arbeit die unentbehrlichen Fundamente legt. So allein wird und kann dieser treue und fleißige Arbeiter selbst, der Magen, gesund bleiben.

Sollte unversehens — das kann ja passieren — auch ihm ein Unfall geschehen, so bin ich durchaus gegen alles drastische (zu starke) Laxieren und verwerfe alle heftig wirkenden Laxiermittel, sie mögen heißen, wie sie wollen.

Unter Laxieren versteht man doch wohl nichts anderes, als unbeschadet der Gesundheit und Körperkraft reichlicheren, ergiebigeren Stuhlgang hervorzubringen suchen. Dieses aber kann in ganz anderer, in so einfacher und unschädlicher Weise geschehen, daß die verwendeten unschuldigen Pflanzenmittel den Magen nicht gleichsam als Feind angreifen, sondern als treue Freunde mit dem Freund Arm in Arm gehen, ihn heben und stützen, zur selbsteigenen Tätigkeit, zur eigenen Kraft, zu den eigenen Mitteln (Magensäften) ihm lediglich ihre Hilfe und Hilfsmittel anbieten und leihen.

Recht lange Zeit habe ich unter den verschiedensten Pflanzen diejenigen herausgesucht, die bei der trefflichsten Sonder- oder Einzelwirkung doch nur viribus unitis, mit vereinten Kräften, dem Magen wirksam helfen, d. h. die zur selben Zeit, zu welcher sie ihn durch gründliche Auflösung und Ausleitung alles verdorbenen Inhaltes schwächen müssen, ihn zugleich so stärken, daß er nicht nur keine Stunde die Arbeit einstellt, sondern nicht einmal mit Brummen und Murren arbeitet.

Die Mittelchen und deren Mischung denke ich gefunden zu haben. Die beiden Tee-Arten sollen kein Geheimnis sein. Ich wünsche, daß im Gegenteile recht viele zu ihrem Nutzen sie gebrauchen und zur Linderung der Leiden anderer sie bereiten.

Das Kindlein wurde wiederum von fremder Seite, nicht von mir getauft. Ein Herr, dem dieser Tee die Magenuhr wieder aufzog und regulierte, benannte ihn „Wühlhuber“. Ich hatte an diesem Namen nichts auszusetzen und zu ändern. Seitdem hat er vielen Hunderten wacker beigestanden, und er könnte manches erzählen; denn in großen Quantitäten ist er zu wiederholten Malen gewandert bis in die Schweiz, bis nach Ungarn.

Die zwei Rezepte für den Wühlhuber sind folgende:

Man nehme zwei Eßlöffel gemahlenen Fenchel, zwei Eßlöffel zerquetschte Wacholderbeeren, einen Eßlöffel Foenum graecum, einen Eßlöffel Aloëpulver. Das Ganze werde gut gemischt und in einer Schachtel an trockenem Orte aufbewahrt. Das Mittel wirkt erst nach 12 bis 30 Stunden. Man nimmt den Tee, d. i. eine kleine Tasse desselben, gewöhnlich abends vor dem Schlafengehen. Zur Tasse genügt ein Kaffeelöffel der Mischung, welche während einer Viertelstunde gesotten, dann abgegossen und kalt oder warm, mit oder ohne Zucker getrunken wird.

Kräftige Naturen können zwei Tage nacheinander eine Tasse Wühlhuber trinken.

Schwächere Patienten tun besser, die eine Tasse auf zwei bis drei Tage zu verteilen, so daß sie jeden Abend vier bis sechs Eßlöffel voll wie Medizin einnehmen. Ohne Beschwerden zu verspüren, werden sie den Suchenden im Innern forschen, untersuchen, zusammentreiben, „wühlen“ hören.

Bei manchen, die den Tee gebrauchen, wird derselbe absolut keine Resultate zutage fördern, obwohl sie im Innern seine emsige Arbeit spüren. Die Polizei sucht, findet aber manchmal keine Diebe. Der Wühlhuber sucht; wo aber nichts zu finden und zu entfernen ist, da läßt er alles andere in Ruhe und erzeugt so nicht jene großen und beklagenswerten Schwächen, die dem Abführen sonst stets auf dem Fuße folgen.

Wie auf den Stuhlgang, so wirkt dieser Tee auf den Urin. Selbst große Verschleimungen auf der Brust leitet er aus.

Mir kamen Fälle vor, in denen der Wühlhuber nach langwierigen, schwer zu stillenden Diarrhöen den letzten Rest der Unreinigkeiten entfernte und auf die innere Revolution sofort der tiefste und dauerndste Frieden folgte. Eine kleine Tasse, während des Tages in drei Portionen getrunken, reicht vollkommen aus.

Wühlhuber II.

Das zweite Rezept dieses Tees ist das nachfolgende:

Dieser Tee schließt die Wirkung auf den Stuhlgang nicht aus; doch sein Revier sind (statt des Magens und des Darmkanals) mehr die Nieren und die Blase; die kranken Stoffe treibt er aus durch Harnausscheidung. Wer Unbehaglichkeit im Unterleibe (in der Blasengegend) fühlt oder Beschwerden im Urinieren, Brennen in der Blase und den Nieren, die Anfänge der Wassersucht hat, wende ruhig diesen zweiten Wühlhuber an.

In der Gebrauchsanweisung gelten dieselben Regeln wie beim Wühlhuber I.

Zinnkraut oder Acker-Schachtelhalm. (Equisetum arvense L.)

Die vielseitige und vorzügliche Wirkung dieses Heilkrautes kann nicht genug hervorgehoben werden. Es reinigt nicht bloß die Geschirre, weshalb es bei allen Hausfrauen als treffliches Putzmittel gilt, es reinigt und heilt auch innere und äußere Gebrechen des menschlichen Körpers.

Bei alten Schäden, faulenden Wunden, bei allen, selbst krebsartigen Geschwüren, sogar bei Beinfraß dient Zinnkraut in außerordentlicher Weise. Es wäscht aus, löst auf, brennt gleichsam das Schadhafte weg. Das Kraut kommt entweder als Absud bei Waschungen, Wickeln, Auflagen, oder, indem es selbst in nasse Tücher eingehüllt und auf die leidenden Stellen gelegt wird, dann besonders bei gewissen Dämpfen zur Verwendung.

Näheres enthält die Beschreibung der einzelnen Krankheiten.

Mannigfaltiger noch sind die Dienstleistungen des Zinnkrautes nach innen.

Sein Tee, der nie schaden kann, reinigt den Magen. Man nehme von Zeit zu Zeit (nicht täglich) eine Tasse. Er lindert die Schmerzen bei Gries- und Steinleiden und bringt vor allem den Leidenden Hilfe, die Beschwerden haben im Wassermachen (Urinieren). Da ist er einzig, unersetzbar und unschätzbar. Die Zinnkrautdämpfe, speziell für diese Uebel, sollen nur angedeutet werden. Gerade solche Leiden sind entsetzlich schmerzhaft — und so häufig! Man beobachte wohl das einfache und ohne jede Mühe zu bekommende Schmerzstillkraut! Täglich sollen solche Kranke neben der eventuellen äußeren Anwendung eine Tasse Zinnkrauttee trinken.

Bei Blutungen, Blutbrechen zählt er mit zu den ersten und besten Teen. Wer Blut bricht, nehme ihn schleunigst. Ich kenne Fälle, in denen nach vier Minuten schon völliger Stillstand eintrat.

Bei starkem Nasenbluten ziehe man durch die Nase wiederholt solchen Tee auf. Er wirkt zusammenziehend und hilft schnell.

Solchen, die von Blutflüssen heimgesucht werden, empfehle ich, täglich ein bis zwei Tassen dieses Tees zu trinken.

In jeder Hausapotheke sei Zinnkraut in genügender Menge vorhanden, daß man es im Falle der Not, die oft plötzlich hereinbricht, sofort zur Hand habe.