Beilage 2.
Entwickelung einer Namenreihe während der Neuzeit.[97]

1600

1650

1700

1750

1800

1850

Arend Arendt, Arnd Arndt Arndt Arndt Arndt
Bardenflet,
 -fleit
Bardenfleth Barenfleth Barenfleth,
 Bahne-
Bahnfleth Bornfleth
Bellin Bellin Bellin, Bellihn Bellin Bellin Bellin
Boleman Boleman Boleman Bohlmann Bohlmann Bohlmann
Brandt Brandt Brand Brandt Brandt Brandt
Donner Donner Donner Donner Donner Donner
Ertman Ertman Erdmann Erdmann Erdmann Erdmann
Goyer Gojar, Goyar Gojar Gojar Gauger Gauger
Hake Hake Haacke Haack Haak (ck) Haak
Knolle Knolle Knolle Knoll Knoll Knoll
Köne Köne Köhne Köhne, Koine Köhn Köhn
Köpe Köpe Köpe Koipe Keupe Keup
Kröger Kröger Krüger Krüger Krüger Krüger
Krossin Krossin,
 Krössin
Krössihn Krössin Krössin,
 Kressin
Kressin
Labes Labes Labeß Labs,
 Laabs
Labs,
 Laabs
Laabs
Landtbrecht Landtbrecht Landbrecht Landbrecht   Lambrecht
Loitzin Loitzin Löyssihn,
 Lössin
Lössin Lössin Lössin
Lubbeke Lübbeke Lübbecke Lübbeke,
 Lübke
Lübke Lübke
Moller,
 Möller
Möller Möller Möller Möller Müller
Nieman Nieman,
 Neu-
Niemann,
 Neu-
Niemann,
 Neu-
Niemann Niemann
Oldehaue,
 -hoff
Oldehave,
 Olhaf
Oldhoff,
 Olhoff
Olhoff Olhof,
 Ollhoff
Ollhoff
Pagenkop Pagenkop Pagenkop,
 -pf
Pagenkop Pagenkop Pagenkopf
Placke Placke Placke,
 Plack
Plack Plack Plack
Rham Rham Rhamm Ramm Ramm Ramm
Ribe Rybe Riebe Riebe Riebe Riebe
Ruchel Ruchel Rüchel Rüchel Rüchel Rüchel
Steffen Steffen Steffen Steffen Steffen Steffen
Stekelinck Stekelinck Steckeling Stekeling Steckling Stekling
Timme Timme Timme Timm Timm Timm
Witte Witte Witte Witte Witt Witt

An diesen hier durch dritthalb Jahrhunderte verfolgten Namen zeigt sich

  1. ein allmähliches Schwinden der Form, besonders durch Wegfall eines e, so daß dreisilbige Namen zweisilbig, zweisilbige einsilbig werden (s. Bardenfleth, Bolemann, Lubbecke, Oldehoff, Stekelinck — Arend, Hake, Knolle, Köne, Köpe, Labes, Placke, Timme, Witte);
  2. ein allmählich stärkeres Hervortreten des Umlautes (s. Krossin, Lubbeke, Moller, Ruchel);
  3. ein zum Teil schon früher, zum Teil aber auch sehr später Übergang aus der niederdeutschen in die hochdeutsche Form: Kröger schon ums Jahr 1700 Krüger, dagegen Möller erst seit 1850 Müller — während andere Namen standhaft die niederdeutsche Form behaupten (s. namentlich Ollhoff, Stekling), oder nach einigem Schwanken wenigstens schließlich bei ihr beharren (s. Niemann).

Im ganzen ist die Entwickelung eine naturgemäße, der sprachlichen Entwickelung gleichlaufend; nur zwei Namen weisen eine Entstellung auf: Kressin (st. des richtigeren Krössin) und Bornfleth (st. Bardenfleth, O. im Oldenburgischen).