Wenn ich kein Geld zum Saufen hab’,
Geh ich in Wald, mach’ Reißig ab,
Geh ich nach Haus, bind’ Besen draus,
Da kommt schu wieder Geld in’s Haus.
Wenn ich die Besen gebunden hab’,
Geh ich die Straße auf und ab,
Und ruf: „wer kauft mir Besen ab,
Damit ich Geld zum Saufen hab.“
Liesel steh’ auf und laß mich ein,
Oder ich steig’ zum Fenster hinein.
Liesel steh auf, mach Feuer an,
Hast du kein Holz, leg Reißig an.
Liesel steh auf, koch Hirschebrei,
Hast du keine Butter, schlag Eier ’nei.
Liesel steh auf! Oder kennst’e mich nich?
Oder sind das deine Fenster nich?
„Ich steh’ nicht auf! Ich kenn’ dich schon;
Daß du ’n Rausch hast, seh’ ich schon.“
Hab ich ’en Rausch, das macht der Wein.
Liesel steh auf und laß mich ein!
„Ich steh nicht auf, laß dich nicht ein:
’s könnt heut’ Nacht mein Unglück sein.“
Ob ich dein Unglück bin oder nich’:
Liesel mach auf, ich heirate dich.
Bin ich einmal verheirat mit dir,
Zwei schöne Rappen kauf ich mir,
Zwei schöne Rappen und en’ Wag’n,
Daß ich mit dir kann spazieren fahr’n.
„Aepfel sind roth, sind Stiele d’ron:
Buben sind falsch, das weiß man schon.“
Kirschen sind roth, sind Kerne d’rin:
Mädchen hann’ och kein’ treuern Sinn.
„Nüsse sind hart, sind Schalen drum:
Beide: Wer ist wohl falscher? das sage nun.“
Pflaumen sind blau, sind honigsüß;
Daß ich dir gut bleib’, das ist gewiß.
Aepfel und Pflaumen sind roth und blau:
Heisa wir werden bald Mann und Frau.