Sechzehntes Kapitel.
Dreihundertvierzig Kilometer in 30 Grad Kälte.

Auf kleinen, munteren, ausgeruhten Pferden traten wir am Morgen des 16. Januar den kleinen Ausflug von 340 Kilometer an. In langsamem Trab ging es auf dem Astin-joll (unterer Weg) (Abb. 62) nach Nija. Auf demselben Wege war im Jahre 1889 Hauptmann Roborowskij von General Pjewzoffs Expedition geritten; es war so gut wie das einzige Mal auf meiner ganzen Reise, daß ich auf dem von mir eingeschlagenen Wege nicht der erste war.

Rasch lassen wir Tschertschens äußerste Gehöfte hinter uns und sind nun draußen in einer öden, unfruchtbaren Gegend auf einem Wege, der rechts und links von durch Winderosion entstandenen Lehmterrassen eingefaßt ist. Der Pfad ist einem dunkeln Bande gleich in dem weißen Schnee leicht erkennbar. An dem zugefrorenen Brunnen von Kallaste (der aufgehängte Schädel) wird am ersten Abend Rast gemacht.

Als ich am Morgen bei 22 Grad Kälte geweckt wurde, standen Sonne und Mond gleich hoch über dem Horizont und hatten genau dieselbe rotgelbe Färbung. Hätte man nicht die Himmelsrichtungen gekannt, so hätte man beim ersten Anblick in Zweifel sein können, welches das Tages- und welches das Nachtgestirn sei.

Schnell wieder in den Sattel! Ein greulicher Westwind erhob sich und durchkältete Mark und Bein. Man versuche nur, bei 20 Grad Kälte gegen den Wind anzureiten und dabei sklavisch an das Marschroutenbuch gebunden zu sein. Die Hände erstarren, und man muß die Feder anfassen wie den Stiel eines Hammers, sonst hat man keine Kraft in den Fingern. Einen solchen Tag vor sich zu haben, ist eine recht schöne Aussicht. Länger als eine halbe Stunde hintereinander im Sattel zu sitzen, geht nicht an; man muß absteigen, laufen und mit den Füßen stampfen, um nicht zu erfrieren.

Bei dem Brunnen von Kettme waren wir schon so erschöpft, daß wir eine Viertelstunde rasten mußten, um uns an einem kleinen Feuer zu erwärmen; dann ging es in schnellem Trab über den schwach wellenförmigen Boden nach Jantak-kuduk, wo wir wieder eine Weile rasten mußten, um warm zu werden. Dasselbe Manöver wurde am Brunnen von Ak-bai wiederholt.

Am Tage darauf lag eine neue Schneedecke so leicht und weich wie Daunen über der alten, hartgefrorenen. Die Landschaft ist trostlos einförmig und öde; kein Tier war zu sehen, nur Spuren von Hasen und Wolfsfährten zeigten sich im Schnee. Dünnes Kamisch, in weiten Zwischenräumen stehende Tamarisken und vereinzelte Pappeln wechseln mit unfruchtbarem Boden und Sandgürteln ab. Tailak-tuttgan ist ein größerer Brunnen; schon sein Name ist interessant, er bedeutet „das gefangene wilde Kameljunge“ und verrät, daß diese Herrscher der Wüste hier vorzeiten vorgekommen sind; jetzt fehlen sie ganz. Namenlose Brunnen sieht man häufig; sie sind von verschmachtenden Sommerreisenden gegraben, die nicht bis zum nächsten größeren Brunnen haben warten können.

Osman Bai-kuduk trägt den Namen des Mannes, der diesen Brunnen grub und damit seinen Namen der Nachwelt überlieferte, obwohl er selbst längst vergessen ist und niemand weiß, wer er war. Gleich hinter dieser Raststelle nimmt der Sand zu, und es folgt ein Gewirr von Tamariskenkegeln, zwischen denen sich der Pfad verliert wie ein gewundener Hohlweg, in dem sich gut Verstecken spielen läßt.

Das Bett des Kara-muran war leer und ausgetrocknet; nicht einmal eine Eisscholle war zu sehen. Es ist 1–2 Meter tief in den Lehmboden eingeschnitten, hat eine Breite von 70–100 Meter und soll im Sommer zeitweise bedeutende Wassermassen in die Wüste führen.

Bei Toktekk wurde in der Dämmerung gelagert, weil wir frische Spuren von Hirten sahen. Auf der ganzen Tagereise hatten wir nur einen einsamen Wanderer erblickt. Es war ein armer Schlucker, der, nur von seinem Hunde begleitet, zu Fuß nach Kerija ging. Der Hund hinkte in jämmerlichem Zustand einher; er war blutüberströmt, sein eines Ohr war abgerissen, das andere baumelte wie ein Lappen. Der Mann erzählte, daß der Hund in der Nacht mit einem Wolfe im Kampfe gewesen und von ihm so zugerichtet worden sei. Es muß unheimlich sein, mitten im Winter allein und unbewaffnet den Weg zwischen Tschertschen und Kerija zurückzulegen. Der Mann sagte aber ganz ruhig, an sein mit Feuerstein und Zunder angezündetes Feuer wagten sich die Wölfe nicht heran, und bei Tage hielten sie sich gewöhnlich abseits.

Nach 28 Grad Kälte in der Nacht auf den 19. mußten wir wieder in kleinen Entfernungen zwischen den Rastfeuern vorwärts. Wir haben eine Gegend erreicht, die durch die Flüsse von den Nordabhängen des Kwen-lun reichlicher bewässert wird und daher reicher an Vegetation ist. Links haben wir noch immer unfruchtbaren Sand, rechts aber Steppe und bewaldete Hügel.

In Pakka-kuduk hörten wir von Norden her Rufe, und Mollah Schah machte bald einen netten, braunbärtigen Hirten ausfindig, der uns nach einer luftigen Hütte führte, in welcher der Bai, der Besitzer der in dieser Gegend weidenden Schafherden, mit seiner Familie wohnte. Nur im Winter hält er sich hier auf, im Sommer wohnt er am Andere-terem; dann herrscht in diesem ganzen Landstrich eine gräßliche Hitze mit Myriaden von Mücken und Moskitos. Die Wölfe bereiten den Schafbesitzern große Verluste; gegen größere Rudel können die Hunde nichts ausrichten. Man sagt, daß, wenn der Wolf ein Schaf nur streife, dieses schon vor Angst und Schrecken sterbe. Komme nicht rechtzeitig Hilfe herbei, so werde die ganze Herde zerrissen.

Am Brunnen von Schudang fanden wir auch einen Hirten, der etwa zehn Esel tränkte. Der Brunnen ist 3 Meter tief, liegt in einer Mulde und hat ganz süßes Wasser. Hier steht eine Lenger (Herberge), welche die Chinesen vor vier Jahren erbaut haben. In den auf einer Terrasse gelegenen Lehmhütten der Hirten von Schudang ließen wir uns nieder (Abb. 63). Wir hatten es hier warm und gut; abends kam der Bai und verkaufte uns zwei Schafe, die sofort geschlachtet wurden.

In Schudang holten wir einen Reisenden aus Tschertschen ein, einen chinesischen Siah (Schreiber), der auf dem Wege nach Kerija war, um dort vor dem Amban Rechenschaft über sein Amt abzulegen. Gleich uns blieb er dort, um sich einen Tag auszuruhen, und wir tauschten Visiten aus. Als wir am folgenden Morgen aufbrachen, hatte er von seinem Opiumrauchen gräßliche Kopfschmerzen.

Der Mölldscha ist, wie ich in „Durch Asiens Wüsten“ mitgeteilt habe, da, wo er den oberen Weg schneidet, ein mächtiger Fluß, hier aber, auf dem Astin-joll, gewahrt man ihn kaum, weil er sich deltaartig in mehrere veränderliche Arme teilt. Hierdurch wird die Bewässerung wirkungsvoller und die Vegetation reicher. Doch scheint der Kara-muran ein mächtigerer Fluß zu sein, der sich wahrscheinlich tiefer in die Wüste hinein erstreckt und auch wohl seinerzeit die Vegetation erzeugt hat, die in den von uns durchzogenen Bajirmulden noch ein kümmerliches Dasein fristet.

Bei Tschaltschik lagerten wir in einer kleinen Hütte, durch deren aus einigen Zweigen bestehendes Dach es ebenso stetig schneite wie draußen. Von jetzt an begleitete uns ein Eingeborener zu Fuß, um dem Wegweiser Turduk beim Führen zu helfen.

76. Tal zwischen Kurbantschik und Budschentu-bulak. (S. 204.)
77. Tograk-bulak. (S. 204.)
78. Ruine bei Jing-pen. (S. 205.)
79. Tschernoffs wildes Kamel. (S. 213.)
80. Eines unserer zahmen Kamele. (S. 213.)

Die Hirten, die in diesen vor den Blicken der Welt so abgesperrten Gegenden ihre Tage verleben, sind gutmütige, freundliche Leute, die nur anfänglich eine gewisse Scheu vor dem Fremdling zeigen, aber, nachdem sie sich überzeugt haben, daß er keine bösen Absichten hegt, bald zutraulich werden. Sie sprechen alle mit weicher, milder, durchaus nicht unangenehmer Stimme, die den Eindruck macht, selten zu ertönen und beinahe vor ihrem eigenen Klange zu erschrecken. Unser Hirt hatte eine wirklich schön klingende Stimme, die er übrigens in allen möglichen Nuancen und so leise und vorsichtig ertönen ließ, als fürchte er sich vor dem Sprechen. Hätte man nur seine Stimme gehört, so würde man ihn für einen Mann von weit höherem Bildungsgrad gehalten haben, aber sein Aussehen zeigte, daß er ein echter Wilder war. Er trug einen Schafpelz, eine Pelzmütze und Schuhe von demselben Material, sah mit seinem nie gewaschenen Gesichte so dunkel wie ein Indianer aus, hatte schmale, schrägliegende Augen, eine dicke Nase und fleischige Lippen und war völlig bartlos. Religion hatte er jedoch, denn als wir an einem Masar vorbeiritten, blieb er stehen und strich sich mit den Handflächen über das Gesicht, wie es die Muselmänner bei ihrem „Allahu ekbär“ immer tun.

Am Morgen des 22. Januar waren wir wieder ganz eingeschneit. Wir verlassen jetzt die Straße und schlagen auf ungebahnten Wegen die Richtung nach der „alten Stadt“ ein. Das Terrain war scheußlich. Zwischen einem Chaos von Tamariskenkegeln liegen kleine, lockere Sanddünen, die im Verein mit dem frischgefallenen Schnee das Vordringen entsetzlich langsam und anstrengend machen. Die Pferde waten im Sande und sinken bei jedem Schritte fußtief ein.

Auf solchem Terrain gelangten wir schließlich an die Ruine eines Hauses, das zwei quadratische Zimmer enthalten hat. Die aus Lehm bestehenden Mauern und ein Gerippe aus Pfählen und Stangen standen noch aufrecht bis zu einer Höhe von 5,8 Meter. Sie waren so dick und stark, daß man in ihnen eine Festung früherer Zeiten vermuten konnte. Wir lagerten in geringer Entfernung bei den Ruinen einiger uralter Türme. Der Schnee lag so hoch, daß er die genauere Untersuchung dieses an und für sich armen Ruinenfeldes in hohem Grade erschwerte.

Im Laufe des Abends nahm das Schneien so zu, daß wir, die wir kein Zelt hatten, einige Vorsichtsmaßregeln ergreifen mußten. Mein Bett wurde, wie gewöhnlich, auf der Erde aufgeschlagen, nachdem der Schnee fortgeschaufelt worden war, und meine kleine Kiste vor das Kopfende gestellt. An dieser wurde eine Filzdecke befestigt, deren anderes Ende ein paar Tamariskenzweige trugen, und die wenigstens meinen Kopf schützte, während der untere Teil des Bettes sich allmählich mit richtigen Schneewehen bedeckte. Während der Nacht weckte mich plötzlich etwas, das mein Gesicht wie eine eiskalte Hand berührte. Es stellte sich heraus, daß es die Filzdecke war, die infolge des Gewichtes des Schnees heruntergeglitten war; ein Teil der kalten Niederschläge hatte längs meines Halses seinen Weg in das Bett hinein gefunden. Nahe am Feuer sind die Filzdecken wie in Schlamm getaucht.

Am andern Tage wurde die Kona-schahr (alte Stadt) in Augenschein genommen. Eine ziemlich massive Lehmmauer ragte aus dem Schnee hervor, und mehrere Wälle und Trümmerhaufen zeigten die Plätze früherer Häuser an. Wir fanden Spuren von einem Kanal, der anscheinend aus dem nahegelegenen Flusse Bostan-tograk nach diesem Orte hingeleitet worden war. Die am besten erhaltene Ruine war ein zirka 10,5 Meter hoher Turm von 24,2 Meter Umfang mit einer Öffnung oder Schießscharte oben an der einen Seite, wohin man jedoch nicht ohne Leiter gelangen konnte, da das Innere des Turmes kompakt war. Im Südosten sah man noch zwei Türme. Sie hatten also alle in einer Reihe gelegen und wahrscheinlich einen alten Weg markiert. Rote und schwarze Scherben von gebrannten Ziegeln kamen in großer Menge vor. Spuren von Inschriften oder Ornamenten waren nirgends zu entdecken, und alles war sehr von der Zeit mitgenommen. Leider wurde eine genauere Untersuchung durch den fußhohen, alles nivellierenden Schnee erschwert.

Es mag hier eingeschaltet sein, daß Dr. Stein von Rawalpindi während der höchst interessanten, verdienstvollen und ergebnisreichen Reise, die er 1900–1901 hauptsächlich zu archäologischen Zwecken durch Ostturkestan machte, auch den unteren Andere-darja besuchte und dort die Ruinen eines alten Ortes entdeckte. Von besonders großer Bedeutung sind die von ihm ausgegrabenen Manuskripte. Ich empfehle jedem, der sich für die archäologischen Probleme in Innerasien besonders interessiert, aufs wärmste Steins vortreffliche Arbeit. «Archæological Exploration in Chinese Turkestan. Preliminary Report» (London 1901), um so mehr als die von mir am Lop-nor gemachten Entdeckungen durch Steins gründliche Untersuchungen an anderen Stellen in klarerem und vielseitigerem Lichte erscheinen. —

Wir ritten am Abend nach dem Bostan-tograk weiter, dessen Flußbett bis zu 8 Meter tief in den Boden eingeschnitten und 141 Meter breit ist; es war mit Eis gefüllt, das einen halben Meter dick war und direkt auf dem Schlammgrunde ruhte. Daß das Eis so dick wird, beruht darauf, daß eine Quelle den ganzen Winter hindurch das Bett hinabfließt und nach und nach gefriert, wobei das Eis an Dicke zunimmt. Bei Andere führte dieser Quellstrom 3 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. Der Bostan-tograk ist also auch in seinem Unterlauf ein ansehnlicher Fluß; wo der Fluß aufhörte, ein solcher zu sein, eine gute Strecke weiter nach Norden, lag früher die Ansiedlung Andere-terem, die aber jetzt verlassen ist.

Wenn das Lager fertig ist, macht sich Turduk allabendlich seine Pfeife zurecht, wozu recht originelle Anstalten nötig sind. Er schneidet sich zwei Stäbchen und steckt sie so in die Erde, daß das eine senkrecht, das andere in einem Winkel von 45 Grad nach oben zeigt, beide aber von demselben Punkte ausgehen. Dann wird feuchter Lehmteig um sie herumgelegt und dicht an sie herangedrückt, worauf die Stäbchen entfernt werden. In die Öffnung des so gebildeten vertikalen Ganges wird eine Fingerspitzevoll von dem sauren, schlechten Tabak des Landes gelegt, an dem Ende des schrägen Ganges wird der Rauch eingesogen. Die Stellung desjenigen, der sich dieses raffinierte Genußmittel zu Gemüt führt, ist jedoch weder bequem noch graziös. Der Raucher muß der Länge nach auf dem Bauche an der Erde liegen. —

Am folgenden Tage setzten wir unseren Weg längs des Bostan-tograk nach Andere und dem Baba-köll fort, von wo aus wir den Rückweg nach Tschertschen antraten. Unterwegs trafen wir nur eine Eselkarawane, die Häute von wilden Yaken und Kulanen aus den nordtibetischen Bergen nach Kerija brachte. Es wurde ein kalter Ritt. In der Nacht auf den 25. Januar hatten wir −29,6 Grad, und das Maximum stieg selten über −14 Grad. Man ist der Kälte und dem Winde völlig preisgegeben und gerät in einen Zustand apathischer Gleichgültigkeit. Jetzt brauchte ich wenigstens keine Wegaufnahme zu machen, denn wir kehrten auf demselben Wege, den wir gekommen, wieder zurück, und ich konnte also die Hände in die Ärmel meines sartischen Wolfspelzes stecken.

In der Nacht auf den 27. sank die Temperatur auf −31,2 Grad, und als sie um 1 Uhr auf −16 Grad stieg, erschien uns die Luft, da es windstill war, beinahe temperiert. Wir ritten schnell. Die Hufe schlugen dumpf und eintönig auf die gefrorene Erde. Vornübergebeugt, zusammengekauert, saßen wir mit gekreuzten Armen im Sattel und ließen den Pferden freie Zügel. Erst im Lager wurde bemerkt, daß Kurban und ein Packpferd fehlten. Um Mitternacht kam er jedoch zu Fuß an, halbtot vor Kälte. Sein Pferd war zu müde gewesen, und er hatte es bei Turduk zurückgelassen.

Den letzten Tag ritten wir von Jantak-kuduk nach Tschertschen in 10 Stunden, nachdem wir nachts eine Minimaltemperatur von −32,2 Grad gehabt hatten, was in diesem ganzen Winter das Minimum blieb. Wir brachen indessen erst spät auf, so daß wir noch mehrere Stunden in finsterer Nacht reiten mußten und die nächtliche Kälte wieder anfing. Es war schneidend kalt und dazu herrschte noch Gegenwind, der freilich schwach war, aber hinreichte, um uns im Sattel fast vor Kälte erstarren zu lassen. Ich versuchte, mein Gesicht durch ein Halstuch zu schützen; aber der Atem gefror und erstarrte im Barte und an der Nase; das Tuch schützte jedoch ein wenig gegen den schneidenden Wind. Am schlimmsten ist es für die Augen, denn wenn sie vom Winde tränen, kleben die Wimpern zu kleinen Eisklumpen zusammen, die man von Zeit zu Zeit entfernen muß, um die Augen öffnen zu können.

Schön war es daher, endlich an Ort und Stelle zu gelangen und sich an den Feuern im Hause des Bek erwärmen zu können, heißen Tee mit frischen Eiern, Brot und Honig zu bekommen und dann in die Koje zu kriechen, um noch ein paar Stunden schwedische Zeitungen zu lesen und sich an dem züngelnden, gemütlichen Spiele des Feuerscheines an den Wänden zu freuen, während Jolldasch, müde von der langen, kalten Reise, lang hingestreckt am Feuer schnarchte.

Das Ergebnis dieser Rekognoszierung war weniger reich, als ich gehofft, und kaum die dreizehn Tage, die ich geopfert hatte, wert. Dennoch waren mehrere wichtige geographische Beobachtungen gemacht worden, besonders hinsichtlich der Ausdehnung der Sandgürtel in diesem Teile des Landes, der Breite der Vegetationsgebiete und der Größe der Flüsse nebst ihrer Richtung, die nördlicher ist als auf Roborowskijs Karte, was seinen Grund in dem langsamen Gefälle des Tarimbeckens nach dem Lop-nor hat.