Fig. 1124.

Fig. 1124.

Gymnites Palmai Mojs. Muschelkalk. Schreyer Alp bei Gosau.

5. Familie. Pinacoceratidae. Mojs. (emend. Zitt.).

Schale flach scheibenförmig, hochmündig, eng genabelt, meist glatt oder schwach gefaltet. Wohnkammer kurz, selten anormal verengt. Suturlinie mit sehr zahlreichen, überaus fein und tief zerschlitzten Loben und Sätteln; zwischen dem Externlobus und ersten Seitenlobus eingeschaltete Adventivloben. Embryonalkammer angustisellat. Mittlere und obere Trias.

Die Pinacoceratiden besitzen unter allen Ammoniten die am feinsten zerschlitzte und komplizierteste Suturlinie, durch welche sie große Anklänge an die zeitlich nahe stehende Gattung Gymnites zeigen. Sie sind auf die Trias beschränkt.

Fig. 1125.

Fig. 1125.

Pinacoceras (Pompeckjites) Layeri Hauer sp. Obere Trias. Röthelstein bei Aussee.

Pinacoceras Mojs. (Pompeckjites Mojs.) mit scharfer Externseite (Fig. 1125, 1126) enthält lediglich triasische Arten, wovon die ältesten (P. Damesi Mojs.) im oberen Muschelkalk beginnen. Hauptverbreitung im Hallstadter Kalk. Alpen, Himalaja. P. Metternichi v. Hauer sp. erreicht einen Durchmesser von 1 - 11/2 Meter. P. rex, P. imperator v. Hauer sp.

Placites Mojs. Flach scheibenförmig, eng genabelt; Externseite gerundet; ohne oder mit wenigen Adventivloben. Ob. Trias. Alpen, Himalaya. P. platyphyllum Mojs.

Fig. 1126.

Fig. 1126.

Pinacoceras Metternichi Hauer sp. Keuper. Someraukogel bei Hallstadt. Suturlinie (verkleinert). (Nach Hauer.)

6. Familie. Tropitidae. Mojs. (emend. Zitt.).

Schale weit oder eng genabelt oder ungenabelt, meist reich mit Querrippen oder Knotenreihen verziert. Wohnkammer bald lang (bis 1-3/4 Umgang), bald kurz. Mündung normal oder etwas eingeschnürt. Loben und Sättel mäßig zerschlitzt; Externlobus tief, durch einen starken Sekundärsattel zweispitzig; nur zwei Lateralloben und ein, selten zwei kleinere Hilfsloben auf den Seiten vorhanden. Sättel mit breitem Stamm, vorne verschmälert. Embryonalkammer latisellat. Trias.

Die Tropitiden sind die reicher verzierten und mit Ammonitenloben versehenen Nachkommen der Glyphioceratinae. Sie stehen den Ceratitiden nahe, unterscheiden sich aber von diesen durch stärker gezackte Suturlinie, vorne verschmälerte Sättel und meist geringere Zahl von Lateralloben. Trias.

Acrochordiceras Hyatt. Eng genabelt. Seiten mit Rippen verziert, welche zu je 2 und 3 aus einem Nabelknoten entspringen und über den gerundeten Externteil verlaufen. Sättel schmal, schwach gezähnt, Loben tief gezackt. Im Muschelkalk, Alpen, Bosnien, Nordschlesien, Nevada. A. Damesi Nötling.

Fig. 1127.

Fig. 1127.

Tropites subbullatus Hauer sp. Ob. Trias. Aussee. (Nat. Größe.)

Fig. 1128.

Fig. 1128.

Margarites Jokelyi Hauer sp. Ob. Trias. Sandling bei Aussee.

Tropites Mojs. (Fig. 1127). Schale tief genabelt mit dicken, außen breit gerundeten und häufig gekielten Umgängen; Oberfläche gerippt, meist eine knotige Nabelkante vorhanden. Ob. Trias. Alpen.

Margarites Mojs. (Fig. 1128). Weit genabelt; Seiten der Umgänge mit Radialrippen, die neben dem breiten Externteil zu Randknoten oder Stacheln anschwellen. Ob. Trias.

Eutomoceras Hyatt, Sibyllites, Styrites Mojs. Ob. Trias.

Trachyceras Laube (Protrachyceras, Anolcites Mojs.) (Fig. 1129, 1130). Schale eng, seltener weit genabelt. Oberfläche reich verziert, mit gespaltenen Querrippen, die auf dem Externteil durch eine Furche unterbrochen und meist mit Knoten oder Dornen besetzt sind, welche spirale Reihen bilden. Wohnkammer 2/3 des letzten Umgangs. Loben und Sättel mäßig gezackt, die Sättel vorne verschmälert. Sehr häufig in der mittleren und oberen alpinen Trias, ferner in Spanien, Ungarn, Bukowina, Nevada. Die ältesten Formen in den Buchensteiner, die jüngsten in den oberen Hallstadter Schichten. Über 100 Arten. T. Aon Mst. (St. Cassian), T. Aonoides Mojs. (Karnische Stufe).

Halorites Mojs. Schale aufgebläht, eng genabelt oder ungenabelt, außen gerundet. Wohnkammer lang. Innere Umgänge mit perlschnurartig geknoteten Querrippen; Schlußwindung etwas verengt, quer gefaltet oder gestreift, häufig mit einer externen Randknotenreihe. Ob. Trias. Salzkammergut und Himalaja.

Fig. 1129.

Fig. 1129.

Trachyceras Austriacum Mojs. Obere Trias. Röthelstein bei Aussee.

Fig. 1130.

Fig. 1130.

Trachyceras (Protrachyceras) Archelaus Laube. Trias (Norische Stufe). Bakony, Ungarn. (Nach Mojsisovics.)

Juvavites, Isculites, Miltites Mojs. Ob. Trias. Salzkammergut.

Sagenites Mojs. Eng genabelt, außen gerundet, zuweilen mit Medianfurche. Wohnkammer kurz. Seiten mit Querstreifen oder Falten verziert, welche von spiralen Linien oder Körnerreihen gekreuzt werden. Ob. Trias, Salzkammergut. S. reticulatus, Giebeli Hauer sp.

Distichites Mojs., Drepanites, Dionites, Daphnites, Cyrtopleurites Mojs. Sirenites, Sandlingites Mojs. Obere Trias. Salzkammergut.

7. Familie. Cyclolobidae. Zitt.

Schale meist eng genabelt oder involut, glatt, quer oder spiral gestreift. Wohnkammer lang (1 - 11/2 Umgänge). Einschnürungen meist vorhanden. Loben und Sättel sehr zahlreich; die Sättel schmal, vorne halbkreisförmig gerundet (monophyllisch), am Stamm meist durch Quereinschnitte gezackt, selten einfach, Loben zwei- oder mehrzackig, selten einfach zugespitzt. Perm bis Trias.

Die Cyclolobiden sind wahrscheinlich aus den Goniatitiden (Agathiceras) hervorgegangen und vermutlich die Vorläufer der Arcestiden, Cladiscitiden und Phylloceratiden. Sie zeichnen sich hauptsächlich durch monophyllische Endigung der Sättel und schwache Zerschlitzung der Sättel und Loben aus.

? Lobites Mojs. (Clydonites p. p. Hauer) (Fig. 1131, 1132). Klein, involut, glatt oder quer gerippt; Wohnkammer sehr lang, etwas verengt. Mündung eingeschnürt, außen kapuzenartig vorgezogen. Loben und Sättel ungezackt; die Seitensättel ungleich hoch, die Loben gerundet oder zugespitzt. Alpine Trias. L. ellipticus Hauer.

Stacheoceras Gemm. Involut, seitlich gewölbt und fein gestreift, außen gerundet, mit Einschnürungen. Sättel keulenförmig mit ungeteiltem oder nur schwach eingeschnittenem Stamm, Loben drei- bis zweispitzig. Perm. Sicilien, Ural, Ostindien. St. (Arcestes) antiquum Waagen.

Fig. 1131.

Fig. 1131.

Lobites delphinocephalus Hauer sp. Obere Trias. Sandling bei Aussee.

a, b Exemplar in nat. Größe, c Medianschnitt, d Suturlinie in nat. Größe.

Fig. 1132.

Fig. 1132.

Lobites pisum Mstr. sp. Keuper (Karnische Stufe). St. Cassian, Tyrol.

Fig. 1133.

Fig. 1133.

Popanoceras multistriatum Gemm. Perm. Sosio, Sicilien. 2/3 nat. Größe. (Nach Gemmellaro.)

Fig. 1134.

Fig. 1134.

Suturlinie von Norites gondola. Muschelkalk. Schreyer-Alp. (Nach Mojsisovics).

Popanoceras Hyatt. (Fig. 1133). Schale eng genabelt oder ungenabelt, seitlich abgeplattet mit S-förmig gebogenen Streifen, die sich außen stark rückwärts biegen. Einschnürungen fehlen. Sättel keulenförmig mit seitlichen Einschnitten, die zwei ersten Lateralloben zweispitzig, die folgenden einspitzig. Perm, untere Trias. Ural, Sicilien, Spitzbergen.

Norites Mojs. (Fig. 1134). Flach scheibenförmig, eng genabelt, glatt; Externteil von zwei Kanten begrenzt. Externlobus und Externsattel sehr kurz; die Seitensättel vorne gerundet, die Loben fein gezackt. Trias. N. gondola Mojs.

Fig. 1135.

Fig. 1135.

Cyclolobus Stachei Gemm. Perm. Sosio, Sicilien. (Nach Gemmellaro.)

Fig. 1136.

Fig. 1136.

a Megaphyllites insectus Mojs. Ob. Trias, Sandling bei Aussee. b Suturlinie von M. Jarbas Münst.

Cyclolobus Waagen (Waagenoceras Gemm.) (Fig. 1135). Schale kugelig, dick, involut, eng genabelt. Umgänge außen breit gerundet mit Einschnürungen. Sättel seitlich gezackt, vorne mit breit gerundetem Kopf, Loben zwei- bis dreispitzig. Externsattel viel kürzer als der erste Lateralsattel; zuweilen tief gespalten. Perm. Ostindien, Sicilien, Texas.

Hyattoceras Gemm. Perm. Sicilien.

Procladiscites Mojs. Ungenabelt, seitlich abgeplattet mit Spiralstreifen, Externteil breit. Muschelkalk. Alpen, Bosnien.

Megaphyllites Mojs. (Fig. 1136). Glatt, ungenabelt, außen gerundet, zuweilen mit Einschnürungen. Sättel schmal, monophyllisch, seitlich gezackt, Loben meist dreizackig. M. Jarbas Mstr. sp. Ob. Trias.

Monophyllites Mojs. (Monophylli Beyr., Mojsvarites Pomp.) (Fig. 1137). Scheibenförmig, weit genabelt, außen gerundet. Seiten glatt oder mit feinen, nach vorne geschwungenen Querstreifen verziert. Loben und Sättel in verschiedener Zahl (6-7) vorhanden. Sättel in einem großen, ungeteilten Blatt endigend, mit schmalem, tief gezacktem Stamm. Trias. Alpen, Bosnien. M. sphaerophyllus Hauer, M. Wengensis Mojs.

Fig. 1137.

Fig. 1137.

Monophyllites Simonyi Hauer sp. Ob. Trias. Röthelstein bei Aussee.

8. Familie. Arcestidae. Mojs.

Schale meist involut, bauchig, glatt oder mit einfachen Querrippen, fast immer mit Einschnürungen. Wohnkammer sehr lang (11/2 Umgänge), Mundrand verdickt, am Externteil meistens vorgezogen. Loben und Sättel zahlreich, gleichartig, fein zerschlitzt. Embryonalkammer latisellat. Alpine Trias vom Buntsandstein an bis zum Rhät.

Die Arcestiden sind vielleicht aus den Cyclolobiden hervorgegangen.

Arcestes Suess (Fig. 1140). Schale aufgeblasen, kugelig, eng oder gar nicht genabelt, Umgänge außen gerundet, die Wohnkammer außen zuweilen abgeplattet, oder zugeschärft und häufig abweichend gestaltet. Runzelschicht aus linearen Streifen bestehend. Loben und Sättel mit engen Stämmen, fein verästelt, mit parallelen Seiten, nach unten, resp. oben zugespitzt. Außenlobus zweispitzig, ebenso tief als der erste Laterallobus. Sehr häufig in der mittleren und oberen Trias der Alpen, des Bakony, Bosnien, Himalaja, Kalifornien und Spitzbergen.

Fig. 1138.

Fig. 1138.

Joannites cymbiformis Wulfen. Steinkern mit Wohnkammer aus der oberen Trias vom Raschberg bei Aussee. (Nach Mojsisovics.)

Fig. 1139.

Fig. 1139.

Didymites subglobus Mojs. Ob. Trias. Someraukogel bei Hallstadt. Suturlinie. (Nach Mojsisovics.)

Didymites Mojs. (Fig. 1139). Wie Arcestes, aber Außensattel durch einen Sekundärlobus paarig geteilt. Trias. Alpen.

Sphingites Mojs. Schale flach scheibenförmig, weit genabelt; Suturlinie wie bei Arcestes. Mittlere und obere Trias der Alpen. Sph. Meyeri v. Klipst.

Joannites Mojs. (Fig. 1138). Suturlinie bogenförmig, sämtliche Sättel vorne breit, paarig geteilt, fein zerschlitzt. Ob. Trias. Alpen.

Fig. 1140.

Fig. 1140.

Arcestes intuslabiatus Mojs. Obere Trias. Steinbergkogel bei Hallstadt. a Von der Seite, b von vorne, c Durchschnitt in der Medianebene, d Suturlinie.

9. Familie. Cladiscitidae. Mojs.

Schale ungenabelt, seitlich abgeplattet, außen fast eben; Seiten spiral gestreift oder glatt. Wohnkammer den ganzen letzten Umgang einnehmend. Mündung normal. Einschnürungen fehlen. Runzelschicht wohl entwickelt. Loben und Sättel zahlreich, in gerader Reihe angeordnet, ungemein tief und fein zerschlitzt; die Sättel mit dünnem Stamm, vorne meist tief zwei- oder viergabelig. Embryonalkammer angustisellat. Trias.

Fig. 1141.

Fig. 1141.

Cladiscites tornatus Bronn sp. Ob. Trias. Steinbergkogel bei Hallstadt. a Von der Seite, b von vorn, c Suturlinie.

Die einzige Gattung Cladiscites Mojs. (Fig. 1141) ist häufig in der oberen alpinen Trias.

10. Familie. Phylloceratidae. Zittel.
(Heterophylli Quenst.).

Schale glatt, quer gestreift oder mit schwachen Falten, außen gerundet. Wohnkammer 1/2-3/4 des letzten Umgangs bildend. Mündung einfach, außen vorgezogen. Loben und Sättel zahlreich, in gerader Reihe, allmählich gegen innen an Größe abnehmend; die Sättel tief zerschlitzt, vorne mit zwei, drei oder vier blattförmigen Lappen endigend. Embryonalkammer angustisellat. Trias. Lias. Jura und untere Kreide.

Die Phylloceraten sind offenbar aus gewissen triasischen Cyclolobiden (Monophyllites) entstanden. Sie entsprechen der Familie der Heterophyllen Quenstedt's und zeichnen sich besonders durch diphyllische, tri- und tetraphyllische Endigung der tief zerschlitzten Sättel, sowie durch Mangel an Knoten, Dornen und scharfen Rippen aus. Im allgemeinen zeigen die Suturen bei den älteren Arten einer Formenreihe einfacheren Bau als bei den jüngeren.

Fig. 1142.

Fig. 1142.

Phylloceras heterophyllum Sow. sp. Ob. Lias. Whitby, Yorkshire.

Fig. 1143/6.

 

Fig. 1143.   Fig. 1146
Suturlinie von Phylloceras Nilssoni Heb. sp. Ob. Lias.   Rhacophyllites tortisulcatus d'Orb. sp. Suturlinie. (Nach Quenstedt.
 
SL Siphonallobus, L erster Laterallobus, l zweiter Laterallobus, a1-6 Auxiliarloben, n Nahtlobus, AL Antisiphonallobus, Li erster, l zweiter Seitenlobus der Innenseite.
Fig. 1144.

Fig. 1144.

Phylloceras ptychoicum Quenst. sp. Tithon. Stramberg.

Phylloceras Sueß (Fig. 1142-1144). Ungenabelt oder mit engem Nabel, glatt, mit feinen Querstreifen oder schwachen Querfalten. Einschnürungen nicht selten vorhanden. Loben und Sättel zahlreich, mindestens 6-9 auf den Seiten. Sehr häufig im mittleren und oberen Lias, im Dogger, Malm und der unteren Kreide aller Weltteile; namentlich in Ablagerungen von alpiner Facies verbreitet. Die ältesten Arten im untersten Lias (Planorbis-Schichten).

Fig. 1145.

Fig. 1145.

Rhacophyllites neojurensis Quenst. sp. Keuper. Hallstadt.

Rhacophyllites Zittel (Fig. 1145, 1146). Scheibenförmig, weit genabelt. Sättel diphyllisch oder triphyllisch, weniger zahlreich als bei Phylloceras, die Hilfsloben schräg abfallend. Ob. Trias der Alpen (R. neojurensis Quenst. sp., R. debilis Hauer sp.). Lias und Jura. R. Mimatensis, R. tortisulcatus d'Orb.

11. Familie. Lytoceratidae. Neumayr emend. Zittel.
(Lineati Quenst., Fimbriati d'Orb.).

Schale weit genabelt, zuweilen eine aufgelöste oder schneckenförmige Spirale bildend, nicht selten auch hakenförmig. Wohnkammer 2/3-3/4 des letzten Umgangs einnehmend. Umgänge rundlich, wenig umfassend, außen niemals gekielt; meist mit einfachen oder wellig gebogenen, zuweilen knotigen Querlinien oder Rippen verziert. Suturlinie tief zerschlitzt; meist nur zwei Seitenloben und ein Hilfslobus vorhanden; der erste, häufig auch der zweite Laterallobus, sowie in der Regel auch die Sättel mehr oder weniger deutlich aus zwei symmetrischen Hälften bestehend. Embryonalkammer angustisellat. Jura und Kreide.

Fig. 1147.

Fig. 1147.

Lytoceras Liebigi Opp. sp. Tithon. Stramberg.

Fig. 1148.

Fig. 1148.

Lytoceras fimbriatum Sow. sp. Mittlerer Lias. Württemberg. Ein Umgang durchgebrochen.

Fig. 1149.

Fig. 1149.

Lytoceras Germainei d'Orb sp. Ob. Lias. Pinperdu bei Salins. Jura.

Die Lytoceratiden beginnen im unteren Lias und sterben in der oberen Kreide aus. Bemerkenswert ist das Vorkommen von sogenannten Nebenformen, welche keine geschlossenen, in einer Ebene aufgerollten Spiralschalen, sondern stab-, haken- oder turmförmige Gehäuse bilden.

Fig. 1150.

Fig. 1150.

Macroscaphites Ivanii d'Orb. sp. Ob. Neocom. Mallenewitz, Karpathen.

Fig. 1151.

Fig. 1151.

a Hamulina subcylindrica d'Orb. Neocom. Anglès, Basses-Alpes.

b Suturlinie von Hamulina Lorioli Uhl. Anglès. (Nach Uhlig.)

Fig. 1152.

Fig. 1152.

Hamites rotundatus Sow. Gault. Folkestone.

Fig. 1153.

Fig. 1153.

Hamites (Ptychoceras) Puzosianianus d'Orb. Barrêmien. Vergons, Basses-Alpes.

Lytoceras Sueß (Thysanoceras Hyatt, Costidiscus Uhlig) (Fig. 1147 bis 1149). Schale spiral eingerollt, weit genabelt. Mundsaum einfach oder trompetenförmig erweitert, auf der Nabelseite mit einem dem vorhergehenden Umgang aufliegenden Fortsatz. Oberfläche mit einfachen oder etwas wellig gebogenen Querstreifen, Rippen, oder vorragenden Blättern verziert, seltener glatt. Einschnürungen fehlend oder vorhanden. Häufig in Lias, Jura und untere Kreide.

Gaudryoceras Grossouvre. Mittlere und obere Kreide. G. mite Hauer, G. Lüneburgense Schlüter sp.

Tetragonites Kossm., Pseudophyllites Kossm. Kreide.

Ectocentrites Wähner. Wie Lytoceras, aber Externseite mit Furche. Unt. und mittl. Lias.

Fig. 1154.

Fig. 1154.

Suturlinie von Hamites cylindraceus Defr. Oberste Kreide. Tresville, Manche.

Macroscaphites Meek (Fig. 1150). Wie Lytoceras, aber letzter Umgang abgelöst, geradlinig verlängert und hakenförmig umgebogen. Untere Kreide.

Pictetia Uhlig. Wie vorige, aber ganze Spirale offen. Neocom u. Gault.

Hamites Park (Fig. 1151-1154). Schale hakenförmig, aus parallelen Schenkeln bestehend, die einmal (Hamulina d'Orb.) oder zweimal (Hamites Park) umgebogen sind und entweder getrennt bleiben oder sich berühren (Ptychoceras d'Orb.). Zahlreiche Arten in Neocom und Gault.

Turrilites Lam. (Fig. 1155, 1156). Schale turmförmig, in schraubenförmiger Schneckenspirale aufgerollt; die stets quergerippten Umgänge berühren sich entweder alle (Turrilites s. str.) oder die letzten lösen sich ab (Heteroceras d'Orb.) oder sämtliche Umgänge bilden eine offene Spirale (Helicoceras d'Orb.). Kreide.

? Baculina d'Orb. Schale klein, stabförmig, gerade, am dünnen Ende mit feiner Spitze beginnend. Suturlinie schwach gezackt. B. acuarius Quenst., Ornatenton. Württemberg.

Baculites Lam. (Fig. 1157). In der Regel nur an beiden Enden abgebrochene gerade, zylindrische oder abgeplattete gekammerte Röhren erhalten, deren mäßig zerschlitzte Suturlinie 6 Loben und Sättel aufweist. Wohnkammer lang; Mündung mit vorspringendem Ventrallappen. Nach Amos Brown beginnt die Schale mit einem kleinen, aus zwei Umgängen bestehenden geschlossenen Spiralgewinde. Schlüter fand in einem Baculiten einen zweischaligen, außen mit gekörnelten Linien bedeckten Aptychus. Kreide; besonders häufig in der oberen Abteilung derselben in Europa, Ostindien und Nordamerika.

Fig. 1155.

Fig. 1155.

Turrilites catenatus d'Orb. Gault. Escragnolles. Var. (Nach d'Orbigny.)

Fig. 1156.

Fig. 1156.

Heteroceras polyplocum Röm. sp. Obere Kreide. Haldem, Westfalen.

Fig. 1157.

Fig. 1157.

a Baculites anceps Lam. b Baculites Faujasi Lam. Ob. Kreide. Mastricht.

12. Familie. Aegoceratidae. Neumayr (emend. Zittel).

Schale scheibenförmig, meist weit genabelt. Umgänge glatt oder mit geraden Querrippen, die sich auf dem Externteil zuweilen spalten. Mündung ohne Seitenohren, außen mit vorspringendem Lappen oder Kiel. Wohnkammer 3/4 bis über einen Umgang einnehmend. Suturlinie gezackt; seitlich nur zwei Lateralloben und ein Nahtlobus vorhanden. Antisiphonallobus zweispitzig. Anaptychus häufig vorhanden. Lias bis unterer Dogger.

Die Ägoceratiden dürften von Phylloceras abzuleiten sein, denn die ältesten hergehörenden Formen, die Psiloceraten, namentlich der alpinen Unterlias, besitzen Lobenlinien, welche vollkommen den Charakter der Phylloceraten zeigen. Sie zerfallen in mehrere eng verbundene Unterfamilien.

a) Unterfamilie. Psiloceratinae. Zitt. (Psilonoti Quenst.).

Weit genabelt. Umgänge flach, glatt oder mit einfachen Rippen, welche den gerundeten kiellosen Externteil nicht überschreiten. Anaptychus vorhanden. Unterster Lias.

Die Psiloceratinen sind die Vorläufer aller übrigen Ägoceratiden.

Psiloceras Hyatt (Fig. 1158). Flach scheibenförmig, seitlich glatt, fein quergestreift oder mit einfachen Faltrippen (Caloceras p. p. Hyatt). Externteil gerundet. Unterster Lias. P. planorbis Sow., P. calliphyllum Naumanni Neumayr, P. Johnstoni Sow., P. tortile d'Orb. etc. Besonders häufig im Lias der Nordalpen (Pfonsjoch, Schreinbachgraben).

b) Unterfamilie. Arietitinae. Zitt.

Flach scheibenförmig, weit genabelt. Seiten mit kräftigen einfachen Rippen; Externteil mehr oder weniger abgeplattet oder gerundet mit glattem, häufig von zwei Furchen begrenztem Kiel. Anaptychus beobachtet. Unt. Lias.

Fig. 1158.

Fig. 1158.

Psiloceras planorbis Sow. mit Anaptychus. Unterst. Lias. Bebenhausen, Württemberg.

Fig. 1159.

Fig. 1159.

Arietites (Arnioceras) bisulcatus Brug. Unt. Lias (a). Côte d'or. (Nach Orbigny.)

Fig. 1160.

Fig. 1160.

Arietites spiratissimus Quenst. Unt. Lias. Württemberg.

Fig. 1161.

Fig. 1161.

Arietites bisulcatus Brug. Unt. Lias. Württemberg.

a Ein Fragment von der Seite, b desgleichen von außen, c Suturlinie.

Arietites Waagen (Fig. 1159-1161). Diese Gattung entspricht genau der Familie der Arieten Leop. v. Buchs. Sie ist ausgezeichnet durch kräftige Querrippen und den meistens von zwei tiefen Furchen begrenzten Kiel. Die Suturlinie unterscheidet sich wenig von Psiloceras und auch in Beziehung auf Skulptur und Beschaffenheit des Externteils stimmen die inneren Windungen von Arietites häufig mit Psiloceras überein. Einzelne Arten erreichen einen Durchmesser von 1/2-1 Meter. Nur im unteren Lias jedoch über den Schichten mit Psiloceras.

Die von Hyatt aufgestellten Genera Vermiceras und Discoceras (A. Conybeari Sow., A. spiratissimus Quenst.), Arnioceras (A. ceras Hauer, A. geometricus Oppel), Coroniceras (A. Kridion Zieten, A. rotiformis Sow., A. bisulcatus Brug., A. Bucklandi Sow.), und Asteroceras Hyatt (A. obtusus, stellaris, Turneri Sow.) bilden nur Formengruppen, welche untereinander so eng verbunden sind, daß eine generische Trennung von Arietites unzweckmäßig erscheint.

Ophioceras Hyatt. Schale flach scheibenförmig mit langsam zunehmenden Umgängen; Externteil konvex; Kiel schwach entwickelt ohne Nebenfurchen, Seitenrippen gerade, kräftig, einfach. Unt. Lias (β). A. raricostatus Zieten, A. vellicatus Dumortier.

c) Unterfamilie. Aegoceratinae. Zitt. (Capricorni v. Buch).

Weit genabelt. Umgänge mit Flankenrippen, die häufig zu Randknoten anschwellen und entweder ungeteilt oder vergabelt über den ungekielten Externteil fortsetzen. Nahtlobus zurückspringend, aus mehreren kleinen Hilfsloben gebildet. Lias.

Schlotheimia Bayle (Angulati Quenst.) (Fig. 1162). Flach scheibenförmig; Rippen anfänglich einfach, auf den späteren Umgängen gespalten und zuletzt verwischt, außen nach vorne gebogen und auf dem Externteil durch eine Furche unterbrochen. Unterer Lias, namentlich zwischen den Psilonoten- und Arietenschichten häufig. A. angulatus Schloth., A. marmoreus Opp., Sch. Panzneri Wähner (Lias α), A. lacunatus Buckm. (Lias β).

Fig. 1162.

Fig. 1162.

Schlotheimia angulata Schloth. sp. Unt. Lias. Göppingen, Württemberg.

Fig. 1163.

Fig. 1163.

Aegoceras (Microceras) capricornus Schloth. sp. Mittlerer Lias. Gmünd, Württemberg.

Aegoceras Waagen emend. Zitt. (Fig. 1163). Rippen einfach, außen verdickt und ununterbrochen oder in mehrere Äste geteilt über den breiten ungekielten Externteil fortsetzend. Anaptychus beobachtet. Lias; hauptsächlich im mittleren Lias. A. bifer Quenst. (Lias β), A. planicosta, A. lataecosta Sow., A. capricornus Schloth. (Mittl. Lias).

Subgenera: Microceras, Platypleuroceras (A. brevispina Sow.), Microderoceras (A. Birchi Sow.), Deroceras (A. Ziphus Zieten), Androgynoceras Hyatt. Lias.

d) Unterfamilie. Polymorphinae. Haug.[69]

Form und Verzierung der Schale in verschiedenen Altersstufen sehr abweichend. Seiten glatt oder gerippt, Externteil mit glattem Kiel oder ungekielt. Suturlinie mäßig zerschlitzt. Nur ein Hilfslobus vorhanden. Anaptychus nicht beobachtet. Lias.

Agassizeras Hyatt. (Cymbites Neumayr). Schale klein, Umgänge gerundet, außen mehr oder weniger zugeschärft. Seiten mit feinen Zuwachsstreifen, selten berippt. Mündung schwach eingeschnürt mit vorgezogenem Ventrallappen. Suturlinie schwach gezackt, Sättel breit. Ob. Abteilung des unteren Lias. A. laevigatus Sow., A. striaries Quenst., A. Davidsoni Dumort., A. globosus Opp., A. miserabile Quenst.

Liparoceras Hyatt. (Striati Quenst.). Schale ziemlich eng genabelt; Umgänge rasch an Dicke zunehmend, außen gerundet, breit, ohne Kiel. Innere Umgänge glatt; die späteren mit einfachen Flankenrippen, welche in Randknoten endigen und durch 2-4 über den breiten Externteil verlaufende Spaltrippen verbunden sind. Suturlinie anfangs schwach gezähnt, später tief zerschlitzt. Mittlerer Lias. L. alterum Opp., L. striatum Rein. sp., L. Bechei Sow. sp.

Polymorphites Sutner. Weit genabelt, außen gerundet oder schwach gekielt. Seiten mit häufig knotentragenden, geraden Radialrippen, die außen nach vorne geschwungen sind und im Externkiel zusammenstoßen. Suturlinie anfangs schwach, später tief zerschlitzt. Der Hilfssattel nicht zurückspringend. Unterer und mittlerer Lias. A. abnormis Hauer, A. polymorphus Quenst., A. hybridus Opp., A. caprarius Quenst., A. Bronni Roem.

Dumortieria Haug (Catulloceras Gemm.). Wie vorige Gattung, aber der zweite Laterallobus und der Hilfslobus einen zurückspringenden Nahtlobus bildend. Mittlerer und oberer Lias und unterster Dogger. A. Jamesoni Sow., A. Vernosae Zitt., A. Levesquei d'Orb. (Lias), A. radiosus Seeb. (Opalinus-Schichten.)

Amphiceras Gemm. Lias.

e) Unterfamilie. Hammatoceratinae. Buckm. (Falcoidei Quenst.)

Seiten meist mit Nabelknoten, von denen ein bis drei, etwas nach vorne geschwungene Rippen ausgehen. Externteil gekielt. Kiel häufig hohl. Suturlinie tief zerschlitzt; Externlobus seicht; Hilfsloben einen zurückspringenden Nahtlobus bildend. Oberer Lias. Dogger.

Cycloceras Hyatt. (Tropidoceras Hyatt). Weit genabelt. Rippen einfach, häufig zwei Knotenreihen bildend, nicht über den verschmälerten, gerundeten oder schwach gekielten Externteil fortsetzend. Innere Umgänge glatt. Lias. A. Actaeon, Masseanus d'Orb., A. binotatus Opp. Mittlerer Lias.

Fig. 1164.

Fig. 1164.

Sonninia Sowerbyi Miller. sp. Mittlerer Dogger. Lothringen.
(Nach Steinmann-Döderlein.)

Hammatoceras Hyatt (Phymatoceras Hyatt). Hochmündig, mäßig weit genabelt. Kiel in der Jugend scharf, später verschwindend. Seitenrippen kräftig, schwach gebogen, von Nabelknoten ausgehend und von Anfang an zwei- oder dreifach geteilt. Suturlinie tief zerschlitzt; erster Laterallobus viel tiefer als der zweite. Oberer Lias und unterer Dogger von Europa und Südamerika. A. insigne Schübler, A. subinsigne Opp. (Oberer Lias.)

Subgenera: a) Haugia Buckm. Ob Lias. A. variabilis Sow.

b) Erycites Gemm. Dogger. A. gonionotus, A. fallax Benecke.

c) Zurcheria Douvillé. Dogger. Z. Ubaldi Douv.

Sonninia Bayle (Waagenia Bayle non Neumayr) (Fig. 1164). Wie Hammatoceras, aber Rippen zu Seitenknoten oder Stacheln anschwellend und von diesen an nach außen gespalten. Kiel scharf, meist hohl. Dogger. A. Sowerbyi Mill., A. adicrus Waagen.

13. Familie. Amaltheidae. Fischer e. p.

Schale eng genabelt, meist hochmündig. Flanken mit leicht geschwungenen Falten oder Rippen, die auf der Außenseite vorgezogen sind, öfters mit Längsskulptur und Ritzstreifen. Externseite zugeschärft oder gekielt; der Kiel ist durch Rippen oder verdickte Anwachsstreifen gekerbt (Zopfkiel). Mündung einfach oder mit schmalem Ventralfortsatz. Suturen stark zerschlitzt. Externsattel besonders groß mit zahlreichen Sekundäreinschnitten. Externlobus tief; 2 und mehr Hilfsloben. Lias, Dogger.

Die Amaltheiden dürften von den Ägoceratiden und zwar von den Arietitinae abzuleiten sein.

Oxynoticeras Hyatt (Fig. 1165). Flach scheibenförmig, eng genabelt mit scharfem Hohlkiel, in der Jugend gerundet; außen glatt oder radial gefaltet. Suturlinie mit wenig tiefen Einschnitten. Der breite Außensattel in zwei ungleiche Lappen geteilt; 2-6 Hilfsloben vorhanden. Lias, Dogger. A. Guibalianus d'Orb. (unt. Lias), A. serrodens Quenst. (ob. Lias); A. Stauffensis Opp., A. discus Sow. (Dogger).

Fig. 1165.

Fig. 1165.

Oxynoticeras oxynotum Quenst. sp. Unt. Lias (β) Württemberg.

Fig. 1166.

Fig. 1166.

Amaltheus margaritatus Montf. Der letzte Umgang teilweise von spiralen Linien (Runzelschicht) bedeckt.

Amaltheus Montf., (Pleuroceras Hyatt, Pachyceras Bayle) (Fig. 1166). Eng-, seltener weitgenabelt; Kiel scharf oder geknotet, zuweilen hohl. Seiten glatt, gestreift oder mit einfachen oder stacheligen Rippen verziert. Sättel und Loben sehr tief und fein zerschlitzt. Der Externsattel in Adventivsättel und Loben zerlegt. 3 oder mehr Hilfsloben außer den zwei großen Lateralloben vorhanden. Lias. Jura. A. margaritatus Montf. sp., A. (Pleuroceras) spinatus Brug. (Lias),? A. dorsocavatus Quenst. (Dogger.)

Strigoceras Quenst. (Lophoceras Par. u. Bon., Phlycticeras Hyatt). Kiel hahnenkammartig auf- und absteigend, Flanken mit grober Spiralskulptur, bei gerippten Formen mit groben Knoten an der Stelle der Rippenteilungen. Dogger. A. Truellei d'Orb., polygonius Ziet.

14. Familie. Harpoceratidae. Neumayr emend. Zittel.[70]

Seiten mit sichelförmig gebogenen Zuwachslinien oder Rippen verziert. Externteil mit glattem oder gekörneltem Kiel. Mündung mit geschwungenem Seitenrand oder vorspringenden Seitenohren und stielförmigem oder gerundetem Ventralfortsatz. Suturlinie zerschlitzt, in gerader Linie stehend, meist mehrere Hilfsloben vorhanden. Aptychus außen gefaltet. Lias bis untere Kreide.

Die Harpoceratiden sind höchst wahrscheinlich aus den Ägoceratiden und zwar aus der Gruppe der Arieten hervorgegangen; sie zeichnen sich durch ihre sichelförmigen Rippen oder Streifen auf den Seiten aus, welche vom Nabel zuerst gerade oder schräg nach vorne verlaufen, dann einen Bogen nach hinten bilden und sich außen wieder nach vorne biegen. Sie gehören ganz überwiegend dem Jura an, die ältesten beginnen im mittleren Lias; Hauptverbreitung im oberen Lias, Dogger und Malm.