INHALT

 

Seite

Vorwort

VII

Inhaltsverzeichnis

IX

Einleitung

1

Das Thema. Voraus­bestimmung der Geschichte. Der historische Vergleich. Morphologie der Welt­geschichte — eine neue Philosophie. Für wen gibt es Geschichte? Der antike Mensch ahistorisch. Sein Verhältnis zur Chronologie und Astronomie. Das Weltbild des indischen und ägyptischen Menschen. Mumie und Toten­verbrennung als Zeitsymbole. Der west­europäische Mensch extrem historisch veranlagt.

 

Die Form der Welt­geschichte. „Altertum-Mittelalter-Neuzeit.“ Flachheit des Schemas, Mangel an Proportion. Das Linien­förmige. Herkunft aus dem Orient; Addition einer „Neuzeit“ im Abendlande. Zunehmende Zersetzung des Bildes. Westeuropa kein Schwerpunkt. Vollkommener Relativismus. Goethes Methode die einzig historische. „Welt­geschichte“ als Geschichte einer Gruppe hoher Kulturen. Kulturen als Organismen.

 

Das Römertum als Schlüssel zum Verständnis der west­europäischen Zukunft. Unser bisheriges Verhältnis zur Antike ideologisch oder materialistisch (Nietzsche und Mommsen). Enge beider Standpunkte. „Untergang des Abendlandes“: Das Problem der Zivilisation. Zivilisation als das Ende jeder Kultur. Griechentum und Römertum: Kultur und Zivilisation. Weltstadt und Provinz. Das Imperium Romanum: der normale Endzustand jeder Zivilisation. Gegenwart und Imperialismus.

 

Notwendigkeit des Grundgedankens. Seine Tragweite. Verhältnis zur Philosophie. Inferiorität des heutigen Philoso­phierens: kein lebendiges Verhältnis zur Zeit. Gibt es noch eine echte Möglichkeit? Nach der systematischen und der ethischen Periode eine letzte, skeptische (historisch-relativistische). Statt des Erkenntnis- und des Wertproblems das Formproblem als Schwerpunkt. Erweiterung der historischen Morphologie zu einer universellen Symbolik.

 

Entstehung des Buches. Anlaß. Inhalt. Ordnung.

 

Tafeln zur vergleichenden Morphologie der Welt­geschichte

73

I. Kapitel: Vom Sinn der Zahlen

75

Grund­begriffe. Richtung und Ausdehnung: chronologische und mathematische Zahl. Die Zahl als Prinzip der Grenzsetzung. Keine „Zahl an sich“. Mehrere Mathematiken. Kants Begriff des a priori. Die Form des Erkennens weder konstant noch allgemein­gültig: eine Funktion der jeweiligen Kultur. Stile des Erkennens. Innere Verwandtschaft jeder Mathematik mit der Formen­sprache der gleich­zeitigen Künste: euklidische Geometrie und Statuen­plastik, Analysis und Kontrapunkt.

 

Die antike Zahl als Größe (Maß). Körperliche, nicht räumliche Ausge­dehnt­heit. Fehlen irrationaler und negativer Zahlen. Weltsystem des Aristarch. Mathematik und Religion. Zahl und Tod. Diophant und die arabische Zahl (Algebra). Descartes und die Analysis des Unendlichen. Die abend­ländische Zahl als Funktion. Die Geschichte der abend­ländischen Mathematik eine fort­schreitende Emanzipation vom Größenbegriff. Das Irrationale antihellenisch.

 

Weltangst und Weltsehnsucht. Ursprung der mathematischen, religiösen, künstlerischen Formensprache: Ausdruck der Angst vor dem Unbekannten.

 

Geometrie und Arithmetik (Messung und Zählung) veraltete Namen. Die Quadratur des Kreises das klassische antike Grenzproblem. Die Mathematik des Kleinen (der antike Staat). Konstruktion und Operation. Das klassische abend­ländische Grenzproblem: der Grenzwert der Infini­tesi­mal­rechnung (Beziehung zum Barockstil). Über­schreitung der Grenze des Sehsinnes durch die Analysis. Das antike Parallelen­axiom und die nicht­eukli­dischen Geometrien. Mehr­dimensio­nale Räume (Punkt­mannig­faltig­keiten). Letzte Fassung des faustischen Zahlendenkens: Transfor­mations- und Invarianten­lehre. Erschöpfung der formalen Möglichkeiten und Ende der west­europäischen Mathematik.

 

II. Kapitel: Das Problem der Weltgeschichte

133

I. Physiognomik und Systematik

135

Notwen­digkeit einer neuen historischen Methode. Ausschaltung der Ideale und Moralen als Wertmesser der Entwicklung. Geschichte und Natur = Gestalt und Gesetz = Richtung und Ausdehnung. Physio­gnomik und Systematik als die beiden Arten morpho­lo­gischer Welt­be­trach­tung.

 

Was ist eine Kultur? Aufbau der höheren Geschichte. Goethes Urphänomen. Tempo, Lebensdauer, Stil, Tod hoher Kulturen. Wiederholung des Kulturganges im zugehörigen Einzeldasein. Begriff der Homologie von Epochen. Gleichartiger Bau aller Kulturen. Möglichkeit morpho­lo­gischer Voraus­be­stimmung und Rekon­struktion historischer Perioden.

 

II. Schicksalsidee und Kausalitätsprinzip

164

Zwei Formen kosmischer Notwen­digkeit: organische und anor­ganische Logik = Schicksal und Kausalität (Lebensgefühl und Erkennt­nis­form). Beziehung zu Weltsehn­sucht und Weltangst. Die kausale Weltform als Versuch des Verstandes, das Schicksal zu überwinden. Schicksal als Daseinsart des Urphänomens.

 

Das Zeitproblem. Miß­ver­ständ­nisse der Systematiker: „Zeit und Raum“. Zeit (Nicht­umkehr­barkeit) als Schicksal. Zeit kein Begriff, wissen­schaftlich nicht zugänglich. Raumrechnung und Zeitrechnung (das Was und das Wann): die naturhafte und die historische Weltfrage. Mathematik und Chronologie.

 

Zeit, Schicksal und Tragödie. Euklidische und analytische Tragik (Situations- und Ent­wick­lungs­tragik). Jede Kultur eine eigne Schick­sals­idee. Grenzen der Möglichkeit, die „Welt­geschichte der andern“ zu verstehen. Die großen Zeitsymbole als einzige Hilfsmittel: Die Uhr. Bestattungs­formen. Kalender. Erotik. Staatsform und Zeitgefühl: der antike, ägyptische und abend­ländische Staatsgedanke. Stoizismus und Sozialismus: Beziehung zu Plastik und Musik.

 

Schicksal und Zufall. Kausalität und Prä­des­ti­nation. Tragik des Zufälligen (Shakespeare). Tyche und der Stil des antiken Daseins. Astrologie und Orakel. Die antike Schick­sals­tragödie. Logik der Geschichte: Kolumbus und das spanische Jahrhundert. „Epoche“ und „Episode“. Anonyme und persönliche Form der Geschichte. Das Schicksal Napoleons. Luther.

 

Gibt es eine wirkliche Ges­chichts­wissen­schaft? Verwechslung physikalisch-kausaler und historisch-physio­gnomischer Methoden. Geschichte als „Prozeß“. „Hunger und Liebe.“ Das soziale Drama als Seitenstück zur materia­lis­tischen Ge­schicht­sauf­fassung. Mangel an Skepsis. Letzte Aufgaben.

 

III. Kapitel: Makrokosmos

221

I. Die Symbolik des Weltbildes und das Raumproblem

223

Was ist ein Symbol? Idee des Makro­kosmos. Die Welt als Inbegriff von Symbolen in bezug auf eine Seele. Jeder Mensch hat eine eigne Umwelt. Raum und Tod. „Alles Vergäng­liche ist nur ein Gleichnis.Das Raumproblem. Nur die Tiefe („dritte Dimension“) raumbildend. Kants Theorie. Unab­hängig­keit der Mathematik von der Anschauung. Varia­bili­tät des Sehbildes. Mehrzahl möglicher Raumarten. Raumtiefe = Richtung (Zeit). Identität des Tiefe­ner­leb­nis­ses mit dem Erwachen des Innen­lebens. Idealtypus der Ausdehnung: jede Kultur besitzt ein eignes Ursymbol. Das abend­ländische Ursymbol: der unendliche Raum. Kants Problem für die Griechen gar nicht vorhanden. Der Parallelen­satz Euklids und die Vielzahl der Raums­trukturen in der west­europäischen Mathematik. Das antike Ursymbol: der stoffliche Einzel­körper.

 

II. Apollinische, faustische, magische Seele

254

Olymp und Walhall. Magisches und faustisches Christentum. Der antike Poly­theismus (Gott als Körper) und der abend­ländische Mono­theismus (Gott als Raum). Das ägyptische Ursymbol der Weg. Sinn der Pyrami­den­archi­tek­tur.

 

Doppelsinn der Kunst: Imitation und Symbolik (Welt­sehnsucht und Weltangst). Jede Frühkunst Architektur: Stein und Ursymbol. Staatsform und Archi­tek­tur­form; Ausdruck des Willens, der Sorge, der Dauer. Hohen­staufen und Pharaonen. Außen­archi­tek­tur und Innenräume. Das Problem des Stils. Einheit und Lebens­dauer innerhalb einer Kultur. Der ägyptische Stil als Muster­beispiel einer Stil­geschichte. Koinzidenz seiner Phasen mit denen des abend­ländischen Stils. Stil­einheit von der Romantik bis zum Empire. Verlagerung des Schwe­punkts der Stil­bildung von der frühen Archi­tektur in eine der bildenden Künste. Dorik und Ionik, Gotik und Barock als Jugend- und Alters­phase desselben Stils. Aufgabe der Kunst­wissen­schaft: ver­gleichende Bio­graphien der großen Stile. Psychologie der Kunst­technik. Der wahre Umfang der arabischen Kunst: die altchristlich-„spätantike“ Kunst als Frühzeit, die islamische als Spätzeit. Mosaik­malerei, Arabeske. Verbindung von Rundbogen und Säule arabische Motive.

 

IV. Kapitel: Musik und Plastik

295

I. Die bildenden Künste

297

Unmöglichkeit einer Einteilung der Künste nach stationären technischen Prinzipien. Musik eine bildende Kunst. Auswahl der innerhalb einer Kultur möglichen Künste. Tendenz aller antiken Künste zur Rundp­lastik (650–350). Beziehung zur euklidi­schen Geometrie. Die Fresk­omalerei als Vorstufe. Dem­ent­spre­chend 1500 bis 1800 Ausbildung der Instru­mental­musik. Kontrapunkt und Analysis: Sieg der Musik über Malerei und Baukunst: Rokoko.

 

Charakter der Renaissance als anti­goti­scher (anti­musikali­scher) Bewegung. Fresko und Statue in Florenz vom gotischen Form­gefühl bestimmt (Bildraum). Linear- und Luft­per­spek­tive. Der Park. Die historische Landschaft.

 

Symbolik der Farben. Farben der Nähe und Ferne. Das hellenische Vier­farben­fresko. Blau und Grün Raumfarben. Behandlung des Bild­hinter­grun­des: Verneinung im antiken Fresko, Goldgrund im Mosaik, Tie­fen­per­spek­tive in der Ölmalerei. Der sichtbare Pinsel­strich der Vene­zianer als Ausdruck des histori­schen Gefühls. Das Rem­brandt­braun.

 

II. Akt und Porträt

297

Das antike und das abend­ländische Menschen­ideal: der Körper nach Grenz­flächen oder physio­gnomisch behandelt. Köpfe antiker Statuen. Faustische Akte ein Widerspruch. Das Porträt in Florenz und Venedig. Michelangelo und das Ende der abend­ländischen Plastik. Lionardo frei von Renais­sance­idealen; der Entdecker; Physiologie statt Anatomie. Raffaels sixtinische Madonna die letzte große Linie in der abend­ländischen Kunst.

 

In jeder Kultur eine Gruppe großer Künste. In der faustischen die Instru­mental­musik, in der apolli­nischen die Akt­plastik als Mitte. Gleich­zeitigkeit der Ausbildung; identische Dauer. Begriff des Impres­sionis­mus: Physio­gnomik des Pinsel­strichs. Parallele zur chinesischen Kunst: Park, Musik. Per­spek­tive. Das Frei­licht­problem; sein Gegensatz zum Impres­sio­nis­mus von Lionardo bis Rembrandt: Kultur und Zivili­sation. Ausgang der west­europäischen Malerei.

 

Mit Tristan und Parzifal die faustische Musik zu Ende. Bayreuth und Pergamon: Ende der antiken Skulptur. Unmöglich­keit einer organischen Fort­ent­wick­lung. Alexandri­nismus. Letzte Stadien der ägyptischen und antiken Kunst.

 

V. Kapitel: Seelenbild und Lebensgefühl

403

I. Die Form der Seele

405

Unmöglichkeit einer Wissenschaft von der Seele. Das Bild der Seele in jeder Kultur eine Funktion des Welt­bildes. „Seele­nkörper“ und „Seelen­raum“ der antiken und abend­ländischen Psycho­logie. Der „Wille“ als Reprä­sen­tant des histori­schen Gefühls. Der Wille zur Macht: seelische Dynamik. Wille und „Charakter“ (Porträt, Biographie). Antik die „Haltung“ (Statue). Apolli­nische und faustische Tragik: Attitüden­drama und Charakte­rdrama (anekdotisch und biographisch). Der Held als Dulder oder Täter. Der Begriff der Katharsis und der Stoizismus. Die drei Einheiten: Formideal der Statue. Tages- und Nachtkunst.

 

Popularität und Esoterik, Hingabe und Über­windung. „Kenner und Laie“ als Ausdruck der Distanz­energie. Steigende Esoterik der west­europäischen Geistig­keit. Verhältnis des Kunstwerkes zum Betrachter: arabische, chinesische, abend­ländische Mal­per­spe­ktive. Das astro­nomische Wel­tbild. Raum­erwei­ternde Kraft des Fernrohrs. Segel­schiffahrt. Kolumbus. Die Antike und die Umschiffung Afrikas. Antikes und nordisches Heimat­gefühl. Der apollinische und faustische Staats­gedanke. Zwei Arten von Koloni­sation. Welt­macht­pläne unantik.

 

II. Buddhismus, Stoizismus, Sozialismus

465

„Du sollst“ die spezifisch faustische Form der Moral (Wille zur Macht, Tat, Raum). Antik die Interesse­losig­keit an einer Um­wandlung der Welt (Ataraxia). Moral die unver­änderliche Struktur des lebendigen Seins. Jede Kultur besitzt eine eigne und einzige Grund­form. Beziehung zur Mathe­matik: „euklidische“ (Haltungs-) und „ana­lyti­sche“ (Willens-)ethik. Katharsis und Nirwana. Moralische Theorie und Praxis. Nicht Mitleids-, sondern „Herrenmoral“ faustisch: praktische Dynamik. Verhältnis von Ethik und Logik.

 

Buddhismus, Stoizismus, Sozialismus. Verwandlung von Kultur in Zivili­sation. Buddha, Sokrates, Rousseau die Wortführer anbrechender Zivili­sationen. Tragische und Ple­bejer­moral: Äschylus und die Stoa, Shakespeare und die Gegenwart. Der Kultur­begriff der Tat und der zivili­sierte Begriff der Arbeit. „Rückkehr zur Natur“ in allen drei Fällen. Der ursprüngliche Buddhismus keine Religion, dem Christentum nicht verwandt. Kultur und Religion, Zivili­sation und Irreligion. Buddhismus, Stoizismus, Sozialismus formverwandte praktische Welt­stim­mungen. Die meta­phy­sisch-syste­ma­ti­sche und die sozial­ethische Periode jeder Philosophie (Indien, Antike, Abendland). Der Welt­stadt­mensch Objekt der neuen Denkweise. Rhetorik und Journalismus. Die buddhistische Agitation. Paulus gegen Bonifacius.

 

Zwei richtige Auf­fassungen des Sozia­lismus: als Form der Zukunft und als Form des Nieder­gangs. Der unbewußte Sozia­lismus. Alle Römer unbewußte Stoiker. Ausgang des Sozia­lismus von Kant: der kate­gorische Imperativ auf das Politische, Soziale, Wirtschaftliche angewandt. Das Recht auf Arbeit als fausti­sches Gegen­stück des antiken „panem et circenses“. Praktische Statik und Dynamik. Der Wille zur Zukunft und das „dritte Reich“ (Ibsen). Ursprung des abend­ländischen Bildes der Welt­ge­schichte: Altertum — Mittelalter — Neuzeit: Rich­tungs­energie.

 

Geschichte der Philosophie ein morpho­logisches Problem. Kultur­philo­sophie und zivili­sierte Philo­sophie. Die ethische Periode der „Philo­sophie ohne Mathe­matik“. Wachsende Bedeu­tungs­losig­keit meta­physischer Fragen seit Aristoteles und Kant. Der natio­nal­öko­nomische Charakter der west­europäischen Ethik: die Schule Hegels. Schopenhauers System eine Antizipation des Darwinismus. Darwins Theorie national­ökono­mischer Herkunft. Der Über­mensch. Nietzsche und Shaw: die Züch­tungs­idee als letzte Konsequenz der ethischen Dynamik des „Du sollst“. Gang der Philo­sophie des 19. Jahr­hunderts. Letzte Möglich­keit: der historisch-psycho­logische Skep­tizis­mus.

 

VI. Kapitel: Faustische und apollinische Naturerkenntnis

525

Das Ziel der Natur­wissen­schaft, reine Mechanik zu werden: eine Illusion. Jedes Natur­gesetz Zahl und Bild. Alle Grund­begriffe der modernen Physik rein faustischer Natur. Jedes „Wissen“ von der Natur von einer voraufge­gangenen Religion abhängig. Die antike Physik Statik, die arabische Alchymie, die abend­ländische Dynamik. Alchymie und Chemie. Antike und west­europäische Atom­theorie: Miniatur­formen und Minimal­quanta (Gestalt­einheit und Wir­kungs­einheit) Stoizismus und Sozialismus der Atome; Beziehung zu politi­schen Formen.

 

Das Bewegungs­problem Mittel­punkt jeder Physik. Seine Unlös­barkeit. Die Eleaten. Die Mechanik von Hertz. Der physi­kalische Begriff der Not­wendi­gkeit. Kausalität (Natur­gesetz) eine spezifisch west­europäische Fassung. Andre Möglich­keiten. Das Bedingte in unserm Begriff der Erfahrung.

 

Gottgefühl und Natur­erkenntnis. „Kraft und Masse“ und der Barock­stil. Die Bewegung Aus­gangs­punkt für Religion und Physik. Die Theorie als Mythus. „Stoff und Form“ — „Kraft und Masse“: Gott als höchste Gestalt oder als höchste Kraft. Ent­stehung des großen Mythus in der Frühzeit jeder Kultur. Der faustische Mythus 900–1200 entstanden: Identität katholischer, heidnisch-nordischer und ritterlich-epischer Vor­stel­lungen. Der olympische Mythus und die Körper­geometrie. Apolli­nische und faustische Natur­wesen: beseelte Dinge (Nymphen) und seelen­erfüllte Räume (Elfen). Altrömische Gottheiten. Der Kaiserkult die letzte religiöse Schöpfung der Antike. Die spät­antiken Kulte als magischer Mono­theismus: Auflösung aller Gestalten in ein Prinzip.

 

Der Atheismus als Negation einer bestimmten Form von Religio­sität. Das Christen­tum vom antiken Stand­punkt atheistisch. Antike Intoleranz gegen Kult­frevel, abend­ländische gegen dogmatische Ab­weichun­gen (Scheiter­haufen, Guillotine), Kult­freiheit und Gewissens­freiheit.

 

Die faustische Physik als Dogma von der Kraft. Der Kraft­begriff religiösen Ursprungs. Seine Ent­wick­lung. Galileis Übergang von der Renais­sance­statik zur Dynamik.

 

Die moderne Physik an der Grenze ihrer formalen Mög­lich­kei­ten. Steigende Zweifel an allen Grund­begriffen. Bedeutung der Rela­tivi­täts­theorie: Zerstörung des newtoni­schen Welt­bildes. Die Entropie­lehre: Mit dem Phänomen der Nicht­um­kehrbar­keit der Kreis­prozesse dringt ein histori­sches Motiv in das Natur­bild. Dement­sprechend Statistik und Wahr­schein­lich­keits­rechnung statt exakter Mathe­matik. Die Atom­zerfall­hypo­these und die Schick­sals­idee. Die Entropie und der Mythus der Götter­dämmerung.

 

Ausgang der west­europäischen Wissen­schaft: Selbst­ver­nichtung durch intel­lektu­elle Verfeinerung. Wachsende Konvergenz von Physik, Chemie, Mathe­matik und Erkennt­nis­theorie. End­ziel: Auflösung der gesamten wissen­schaft­lichen Substanz in einen Komplex von Funk­tionen. Reine Morpho­logie mathe­matisch-logischer Er­kennt­nis­formen. Rückkehr der Er­kennt­nis zum Aus­gangs­punkt: Skepti­zismus.