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Plattdeutsche Briefe, Erzählungen und Gedichte / mit besonderer Rücksicht auf Sprichwörter und eigenthümliche Redensarten des Landvolks in Westphalen cover

Plattdeutsche Briefe, Erzählungen und Gedichte / mit besonderer Rücksicht auf Sprichwörter und eigenthümliche Redensarten des Landvolks in Westphalen

Chapter 12: Drüdde Breef.
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About This Book

A collection of letters, short narratives, and poems written in Westphalian Low German that preserves regional proverbs, idioms, and vernacular expressions. The pieces present humorous and plainspoken sketches of rural life and customs, deliberately avoiding modern linguistic borrowings to convey an authentic folk tone. Editorial notes and occasional explanations accompany the texts to aid comprehension, so the volume functions both as a resource for dialect and idiom study and as light, vernacular entertainment intended to keep traditional speech and sayings accessible to younger readers.

[1] 'n Praus: eine Weile.

[2] Schattsteen: Schornstein.

[3] grauts: sonderlich, stark.

[4] prussen: niesen.

[5] elenniget un iäckstert: gepeinigt und gequält.

[6] in 'n Gruwwelgrawwel schmiiten: auswerfen, daß es hat wer es erhascht.

[7] de De: Derjenige, hier (van de De: von Denjenigen).

[8] Finnenkiikers: eigennützige, habsüchtige Spieler.

[9] De Müggen biitet: die Mücken stechen.

[10] bipöttken: beysetzen, in den pôt setzen.

[11] schlichtens: blos, allein.

[12] schmächtig: hungrig.

[13] hällekens: unvermerkt, sacht.

[14] Poll: Gipfel; fig. der Kopf.

[15] bett: (bis) einandermal, nächstens.

[16] Luatelwaart: Losungswort, Sprichwort.

[17] de Huuk: das Zäpfchen.

[18] alle wisse weg: immerfort, beständig.

[19] Klokke: Uhr.

[20] allenhand: nachgerade.

[21] wenner: bald.

[22] Kasuchte: der Frühgottesdienst am Weihnachtsmorgen; von Kerzen und Uchte. Uchte bedeutet den Tag in seiner Geburt, die Morgenfrühe.

[23] in der höltenen Bücksen: auf der Kanzel.

[24] gawwe: geschwind, schnell.

[25] Weeme: die Pfarre.

[26] Beffkes: aus dem holl.: bef, der Zipfel des Halstuchs.

[27] barmhartig: gutherzig, ehrbar.

[28] flöömet: getrübt.

[29] rieken: gehörig, gebührender maßen.

[30] dat gebüüret sick: das ist der Fall, ereignet sich.

[31] buutenwierken: außer dem Hause arbeiten.

[32] Uawenstanke: Ofenqualm, Ofengestank.

[33] uchtewierken[A]: früh Morgens (bei Licht) arbeiten.

[34] Piöle: Pfühle, Kissen.

[35] in bööten: einheitzen.

[36] dobbelt: träufelt.

[37] wisse: stark, tüchtig.

[38] Huasen: Strümpfe.

[39] Düürk: Düttich, Alkofen.

[40] hennige: leicht, bald.

[41] Trant: Gewohnheit, hergebrachte Weise.

[42] Bericht: das Nachtmal eines Sterbenden, (weil dann Alles berichtigt wird).

[43] as ...... tocket harren: sprichwörtlich, als es seit kurzem viel geschneit hatte.

[44] Au'm-Hinnerk: Adam-Heinrich.

[45] »De Attemstiidt« oder »Af- un Togaunstiidt« ist die halbjährige Wechselungszeit der Dienstboten.

Obgleich ich nicht klüger sein will als Klöntrup, der keine Erklärung dieses Wortes anzugeben gewußt hat, so vermuthe ich doch, daß dasselbe sich aus dem lateinischen »Admissio« (Admissionszeit) gebildet habe. Strodtmann faaselt so etwas über die Ableitung des Wortes von dem Bischofe Amantins, man dat mot'r sau goot wier in, as manges Annre.

Der Verfasser.

[46] 'n Käären: ein Wenig.

[47] 'n Gniist: vertrockneter Schmutz.

[48] balgen: blähen.

[49] verrenoveert: gesäubert, gereinigt.

[50] fuulen: schmutzigen.

[51] Baartfiere: eine Feder mit dem Barte, statt eines Pinsels.

[52] amböstig: engbrüstig, asthmatisch.

[53] 'n Lütk: ein Wenig.

[54] Uprücksel: Erholung, Besserung.

[55] de Aum: der Athem.

[56] wenner: bald.

[57] aunde: ahnte, merkte, empfand.

[58] suur: beschweerlich.

[59] Bilaae: Beylade im Koffer.

[60] Kuusen: Backenzähne.

[61] elennige schrau un streffe: sehr schneidend und stark; trocken und heftig.

[62] Priäm 'n: Präbende.

[63] Wegger: Fegemühle.

[64] Raae: Ral.

[65] Daspern: Drespe.

[66] Hiärk: Hederich.

[67] Gärtenteller: Grützezähler, Geizhals.

[68] nowwe: genau, geitzig.

[69] uchte wierkede: des Morgens vor Tagsanbruch, bei Lichte, arbeitete.

[70] banklammerde: faullenzte.

[71] Butze: Duttich.

[72] undööflicke Schlunßer: übermäßig verschwenderische Vettel.

[73] as 'r to: als möglich, überaus.

[74] as he nau konn: als er noch gesund (bei Kräften) war.

[75] in de Riige bringen: in Ordnung bringen.

[76] Backs: Backhaus.

[77] Fiikesbaunen: Vietsbohnen.

[78] betwielen: irren, irregehen.

[79] Bückse: Hose.

[80] wual: etwa, vielleicht.

[81] verhudden: verborgen.

[82] verschulket: versteckt.

[83] Kring: Kreis.

[84] Klietergold: Rauschgold.

[85] Schmeltekrallen: Schmelzperlen.

[86] Hiemdekleid: Todtenhemde.

[87] Liindschlööfen: Bandschleifen.

[88] up e tämt: ausstaffiert.

[89] glitzerde: glänzte.

[90] Hiewen: Himmel.

[91] Stuuten: feines Weitzenbrod, Semmel.

[92] Wiise: Melodie.

[93] H'p'zepter: Herr Präzeptor.

[94] dat Liik: die Leiche.

[95] Hüllekens: schwarze in Falten gelegte Trauertücher.

[96] schmööe: weich.

[97] Struate: Kehle.

[98] minntallig: in geringer Zahl.

[99] Wiisepint: Klugheitskrämer, Naseweis.

[100] raaren: schönen, hübschen.

[101] Inliggers: Miteinwohner.

[102] undööflick vernietigen: unnöthiger, verschwenderischer Weise vernichten.

[103] verniggen: wundern.

[104] Tiigenstäuners: Widersacher, Opponenten.

[105] met 'n Muttse: mit einem Male, plötzlich.

[106] Ööwerigge: Weismacherei.

[107] Russen.

[108] in e felleden: eingefleischten.

[109] Wöösebraaken: Wüstlinge.

[110] Viktrill: Vitriol.

[111] aabele Quaaskerigge: albernes Geschwätz.

[112] Niäsentippel: Nasenspitze.

[113] Leers: Wangen.

[114] glemmen: glühen, glänzen.

[A] die Eintheilung des Tages, oder der Arbeitszeit, ist folgende: de Uchte, diese währt bis zum Imbt (Inbiß) Frühstück; dann folgt: van 'r Imbtstiid bes Middag (12 Uhr); dann schlafen sie Noone, wozu eine bis zwei Stunden vergönnt sind, diese Zeit heißt de Noone, oder in der Noone; hierauf folgt: tüsken Noone un Vesper (Vespertiidt, gewöhnlich eine halbe Stunde); auch heißt die Labung, welche es dann giebt: 't Vesper; ferner, van'n Vesper bes to'r Affoorunge, oder bes to'm Auwendbraae; endlich: van der Affoorunge bes to'r Beddegaunenstiidt.

[B] Hier ist die Rede von unverheiratheten Frauenzimmern, Jungfern oder Junggesellen. Die Leichen verheirathet gewesener Personen werden nicht so bunt ausgestattet, sondern ihre Mützen und Todtenhemde werden blos mit Schleifen von schwarzem Floorbande versehen.

[C] Wer met 'n Wülwen is, mot auck met'n hüülen...

Ick was daumauliger Tiidt Bistäuner der russ'ken Kummedanten, of todrepplicker to seggen, miiner schwaar bedrückeden Metbörgers, un mag driiste seggen, dat 'k wual mannig Austermaul met eegener Fährlickheet van de plaugede Minskheet afwiiret hewwe; dann met den unnüüseln Wöösebraakenvolke gaf't Dag un Nacht dulle Tiänegniiperigge un graute Unsachtichheet, dann de Kantschoo regeerde des Tiids na 'n Lüt'k mehr un deftiger in Düütskland as upstunds, daar he uuse Puckels Gattlaf! dach in natura nich aflangen kann. Vor de eersten Afwiir harr'k mi 'n paar Book dicke Mackeltuur tüsken Rock un Kamsool neggen lauten; man, o Herre! wat woll dat wual holpen hewwen, wann'k mi nich süß na sau jeewe goot met de Schwerenööters stallen konnt harr, dat se mi dach van'n Balge bleiwen. Dobrè wutki was uäwerall dat beste Versöhnungsmiddel un aparte wann m 'r 'n Gäpsenvull städden Pieper manken röörde.... Vor söcke Tiien müüge de Heere us un uuse Kinner un Kindeskinner in Gnaaden bewahren! —

[D] Der so thätige Beförderer der Mäßigkeitsangelegenheiten, Herr Gutsbesitzer Wit von Döring zu Ratibor in Oberschlesien, ist mit anerkennungswürdigem Eifer darauf bedacht, einen möglichst entsprechenden und wohlfeilen Labetrunk, der den giftigen Branntwein und das zu theure, auch nicht überall fehlerfreie und gesunde Bier ersetzen könnte, herzustellen.

Drüdde Breef.

Nu woll'k auck wual es wieten, wo Ju dat Iäten[1] gefallen heft. Van de Saake konn' me alleine wual 'n ganz Book schriiwen. Saune rechte ehrdaagske Dööntekost[2], daar Eggersüppken, Stuutensappen van Priemt'roggen[3] un süllbacken 'n Brae[4], Bostkarren, Potthast, Ossentungen met K'rinten, Rösterbraaens, de sau müür un sappig wöören, dat se eene bi jeddern Tobiete[5] in 't Muul meigen; dicken Riis met Genwern[6], backede Pruumen, keerlslange Roggens[7] met Kiömel, bree Weggens[8] met Rosiinen un K'rinten, de vor 'ne Aardigheit[9] buawen met twee Hertkes, 'n Bloomenkranße un verziert wöören, un alle söckes Deftiges[10] up 'n Disk kwam, was 't na miinen Schmacke alldach nich.

VIVAT:
ES LEBE
I: H: V: H:
&
D: M: E: V:
ANNO:
1821:

Daar is auck 'ne ann're Wiise[11] unner up e kuomen, un ick mot Ju liike uut[12] seggen, dat mi de niggen Toreesels[13] un Bedenksels, daar se 't nu met to doonen hebbt un de se upstunds tohaupe rööret un schnurret un allerhande fruömde Naamens giiwet, asse Frikke-se[A], Raae-jud[B], Pupeto[C], Fri-kank't-don[D], Bi-steck[E], Korte-led[F] un wo se de leewe Gattesgauwe hüüt to Daage alle heetet, dat 'r nin eerlick Minske mehr klook uut weeren kann un se eenen auck lange sau goot nich mehr schmicket as vor'n düssen, nich to biister gefallen willt; dann ick vor miinen Mund, hebb't alltiies met 'n resoluten, deftigen Kuäcksel haulen, daar 'n Liepel risk inne bestaunen blift, un wann Ji segget: »Wat de Buur nich kinnet, dat frett he nich,« he Ji 'r vorwahr reefaart[14] in 't Geheel auck sau Unrecht nich anne; dann me mot hüütiges Daages weet Gatt! baule bange sien, dat se eene met de niggemoodsken Salsteriggen[15] heel verkliistert un vergiewet[16].

Nu, se uurden[17] un piirkeden[18] dann dach nau sau wat in de Schötteln herümme un wöören alldach antleste alle vulldaun[19], as se siäen.

Man daar was auck een eeslicke-fuul[20] un unnüüsel[21] Dranckfatt van 'n Keerel manken, den me 't faarts an der dicken Panzen wual ansaug, dat he geeren pänntkefett spielen[22] mogte; ick gläuwe, se hedden en Schnurrbraaen-Davied. De mi 't Pierd wiiset, bruukt mi de Krübben nich to wiisen. Wann 'ck söcke allfriätske Sammelpanzen sehe, segg 'k wual es: »De Wiind wegget wual Schneihäupe bi eene, man vorwahr ninen dicken Ees.« He satt'r sau recht up siin beste Gemack[23] achter 'n Iäteldiske[24] un lööt 't sick gaar nich 'n Käären verdreeten, dat em dat Sapp[25] ständig bi'r Muulen daal qualsterde, un siä een uäwert annre: Ick mot 'n Knaup springen lauten un den Stool achter uut schuuwen, anners[26] friet' ick mi to froo an 'n Disk un daar woll 'k dach geeren eerst na mehr van wieten .... He dachte wual, wer sick nich satt frett, de licket sick vorwahr nich satt. Ick kann man nich begriipen, waar de Fliggebalg[27] 't alle hen sackede, dann he harr siine Vullkumst[28] nich eher, as bet 'r nich 'n Fiäsen[29] mehr in de Schötteln was. Wat moste de Keerl vor Elt[30] up 'r Maagen hebben, dat he sick de K'lduunen nich stump verklichtede[31]. Krüüsk[32] un wainsk was de Tragschräpper vorwahr nich 't Bitterste, dann he schlauk up siine half Stiige Trillen Wopkenbraut[33], de, scholl me meenen, alleine all hennige[34] bi 'n Ribben stahet, aparte wann 'r de Sönndaage[35] nich inne bespuart sind, na alle de Steertrööwen[36], dat Schlüngesel[37] un Willwas[38], dat de Annern in de Potthastschötteln liggen lauten harren, rantikanti daal un daar fiegede he 'ne ganze Schliepkanne[39] vull duwwelt Merzenbeer achter in. Man antleste fönk he dach auck an to puußen as 'n Blausebalg un siä, mi lüstet nich mehr, ick kann nich mehr, ick will nich mehr, ick mag nich mehr, ick bin sau donne[40] un sau dicke as 'ne Schinnertiewe. He harr sick dann auck vorwahr sau dull un vull e frieten un suapen, dat 'm 't em wual met'n Finger in 'n Halse ümme röören konnt harre, un he tröck Gesichter, as'n Bolze[41] wann't grummelt[42]. Dau konn' me em abers auck vor Gewißheet nauseggen: »Is de Drunk in'n Manne, dann is de Verstand in der Kannen.« Man daar harr de unnüüsele Schluukhals nau nich e noog miie un settede'r, de Dokter haale, na'n paar farsse[43] Rachenputzers buawen up. As et sick auck nich anners gebühren konn, kwam em achter dat undööflicke Frieten un Suupen auck de Naudöst an; den woll he bi der Pütten[44] dämpen, man van der langen Dräugte[45], de 'r den ganzen Suomer wiesen was, was't Waater sau e krumpen, dat de Saut[46] em 'n dräugen Ees tohöölt[47] un he sick anners nich helpen konn, as dat he wier na'r Beertööten[48] lunkepankede[49]. Man nu wöörd he Ju antleste auck sau tuuselhaagel dicke, dat he as 'n Schwiinebeest an 'r Grund beliggen bleif un alle in eene hen ankede[50] un sparrelde, as wann he saufaarts verrecken woll.

Wann 't riegnet weeret de Suugen[51] reggen un de Minsken siölig[52] ...

'N gooen Weerth süht 't geeren, wann se bi Diske reselute wat bifligget[53] un heft met 'n Piirke-Jannöckel[54] nich Viel in 'n Sinne; dann he hält'r met Recht vor:

»De'r bi Diske wat mag,
Kann auck wierken den ganzen Dag;«

un 'n Minske kiöne dach auck nich van 'n Bultknooste[55] biiten un uut'r Truaaen drinken. Man söcke unsachte Wöösebraaken[56] heft 'n ichtens halfschlieten-ordentlick Minske[57] dach sau baule nich recht to liien, un me scholl auck seggen, dat se sülwent nin recht Geneet[58] van dat unwiise Frieten un Suupen hebben konnen.

De Suugen lät me geeren in eeren Oule[59] liggen un plegt se nine Bloomenstrüüßer un Lillauf[60] an'n Schnüssel[61] to stiecken un deswiegen bekümmerde sick faartan auck nin Minske wiiders ümme den unnüüseln Keerel.

Wi Annern plöögeden auck nine leige Fuhr[62] in de Schötteln un liien wual auck ninen Döst, man wi lööten de Köppe buawen un göngen auck nich es 'n Trett verschraut[63]; dann 'n klook Minske denket bi söcken Geliegenheeden bi Tiien an dat gemeene Jiddewaart: »De den lesten Drüppen schnappen will, den fällt de Deckel up 'n Bill[64]«; — un 't is de siekere Wahrheit, wann 't het:

»Tüsken[65] Hand un Tant[66],
Raak 't 'r Viel' to Schand.
«

Wo is't hüütiges Daages met der aulen Moode, de se wual ehr »den Ossengank« hedden un de wual eegentlick nich viel Anners up sick harr, as dat se 'r den Schluck bi wegputzeden, den de Schlächters naulauten harren? In miinen Kinnerjahren nam miin siäl'ge Vaar mi auck wual es met, wann he up söcke Besööke in de Nauberskup gönk, dann dat moste he wual doonen, süß wöören de Naubers, daar me dach all ümmeran geeren in Fründskup met liewen mag, töörensk[67] e wooren un harren't em vor Haufahrt uut e leggt. De de Buuren ichtens kinnet, wietet auck wual, dat se 't elennige geeren sehet, wann me sau niederträchtig un gemeen[68] met en ümmegeht as me kann.

Ens harr Hierm Lähr auck es de Frööde anseggen lauten un wi göngen 'r auck faarts hen, den siäligen Fründ to bekiiken, de an 'n Büürbaume[69] in der Balkenluuken hönk. As wi in de Schrautdüüren[70] trööden, stönd de Lährske in 'n Waskeloorde un schrappede Diärme un Wammen[71] un Müssen[72]; man de aule Lähr, de nich to biister luffhäärig was, was buawen up 'n Balken und harr siinen ölsten Jungen, Vikter, bi sick. De Aulske tratt unner 't Balkenschlapp[73] un rööp: »Vikter, waar is uuse Bawwe[74]?« De anwerde: hier, Mömme[75]! »Wat dööt he?« Nicks! »Wat dööst du dann?« Ick helpe em! »Nu! rööp de Mömme, wann ji Fuulwämmse dach all'tohaupe Nicks n dooet, dann segg 'n Bawwen, he scholl 'r gawwe af kuomen, de Heer P'stoor wöör'r un woll'n Ossen seh'n.« — Un dann gönk't an't Bekiiken un Beföölen un antleste an't Stridden uäwer de Punde; waar Hierm Lähr bi to verstaunen gaf, dat de Schlächters, de aparte gemeeniglick eere Mesters in ruwwen Wäärden un Flööken sööket, em seggt harren, dat de Osse, un wann'r sick auck hunnert duusent intrampelde Tunnen vull Düüwels tiigen steggerden, alldach siine vülligen seshundert Pund wiegen scholl.


Daar buawen up 'r Weggen steht Vivat! he Ji wual sehnen. Daar fällt mi 'ne Ehrendaat bi in, de'r wual verdeent, dat me se allen Lüüen vertellt.

Vor 'n half Stiige Jahren harr 'n junk Buuren-Wicht, dat hier in der Stadt in 'n Börgerhuuse vor der Heerendiiks-Paarten in Denste was, dat Unglücke, dat 't p'rdums! van der Wasketreppen in'n Miölenkolk in der Haase föllt; 't was nau'r to bi kauler Winterstiidt, dat de Haase sau jeewe tofruaren was un mannig eenen met Recht vor't Waater grüwwelde. In der Nauberskup wuohnt 'n ehrsam ault Börgersmann, — Friedrich Ernst Enners is siin Naame, — van ruum[76] sestig Jahren, de al sint' ner langen Riige Jahre met'r Gicht e plauget un'r sau gebrecklick van wooren is, dat he wual siin Liewe lank up Krücken gaunen miöten schall. De woll sick, wat de Toofall will, des Daages auck es 'n Käären vertriäen; he nam siine Krüüsdriägers[77] unner de Aarmes un was jüst up der Brüggen tiigen 'n Miölenkolke, as sick dat Unglücke vor siinen Augen todriägen moste. He harr in siinen jungen Jahren perfekt schwemmen leert. As he dat Wicht hülpelaus vor den uptrockenen Biflootsschütten[78] in 'n Wellen triiseln un al hen un wier in de Grund duuken saug, konn he sick nich mehr liien[79]. He besünnt sick nich lange, — dann wann de gebrecklicke Lazarus man ichtens 'n Augenblick in sick gaunen wööre, scholl'r em wual vor kruusket[80] hebben un dann harr he auk wual bliiwen lauten, wat de Hunnertste in der Jahrestiidt met heele un gesunde Knuaken wual nich es wagt harr —, schmeit siine Krükken van sick, tröck den Rock af un sprünk van buawen daal van der Brüggen in den deepen Kolk un schwömm den Wichte nau, dat al unner 'n Iise satt un up 't Beste an'n Versuupen to e was. Et glückede den braawen, Manne, dat he 't bii'n Kantshaaken[81] to packen kreig, man as he 't jüst recht wisse[82] griipen woll, harr't en baule sülwent met in de Grund trocken, sau dat he man noog to sparreln harr, dat he 't wier buawen un achter sick an bes an't Ööwer regeerde, waar de Lüüe de Beeden in Entfank neimen un in der Meenunge, dat't Wicht dach al verscheeen sii, toeerste na den gebrecklicken Redder greipen, de man noog to bidden harr, da se dach eerst dat Wicht uphaalen mogten; dann he wüß't to bieter, dat'r na'n Lütk van Au'm inne satt; he woll dann wual sachte achter naukuomen. Man de Frööde harr Eener seh'n most, de sick nu faarts auck allgemeen kund gaf! — Was dat nich nett iewen sau'n braaf Mann as de De, daar se dat schäune Leed: »Hoch klingt das Lied vom braven Mann, etc.« van sungen hebb't!? Nu, he wöörd auck hauge ehr't; dann as wann'r Prozession was, sau lööp't sick na siinen Huuse, daar siine Naubers en faarts up'n Aarmen hendriägen un in't waarme Bedde tohüüet[83] harren, un Ault und Junk, Vornieme un Geringe beiilden sick den Ehrenmann to sehnen un em de Hand to drücken un Allens dää sick tohaupe, em vor düsse Ehrendaat to launen. De Eenen lööten den lammen Manne 'n niggen Waagen maaken, daar he met Gemack inne föhren mogte, wann he nich gaunen konn; de Annern schönken em 'n bequeimen schmööen Suargestool; Börgermester un Raat verehrden em 'n grauten sülwernen Bieker, daar wual 'ne Kanne Wiin in geht un daar siine Ehrendaat anne upteeket was, un 'n tweeden sülwernen Bieker kreig he van siine Fründe schonken.

An'tleste belaunde en de gneidigste Landesheere auck met der grauten goldenen Verdenst-Medalljen, un wann ichtens Eene, sau harr he se auck wual verdeent. — Man de beste Laun satt em alldach unner'n linken Knauplacke ...

Nu stellden siine Fründe auck 'n graut Gastgebot to siiner Ehre an, daar 't antleste auck nütte an't Vivat drinken gönk, dann alle Gäste wöören sehr beliewet[84] un den braawen Redder, de, biilööpig to mierken, trotz siiner Gebrecklickheet un vielen Wehdaage, na alltooes'n fröhlicken Sinn behaulen heft, alle 't Beste to günnen. As 't in 'n besten Vivat Roopen was, stönd he up, nam siinen grauten Bieker in de Hand un siä: »Ei, miine Heerens, wat doo'k met all dat Vivat!? (fiif Fatt) Sess Fatt wöören mi dach aparte leewer un kweimen mi vorwahr auck bi düssen grauten Ehrenbieker goot to Maute. —«

Dat Wicht bringt em sintdessen uut Dankbaarkeit alle Sönndaage 'ne friske Battern un 'n Dook vull Egger un alle Jahr 'n Föhr Holt.

De 't eenmal wietet, den 'n vertelle ick wual nicks Nigges; man mi ducht, söcke priiswördige Eedeldaaten mogten wual der ganzen Welt un auck der Naukumst[85] bekannt weeren; — un wann't wahr weeren scholl, wat mi de Heer Caplaun Seling an e wünsket heft, dat'r en hauge uppackeden Miölenwaagen vull van düsse Breewe in de wiie Welt gönge, konn't dann dach auck wual de Fall weeren, dat't na langen Jahren na wual es Een of Ander met Vergnöögen lööse; dann Bööker liewet allmanngsens länger as Minsken un Minsken-Kinner.

Ick weet na'n lütken Buuren Jungen van 14 Jahren in der Neigte[86] van Ossenbrügge, de auck'n Kiind alleine uut'r deepen Haase reddet heft, de aabers sau bescheiden is, dat he'r nich es'n Naamen van hebben will un't siine eegenen Aulen nich es seggt harr, de't eerst 'n Paar Jahre 'r nau van den reddeden Kiinde sülwent gewahr wooren sind, dat tofälligerwiise bi den gooen Jungen siine Aulen as Schwiöpenjunge in Denst kwam. De harr vorwahr auck wual 'n Ehrenteeken eeget[87]!... Wann de Herens de in 'n Regimente sittet, wieten will't, wer't is un wo he het, willk't eer geeren beliikteeken[88].

Ji wietet wisse wual, dat'r vor der Heerendiiks Paarten 'ne Ümmefloot is, daar 'n Waaterpool bi to liggt, waar de Kutskers un Fohrlüüe de Pierde inne spöölet; den Pool heetet se de Pierdehaase. Söcke Pierdehaasen hebb't de Ossenbrüggesken Fohrlüüe gläuw' ick uäwerall in der Welt; dann vor 'n eenige Jahre was ick es na Pyrmunt e reeset un harr 'n ossenbrüggesken Kutsker miee nuamen; de scholl mi eens Uänerns na den Friedensthale föhren, daar de frommen Heerenhuuters wuohnet; man as ick 'ne beschickede, was he met de Pierde wiege un as ick 'ne herneigest fröög, waar he wiesen wööre, gaf he mi to'r Antwoort: Ick bin man iewen na'r Pierdehaase wiesen un hewwe miine Vösse af e spolt.

In der Franzoosentiidt siä auck es 'ne aule Börgerfruwwe: »Ick woll' dat de Franzoosen alltohaupe bi Londen in der Haase leigen;« dann se kinne'de anners nin Waater un mende, de Haase fläute wual sachte düür de ganze Welt.

Man nu segget mi auck es, waarümme Ji den Aulen nich miebracht harren? Konn' he vellichte nich recht kummfaart[89], of most' he wual innehööen.

Nu, 'n verkihrden Bessem mot me in Ehren haulen; de Aulen mot me eer Gemack günnen, un en den Helpup[90] allmangsens in de Hand raagen[91], dann sind se eenen auck wier to Willen. Wualehr was he alltiidt sau beliewet bi söcke Geliegenheeden un ick mogt'r miine Verküürunge jümmeran geeren met hebben. Ick vergiete't sin Liewe nich, as he mi es vertell'de, dat Ji es'n leepen Zissemäntken[92] uutloopen lauten, daar Ji Ju met allerhande Kniepe uut e fiielet un daar Juue lütken Brööers vor upkuomen most harren. Dat gebührt sick wual mehr in der Welt, siä he, dat »wann de Suuge den Trag ümmestätt heft, de Fierken't anteerste entgeelen miötet;« oder: »Wann me sülwenst nich hangen will, mot de Rüüe de Wuost stualen hebben;« — un »wann't up'n P'stoor riegnet, drüppelt 't gemeeniglick up 'n Köster.« Man as he nau der Tiidt achter de Wahrheit kuomen wööre, harren Ji Juue Puckelribbas[93] auck rieken duwwelt nauhaalen möst.

Man wann wi dann antleste bi de aulen schnaaksken Dööntkes van Jan-Hinnerksken, de met'n vullen Verstande stuörf, van 'n Pinnsüwwel[94] un’ Peckedraut, van de aulen Stieweln u. s. w. uuttokraumen kweimen, dann duurde't auck nich sau lange, dat he siin beste Been vorsettede, un dann wöörd he sau vergnööget, dat he sick wual up de Hiilen[95] lachen woll.

Unnerwiilen, aparte wann Ji 'ne manngsens alls to butt e tierget[96] harren, konn he abers auck wual es'n näutl'k un präutl'k Schuur[97] up't Liif kriigen un andöönt'lk[98] weeren, dat me nich recht wüste, of me met em in'n Kaule of in'n Rööwen was.

Nu, waar is de Minske auck wual to fiinen de jümmeran liiker Amöör[99] is un't nich wual es 'ne entelne Keer[100] 'n Käären in'r Nüffen[101] heft? Dat Beste was, dat he dach allebatt wenner wier goot wöörd, wann me 'ne man rieken uutbullern lööt, un't nich naudröög, as de wat wual dooet. Summe-Summooren, 't was 'n Mann na 'n Willen Gaddes, un de werd 'ne auck, wann siine Tiidt e kuomen is, sieker nich lange vor Sünte Peters Paarten schillern lauten.

Ick weet, de Dokter haale na nich es nowwe, wuaviel lebendige Braudkuärwe[102] Ji'r loopen hewwet. M'riliisken kinne ick un de beeden ölsten Jungens auck; man daar sind wisse abers na wual 'n half Dutzend achter, dann Juue »Et«[103] is saviel ick weet wisse van gooer guöliger[104] Aart, un't sind sieker alle nütte Dwasdriiwers[105], un Mashacken[106] as uut'n Deege weltert. »De Tacken aardet na'n Stamme, man Uulen brööet Uulen« plegt me wual to seggen. Wen uuse Herrgatt Kinner gift, den gift He auck Bücksen; deswiegen günne ick Ju, dat't Stiige baule vull werd; dann waar al niigen to Diske gaaet, daar licket sick de teggede wual sachte auck met satt. Sind 'r nich auck en Paar Twiiskes[107] of gaar Driiskes[108], manken? Wann'k Ju tooken Meitiidt es wier tosprieke[109], mot'k se aparte dach auk es alle bi eene sehn.

Man ick freese[110] baule dat dat'r wual vor 't Eerste wier in theenen schiöle; dann ick hewwe van Winter 'n Huupen Gebreck e hatt un bin kortens man leige up 'n Fööten wiesen un spüüre auck nau na manchsens saviel Wehdaage in 'n Knuaken, aparte wann't Wier sick ümmedoonen will, dat'k wual in eene hen joobellen[111] mogde as'n Rüüe de uutlübbet[112] werd. Ick harr Ju sau 'n elennige schmärtlick Koppleid, (de Dokters heetet 't: den Tick dullerös un dat met Recht, dann van de Piine kann me wual dull un unwiis weeren —) un de Haagetülße[113] wöören mi up e loopen, dat se mi as Gauseegger unner de Kiwwen[114] leigen; daarto kreig ick buawenbatt[115] na 't Tönjesfüür[116] un 'n Fliöte in de lüchtern Schucht[117] un 'n röggesk Pinnschwiär[118] achter'n Hacken; daar woll'k anteerste alle nich up toschlaunen, dann sitte ick auck wual vuller Pliiten[119], sau giewe ick mi dach nich baule eher, as bet't mi de häugeste Naut n dööt un ick bange sienen mot, dat 'k stump van Unner to gaae. Dat hebb 'k sau van miinen siäl'gen Aulen ierwet; de was der Meenunge, wann Eene auck es 'ne Unsachtigkeit oder 'n Miskweim[120] tostädde, scholl me sick man striiwsk haulen[121] sau lange me ichtens[122] konne; dann wann de Minsken eerst unner Dokters Füüste raakeden, un de Vüügel in Kinner Hände, wöören se baule ault e noog wooren; un ick bin 't allenhand auck al wiis e wooren[123], dat me, wann me eerst an't Quacksalwern kümmt, insgemeen na mehr Leigheet up rägt un dann is'r't Ende oftmauls heel van awe. Ick was vorwahr baule stierwens Maute, man kortens heww 'k mi nütte wier verhaalt, sint de Wunnerdokter uut'n Vöörden uäwer mi gaunen is, un ick rieke met Gatt, dat 'k mi wual na ens wier begriäse[124], dann ick hewwe alltiidt na sau wat 'ne geiwe[125] Natur e hatt.

Wo is't dann nu eegentlick met'n Anierwen; will he Ju na nich baule afläusen, of steht 'r na jümmeran Maunenschiine in'n Calenner, dat he siine Lüchten nau nich ansticken mag? Mi ducht dach dat 'k to Jahr al häärt harr', dat he siinen Föögesmann[126] al up'n Loop kriigen hewwe, sau dat he de Muöntkekappen baule up'n Tuun hangen woll un met 'n Baas[127] van 'n Wichte in'n Küüre[128] wööre, daar Ji un de Aulske auck wual Sinnigheet[129] an e hatt harren, dann't harr wisse auck na Aart Mööskenkröömkes[130] miebracht. Is Ju dat vellichte van 'r Pannen schnappet, of räuken Ji wual bi Tiien Unraut? Bruutens[131], weet me wual sind alltiidt sau riik dat se bölket[132], man wann me't 'r nau met'r Lucht bekickt, heft 'r vielmauls auck wual es 'ne Uule siäten. —

Des Eenen Leefde fällt up'n Roosenblatt,
Des Annern siine up'n Kohflatt.

Bieter 'n Stücke Braud in der Kiipen, as Fieren un Flünke an 'n Hooe.

Wann Buurendächters frii't,
Schweerebrett! wat is saun Lüüt
Dann riik; 't brinkt 'n Bruutschatt met,
As 'r kortens[133] nine kriegen het.