O Herr, mein Gott! durch den ich bin und lebe,
Gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe;
Laß ewig deinen Willen mein,
Und was du thust, mir theuer seyn!
Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke.
Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke.
Was zag ich einen Augenblick?
Du bist mein Gott, und willst mein Glück.
Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden.
Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden.
Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid,
Und was du schickst, ist Seligkeit.
Gefällt es dir: so müsse keine Plage
Sich zu mir nahn; gieb mir zufriedne Tage.
Allein vermehrts mein ewig Heil:
So bleibe nur dein Trost mein Theil.
Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden;
Aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden.
Ist nur mein Weh nicht meine Schuld:
So zag ich nicht. Du giebst Geduld.
Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren,
Und willst du, Gott! mich rauhe Wege führen:
So wirst du, denn du hörst mein Flehn,
Mir dennoch eine Hülf ersehn.
Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben.
Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben,
Und dieser ist im Glauben mein,
Wie kann der Tod mir schrecklich seyn?
Er ruft der Sonn und schafft den Mond,
Das Jahr darnach zu theilen;
Er schafft es, daß man sicher wohnt,
Und heißt die Zeiten eilen;
Er ordnet Jahre, Tag und Nacht;
Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht,
Ruhm, Preis und Dank ertheilen.
Herr, der da ist, und der da war!
Von dankerfüllten Zungen
Sey dir für das verfloßne Jahr
Ein heilig Lied gesungen;
Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath,
Für Fried und Ruh, für jede That,
Die uns durch dich gelungen.
Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn,
Das du uns neu gegeben.
Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein,
In deiner Furcht zu leben.
Du schützest uns, und du vermehrst
Der Menschen Glück, wenn sie zuerst
Nach deinem Reiche streben.
Gieb mir, wofern es dir gefällt,
Des Lebens Ruh und Freuden.
Doch schadet mir das Glück der Welt:
So gieb mir Kreuz und Leiden.
Nur stärke mit Geduld mein Herz,
Und laß mich nicht in Noth und Schmerz
Die Glücklichern beneiden.
Hilf deinem Volke väterlich
In diesem Jahre wieder.
Erbarme der Verlaßnen dich,
Und der bedrängten Glieder.
Gieb Glück zu jeder guten That,
Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath
Auf unsern Fürsten nieder;
Daß Weisheit und Gerechtigkeit
Auf seinem Stuhle throne;
Daß Tugend und Zufriedenheit
In unserm Lande wohne;
Daß Treu und Liebe bey uns sey;
Dieß, lieber Vater, dieß verleih
In Christo, deinem Sohne.
Wenn Christus seine Kirche schützt:
So mag die Hölle wüten.
Er, der zur Rechten Gottes sitzt,
Hat Macht, ihr zu gebieten.
Er ist mit Hülfe nah;
Wenn er gebeut, stehts da.
Er schützet seinen Ruhm,
Und hält das Christenthum:
Mag doch die Hölle wüten!
Gott sieht die Fürsten auf dem Thron
Sich wider ihn empören;
Denn den Gesalbten, seinen Sohn,
Den wollen sie nicht ehren.
Sie schämen sich des Worts,
Des Heilands, unsers Horts;
Sein Kreuz ist selbst ihr Spott;
Doch ihrer lachet Gott.
Sie mögen sich empören!
Der Frevler mag die Wahrheit schmähn;
Uns kann er sie nicht rauben.
Der Unchrist mag ihr widerstehn;
Wir halten fest am Glauben.
Gelobt sey Jesus Christ!
Wer hier sein Jünger ist,
Sein Wort von Herzen hält,
Dem kann die ganze Welt
Die Seligkeit nicht rauben.
Auf, Christen! die ihr ihm vertraut,
Laßt euch kein Drohn erschrecken!
Der Gott, der von dem Himmel schaut,
Wird uns gewiß bedecken.
Der Herr Herr Zebaoth
Hält über sein Gebot,
Gieb uns Geduld in Noth,
Und Kraft und Muth im Tod;
Was will uns denn erschrecken?
Nach einer Prüfung kurzer Tage
Erwartet uns die Ewigkeit.
Dort, dort verwandelt sich die Klage
In göttliche Zufriedenheit.
Hier übt die Tugend ihren Fleiß;
Und jene Welt reicht ihr den Preis.
Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden
Schon manchen selgen Augenblick;
Doch alle Freuden, die ihm werden,
Sind ihm ein unvollkommnes Glück.
Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh
Nimmt in der Seele ab und zu.
Bald stören ihn des Körpers Schmerzen,
Bald das Geräusche dieser Welt;
Bald kämpft in seinem eignen Herzen
Ein Feind, der öfter siegt, als fällt;
Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld
In Kummer und in Ungeduld.
Hier, wo die Tugend öfters leidet,
Das Laster öfters glücklich ist,
Wo man den Glücklichen beneidet,
Und des Bekümmerten vergißt;
Hier kann der Mensch nie frey von Pein,
Nie frey von eigner Schwachheit seyn.
Hier such ichs nur, dort werd ichs finden;
Dort werd ich, heilig und verklärt,
Der Tugend ganzen Werth empfinden,
Den unaussprechlich grossen Werth;
Den Gott der Liebe werd ich sehn,
Ihn lieben, ewig ihn erhöhn.
Da wird der Vorsicht heilger Wille
Mein Will und meine Wohlfahrt seyn;
Und lieblich Wesen, Heil die Fülle
Am Throne Gottes mich erfreun.
Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn
Mich fühlen, daß ich ewig bin.
Da werd ich das im Licht erkennen,
Was ich auf Erden dunkel sah;
Das wunderbar und heilig nennen,
Was unerforschlich hier geschah;
Da denkt mein Geist mit Preis und Dank
Die Schickung im Zusammenhang.
Da werd ich zu dem Throne dringen,
Wo Gott, mein Heil, sich offenbart;
Ein Heilig, Heilig, Heilig singen
Dem Lamme, das erwürget ward;
Und Cherubim und Seraphim
Und alle Himmel jauchzen ihm.
Da werd ich in der Engel Schaaren
Mich ihnen gleich und heilig sehn,
Das nie gestörte Glück erfahren,
Mit Frommen stets fromm umzugehn.
Da wird durch jeden Augenblick
Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück.
Da werd ich dem den Dank bezahlen,
Der Gottes Weg mich gehen hieß,
Und ihn zu Millionenmalen
Noch segnen, daß er mir ihn wies;
Da find ich in des Höchsten Hand
Den Freund, den ich auf Erden fand,
Da ruft, o möchte Gott es geben!
Vielleicht auch mir ein Selger zu:
Heil sey dir! denn du hast mein Leben,
Die Seele mir gerettet; du!
O Gott, wie muß dieß Glück erfreun,
Der Retter einer Seele seyn!
Was seyd ihr, Leiden dieser Erden,
Doch gegen jene Herrlichkeit,
Die offenbart an uns soll werden,
Von Ewigkeit zu Ewigkeit?
Wie nichts, wie gar nichts gegen sie,
Ist doch ein Augenblick voll Müh!
- Bitten.
Gott, deine Güte reicht so weit, 107
- Mel. Es ist das Heil uns kommen her &c.
- Prüfung am Abend.
Der Tag ist wieder hin, 116
- Mel. O Gott, du frommer Gott &c.
- Gelassenheit.
Was ists, das ich mich quäle? 119
- Mel. In allen meinen Thaten &c.
- Die Wachsamkeit.
Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; 121
- Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten &c.
- Osterlied.
Erinnre dich, mein Geist, erfreut &c. 128
- Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her &c.
- Der Kampf der Tugend.
Oft klagt dein Herz, wie schwer es sey, 130
- Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt &c.
- Paßionslied.
Erforsche mich, erfahr mein Herz &c. 143
- Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld &c.
- Der thätige Glaube.
Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht: 147
- Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt &c.
- Morgengesang.
Mein erst Gefühl sey Preis und Dank; 152
- Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn &c.
- Preis des Schöpfers.
Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht, 158
- Mel. Sey Lob und Ehr dem höchsten Gut &c.
- Vom Worte Gottes.
Gott ist mein Hort! 165
- Mel. Ach Gott und Herr &c.
- Weihnachtslied.
Dieß ist der Tag, den Gott gemacht &c. 167
- Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her &c.
- Geduld.
Ein Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, 169
- Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen &c.
- Die Liebe des Nächsten.
So jemand spricht: Ich liebe Gott! 175
- Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt &c.
- Abendlied.
Für alle Güte sey gepreist &c. 178
- Mel. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh &c.
- Am Communiontage.
Ich komme, Herr, und suche dich, 182
- Mel. O König, dessen Majestät &c.
- Vom Tode.
Meine Lebenszeit verstreicht &c. 186
- Mel. Jesus, meine Zuversicht &c.
- Wider den Aufschub der Bekehrung.
Willst du die Busse noch, die Gott gebeut, verschieben: 188
- Mel. O Gott, du frommer Gott &c.
- Weihnachtslied.
Auf, schicke dich &c. 200
- Mel. Wir Christenleut &c.
- Versicherung der Gnade Gottes.
So hoff ich denn mit festem Muth 205
- Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn &c.
- Ermunterung die Schrift zu lesen.
Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, 206
- Mel. O Gott, du frommer Gott &c.
- Abendlied.
Herr, der du mir das Leben &c. 210
- Mel. Nun ruhen alle Wälder &c.
- Paßionslied.
Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken &c. 211
- Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen &c.
- In Krankheit.
Ich hab in guten Stunden 216
- Mel. In allen meinen Thaten &c.
- Osterlied.
Freywillig hab ichs dargebracht, 218
- Mel. Es ist das Heil uns kommen her &c.
- Vertraun auf Gottes Vorsehung.
Auf Gott, und nicht auf meinen Rath 222
- Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan &c.
- Wider den Geiz.
Wohl dem, der beßre Schätze liebt, 224
- Mel. Wohl dem, der sich auf seinen Gott &c.
- Allgemeines Gebet.
Ich komme vor dein Angesicht, 227
- Mel. Für deinen Thron tret ich hiermit &c.
- Osterlied.
Jesus lebt, mit ihm auch ich. 234
- Mel. Jesus, meine Zuversicht &c.
- Betrachtung des Todes.
Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! 236
- Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht &c.
- Am neuen Jahre.
Er ruft der Sonn und schafft den Mond, 240
- Mel. Es ist das Heil uns kommen her &c.
- Der Schutz der Kirche.
Wenn Christus seine Kirche schützt: 242
- Mel. Ein feste Burg ist unser Gott &c.
- Trost des ewigen Lebens.
Nach einer Prüfung kurzer Tage 244
- Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten &c.