»In Islington giebt es keinen Geistlichen Benthouse. – In ganz London nicht.

Burton.

Mr. Hamilton, Telegraphenbureau Frankfurt a. M.«

Hamilton trat zum Tisch, auf den er den Schmuck und die telegraphische Depesche legte, dann nahm er aus seiner Tasche die Liste der gestohlenen Banknoten, die er mit den bei der jungen Dame gefundenen verglich und einige roth anstrich, dann fügte er diesen noch ein anderes Papier bei, die genaue Beschreibung des im Hause der Lady Clive gestohlenen Schmucks, und als er damit fertig war, sagte er freundlich zu Burton:

»Dürfte ich Sie jetzt einmal bitten, Mr. Burton, sich diese kleine Bescheerung anzusehen? Es wird interessant für Sie sein. – Lassen Sie den Gefangenen nur los, meine Herren.«

»Sie werden sich nie Ihres nichtswürdigen Betragens wegen entschuldigen können,« sagte Burton finster, indem er aber doch der Aufforderung Folge leistete.

»Auch dann nicht?« frug Hamilton, »wenn ich Sie überzeuge, daß Sie einer großen – einer recht großen Gefahr entgangen sind?« frug Hamilton.

»Einer Gefahr? – wie so?«

»Der Gefahr, das Schlimmste zu erleben, was ein anständiger Mann, außer dem Verlust seiner Ehre, erleben kann – sich lächerlich zu machen.«

»Mr. Hamilton –«

»Bitte, lesen Sie hier die Depesche Ihres Herrn Vaters – seine Antwort auf meine Anfrage von heute Morgen. – So – und hier haben Sie die Nummern der aufgefundenen Banknoten – und hier endlich die genaue Beschreibung des Schmucks, von Lady Clives eigener, sehr zierlicher Hand. Zweifeln Sie jetzt noch daran, daß Sie es nicht mit einer Miss Jenny Benthouse, sondern mit der leichtfertigen Lucy Fallow zu thun hatten? – Pst – lieber Freund, die Sache ist abgemacht« – sagte aber der Agent, als er sah, wie bestürzt der junge Burton diesen nicht wegzuläugnenden Beweisen gegenüber stand. – »Nur noch einen Blick werfen Sie jetzt auf die junge Dame,« fuhr er dabei fort, während er zugleich die Thür aufstieß und nach der trotzig und wild dastehenden Gestalt des Mädchens zeigte. – »Glauben Sie, das jene Dame Ihnen bis London gefolgt wäre, und nicht vorher Mittel und Wege gefunden hätte, Ihnen unterwegs zu entschlüpfen? Uebrigens habe ich schon von Ems aus, so wie ich Korniks Geständniß erhielt, nach London an Lady Clive telegraphirt und sie gebeten, mir Jemanden zur Recognoscirung des jungen Frauenzimmers herzusenden. Der kann schon, wenn sie ihn rasch befördert hat, morgen Mittag eintreffen, und dann, nachdem jeder Vorsicht Genüge geleistet und die äußerste Rücksicht genommen ist, um nicht eine Unschuldige zu belästigen, werden Sie mir doch zugeben, Mr. Burton, daß ich meine Pflicht erfüllt habe.«

James Burton schwieg und sah ein Paar Secunden still vor sich nieder; aber sein besseres Gefühl gewann doch die Oberhand. Er sah ein, daß er sich von einer Betrügerin hatte täuschen lassen, und Hamilton die Hand reichend, sagte er herzlich:

»Ich danke Ihnen, Sir – ich werde Ihnen das nie vergessen.«

»Ein desto schlechteres Gedächtniß werde ich dann für unser letztes kleines Intermezzo haben,« lachte der Polizeiagent, die dargebotene Hand derb schüttelnd, »und nun, mein lieber Mr. Burton, reisen Sie, wenn Sie meinem Rath folgen wollen, so rasch Sie mögen, nach England zurück. Für die beiden Schuldigen werde ich schon Sorge tragen, und in sehr kurzer Zeit denke ich Ihnen nachzufolgen.«

Dem Commissär erklärte Hamilton bald den Zusammenhang der Verhaftung Mr. Burtons, den er dadurch nur hatte so lange aufhalten wollen, bis er die Beweise von der Schuld jener Person beischaffte – das war geschehen und er selber brachte jetzt die an dem Morgen von Burton zerrissene und von ihm wieder sorgfältig zusammengeklebte Vollmacht zum Vorschein, die als beste Legitimation für ihn dienen konnte.

Am nächsten Tag traf richtig ein Polizeibeamter, der Miss Lucy Fallow persönlich kannte, in Frankfurt ein, und Hamilton erhielt die Genugthuung, seinen ersten Verdacht völlig bestätigt zu finden. Gleich danach reiste James Burton allein ab, während Hamilton noch einige Tage brauchte, bis er die Uebersendung der Wertpapiere und Banknoten durch die Nassauische Regierung nach England reguliren konnte. Dann erst folgte er mit seinen Gefangenen nach England, von denen er aber nur das Mädchen hinüberbrachte.

Kornik machte unterwegs einen verzweifelten Fluchtversuch und sprang, während der Zug im vollen Gange war, zwischen Lüttich und Namür aus dem Fenster des Waggons; aber er verletzte sich dabei so furchtbar, daß er starb, ehe man ihn auf die nächste Station transportiren konnte.

Eine Heimkehr aus der weiten Welt.

Was auch Andere dagegen sagen mögen; es ist schon der Mühe werth eine größere Reise zu unternehmen, nur um wieder zu kommen.

Manche Freude, manches Glück blüht uns »armen Sterblichen« hier auf dieser schönen Welt, keine aber so voll und reich und herrlich, als die Freude des Wiedersehens nach langer Trennung – keine so rein und selig, als die Rückkehr in das Vaterland. Soll ich dir deshalb, lieber Leser, erzählen wie mir zu Muthe war, als ich nach einer Abwesenheit von 39 Monden von Weib und Kind, zurück in die Heimath kehrte? – Ich will's versuchen.

Ich kam damals – im Juni 52 – nach einer ununterbrochenen Seereise von 129 Tagen direct von Batavia. Siebzehn von den 129 hatten wir uns allein bei faulem Wetter in Canal und Nordsee herumgetrieben – 17 Tage auf einer Strecke, die wir recht gut hätten in dreien zurücklegen können. Und so dicht dabei an der heimischen Küste; es war eine verzweifelte Zeit; doch sie ging auch vorbei, und endlich, endlich rasselte der Anker in die Tiefe.

Das ist ein wunderbar ergreifender Ton, den man nicht allein hört, sondern auch fühlt, denn das ganze Schiff rasselt und zittert mit, und wie die Eisenschaufel nur den Boden berührt und mit einem Ruck festhakt, fühlt man sich auch daheim.

Ich war daheim! ob Bremen, ob Sachsen, ob Oestreich, solchen Unterschied kennt man nur innerhalb der verschiedenen Grenzpfähle: für uns Deutsche da draußen ist alles nur ein Deutschland, ein Vaterland, und wie die Matrosen nach oben liefen, die Segel festzumachen, und die Kette indessen, soweit das anging, eingezogen und um die Winde geschlagen wurde, hing mein Blick an dem grünen Ufer des Weserstrandes, an dem Mastenwald des nicht fernen Bremerhafens, und konnte sich nicht losreißen von dem lieben, lieben Bild.

Aber nicht lange sollte mir Zeit zum Schauen bleiben. Der Lootse hatte uns schon gesagt, daß wir wahrscheinlich noch zeitig genug nach Bremerhafen kämen, um das Nachmittags-Dampfboot nach Bremen zu benutzen. Alle unsere Sachen waren gepackt. Jetzt dampfte das Boot aus dem Hafen heraus und legte bei – jetzt kam ein kleines Boot vom Ufer ab, uns hinüber zu führen. Kisten und Koffer wurden Hals über Kopf hinunter gehoben, kaum blieb mir noch Zeit, den Seeleuten, mit denen ich so lange Monde als einziger Passagier verlebt, die Hand zu schütteln, und schon glitten wir über den stillen Strom, dem, unserer harrenden, Dampfer zu.

An Bord fanden wir eine große Gesellschaft von Herren und Damen und hier zum ersten Mal dachte ich daran, daß ich ja in Bremerhafen, ehe ich die »Stadt« selber betrat, meine etwas sehr mitgenommene Toilette hatte erneuen wollen. Mein Schuhwerk besonders befand sich in höchst traurigen Umständen, und meine besten Schuh waren querüber vollständig aufgeplatzt. Aber das ging jetzt nicht mehr an – wer kannte mich auch und wo behielt ich Zeit mich jetzt um solche Dinge zu bekümmern? – Den Strom hinauf glitten wir, der für mich der Erinnerungen so viele trug, und wie Dorf nach Dorf hinter uns blieb, wie die Sonne tiefer und tiefer sank, und hie und da schon einzelne Hügel aus dem flachen Land hervorschauten, grüßten mich die Nachtigallen, die lieben Waldsänger unserer Heimath mit ihrem zaubrisch süßen Sang.

Und weiter flog das Boot; hinter dem Rad stand ich, aus dem die Wellen schäumten, horchte den Nachtigallen am Ufer, und schaute nach den alten gemüthlichen Dorfkirchthürmen hinüber, bis von weitem, aber schon mit einbrechender Dunkelheit, die Thürme der alten Handelsstadt Bremen herüber blickten.

Jetzt hielt das Boot; dicht unter den dunkeln Häusermassen lagen wir, in welche nur schmale schräge Einschnitte – kleine Gäßchen, die zum Ufer hinunterführen – einliefen; Karrenführer kamen an Bord, denen ich mein Gepäck übergab, und wenige Secunden später stand ich zum ersten Mal wieder nach 129 Tagen draußen auf Pflaster, auf deutschem Grund und Boden, und es war mir zu Muthe, als ob ich hätte über den Boden fliegen können.

Von da an war jeder Schritt, den ich weiter that, ein Genuß für mich und langsam, ganz langsam verfolgte ich im Anfang meinen Weg, den frohen Becher nun auch ordentlich auszukosten.

In vielen Häusern war schon Licht angezündet, und die Leute saßen drin bei ihrem Abendbrod, hie und da aber standen sie auch noch plaudernd, und sich des schönen Sommerabends freuend, in den Thüren – auch deutsch sprachen sie, gutes ehrliches deutsch, nicht mehr malayisch oder holländisch, oder englisch, französisch, spanisch oder was sonst noch, was ich seit den letzten Jahren gewohnt war, vor fremden Thüren zu hören – die Männer rauchten lange Pfeifen, die Frauen strickten lange Strümpfe, und die Kinder hetzten sich über den Weg hinüber und herüber, und lachten und jubelten.

So wanderte ich mitten zwischen ihnen durch, noch ein Fremder und Heimathloser in der weiten Stadt, und doch vielleicht der glücklichste Mensch, den in diesem Augenblick ganz Bremen umschloß.

Jetzt hatte ich endlich das Handlungshaus erreicht, in dem ich Briefe für mich von daheim finden sollte. – Die ersten wieder seit langer, langer Zeit, denn die letzten Briefe, die ich vor sechs Monaten in Batavia erhalten, waren noch außerdem über sechs Monate alt gewesen.

Der Chef war nicht zu Haus, aber ein junger Mann vom Geschäft, dem ich meinen Namen nannte, sagte: »er glaube, daß ein Brief für mich oben liegen müsse,« und wie entsetzlich langsam ging er die Treppe hinauf, danach zu suchen. – Endlich waren wir oben – zwei, drei Gefache suchte er durch – da war er richtig – ich hielt ihn fest in der Hand und weiß wahrhaftig nicht, wie ich wieder aus dem Haus und durch die Stadt in mein Hotel gekommen bin; aber ich sah die Leute nicht mehr, die vor den Häusern standen, oder an ihren hellerleuchteten Tischen saßen. So rasch mich meine Füße trugen, eilte ich in den Lindenhof, ließ mir ein Zimmer geben, bestellte Licht und Thee und saß kaum zehn Minuten später am geöffneten Fenster vor den lieben, lieben Zeilen, die mir Kunde von den Meinen brachten. – Dann erst gab ich mich den übrigen Genüssen hin, und wer nicht selber einmal solang von daheim fort und besonders so viele Wochen, ja Monate hintereinander auf See gewesen, wird schwer begreifen können, mit welch behaglichem Gefühl den seemüden Wanderer alle jene tausend Kleinigkeiten erfüllen, die wir im gewöhnlichen Leben gar nicht mehr beachten, und deren Dasein wir oft nur bemerken, wenn sie einmal fehlen.

Erstlich die Annehmlichkeit von frischem Fleisch, frischer Butter, Milch und Eiern – dann das Bewußtsein, daß das Theezeug fest auf dem Tisch stand, und nicht brauchte in hölzerne Gestelle eingestemmt zu werden – und doch war ich mit meiner Tasse noch im Anfang außerordentlich vorsichtig. Dazu das Geräusch rollender Wagen auf dem Pflaster unten, das Schlagen der großen Thurmuhren, das ich in einer Ewigkeit nicht gehört, das Lachen und Plaudern der Menschen unten auf dem großen freien Platz, und kein Schaukeln dabei, kein Hin- und Wiederwerfen – Alles das genoß ich einzeln und mit vollem geizenden Bewußtsein dieser wenigen Momente, und wenn es mir auch im Anfang noch manchmal so vorkommen wollte, als ob der Lehnstuhl auf dem ich saß leise hin und herschwankte, – das alte Gefühl noch von dem Schiffe her – überzeugte ich mich doch bald, daß das nur Täuschung sei.

Indessen war es dunkel und still draußen in der Stadt geworden; wieder und wieder hatte ich den Brief gelesen und lag jetzt in meinem Stuhl am offenen Fenster, eine ganze Welt voll Seligkeit im Herzen.

Unten wurden murmelnde Menschenstimmen laut – ich hatte sie schon eine Weile wie im Traum gehört, aber nicht darauf geachtet; auch ein paar Laternen sah ich über den Platz kommen. Da plötzlich klangen von vier kräftigen Männerstimmen die Töne des herrlichen Mendelssohn'schen Liedes:

»Wer hat dich, du schöner Wald,
Aufgestellt so hoch da droben ...«

zu mir herauf, das erste deutsche Lied und Männerchor wieder, das ich seit langen Jahren hörte, und wie hatte ich mich danach gesehnt. – Neben mir öffnete sich ein Fenster – es fiel mir jetzt wieder ein, daß eine berühmte Opernsängerin meine Nachbarin war, die hier in Bremen gastirt hatte und morgen früh wieder abreiste. Der Kellner hatte mir davon gesprochen, als er das Theegeschirr hinausnahm.

Und jetzt verklangen die Töne, um wieder mit einem anderen, lebendigeren Liede zu beginnen; aber voll und weich klangen sie zu mir herauf – voll und weich war mir das Herz dabei geworden und – ich brauche mich deshalb nicht zu schämen, daß mir die hellen Thränen in den Bart liefen.

Noch immer saß ich so, und die Sänger waren schon lange fortgezogen; die Uhren in der Stadt brummten die zehnte Stunde, als ein anderer, nicht so harmonischer Ton all' die schwermüthigen Gedanken im Nu verscheuchte.

»Tuht!« blies der Nachtwächter unten und sang sein melancholisch Lied, und ich sah den dunklen Schatten des Mannes unten mit schwerem Schritt über den Platz schreiten, folgte ihm mit den Augen so weit ich konnte, und horchte auf die, aus ferneren Stadttheilen herüberschallenden Antworten noch lange, lange. – Und dann kamen Nachtschwärmer, die einen Hausschlüssel hatten und ich hörte wie die Thüren auf- und wieder zugemacht wurden – und dann schlugen die Uhren wieder ein Viertel, Halb, drei Viertel und Elf. Immer konnte ich mich noch nicht losreißen von dem Platz am Fenster, bis ich endlich lange nach elf mein weiches Lager suchte. Und wie herrlich schlief ich, denn meine alte Seegras-Matratze an Bord hatte ich in den vier Monaten so hart wie ein Bret gelegen, und das weiche Roßhaarbett bot einen neuen Genuß.

Am nächsten Morgen war ich früh auf den Füßen, Manches zu besorgen, meine mitgebrachten Kisten auf die Fracht zu geben und liebe Freunde zu besuchen. Eine Zeitung hatte ich noch nicht in die Hand bekommen und das Einzige, was ich bis jetzt von einer politischen Neugestaltung der letzten 8 Monate wußte, war die Wahl Louis Napoleons zum Präsidenden der Republik. Ein Fischerboot im Canal, das wir wegen Zeitungen anriefen, hatte uns ein altes Stück englischer Zeitung – halb durchgerissen, mit einer tüchtigen Steinkohle als Gewicht hineingewickelt – zugeworfen – darauf fanden wir einen Theil der Einzugsfeierlichkeiten des neuen Präsidenten beschrieben – das war Alles was wir von Europa überhaupt erfuhren – und sonderbarer Weise gleich das Wichtigste.

Freund Andree, den ich in Bremen antraf, ersetzte mir aber alle Zeitungen, denn mit kurzen bündigen Worten gab er mir einen flüchtigen, aber vortrefflichen Ueberblick des Geschehenen – du lieber Gott, es war wenig Tröstliches, das ich erfuhr – wie traurig sah es in dem armen Deutschland aus, und was war aus der Freiheit, aus den Freiheiten geworden, die wir 48 erträumt. Der alte Fluch der Uneinigkeit hatte wieder seine giftigen Früchte getragen, und Alles was ich aus dem Sturm der letzten Jahre gerettet fand – und das überhaupt der Mühe des Aufhebens lohnte, war: die Erinnerung an das Parlament; das Bewußtsein, daß wir ein solches wirklich gehabt hatten, daß es also nicht zu den Schattenbildern gehörte und uns einmal, es möchte nun dauern so lange es wollte, wieder werden mußte. – Jetzt freilich feierte der Bundestag wieder seine Ferien wie vordem – ein Dorn im Fleisch der Deutschen, ein Spott und Hohn für das Ausland. – Die deutschen Schiffe, die noch draußen auf der Rhede von Bremerhafen unter der schwarz-roth-goldenen Flagge lagen, warteten auf den Hammer des Auctionators, die Schmach von Schleswig-Holstein und Olmütz brannte auf unserem Herzen und – was ich außerdem von Bekannten und Freunden hatte, saß im Zuchthaus oder war verbannt. Tröstliche Nachrichten für einen Heimkehrenden; aber es überraschte mich kaum. Als ich Deutschland im März 49 verließ, saß der mit den deutschen Farben bewimpelte Staatskarren schon fest im Schlamm, und man brauchte damals kein Prophet zu sein, ihm sein Schicksal vorher zu sagen. Das Alles hatte sich jetzt erfüllt, die Reaction grünte und blühte, und wie in der Argentinischen Republik, that es den würdigen Staatsmännern nur leid, daß sie nicht auch Wald und Himmel mit ihren respectiven Landesfarben schwarz und weiß oder schwarz und gelb oder weiß und blau anstreichen konnten.

Was half's! Es mußte ertragen werden, und nur die Hoffnung konnte uns selbst unser damaliger Zustand nicht rauben.

In Bremen besorgte ich so rasch als möglich was ich zu besorgen hatte, fuhr dann nach Hamburg hinüber, dort einige von Sidney herübergeschickte Sachen, meist Indianische Waffen, in Empfang zu nehmen, und eilte nun, so rasch mich Dampf und Eisenschienen bringen konnten, nach Leipzig, meine damals in Wien lebende Familie wieder zu sehen.

Unterwegs mußte ich erst noch an der Preußischen Grenze eine Paßplackerei überwinden. Mein Paß war seit drei Monaten verfallen und außerdem in einem Zustand, wie ihn ein Preußischer Grenzbeamter wohl kaum je unter Händen gehabt. In Brasilien und besonders in der Argentinischen Republik wie in Batavia, selbst von den französischen Behörden auf Tahiti war freilich allen Anforderungen, die selbst ein deutsches Postbüreau stellen konnte, genügt; an allen übrigen Landungsplätzen hatte sich aber kein Mensch um einen Paß bekümmert, und ich war nicht leichtsinnig genug gewesen, mir unnöthige Laufereien und Geldausgaben zu machen. Nur um die ganze Route auf dem Paß zu haben visirte ich ihn mir, aus angeborenem Pflichtgefühl, dort selbst, und diese Mißachtung eines officiellen Visum schien die Polizeibeamten am meisten zu erschüttern. Trotzdem behandelten sie mich humaner als ich erwartet hatte, und mit einem sanften Verweis über mein rücksichtsloses Handeln: »Aber lieber Herr, Sie reisen in der ganzen Welt herum und lassen nirgends visiren,« wurde mir erlaubt, meine Reise ungehindert fortzusetzen.

In Leipzig, wo ich einen Tag bleiben mußte, kam ich Abends spät an, und wollte noch meinen dort wohnenden Schwager aufsuchen. Seine Adresse hatte ich; ich wußte nämlich die Straße und Hausnummer, es war aber schon so dunkel, daß ich die Nummer nicht mehr erkennen konnte, und die vollkommen menschenleere Quergasse langsam niederschreitend, hoffte ich an irgend einem Haus einen Menschen zu finden, den ich fragen konnte.

Da verließ Jemand vor mir eine Thür und ging die Straße hinab; es war ein Mann in Hemdsärmeln, jedenfalls ein Markthelfer, mehr konnte ich in der Dunkelheit nicht erkennen. Als ich ihn eingeholt, frug ich ihn, ob er nicht zufällig wisse, in welcher Gegend hier Nr. 22 liege.

»Ja wohl, Herr Gerstäcker,« sagte der Mann so ruhig, als ob er mir noch gestern und alle Tage hier in derselben Straße begegnet wäre, und wir jetzt hellen Sonnenschein und nicht finstere Nacht gehabt hätten. Es lag ordentlich etwas Geisterhaftes in dieser Nennung meines Namens unter solchen Umständen, und unwillkührlich frug ich, »aber kennen Sie mich denn?« – »Na, werd' ich Sie nicht kennen,« sagte der Mann – »da drüben ist gleich das Haus.« – Incognito hätte ich hier nicht reisen können.

Den nächsten Tag verbrachte ich, wie schon gesagt, in Leipzig, um vor allen Dingen einen neuen Paß nach Oestreich zu bekommen. Ein merkwürdiges Gefühl war es mir aber dabei, durch die alten bekannten Straßen zu gehen und in den Läden, in den Fenstern die nämlichen Menschen mit der nämlichen Beschäftigung zu sehen, wie ich sie vor langen Jahren verlassen hatte. Die waren nicht fort gewesen in der ganzen Zeit; die hatten Tag für Tag ihrem Beruf an derselben Stelle obgelegen und während mir eine Fluth von Erinnerungen durch die Seele ging, kannte die ihre kein anderes Bild, als diese selben engen Straßen boten.

So sitzen hier Leute, die ich mich besinnen kann auf der nämlichen Stelle gesehen zu haben, als ich noch, ein Knabe, da in die Schule ging. Sie kamen mir damals schon alt und ehrwürdig vor und sahen heute genau noch so aus; nur daß sie früher keine grauen Haare hatten. Dieselben Menschen sind immer dageblieben, und wo bin ich indessen herumgewandert – was hab' ich erlebt – was gesehen – und wie drängt es mich noch immer neuen Scenen entgegen zu eilen, während diese still und genügsam in dem engen Kreise sich bewegen, den ihnen die eigene Wahl oder das Schicksal angewiesen. Und wenn wir sterben, ruhen wir vielleicht neben einander, und die Erinnerung ist todt und fort.

Und soll ich dir, freundlicher Leser, jetzt erzählen, wie ich nach Brünn kam, bis wohin mir meine Frau mit dem Kind entgegen fahren wollte – wie ich mich von Nachtfahrten und übermäßiger Anstrengung zum Tod erschöpft in meinen Kleidern auf das Bett geworfen hatte, den um Mitternacht eintreffenden Zug dann zu erwarten? Wie mich der Kellner nicht geweckt, und plötzlich mitten in der Nacht Frau und Kind, die ich in 39 Monden nicht gesehen, im Zimmer standen, und wie der kleine, indessen vierjährig gewordene Bursch, seine Aermchen um meinen Nacken legte und mit seiner lieben Stimme flüsterte: »du weggelaufener Papa?« – Es geht nicht – es geht wahrhaftig nicht, Worte sind nicht im Stande das zu beschreiben; das muß erlebt, empfunden sein, und – ich möchte gleich wieder auf Reisen gehen, nur um den Augenblick noch einmal zu erleben.

Wenn wir einmal sterben.

Oft, wenn ich in meinem Zimmer sitze und mein Blick über die aus allen Welttheilen zusammengetragenen Gegenstände schweift, die mir so lieb sind, weil sich an jedes einzelne eine, oft freudige, oft bittere Erinnerung knüpft, fällt mir eine Scene aus früherer Zeit ein.

In einem großen alten Hause in ** hatte ein alter Herr viele lange Jahre hindurch so abgeschlossen gelebt, daß er mit Niemandem da draußen – wenigstens nie direkt – in Berührung kam. Eine alte Haushälterin und ein alter Gärtner besorgten seine Arbeiten, und nur Abends, wenn in dem obersten Erkerstübchen, wo die alte Haushälterin schlief, Licht angezündet wurde, sah man, daß die Leute drinnen noch lebten, denn sonst ließ sich den ganzen Tag keine Seele, weder an einem der dicht verhangenen Fenster noch in der Thür blicken.

Der Eigenthümer selber verließ seine Wohnung nie – einen Tag im Jahre ausgenommen – am ersten Weihnachtsfeiertag, und dann auch nur – mochte es wettern und stürmen, wie es wollte – um hinaus auf den Gottesacker zu gehen und daselbst ein Grab zu besuchen. Allerdings hatten sich die Müßiggänger in der Stadt schon die größte Mühe gegeben, um herauszubekommen, wer unter dem kleinen einfachen Hügel ruhe, an dem der Greis eine volle Stunde betete – aber vergebens. Kein Kreuz, keine Tafel kündete den Namen. Der frühere Todtengräber war gestorben, aus dem Buch, das er mit wunderlichen Zeichen und Figuren geführt, ließ sich nichts Bestimmtes mehr herausfinden, und die Leute sahen sich gezwungen, ihre eigenen Geschichten darüber zu ersinnen. Es läßt sich denken, daß die abenteuerlichsten Gerüchte die Stadt durchliefen – aber auch nur eine Zeit lang. Wie der alte Herr Jahr nach Jahr das nämliche trieb, dabei Niemandem etwas in den Weg legte, wurde man es endlich müde, sich um ihn zu bekümmern, und erst sein Tod erweckte die schon fast vergessenen Gerüchte von Neuem – allein auch sein Tod brachte keine Aufklärung über sein früheres Leben.

Wie es mit dem Testament gewesen war, weiß ich nicht mehr, nur soviel erinnere ich mich, daß die Erben keineswegs zufrieden sein mußten, denn große Legate waren den Dienern vermacht, und die außerordentlich einfache und dadurch fast werthlose Einrichtung des Hauses sollte in dessen Räumen selber öffentlich versteigert werden.

Nach alle dem läßt es sich denken, daß ein großer Theil der Bewohner von ** neugierig war, die Räume zu betreten, die bis jetzt von dem alten wunderlichen Mann als unnahbares Heiligthum verschlossen und verriegelt gehalten waren. Die von dem Magistrat herbeorderten Beamten hatten wirklich ihre Noth, die zudringlichen Gaffer in ihren Schranken zu halten, damit sich im Gedränge nicht auch verworfenes Gesindel mit einschlich und die Hand an fremdes Eigenthum legte.

Stube nach Stube wurde deshalb nur derart geöffnet, daß man eine andere erst aufschloß, wenn die in der einen befindlichen Gegenstände verkauft und ihren jetzigen Besitzern überwiesen waren. Dadurch bekamen es die Neugierigen endlich satt, sich nur herumstoßen und drängen zu lassen, ohne weiter etwas zu sehen, als öde Zimmer und altmodische Möbel und Schränke. Nach und nach verliefen sich die Meisten und es blieben fast nur Solche zurück, die wirklich Lust zu kaufen hatten.

So gelangten wir endlich, nachdem eine Masse von Schränken, Tischen, Stühlen, alten Bildern, zu Spinneweb gewaschenen Gardinen und hundert andern Kleinigkeiten verkauft oder vielmehr um einen Spottpreis verschleudert waren, in die Studirstube des alten Mannes – wenn ein Platz so genannt werden kann, in dem ein nur wenig benutzter Schreibtisch und ein kleines dürftiges Regal mit einigen zwanzig, meist französischen und holländischen Büchern stand.

Der Verstorbene war augenscheinlich kein Gelehrter gewesen, das aber hier jedenfalls der Platz, wo er seine meiste Zeit, die langen Jahre seiner Einsamkeit, träumend und durch nichts gestört verbracht, und es überkam mich ein eigenes und drückendes Gefühl, als ich die kalten, gleichgültigen Gesichter sah, die sich hier jetzt mit prüfenden Blicken in dem engen Raum umschauten und die Gegenstände taxirten. Es war mir, als ob ein Grab entweiht würde, das Grab einer Seele, deren Träume bis jetzt hier eingesargt gewesen.

Aber was kümmerte das die Käufer oder den Auctionator, der Stück nach Stück ruhig und gleichmüthig unter den Hammer brachte! Vor dem Tische stand ein alter, mit Leder überzogener Lehnstuhl, über dem Tisch hing ein kleines, ziemlich mittelmäßig ausgeführtes Bild, eine Landschaft mit einer alten knorrigen Eiche im Vordergrund, die an dem Ufer eines Weihers stand. Unter der Eiche lag ein Frauenhut und ein Brief. In dem Lehnstuhl war der alte Mann gestorben, und auf dem Tisch stand ein kleines flaches Mahagonikästchen.

Ein Jude kaufte den Tisch, den Lehnstuhl und nachher das Kästchen auch, das Bild, da Niemand darauf bieten wollte, bekam er zu. In dem Kästchen stak der Schlüssel, er öffnete es, es lagen einige Sachen darin, und er wühlte mit der Hand darin herum. Als ihm das Kästchen zugeschlagen war, drehte er es um und schüttete den Inhalt auf den Boden. Es enthielt auch nichts Aufhebenswerthes: ein paar trockene, schon fast verkrümelte Blumen, ein Stückchen Holz mit ein paar dürren Blättern, ein paar Streifen vergilbtes Papier mit unleserlichen Zügen, ein kleines blauseidenes Band, einen zerschnittenen Handschuh und noch eine Anzahl anderer, eben so werthloser verwitterter Dinge. Was sollte der Käufer mit dem Plunder machen? er wurde später mit dem übrigen Staub und Gerumpel hinaus gekehrt, und doch war er das Heiligthum eines ganzen Lebens gewesen.

Und wenn wir einmal sterben?

In meinem Zimmer hängen eine Unmasse von werthlosen Dingen, Waffen aus allen Welttheilen von Stein, Holz, Stahl, Wallroß- und Haifischzähnen, und wenn ich einmal sterbe, finden sie vielleicht ihren Weg in ein Naturaliencabinet, wo dann der Aufseher mit Hülfe des Katalogs den Besuchern erklären kann: das Stück stammt dort, jenes von da her, diese Waffen führen die australischen Eingebornen, jene sind auf den Südseeinseln, in Afrika, in Californien, in Südamerika, in China, in Java daheim – das bleibt Alles, denn die Erinnerung ist todt, die ihnen jetzt Leben verleiht.

Jenes alte lederne Jagdhemd, mit seinen indianischen Ausfranzungen, habe ich aus selbsterlegten Hirschdecken auch selber gegerbt und genäht und manches lange Jahr getragen; jenes alte Messer führte ich zweiundzwanzig Jahr in Freud und Leid; jene Bolas holte ich mir aus den chilenischen Cordilleren, und wie der Blick darauf fällt, sitze ich wieder bei dem tollen Trinkgelage jener Stämme, sehe die mit trübem Aepfelwein gefüllten Kuhhörner im Kreis herumgehen und die junge dicke Kazikentochter mir gegenüber, die mir jenes Diadem von bunten Perlen gab. Die Lanze dort schleuderte einst ein australischer Wilder nach mir; jene Mumienhand steckte mir ein junger ägyptischer Epigone unter den Tempelsäulen von Karnak in die Tasche, da ich sie ihm nicht um den üblichen Sixpence abkaufen wollte; jenen Bogen erhandelte ich von einem californischen Indianer um selbstgegrabenes Gold aus seinen Bergen. Mit diesen Stücken trockenen Guiavenholzes rieb sich ein bildschönes Mädchen auf Tahiti einst Feuer, um ihre Cigarre daran anzuzünden; jenen Wallfischzahn brach ich selber aus dem Kiefer eines frischgefangenen Cachelot; den Tabaksbeutel aus dem Fuß eines Albatroß arbeitete ich mir inmitten eines furchtbaren Sturmes am Cap Horn; das Hirschgeweih da oben holte ich mir aus der Bandong-Ebene in Java, und jene kleinen ungeschickt geschnittenen Figuren aus vegetablischem Elfenbein kaufte ich auf dem Markt zu Quito.

Und welche Unzahl von Kleinigkeiten, die ein Anderer unbedingt zum Kehrichthaufen verdammen würde, bilden die Schätze, die ich um mich her aufgehäuft! Vier Steinbrocken, die jeder Geologe verächtlich bei Seite werfen würde: ein gewöhnliches Stück Kalkstein mit ein paar dunklen Flecken darauf – die Schweißtropfen meines ersten starken Gemsbocks, den ich hoch am Karwendelgebirg in Tyrol in voller Flucht durch's Herz schoß; ein gewöhnlicher Kieselstein, aus den Wassern des Pozuzu in Peru – die Erinnerung an den Uebergang jenes reißenden Bergstromes, an einer einzelnen wilden Rebe; ein kleines Stück Granit vom 16,000 Fuß hohen Gipfel der Cordilleren in Peru; ein anderes verwittertes Gestein vom höchsten Paß der La Plata-Staaten nach Chile; eine gelbe Feder vom Kopf eines Kakadu, des ersten, leider nicht des einzigen, den ich im australischen Wald erlegen und verzehren mußte, um nicht zu verhungern; ein langes Stück Koralle, das ein australisches Mädchen als einzigen Schmuck und Kleidungsstück durch den Nasenknorpel trug; ein rothes Band, das ich, in dem jetzt verschütteten Mendoza, im Knopfloch führen mußte, um unter Rosa's Regierung einen Paß auf der Polizei zu bekommen; der alte hölzerne Quirl und Löffel, mit dem ich in Ecuador tagtäglich, lange Monate hindurch meine Chocolade quirlte und rührte; selbstgewaschenes Gold aus Californien; Silber aus Cerro de Pasco, der höchsten Stadt der Welt; Wüstensand aus Aegypten; künstliche Federblumen aus Brasilien, und was mein Schreibtisch an geheimen Schätzen birgt, an trockenen Blumen und an Liebeszeichen aus der Jugendzeit, Du lieber Gott, was Anderes ist das, als was der Trödler dort in dem alten Haus, aus jenem Mahagonikasten auf die Erde schüttete: – und doch ein Lebensalter hindurch mit dem eigenen Herzblut erkauft und gehegt und gepflegt!

Und wer von uns Allen hat nicht solche Liebeszeichen, wem von uns Allen ruft nicht ein Band, ein trocknes Blatt, ein alter, wieder und wieder gelesener Brief alte Liebe und, wenn auch schmerzliche, Erinnerungen der Seele wach? und wenn wir einmal sterben? dann kommen rauhe Hände und zerstören diese »Leichen unserer Erinnerung,« denn das Leben fehlt ihnen, was ihnen diese für uns eingehaucht.

Und können wir uns deshalb von ihnen trennen? Nein, es ist nicht möglich, denn sie bilden einen Theil, und zwar den edelsten Theil unseres Selbst; sie sind die kleinen unscheinbaren, aber trotzdem unzerreißbaren Glieder jener Kette, die uns an die Heimath binden. Sie sind die Tröster in mancher bitteren, sorgenschweren Stunde, die Märchenerzähler unserer eigenen Jugend, und wie der Mensch, wenn ihm die Hoffnung genommen würde, zum Selbstmörder werden müßte, und wie er deshalb die Hoffnung hegt und pflegt, weil er mit ihr die Brücke zu seiner Zukunft baut, so hält er auch die kleinen Zeichen fest als theure Gaben der Vergangenheit.

Wohl wäre es besser, wir selber vernichteten diese kleinen unscheinbaren Liebesboten, wenn wir einmal fühlen, daß unser Ende naht; aber wer fühlt das? Wer mag es sich bis zum letzten entscheidenden Augenblick wohl eingestehen: Jetzt ist vorbei, jetzt weist der Zeiger auf die letzte Stunde? Nicht Einer aus Tausenden. Noch mit zitternder Hand, mit schon halbgebrochenem Auge fällt unser Blick darauf, und wenn wir dann sterben, dann fliegt mit unsrer Seele auch die Seele unserer Reliquien – Gott nur weiß wohin, und unsere Leichen werden Staub.


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originaler Text
geänderter Text

Seite 1
als er, vierzehn Tage später, um Bertha Vollmer anhielt
als er, vierzehn Tage später, um Bertha Wollmer anhielt

Seite 3
und wenn sie ihn auch nie ein unfreundlich Gesicht
und wenn sie ihm auch nie ein unfreundlich Gesicht

Seite 14
freundlich ihn empfing, wenn er endlich znrückkehrte
freundlich ihn empfing, wenn er endlich zurückkehrte

Schatz gehalten, und mißachtet, bis er von ihn genommen
Schatz gehalten, und mißachtet, bis er von ihm genommen

Seite 15
wo die Gattin plötzlich, unvorbereiiet abgerufen wurde
wo die Gattin plötzlich, unvorbereitet abgerufen wurde

Seite 21
ein ganz entsetzlich naßkaltes und stürmischs Wetter
ein ganz entsetzlich naßkaltes und stürmisches Wetter

Seite 36
ihre verschiedenen Freundinen einmal wieder aufzusuchen
ihre verschiedenen Freundinnen einmal wieder aufzusuchen

Seite 39
sie selbst in ihrer Mittee in Individum entdeckten
sie selbst in ihrer Mitte ein Individuum entdeckten

Seite 40
als das sie sich wunderten
als daß sie sich wunderten

diesen doch sicher höchsten interessanten Fall
diesen doch sicher höchst interessanten Fall

erst auf äußere Veranlassang von sich gegeben
erst auf äußere Veranlassung von sich gegeben

E ist richtig! Ich weiß es! Es spukt drüben!
Es ist richtig! Ich weiß es! Es spukt drüben!

Seite 43
sagte die Frau Präsidentin mit einer einer wegwerfenden Bewegung
sagte die Frau Präsidentin mit einer wegwerfenden Bewegung

von der kleinen lehhaften Hofräthin dabei warm unterstützt
von der kleinen lebhaften Hofräthin dabei warm unterstützt

Seite 47
Drittes Kapitel
Drittes Capitel

Seite 48
um den Justizrath sein Gesicht zuzukehren
um dem Justizrath sein Gesicht zuzukehren

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neben nur einen halblauten Schrei ausstoßend
eben nur einen halblauten Schrei ausstoßend

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Bertling aber, ärgerlich darüber, das er eine verfehlte
Bertling aber, ärgerlich darüber, daß er eine verfehlte

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wie ein Kind, daß ein neues Spielzeug bekommen hat
wie ein Kind, das ein neues Spielzeug bekommen hat

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beobachtete ihn über die Brlle weg
beobachtete ihn über die Brille weg

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während ihre Freundin kam aufzuschauen wagte
während ihre Freundin kaum aufzuschauen wagte

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An den Feustern hingen aber Gardinen
An den Fenstern hingen aber Gardinen

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denn die Frau Heßbeger begann jetzt in feierlicher Weise
denn die Frau Heßberger begann jetzt in feierlicher Weise

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sonst bekommen wir nach-ihre Confusion
sonst bekommen wir nachher Confusion

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abgelegenen Straße vier steilen dunklen Treppen hinauf geklettert
abgelegenen Straße vier steile dunkle Treppen hinauf geklettert

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wußte sie das Gespäch auf das Abenteuer
wußte sie das Gespräch auf das Abenteuer

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»Du errinnerst Dich doch,« fuhr Pauline fort
»Du erinnerst Dich doch,« fuhr Pauline fort

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mit vor Zorn gerrötheten Wangen
mit vor Zorn gerötheten Wangen

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»Bitte tausendmal um Entschnldigung,« sagte Lorenz
»Bitte tausendmal um Entschuldigung,« sagte Lorenz

sagte das Kindermädchen, das ihm mit einer Lase frischen Wassers
sagte das Kindermädchen, das ihm mit einer Vase frischen Wassers

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werde ich ich mich bis zur nächsten Station bei den Koffern
werde ich mich bis zur nächsten Station bei den Koffern

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die Cigarre schmeckte ausgezeichet
die Cigarre schmeckte ausgezeichnet

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Reiseanzug den entschieden englichen Charakter
Reiseanzug den entschieden englischen Charakter

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Engländer auf den Continent
Engländer auf dem Continent

Gepäckträgern und Lohnbedienteu geprellt
Gepäckträgern und Lohnbedienten geprellt

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nach seinem Schein uud fluchte auf deutsch
nach seinem Schein und fluchte auf deutsch

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kein anderer Ausweg, als den gegebenen Rath zu folgen
kein anderer Ausweg, als dem gegebenen Rath zu folgen

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Gewißheit über die Persönlichkiet erlangen konnte
Gewißheit über die Persönlichkeit erlangen konnte

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meine Hälfte ebenfalls zur rechteu Zeit einbringe
meine Hälfte ebenfalls zur rechten Zeit einbringe

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um ihre Morgentoilete zu beenden
um ihre Morgentoilette zu beenden

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in voller Toilete, mit Schmuck und Flittertand
in voller Toilette, mit Schmuck und Flittertand

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verzeihen Sie der Aufregumg, in der Sie
verzeihen Sie der Aufregung, in der Sie

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schon gar keinen möglicheu Ausweg mehr sah
schon gar keinen möglichen Ausweg mehr sah

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Ich habe nichts als meinem ehrlichen Namen
Ich habe nichts als meinen ehrlichen Namen

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diesen Platz so rasch als möglich zu erreicheu
diesen Platz so rasch als möglich zu erreichen

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Unachtsamkeit verdanke, den wie dieser einmal
Unachtsamkeit verdanke, denn wie dieser einmal

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ob er aber einen Schnurrbatt gehabt
ob er aber einen Schnurrbart gehabt

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als ein kleines Mädchen, daß dabei gestanden
als ein kleines Mädchen, das dabei gestanden

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»J gewiß, und die müssen Ihnen Pferde schaffen.«
»Ja gewiß, und die müssen Ihnen Pferde schaffen.«

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und borgte sich noch außerden vom Kellner
und borgte sich noch außerdem vom Kellner

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alle harmlosen Spiele nnd Vergnügungen hinübertönte
alle harmlosen Spiele und Vergnügungen hinübertönte

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wollten wir alle zusammen schmeißeu
wollten wir alle zusammen schmeißen

der Lakai eine tiefe, erfurchtsvolle Verbeugung machte
der Lakai eine tiefe, ehrfurchtsvolle Verbeugung machte

Seite 216
jede Weiblichket bei Seite lassend
jede Weiblichkeit bei Seite lassend

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das Klimpern des Geldes und die montonen Worte
das Klimpern des Geldes und die monotonen Worte

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aber es fielen ihm in diesen Augenblick
aber es fielen ihm in diesem Augenblick

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und die Erinnnerung an das Vergangene soll
und die Erinnerung an das Vergangene soll

Seite 242
nehmen die Leiden dieses armen Mädchen bald ein Ende
nehmen die Leiden dieses armen Mädchens bald ein Ende

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zweitausend Pfund, die er vereist oder verspielt
zweitausend Pfund, die er verreist oder verspielt

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zusammengezogenen Braunen, daß Sie daß nicht thun
zusammengezogenen Brauen, daß Sie das nicht thun

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haben Sie mich auf Ihrem Besuch warten lassen
haben Sie mich auf Ihren Besuch warten lassen

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weiter nach England braucht, da ich daß selber
weiter nach England braucht, da ich das selber

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Ein Fischerboot im Canal, daß wir wegen Zeitungen
Ein Fischerboot im Canal, das wir wegen Zeitungen

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geschnittenen Figuren aus vegetablischen Elfenbein
geschnittenen Figuren aus vegetablischem Elfenbein

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Und könnnen wir uns deshalb von ihnen trennen?
Und können wir uns deshalb von ihnen trennen?