924. Endimions: Endimion der Geliebte der Selene (Luna). Hier wahrscheinlich Anspielung auf Lyly’s Endimion, the Man in the Moon.
945. th’art able ...in England: Im Anschluss an Z. 610 hat Bang i.d. Engl. Stud. 28. 213 bereits darauf hingewiesen, dass diese Worte als Erwiderung auf Poet. IV. 1. p. 328. anzusehen sind: Dem. Horace! he is a mere sponge; nothing but Humours, and observation; he goes up and down sucking from every society, and when he comes home, squeezes himself dry again.
955. lies: names, it passes. Zu it passes (= es spottet aller Beschreibung) s. Schmidt, Sh. Lex. sub. pass, 4.
957. thou makst me Conniue too long: Dies connive geht zurück auf Cynth. Rev. IV. 1. p. 231. Moria: ...there is more respect requirable, howsoe’er you seem to connive. Gifford, II. 300, weist bereits darauf hin, dass sich hier Dekker über das connive, welches gewöhnlich ohne die Präposition gebraucht wird, lustig macht.
963. by this feather: Federn wurden damals viel von Herrn auf den Hüten, von Damen an den Fächern getragen; cf. die oft zitierte Stelle aus d. Gull’s Hornbook (T. Cl. p. 52 f.): if the writer be a fellow that hath either epigrammed you, or hath had a flirt at your mistris, or hath brought either your feather, or your red beard, ... on the stage, you shall disgrace him worse then by tossing him in a blancket; vgl. auch Nares, s. v. und die Anm. bei Mallory, p. 177f.
974. Ma. Justice Shallow: Shallow, a country justice, i.d. Merry Wives of Windsor, der i. H.IV.B. wiederkehrt.
976. heere be Epigrams vpon Tucca: vgl. dazu die längere Replik
Jonson’s i. Apol. Dial. p. 378f., welche mit den Worten
beginnt:
Then, for the captain, I will only speak
An epigram I here have made: it is
«Unto true soldiers.»
977. Crispin-asse: Nachahmung von Poet. II. 1. p. 285: Cris. ... my name is Crispinus, or Cri-spinas indeed. u. V. 1. p. 361. Tib. ... Crispinus, alias Crispinas, poetaster ..., was wieder an den Aristarchus, or — stark-ass in Ev. Man out, Ind. p. 122 erinnert.
978. besser: Play-dresser, Cf. Poet. III. 1. p. 315: one Demetrius, a dresser of plays about the town, here und später die schon z. Z. 611. cit. Stelle V. 3 p. 361. Marston ist Poetaster, Dekker nur Playdresser, ein Vorwurf, der um diese Zeit auch Jonson gemacht werden konnte, denn er hat damals die Spanish Tragedy überarbeitet und dafür von Henslowe (Diary 201 u. 223) im Sept. 1601 und Juni 1602 Honorar erhalten. Allerdings hat Gifford Recht, wenn er zur ersteren Poet.-Stelle sagt, dass kein Dichter bei Henslowe so oft als «altering or amending old plays» erwähnt wird wie gerade Dekker.
980/81. Ob Dekker durch die zweimalige Einführung des «Moor» im Poet. III. 1. gereizt wurde, wie Gifford annimmt, mag dahingestellt bleiben (cf. Mallory, Anm. p. 202), immerhin aber sei auf die Stelle (M. Ser. 316): «Where art thou, boy? Where is Calipolis?» etc., ein Zitat aus Peele’s Battle of Alcazar, hingewiesen, mit der die ZZ. 980f. im Satirom. im engen Zusammenhang stehen. — Hinsichtlich dieser Zeilen meint Fleay, Chron. I. 127f., dass sie Bezug haben auf The Famous History of The Life and Death of Captain Thomas Stukeley (1596), ein Stück das offenbar drei Autoren hat. Einer davon ist Peele, der den Alcazar-Teil dazu lieferte. Das Stück wurde verschiedentlich geändert und schliesslich 1600 wahrscheinlich für die Paul’s Boys hergerichtet. «Dekker had patched up the play with half of one by Peele on the Moor Mahomet, and then published it». — Fleay drückt sich hier etwas unklar aus. Tatsache ist nur, dass Tom Stukely in der Battle of Alcazar und in der Famous History, etc. vorkommt, vgl. dazu Ward, I. p. 370f. u. Note 3. Da aber das Verhältnis des letzteren Stückes zum Alcazar noch nicht feststeht, so kann man schwerlich behaupten, Stukeley sei das zweite Moor-Stück. — Der Sinn von Z. 980f. ist doch der: Dekker hat aus einem älteren Moor-Stück zwei neue gemacht. Wie diese Stücke aussahen wissen wir nicht. Prof. Bang glaubt, dass das Citat aus Alcazar bei Jonson, Poet. III, direkt beweist, dass es sich um eine Umarbeitung des Peele’schen Stückes handelte, von dem wir jedoch nur die Originalrezension kennen. Eine andere Frage wäre es, ob eines von Dekker’s Moor-Stücken nicht in Lust’s Dominion or the Lascivious Queen vorliegt, das Fleay, I, 272, mit der Spanish Moor’s Tragedy von Haughton, Day und Dekker identifizieren möchte, eine Annahme, welcher Ward, II, 467, nicht ganz beistimmt. Sollte Fleay doch Recht behalten, so wäre immer noch das zweite Moor-Stück Dekker’s unbekannt.
982. these Poet-apes, womit eigentlich der folgende Vers beginnen sollte, sind Marston und Dekker. Der Ausdruck selbst weist zurück auf den Envy-Prol. p. 266: Are there no players here? no poet-apes? vgl. dazu Jonson’s Epigr. 56 On Poet-ape, das wahrscheinlich auf Marston gemünzt war.
988. Rosamond: Rosamond Clifford, Geliebte Heinrichs II. Ihr Schicksal wurde in altenglischen Balladen und in neuerer Zeit von Addison und M. Edgeworth behandelt.
994. lies: fled
996/98. Drei nahezu wörtlich zitierte Zeilen aus den sieben Versen beginnend mit: And therefore opens he bis to learned eares des Prologs zu Cynthia’s Revels.
1006. lies: All, Widdow?
[your first man
In meiner Ausgabe der Queene habe ich in Anmerkung 3216 auf diesen Ausdruck aufmerksam gemacht und u. a. auf The Witch of Edmonton III, 1 (I am thy first man, sculler) hingewiesen. Inzwischen finde ich ein zweites Beispiel, in dem the first man eine ganz bestimmte, der eben citierten Stelle scheinbar diametral entgegenlaufende Bedeutung haben muss, in Sir Thomas Ouerbury His Wife etc., London, 1627, fol. N 3ͮ, wo es heisst: A Water-man. Is one that hath learnt to speake well of himselfe; for alwaies hee names himselfe, The first Man.
Soll das heissen: Ich bin der erste, der ins Boot steigt und bin als Ruderer überhaupt die Hauptperson?
Vom Passagier gesagt hiesse es etwa soviel als «ich bin die Hauptperson, der erste der Dich engagiert und also auch bezahlt» u.s.w. Die anderen l. c. aufgeführten Beispiele wären dann im fig. Sinne zu nehmen. W. B.]
1026. Die Zeile ist etwas unklar. Sentlemen wird kaum Druckfehler für Sentleomen (= gentlewoman) sein; also möchte ich lesen: What, two vpon one, Sentlemen! Mistris Miniuer, much good doo’t you. — Sir Adam ...
much good doo’t you erinnert übrigens an Chapman’s Bussy d’ Ambois, ed. Shepherd, p. 167. Als Pero von Montsurry gestochen ist, sagt Monsieur zu ihr: Then much good do’t thee, Pero! vgl. Satirom. Z. 709.
1029. seere = cheer
1031. in hugger mugger: im Geheimen, bekannt aus Hml. IV. 5. 84. Dekker wendet es öfters an: Deuils Answer (ed. Grosart) p. 108: they [cole carriers] discharged their great bellies there, like whores in hugger mugger. The Deuels Last Will, p. 353: what I giue to them [the brokers] shall be in Hugger-Mugger.
1033. blew coate: Die blaue Jacke des Dieners.
1037. lightest: doppelsinnig!
1044. mark = 1¾.
1060. Mandilian: kurzer Rock ohne Ärmel meistens von Soldaten getragen. Dekker spielt hier auf Jonsons Kriegsdienste in den Niederlanden (1591/92) an.
1063. Thalamimums: gemeint sind Jonsons Epithalamien.
1064. besser: Pride-groome. On vrd, widdow. s. Z. 1071.
on vrd = one word; one und on lauteten gleich; cf. das Wortspiel in Sh. Gent. 1, 2 u. 4 (Hawkins, Origin of the Engl. Drama, III, p. 135).
1074ff. Vgl. dazu Poet. V. I. p. 356.
Cæs. Shew it to Horace: ask him, if he know it.
Lup. Know it? his hand is at it, Cæsar.
Cæs. Then ’tis no libel.
1085. you shall not ride me: wahrscheinlich zweideutig; vgl. dazu Sh.-Lex. ride 1. g. u. bes. 2b = to treat at will, to make a fool of: She rides me (like an ass) Err. II. 2. 202. und I’ll ride your horse as well as I ride you Tw. III. 4. 319. Dekker: Lanthorne and Candle-Light, Temple Cl. p. 224: report they had ridden him like an Asse.
1091. God bo’y und God boygh (1963) = God buy ye. Prof. Franz hat in d. Engl. Stud. 24, 344-46, über Good-bye gehandelt. Es wird gewöhnlich mit God be with you erklärt, beide Formen haben aber keinen ursächlichen Zusammenhang. God buy you = God redeem you; und dieses God bye ye — God by ye — God bye gab das heutige Good-bye, eine Schreibweise, in der man das ursprüngliche Verb nicht mehr erkannte.
1097. indite irrtümlich für invite. s. auch Sh.-Lex.
1104. Ansell = Angel. Wortspiele damit finden sich häufig; s. Fortunatus, Z. 400 u. 1564. The Valiant Welshman, ed. Kreb, I. 3. 69 u. die Anmerkungen dazu.
1106. With hue and crie: der bekannte Ruf, um Entlaufene aufzuhalten. Da er im Satirom. wiederholt vorkommt, so darf man an eine Anspielung auf die verschiedenen «hue and crie» in A Tale of a Tub denken.
and hier wie schon oft = an.
1108. Baldnes the Theame: cf. ZZ. 1454ff. u. 1814ff.
1115. Sollte Diues doppelsinnig sein, so würde es vielleicht eine Anspielung auf Dives, a dialogue moral enthalten. Erwähnt wird derselbe in Greene’s Groatsworth of Wit und Nashe’s Address in Greene’s Menaphon. (Fleay II. 292.)
1116. Frier Tucke = Sir Adam; Oyster-pye = Miniuer.
1120. Mirrour of Knighthood: Ein spanischer Roman, von Margaret Tyler ins Englische übersetzt und 1598-1602 in neun Teilen veröffentlicht (Nares). Cf. Don Quichote, Buch I. c. 6. vgl. auch, Butler, Hudibras I. 1. 15., wo M. of K. als Titel für den Helden verwendet wird. Für Tucca bedeuten die Worte vielleicht eine Reminiszens an Lindabrides, die Heldin des Romans, welche in Cynth. Rev. III. 2. p. 218f. erwähnt wird.
1123. Tiborne: Sollte dahinter etwa eine Anspielung darauf verborgen sein, dass Jonson doch mit T gebrandmarkt wurde?
1125. lies: one, for that she...
she has a vizard in a bagge: Vielleicht erinnert sich Dekker
hier an Poet. V. 1., wo Caesar zweimal kurz nacheinander nach
einer Maske verlangt: Tibellus, let there be a case of vizards privately
provided. (p. 366) u. ...put a case of vizards o’er his head,
That he may look bi-fronted, as he speaks. (p. 367.)
1128. Friskin: [1. a brisk lively action, also to dance Friskin]
2. a gay frisky person. Murray.
1131. Lady ath Lake, die Beschützerin von Lancelot du Lac, und Tristram sind wohlbekannte Namen aus der Arthur-Sage. Die Lady of the Lake finden wir auch im Belman of London (Temple Cl. p. 98), wo der Wirtin der Cottage in the grove dieser Beiname gegeben wird.
1133. thou shalt weare her gloue in thy ... hatte: Den Handschuh einer Dame am Helm oder auf dem Hut tragen zu dürfen, galt von jeher als besondere Gunstbezeugung. Vgl. den ausführlichen Art. bei Nares.
1134. brooch: auch Broschen wurden auf dem Hut getragen. Vgl. dazu Poet. I. 1. p. 275: Honour’s a good brooch to wear in a man’s hat at all times, od. Malcontent, III. 2. 269 u. d. Sh.-Lex. s. v.
and = an.
1137. besser: mee, da das folgende zur Seite gesprochen wird.
1141. Gold-finch: in Cynth. Rev. IV. 1 (p. 244.) nennt Phantaste den Asotus, der so reiche Geschenke geben will, goldfinch. Vgl. Small, p. 51, wo noch weitere Beispiele herangezogen sind.
1143. Belimperia: die Herzogstochter aus der Spanish Tragedy von Kyd.
1144. Derricke: Name des bekannten Henkers der damaligen Zeit. Er wird von Dekker öfter erwähnt: Gulls Hornbook p. 19., Belman p. 133, u. 158. Bald Derricke ist Sir Adam Prickshaft, der kahl ist, und auf den das von Sir Vaughan 1102 angeregte Gedicht über die «baldness» gemünzt ist; s. Z. 1442ff.
1145. Susanna: Tucca denkt an die Hebräerin aus Babylon, an die sich auch zwei «Elders» herangemacht haben, um sie zu verführen und die ihm noch besonders bekannt war aus: The Comedy of the most virtous and godly Susanna, «Eight persons may easily play it» von Thomas Garter, 1578. Cf. Fleay, Chron. I. 237. u. Collier, Ext. Reg. Stat. Comp. I. p. 188. — Anders, Shakespeare’s Books p. 166. erwähnt auch noch eine 1562/3 in Stag. Reg. eingetragene Ballade: The godly and constante wyse (= wife) Susanna, die nicht mehr vorhanden ist, wohl aber eine spätere Bearbeitung derselben aus der Zeit James I. There dwelt a man in Babylon ist die erste Zeile davon; cf. Tw. II. 3, 84.
1151. father time: Er nennt Sir Adam «father time», weil er kahlköpfig wie die Zeit ist. Vgl. zu dieser Personification der Zeit auch das Sh.-Lex. sub. time 1, Pers. Dekker selbst spricht von the bald-pate her father, Time, has no hair etc. Hornbook p. 24.
1153. Mumble-crust: bekannte Figur aus Ralph Roister Doister auch in der Pat. Grissill, Z. 1909, und in Shoem. Holiday, p. 19 erwähnt.
1156. learned Dunce: Dunce od. Duns Scotus, berühmter Scholastiker, 1265-1308. Vgl. Dunciade.
1170. Grannam in Gutter-Lane: wohl irgend eine stadtbekannte Alte, die in Gutter Lane wohnte, mit der Mineuer verglichen wird.
1171. lies: golde,
1178. mother Bunch: sie war eine bekannte Wirtin in London. Dekker tut ihrer bereits in Shoem. Holiday p. 65 Erwähnung. Die folgenden Hinweise verdanke ich Herrn Prof. Bang: In der zeitgenössischen Literatur wird besonders auf das Bier der M. B. angespielt; so in Pierce pen., Nashe, Works, ed. McKerrow, I p. 173. Genaueren Bescheid erhalten wir in The Weakest Goeth to the Wall, Webster, Works in Libr. of Old Authors, IV. p. 229. O, for one pot of mother Bunch’s ale, my own mother’s ale, to wash my throat ..., so spricht Barnaby Bunch, der p. 228 erzählt, dass er jetzt Schneider ist, früher aber ein besseres Gewerbe trieb: for I was an ale-draper, as Thames and Tower-wharf can witness. Was es sonst noch von dieser lustigen, lautlachenden, im Essen und Trinken unersättlichen Wirtin von der Thames- und Tower-Gegend zu sagen gibt, finden wir in Shakespeare Jest-Books, ed. W. C. Hazlitt, III. p. 7., und die lustigen Geschichten, die sie gerne ihren Gästen erzählte, sind gesammelt in Pasquils Jests mixed with Mother Bunch’s Merriments, ibid, p. 13-84. — Ein Chapbook: Mother Bunch’s Closet, wurde von G. L. Gomme für die Villon Society (London 1885) herausgegeben, enthält aber nichts auf unsere Mother Bunch bezügliches.
1179. Queene Gwyniuer: Gemahlin König Arthurs. Cf. Z. 1131. Vgl. dazu viele Beispiele bei Koeppel, Ben Jonson’s Wirkung p. 197ff. i. d. Anm.
1180. Shittle-cockes = shuttle-cockes.
1182. West Indyes: Erwähnungen der beiden Indien finden sich sehr häufig in der zeitgenössischen Literatur. s. Sh.-Lex.
1187. moldie decay’d Charing-crosse: Old Charing crosse scheint um 1600 schon stark verwittert gewesen zu sein, bis es dann 1647 niedergelegt wurde. In The Gentle Craft (Palästra 18) II. 75 findet sich folgende Anspielung: Beside, Mistris Farmer is too old for me. — Too old? quoth Harry. Why, man, she is not so old as Charing Crosse, for her gate is not crooked nor her face withered.
1190. Long Meg a Westminster: Margaret of the Spread Eagle, but more commonly knowne by the name of Long Meg of Westminster ... borne in Lancashire, in height and proportion of body passing the ordinary stature of woman (Gentle Craft, II. 6), war gleichfalls eine Dame, welche die zeitgenössischen Literaten oft erwähnen. 1582 handelt ein kleines Buch von The Life and Pranks of L. M. of. W. 1595, 14. Febr. erwähnt Henslowe ein «New Play», das von den Admiral’s men aufgeführt wurde: Long Meg of Westminster. Es wurde bis Ende Januar 1597 sechzehnmal aufgeführt. Ein Monat nach Henslowe’s Eintrag findet sich ein solcher in den Stat. Reg.: a ballad on Meg’s ‘pranks’. Exemplare von den beiden letzteren Erzeugnissen sind nicht mehr vorhanden. Vgl. Palästra 18, XXXVIIf. — Dekker tut ihrer wiederholt Erwähnung: West-ward Hoe, Works II. 349 und The Roaring Girl, Works, III. p. 211.
1193. deuill a Dow-gate: Das alte Londoner Stadttor stand da, wo jetzt Cannon-Str. Station ist. Devil of Dowgate and his Son, Titel einer alten Ballade. Cf. Fleay, Chron. I. 218. Vielleicht auch der Titel eines verlorenen Dramas auf das Fletcher zurückgriff.
1194. Bishops-gate: Altes Stadttor im N. W.; heute steht dort Bishopsgate-Station.
1196. Annis a cleere: Name eines Brunnens in London. Vgl. Stowe, Survey, ed. Morley p. 47: Somewhat north from Holly Well is one other well curved square with stone, and is called Dame the Clear [Mc Kerrow].
1203. Sislie Bum-trincket: von Dekker bereits in Shoem.-Hol. p. 12 u. 20 erwähnt. Vgl. Richard Brome, in The Beggars’ Song, in der Comedy of The Jovial Crew. Was die Bedeutung anlangt, so ist Bum der Körperteil, auf welchem man sitzt; trinckets, das in Shoem. Hol. wiederholt vorkommt, = Anhängsel, Zierat, also bum-trinket — ein Angehenke, das hinten befestigt wird; etwa «cul de Paris» schlägt Prof. Bang vor.
1207. Mother Red-cap: Eine stadtbekannte Persönlichkeit (Hebamme?), die in Tottenham Court Road wohnte. Nares. Der Theaterkenner Tucca wird aber an das unterm 22. Dez. 1597 in Henslowe’s Diary zu findende Stück Mother Red Cap von Drayton und Monday, gedacht haben. S. auch Fleay, I. 157.
1208. Maggot-a-pye — mag pie. Maggot applied as a proper name to a magpie (NED).
1212. Cap-a-maintenance: A cap of dignity carried before the sovereigns of England at the coronation. (Cent. Dict.)
naked sword hier von Tucca im obscönen Sinn gebraucht. Cf. Chapman, ed. Shepherd, p. 299: she ran upon his naked weapon, the most finely that ever lived (Prof. Bang).
1213. Lettice-cap = a cap of Lettice (ein weisslich grauer Pelz), apparently worn as a means of inducing sleep (NED).
1216. hot-cockles: ein ländliches Spiel, bei dem ein Spieler mit verdeckten Augen niederknien musste, während die anderen ihn der Reihe nach auf den Rücken klopften. Es war zu erraten, wer dies eben tat.
1217. Gammer Gurton — needle = Gammer Gurton’s Needle.
1218. like the Arches vnder London Bridge: Vgl. Jonson’s
Staple of News, ed. Gifford-Cunningham, II. p. 296b:
He minds
A courtesy no more than London bridge
What arch was mended last.u. Anm. dazu.
1223. shat wohl Druckfehler = shalt?
1227. Ladie ath Hospitall (of Bedlam) = Närrin = dem Joane-a-bedlam i. Z. 1234.
1239. thou shalt be carted, drawne: zweideutig: a bawd was carted; to hang, draw, and quarter a criminal (Webster). Vgl. Belman, Temple Cl. p. 241: Hee saw the dores of notorious Carted Bawdes, (like Hell-gates) stand night and day wide open, with a paire of Harlots in Taffata gownes (like two painted posts) garnishing out those dores, beeing better to the house then a Double signe; s. auch: II. Honest Whore, V. 2.
1240. Iigga-Iogge = jiggy-joggy (Shoem. Holiday) = jig-a-jog.
1245. Maide-marian: Das Z. 1240 vorausgehende Hood bringt Tucca auf Robin Hood’s Geliebte. — Maid Marian ist ja ursprünglich der Name der in den May-games und dem Morris-dance auftretenden May-Queen; sie erscheint erst in den späteren Fassungen der Robin-Hood-Geschichte als Genossin dieses berühmten «Geächteten». Henslowe’s Diary erwähnt p. 118 unterm 15. Febr. 1598 The I. Part of Robin Hood von Mônday, u. 20. Febr. 1598 II. Part of the Downefall of earlle Huntyngton, surnamed Roben Hoode.
1245/7. Anthony u. Cleopatria = Antony and Cleopatra. Alexis secrets = ? — Da diese zwei Anspielungen dicht hinter einander stehen, besteht wahrscheinlich ein gewisser Zusammenhang, und ich möchte auf Ant. and Cleop. I. 2. 1ff. hinweisen, wo Alexas und der Wahrsager auftreten; also könnte auf Alexas’ secrets angespielt sein. Da ferner Alexas weder in Daniel’s Cleopatra noch in Garnier-Pembroke’s Antonie, wie mir Prof. Bang mitteilt, vorkommt und er auch in Shakespeare’s Plutarch nur in ganz untergeordneter Stellung erscheint, so müssen wir annehmen, dass Dekker einen Ur-Antonius gekannt hat, in dem Alexas schon ungefähr diejenige Rolle spielte, welche ihm später in Sh.’s Antony & Cleopatra zugefallen ist. Dieser Ur-Antonius mag von einem unbekannten Dichter stammen, oder auch eine erste Bearbeitung von der Hand Shakespeare’s sein und die natürliche Fortsetzung zu dessen Julius Caesar darstellen (ca 1600).
1247. Rose = das Rose-Theatre; offenbar roch es dort wegen der Nähe des beare-garden mitunter nicht sehr gut; vgl. dazu auch Ordisch, p. 212.
1251. Mary Ambree: Eine englische Heldin, die sich durch ihren Mut bei der Belagerung von Gent 1584 auszeichnete. Sie wird häufig als das Muster eines tapferen Weibes im Elisabeth. Drama erwähnt und auch die Volksdichtung hat den Stoff in einer Ballade verherrlicht. S. Percy’s Reliques II. 240.
1255. Die Gefangenen wurden zwei u. zwei in das Newgate-Gefängnis geführt. Newgate fashion. s. H. 4. A. III. 3. 104.
1284. Sollte dem «young Gentleman» = Demetrius-Dekker Bedeutung beizumessen sein, dann wäre Dekker um 1602 noch jung gewesen; sein Geburtsjahr könnten wir also gegen die Mitte der siebziger Jahre ansetzen. Fleay setzt es bekanntlich auf 1567 fest, was zweifellos verkehrt ist.
1287. Mum-pudding: mum ein starkes Bier, nach seinem ersten Brauer, Christian Mum, so benannt. (Cent. Dict.); also mum-pudding vielleicht ein pudding der mit warmem Bier übergössen wurde. — Hier haben wir es aber offenbar mit einem Druckfehler u. folgl. mit Mother Mam-pudding zu tun, die eine Kneipe in Towerstreet ward innehatte, und zwar in einem Gebäude, das ehedem dem Prinzen von Wales als Wohnung diente, zu Stowe’s Zeiten aber schon in sehr ruinösem Zustand war (Nares).
1298. besser: attend
1305. Marchants scheint mir dasselbe wie marchpanes zu sein. Vgl. zu letzterem Shoem. Hol. V. 1. p. 69. cf. Nares s. marchpane. Das NED deutet allerdings marchants = a kind of plum, obs. sub Merchant, A. 5. p. 347. Vielleicht nur Druckfehler??
long white plummes: wenn das nicht an Stäbchen aneinandergereihte, candierte Früchte waren, dann müssten wir das white etwa als «hochfein» auffassen, ähnlich dem white in «white boys» etc. cf. Nares s. v.
1308. selles = selves.
1327. besser: Bride, ... day;
1382/3. besser: commission ... beauties,
1459. Ile of Man: Anspielung auf die gleichnamige Insel und ihre selbständige Regierung.
1479. wast = waist
1497. enameld = enamoured.
1507. Cadwallader = Name des letzten britischen Königs; hier vielleicht = Welshman; cf. H. 5. V. 1. 29, wo Cadwallader = Wales.
1513. Fye’st: Fyst, sagt Nares, a corruption of foist, which was a jocular term for a windy discharge of the most offensive kind; vgl. Ev. Man in IV. 5, p. 85: you whoreson foist you! foist hatte auch die Bedeutung = Taschendieb; cf. The Roaring Girl, Dekker, vol. III. p. 220, u. Ev. Man in, IV. 2, p. 76.
Hamlet reuenge: Das ist der Titel der alten Hamlet-Tragödie, The Reuenge of Hamlett, deren Verfasser wahrscheinlich Kyd war. Vgl. dazu West-ward Hoe, Works, II. 353: ...let these husbands play mad Hamlet; and crie reuenge.
1514/15. I ha plaide Zulziman — at Paris garden: Es scheint, dass Jonson ausser in der Spanish Trag. (vgl. Z. 633) auch in einem zweiten Stücke auftrat; doch lässt sich nichts bestimmtes darüber nachweisen. Ward, I. 311³ deutet das Zulziman als = Solyman [and Perseda]. Paris Garden war der berühmte Bärgarten auf der Bankside in Southwark, neben dem Globe-Theater. Vgl. Ordish, Early London Theatres pp. 245; 128, 242.
1518. Fulkes? vielleicht der Name eines Bären? — Zu Demetrius Journeyman vgl. Z. 405.
1520. Diese und die folgenden Zeilen spielen auf Jonson als Schauspieler an.
1521. Gifford, Ben Jonson, I. XXXI, meint, was Dekker mit dem «thou couldst not set a good face vpon’t» sagen wollte, sei nicht schwer zu deuten, Jonson habe skorbutischen Habitus gehabt, und sein Gesicht mag um diese Zeit darunter gelitten haben.
leather pilch: Dies war offenbar der gewöhnliche Rock der Fuhrmannsleute. Cf. A carman in a lether pilche, that had whipt out a thousand pound out of his horse taile. Nashe’s Pierce Pennilesse, in Cens. Lit. VII. 13 (Nares.) [ed. McKerrow, I. 158. 22-4].
1522. the play wagon in the high way. Dieses müsste demnach auf einer Gastspielreise in die Provinz gewesen sein.
1523. mad Jeronimos part: bezieht sich auf das schon z. Z. 632 erwähnte Auftreten Jonson’s i. II. Teil des Jeronimo. Ward’s Einwurf (I. 309 u. Anm.) scheint mir von Small p. 123² schon im voraus widerlegt zu sein.
1524. Stagerites: = Stager-ites, die von der Bühne: Bühnenvolk.
the Ile of Dogs: Anspielung auf Nashe’s Isle of Dogs (1597), ein Theaterstück, von dessen Inhalt wir nur wissen, dass er den Verfasser auf einige Zeit nach Fleet prison brachte. Vgl. dazu Ward, I. 425; und ferner Return from Parnassus V. 3.... Writs are out for me to apprehend me for my plays, and now I am bound for the Isle of Dogs, u. die 4. Sc. (Hazl.-Dodl. IX. p. 209ff).
1525. Guy: Guy of Warwick, bekannter Romanzen- und Romanheld; eine Ballade über denselben Stoff aus ca 1592. [Dass das Drama Guy of Warwick Dekker’s Erstlingswerk ist, wird Dr. Bolen in seiner Ausgabe nachzuweisen versuchen. W. B.]
1527. saue thy seife and read: erinnert wieder an den neckverse.
1529. Farding = farthing.
Damboys: Bussy d’Ambois von Chapman. Gegen Fleay’s Annahme (Chron. I. 59), dass das Stück erst 1604 aufgeführt worden sei, muss mit Rücksicht auf unsere Stelle Chapman’s Drama früher angesetzt werden, vielleicht mit E. E. Stoll, Mod. Lang. Notes 20. 206, auf 1600. Vgl. auch Materialien I, Anm. 1640.
1532. nittigrams: boshafte Umformung des Wortes Epigrams; nitty = lausig u. s. w.
1533. ath = of the.
1534. arise deere Eccho rise: wahrscheinlich Anspielung auf die Zitierung des Eccho in Cynth. Rev. I. 1. (M. Ser. II 177f.): Arise, and speak thy sorrows, Echo, rise, ...
1539. Metheglin: Welsches Nationalgetränk, offenbar Meth-artig, Welsh medd = mead. (Cent. Diet.)—meddyg = healing, medicinal-: A spiced or medicated variety of mead, originally peculiar to Wales. Elyot, Cast. Helthe 1541: Metheglyn, whiche is moste used in Wales, by reason of hotte herbes boyled with hony, is hotter then meade (NED). Vgl. dazu Cynth. Rev. I. 1. 182f., wo Amorphus verschiedenes von M. faselt. Cf. auch Material. VI, p. 118 z. Z. 1521.
1540. whore a Babilon: an «elegant comedy», die von Edward VI. verfasst sein soll und gegen die römische Kirche gerichtet war (Ward, I. 136), dürfte aber Dekker kaum bekannt gewesen sein.
1542. Feede and be fat my faire Calipolis: Koeppel hat sich in Ben Jonson’s Wirkung etc. p. 56 über dieses Zitat bereits zusammenfassend geäussert. Es ist ein von Pistol aus Feed, then, and faint not, fair Calipolis und Feed and be fat, that we may meet the foe in Peele’s Battle of Alcazar II. 3, zusammengemachtes Zitat, das sich auch in What you will (ed. Halliwell) V. 1 p. 284 findet; ferner To feed, and to be fat, my fine Cullapolis aus The Royal King and the Loyal Subject II. 3., ferner Fletcher, Loyal Subject: Let’em feed so, and be fat. III. 2. Ein weiterer Anklang an das Zitat findet sich bei Dekker bereits im Shoem. Hol. V. 2. (p. 76) Let’s feed and be fat with my lord’s bounty.
1544. tableman: Nares sagt: tablemen: The men used in playing at tables, or back-gammon. Dasselbe Wort findet sich in der Bedeutung etwas modifiziert im Hornbook und im Bel-Man, Temple-Cl. p. 8 u. 90.
1545. sincke point = cinque point (Back gammon), the fifth point from the end on either side of the board. NED.
1548. Buffe Ierkin: vgl. dazu Anm. z. Z. 402. Ursprünglich nur eine lederne Weste, die also dem Körper ziemlich nahe sass.
1557. ile Cumrade ye: Murray gibt nur dieses Beispiel an, mit der Bemerkung «nonce use». Ich meine es will sagen: ich geb’ dir gleich einen Kameraden, wobei Vaughan wie zum Schlage ausholt. Dieser eigentümliche Gebrauch des «cumrade» veranlasste mich Herrn Prof. Zimmer um seine Ansicht über eine ev. welsche Herkunft des Wortes zu bitten. Letztere wurde verneint und der Ausdruck in der obigen Weise gedeutet. Das gleichzeitig in Frage gestellte «chymrade» in Val. Welshman, IV. 3. 34, fasst Prof. Zimmer als eine «abweichende Aussprache des englischen comrade in welschem Munde» auf und deutet das diggon of Chymrade als «genügend Kameraden», «genügend Landsleute».
1560. winter-plummes: vgl. Chapman, ed. Shepherd, I. p. 159: Farewell, winter plum.
1562. Sir Eglamour: Held einer romantischen Dichtung; gedruckt 1508 in Edinburgh, eingetragen i. Stat. Reg. Jan. 15, 1582 (Anders.). Shakespeare lässt einen Eglamour in den Two Gentlem. of Ver. auftreten; und der Held von Ben Jonson’s Hirtendrama The Sad Shepherd trägt gleichfalls den Namen Aeglamour.
1563. Skinker = drawer, tapster cf. Mat. III. Jupiter and Juno p. 103 Z. 3749, u. Gull’s Hornb. (T. Cl.) p. 12.
1564. Codpeece point: (Hosenlatz) cf. Shoem. Hol. V. 3. p. 76: my codpiece-point is ready to fly in pieces every time I think upon Mistress Rose.
1568. Hobby-horse: die bekannte und oft zitierte Gestalt aus dem Morris dance; vgl. Nares, Klöpper, Cent. Dict. die sämtlich grössere Artikel über H. H. bringen.
1574. conny-catch = prellen.
1576. Mum = Pst!
1577. kercher = kerchief. Hornbook p. 34: a wrought handkercher.
1580. hee playes mum-budget with me: cf. ... hither three dayes hence and you shall heare more, but in the meane space looke you play mumbudget and speake not a word of this matter to any creature, in Gentle Craft, II. 29, Palästra 18; dann I come to her in white, and cry ‘mum’; she cries ‘budget’; and by that we know one another. Wiv. V. 2. 6 f. u. ö. b. Shakespeare.
1581. tye vp your great and your little sword: Man trug damals häufig zwei Schwerter, od. Schwert und Dolch.
1585. cossens Garman = cousins german.
1586. Master of the Kings Reuels: Offenbar hatte sich Jonson schon damals (1601) um die Stelle eines M. of. R. oder Lord of Misrule (auch Christmas prince genannt) bemüht, die er aber erst unter Jakob I. 1621 erhielt.
1592. Asinius ist etwas passiert, was sonst nur bei kleinen Kindern vorkommt!
1593. scroule = scroll.
1602. he and I are not Paralels: cf. Poet. I. 1. p. 271. Tuc. Are we parallels, rascal? are we parallels?
1613. Hawkins liest diese Stelle: ... watch man, ... rereward. — On proceede.... Auf den ersten Blick mag die Stelle etwas unklar sein, was aber behoben wird, wenn wir folgende Unterscheidungszeichen einführen: Did Apolloes Freeze gowne watchman.... (Boy, dost heare, Turkie-cockes tayle, haue an eye behinde, least the enemie assault our Rereward.) On proceede, Father Adam! Did that, etc. — Mit diesem zweiten «did» wird die Z. 1613 abgebrochene Frage wieder aufgenommen.
least = lest; on proceede! = fahr’ doch weiter! (in Deiner Erzählung).
1616. rag-a-muffin = Lumpenkerl, schlechter Kerl. cf. H. IV. A. V. 3. 36., auch sonst bei Dekker, Hornbook p. 52, Belman p. 83.
1626. mother Bee: das dürfte wohl auch der Name einer bekannten Wirtin sein.
1637. Scanderbag: cf. Shoem. Hol. III. 1. p. 31. ... we have been bargaining with Skellum (Schelm) Skanderbag.—The true history of George Scanderbage entered i. Stat. Reg. for E. Allde 3rd July 1601, as lately played. (Fleay, II. 318.)—Georg Kastrioto 1403-1468, unter dem Namen Skanderbeg als Befreier Albaniens vom türkischen Joch bekannt.
1644. my red flag is hung out: Reminiszenz an Tamberlaines rote Fahne, die den Belagerten ankündigte, dass der erzürnte Eroberer Blut fordere. Vgl. Sh. Cor. II. 1. 84: set up the bloody flag against all patience, u. H. V. I. 2. 101. unwind your bloody flag. Marlowe’sche Einflüsse, auf welche schon Koeppel, B. Jonson’s Wirkung, p. 14 hinwies.
1649. Turke-a-ten-pence: Vgl. Dekker, Works II. p. 339: if all the great Turks Concubins were but like thee, the ten-penny-infidell should neuer neede keep so many geldings to ney ouer em (West-ward Hoe).—Über Herkunft und Bedeutung dieses Ausdruckes verdanke ich folgendes Herrn Prof. Bang: Der später oft gebrauchte Ausdruck stammt wohl aus Marlowe’s Jew of Malta, ed. Dyce in Old Dram. p. 169: What gentry can be in a poor Turk of tenpence; vgl. die dort angeführten Stellen. Durch ten pence soll der geringe Wert angegeben werden; vgl. Beaum. & Fletcher, ed. London, 1811, vol. III, p. 156: to be so ridden by a tit of ten-pence, und Massinger, ed. Gifford-Cunningham, p. 262b: scorn’d by a tit of ten-pence.
1653. my colde Cornelius:?
Respice funem: natürlich = respice finem! absichtlich von Tucca entstellt.
1654. my little Cutlers Shoppe: Asinius ist so mager, dass man an ihm die Rippen sieht.
1659. Huon: Reminiszenz an den Helden aus dem Karls-Sagenkreis.
1661. paper = Epigramme.
1664. foule-fisted Morter-treader: wiederum Anspielung auf Asinius’ Herrn, den ehemaligen bricklayer.
1667/8. Horace is valliant, & a man of the sword: Jonson tötete in
den Niederlanden angesichts der beiden Heere einen Feind
und im Duell einen Kollegen (cf. zu ersterem Conversations with
Drummond p. 29f.: In his service in the Low Countries he had, in the
face of both the camps, killed an enemy). Dekker wiederholt hier,
was Poet. IV. 4. (p. 341) steht:
Pyrgus: ... take heed how you give this out; Horace is a man of the sword.
Crisp. ’Tis true, ... they say he’s valiant.
1669ff. Anspielung auf Jonson’s Ev. Man in His Humour und Ev. Man out of His Humour. Mermaid enthält offenbar zugleich eine Anspielung auf die bekannte Kneipe in Cornhill, wo Ben Jonson mit Shakespeare u. a. verkehrte. Vgl. auch Poet. III. 1. p. 311. Tuc. loqu. I would fain come with my cockatrice one day, and see a play; ... but they say you ha’ nothing but ‘Humours’, ‘Revels’, and ‘Satires’.
In Cynth Rev. II. 1. p. 201. sagt Jonson in seiner eigenen Characteristik: For his valour, ’tis such that he dares as little to offer an injury as receive one. Vgl. ferner den tapferen Horace, wie er in Satirom. ZZ. 1933/34 w. 1944-47 dargestellt wird.
1675. shoulder-clappers: hier wohl = falsche Freunde, die einem schön ins Gesicht tun, aber einen hinterher in Satiren und Epigrammen verspotten. Vgl. übrigens auch die Stelle im Hornbook, p. 51, wo dem Gull empfohlen wird eine Wohnung an der Water-side zu nehmen, die neben verschiedenen Vorteilen auch den bietet «to shun Shoulder-clapping» (Verhaftung).
1678. Horastratus: Tucca ist boshaft genug Horace einen Mord vorzuwerfen, durch den er sich, gleich Herostratos, ein Denkmal für alle Zeiten setzen wollte.
1680. Mecænasses: Vgl. Anm. z. Z. 977. Vielleicht ist es nicht ganz bedeutungslos auf eine Stelle in Chapman’s Blind Beggar, ed. Shepherd, vol. I. 16 hinzuweisen, wo die von ihrem Gatten Count Hermes hintergangene Elimine sagt: ... you make a Count ass of me.
1686. Palinodicall rimester: mit Anspielung auf die schon Z. 366 erwähnte Palinode.
1687. Solœcismes: Vgl. dazu Poet. III. 1, wo Horace Verse des Crispinus anhören muss und beiseite spricht: This tyranny Is strange, to take mine ears up by commission, ... and make them stalls To his lewd solecisms, and worded trash (p. 298).
1693ff. Es ist wohl möglich, dass sich diese Zeilen, wie Penniman, War, p. 132 meint, auf sein Verhör vor dem Richter beziehen, wohin ihn seine Ausfälle gegen das Recht und die Richter im Poetaster, Akt I., gebracht haben. Vgl. auch «To Mr. Rich. Martin» i. d. Fol. des Poetaster.
Quiddits: a contraction of quiddity ... Generally applied to the subtilities of lawyers. Nares. Cf. Haml. V. 1. 107.
1695. to wip’t = to wipe it.
1697. Machiauell: hier im Sinne von «ein schlauer Kopf», wie auch ö. bei Shakespeare. Machiavelli war dem elisabethanischen Drama durchaus nicht fremd. Er scheint selbst dramatisch behandelt worden zu sein. Henslow (p. 22) trägt auf den 2. März 1591 ein anon. Play Machiauel ein, das von L. Strange’s Men gespielt wurde. Fleay, II. 298.
1700. the man in the Moone: vgl. Anm. z. Z. 924.
1701. Salt-peter Jestes: scheint sich auf die Saltpeter-Scherze in
A Tale of a Tub zu beziehen; vgl. Works ed. L. 1816. vol. VI.
p. 134. Sir Peter Tub was his father, a saltpetre-man ...
p. 148. She’s such a vessel of fæces: all dried earth,
. . . . . not a drop of salt,
Or petre in her! all her nitre is gone.
p. 149. . . . a man condemn’d
To the salt-petre works.
1702. Maligo-tasters: maligo = Malaga, (Wein und Ort).
1703. Cinocephalus: Vgl. Pat. Grissill, Z. 2221: I haue seene vnder John Prester and Tamer Cams people, with heds like Dogs. Die Kenntniss dieser sog. Kynokephalen hatten die Zeitgenossen aus John Maundeville’s und anderer Reisebeschreibungen.
1707. there’s no faith to be helde with Heritickes & Infidels: Drummond berichtet, dass Ben Jonson während seiner Gefangenschaft (1598) von einem Priester zum römischen Glauben bekehrt wurde und zwölf Jahre Katholik blieb (Convers. p. 30 u. 63.). Hierauf spielen obige Worte an.
1709. Alexander and Lodwicke, the Gemini: Titel eines von Martin Slaughter (Slater) 1597 geschriebenen (?) Stückes. Cf. Ward, II. 608². — Henslow notiert unter d. 14. Jan. 1597 einen Alexander and Ludovick; s. auch Fleay II. 305.
1710. sworne brothers: = fratres jurati, Busenfreund; vgl. die Beispiele bei Schmidt, Sh.-Lex., s. swear, sowie Nares. Sworn brothers wurden auch Personen genannt, die sich durch Eid verpflichteten, ihr Vermögen mit einander zu teilen.
1710/12. Theseus und Peirithous stiegen in die Unterwelt (hell), um Persephone zu entführen, wurden aber beide in Fesseln zurückgehalten, und Herkules konnte nur Theseus befreien. Vielleicht bildete diese Episode den Inhalt einiger Scenen der Two Parts of Hercules des obengenannten Martin Slater.
1712. Thine-assuredly: bekannte Briefschlussformel.
1716. Vgl. die schon z. Z. 409 cit. Stelle aus Poet. III. 1. (p. 311.)
1717. Lucian: Tucca spielt auf die Pillenszene im Poetaster an, die aus dem Lexiphanes des Lukian entlehnt ist. Dort (§ 20 u. 21.) verordnet ein Arzt einen Trank zu ähnlichem Zweck, wie im Poetaster die Pillen ihn erfüllen.
1719. the Parcell-Poets: cf. Poet. III. 1. p. 310. Tuc ... he (Marston)
is a gent’man, parcel-poet....
parcel gewöhnlich = part findet sich häufig (auch bei Shakespeare),
allein und in Verbindungen wie parcel-bawd, parcel-gilt,
parcel-poet, parcel-physician (Massinger, City Mad. II. 2),
parcel-statesman, parcel-priest (Wit’s Recreat. Epig. 659), parcel
of man (Cynth. Rev. II. 1. p. 192) etc. Vgl. dazu Schmidt,
Sh.-Lex. s. v: [words] not hyphened i. O. Edd. and probably
intended to have another sense (nearly = species); und hier, im
Satirom. und im Poet. ed. Mallory erscheint bei parcell-poet
(III, 4, 174) und Parcell-guiltie (V, 3, 433) der hyphen!—parcel
scheint mir in der Mehrzahl der obigen Fälle nicht so sehr =
part oder = half zu sein, sondern vielmehr einer verächtlichen
Verkleinerung zu entsprechen, etwa = so ein Dichterling,
Pfäfflein etc. Vgl. allerdings anderseits Hornbook. p. 21. u. 40:
beate not your braines to understand their parcell-Greeke, parcell-Latine
gibrish und get some fragments of French, or smal parcels of Italian.
Vgl. unser: ein paar Brocken Latein.
1720. the Court of Pernassus: vgl. A. z. Z. 292.
1721. in Forma Pauperis: = als armer Mann.
1725. like a sprig of Rosemary: Nares sagt, dass Rosemary auch zum Garnieren von Fleischspeisen verwendet wurde, und verweist auf B. & Fl., Kn. of. B. Pestl. V. 1. und Parson’s Wedding, O. Pl. XI. 503. Tucca will also Bubo als schmückende Beigabe seines Gefolges mitführen.
1730. vrde = word
1731. and = an
1732. Thomas Thomasius: Drucker und Lexikograph, geb. zu London 25. Dez. 1553, erzogen in Eton. Universitätsdrucker in Cambridge, wo er 1588 starb; cf. DNB LVI. p. 192, auch Watt, Biblioth. Britannica, vol. II. s. v.
1734. nere = never
1738. your fetches and your fegaries: fetches = List, Kniff; fegaries = vagaries = Streiche, Schnaken. vgl. Old Fortunatus, Z. 980 und die dazu angegebenen Stellen.
1739. leather-Jerkins: vgl. dazu Anm. 1548.
1743. winke-a-pipe: wincopipe, volkstümliche Form für wink-a-peepe, Bacon, Nat. Hist. § 827. Cent. Dict.
1745. Sampson: Dekker wird wohl an Sampson und Delila aus dem Buch der Richter gedacht haben.
1753. Diese Zeile wird «zur Seite» gesprochen.
1757. [Trangdo; ich glaube, dass dieses mir nur aus dieser Stelle bekannte Wort sich verhält zu dem unten belegten Wort trangdido wie etwa dildo zu dildido (Materialien VI, 1580).
Die Bedeutung von trangdido geht ziemlich deutlich hervor aus Forde, Lover’s Melancholy, IV, 2: I will firk his trangdido; The Fancies, Chaste and Noble, IV, 1: nay, I will tickle their trangdidos. Wenn man sich an Falstaff’s I’ll tickle your catastrophe und den Ausdruck to tickle one’s collefodium erinnert, den ich in den Bausteinen, I, p. 70 besprochen habe, so wird es sehr wahrscheinlich, dass trangdido = arse, buttocks, Hintern steht, eine Bedeutung die des Contexts wegen auch in Englishmen for my Money, Hazl.-Dods. X, 537: With trandido, dildido, and I know not what vorzüglich passen würde. Was die Etymologie betrifft, so ist trangdo, wie dildo (cf. NED s. v.), ein Refrain und hat wohl daher die Bedeutung «Endstück» etc. angenommen. W. B.].
1760. by the crosse a this sword & dagger: beim Kreuze des Schwertes zu schwören, galt als besonders heiliger Schwur.
1764. smeeter = cimiter = simitar; cf. Tale of a Tub, IV. 3 p. 208: Basket, put thy smiter up, and hear.
1768. those nine common wenches = neun Musen.
1771. button-cap: button = Knopf auf einer Mütze; cf. Hml. II, 2, 233.
1775. besser: I pray,
1803. besser: heare.
1810. richtiger: prooue
1812. has wie schon ö. = he has (h’has)
1815. lies: like
1817. baldlie = kahl, schmucklos u. = schlechtweg.
1818. lies: before
1834. blazing Starres: Kometen, als Boten von Kriegsjahren.
1842. ore = o’er.
1851. besser: thatch.
1853. he has more haire then wit: ein Sprichwort, das sich häufig findet, so auch bei Sh. Gent. III. 1. 361. u. 367. Err. II. 2. 84.
1855. Bush-naturall: Nares bemerkt: From some vague notion, that abundance of hair denoted a lack of brains, arose an odd proverb, noticed by Ray, p. 180; thus: «Bush-natural, more hair than wit»; vgl. Hornbook, p. 28: But let thine receive his full growth, that thou maiest safely and wisely brag ’tis thine owne Bush-Naturall. Vgl. zu diesen Zeilen überhaupt das III. Cap. des Hornbooks.
1869. whether = whither.
1870. Poeticall Furie: Ob Tucca hier an den Furor poeticus denkt, der im Return from Parnassus I. Sc. 6 ff. auftritt (vgl. dazu Small, p. 133 Anm.), weiss ich nicht; wohl aber war er ihm aus Jonson’s Ev. Man in IV, 1. p. 73 Ev. Man out, Ind. p. 121 und Poet. IV. 1. p. 328 bekannt. Im letzteren Fall spricht Tucca den Demetrius mit poetical Fury an.
1874. mych = miche, to shrug or sneake in some corner; cf. Sh.-Lex. s. miching mallecho.
1880. vds bloud = ’sblood, God’s blood.
1885. block-head: vgl. dazu das schon erwähnte ‘you whoreson blockhead’ aus Poet. IV. 3. p. 336.
1888/9. Thalimum: cf. A. z. 1063. — crosse-sticks: Verballhornung von acrostics, mit Nebenbedeutung. Cf. Z. 356. Polinoddyes: erneute Anspielung auf die Palinode, mit Nebenbedeutung: poll = Kopf u. noddy = Narr. Nappy-grams: cf. A. z. 1532, u. nappy = berauschend, einschläfernd.
1891. his harty commendations: der alte Briefanfang: After my hearty commendation, etc., worüber mehr in Goosecappe.
1892. Hawkins weist diese Worte Tucca zu, Morley dem Horace. Ich muss gestehen, dass diese Worte, wenn sie zu Vaughan und den übrigen gesprochen werden, besser dem Tucca, der damit seine hämische Freude ausdrückt, zustehen. Wäre es aber nicht auch möglich, dass Horace sie «zur Seite» spricht, etwa: Es ist grossartig, jetzt kommt alles an den Tag? Horace kann die Worte nur zu sich sprechen, sonst könnte Dicache nicht mit, «That same Horace» weiter fahren.
1894. [his face] lookes for all the world, like a rotten russet Apple, when tis bruiz’d: Auch Jonson’s Gesicht diente wiederholt als Zielscheibe des Spottes; cf. ZZ. 1899/1900, 2545 f. Das schon erwähnte «dark, pale face» [Apol. Dial. p.382] steht im Widerspruch mit dem im Satirom. geschilderten, meint Cunningham (II. 582), und auch Aubrey sagt: «he was of a clear and fair skin.» — Andererseits stimmt zu dem «pale face» eine Stelle aus einem Pamphlet Kempe’s auf Ben Jonson nicht, auf die Bang, Engl. Stud. 28. 224, hinweist: ... let any man look on his face! if there be not so red a colour that all the soap in the town will not wash white ... Vergleicht man dazu das Bild von G. Honthorst (i. d. Mer. Ser.), so kann man auch die «pimple» entdecken, und dass er vielleicht die eine und andere Blatternnarbe im Gesicht hatte, auch ohne dass er die schwarzen Blattern durchmachte, wäre nicht unmöglich; es dürfte also seine Gesichtshaut nicht ganz so rein gewesen sein. Dass im Satirom. eine Übertreibung vorliegt, darf als sicher angenommen werden.
1896. Sinamon water next my heart: Zimmtwasser wurde von Frauen zu gewissen Zeiten gern genommen.