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Abb. 129. Silbervergoldeter gotischer Kelch mit durchbrochenen Ornamenten.

Von den auf uns gelangten Altargeräten sind hervorzuheben:

Meßkelch mit Patene (Abb. 129). Kelchhöhe = 22 cm, Patenendurchmesser = 16·5 cm. Silber, vergoldet. Um 1500. Fuß sechspaßförmig mit abgestuftem Rand. Bis herauf zur Mitte der Cuppa mit durchbrochen gearbeiteten gegossenen Blattwerkornamenten überzogen und mit Steinen besetzt. An den schmalen freigebliebenen Teilen des Halses oberhalb und unterhalb des Nodus gravierte Ornamente. Kostbare Arbeit.

Meßkelch mit Patene. Kelchhöhe = 19·5 cm, Patenendurchmesser = 15·5 cm. Silber, vergoldet. Tuchersche Stiftung vom Jahre 1522. Nodus mit getriebenen und eingravierten Ornamenten. Fuß sechsblattförmig mit Horizontalprofilierung. Am Hals oberhalb und unterhalb des Nodus die Inschriften graviert: JHESUS und MARIA. An der Innenseite des Fußes das Wappen der Tucher mit der Jahrzahl 1522 graviert. Mit dem Beschauzeichen Nürnberg, ohne Marke. Siehe Marc Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen, 2. Aufl. 1911. Nr. 3059 o.

Zwei Kannen. Höhe je 16 cm. Silber, vergoldet. 1643. Datierung an den kleinen Wappen am Ende des Griffes. Auf dem Deckel das Nürnberger und Grundherrsche Wappen. Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg a. a. O. Nr. 3226 a und b.

Zwei Kannen. Höhe je 33 cm. Silber, vergoldet. Laut Inschrift 1658 zum Abendmahlsgebrauch gestiftet von Wolfgang Endter dem älteren. Die betreffende Inschrift hat folgenden Wortlaut:

„Wolfgang Endter der Elter, Buchhändler alhier übergiebt diese Zwo kannen sampt einem Kelch Paten, und oblaten schächtelein Zum Gebrauch des Heiligen Abendmahls, der jüngst verneüerten Kirchen zu S. Sebald mit Herzlichem wunsch das Gott die reine seligmachende Religion bei uns, bis an der welt ende unverfälscht erhalten wolle.

Gott! Deine Gnad hat mir beschert
Was ist zu Danckbarkeit verehrt.
Am Palmsonntag im Jahr Christi 1658.“

Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3226 e und f.

Abendmahlskelch mit Patene. Kelchhöhe 25·5 cm, Patenendurchmesser 17·5 cm. Silber, vergoldet. Gestiftet von Wolfgang Endter dem Älteren 1658 (siehe oben). Fuß sechsblattförmig mit Horizontalprofilierungen. Am Nodus und am Fuß Gravierungen: am Nodus Blumenornamente, am Fuß Engelsköpfe, außerdem Blattfriese und Fruchtkränze. Auf dem Boden des Kelches eingraviert die Wappen des Stifters und seiner Ehegattin, gehalten von einem Engel, darüber die Jahrzahl 1658.

Mit dem Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3226 g.

Auf der Rückseite der Patene ist, von einem Kranz umrahmt, das Wappen des Stifters graviert, auf dem Rande ein Kreuz.

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Abb. 130. Sanduhr (ehemals an der Kanzel).

Krankenkelch mit Patene. Kelchhöhe 17 cm, Patenendurchmesser 10 cm. Silber vergoldet. Gestiftet von Joachim Kern und dessen Ehefrau 1675. Fuß sechsblattförmig. An der Rückseite des Fußrandes die eingravierte Inschrift: „Joachim Kern und dessen Ehewürthin Catharina 1675.“

Beschauzeichen Augsburg und Marke JV (oder M?).

Etui mit Löffel. Etuilänge 17 cm, Breite 4·5 cm. Beides Silber, teilweise vergoldet. Um 1700. An der Seite und am Deckel des Etuis gepunzte Darstellungen der Leidenswerkzeuge, ferner auf dem Deckel getriebenes Kruzifix, wovon der rechte Arm fehlt. Darüber in Gravierug der Hahn.

Beschauzeichen Nürnberg und eine Meistermarke, die sich aus einem I, V und N zusammenzusetzen scheint.

Klingelbeutel. An der Vorderseite die Gruppe Christus am Kreuz mit Maria Magdalena aus gegossenem und ziseliertem Silber. An der Rückseite rundes Schild von Silberblech, darauf das Monogramm AMM (ineinandergestellt) und die Jahrzahl 1723 graviert. Durchmesser des Schildes 6 cm. Beutel von neuem rotem Samt.

Hostienbüchse, rund. Durchmesser 13·5 cm, Höhe 9·5 cm. Silber, vergoldet. Auf dem Deckel eingraviert das Bild des hl. Sebald und: ’M. M. W. 1744.‘

Beschauzeichen Nürnberg und undeutliche Marke.

Zwei Abendmahlskelche mit Patenen. Kelchhöhe 28 cm, Patenendurchmesser 18 cm. Silber, vergoldet. Rokoko. Getriebene wellenförmige Ornamente an Cuppa, Nodus und Fuß. Fußrand mit Horizontalprofilierungen. Um 1755.

Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3275 b und c.

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Abb. 131. Leuchterengel (Hauptaltar).

Taufbecken mit Kanne. Taufbecken oval 46·5 × 34·5 cm, Kannenhöhe 21 cm. Silber. Um 1755. Mit getriebenem Wellenornament.

Beschauzeichen Nürnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3204.

Sanduhr. (Abb. 130.) Viereckiger Behälter mit vier Uhren: ¼, 24, ¾ und 44. Gehäuse 32 × 26 cm. Silber. Mit zwei Holzschuherschen Wappen. Oben und unten:

„17 Fr. M. M. M. H. v. H. 81“
und „17 Fr R. H. H. v. H. 81“.

Die Ornamente gegossen und ziseliert, das übrige getrieben. 1906 auf der Historischen Ausstellung der Stadt Nürnberg, vgl. Katalog Nr. 166.

Kanne, den beiden 1658 von W. Endter gestifteten Kannen nachgebildet. H. 34 cm. Silber, vergoldet. Laut Inschrift 1838 gestiftet von Therese Rohrmann, Witwe des Kaufmanns und Marktadjunkten Georg Peter Rohrmann. Vorne Spruch Joh. XV, 5.

Beschauzeichen Nürnberg und Marke G (?).

Ferner befinden sich in der südlichen Sakristei noch zwei kleine alte Messingleuchter ohne künstlerische Bedeutung.

In der nördlichen Sakristei:

Zwei Altarleuchter. H. 76·5 cm. Silber. Modern gotisch um 1830. Basis sechseckig, auf sechs Drachen ruhend. Schutzteller mit Zinnen, von Krabben getragen.

Auf dem Hauptaltar:

Altarkruzifix. H. 1·28 m. Der Kruzifixus aus Silber gegossen und ziseliert, Kreuz und Sockel Holz. Um 1700. Vorzügliche Arbeit.

Zwei Altarleuchter in Gestalt von Kerzen haltenden Engeln (Abb. 131). Höhe der Figuren ohne Leuchter und Flügel 39·0 und 39·5 cm. Gegossen, massives Silber, vergoldet. Auf jedem das Volckamersche Wappen. Kostbare Arbeiten aus der Zeit um 1490.

Zwei Paare gedrechselter und ein Paar zum Teil gedrechselter, zum Teil gegossener Messingleuchter; das letztere Paar aus der Barockzeit.

Auf den Rückwänden zu den Seiten des Hauptaltares zwei holzgeschnitzte und bemalte, insbesondere reich vergoldete knieende leuchtertragende Engel auf Postamenten, der eine eine vortreffliche Arbeit aus der Zeit um 1500, der andere (rechts vom Hochaltar) eine moderne Kopie von jenem im Gegensinne.

Auf dem Löffelholzaltar:

Altarkruzifix. H. 1·31 m. Der Kruzifixus aus gegossenem und ziseliertem Silber, Kreuz und Sockel Holz mit reichem Silberbeschlag, an der Vorderseite ein sich aus M und W zusammensetzendes Monogramm. Gute Arbeit aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Vier messinggedrehte Leuchter, darunter zwei gleiche mit Löffelholzischen Allianzwappen und der Jahreszahl 1696 (auf einem querovalen Schildchen am Fuße).

Auf dem Muffelaltar ein Paar kräftige gedrehte Messingleuchter, je mit dem Muffelschen Wappen am Fuße.

Auf dem Petrusaltar ein Paar einfache gedrechselte Messingleuchter.

Auf dem Tucheraltar ein Paar gedrungene messinggedrechselte Leuchter mit dem Wappen der Schnecken (2 gekreuzte Lanzenspitzen) je an ihrem Fuße.

Auf dem Halleraltar und gegenüber vor der Adam Kraftschen Kreuzschleppung vier gleiche einfach gedrechselte Messingleuchter.

Besonders hervorzuheben ist hier sodann noch die über der Tucherschen Begräbnisstätte, vor den Gedenktafeln dieses Geschlechtes aufgehängte Ewiglichtlampe aus Messing, deren Körper durchbrochen gearbeitet und mit schön stilisiertem Blattwerk und drei Tucherschen Wappen reich graviert ist. Drei groteskenartige weibliche Halbfiguren, ebenfalls aus Messing gegossen, stellen die Verbindung zwischen dem Körper der Lampe und dem Gehänge her. 16. Jahrhundert.

Einige hölzerne Barockkruzifixe und sonstige Altargeräte sind von keiner künstlerischen Bedeutung.

Im Germanischen Nationalmuseum endlich wird heute aufbewahrt:

Der „DilherrschePokal. Vom Jahre 1635 (?). Silber, vergoldet. H. mit Deckel 47·5 cm. Am Fuß, an der Cuppa und am Deckel getriebene Blumen- und Rankenornamente, an der Cuppa außerdem noch Engelsköpfe und in Medaillons drei figürliche Darstellungen des Sündenfalles. Den Hals bildet die gegossene und ziselierte Figur eines Engels, welcher einen Totenkopf hält. Auf dem Deckel die Erdkugel mit Schlange, darauf der auferstandene Christus. Inschriften sind über den ganzen Pokal verteilt. Der Pokal soll ein Geschenk des Rates der Stadt Nürnberg an den Pfarrer J. M. Dilherr von St. Sebald sein.

Ausführliche Beschreibung bei Essenwein, Einige Gold- und Silbergefäße aus dem Schatze im Germanischen Museum. In den „Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum“. II, 1887, S. 45. Vgl. auch Rosenberg, a. a. O. Nr. 3188 d.

Wandteppiche.

Ein weitaus besseres Schicksal als die Paramente erfuhren die Wandteppiche, mit denen die Kirche reich ausgestattet war. Außer den vorhandenen zehn Gobelins existiert noch einer vom Jahre 1477 aus dem ehemaligen Kirchenbesitz, der auf Umwegen wieder in die Hände der Stifterfamilien gelangt ist[XXIII]; und noch zwei weitere Stücke dürften sich im 15. Jahrhundert den übrigen angereiht haben: eine Fortsetzung der Katharinenlegende und ein Gegenstück zum Sebaldusgobelin.

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Abb. 132. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald.

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Abb. 133. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald.

Die Darstellungen sind meist dem Marienleben und den Legenden der beliebtesten Heiligen der Kirchengemeinde Sebald, Katharina und Helena, entnommen; ein Wandteppich erzählt vom „Verlorenen Sohn“, einer vom alten Testament.

Der Entstehungszeit nach zerfallen die Teppiche bis auf einen 1497 gestifteten Gobelin in zwei Hauptgruppen. Zur ersten Gruppe aus dem Beginne des 15. Jahrhunderts, für welche außer der charakteristischen Formensprache in der Regel eine stärkere Belebung des Hintergrundes mit Architektur und Landschaft bezeichnend ist, zählt auch als später Ausläufer der um 1450 entstandene Mariengobelin. Der zweiten Gruppe nach der Mitte des 15. Jahrhunderts ist bei klarer Disposition der Figuren dunkelfarbiger Hintergrund mit ornamental stilisierten Blumen und Pflanzen eigen.

Über den Entstehungsort ist nichts Bestimmtes bekannt. Er ist jedenfalls in Nürnberg zu suchen, vermutlich in einem der beiden Frauenklöster St. Klara und St. Katharina. Auffällig ist, daß nachweisbar drei Teppiche der zweiten Gruppe allein von den Tuchern gestiftet worden sind.

Wandteppich mit sieben Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald (Abb. 132, 133). Um 1410. Mit Inschrift über den Darstellungen: der Leichnam des hl. Sebald schlägt einem Mönch, der ihn verhöhnt, ein Auge aus: „hi... ein münch sant sebolt tod leichna slug Ī ē aug aus“[XXIV]); einer Frau, welche eine abgebrochene Kerze an der Bahre des hl. Sebald wieder aufrichtet, springt der zur Buße um den Arm getragene Ring: „hie pring ē fraw sant sebolt kertzē die eise... fiellē ir ab“; die Leiche des hl. Sebald wird von Ochsen gefahren: „hi zichē ochsē S sebolt leichnā von poppēreut gē nurberg“; der vertauschte Käse, welchen eine Frau am Grabe des hl. Sebald opfert, wird in einen Stein verwandelt: „hie verwexelt fraw ē kes der wardt zu ē stain“; Pilger nehmen die sie überfallenden Räuber gefangen mit nach Rom: „hie fiengē pilgerē die rauber und prochtens mit in gen rom“; die Räuber überfallen die Pilger wiederholt, aber St. Sebald lähmt sie: „hie wollen sie die pilger beraubt haben do erkrumpt sie“; St. Sebald erscheint Schiffbrüchigen: „hie wollten leut ertrincken do kam in S sebolt zu hilf“. Die Reihe der Darstellungen hat sich ursprünglich noch fortgesetzt. L. 7·28 m, H. 1·01 m. Als Hintergrund Architektur und Landschaft. Die Darstellungen sind äußerlich nicht getrennt. Mäßig gut erhalten, doch, insbesondere die braunen Fäden, durch Insekten zum Teil herausgefressen. Zu diesem Gobelin hat wahrscheinlich einer mit Darstellungen der Wunder des hl. Sebald vor seinem Tode als Gegenstück existiert.

Wandteppich mit sechs Darstellungen aus dem Alten Testament. Um 1410. Darstellungen: Adam und Eva im Paradies, Vertreibung aus dem Paradies, Samson bezwingt den Löwen, Samson wird von Delila überlistet, Bathseba und David, David und Michal(?). Ohne äußerliche Trennung. L. 4·30 m, H. 0·63 m. Hintergrund blau mit Architektur und Landschaft.

Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Legende der hl. Katharina. Um 1420. Die Schrift über den Darstellungen teilweise erhalten. 1. Acht Darstellungen: Wunderbare Erscheinung des Kreuzes: „hi sahen die heinischen (!) meister ein czeichen am himel“; Opferung von Weihgeschenken: „dez heiligen creuz daz erten si mit güter“; Geburt der Katharina: „hi wart sancta katterina geporn“; religiöse Erziehung: „hi bart si gelert daz si dem kreuczigten got solt din“; Unterricht durch den Einsiedler: „hie lert si der einsidel daz si xpm...“; Maria mit dem Jesuskind (Fragment); Taufe der Katharina; mystische Verlobung mit dem Jesuskind. Die erste Darstellung ist möglicherweise nicht der Anfang des Ganzen, denn vor der Schrift jener Darstellung finden sich die Worte: „[St. Cath]erina lebē“. L. 7·43 m, H. (mit Schrift) 0·92 m. 2. Vier Darstellungen: Katharina vor dem Kaiser Maxentius, Disputation mit den Philosophen, Katharina tröstet die wegen ihrer Bekehrung zum Feuertode verurteilten Weisen, Katharina wird gegeißelt. Fragment. Schrift fehlt. L. 4·95 m, H. 0·82 m. Hintergrund blau mit Architektur und Blumen. Die Darstellungen sind äußerlich getrennt. Gut erhalten, doch das Braun wiederum zum Teil herausgefressen.

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Abb. 134. Gobelin mit Darstellungen aus dem Marienleben.

Wandteppich mit zwei Darstellungen der Kreuzauffindung durch die hl. Helena. Rummelsche Stiftung. Um 1420. Darstellungen: Die hl. Helena in Gegenwart des Kaisers Konstantin und des Gefolges bezeichnet den Platz, wo gegraben werden soll; von den drei gehobenen Kreuzen wird das Kreuz Christi an der Wunderwirkung der Auferstehung eines Toten erkannt. Unten links das Wappen der Rummel, rechts das Wappen der Haller. L. 1·80 m, H. 0·85 m. Hintergrund dunkelblau, mit ornamentierten Zweigen belebt; im Vordergrund Blumen. Die beiden Szenen sind äußerlich nicht getrennt.

Wandteppich mit drei Darstellungen aus dem Marienleben (Abb. 134). Um 1450. Hallersche Stiftung. Links Verkündigung, in der Mitte Heimsuchung, rechts Geburt Christi. Äußerlich abgeteilt. L. 1·81 m, H. 0·88 m. Architektur und Landschaft als Hintergrund. Das Allianzwappen der Haller mit dem der Pfinzing und Schürstab in der mittleren Darstellung. Weniger gute Arbeit.

Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Parabel des Verlorenen Sohnes. Tuchersche Stiftung. Um 1460. 1. Fünf Darstellungen: Der Jüngling auf schlechtem Lebenswandel (?), er wird von Weibern fortgejagt, weibliche allegorische Figur mit den Wappen der Tucher und Stromer, der Jüngling hütet Schweine, er kehrt zurück. L. 3·85 m, H. 0·63 m. 2. Vier Darstellungen: Zu Ehren des Wiedergefundenen wird ein Kalb geschlachtet und ein Festmahl gehalten, der vom Feld heimkehrende ältere Bruder erkundigt sich bei Zimmerleuten nach dem Vorfall und weigert sich, an dem Festmahl teilzunehmen. Auf der letzten Darstellung rechts oben das Tuchersche und unten das Stromersche Wappen. L. 3·14 m, H. 0·63 m. Hintergrund dunkelblau mit Bäumen und anderen stilisierten Pflanzen, im Vordergrunde Blumen. Die Darstellungen sind durch Säulen getrennt. Vorzügliche Arbeit.

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Abb. 135. Gobelin mit Darstellung der Geburt Christi, 1495.

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Abb. 136. Mittelstück des Gobelins von 1495.

Wandteppich mit zwei Darstellungen der Grablegung einer Heiligen (Katharina?). Um 1460. Tuchersche Stiftung. Links: der Leichnam wird von schwebenden Engeln gebracht; rechts: der Leichnam wird von den Engeln ins Grab gesenkt. Ohne äußerliche Trennung. L. 1·72 m, H. 0·78 m. Hintergrund blau mit Blumen und Bäumen. Unten in der Mitte die Wappen der Tucher und Stromer.

Wandteppich mit der Darstellung der Geburt Christi und vier Heiligen (Abb. 135, 136) über dem Hauptaltar. Laut Inschrift vom Jahre 1497. Die Darstellung der Geburt Christi mit Anbetung der Hirten und Engel in der Mitte, seitlich abgeschlossen durch je eine Säule, links die Heiligen Barbara und Johannes der Täufer, rechts ein heiliger Mönch mit Stock und Buch und die hl. Katharina. L. 3·04 m, H. 0·85. Als Hintergrund reiche Landschaft. Starke Verwendung von Gold. Oben rechts die Buchstaben D. S. Vorzügliche Arbeit. Der Gobelin soll ursprünglich beim Muffelschen Altar an der Wand gehangen haben.

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Abb. 137. Katharinenstatue. Vom Portal des südlichen Seitenschiffes.

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Abb. 138. Kopf der Katharinenstatue vom Portal des südlichen Seitenschiffes.

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Abb. 139. Lapidarium in der westlichen Krypta.

Kanzelbekleidung: L. 3·47 m, H. 1·13 m. Seide. Karmoisin, klein gemustert. Unten Ornamentstreifen (H. 17 cm) und in der Mitte Wappenschild (H. 48·5 cm, Br. 45·5 cm) mit Auferstehung Christi. Applikationsstickerei. Vom Jahre 1643. Auf der Rückseite Pergament aufgenäht: „Achatius Hilling von Elnbogn Burger vnd Handelsmann in Nürnberg vnd Sabina deßen Ehew: eine geborne Waldmannin, verehrten auß Gottseel: Eifer in die Pfarrkirch S: Sebaldi dieße Cantzeldeck, d. 21. Dec: Ao. 1643“. Mit zugehörigem Überhangstreifen aus dem gleichen Seidenstoff. 3·50 m lang, 0·30 m hoch.

Kanzelbekleidung: L. 3·40 m, H. 1 m. Grüner, klein gemusterter Seidendamast mit grünen Seidenfransen. In der Mitte ein Kruzifixus in reicher farbiger, zum Teil in Gold gehaltener, sehr erhabener Applikationsstickerei. 17. Jahrhundert. Hierzu ein Überhangstreifen aus dem gleichen Seidenstoff, ebenfalls mit Fransen. 3·75 m lang, 0·30 m hoch.

Antependium zum Tucheraltar: L. 2 m, H. 0·80 m. Großes rotes Rankenornament auf orangefarbenem, klein gemustertem Seidenstoff. 18. Jahrhundert; wohl italienische Arbeit. Unten rechts ist ein kleines, altes gesticktes Tucherwappen aufgenäht. Stiftung des Freiherrn Heinrich von Tucher.

Antependium zum Hauptaltar: L. 4·30 m, H. 0·95 m. Roter Seidendamast mit großem Granatapfelmuster und rotem Fransenbesatz. Italienisch, 19. Jahrhundert. Links unten das Tuchersche Wappen zwischen den Buchstaben C und T und die Jahreszahl 1897 in Stickerei. Stiftung des Freiherrn Christoph von Tucher.

Antependium vom Muffelaltar: L. 2·40 m, H. 0·75 m. Schwerer roter Seidendamast mit Blumenmuster und rotseidenem Fransenbesatz. Italienisch, 17.–18. Jahrhundert. In der Mitte unten ist ein auf Pergament gemaltes Muffelsches Allianzwappen mit der Jahreszahl 1704 aufgeklebt.

Zwei Stücke eines Altarbehanges: Je 2·50 m lang und 0·80 m hoch. Buntfarbige Seidenstickerei mit in Wellenlinien angeordneter Musterung und breiter Borte, die durch stilisiertes Blumen- und Rankenwerk gemustert ist. Bunte Seidenfransen. 18. Jahrhundert. Hierzu noch ein Stück der gleichen Borte. 1·85 m lang; 0·30 m breit.

Antependium am Löffelholzaltar: L. 2·90 m, H. 0·80 m. Roter Sammet mit Goldborte. In der Mitte unten ein Löffelholzisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1772 in Stickerei.

Antependium am Halleraltar: L. 2 m, H. 0·90 m. Roter verschossener Seidendamast mit großen Blumen gemustert. In der Mitte unten ein Allianzwappen und die Jahreszahl 1746 in Stickerei.

Antependium an der Mensa unterhalb der Kraftschen Kreuztragung: L. 1·90 m, H. 0·90 m. Ähnlicher verschossener roter Seidendamast mit Blumengirlanden als Muster. In der Mitte unten die gleichen Wappen, doch umgestellt, und die Jahreszahl 1743 in Stickerei.

Antependium am Tucheraltar: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Roter Sammet mit Goldborte. In der Mitte unten ein Wappen der Tucher in Stickerei. Stoff und Borte 18. Jahrhundert.

Antependium am Petrusaltar: L. 3·60 m, H. 1·05 m. Grüngelber, klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten Endter-Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei.

Antependium am Muffelaltar: L. 2·30 m, H. 0·85 m. Bordeauxfarbiger, klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten ein Kressisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei.

Außer diesen Paramenten werden in der Kirche noch einige Reste von älteren Damaststoffen und Sammeten sowie Borten aufbewahrt. Zur Bekleidung des Hauptaltares und der Kanzel außerhalb der Festzeiten dienen neuere Behänge aus rotem Sammet.

7. Sammlung alter Skulpturen und Baureste. — Büchersammlung.

Die Sebalduskirche besitzt eine Sammlung von alten Skulpturen, Bauresten und technischen Modellen, die während der letzten Wiederherstellung von Prof. Schmitz angelegt wurde und zu ihr in Beziehung steht. Die Gegenstände sind an drei verschiedenen Orten untergebracht.

Zunächst beanspruchen unsere Aufmerksamkeit mehrere zum Teil überlebensgroße Steinfiguren im nördlichen Seitenschiff neben der Turmhalle. Es befinden sich darunter Sebaldus und Maria vom Brauttor, Petrus und Katharina (Abb. 137, 138) vom südlichen Seitenschiffportal sowie andere Statuen aus Stein, die teils wegen ihrer fortgeschrittenen Verwitterung, teils, weil ihre Verwitterung in Bälde zu befürchten war, an diesen geschützten Ort verbracht und am Gebäude selbst durch Kopien ersetzt wurden.

Das Lapidarium in der westlichen Krypta (Abb. 139) enthält sodann eine große Anzahl originaler Steinreste, welche ebenfalls für die während der Wiederherstellung erneuerten Bauteile als Vorbilder und Anhaltspunkte dienten. Aus der romanischen Zeit finden sich Kapitäle, Bogenfriese, Säulen und andere zum Teil reich skulptierte Werkstücke, aus der gotischen Zeit eine Reihe von sehr wertvollen Konsolen, Kapitälen, Baldachinen und anderen architektonischen Details. Daneben sind die Originale verschiedener erneuerter Epitaphien (darunter die Auferweckung des Lazarus von Veit Stoß) sowie mehrerer kleinerer Steinfiguren aufgestellt, auch andere interessante alte Bauteile, als Dachendigungen, Dachdeckungsmaterialien, der Rest eines romanischen Fußbodens sowie merkwürdige Probestücke mittelalterlicher Bautechnik wie späterer Restaurationen.

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Abb. 140. Auferweckung des Lazarus. Relief vom südlichen Seitenschiff (jetzt in der Bausammlung).

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Abb. 141. Übermalter Holzschnitt in einem der Exemplare des „Liber missalis“, Bamberg 1490.

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Abb. 142. Randverzierung in Miniaturmalerei in einem der Exemplare des „Liber missalis“, Bamberg 1490.

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Abb. 143. Miniaturmalerei in einem der Exemplare des „Liber horarum“, Bamberg 1501.

Eine Fortsetzung findet diese Sammlung in den im Obergeschoß der nördlichen Sakristei in Schränken und Vitrinen aufgestellten Gegenständen. Hier sehen wir zunächst kleinere Fundstücke, u. a. einen in der Türmerstube aufgefundenen Frauenschuh des 15. Jahrhunderts (Duplikate desselben besitzen das Germanische Museum und das Bayrische Nationalmuseum in München), altes Steinwerkzeug sowie sehr wertvolle Reste von mittelalterlichen Freskomalereien, welche ehemals die Wand hinter dem Marienbilde Hans von Kulmbachs oberhalb der Tucherschen Chorstühle schmückten (s. o., S. 176).

Handelt es sich bisher um Originalstücke, so reiht sich diesen nunmehr im gleichen Raume neben einer Anzahl von Plänen und Photographien eine Sammlung von künstlerischen und technischen Modellen der letzten Wiederherstellung an. Die 1899 erfolgte Ausgrabung der Ostchorkrypta ist in einem Modell anschaulich dargestellt. Von den ausgeführten schwierigen konstruktiven Arbeiten dieser Zeit geben diese in kleinem Maßstabe als Studienmodelle sehr sorgfältig gefertigten Darstellungen ein interessantes und übersichtliches Bild. Da sie für eine Reihe von Detailfragen der Denkmalpflege die seitens der wiederherstellenden Architekten gewählte Methode zeigen, so bilden sie gewissermaßen ein kleines, aber eigenartiges Denkmalpflegemuseum, in dem für andere Fälle schätzenswerte Erfahrungen aufgehoben sind.

Gelegentlich des Denkmalpflegetages 1905 war die Sammlung in der Moritzkapelle, die sie ganz ausfüllte, vereinigt und erfreute sich eines regen Interesses der sachverständigen Teilnehmer. Ein erläuterndes Schriftchen dazu verfaßte Dr. E. Reicke, Kustos an der Stadtbibliothek und am städtischen Archiv zu Nürnberg. Druck von J. L. Stich.

Erscheint es durchaus veranlaßt, daß sowohl die alten wie die neuen Teile der beschriebenen Sammlung in der Kirche selbst — zu der sie in engster Beziehung stehen — verbleiben, so muß doch bedauert werden, daß es an einer Pflege der Sammlung, welche vor allem katalogisiert werden sollte, fehlt. Es ist zu fürchten, daß die in der Krypta und Sakristei untergebrachten Gegenstände über kurz oder lang in Verlust geraten oder verkommen.


Außerdem befindet sich im Besitz der Kirche noch eine Büchersammlung von einigen hundert Bänden, die an vier verschiedenen Orten: im Pfarrhaus (der größte und wichtigste Teil der eigentlichen Kirchenbücher), im Muffelschen Altar (auch im wesentlichen Kirchenbücher, darunter auch einige Bände „Verkündigungen“ und „Kindertüchlein“-Bücher), in der nördlichen Sakristei und in einem Schrank des kleinen Museums über dieser Sakristei (Sebald Schreyersche Manuskripte, alte Drucke usw.) aufbewahrt werden.

Die Ehebücher beginnen bei St. Sebald mit dem Jahre 1524, die Taufbücher 1533, die Totenbücher 1547. Die letzteren liegen etwa vom Ende des 17. Jahrhunderts an größtenteils in zwei Niederschriften vor und ihr Inhalt wiederholt sich außerdem noch einmal in den Totenbüchern des Königlichen Kreisarchivs.

Unter den übrigen Handschriften sind von erheblichem historischem Interesse namentlich noch die Rechnungsbücher, die Sebald Schreyer als Kirchenmeister von St. Sebald geführt hat. Zwei derselben betiteln sich: „Einnemen S. Schreyers der zins vnd gült“; das eine reicht von 1482 bis 1491, das andere von 1491 bis 1503. Ein drittes inhaltlich besonders interessantes Manuskript ist überschrieben: „Rechnung einnemens und ausgebens S. Schreyers von 1482 jar untz in das 1494 jar“. Es ist ein Folioband, während jene Schmalfoliobände sind. Alle drei Bücher sind in Schweinsleder gebunden, mit Granatapfelmusterpressung verziert und mit Messingecken und hübschen Messingschließen versehen.

Ein Perpamentmanuskript, das die Legende des hl. Sebald enthält, gepreßter Schweinslederband in 2° mit zwei Ketten, auf der ersten Seite eine gute, doch etwas verdorbene Miniatur (St. Sebald darstellend), Ende des 15. Jahrhunderts, sowie ein Buch mit Gebeten und Hymnen, 1534 geschrieben, Klein-2°, sind von geringerer Bedeutung.

Auch unter den Drucken sind die auf Sebald Schreyer zurückgehenden, d. h. durch eine Stiftung dieses bedeutenden Kunstfreundes an die Kirche gekommenen die wertvollsten. Es sind ausweislich der kalligraphisch eingeschriebenen Widmungen:

„Liber missalis“. Bamberg, Johann Sensenschmidt und Heinrich Petzensteiner, 1490, 2°. Drei auf Pergament gedruckte und mit Initialen (auf Goldgrund) in Handmalerei (Abb. 141, 142) auf das reichste geschmückte vortrefflich erhaltene Exemplare. Gleichzeitige gepreßte braune Ledereinbände mit Messingbeschlägen.

„Liber horarum“ (Pars maioris breviarii hyemalis). Bamberg, Joh. Pfeyl, 1501, 2°. Drei ebensolche Exemplare (Pergamentdrucke) mit reichem handgemaltem Initialenschmuck (Abb. 143), deren jedes überdies auf dem Widmungsblatte noch eine treffliche, etwa dreiviertel der Seite einnehmende Miniaturmalerei aufweist, zweimal Paul Volckamer als Mitstifter und Sebald Schreyer zu den Seiten des heiligen Sebald, im dritten Exemplar Sebald Schreyer und seine Frau im Gebet vor einem geöffneten Flügelaltar knieend, der die Madonna zwischen den Heiligen Rochus und Sebald einerseits, Lorenz und Sebastian andererseits und in der Bekrönung den Evangelisten Johannes zeigt. Gleichzeitige Pergamenteinbände mit gepreßten Mustern und ornamentierten Messingbeschlägen.

Von den übrigen Drucken seien noch folgende zum großen Teil mit Holzschnitten geschmückte kurz angeführt:

„Psalterium Romanorum“ mit dem Wappen des Kardinals Albrecht von Brandenburg in Holzschnitt von 1520. O. O., J. (1520) und Dr. Pergamentdruck in Imperial-2° von prächtigster Erhaltung. Der Einband von 1655 mit den drei nürnbergischen und dem Imhoffschen Wappen sowie der Bezeichnung „Bib. Nor.“ in Goldpressung und mit Messingbeschlägen.

Die Propheten alle Deutsch. D. Mar. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1532, 2°.

Dasselbe in der Ausgabe 1536.

Desgleichen in der Ausgabe von 1571.

Biblia. Doct. Mart. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1571, 2°.

Psalterium Davidis. Noribergae. In officina typographica Valentini Neuberi. 1583, Klein-8° (drei Exemplare).

Veit Dieterich, Summaria über die ganze Bibel. Nürnberg, Paul Kauffmann, 1597, 2°.

Biblia. Frankfurt a. M., Johann Saur, 1606, 2°.

Biblia. Wittenberg, Zacharias Schürer, 1621, 2°.

Biblia. Lüneburg, Johann und Heinrich Stern, 1656, 2°.

u. s. w.

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Abb. 144. Konsekrationsurkunde des Hochaltares von 1379.

Tafel XV.

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Thronende Maria mit Heiligen.
Tafelgemälde von Hans von Kulmbach (Tuchersche Stiftung).

Fußnoten:

[VII] Ebenso wurden im Petrusaltar und im Sakristeialtar nicht mehr mit Sicherheit zu entziffernde Urkunden samt Reliquien vorgefunden und mit diesen wieder in die betreffenden Altäre eingeschlossen.

[VIII] Über die Wetzrillen an der Sebalduskirche vgl. Otto Schulz in der Denkmalspflege. III (1901), S. 651.

[IX] Das bei Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit, Berlin 1897, S. 79, erwähnte Entstehungsjahr 1506 findet sich nirgends belegt. Nach 1500 könnte das Relief auch stilistich gar nicht mehr entstanden sein. Es ist mit den Stationen und namentlich, was den Hintergrund anlangt, zu nahe mit dem Schreyerschen Grabmal verwandt, als daß es zeitlich so weit von denselben abgerückt werden dürfte. Auch nach der kostümlichen Seite gehört die Darstellung in die neunziger Jahre des 15. Jahrhunderts. Es ist somit kein Grund vorhanden, an der Richtigkeit der überlieferten Jahrzahl 1496 zu zweifeln.

[X] Rée (Nürnberg, Berühmte Kunststätten, Nr. 5, 3. Aufl., S. 43, vgl. auch S. 61) datiert das Sakramentshäuschen annähernd richtig. Daun, a. a. O., S. 10, setzt es an den Anfang des 15. Jahrhunderts ohne nähere Begründung, Pückler (Die Nürnberger Bildnerkunst) gar erst in die Zeit von 1430 bis 1442. Er erklärt diese Zeitangabe nicht nur mit stilistischen Gründen, sondern auch damit, daß in den beiden Stiftern Peter Groland und Jakob Muffel dargestellt sind, welch letzterer 1442 „anscheinend schon als älterer Mann“ verschied. Pückler hält nämlich die Heiligenfigur auf der Seite mit dem Muffelschen Wappen für Jacobus den Älteren, während dieselbe doch als Sebald genau zu erkennen ist. Es sind eben die beiden Hauptheiligen der Kirche Petrus und Sebald dargestellt ohne weitere Bezugnahme auf die Vornamen der Stifter. — Übrigens ist der Stil der Figuren um 1440 gar nicht mehr möglich.

[XI] Über dasselbe vergleiche insbesondere Bergau in Dohme, Kunst und Künstler. Bd. II, 2, Leipzig 1858; Lübke, Geschichte der Plastik. 1880, II; Bode, Geschichte der deutschen Plastik. 1885; Autenrieth, Das Sebaldusgrab Peter Vischers, historisch und künstlerisch betrachtet. Ansbach 1887; Rée, Nürnberg. S. 102 ff.; Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit. S. 115 ff. Zusammenstellung der Literatur über Peter Vischer und auch über das Sebaldusgrab findet sich bei Th. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe. 1904, Bd. I, S. 50 ff. Ganz neuerdings erschien: Alexander Mayer, Die Genreplastik an Peter Vischers Sebaldusgrab. 1911. 20.

[XII] P. J. Rée, a. a. O., S. 65, will das Silberblech des Sarges erst 1506 hergestellt sein lassen, und zwar nach dem Vorbilde des mit Silberplatten belegten Schreines des 15. Jahrhunderts, in welchem in der Spitalkirche zum Heiligen Geist die Reichskleinodien aufbewahrt wurden und welcher sich jetzt im Germanischen Nationalmuseum befindet. Daran ist gar nicht zu denken. Das Verhältnis ist umgekehrt.

[XIII] Hans Starck, der 1627 dieses Gemälde restaurieren ließ, ist derselbe, der 1625 das hölzerne Kruzifix am Westchor durch einen Bronzeguß ersetzte.

[XIV] Ungarn war 1514 noch nicht im Besitze des Hauses Habsburg, erst seit 1526.

[XV] Maria von Burgund war bereits 1482 gestorben. Allein die spätgotische Tracht (die Kopfbedeckung der Maria ist der Hennin) und das daneben befindliche Wappen von Burgund-Österreich lassen es als ausgeschlossen erscheinen, daß mit der Dargestellten die zweite Gemahlin Maximilians, Bianca Maria Sforza von Mailand, gemeint ist. Die Darstellung der ersten Gemahlin, der Mutter des in der nächsten Reihe dargestellten Königs Philipp, geschah jedenfalls auf besonderen Wunsch des Kaisers.

[XVI] Die Grafenkrone ist nicht verständlich. Kastilien war damals schon lange Königreich. Übrigens trägt das andere vereinigte Wappen derselben Reihe, bei welchem Kastilien mit Leon die bevorzugte Stelle im linken oberen Feld einnimmt, die Königskrone.

[XVII] Es kann nur der Sohn Maximilians, wenn auch schon seit 1506 verstorben, und seine Gattin in Frage kommen. Hierfür sprechen in erster Linie die beigefügten Wappen, in zweiter Linie der Umstand, daß Maximilians Enkel, Philipps Sohn, der nachmalige Kaiser Karl V., damals erst 14 Jahre alt und natürlich auch nicht verheiratet war. In der Literatur werden die beiden fürstlichen Personen gewöhnlich als Karl V. und Isabella von Portugal bezeichnet, bei M. M. Mayer sogar als Kaiser Maximilian und Gemahlin, während das darüber stehende Paar Karl V. und Gemahlin genannt wird.

[XVIII] Granada war damals Königreich.

[XIX] Vgl. über das Fenster namentlich Friedrich H. Hofmann, Das Markgrafenfenster in St. Sebald zu Nürnberg. Im Hohenzollern-Jahrbuch. 1905, S. 67 ff.

[XX] Vgl. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe. Bd. 1. Nr. 1101. 1108, 1109.

[XXI] Über die Einführung des Viertelstundenschlagwerkes durch Ulrich Grundherr vgl. Vereinsmitteilungen. VII, S. 224. — Zu dem Schießen des Jahres 1493 in Landshut, so erfahren wir daselbst aus Kunz Has' Gedicht, hatte der Rat Herzog Georg zu Ehren die freiwilligen Nürnberger Schützen mit einem roten Kleid bedacht. Sie zogen aus unter der Führung des Schützenhauptmanns Ulrich Grundherr, eines der sieben Älteren Herren, der das Schlagwerk, wahrscheinlich als Preis, mit heimbrachte. Wie aus einem Ratsverlaß vom 8. Oktober 1493 hervorgeht, beschloß der Rat „ein neues slahglöcklein, das zu einer jeden stund viermaln slahe“, gießen und bei St. Sebald aufrichten zu lassen, dann beschloß er am 19. Oktober, „ein zimeln [kleine Glocke] 5 oder 6 zentnern swer... machen ze lassen und oben in sant Sebolts turn uber die slagglocken ze henken und zu dem slahen der vierteil einer hore zu gebrauchen“… und endlich am 29. Januar 1494 „ein gut hell slahglocklein von gutem zeug zu bestellen und in den turn zu s. Sebald zu henken“. Es wurde demnach 1494 das neue Viertelschlagwerk, wohl nach Muster des in Landshut erschossenen, errichtet.

[XXII] In den Akten über diese Verhandlungen ist ein interessantes Schriftstück enthalten, eine „Copia Commissions-Decrets an das Löbl. Losungsamt d. d. 12. Dez. 1797“. Das Dekret lautet:

Commissioni subdelegatae ist zu wissen erforderlich, welche Objecta seit dem unterm 10ten Decbr. 1790 ergangenen höchst erforderlichen Reichshofraths-Concluso veräußert, welcher modus bei der Veräußerung beobachtet, ob der Erlöß noch vorhanden oder wozu derselbe verwendet worden, auch ob — und welche annoch weiteres zu veräußern räthlich und thunlich sein mögte?

Worüber ein löbl. Losung-Amt den ungesäumten Bericht zu erstatten, auch, wie sich nunmehr von selbst verstehet, ohne Anfrage bei der Kaiserl. Commission und deren ausdrückliche Erlaubnis eine weitere Veräußerung nicht vorzunehmen hat!

Nürnberg, den 12. Dezbr. 1797. Von Kaiserl. Subdelegations-Commissions wegen.
Schrodt
Kaiserl. Subdel. Kommiss. Secretair.

[XXIII] Von einem der Teppiche, welche zur Schmückung der Gräber vorhanden waren, erzählt Baron Christoph v. Tucher a. a. O. S. 55: „Die Grabteppiche anlangend findet sich im Salbuch Hans VI. Tuchers de A^o 1477, welches in seinem vierten Teil sich ebenfalls über die von dem ältesten Tucher auszurichtenden Stiftungen verbreitet, am Schluß eine eigenhändige Notiz des Besitzers von folgendem Wortlaut:

„Anno MCCCCLXXVII ad XXVI matzo so haben wir Pertold und Hans Tucher senior geprüder und Anthony und Langhans Tucher von unser geselschaft gekauft ein grabtebich mit dem englischen grus, der kost hott 14 guld. rh. und für das Tucher wappen darauf und zu füttern kost 2 gulden. Den thebich soll fürpaß albeg der eltist Tucher, der die jartag ausricht, pei seinen handen gehalden zu denselben jahrtagen.“

„Dieser Teppich kam im Jahre 1884 in den Besitz der Antiquitätenhändler Rösch und Zimmermann dahier, wo ich ihn sah und für meinen Bruder Heinrich [Heinrich Freiherr v. Tucher Exzellenz, jetzt K. Bayer. Gesandter in Wien] um 4000 M kaufte. Dieser ließ ihn in den Werkstätten (fabbrica degli arrazzi) des Vatikans unter Cavaliere Centili für 1250 Lire renovieren und hat mit dem ehrwürdigen Familienmonument von wunderbarer Schönheit eine Wand seines Arbeitszimmers verkleidet. Heute ist der Teppich unter Kennern gewiß 20.000 M. wert.“

[XXIV] Siehe Cod. lat. 901, f. 118–135 und Cod. lat. 23.877, f. 182 ff. der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München.

Urkundliche Beilagen.

Die folgenden Urkunden und Urkundenauszüge sind bei der besonderen Wichtigkeit, die sie vom Standpunkte der historischen und kunsthistorischen Forschung für die Geschichte der St. Sebaldkirche beanspruchen dürfen, ausgewählt worden. Je nach Bedeutung und Bedürfnis sind die einzelnen Stücke entweder in ihrem ganzen Umfange oder im Auszuge wiedergegeben oder ihr Inhalt nur in aller Kürze hervorgehoben worden. Die Originale der Urkunden bis zum Jahre 1401 sind sämtlich im Königlichen Allgemeinen Reichsarchiv zu München aufbewahrt.[XXV] Von einer ganzen Reihe weiterer Urkunden sind kurze Regesten in der chronologischen Übersicht (siehe S. 234) gegeben.

1. Nürnberg 1255, Juli 29.

Bischof H[einricus] von Samland verleiht … omnibus cum debita devotione venientibus ad dedicationem altaris sancti Stephani siti in parrochia[XXVI] sancti Sebaldi in Nurenberc penitentibus et confessis 40 Tage Ablaß der schweren, ein Jahr der läßlichen Sünden und eine halbe Carina[XXVII] von der ihnen auferlegten Buße.

Datum Nurenberc anno domini 1255 in festo prenotato [sancte Margarete].

Original-Pergament. — Siegel abgefallen.

2. Nürnberg 1256, Oktober 1.

Bischof Heinrich von Bamberg verleiht allen Christgläubigen, welche die Pfarrkirche zu St. Sebald in Nürnberg in die dedicacionis — am Kirchweihtage — und an den Festtagen der Apostel Petrus und Paulus und des hl. Sebald besuchen und ihre Almosen darreichten, einen Ablaß von 40 Tagen und einer Carrina.

Datum Nurenberc 1256 in die sancti Remigii.

Original-Pergament. — Siegel abgefallen.

3. Bamberg 1273, August 8.

Bischof Berthold von Bamberg ermahnt alle Christgläubigen — cum igitur ecclesia sancti Sebaldi in Nurenberch in vitris et in quibusdam allis ad suum ornamentum et decorem necessariis defectum paciatur —, zum Nachlaß ihrer Sünden für die Herstellung jener Bedürfnisse ihre hilfreiche Hand darzubieten, und erläßt allen wahrhaft Reumütigen nach abgelegter Beichte und Darreichung ihres Almosens 40 Tage Ablaß von den schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden und verleiht den Pfarrkindern, welche den Gottesdienst daselbst fleißig besuchen, denselben Ablaß.

Datum apud Babenberch anno domini millesimo ducentesimo septuagesimo tercio in die beate Afre.

Original-Pergament mit an rotweißer Seidenschnur anhangendem kleinem Fragment des bischöflichen Siegels.

4. 1274, August 17.

Bischof Berthold von Bamberg verleiht, nachdem er am 10. September 1273 — hinc est, quod ob dilectionem et precum instanciam honorabilium virorum Chunradi buttugelarii, Marquardi sculteti et universitatis civium in Nurenberg in dominico die post nativitatem gloriosissime virginis Marie consecravimus chorum et altare parrochialis ecclesie sancti Seboldi — Chor und Altar der Pfarrkirche St. Sebald eingeweiht, allen wahrhaft Reumütigen, welche gebeichtet haben und dort ihre Almosen am Jahrtage der Einweihung des Chores und des Altares und in den einzelnen Monaten des Jahres spenden, je 40 Tage Ablaß von den schweren und ein Jahr von den leichten Sünden und ermahnt die Vorgenannten, von ihren Gütern ad monasterium sancti Sebaldi, wo ein solcher Ablaß in jedem Jahre und zu den verschiedenen Zeiten gefunden werde, ihre Almosen darzureichen.

Datum et actum anno domini 1274 16. kal. sept.

Original-Pergament mit an gelbvioletter Seidenschnur anhangendem beschädigtem bischöflichem Siegel.

5. Nürnberg 1274, November 22.

Bischof Leo von Regensburg verleiht allen Christgläubigen, welche die Kirche St. Sebald in Nürnberg an den Festen der Reinigung, der Verkündigung, der Himmelfahrt und der Geburt Mariens, am Feste des hl. Sebald und am Jahrestag der Einweihung — ac in anniversario ipsius ecclesie — in Andacht besuchen und zur Kirchenfabrik mit zerknirschtem Herzen und nach abgelegter Beichte Beiträge spenden, einen Ablaß von 40 Tagen von den schweren und von 80 Tagen von den läßlichen Sünden nach vorausgegangenem Konsens des Diözesanbischofs.

Datum Nuerenberch anno 1274 10. kalend. decembr.

Original-Pergament mit anhangendem Fragment des bischöflichen Siegels.

6. Nürnberg 1275, Mai 24.

Bischof Heinrich von Trient, kaiserlicher Protonotar, ermahnt, da die ehrbaren Bürger und das Volk zu Nürnberg die schöne Kirche daselbst bauen — cum igitur honorabiles viri burgenses et populares opidi Nurenbergensis ecclesiam ibidem pulchram construant, sicut fide didicimus oculata — alle Christgläubigen, von ihren Gütern zu dem genannten Werke fromme Almosen zu spenden, und verleiht allen, welche zerknirschten Herzens und nach abgelegter Beichte zur Kirchenfabrik Almosen geben, einen Ablaß von 40 Tagen nach Zustimmung des Diözesans.

Datum Nůrenberg anno domini 1275 in crastino ascensionis domini.

Original-Pergament mit anhangendem bischöflichem Siegel.

7. Bamberg 1283, November 17.

Bruder Inzilerius vom Orden des hl. Augustinus, Bischof zu Budua, verleiht omnibus corde contritis et confessis, qui cum candelis accensis in criptam Nurenberg ad altare beate virginis iter suum direxerint, cum sacerdotes, clerici et scolares constituti ibidem pernunctiant laudem siue antyphonam de canticis cantant eiusdem gloriose virginis, Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und einem Jahr von den läßlichen Sünden nach erfolgter Zustimmung des Bischofs Berthold von Bamberg.

Datum in Babenberg anno domini 1283 15. kal. decembr.

Original-Pergament mit an gelber Wollenschnur anhangendem Siegel.

8. Nürnberg 1284.

Bischof Gottfried von Passau verleiht allen Christgläubigen, requirentibus siue visitantibus aut recipientibus qualibet noctium ad laudem beate virginis seu mane ad missam, wenn sie reumütig sind und gebeichtet haben, Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von einem Jahr von den läßlichen Sünden, insbesondere aber denen, qui veniunt prenotalis temporibus in criptam gloriose virginis Marie ecclesie sancti Seboldi Nurenbergensis.

Datum ibidem anno domini 1284.

Original-Pergament. Siegel abgefallen. Nur noch die weißroten Fäden vorhanden.

9. Heilsbronn 1284, April 26.

Bischof Reinboto von Eichstätt verleiht allen wahrhaft Reumütigen, die nach abgelegter Beichte an den Marienfesten den Marienaltar in cripta monasterii sancti Sebaldi in Nuerenberch in Andacht besuchen, Ablässe von 40 Tagen von den tödlichen und von 100 von den läßlichen Sünden, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt.

Datum apud Halsbrvnne anno domini 1284 6. kaln. maji.

Original-Pergament mit an grünweißgelber Wollenschnur anhangendem bischöflichem Siegel.

10. Rom 1290.

Die Erzbischöfe Bonaventura Ragusinus [Ragusa] und Petrus Arborensis [Arborea], die Bischöfe Petronus Larinensis [Larino], Guilhelmus Dignensis [Digne], Petrus Tirasonensis [Tarazona], Jacobus Treventinus [Trivento], Theobaldus Canensis [Canossa], Guillelmus Callensis [Cagli], Marcellinus Turtibulensis [Tortiboli], Waldebrunus Avellonensis [Avellino], Egidius Urbinas [Urbino], Romanus Crohensis [Croja], Bonus Johannes Esculanus [Ascoli] verleihen allen Christgläubigen, welche wahrhaft reumütig sind, gebeichtet haben und an einem der vielen namentlich genannten Festtage der Kirche St. Sebald causa devocionis seu peregrinacionis accesserint aut qui ad fabricam seu reparationem, luminaria, ornamenta uel ad alia necessaria dicte ecclesie manus porrexerint adiutrices oder in der letzten Not der Kirche von ihrem Vermögen etwas vermachen, Ablässe von 40 Tagen, die Zustimmung des Diözesans vorausgesetzt.

Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape quarti anno tertio.

Original-Pergament. Von den ursprünglich zwölf anhangenden Siegeln das zweite abgefallen.

11. Rom 1290.

Dieselben Erzbischöfe und Bischöfe ohne Guillelmus Callensis verleihen allen wahrhaft Reumütigen und Beichtenden, welche den Altar der h. Jungfrau Maria in der Krypta und den des h. Evangelisten Johannes unter dem Lettner (sub pulpito) in Andacht besuchen und die Messen an diesen Altären hören und diese an deren Patronatsfesten in Andacht oder auf der Wallfahrt besuchen usw. (wie in der vorhergehenden Urkunde) den gleichen Ablaß.

Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape quarti anno tertio indictione 3a.

Original-Pergament mit 13 an rotgelben Seidenschnüren anhangenden, zum Teil nur mehr fragmentarisch erhaltenen Siegeln.

12. Ulm 1290.

Bischof Incelerius von Budua bestätigt in Vertretung des Bischofs von Bamberg einen von sechs Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg erteilten Ablaß und gewährt weitere 40 Tage Ablaß von den schweren und ein Jahr von den läßlichen Sünden allen Christgläubigen, welche reumütig und nach abgelegter Beichte ihre Almosen spenden.

Ad ampliorem huius rei certitudinum sigillum nostrum presentibus est appensum.

Datum fehlt.

Original-Pergament mit abhangendem Siegel.

13. Bamberg 1291 Dezember 13.

Bischof Arnold von Bamberg bestätigt sämtliche von katholischen Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg erteilten und zu erwartenden Ablässe.

Datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo primo in die beate Lucie.

Original-Pergament mit abhangendem Siegel.

14. Bamberg 1298, Juli 3.

Bischof Leopold von Bamberg bestätigt alle von Erzbischöfen und Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg und des Altares der hl. Katharina in derselben erteilten Ablässe.

Presens scriptum super eo dedimus sigilli nostri robore conmunitum. Actum et datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo VIİI quinto non. julii, pontificatus nostri anno secundo.

Original-Pergament mit anhangendem beschädigtem Siegel.

15. Anagni 1299, Oktober.

Die Bischöfe Landulphus von Brixen, Stephanus von Oppido, Nicolaus von Capri, Nicolaus von Turibia und Romanus von Croja verleihen allen wahrhaft Reumütigen, welche nach abgelegter Beichte die Kirche des hl. Sebald jährlich an namentlich genannten Festtagen in Andacht besuchen und Almosen spenden uel quomodolibet de bonis ipsorum pro fabrica, luminariis et aliis dicte ecclesie ornamentis dederint uel miserint seu in extremis legaverint, ac omnibus, qui ter orationem dominicam siue pater noster supra dicte ecclesie cimiterium et pro animabus mortuorum Christi fidelium in eo sepultorum devote dixerint, einen 40tägigen Ablaß.

In cuius rei testimonium nostra sigilla duximus presentibus apponenda. Datum Anagnie anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo nono mense octobris, pontificatus domini Bonifacii pape octaui anno quinto.

Original-Pergament mit den anhangenden Siegeln der sechs Aussteller.

16. 1303, Juli 25.

Bischof Petrus von Basel verleiht allen wahrhaft Reumütigen, die nach abgelegter Beichte an namentlich genannten Festtagen am St. Petersaltar im Chor der St. Sebaldkirche das hl. Amt der Messe in Andacht hören — ad altare sancti Petri in choro ecclesie sancti Sebaldi missarum officia deuote audierint — einen 40tägigen Ablaß.

Datum anno domini 1303 octauo kalendis augusti.

Original-Pergament mit an rotweißer Seidenschnur anhangendem Siegel des Ausstellers.

17. Nürnberg 1307, November 19.

Bischof Wulfing von Bamberg bestätigt sämtliche von katholischen Vätern, Patriarchen, Erzbischöfen und Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg erteilten Ablässe.

Datum Nueremberch anno domini 1307. XIII. kalen. decembr.

Original-Pergament mit anhangendem Siegel des Ausstellers.

18. Nürnberg 1309, Februar 14.

Vor dem Schultheißen Sigfrid vom Kammerstein und den Schöffen zu Nürnberg verkauft Friedrich Holzschuher, Gotteshauspfleger bei St. Sebald, ein in Nürnberg bei den Fleischbänken gelegenes, der Kirche St. Sebald gehöriges Haus an Herdegen Holzschuher.

Ich Sifrit vom Kammerstein, der schultheiz, vnd wir di schepphen der stat zu Nueremberg veriehen vnd tun kunt offenlich an disen briefe, daz fuer vns chom in gericht der ersam man her Friederich Holtschuher, des gotshovs ze sente Sebolt phleger, vnd derzevget, als recht was, daz er geheizen wer von den purgern, von dem rate vnd von den schepphen, daz er verkovfen scholt des selben gotshovs gut, swae daz wer, durch des newen powes wegen an sente Sebol[t]s kirchen, daz man den dest baz moecht volbringen an den apseiten. Vnd do er daz also wol derzevget, do gie dar der selbe her Friederich Holschuher mit gewaltiger hant, als er geheizen was, vnd gab hern Herdegen dem Holschuher vnd sinen erben recht vnd redelich ze kovfen daz aigen, daz des gotschovs ze sente Sebolde was, das da ligt vor der batstuben bi dem fleischpenken an dem ecke, ze rechtem aigen ze habenne ewichlich. Vnd des kovfes sind geladen gezevg her Levpolt Holschuher vnd her Albrecht Ebener. Vnd di sagten auch vf ir ait fuer vns in gericht, daz her Friedrich Holschuher hern Herdegen dem Holschuher daz vorgenant aigen also ze kovfen hete geben im vnd sinen erben ze rechtem aigen ze habenne ewichlich. Vnd des ze eynem vrkunde, daz sin nicht vergezzen werde vnd auch also furbaz stete blibe, so ist geben mit vrteil von gericht dirre brief versigelt mit des schultheizen insigel vnd mit der stat insigel ze Nueremberg, di bede dar an hangent. Des sind gezevg di ersam levte her Otte Muffel, her Heinrich Eisfogel, her Heinrich Holschuher, her Heinrich Wigel vnd ander genvg. Der brief ist geben, do man zalt von gots geburt drevzehenhundert iar vnd in dem nev[n]ten iare an sente Valentins tag.

Original-Pergament mit dem Schultheißensiegel und dem Nürnberger Stadtsiegel.

19. Mainz 1310, Januar 4.

Erzbischof P[etrus] von Mainz verleiht allen wahrhaft Reumütigen, welche nach abgelegter Beichte an namentlich genannten Festtagen die Kirche St. Sebald zu Nürnberg in Andacht besuchen und Almosen spenden, einen 40tägigen Ablaß.

Datum Nurenberg anno domini MCCC decimo pridie non. januarii.

Original-Pergament mit anhangendem Siegel des Ausstellers.

20. Avignon 1324.

Die Erzbischöfe Guillermus Soltaniensis [Saltania] und Andreas Antisbarensis [Antivari], die Bischöfe Robertus Connerensis [Connor], Guillermus Sagonensis [Sagona], Gregorius Feltrensis [Feltre] et Bellonensis [Belluna], Thomas Ythmarensis [Imeria?], Venutus Cathacensis [Catanzaro], Johannes Rosquillensis [Roeskilde], Nicolaus Dirivascensis [?], Stephanus Lubucensis [Lebus], Franciscus Cenetensis [Ceneda], Franciscus Ravellensis [Ravello], Domnius Cathavensis [Catharensis = Cattaro?] verleihen allen wahrhaft Reumütigen, welche die Kirche St. Sebald an namentlich genannten Festtagen besuchen oder den Leib Christi und das hl. Öl, wenn es zu den Kranken getragen wird, begleiten oder bei den Exequien und Leichenbegängnissen in der Kirche oder auf dem Kirchhofe zugegen sind oder auf dem Sterbebette von ihrem Vermögen der Kirche etwas vermachen oder beim Abendläuten kniefällig dreimal ein Ave Maria beten, necnon qui ad fabricam, luminaria, ornamenta et alia dicte ecclesie necessaria manus porrexerint adjutrices, für jedes Mal einen 40tägigen Ablaß.

In cuius rei testimonium presentes litteras sigillorum nostrorum iussimus appensione muniri. Datum et actum Auinione anno a nativitate domini millesimo trecentesimo vicesimo quarto indictione septima, die [Lücke] mensis [Lücke] sanctissimi patris et domini nostri Johannis, diuina prouidencia pape XXij. amen.

Original-Pergament. Von den 13 Siegeln nur noch 8 an Seidenschnüren anhangend.

21. Rom 1333, März 26.

Die Bischöfe Jacobus von Metz, Jacobus von Castro, Benedictus sancte Prisce und Thomas Lauerienis [Lavaur?] verleihen den gleichen Ablaß unter denselben Voraussetzungen.

Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo trecentesimo tricesimo tertio pontificatus domini Johannis, pape 22., mensis martii die 26., indiccione prima.

Original-Pergament. Von den an weißblauen oder weißbraunen Seidenschnüren anhangenden Siegeln die beiden ersten zerbrochen, die andern abgefallen.

22a. Rom 1336, März 21.

Die Bischöfe Johannes von Anagni, Jacobus von Castro, Franciscus von Castellana und Thomas Laueriensis [Lavaur?] verleihen auf Bitten des Konrad Cres [Kreß] von Nürnberg den gleichen Ablaß.

Datum Rome in palaciis nostris anno domini millesimo 36, mense martii, indictione quarta, pontificatus domini Benedicti 12. pape anno secundo, mensis martii die 21.

Mit den anhangenden Siegeln der vier Bischöfe.

22b. 1338, März 3.

Bischof Leopold von Bamberg bestätigt unten an der Urkunde den von den vier Bischöfen erteilten Ablaß.

Datum anno domini 1338, feria secunda ante Kunegundis, beate virginis, in quadragesima.

Original-Pergament mit den anhangenden Siegeln des Bischofs Leopold von Bamberg und der vier ausstellenden Bischöfe, ersteres an einem Pergamentstreifen, die übrigen drei an blaubraunweißen Seidenlitzen. Die drei letzteren stark beschädigt.

23. 1337, Mai 26.

Die Bischöfe Alamannus Luanensis, Petrus Calliensis [Cagli], Johannes Bregerensis [ob Bracharensis = Braga in Spanien?], Andreas Coronensis [Coron], Petrus Montismaranus [Montemarano], Nicholaus Nazariensis [Nazareth], Vincencius Perensis [Perri], Raymundus Cathaniensis [Catania], Sergius Pollensis [Pola], Jacobus de Vallona [Valanea], Bernardus Ganensis [Ganos in Thracien] und Paulus Fulginensis [Foligno] verleihen den gleichen Ablaß unter den fast gleichen Voraussetzungen. Es heißt nach der Anführung der zum Ablaß berechtigenden Feiertage: causa deuocionis, oracionis aut peregrinacionis accesserint, seu qui missis, predicacionibus, matutinis, vesperis aut aliis quibuscumque diuinis officiis ibidem interfuerint aut corpus Christi etc.

Datum Avinione 26. die mensis maii anno domini 1337 et pontificatus domini Benedicti, pape XII., anno tertio.

Original-Pergament mit an grünen Seidenschnüren anhangenden Siegeln, ursprünglich 12, von denen das erste abgefallen und die übrigen mehr oder weniger beschädigt sind. Durch Randmalereien verziert. Oben in der Mitte Christus mit erhobenen Fingern, links davon Petrus, rechts Paulus, weiter links der hl. Laurentius, Maria mit dem Christuskinde auf dem Arme, neben ihr ein Betender knieend. Die drei letzten Personen in ganzer Figur. Unter den Betenden am Rande links ein Bischof (Nikolaus?), ebenso rechts ein Heiliger mit aufgerafftem Gewande [Johannes Baptista]. Das Ganze in Deckfarben gemalt.

24. Rom 1343, April 9.

Die Bischöfe Raymundus von Rieti, Angelus von Viterbo und Toscanella, Jacobus von Castellacio und Jacobus von Nepi verleihen auf Bitten des Nürnberger Bürgers Konrad Cresse den gleichen Ablaß unter den gleichen Voraussetzungen und Bischof Leopold von Bamberg bestätigt denselben.

Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo 343, indictione 11., mensis aprilis die 9., pontificatus domini Clementis pape VI. anno eius primo.

Original-Pergament mit fünf anhangenden Siegeln. Die der ausstellenden Bischöfe an weißbraunen blaugeränderten Seidenborten, das nachträglich angehängte Siegel des Bischofs Leopold von Bamberg an einem Pergamentstreifen.

25a. Rom 1343, April 9.

Die Bischöfe Johannes von Bagnorea, Mannus von Amelia und Nicolaus von Orti verleihen auf Bitten des Nürnberger Bürgers Sifrid Schürstab den gleichen Ablaß wie in der Urkunde vom 26. März 1336.

Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo 350, pontificatus domini Clementis pape sexti, indictione tertia, mensis [Lücke], anno eius octavo.

25b. 1353, August 24.

Bischof Leopold von Bamberg bestätigt unter obiger Urkunde diesen Ablaß.

Datum anno domini millesimo 353 in die sancti Bartholomei apostoli.

Original-Pergament mit den an weißbraunen (ursprünglich weißroten) Seidenborten anhangenden Siegeln des Bischofs von Bamberg und der drei italienisnen Bischöfe, von denen das zweite und vierte beschädigt sind.

26. Altenburg 1356, Juni 10.

Bischof Leopold von Bamberg bestätigt alle von Erzbischöfen und Bischöfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nürnberg und des Katharinenaltares in derselben erteilten Ablässe.

Actum et datum castro nostro Altenburg anno domini millesimo trecentesimo quinquagesimo sexto feria sexta proxima ante festum penthecostes.

Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Ausstellers.

27. Altenburg 1358, Februar 23.

Bischof Leopold von Bamberg verleiht allen wahrhaft Reumütigen, die nach abgelegter Beichte der Pfarrkirche St. Sebald in Nürnberg, que reformacione seu reedificacione indiget necnon in libris, calicibus ceterisque ecclesiarum ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi ecclesie pro restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates, nisi deuotorum hominum piis subsidiis adiuuetur, ihre Almosen spenden, Liebesgaben darreichen und ihre hilfreiche Hand bieten, 40 Tage Ablaß der schweren und ein Jahr der läßlichen Sünden und verzeiht vota fracta, si ad ea redierint, peccata oblita, si memores fuerint, confiteantur, offensas patrum et matrum, si absque enormi fuerint lesione, juramenta non corporaliter, sed ex animi leuitate prestita. Er befiehlt den Rektoren der Kirchen und Kapellen, daß sie den Boten von St. Sebald, der in den Kirchen, Kapellen und den ihnen zustehenden Orten Almosen heischt, treulich bei ihren Untergebenen fördern und nicht einen Teil der Almosen von ihm erpressen.

Datum Altenburch anno domini millesimo trecentesimo quinquagesimo octavo, feria sexta proxima post dominicum inuocavit.

Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Ausstellers.

28. Avignon 1360, Mai 3.

Die Bischöfe Raphahel Archadiensis [Arkadi], Francisus Lapsacensis [Lampsacus], Girardus Arrigensis [ob Ariensis, Ario?], Albertinus Surmanensis [Sirmium], Lazarus Botrociensis [Butrinto, Vucindro], Johannes Veglegensis [Veglia], Johannes Agitonensis [Agadonensis = Ardferten (Kerry) in Irland], Andreas Balazensis [Balezo], Petrus Calligencis [Cagliari], Intardus Tartopolensis [Tortiboli], Avancius Sanxensis [?], Johannes Tarmopolensis [ob Termolensis, Termulanus (Termoli)?], Franciscus Huroensis [?], Johannes Curoensis [?], Johannes Carminensis [Carmium], Bertoldus Cisopolensis [Sizebolu], Augustinus Salubrensis [Soliwri], Philippus Lauadensis [?], Ricardus Naturensis [Athyra in Thrazien] verleihen allen wahrhaft Reumütigen, die nach abgelegter Beichte an namentlich angeführten Tagen ergastulum uel altare ibidem, quod est consecratum in honore omnium animarum sub turri in ecclesia sancti Seboldi in Nurenberch in Andacht besuchen oder an anderen angeführten Gottesdiensten teilnehmen und besondere Gebete und fromme Werke verrichten, necnon, qui ad fabricam dicti ergastuli seu altaris luminaria, libros, calices seu queuis alia ornamenta manus porrexerint adiutrices ac qui eidem ergastulo seu altari aurum, argentum uel aliquid suarum facultatum in suis testamentis uel extra donauerint seu donari procurauerint et qui pro salubro statu domini episcopi Babenbergensis et pro Seyfrido Mavrer, ciuis in Nvrenberch, impetratoris seu prouisoris dicti ergastuli, et qui pro animabus vxoris legitime et liberum suorum et qui pro Vlrico Weylerio presbytero uel qui missam huius uel horas canonicas audierit, qui hanc litteram portauerit et ordinauerit Auinione, einen 40tägigen Ablaß von den schweren Sünden.

Datum Avinione anno domini millesimo trecentesimo sexagesima, tertia die mensis maii, pontificatus domini nostri innocencii, pape sexti anno octavo.

Original-Pergament mit 20 anhangenden Siegeln, sämtlich stark beschädigt. Die Urkunde ist auf den Seiten und oben links und unten rechts von Weinlaub mit Trauben umrahmt, eine etwas unbeholfene aber doch charakteristische Malerei. Die erste Zeile: Uniuersis sancte matris ecclesie in verlängerter Schrift, der Buchstabe N in Uniuersis und die Anfangsbuchstaben S, M, E in roter Farbe ausgeführt, die Initiale U aber durch eine Maria-Schutz mit den armen Seelen unter ihrem Mantel ausgefüllt. Zwischen den Worten Uniuersis und sancte: der hl. Sebald, nach sancte: der hl. Petrus und nach matris: der hl. Leonhard.

29. Altenburg 1360, Mai 6.

Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch eines Hauses am Friedhof von St. Sebald im Eigenbesitz des Egidienklosters gegen ein Haus des Kirchenvermögens St. Sebald bei den Fleischbänken.

Datum Altenburch feria quarta proxima post Walpurgis anno domini millesimo tricentesimo sexagesimo.

Original-Pergament mit anhangendem Siegel.

30. 1360, Dezember 15.

Papst Innozenz VI. verleiht zugunsten der Pfarrkirche St. Sebald, quam venerabilis frater noster Lupoldus, episcopus Bambergensis, et nonnulli comites, barones et nobiles illarum parcium ac delecti filii magistri ciuium, consules totaque communitas dicte ville ad honorem dei et eiusdem confessoris de bonis propriis sollenniter construxisse et competenter dotasse..... dicuntur, einen jährlichen Ablaß von einem Jahr und 40 Tagen an namentlich genannten Festtagen.

Datum Avinione XVIII. kalendas januarii, pontificatus nostri anno octauo.

Original-Pergament mit an gelbroten Seidenfäden anhangender päpstlicher Bulle.

31. Altenburg 1362.

Bischof Leopold von Bamberg verleiht den wahrhaft Reumütigen und Beichtenden, qui ad novam structuram parrochialis ecclesie sancti Sebaldi in Nůrenberg suas largiti fuerint elemosinas necnon eidem caritativa subsidia et manum porrexerint adiutricem quique eciam personaliter laboraverint in eadem, einen Ablaß von 40 Tagen der schweren und von einem Jahre der läßlichen Sünden.

Datum Altenburg anno domini 1360 secundo.

Original-Pergament mit anhangendem Siegel.

32. Nürnberg 1364, April 30.

Revers des Pfarrers Albert Krauter, den Friedhof von St. Sebald nicht gegen das Rathaus zu erweitern.

Nouerint vniuersi presencium inspectores, quod ego Albertus dictus Kravter, plebanus ecclesie parrochialis sancti Sebaldi opidi in Nuremberg Bambergensis dyocesis. Licet gracia dei ac erogacione elemosine a piis fidelibus et precipue parrochianorum meorum ac aliorum incolarum dicti opidi ecclesia mea prefata aucta sit secundum longitudinem per edificacionem noui kori, inter quem korum et domum olim Chunradi dicti Zenner, nunc vero Johannis Ebner, est quoddam spacium siue planicies empta de bonis ecclesie mee predicte et eidem debita excepto vno spacio vie publice, que ab antiquo in medio predicte planiciei solita et debita erat esse, et in eadem planicie cimiterium reuerendi in Christo patris ac domini mei domini... episcopi Bambergensis ac opidanorum sepedicti opidi consensibus accedentibus posset augeri. Tamen quod predicta planicies est satis modica, in quantum pertinet ecclesie mee, et ex opposito est pretorium et domus multe, in quibus continue sunt habitatores honesti et nonnunquam principes, duces, barones et nobiles aduene, quibus horror posset insurgere, si in sepedicta planicie eis tam vicina corpora mortuorum sepelirentur, nomine mei ac ecclesie mee prefate annui et volui ac presentibus ordino et volo, vt eadem planicies ad cimiterium non conuertatur nec dedicetur, sed antiquum cimiterium, quo ad istum respectum in suis finibus sit et maneat, donec ego vel alter meus successor et consules opidi antedicti aliter duxerint simul ordinandum. Volo tamen, quod sepedicta planicies via publica, que per eam transire ad cimiterium debet, excepta, quo ad proprietatem et omnem vsum ac comodum, si quod exinde euenire posset, pertineat, prout de iure debet, ad ecclesiam meam supradictam. Et hec omnia per reuerendum in Christo patrem ac dominum meum dominum Fridericum, dei gracia dignum episcopum ecclesie Bambergensis, desidero et exopto confirmari. In quorum testimonium presentes sigilli mei munimine consignaui. Datum Nuremberg anno domini millesimo trecentesimo sexagesimo quarto in vigilia apostolorum beatorum Phylippi et Jacobi.

Unten oberhalb des Bugs von anderer Hand, aber ziemlich gleichzeitig: Consimilem litteram habent ciues sub sigillis pendentibus domini episcopi et plebani.

Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Pfarrers Albert von St. Sebold [Pfarrsiegel].

Stadtarchiv Nürnberg. Abgedr. Städtechroniken. I, 422 ff.

33. Bamberg 1370, Juli 3.

Bischof Ludwig von Bamberg bestätigt auf Bitte des Berthold Teufel die von dessen Vater Konrad, Bürger zu Nürnberg, gestiftete Pfründe auf dem Marienaltar in der Krypta von St. Sebald zu Nürnberg — quoddam altaris seu prebende beneficium in altari eiusdem beatissime Marie virginis sito in cripta parrochialis ecclesie sancti Sebaldi — und befreit sie von aller Last weltlicher Gewalt.

Datum et actum Bamberge anno domini 1370 feria quarta post diem beatorum Petri et Pauli apostolorum.

Original-Pergament. Siegel abgefallen.

34. Nürnberg 1379, Juni 5.

Kardinal Pileus verleiht — cum igitur dilectus in Christo magister fabrice ecclesie sancti Sebaldi Nurembergensis Bambergensis diocesis totaque communitas ibidem ad ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem gerant deuocionem et affeccionem ipsamque reparare et sustentare, sicut accepimus, intendant, ad cuius perfeccionem eiusdem ecclesie non suppetunt facultates sintque ad hoc Christi fidelium suffragia necessaria et eciam oportuna — allen wahrhaft Reumütigen und Beichtenden, welche die Kirde St. Sebald an besonders genannten Festtagen besuchen und hilfreiche Hand bieten, Ablässe von einem Jahr beziehungsweise von 100 Tagen.

Datum Noremberg dicte diocesis nonis junii pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Vrbani, divina providencia pape VI., anno secundo.

Original-Pergament mit an verblichener (ursprünglich roter) Kordel anhangendem Siegel.

35.  

Pau der türn zu sand Sebolt de anno 1481 in annum 1490.[XXIX]

Datum Noremberg dicte diocesis nonis junii pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Vrbani, divina providencia pape VI., anno secundo.

Erhöhung beder türn Sebaldi. Kirchenmaister Sebolt Schreyer, angefangen anno domini 1481, volbracht anno domini 1499.[XXX]

1481. Item nach dem als man zalt von Cristi unseres lieben herren geburt vierzehenhundert und im ainundachzigisten jar, in ainem erbern rat verlassen ist, beide türn des gotzhauß der pfarrkirchen zu sand Sebolt zuerhöhen vnd zuverneuen, also und daruff sind dieselben mit gepeuen fürgenommen worden, und wie wol die vor und ee dann Sewolt Schreyer zu kirchenmaister gesetzt ist und nemlichen bei Hansen Haller, dazumalen kirchenmaister, zupauen angefengt sind, so ist doch solicher bau durch und bei dem gemelten Schreyer volbracht und verrechet worden. Demnach hat er zu jüngst den ganzen pau, als der zu ende kummen ist, zu allen seinem einnemen und ausgeben in ain rechnung gebracht und gezogen, alles, wie hernach begriffen ist. Und zu denselben zeiten sind oberst hauptleut diser stat Nurmberg gewesen her Ruprecht Haller, der alt, zu der zeit auch oberster pfleger des gemelten goczhaus, her Niclas Groß, der alt, und her Gabriel Nüczel.

Item demnach und erstlich ist beschriben und verrechnet das einnemen soliches paus in mainung, so hernach volgt:

Bl. 10': Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als davor geschriben stat.

Item aus der losungstuben entlehnet novilb 10.187 β 4 hlr.
Item aus allerlei zeg gelöst 1057 14 8
Item von geschicken und almusen 184 14 2
Item von der kirchen gelt dar zu eingenommen 774 12 1
Summa alles einnemens 12204 4 11

Bl. 122': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor beschriben stet.

Item maister Ekarius, zimmerman novilb 52 β 10 hlr.
Item den zimmergesellen ausgeben 816 16
Item maister Hainreichen Kugler, steinmeczen 145 18
Item den parlieren hab ich ausgeben 39 10
Item steinmeczengesellen 1584 10 2
Item hantlangern oder taglonern 346 1
Item deckern und iren gesellen 47 4 8
Item klaibern und iren gesellen 11 4 10
Item tunchern und iren gesellen 6 8 6
Item dem kirchner hab ich ausgeben 34 10
Item schreinern 16 6 2
Item glasern 7 9 2
Item fur den ofen von kupfer 60 6
Item fur den schlot von kupfer 34 18 10
Item fur die rinnen von kupfer 42 18
Item kandelgiessern 4 15 10
Item rotschmiden 17 16
Item trechslern 1 14 8
Item wagnern 4 1
Item putnern 3 10
Item segern 15 10 4
Item sailern ausgeben 187 5 10
Item maister Erharten, schmid 138 19 2
Item maister Niclasen Greiner, schlosser 113 19 6
Item maister Lienharten Ochsen, schlosser 11 17 10
Item maister Matenckhofer, schlosser 43 18
Item maister Peteter, statschmid 17 16 8
Item Hansen Pulman, hammerschmid 69 6 8
Item Wilbolten Plancken, eisenmann 70 15 4
Item Gorgen Köppel, eisenmann 36 12
Item für allerlei ander eisenwerk 30 1 8
Item schleifern ausgeben 2 3 2
Item fur pretter 134 14 2
Item fur thillen 9 12 4
Item fur allerlei holzwerk 360 2 6
Item fur reuhelbergstein [Reuhelberg im Lorenzerwald bei Steinbrüchlein] 1012 5 2
Item fur kornpergstein [bei Kornburg] 14 14 8
Item fur ziegelstein 54 1 10
Item fur kalk ausgeben 57 8 8
Item fur parstein [Gips] ausgeben 13 8
Item fur harz ausgeben 8 10
Item fur öl ausgeben 6 7
Item fur unslit, schmer und schmir 2 6 3
Item kernern von kot, sand und ziegel zu fürn 86 14
Item fur allerlei uncost 32 8 4
Item fur voraus und trinkgelt 17 11 10
Item von turndeckers arbeit zuwegen tragen und zufürn 12 18 10
Item des turndeckers belonung von beiden türn 490 4
Item fur plei ausgeben 12 16 4
Item fur zin ausgeben 3157 6 10
Item fur die eisine spieß oder spicz ausgeben 25 10 10
Item fur die kupferin knöpf 55 12 8
Item dem goldschmid die knöpf zu vergulden 252 6
Item fur die fannen 12 7
Item den malern 10 11 2
Item fur di orglogken [Schlaguhr] 2221 7
Item von der orglogken zu fürn und zu heben 9 19
Item fur das schlahwerk ausgeben 131 4
Item fur den wecker der turner ausgeben 5 17
Summa alles ausgeben 12204 4 11

S. 124: Item die vorgemelt summa ist ausgeben und verpaut worden in sechs jaren und in jedem derselben jar ausgeben, wie hernach:

Item im 81. jar ausgeben novilb 72 β 15 hlr.
Item im 82. jar ausgeben 2537 10 10
Item im 83. jar ausgeben 5680 19 7
Item im 84. jar ausgeben 3778 15 4
Item im 85. jar ausgeben 98 17 6
Item im 86. jar ausgeben 35 6 8
Summa 12204 4 11

Item zuwissen, das die obgemelt verpaut summa der 12.204 lb. novi 4 β 11 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novilb 2 β, das ist 8 lb. alt 12 ϑ fur 1 guldin reinisch landswerung, inmassen der guldin rinisch zu den selben zeiten golten hat, gerechet, bringt oder tut 5811 gulden rinisch landswerung und 11 β in gold.

1489 wird der südliche Turm neu mit Zinn und Blei gedeckt.

Bl. 126': Losungstuben und sunst.

Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben steet, tut novilb 1406 β 4 hlr. —.

Bl. 135': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor geschriben steet.

Item zu abdecken des zins und pleis novilb 13 β hlr.
Item gewicht und brob des abgedeck[t]en zins 2 1 2
Item gewicht des abgedeck[t]en pleis 12 8
Item zimergesellen zu rüsten 28 1 4
Item zimergesellen abzurusten 13 14 8
Item holzwerk zu dem gerüst 24 19
Item fur mit rustholz und prettern 1 3
Item allerlei uncost 10 1 10
Item neuerkauft zin 963 6 4
Item neuerkauft plei 51 15 6
Item maister Ulrichs arbait mit giessen des zins 7 13 10
Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des pleis 2 4 8
Item belonung maister Ulrichs 262 10
Item für nägel ausgeben 25
Summa alles ausgebens 1406 4

Item zu wissen, das die obgemelt verpaut summa der 1406 lb. novi 4 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novi 1 β 8 hlr., das ist 8 lb. alt 10 ϑ fur 1 guldin r. landswerung, inmassen der guldin zu denselben zeiten golten hat, gerechet, bringt und tut 674 guldin rinisch landswerung 19 β 6 hlr. in gold.

1490 Eindecken des nördlichen Turmes.

Bl. 136': Losungstuben und sunst:

Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben stet, tut novilb 312 β 10 hlr. —.

Bl. 144': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor geschriben stet.

Item zu abdecken des zins novilb 12 β 10 hlr.
Item gewicht und brob des abgedeckten zins 9 2
Item zimmergesellen zu rüsten 34 4 8
Item zimmergesellen abzurusten 13 2
Item holzwerk zum gerüst und andern 3 5
Item fur mit rüstholz und andern 2
Item für nägel ausgeben 18 7 6
Item schlossern ausgeben 3 12 2
Item sailern und schreinern ausgeben 8 6 10
Item allerlei uncost 9 10 6
Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des zins 110 7
Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des pleis 1 4
Item belonung maister Ulrichs 197 10
Summa alles ausgeben 310 18 8

umgewandelt in fl. rhein.: 149 fl. 5 β in gold [2 lb. n. 1 β 8 hlr (8 lb. alt 10 d) = 1 fl. rh. Landeswähr.].

145b: Item so die rechnung mit dem tecken beder turn erschaut werden, so erfindet sich, das Cristof Lilgenweis dem goczhaus am giessen des zins und tecken der türn mit seiner untreu schaden zugefügt hat, nemlich am ersten turn am zin bei oder ob 142 guld. rh. und am plei ob 12 fl. r., ut fo. 128 hievor begriffen.

Wer an dem andern turn ob 278 fl., ut fo. 138 hievor begriffen. Summa 432 fl. rh. ausserhalb des schadens, so auf die gemelten turn gangen ist, die anderwaid zu decken.

Obwohl ihn der Rat im Loch gefangen setzte und mit ernstlicher Frage angriff, benannte er doch nicht mehr als 56 fl. rh. Da man damals von dem großen Schaden keine Kenntnis hatte, wurde er auf Fürbitte von Bamberg und anderen Enden ausgelassen, doch sollte er solchen bekannten Schaden an St. Sebald und 10 fl. an St. Lorenz ausrichten, wofür sein Vater und Weib Bürge wurden, laut Gerichtsbuch Cons. D. fol. 285 (auch an dieser Stelle eingetragen). Sabbato post Francisci anno 86.

Item und als aber der obgemelt Lilgenweis gehort und vermerkt hat, daß der erst turn anderwaid zudecken maister Ulrichen Hubner von Bamberg verlassen und im entwert worden was, hat er sich vor und ee man den abgedeckt hat, von hinnen getan, villeicht aus ursachen, das er sich besorgt hat, so man sein untreu dermaß und so groß erfinden wurd, er mochte wider angenommen und nach seinem verdienen gefertigt werden.

146b: Suma was der ganz pau cost hat.

Die Seiten 146b-149b enthalten nur Zusammenstellungen der vorerwähnten Einnahmen und Ausgaben.

Kgl. Kreisarchiv Nürnberg.

36.  

Bedenken, welcher gestalt der chor und umbgang uf sant Sebalds kirchen möcht zu pessern sein.

Actum den 27. maij 1561.

Kgl. Kreisarchiv Nürnberg. Abgedruckt in den Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Nürnberg, VIII, 246 ff., wo auch noch zwei einschlägige Ratsverlässe und der kurze Bericht aus den Annalen des Ratschreibers Johannes Müllner wiedergegeben sind.

37.  

Acta die Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur betr. Von a: 1769 in 1770.

25. März 1768: Relation über den Befund des schadhafften Thurns an der St. Sebalds Kirch. Besichtigung des Turmes am 23. März 1768 durch Scholarch Paul Karl Welser mit dem Stadtalmosenamtspfleger Volckamer, Bauinspektor Stettner und Almosenamtszimmermeister Schwammbach. Der Dachstuhl des Helmes war, sowohl „Geschwölle“ wie „Legsparren“ zum großen Teil zusammengefault.

Das Waldamt Laurentii und das Sebaldi werden vom Stadtalmosenamt ersucht um

1. 21. März 1768 20 Stämme [Laurentii]
2. 7. April 1768 8 Eichen [Laurentii]
3. 2. August 1768 3 Eichen je 24 Schuh lang [Sebaldi]
4. 5. Mai 1769 4 fichtene Baumstämme 80 Schuh lang Gratsparren
  4 fichtene Baumstämme je 50 Schuh lang, 10 Zoll im Quadrat zu Schiftsssparren [Laurentii].

1769 Mai 24.: Das Stadtalmosenamt ersucht:

Das löbl: Rugs Amt wird hiemit höfl. requirirt, denen Geschwornen der Flaschnerprofession zu intimiren, daß von denen auf der Herberg ankommenden und Arbeit suchenden Gesellen dem Flaschner Grübel Meldung getan werde, um einen tüchtigen Pursch, der zu der Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur zu gebrauchen ist, aussuchen zu können.

1769 Juli 19. schießt das Landalmosenamt 1000 fl. vor.

1769 November 7. schießt das Landalmosenamt 1500 fl. vor.

Vom Dezemzer 1769 liegt eine Liste vor, enthaltend die Berechnung der bisherigen Kosten und ein Verzeichnis des verwendeten Baumaterials:

Berechnung

des Sebalder Kirchthurmsbaues vom 24. Octobris 1768 biß 2. Dec. 1769, sowohl was an Taglohn und Meisterconti, als auch an Baumaterialien ausgeleget und verbraucht worden ist.

Denen Zimmerleuten vom 24. October bis 19. November 1768 für Taglohn fl. 37   23  
Vom 3. April 1769 bis 2. Decber 1769 für Taglohn denen Zimmerleuten, Flaschner- und Tünchersgesellen samt Meistergebühr bezahlt 1477   11  
Dem Meister Schwambach Douceur 11    
Denen Zimmergesellen und Tünchern Trankgeld 10    
Für 29 Fuhren à 24 kr. dem Kärner 11   36  
Dem Wagner für 2 Leitern 3    
Dem Seiler für das Seil und Stangen 183   53  
Dem Nagler Ruf und Heß für Nägel 168   39  
Dem Schlosser Bauer für Arbeit 88   48  
Den beeden Waldämtern Laurenzii et Sebaldi für 8 Eichen und 20 Stämm, Holzpfandung, Fuhrlohn, Anweis und Trankgeld 67   44   2
Dem Waldamt Laurenzii für 8 Fiechten zu denen 4 Grad- und 4 Schiftsparren Fuhrlon 38   30  
Dem Schmid Klöpfel für Arbeit 36   25  
Dem Flaschner Griebel für mößinge Haften und Blei zum Löten 103   47  
Dem Orgelmacher Küttelmann für 284 Blatten zu gießen à 20 kr 94   40  
An erkauften Zinn, nemlich 3 Centner à 50 fl., 2½ Centner à 49 und 14 Centner 47½ lb. à 48 fl.= 19 Ct. 97 lb. u. an Geld 1167   32   2
An erkauften Blei, nemlich 2 Centner à 13 und 4 Centner 85 lb. à 12½ = 6 Cent. 85 lb. und an Geld 86   37   2
  fl. 3586   46   2
Auf zweimal empfangen 2500    
Mehreres ausgegeben fl. 1086   46   2

Verzeichnus
derjenigen Baumaterialien, welche zum Sebalder Kirchturn verbraucht worden vom 3. April bis 9. December 1769, als

An Eichen-Holz
8 Fenster-Benke, 3 dreizöllige Stollen, 3 vierzöllige Stollen, 4 Gesims-Hölzer, 176 Bretten zum zu schallen

An weichen Holz
16 Stämm Brettenholz, 16 Stämm Riegelholz, 3 zweizöllige Dillen, 1 zweizöllige Dille, 9 Schu lang, 4 Gradsparrn von 69 Schu, 4 Schiftsparrn von 50 Schuh, 226 Bretter zum Rüsten, 109 Latten zum Rüsten, 4 vierzöllige Stollen.

An Eisen und Nägeln
122 Klammern von unterschiedlicher Länge, 42 Rund- und halbköpfige Nägel, 128 Nägel zweierlei Sorten, 25 große Nägel, 20 große Nägel anderer Gattung, 1200 Bodnägel, 500 Biennägel, 700 Rinneneisen, 6400 Schollennägel, 3600 kleine und große Blattennägel, 30 Stück andere, 172 Läut-Sträng, das Gerüst anzubinden.

In diesem Verzeichnis sind die Preise nicht eingesetzt.

Die vorhandenen Mittel von 2500 fl. reichten so nicht aus. Allein das Stadtalmosenamt hatte selbst nichts, und so wandte es sich durch das Losungsamt an derer Herren Aeltern Hochwohlgebornen Herrlichkeiten am 27. Dezember 1769 und legte die oben stehende Liste bei. An dem langsamen Gange der Arbeit sei die Witterung und die viele Zeit erforderliche schwere und vierfache Zusammenfügung der Blatten schuld. Die gänzliche Blattenzuschlagung müßte bis künftiges Frühjahr hinausgeschoben werden. Bis jetzt müßten noch 1086 fl. 46 kr. 2 ϑ nachbezahlt werden und für die Vollendung der Arbeit einschließlich von etwa 10 bis 11 Zentner erforderlichen Zinnes wäre noch ein Kapital von 2000 fl. nötig. Dieser Vorschuß könnte vielleicht dem Land Almosamt oder denen sämtlich geistlichen Aemtern per repartitionem abgereichet werden.

Die vorgeschlagene Repartition wurde durch Ratsverlaß vom 9. Januar 1770 genehmigt.

Repartitio

bezahlt den 17. Februar 1770 Löbl. Spital- und Kloster St. Catharina fl. 1200·-
bezahlt den 24. Januar 1770 Closter Amt St. Clara 900·-
bezahlt den 3. Februar 1770 Landalmoßamt 1000·-
    Stadtalmoßamt 400·-
den 3. Februar 1770 bezahlt Marthaspital 25·-
den 24. Januar 1770 bezahlt Mendel XII-Brüderstiftung 400·-
bezahlt den 26. Januar Geistl. Güter auf dem Land 500·-
d. 24. Jan. 1770 Jobst-Stiftung zalt
d. 25. D. 1770 St. Peter u. Paul Stift zalt
d. 25. Jan. z. St. Leonh
do. St. Joh. u. Sonder Siechen-St.
Vier Siechköbel und Sondersiechen à 30 fl. 150·-
1770 d. 24. Jan. zalt Heil Kreuzstiftung 25·-
  Summe fl. 4600·-

Losungamt den 18. Januar 1770

Städt. Archiv Nürnbeg.