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Abb. 62. Erzkruzifix am Westchor.

Epitaph der Ketzel von 1453. Steinrelief an der Nordseite des Westchors. Oben bildliche Darstellung: Rettung der Seelen aus dem Fegefeuer. Darunter Inschrift: „Anno domini Mccccxxxiii iar an sontag nach Maria geburt starb der erber elter Heinrich Ketzell, dem got genad.“ Darunter das Wappen der Ketzel und die Zeichen ihrer Würde als Ritter des Heiligen Grabes (Kreuz von vier kleinen Kreuzen umgeben), als Ritter des „Ordens von der Lilie oder vom Blumentopf“ des Ordens der „Equitum ensiferorum Cypri“ (Schwert, von einem S umschlungen) und als Ritter der hl. Katharina auf dem Berge Sinai (das halbe Rad der hl. Katharina). Darunter die Inschrift: „Dar nach starb sein sun Heinrich Ketzell am montag nach der heiligen drei kunig dag M cccc liii iar, dem got genad.“ Dieser Heinrich Ketzel war der erste aus seiner Familie, der zum Heiligen Grabe zog.

Epitaph der Pfinzing von etwa 1480. Steinrelief an der Nordseite des Westchors. Rechts das Wappen Pfinzing-Kreß, links Pfinzing-Lauffenholz, zwischen beiden die kleinen Wappen der Pfinzing und der von Plauen. Über den Wappen Inschrift, welche dahin noch entziffert werden kann, daß ein Berthold Pfinzing 1357, ein anderer Berthold Pfinzing 1479, ferner ein Otto und ein Sebald Pfinzing sowie des letzteren Frau Elisabeth, geb. Mendel, hier begraben wurden. Stark verwittert.

Epitaph der Maurer von etwa 1458. Steinrelief an der Nordseite des Westchors. Christus am Kreuz mit Maria und Johannes nebst den Stiftern. Darunter das Wappen der Maurer und folgende Inschrift: „Von xps gepurt xiiic und lviii iar an sant Ambrosius tag wart Herman Maurer vnd sein wirtin hie pegraben, des Sebolt Grabners anher. Anno domini xiiiic lviii iar starb Sebolt Grabner.“ Kopie. Das Original im Lapidarium der Kirche. Vgl. Redslob in den Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum 1907, S. 54 (doch mit unrichtiger Jahreszahl 1448).

Am ersten Pfeiler des nördlichen Seitenschiffes ein Steinrelief mit Christus am Kreuz, Maria und Johannes. Darüber die Inschrift: „Anno M cccclxjjj jar an sant Barbara tag verschied Burckhart Semler, dem got genedig sey.“ Mit den Wappen der Semler und Tetzel. Kopie. Original im Lapidarium.

An demselben Pfeiler die lebensgroße Statue der hl. Maria mit dem Christuskind und die Statuette des hl. Christophorus, Kopien der Neuzeit. Ebenfalls Kopien sind die drei Konsolen mit den Baldachinen (eine Konsole war von jeher leer). 1330–1335. Originale der Figuren im Lapidarium.

Am nördlichen Seitenschiffe zwischen Turm und Portal das Fuggersche Epitaph von 1497. Steinrelief mit dem Schutzmantelbild Mariä. Unter dem Mantel Mariä die Familienglieder des Stifters. Darunter ein kreisrundes Medaillon mit dem Wappen der Fugger und der Inschrift: „A. D. 1497 am sontag nach Bartholomei tag starb Peter Fugger von Augsburg, der hier begraben liegt, dem gott gnädig sey. Amen.“ Siehe Edwin Redslob, a. a. O., S. 57.

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Abb. 63. Bogenfeld im Portal des nördlichen Seitenschiffs mit Darstellungen aus dem Marienleben.

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Abb. 64. Statue der Eitelkeit der Welt am nördl. Seitenschiff. Vorderseite.

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Abb. 65. Statue der Eitelkeit der Welt am nördlichen Seitenschiff. Rückseite.

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Abb. 66. Eine der klugen Jungfrauen am Brautportal.

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Abb. 67. Geißelung Christi. Stationsrelief am Ostchor.

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Abb. 68. Kreuztragung. Stationsrelief am Ostchor.

Links davon das Hallersche Epitaph. Steinrelief mit Christus am Kreuz, Maria und Johannes. Links das Wappen der Haller, rechts das der Paumgartner. Unten knieende Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Haller, Paumgartner und anderer Geschlechter. Um 1420. Stark verwittert.

Nordportal, beziehungsweise nördliches Eingangsportal des nördlichen Seitenschiffes, die sogenannte Anschreibtüre. Bogenfeld mit den Reliefdarstellungen des Todes, Leichenbegängnisses und der Krönung Mariä (Abb. 63), durch eine Querleiste getrennt: unten die beiden erstgenannten, oben die letztgenannte Darstellung. Farbig gefaßt. Um 1310. Von derselben Werkstätte wie das Bogenfeld des Südportales.

Von den Kapitälen der acht flankierenden Säulen an der Portalgewandung sind zwei ornamental bearbeitet. An den übrigen befinden sich kleine menschliche Gestalten, meist in kniender und betender Stellung gegen das Bogenfeld gerichtet. Von der gleichen Hand, jedoch ohne Spuren farbiger Behandlung.

Die zwei Figuren der Verkündigung zu beiden Seiten des Portales stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Dagegen waren die ursprünglichen Konsolen und die Baldachine, jetzt durch Kopien ersetzt, aus der Zeit des Portales.

Am nächsten Strebepfeiler die lebensgroße Statue eines Jünglings, die Eitelkeit der Welt darstellend (Abb. 64, 65). Der Rücken ist entblößt und von Würmern zerfressen; Kröten und Schlangen kriechen daran. Die Figur wird von der Seite gesehen. Aus der Schule der Seitenschiffe. Konsole und Baldachin sind Kopien. Etwa 1310–1315. Die gleiche Vorstellung in einem Liede Walthers von der Vogelweide und dem größeren Gedichte „Der Welt Lohn“ von Konrad von Würzburg († 1287). Unter den Werken der Plastik ist unsere Darstellung mit denen am Südportal des Domes zu Worms nah verwandt und auch mit denen an den Münsterkirchen zu Freiburg i. B., Straßburg und Basel zu vergleichen. Zeitlich stellt sie die letztentstandene dieser Figuren dar (vgl. das Referat eines Vortrages über diesen Gegenstand von K. Schaefer im Jahresbericht über das 19. Vereinsjahr des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, 1896, S. 9 ff.).

An der Mauer oberhalb des Kaffgesimses ein kleines Kreuzigungsrelief: Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes zu seinen beiden Seiten. Inschrift nicht mehr festzustellen. 14. Jahrhundert. Kopie. Das Original nicht mehr vorhanden.

Am ersten Ostchorpfeiler neben der Brauttüre ein Relief mit Christus am Kreuz, Maria und Johannes. Um 1320.

Darunter auf einer Steinleiste drei Wappen: zwischen zwei Wappen der Stromer das Wappen der Haller. Kopie.

An dem gleichen Pfeiler hoch über diesem Kreuzigungsrelief der S. 42 erwähnte Kopf (Meisterkopf?).

Die Brauttüre oder „Ehetür“. In den Leibungen des Portales und unmittelbar neben demselben auf Sockeln und Konsolen die halblebensgroßen Figuren der fünf klugen (links) und der fünf törichten Jungfrauen (rechts) (Abb. 66) mit Spuren alter Bemalung. Die letzte der linksstehenden Figuren stammt aus der Neuzeit.

Die Statuen gehören der Schule des Meisters vom südlichen Portal an, ebenso die Tierfiguren an den vier Konsolen. Es zeigt sich noch die Feinheit und der weiche Fluß in der Gewandbehandlung, dagegen bereits Eintönigkeit in Haltung und Köpfen. Mit Konsolen und Baldachinen aus der Zeit des Portales, etwa 1315 bis etwa 1320.

Derselben Zeit gehören an zu beiden Seiten des Türbogens die halblebensgroßen Figuren des Adam und der Eva, die ersten nackten Gestalten in der Nürnberger statuarischen Plastik, mit den Wappen der Muffel und Vorchtel und am Scheitel des Bogens das Brustbild des segnenden Christus. In den Zwickelfeldern Prophetengestalten in Relief.

Erst gegen Ende der vierziger Jahre des 14. Jahrhunderts wurde die Brauttüre durch ein zwischen die beiden Strebepfeiler eingespanntes Maßwerk zu einer Portalhalle umgestaltet.

Die Hauptteile desselben bilden ein Spitzbogen und ein demselben eingefügter Halbkreisbogen, die äußeren Zwickel des Spitzbogens sind rechteckig eingerahmt. Die leeren Flächen sind mit zierlichen, durchbrochen gearbeiteten Ornamenten ausgefüllt und der Halbkreisbogen unten mit einem ebenfalls zierlichen, durchbrochen gearbeiteten Bogenfries besetzt. Das Gesims des Spitzbogens ist mit Krabben besetzt. Weibliche Figuren tragen die Konsolen, auf welchen das Ganze zu ruhen scheint.

Zu beiden Seiten des Maßwerks zwei dreiviertellebensgroße Figuren, neue Kopien von Statuen aus der Zeit um 1430: links die hl. Maria mit dem Christuskind, unten das Wappen der Topler, rechts der hl. Sebald mit dem Wappen der Schnöden. Die Originale befinden sich im Innern der Kirche.

An der Westwand der großen Sakristei die überlebensgroße Statue eines Christus mit den Wundmalen. Christus hält mit der Linken die Mantelenden und weist mit der Rechten auf die Seitenwunde. An der Konsole halten zwei menschliche Gestalten das Wappenschild der Rieter. Mit Konsole und Baldachin aus der Zeit um 1400. Die Figur ist eine Kopie; das Original befindet sich in der Kirche.

An der Nordseite der Sakristei Darstellung der Gregoriusmesse, daneben ein Relief der Verkündigung Mariä mit dem Helmschmuck der Muffel. Beide Reliefs, von denen das erstere heute durch eine Kopie ersetzt ist (Original im Lapidarium), befanden sich bis zur letzten Wiederherstellung der Kirche in der Nähe des Treppentürmchens am nördlichen Turm.

Links von der Brauttüre um die ganze Sakristei herum die meisten der sogenannten Wetzrillen, über deren Bedeutung sich die Wissenschaft bisher nicht klar ist. Sie finden sich auch sonst an der Kirche, namentlich an den Portalen.[VIII]

An den Pfeilern des Ostchores von der nördlichen bis zur südlichen Sakristei zehn Reliefdarstellungen aus der Passion. Die Enstehungszeit fällt zusammen mit der Erbauungszeit des Chores, demnach in die Jahre 1372–1379. Die Reliefs sind — bis auf eines — aus gleicher Schule, aber nicht von gleicher Hand. Rechteckiges Format und gleiche Größe. Jedes Relief hat einen anderen Patrizier zum Stifter, wie die beigefügten Wappen erkennen lassen.

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Abb. 69. Passionsszenen von Adam Kraft. Schreyersches Begräbnis am Ostchor.

Die Darstellungen sind:

1. Einzug in Jerusalem (Kopie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts). — Wappen der Welser.

2. Abendmahl. Kopie. — Wappen der Groland.

3. Ölberg. — Wappen der Geuder. Vom Anfang des 15. Jahrhunderts.

4. Gefangennahme. — Wappen der Pfinzing.

5. Christus vor Pilatus. — Wappen der Geuschmid.

6. Geißelung (Abb. 67). — Wappen der Beheim.

7. Dornenkrönung. — Wappen der Sachs.

8. Kreuztragung (Abb. 68). — Wappen der Grundherr.

9. Christus am Kreuz. — Wappen der Behaim.

10. Auferstehung. — Unbekanntes Wappen.

Am Ostchor zwischen den beiden Pfeilern mit dem Pfinzingschen und dem Geuschmidschen Passionsrelief das Schreyersche Grabmal (Abb. 69). Steinrelief von Adam Kraft, vollendet 1492.

Das Relief ist dem Raum zwischen den zwei Strebepfeilern angepaßt, so daß sich das größere Mittelstück an die Wand und die beiden kleineren Seitenflügel an die Pfeiler anlehnen. Es füllt die Mauerfläche vom Sockel bis zum Gesims der Fensterbank und mißt in der Höhe über 2·50 m, in der Länge beinahe 6 m. In der Mitte vor dem Relief eine eiserne, durchbrochen gearbeitete Laterne als Ewiglichtlampe mit der Jahrzahl 1492. Eine neue kassettierte Holzdecke mit Kupferbedachung schützt das Ganze vor den Unbilden der Witterung, ein eisernes Gitter schließt nach außen ab. Von den Baldachinen, die zu beiden Seiten den Abschluß des Grabmales bilden, ist derjenige rechts erneuert. Original im Lapidarium.

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Abb. 70. Konsole mit Mönchen an einem südlichen Pfeiler des Ostchors.

Das Relief enthält vier Darstellungen aus der Passion: auf dem rechten Flügel die Kreuztragung, auf der rechten Hälfte des Mittelteiles die Heimkehr des Volkes vom Richtplatz, auf der linken Hälfte die Grablegung und auf dem linken Flügel die Auferstehung. Die einzelnen Szenen sind nicht streng und auch nicht äußerlich voneinander geschieden, sie gehen mittels eines reichen landschaftlichen Hintergrundes unter Anwendung der Perspektive ineinander über. Die Landschaft steigt fast bis an den oberen Rand empor. Die Hauptfiguren sind dreiviertellebensgroß. Im Vordergrund unten sind die Familien der Stifter in verkleinertem Maßstab mit ihren Wappen abgebildet; die Wappen sind links Schreyer-Kammermeister, Schreyer-Link, Schreyer, Schreyer-Oertel, Schreyer-Landauer, Schreyer-Marstall, Eyb, Fuchs, Schreyer und Kammermeister, rechts Landauer-Rothenhahn, Landauer, ..?.., Schlüsselfelder-Landauer, Starck-Landauer, Landauer, wiederum Landauer und Rothenhahn. Das ganze Relief zeigt Spuren von Bemalung.

Am 11. September 1490 schloß Adam Kraft mit dem Kirchenmeister Sebald Schreyer und dessen Neffen Matthäus Landauer in Gegenwart zweier Zeugen behufs Übernahme und Ausführung der Bildhauerarbeit einen detaillierten Vertrag ab. Siehe Neudörfer, Nachrichten, herausgegeben von Lochner, 1875, S. 16 ff. und A. Gümbel im Repertorium für Kunstwissenschaft. XXV (1902), S. 360 ff. Es wurde unter anderem die Bestimmung getroffen, daß nur ein guter, ganzer und „unwetteressiger“ Stein, bei Vach (1 Stunde nördlich von Fürth) oder anderswo gebrochen, zur Verwendung gelangen und daß die Kosten für die Ausführung 160 fl. nicht übersteigen solllen. Als Zehrgeld während der Arbeit wurden 50 bis 60 fl. ausgemacht. Am 7. Mai 1492 war das Werk vollendet.

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Abb. 71. Darstellung des Jüngsten Gerichtes. Schedelsches Relief über der Schautüre.

Das Kraftsche Relief ist von eminent malerisch-dramatischer Wirkung, die figurenreichste und umfassendste Komposition Krafts (vgl. Lübke, Geschichte der Plastik. 1880, II, 722). Nach Lochner hätte Kraft nach einem Gemälde gearbeitet, möglicherweise nach einem Gemälde Wolgemuts, des Freundes von Sebald Schreyer. Die Behauptung scheint der Wahrheit zu entsprechen, da die Kraftschen Schöpfungen sonst nicht in solchem Maße auf malerische Wirkung berechnet sind. Allein der Entwurf für die Komposition selbst scheint Krafts geistiges Eigentum zu sein. In der Ausführung ist den Schülern mitunter manches überlassen worden. Ausführliches bei Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit. Berlin 1897, S. 19 bis 27 und 64.

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Abb. 72. Grabrelief der Holzschuher am südlichen Seitenschiff (Kopie aus der Barockzeit).

Schon vor 1453 hatten die miteinander verwandten und befreundeten Familien Schreyer und Landauer ihr Begräbnis an der Stelle des Kraftschen Denkmals. Unten über dem Grabgewölbe liegen noch zwei Grabsteine: links der Grabstein des Hans Schreyer († 1437) mit seinem und den Wappen der Eyb und Fuchs, rechts ein Grabstein mit dem Wappen der Landauer.

Für das von Sebald Schreyer gestiftete Ewige Licht und für das Sakramentshäuschen wurde 1493 ein Ablaß gewährt. 1508 wurde der Ablaß bestätigt.

An den Strebepfeilern des Ostchores waren zwei übereinander liegende Reihen von Konsolen und Postamenten zur Aufnahme zahlreicher Figuren bestimmt, von denen jedoch nur wenige zur Ausführung gekommen sind. Der oberen Reihe gehören zwei Prophetenfiguren an, die sich in sehr vergittertem Zustande an einem Strebepfeiler der Nordseite vorfanden und von denen die eine sich jetzt im Germanischen Museum, die andere im Lapidarium der Kirche befindet.

Die untere Reihe von Konsolen ist mit allerlei satirischen und anderen Profandarstellungen, auch naturwahren Tiergestalten usw. in trefflicher Ausführung geschmückt (Abb. 70). Ein Teil derselben ist erneuert (Originale im Lapidarium). Dieser unteren Reihe gehört am siebenten Pfeiler des Ostchores, d. h. an dem Pfeiler, an welchem unten das Relief der Dornenkrönung angebracht ist, oberhalb des Kaffgesimses auf einem Sockel die lebensgroße Statue des hl. Sebald an sowie am folgenden Pfeiler die der hl. Maria, beide aus der gleichen Zeit wie die Passionsdarstellungen. Die Figuren sind durch besonders reich gebildete Baldachine hervorgehoben; ihre Hintergründe zeigen deutliche Spuren alter Bemalung, von der sich noch Engelsgestalten erkennen lassen. Ein Sockelstück auf dem Fenstergesims zwischen diesen beiden Figuren läßt darauf schließen, daß sie ehemals mit einer Mittelfigur zu einer wirkungsvollen, durch reichen Farbenschmuck ausgezeichneten Gruppe verreinigt waren.

Die neueste Wiederherstellung der Kirche hat die meisten der leergebliebenen Postamente mit Propheten, Aposteln und anderen Heiligengestalten belebt (siehe das Kapitel über die jüngste Restauration S. 90).

Über der Schautüre das eingerahmte Steinrelief des Jüngsten Gerichtes (Abb. 71). Die Komposition zerfällt in eine obere und untere Hälfte. Oben thront in der Mitte Christus, zu beiden Seiten sitzen in einem Bogen auf Wolken die zwölf Apostel. Die ausgesparten Zwickel über denselben füllen vier schwebende Engel aus, die ursprünglich mit Posaunen ausgerüstet waren. Zu Füßen Christi knien die fürbittenden Maria und Johannes, in die untere Hälfte der Komposition reichend. Diese wird durch eine Inschrifttafel in eine linke und rechte Hälfte zerlegt: hier werden die Auferstandenen von einem Engel in die Himmelspforte, welche Petrus hütet, geleitet, dort von einem Ungeheuer in den Höllenrachen befördert. Über der Inschrifttafel zwischen Maria und Johannes erheben sich die Toten. Links und rechts von der Tafel der betende Donator und das Wappen seiner Familie, nämlich das der Schedel. Die Inschrift lautet: „Anno domini MCCCCLXXXV die quarta mensis Decembris obiit peritissimvs artivm et medicine doctor Hermannvs Schedel, physicvs Norinbergensis, qui cvm sva familia hic in pace qviescit.“ Die Gedenktafel ist jedenfalls eine Stiftung des Hartmann Schedel, des berühmten Herausgebers der nach ihm benannten 1493 erschienenen Weltchronik, zu Ehren seines Sohnes. Die Entstehung dürfte in die nächsten Jahre nach 1485 fallen.

Auf einem der Grabsteine befindet sich ein Steinmetzzeichen. Die Komposition ist noch ganz mittelalterlich. Die profilierte Umrahmung ist erneuert (vgl. Redslob a. a. O. S. 58 ff.).

Nach M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus (1831), S. 15, befand sich früher rechts von diesem Relief eine weitere Gedenktafel der Familie Schedel, nämlich ein eingerahmtes Holztafelgemälde mit der Geburt Christi, darüber in drei Abteilungen die Inschrift: „Hartmannus Schedel, artium ac utriusque medicine doctor, obiit anno domini m. d. xiiii die xxviiii mensis Nouembris. Magdalena Schedlin, filia Antony Haller, obiit Anno domini m. d. v. die xiiii mensis Julii. Anne Schedlin, filia Alberti Heugeli, obiit anno domini M. cccc xi mensis Septe[mb]ris.“ Das schon zu Mayers Zeit sehr verwaschene Bild war 1888 nicht mehr vorhanden; der Rahmen befindet sich im Lapidarium.

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Abb. 73. Bogenfeld im Portal des südlichen Seitenschiffes.

An der Kapelle neben der südlichen Sakristei Kruzifixus zwischen Maria und Johannes. Rundfiguren des 14. Jahrhunderts. An der Konsole des Johannes das Wappen der Groland, unter der Maria das Wappen der Zollner. Kopien. Die Originale der Maria und des Johannes befinden sich in der Kirche.

An dem nun folgenden Dreikönigsportal die Rundfiguren der heiligen drei Könige und der Maria mit dem Kinde auf Konsolen. An letzteren die Wappen der Holzschuher, Muffel und Frey (?). Die Figuren stammen aus der Zeit des Portales. Die Tympanonfüllung wird durch die Rückseite des holzgeschnitzten und polychrom behandelten Ebnerschen Reliefs gebildet, das bei der Beschreibung der Denkmäler des Innern näher behandelt wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß das Relief, um es vor den Unbilden der Witterung zu schützen, umgekehrt worden ist, früher indessen einen Schmuck des äußeren Portals, das in gleicher Weise polychrom behandelt ist, bildete.

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Abb. 74. Grabrelief der Pömer am südlichen Treppenturme.

Links vom Dreikönigsportal ein Ecce homo mit dem Wappen der Geuschmid.

Zu beiden Seiten des Portals zwei Bischöfe. Kopien. Die Originale in der Kirche.

Am ersten Fenster des Seitenschiffes Doppelrelief: oben Krönung Mariä, unten der ungläubige Thomas. Das obere Relief ist alt, das untere Kopie (Original im Lapidarium).

An der anderen Seite des Fensters ein Epitaph der Holzschuher, ursprünglich vielleicht aus der Zeit um 1430. Steinrelief mit dem thronenden Gott Vater, den Gekreuzigten haltend, in der Mitte, mit den hl. Johannes dem Täufer, Sebald und Paulus auf der linken und Petrus, Thomas und Christophorus auf der rechten Seite; vor den Heiligen die Stifter mit den Wappen der Holzschuher und Pömer links und den Wappen der Holzschuher und Pfinzing rechts; auf dem steinernen Tragbalken des Reliefs die Wappen der Holzschuher und Kreß, Holzschuher und Hummel, Holzschuher und Groland und Holzschuher und Haller. Offenbar Kopie der Barockzeit (Abb. 72).

An der Wand des nächsten Joches Relief der Auferweckung des Lazarus, durch zwei Säulen dreigeteilt. Nach M. M. Mayer, a. a. O., S. 17, trug der obere, später in Verlust geratene Teil die Jahreszahl 1520 und das Wappen der Pömer. Kopie, deren oberer Teil frei ergänzt wurde; Original des unteren Teiles im Lapidarium (Abb. 140). Vermutlich ein Werk des Veit Stoß.

An der Stirnseite des nächsten Strebepfeilers ein kleines Relief: Christus am Ölberg. Kopie. Über die Ölbergreliefs an St. Sebald und die daran erkennbare Stilentwicklung handelt im Zusammenhang E. Redslob in den Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum 1907, S. 14 ff.

Das von M. M. Mayer S. 17 erwähnte schon damals fast ganz verwitterte Relief mit dem hl. Sebaldus und zwei anderen Heiligen ist der Zeit zum Opfer gefallen.

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Abb. 75. Grabrelief der Haller am südlichen Turm.

Südportal, beziehungsweise das südliche Eingangsportal des südlichen Seitenschiffes:

Bogenfeld mit der Reliefdarstellung des Jüngsten Gerichtes (Abb. 73). Aus der mit der Erweiterung der Seitenschiffe begründeten Bildhauerschule. Um 1310. Der Darstellung liegt die in der gotischen Zeit übliche Komposition zugrunde, sie unterscheidet sich jedoch von den übrigen Darstellungen des 14. Jahrhunderts noch durch den Mangel einer sichtlichen Hervorhebung der Horizontalteilung sowie durch das Vorhandensein des Erzengels Michael als einer stehenden Figur. Das Relief zeigt ebenso wie die säulenartige Profilierung der Leibungen Reste alter Bemalung.

Bei dem für die Komposition zur Verfügung stehenden engen Raum konnten die sonst nirgends fehlenden Engel mit den Leidenswerkzeugen nicht untergebracht werden oder wurden vergessen. Sie erhielten nachträglich in Gestalt von Statuetten ihren Platz zu beiden Seiten in der Bogenleibung auf dem Gesims der Kapitäle.

Außerdem steht noch links auf demselben Gesims die Figur des Abraham mit den Seligen im Schoß. Dem Bildhauer schwebte wahrscheinlich die Komposition des Nordportales am Bamberger Dom, der sogenannten Fürstenpforte, vor Augen.

Seitlich des Portales die nahezu lebensgroßen Statuen der hl. Katharina (Abb. 137) und des hl. Petrus. Beide stammen aus derselben Schule wie die übrigen Figuren und das Relief des Portales. Die Statue der hl. Katharina erinnert in ihrem Kostüm und mehr noch in ihrer vornehmen Haltung und in der Behandlung der Draperie an die Statuen des 13. Jahrhunderts. Der Kopf der Statue (Abb. 138) muß ein Meisterwerk des 14. Jahrhunderts genannt werden. Der Schöpfer dieser Leistung war vielleicht der Begründer der ersten Bildhauerschule von St. Sebald. Kopien. Die Originale in der Kirche.

Konsolen und Baldachine gehören der gleichen Zeit an, die figürlichen Darstellungen an den Kapitälen der Portalleibungen der gleichen Schule.

Am Treppentürmchen des südlichen Turmes ein Hochrelief mit zwei Darstellungen, oben: Christus am Ölberg (vgl. Redslob, a. a. O., S. 15 ff. und daselbst Tafel I), unten: Christus als Schmerzensmann, zu beiden Seiten knien fünf Familienglieder des Stifters, unter diesen sechs Pömersche Allianzwappen (Abb. 74). Die ganze Tafel, die Spuren alter Polychromie zeigt und leider stark verwittert ist, ist von einem kräftig profilierten steinernen Rahmen eingefaßt. Pömersche Stiftung vom Jahre 1396.

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Abb. 76. Türklopfer vom Brauttor.

Darunter die Inschrift: „Heinrich Pömer der erste alhier starb an St. Anna tag anno domini m ccc xxxj. Konrat Pömer starb an dem nehsten tag nach Kunigundis in der fasten anno domini m ccc lxj. Friedereich Pömer starb an der eilf tavsent meyd obent anno domini m ccc lxxvjj. Fraw Elspet Jorg Pömerin, her Gotfrid Schoppers tochter, starb am pfinztag nach Kungundis in der fasten anno domini m ccc lxxxxjjj.“ Ferner die Inschrift: „Steffan Pömer starb am fritag vor Martini anno domini m ccc lxxxxv. Jorg Pemer starb am pfinstag nach obersten im ccc lxvj iar.“

Nach Mayer, a. a. O., S. 18, sollen Tafel und Inschriften 1797 restauriert worden sein. Die jetzigen Inschriften sind Kopien.

Daneben eine eingerahmte Tafel mit vier Wappenpaaren übereinander. Links vier Wappen der Pömer, rechts von oben nach unten die Wappen der Rummel, Haller, Schmittmaier-Imhoff und Zollner. Um 1400.

Unter dieser Tafel das Wappenschild der Pömer-Eisvogel. Um 1400.

Am südlichen Turm eine Tafel mit zwei Reliefdarstellungen in einem mit Rosetten besetzten Rahmen. Die Tafel wird von einem Zinnenkranz bekrönt (Abb. 75). Oben: Christus am Ölberg, dabei die knienden Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Fütterer und Haller. Unten: Die Dreifaltigkeit mit den Heiligen Philipp und Simon, dabei die knienden Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Fütterer, Haller und Derrer auf der linken und den Wappen der Eglofstein und Grundherr auf der rechten Seite. Stiftung der Fütterer, und zwar von zwei verschiedenen Familien dieses Geschlechts. Um 1430.

Im Bogenfeld des südlichen Turmportales das Steinrelief der Kreuzauffindung und Kreuzprobe der Kaiserin Helena. Die Heilige steht in der Mitte der beiden figurenreichen Szenen. Rechts wird das gefundene Kreuz weggetragen, links wird durch das Kreuz eine totkranke Frau geheilt. Unten knien rechts und links die Stifter mit ihren Familien; von den Wappen derselben sind noch die der Groß und Oertel zu erkennen. Vorzügliche Arbeit um 1510.

Am südlichen Turm neben dem Portal die überlebensgroße Statue des hl. Christophorus. Der Märtyrer, ein Riese von Gestalt, trägt gesenkten Hauptes auf den Schultern das Christuskind, welches sich am Kopfe des Heiligen und an dessen baumähnlichen Wanderstab festhält, und schreitet langsam durch das Wasser. An der Konsole halten zwei Engel das Schlüsselfeldersche Wappen; dabei die Inschrift: „Heinrich Schlüsselfelder anno domini M CCCC Xlii.“ Das Werk pflegt man vermutungsweise dem Bildhauer Hans Decker, der 1449 in den Nürnberger Bürgerbüchern erscheint, zuzuschreiben. Es zeigt früh entwickelten Naturalismus. Ein mit Kupfer gedecktes Dach schützt die Statue vor den Unbilden der Witterung.

An der Südwestecke des südlichen Turmes in der Höhe der Glockenstube ein ziemlich roher, etwa lebensgroßer Kruzifixus aus der Zeit um 1400.

Am Löffelholzchor ein kleines Ölbergrelief. 14. Jahrhundert.

Außer dieser Steinplastik wäre am Äußeren der Kirche noch einiger bronzener Türklopfer Erwähnung zu tun, dreier prächtiger, den Ring haltender Löwenköpfe des romanischen Stils an der Brauttüre (Abb. 76), der Türe des Dreikönigsportales und der des südlichen Seitenschiffes, eines Türklopfers der Spätrenaissance mit stilisiertem Frauenkopf an der Tür des nördlichen Seitenschiffes.

B. Die Plastik im Inneren.

1. Die Plastik der Westhälfte.
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Abb. 77. Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff.

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Abb. 78. Statue des Apostels Philippus im Mittelschiff.

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Abb. 79. Statue des Apostels Petrus im Mittelschiff.

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Abb. 80. Statue des Apostels Simon im Mittelschiff.

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Abb. 81. Statue des Apostels Bartholomäus im Mittelschiff.

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Abb. 82. Statue der hl. Kunigunde im nördlichen Seitenschiff.

Die Apostelstatuen im Mittelschiff (Abb. 77 bis 81). Dieselben sind Ausläufer der mit dem Umbau der Seitenschiffe begründeten Bildhauerschule und zeigen teils noch die Vorteile derselben durch glückliche Übersetzung der charakteristischen Merkmale ins Monumentale, teils auch schon deutlich den Verfall der Schule. Sie gehören der Zeit von etwa 1315 bis 1335 an. Bei der gegenwärtigen Restaurierung wurden sie sämtlich von der dicken Tünchkruste, mit der eine frühere Zeit nicht nur die Wände der Kirche, sondern auch die Statuen überzogen hatte, befreit. Die alte Polychromierung mit reicher Verwendung von Gold und auch die teppichähnlichen Hintergründe kamen hierbei wieder zum Vorschein und wurden von kundiger Hand renoviert.

Die Konsolen, welche die Wappen der Nürnberger Familien Ebner, Schreyer, Tucher, Kreß, Muffel, Knebel, Baumgartner, Neumarkter, Rieter tragen, haben die Gestalt von Kapitälen teils in schlichter Profilierung, teils mit reicher Ornamentik. Nur bei einer Konsole an der südlichen Pfeilerreihe findet sich figürlicher Schmuck: zwei zierliche Engelsfiguren flankieren einen mit Draperie umrahmten weiblichen Kopf.

An einem der Pfeiler des Mittelschiffes anstatt einer Apostelfigur die Statue Johannes des Täufers aus der gleichen Werkstätte wie die Apostel.

Ebenfalls als Ausläufer der gleichen Schule sind zu betrachten die beiden Statuen der heilige Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde (Abb. 82, 83) im nördlichen Seitenschiff. Um 1330; mit den Wappen der Stromer aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Zepter der Kaiserfigur ist neu.

Desgleichen gehört dieser Schule die Statue des hl. Bischofs Erhard an einem Pfeiler der nördlichen Reihe an (Abb 84) (vgl. S. 132). Um 1335.

Hierher sind auch zu zählen als letzte und weniger gute Vertreter dieser Schule vier Statuen im Ostchor an der Nordwand desselben, nämlich ein hl. Bischof, ein Jacobus d. Ä. (später abgeändert in Sebald) und ein Apostel (siehe S. 157–159).

Nicht in die Schule der Seitenschiffportale gehört die überlebensgroße Statue eines Christus mit den Wundmalen am ersten nördlichen Pfeiler des Mittelschiffes. Die Behandlung des Nackten ist ziemlich flach, die der Draperie dagegen erinnert in ihrer Vornehmheit an die klassizistische Richtung der romanischen Epoche. Mit Konsole und Baldachin aus der Zeit um 1335. An der Konsole das Wappenschild der Holzschuher.

Christus als Schmerzensmann. Überlebensgroße Steinfigur mit Konsole und Baldachin. Im nördlichen Seitenschiff am ersten Pfeiler. Nachbildung des vorigen aus der Zeit um 1380. Mit dem Wappen der Pömer.

Christus als Schmerzensmann. Halblebensgroße Steinfigur, früher am westlichen Pfeiler der südlichen Reihe, jetzt an der Nordwand des Löffelholzchores, aus der Zeit um 1400. Ohne Sockel und Baldachin. Mit dem Wappen der Ebner.

Die hl. Helena (Abb. 85). Lebensgroße Steinfigur im südlichen Seitenschiff am ersten Pfeiler. Mit Baldachin aus der Zeit um 1350. Konsole mit dem Wappenschild der Ebner, welches zwei Knappen halten, aus der Zeit um 1320.

Ebenda Maria mit dem Kinde, durch Krone und Zepter als Himmelskönigin charakterisiert. Lebensgroße Steinfigur aus dem 14. Jahrhundert. Das Zepter ist neu.

Daneben die ebenfalls steinerne Statue der hl. Katharina, in der Gesamtkomposition der früher erwähnten ähnlich, doch roher und von älterem Typus. 14. Jahrhundert.

Der hl. Antonius. Dreiviertellebensgroße Steinfigur im südlichen Seitenschiff am Turmpfeiler, aus der Zeit um 1350. Baldachin fehlt. Konsole mit dem Wappenschild der Ebner, gehalten von zwei Knappen, aus der Zeit um 1320.

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Abb. 83. Statue des hl. Kaisers Heinrich im nördl. Seitenschiff.

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Abb. 84. Statue des hl. Erhard im Mittelschiff.

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Abb. 85. Statue der hl. Helena im südlichen Seitenschiff.

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Abb. 86. Statue des hl. Sebaldus im Mittelschiff.

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Abb. 87. Kreuzschleppung von Adam Kraft.

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Abb. 88. Eherner Taufkessel im Löffelholzchor.

An dem letzten nördlichen Pfeiler des Mittelschiffes (zugleich ehemaliger Vierungspfeiler) gegenüber der Kanzel die Statue des hl. Sebald aus der Zeit um 1390 (Abb. 86). Sebald faßt mit der Rechten den Pilgerstab und hält mit der Linken das Modell eines gotischen, aus zwei Stockwerken bestehenden Chores. Stein in farbiger Fassung. Mit Konsole und Baldachin aus Stein. Die Konsole wird von einem Engel gebildet, welcher die auf einem Wappenschilde vereinigten, mit der Legende des Heiligen verknüpften Wappen von Dänemark und Frankreich samt den Wappen der Mendel, Volckamer und Haller trägt.

Am zweiten südlichen Pfeiler des Mittelschiffes ein Steinrelief mit der Kreuztragung von Adam Kraft (Abb. 87) aus dem Jahre 1496.[IX] Das Relief war früher an der Stadtgrabenmauer am Steig beim Zeug- oder Kornhaus eingemauert und wurde nach Auflassung des Grabens zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Kirche St. Sebald verbracht, wo es an der bezeichneten Stelle als Altaraufsatz dient.

Komposition wie Ausführung erinnern stark an die Kraftschen Stationen in der Burgschmietgasse und an das Schreyersche Grabmal am Ostchor der Kirche. Der obere Teil des Rahmens ist ornamental behandelt. Höhe 2·30, Breite 1·10 m.

In der Mitte des Westchores ein eherner Taufkessel (Abb. 88), etwa um 1410 entstanden. Um den Hals sowohl wie um den Kessel laufen in Reliefs Arkadenbögen, dort 12, hier 21, mit ebensovielen Figuren: Christus am Kreuz, Maria, Johannes, Apostel, Propheten und andere Heilige. Die übrigen Teile sind durch Ringe mehrfach profiliert und mit Weinranken verziert. Vor dem Hals stehen auf Postamenten, welche mit dem Fuß des Kessels organisch verbunden sind, in gleichen Zwischenräumen vier männliche Figuren, mit ihrem Häuptern gleichsam den Kessel stützend, von denen drei aus einer und derselben Gußform gegossen zu sein scheinen. Der Innenraum des Halses, der an der Nordseite mit einer Tür versehen ist, war für Heizung eingerichtet, um das für die Taufe bestimmte Wasser an Ort und Stelle wärmen zu können.

Der Taufkessel hatte dadurch historische Berühmtheit erlangt, daß in ihm am 11. April 1361 der nachmalige König Wenzel getauft worden sein und das Taufwasser besudelt haben soll. Dabei kursierte die andere Erzählung, daß man beim Wärmen des Taufwassers im Pfarrhof bei St. Sebald mit dem Feuer unvorsichtig umging, so daß der Pfarrhof abbrannte. Daß der Pfarrhof 1361 abbrannte, ist urkundlich nachweisbar. Beruht auch jene erste Anekdote auf Wahrheit, so hat es sich damals um den jetzt nicht mehr vorhandenen Taufstein gehandelt, womit dann auch übereinstimmt, daß das Wasser im Pfarrhof vorgewärmt wurde.

Der Taufkessel verdient weniger wegen der Ausführung des einzelnen als vielmehr wegen seiner originellen Gesamterscheinung Beachtung. Er ist das älteste bekannte Denkmal Nürnberger Gießkunst. Sein ursprünglicher Standort war wie der seines aus Stein gefertigten Vorgängers im Schiff der Kirche.

1572 wurde der Kessel gereinigt und unter den Fuß eine Steinplatte gelegt. Der einfach profilierte Holzdeckel stammt aus der Zeit der Spätrenaissance.

Im östlichen Joch des südlichen Seitenschiffes in einer Nische die Büste des Pfarrers an St. Sebald Friedrich Michahelles († 1903), von Fritz Zadow in griechischem Marmor ausgeführt.

2. Die Plastik im Ostchor.

Es folgt zunächst die Beschreibung der Statuen an der Ostchorwand, und zwar derjenigen neben den Fenstern auf den vom Chorbau herrührenden Konsolen in fortlaufender Reihe von der Brauttüre an.

Rechts über der nördlichen Sakristeitüre der Apostel Jacobus d. Ä. mit Pilgerhut, Tasche und Stab, lebensgroße Steinfigur. Um 1335. Einer der letzten Ausläufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegründeten Schule. Die „Renovierung“ der Barockzeit hat den Jacobus durch Beigabe eines Kirchenmodells in einen hl. Sebald verwandelt.

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Abb. 89. Der Apostel Andreas. Holzstatue von Veit Stoß.

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Abb. 90. Statue Johannes des Evangelisten im Ostchor.

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Abb. 91. Thomaschristus von Veit Stoß im Ostchor.

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Abb. 92. Schmerzensmutter von Veit Stoß im Ostchor.

Links vom Mendelschen Fenster Christus als Weltheiland, die Weltkugel in der Linken, mit der Rechten segnend. Lebensgroße Holzfigur in der Art des Veit Stoß. 1657 wurde die Statue „aus dem Werkhaus in der Karthausen“ an den jetzigen Ort verbracht (Rechnungen im Freiherrlich von Tucherschen Familienarchiv). Aus dieser Zeit stammt der in Kupfer getriebene Heiligenschein. An der Konsole das Wappen der Tucher.

Rechts vom Mendelschen Fenster der hl. Andreas mit Kreuz und Buch (Abb. 89). Überlebensgroße Holzfigur, ohne Zweifel von Veit Stoß, in der Naturfarbe mit leichter Andeutung der Farbe von Lippen und Augen. Um 1495. An der Konsole das Wappen der Tucher.

Links vom Tucherschen Fenster der Apostel Johannes (Abb. 90), den Giftkelch in der Linken, mit der Rechten segnend. Lebensgroße Figur von gebranntem Ton. Um 1410. Hände und ein Teil der Gewandung sind neu. An der Konsole das Wappen der Tucher.

Rechts vom Tucherschen Fenster der hl. Johannes der Täufer mit Buch und Lamm in der Linken. Überlebensgroße Steinfigur. Um 1430. An der Konsole das Wappen der Tucher.

Links vom Fürerschen Fenster ein hl. Apostel mit einem Buch in der Linken. Lebensgroße Steinfigur. Um 1335. Einer der letzten Ausläufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegründeten Schule. Die rechte Hand ist ergänzt.

Rechts vom Fürerschen Fenster der Apostel Johannes. Lebensgroße Holzfigur. Jedenfalls von einer Kreuzigungsgruppe stammend. Um 1460.

Links und rechts vom Stromerschen Fenster die beiden Holzfiguren einer Verkündigung, links der Engel und rechts Maria, knieend. Um 1460. Das Zepter des Engels ist erneuert. Am linken Sockel das Wappen der Starck, am rechten das der Imhoff.

Zu beiden Seiten des Bambergischen Fensters die fast lebensgroßen Steinfiguren der Heiligen Heinrich (Abb. 48, 49) und Kunigunde. Um 1335. Wiederum letzte Ausläufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegründeten Schule. Die beiden Statuen waren vor der letzten Restaurierung bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Die gefundenen Spuren berechtigten zur Ergänzung der Figuren als Diözesanheilige. Bei Heinrich ist das Modell des Bamberger Domes, bei Kunigunde das Zepter neu.

Zu beiden Seiten des Maximilianfensters die überlebensgroßen Steinfiguren der Apostel Paulus und Petrus. Um 1375, aus der Zeit der Vollendung des Ostchorbaues die einzigen Statuen der langen Konsolen- und Baldachinreihe. Schule des Meisters des Sakramentshäuschens. Beide Apostel mit ihren Attributen. Gut erhalten. An der Konsole der Paulusstatue das Wappen der Usmer.