-i I. zur Bildung von Verkleinerungsff. verwendet: Litti aus Liud- (s. S. 23) — auch -y geschrieben: Luty, Ludy (aus Hludio). (In italienischen N. s. S. 92).
Ib- s. Hild (zweist. K.).
-ich a) I. Verkleinerungsendung: Dedich (zu Thiud), Rodich (zu Hrod).
b) III. End. v. ON., teils aus ahd. ahi, wie in Lindich, Weidich (s. -ach) — teils aus römischem iacum, wie in Jülich, Kessenich (am Rhein in großer Menge).
FN. (zu b). Elvenich. Fischenich. Gymnich. Himmerich. Jülich. Kessenich. Lechnich (O. Lechenich). Longerich. v. Metternich. Mündenich. Sinzenich.
Ableitung auf -er (oberd.):
Bibricher (O. Biberich). Gimnicher. Züricher.
Ick- s. Ingo.
-ig a) I. Verkleinerungsendung, andere Schreibung für -ich: Lüttig (zu Liud), Rüdig (zu Hrod).
b) III. in Ortsnamen neben -ich (s. das Vorhergehende): Linnig, Breisig u. a. — aber auch in slawisch-deutschen ON. wie Danzig aus Gdansk, Dolzig, Lanzig (neben Lanzke).
Ihl- s. Hild (V., einst. K.).
Ihm- s. Irmin.
Ihne s. Ingo.
Ihr s. Hir.
Ilbig s. Hild (zweist. K.).
Ilgner III. „einer aus Ilgen“.
Ill- s. Hild (V., einst. K.).
Ille III. der wallensteinische Feldmarschall im dreißigjährigen Kriege, nicht etwa ein Kroat oder Böhme, oder ein Italiener gleich den Piccolomini, sondern ein Märker, eig. Ihlow, der Familie von Ihlow angehörig, die im Barnim, dem Lebusischen und in der Neumark angesessen war und seit Anfang des 19. Jhs. ausgestorben ist. Das Dorf Ihlow, welches der Familie mutmaßlich den N. gab, liegt an der Grenze von Barnim und Lebus.
Ilsebey II. von dem (weibl.) N. Ilsabe (= Elisabet, hebr. Elischeba).
Iltgen, Iltz s. Hild (einst. K.).
Ilwof s. Hild (V.).
Im = in dem, in Zss. wie Imbusch, Imhove, s. In.
-im s. Heim III.
Imgart III. „der im Garten Wohnende“. Erni im Garten 1330.
Immer s. Ingo.
In III. als Verhältniswort in Zss. zur Bezeichnung des Wohnortes einer Person (S. 54).
| FN. | 1) | Einz. männlich und sächlich mit dem Artikel in eins gezogen (im): Imbaumgarten. Imbusch. Imdahl (niederd. = Imthal). Imgart. Imgrund. Imhove; Imhoff. Imholz. Imkamp. Imobersteig. Imthurn. Imwalle. |
| 2) | Einz. weiblich (in der): Inderau = In der Au. Inderfurth. Inderheide. Indermauer. | |
| 3) | Mehrz. (in den): Indenbirken. |
Inhetveen (Kempen) offenbar holländisch = in dem Moor. Intveen.
Entstellt (niederrhein. g = d): Ingenkamp. Ingendörnen.
-in I. altdeutsch.
Die FN., welche als hierher gehörig aufgezählt werden, gehören z. T. als undeutsch gar nicht hierher, z. T. sind sie mindestens zweifelhaft.
So ist Bodin, latinis. Bodinus, französisch (Bodin Lehrer des Staatsrechtes, Herausgeber eines theatrum universae naturae 1590 Lyon).
Viele andere sind von slawischen ON. abzuleiten, z. B. Rammin (O. Ramin in Pommern).
Als deutsch erscheinen (hauptsächl. süddeutsch) unter anderen: Liedin; Luthin; Lüttin (aus altd. Liudin). Bürgin. Höldin. Weltin.
-in III. in ON. slawisch: urspr. besitzanzeigendes Eigenschaftswort auf inu, ina, ino von Stämmen auf a und i, z. B. Babin von PN. Baba, Gostin von Gosti = der Baba’sche, der Gosti’sche Ort (vgl. lat. Flavia d. i. urbs, von Flavus).
FN. (häufig im nordöstl. Deutschl.) Berlin. von Bonin. Cörlin. Ladenthin. von Pressentin (Stammort Prestin, früher Pressentin in Mecklenb.). von Schwerin. Bisweilen -ien geschrieben: Leppien. Scholwien (O. Leppin, Scholwin).
Ableitung auf -er:
Berliner. Dobriner. Exiner (alle drei jüdisch).
Ing- s. Ingo.
-ing a) I. auch -ung, patronymische Endung, wie im Angels. Vulf Vonrédes auch Vulf Vonrêding genannt wird. In sehr vielen Personen-N., die Abstammung von einem Vater oder Ahnherrn bezeichnend; am bekanntesten in der Geschichte die Merovingi, Charalingi (Karolinger), auch die Agilolfinger in Bayern und die Capetinger in Frankreich. Jetzt in vielen FN., ohne daß die patronymische Bedeutung noch gefühlt würde. (Aus der patronymischen Bed. hat sich später eine verkleinernde entwickelt, namentlich in Mecklenburg und Vorpommern in Formen wie: Männing, Hüsing, Wiesing (Luise), in welchen aber ng gesprochen wird wie in lang’, bang’.)
| FN. | 1) |
Götting (eigentl. Sohn oder Nachkomme des Gotto).
Kuning. Rüding — selten ink geschrieben (nach der Aussprache): Eppink. Gerdink. Immink. |
| 2) | Hartung. |
b) III. in ON., und daher auf Familien übertragen s. -ingen.
Ingel s. Angil (einst. K.).
-ingen III. seit dem 8. Jh. in ON., Dativ Plur. von dem Patronymikum auf ing (s. vorhin), abhängig von einem Verhältnisworte, z. B. ze den Eppingen „zu den Söhnen (Nachkommen) des Eppo“ (Eberhard). Verhältniswort nebst Artikel fällt dann fort, und so entsteht der N. Eppingen.
Heutzutage ist das volle ingen bes. in Schwaben einheimisch, während in Altbayern östlich vom Lech und in Österreich meist die Kürzung ing an die Stelle getreten ist.
In einzelnen Fällen ist ingen Abkürzung aus -ingheim: Sickingen aus Sickingheim.
| FN. | 1) | -ingen: v. Berlichingen. Ehingen. Grüningen. Hüningen. Menningen. |
| 2) | -ing: Bisping. v. Rössing. von Schöning (Stammort Schöningen in Pommern). |
Da diese ON. sich zum allergrößten Teile in Oberdeutschland finden, so ist auch die oberdeutsche Bildungsform -inger in den FN. viel häufiger, wo dann ingen und ing zusammenfließen.
FN. Bermeitinger (O. Bermatingen Fröhner S. 37). Bilfinger (O. Bilfingen in Baden). Böhringer. Ehinger. Gundelfinger. Haßlinger. Heimerdinger. Offterdinger. Sickinger. Wassertrüdinger. (Von ON. auf -ingen).
Aiblinger. Derflinger (O. Derfling in Ober-Österr.). Eberhartinger. Hörmandinger (Hörmading in Ober-Österr.). Mallinger. Oitzinger. Standhartinger. Stockinger. Straubinger. (Sämtlich von ON. auf -ing).
INGO I. schon frühzeitig in N. auftretend (1. Jh. Ingomar, Armins Oheim), doch in seiner Bed. nicht sicher; wahrscheinlich von dem Halbgott Inguio.
FN. Inghard: Inghardt — Enghardt; Engert.
Inguheri: Enger.
Ingiram: Ingram.
(Ingman): Ingemann — Engmann. Gen. Ingmanns.
Ingomar: Immer.
Ingold: Ingwald; Ingenohl — Engewald.
Einstämmige Kürzung Ing-.
Ingo, Engo: Enge.
Intfen, Intveen s. In III.
Irm- s. Irmin (V., einst. K.).
IRMIN I. der kriegerisch dargestellte höchste Gott Wuotan (Grimm, Myth. S. 325); in Zss., als das Höchste überhaupt bezeichnend, später ein verstärkender Begriff (s. Lübben Progr. S. 9). In PN. seit dem 1. Jh.: Arminius der Cheruskerfürst.
FN. Irmindrud w.: Irmtraut.
Irmingar: Irminger.
Irmingard (Armingardis) w.: Armgardt. Gen. Irmgartz.
Ermingaud: Armengaud.
Irminhard, Emehard: Irmert — Immert. — Ermert. Patr. A. Armerding.
Irminher: Irmer — Immer — Ermer.
Ermanrih: Ermrich.
Irminold: Ermold.
Einstämmige Kürzung Irmin-.
Irmino, Irmo, Immo (Stark 24): Imme; Im — Ihm. Patr. A. Immenga (ostfries.).
Vklf. (l) Imilo, Ermilo: Immelmann — Imelmann — Ermel — Emmelmann. Gen. Ihmels. Patr. A. Ermeling. (l + n): Imlin. (k) Imico: Immig — Ermke — Emich. Patr. A. Immink.
IS I. verkürzt = Isan (Stark S. 40).
FN. Isheri: Eiser.
Isman: Ißmann — Eisemann — Eismann.
Isuwarth: Eisert.
Einstämmige Kürzung Is-.
Vklf. (l) Islo: Eisele. (l + n): Iselin. (k) Isico: Isecke.
ISAN I. ahd. îsan, mhd. îsen „Eisen“.
FN. Isanperaht: Isenbart — Eisenbarth.
Isanbrand: Isenbrand — Eisenbrand.
Isindrut w.: Eisentraut.
Isangart w.: Isengarth — Eißengarthen.
Isangrim: Eisengrein — (verstümmelt) Isegrei.
Isanhard: Eisenhart — Eyssenhardt.
Isanman: Eisenmann.
Isanrich: Eisenreich.
Einstämmige Kürzung Isan: Isen — Eisen — Eyßen.
Isen- s. Isan.
Isenschmid III. „Eisenschmid“ (s. Schmid).
Isidorus II. griech. „Gabe der Isis“, der ägyptischen Göttin.
FN. Dörries (wegen d. Aussprache s. S. 38).
Ißleib I. nicht imperativisch, sondern ahd., zu îs „Eis“ = Sohn des Eises, altnord. Isleif (Andresen).
-itsch s. das Folgende.
-itz III. in ON., slawischen Ursprungs. Im Slawischen bilden -ice und -owice Patronymika im Plur., z. B. Bobolice, Plur. von bobolić d. i. Sohn des Bobola (Rundbauch), also deutsch etwa die „Bobolingen“ wie Eppingen u. a. — jetzt Bublitz. Daher nun sehr viele deutsche FN. im Osten Deutschlands, die von den entsprechenden slawischen ON. übertragen sind.
FN. Bonitz (O. in Anhalt). Bublitz. von Grävenitz. v. Maltitz. v. Nostiz (Dorf in Sachsen: Nostitz). Pölitz. v. Prittwitz. v. Zitzewitz. v. d. Marwitz.
Vergröbert -itsch, -itzsch (bes. im Kgr. Sachsen): Delitsch. Kötteritzsch.
Ableitung auf -er (oberd.):
Clausnitzer. Gölitzer. Loßnitzer (Kgr. Sachsen). Thalwitzer — im nordöstl. Deutschl. jüd.: Meseritzer.
Iv- s. Iw.
IW I. ahd. îwa, mhd. îwe, ybe „Eibe“ (Taxus), deren Holz wegen seiner Zähigkeit und Schnellkraft bes. geeignet für Bogen war.
Einstämmige Kürzung Iw-.
FN. Ivo, Ibo: Iwe — Ibe. Gen. Iven — Iben — Eiben.