FN. Schreiber. Zss. Quittschreiber. Niederd. Schriever (Ratzeb.). Verlat. Scriba (Hessen).
Schreur s. Schröter.
Schriever s. Schreiber.
Schrocke s. Scrot.
Schröder s. Schröter.
Schrödl s. Scrot
Schröer s. Schröter.
Schröpf, Schropp s. Scrot (zweist. K.).
Schrot-, Schrötel s. Scrot.
Schröter III. mhd. scrôtaere, neuniederd. schröder, schröer (vom ahd. scrôtan, mitteld. schrôden, schrâden abschneiden) 1) der Kleider zuschneidet, „Schneider“ 2) der Lasten, namentlich Fässer „schrotet“, d. i. auf zwei Leiterbäumen, die oben und unten verbunden sind, schiebend fortbewegt oder wälzt. In dieser Bed. noch im 16. Jh. allgemein, z. B. bei Luther Jerem. 48, 12.
FN. Schröter — Schrötter — Schroter. Niederd. Schröder; mit Ausfall des d Schröer — Schrader (Scrader, Scroder 1369 Braunschw.). Gen. Schröers — Schreuers (niederrhein. an der holl. Grenze).
Zss. Bierschröder. — Brinkschröder (westf. „der Schr. auf dem Brinke“). Kampschröer (westf.). Pohlschröder.
Schrupp s. Scrot.
Schubert III. mhd. schuochwürhte, schûworhte, schûworte Schuhwirker d. i. „Schuhmacher“. Aus den mhd. FF. durch weitere Abschleifung und z. T. Entstellung die
FN. Schuhwirth; Schuhwicht; Schuwert — Schuffert — Schaufert — Schubert (durch Verhärtung des w in b, zugleich wohl mit Anlehnung an die zahlreichen EN. auf -bert); Schubart — Schaubert.
Doch sind die FF. mit b, f zweifelhaft, da ein altdeutsches skog hereinzuragen scheint, welches sich in N. wie Schuhwein bes. deutlich verrät (s. Steub S. 137).
Schuch s. Schuh.
Schuchmacher s. Schumacher.
Schuchmann, Schuckmann s. Schuhmann.
Schücktanz s. Schickedanz.
Schüddekopf III. Satz-N. „schüttle den Kopf“. Auch Schittenkopf, Schütterkop s. Schüttenhelm.
Schuffenhauer s. Schopenhauer.
Schuffert s. Schubert.
Schufft III. änderte, als er 1837 an der Taubstummenanstalt zu Homburg bei Kassel angestellt wurde, auf Befehl des Kurfürsten seinen N. in Schafft. (Keßler, Festschrift usw. 1888).
Schuh III. mhd. schuoch der „Schuh“. (Schühlin 1265. Guldinschuh 1462).
FN. Schuh; älter Schuch. Zss. Bundschuh (Schnürschuh S. 46). Breitschuh. Frauenschuh. Guldenschuh. Handschuh. Holzschuh. Hornschuh. Knabenschuch. Rothschuh. Weißschuh.
Schuhmann III. ahd. schuohman der „Schuhmacher“.
FN. Schuhmann, gewöhnlicher Schumann — in älterer F. Schuchmann; Schuckmann. Niederd. Schomann.
Schuhwerk III. mhd. schuochwürke „Schuhmacher“.
Schuwirth, -wicht s. Schubert.
Schuknecht III. landschaftl. „Schuhmachergeselle“. Nieder. Schoknecht.
Schüler III. in älterer F. Schuler = scolaris „Student“ — auch Schuller (österreich.).
Schult- s. Schultheiß.
Schultheiß III. ahd. scultheiȥo, mhd. schultheiȥe urspr. „der Verpflichtungen und Leistungen (schult) heißt d. i. befiehlt“; Zivilrichter, Vogt.
FN. Schultheiß — verkürzt Schultheß; Schultes; Schults — gew. in der Schreibung mit z: Schulze (Schultze); Schulz (Schultz; die Form mit e ist die ältere) — der häufigste deutsche FN. (S. 43), wenn auch im Süden minder häufig als im Norden (in München 1876 nur 22 mal). Gen. Schulzen.
Mit Abschwächung des u in o: Scholze; Scholz (schlesisch, wie auch das Zwitterwort „Scholtisei“). Gen. Scholzen (am Rhein, Rgb. Trier).
Niederd. Schulte (westf.), vgl. mittelniederd. scultheite, scultete. Gen. Schulten; Schultens — Scholten (Rees).
Verlateint: Scultetus. Gen. Scultety. Auch Praetorius.
Zss. verhältnismäßig nicht zahlreich: Eberschulz. Hirtschulz. Rothschulz. Schwarzschulz.
Bergschulte. Brinkschulte. Bowenschulte. Hofschult (vgl. „Hofschulte“ Immermann Münchhausen). Kleeschulte. Klosterschulte. Middelschulte. Nachbarschulte. Niederschulte. Voßschulte — alle diese wieder in Westfalen, wo häufig auch eine Familie durch den Zusatz des Ortes in loser Verbindung mit dem Namen näher bestimmt wird: Schulte-Bocholt. Sch.-Castrop. Sch.-Delwig. Sch.-Loh usw. durch das ganze Alphabet.
Schulz- s. Schultheiß.
Schumacher III. mhd. schuochmacher.
FN. Schuhmacher — älter Schuchmacher. Niederd. Schomaker. Gen. Schomakers (Lingen).
Schumann s. Schuhmann.
Schünemann s. Scheunemann.
Schupp s. Scut.
Schüppelz s. Schüttpelz.
Schur-, Schür- s. Scur.
Schürmer s. Schirmer.
Schürholtz s. Scir.
Schüßler III. mhd. schüȥȥeler „Verfertiger von (hölzernen) Schüsseln und Näpfen“.
FN. Schüßler. Niederd. Schöttler — Schüttler.
Schuster s. Sutor.
Schütt- s. Schütze.
Schüttenhelm III. Satz-N. „schüttle den Helm“. Entstellt Schittenhelm, Schitthelm (Wien).
Schüttesper III. Satz-N. „schüttle den Speer“ (vgl. englisch Shakespeare, auch Breakspeare). Entstellt Schutzbar.
Schüttler s. Schüßler.
Schüttpelz III. Satz-N. „schüttle den Pelz“ (vgl. Schuddefell). Cunrad Scutdepelz 1225. Auch Schüppelz.
Schütze III. ahd. scuzzo, mhd. schütze der „Schütze“. (Meist jedenfalls aus der 3. Periode, wenn auch vereinzelt schon im 9. Jh. der EN. Scuzzeo in gleicher Bed.).
FN. Schütze; Schütz.
In Zss. wohl nur in der verkürzten F.: Büchsenschütz. Feuerschütz (niederd. vuurschutte 14. Jh.). Flurschütz; Flohrschütz. Waldschütz.
Niederd. Schütte. Gen. Schütts (ostfries.); Schütten (niederrhein., Mörs).
Zss. Wildschütte (westf.). Schüttenkötter (westf.).
-schütz in ON. slawisch, s. -schitz.
Schützendübel III. Satz-N. „schüttle den Teufel“. Falsch verhochd. aus Schuttenduvel 1601 (ahd. scuttan, mhd. schütten „schütteln“).
Schuwert s. Schubert.
Schwabe, Schwab a) 1. s. Swab b) III. einer aus dem Volksstamm der Schwaben.
Schwabedissen III. urspr. ON., verkürzt aus Schwabedishusen (Kolonat, Preuß 33. 34).
Schwabel, Schwäbig s. Swab.
Schwager III. zu den Verwandtschafts-N. Zss. Altschwager. Lüttschwager (verlateint Micraëlius).
Schwaiger s. Schweiger.
Schwalbe, Schwalb III. mhd. swalewe die „Schwalbe“ (auch eine Art Harfe).
Schwan a) I. s. Swan b) III. der „Schwan“ (als Häuserzeichen).
Schwan-, Schwann- s. Swan.
Schwarz III. der „Schwarze“ (Brünette), vgl. Burchard der swarze 12. Jh. (doch wird auch schon im Ahd. swarz zur Namenbildung verwendet, s. Swarz).
FN. Schwarze; Schwartz. Niederd. Schwarte.
Schwärzfirm III. (München) „Schwertfeger“, entstellt aus Swertfürb von mhd. vürben „putzen, fegen“ (vgl. Volrich des swertfürben hûs in der munse ze Tüwingen gelegen. 1315 Bacm.).
Schweb- s. Swab.
Schwed- s. Swinth.
Schwegler III. ahd. swegelâri mhd. swegelaere „Flötenbläser“, vom mhd. swegele, einer kleinern Art Flöte, bayr. und schwäb. noch „Schwegel“ (daher FN. Schwegelbauer).
Schwehr, Schweier s. Swinth (V.).
Schweickard, Schweigert s. Swinth.
Schweiger III. ahd. sweigâri, mhd. sweiger „Hirt, Senne“.
FN. Schweigger, Schwaiger.
Schweim s. Swinth (zweist. K.).
Schwein III. ahd. mhd. swîn, Schwein; auch Wildschwein. Mit den Zss. Eberschwein; Meerschwein — Schweinebraten; Schweinefuß; Schweinshaupt (z. T. ON., wie auch Schwein selbst).
Schweizer III. Volksname. Auch in der älteren Form Schwyzer.
Schwend- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwenecke s. Swan.
Schwenn- s. Swinth (einst. K.).
Schwer- s. Swinth (V.).
Schwerdtfeger III. „Waffenschmied“ (urspr. „der das Schwert fegt“, d. i. blank erhält).
Schwet- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwich-, Schwick- s. Swinth (V.).
Schwidd- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwiebert s. Swinth (V.).
Schwied- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwiefert, Schwieg- s. Swinth (V.).
Schwier- s. Swinth (V.).
Schwietzke s. Swinth (einst. K.).
Schwincke, Schwind-, Schwinn- s. Swinth (einst. K.).
Schwippert s. Swinth (V.).
Schwitt- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwob s. Swab.
Schwon s. Swan.
SCILD I. got. skildus, ahd. skilt, mhd. schilt „Schild“. Scilcolt. Mit der Übergabe des Schildes und der Frame wurde der german. Knabe wehrhaft (Tac. Germ. 14).
FN. (Sciltberaht): Schilbert.
(Scildfrid): Schilfert.
(Schilthart): Schildert — Schillert.
(Schiltheri): Schilter — Schilder — Schiller — Scheller.
(Schiltwin): Schellwien.
Einstämmige Kürzung Scild-.
Scilto: Schilde; Schild — Schill — Scheldt. Gen. Schelten. Patr. A. Schilling — Schelling.
Vklf. (k): Schilke. (k + n): Schildgen — Schilken. Patr. A. Schilking.
SCIR I. got. skeirs, ahd. skîr, mhd. schîr „lauter, rein“ (schier). Scirbald.
FN. (Scirgaud): Schiergott.
(Scirold): Schirott. Gen. Schierholtz — Schürholz.
Einstämmige Kürzung Scir-.
Sciri: Schirrey — Schier (Schire VN. Klemp.). Patr. A. Schiering.
SCROT I. ahd. scrôtan, mhd. schrôten „hauen, schneiden“ (schroten).
FN. Scrutolf: Schraudolph.
Einstämmige Kürzung Scrot-.
Scroto: Schroth — Schrott — Schrauth.
Vklf. (k): Schrotke — Schrocke. (l): Schrötel — Schrödl.
Zweistämmige Kürzung Scrotb-.
(Scroppe): Schropp — Schröpf — Schrupp.
SCUR I. got. skura, ahd. scûr, mhd. schûr „Unwetter (Schauer), Kampf“.
FN. Scuriprant: Scheuerbrandt.
Einstämmige Kürzung Scur-.
(Scuro): Skuhr — Schure — Schür — Schaur; Schauer — Scheuer. Patr. A. Schüring — Scheuring.
Vklf. (l): Scheurell. (l + n): Scheurlen; Scheuerlein. (k): Schurig — Schürch — Schaurich — Scheurich. Gen. Schürkens. (z) Scurizo: Schurz.
SCUT I. ahd. scuttan „schießen“ Scothard.
FN. (Scotbald): Schobelt.
Einstämmige Kürzung Scut-.
(Scuto): Schott.
Vklf. (l) Scudilo: Schottel — Scholle. (z) Scuzzeo: Schoß.
Zweistämmige Kürzung Scutb-.
Scopo: Schupp — Schopp.
Seb- s. Sig (V., zweist. K.).
Sebastianus III. griech. der „Ehrwürdige“, Übersetzung von Augustus; Märtyrer unter Diocletian.
FN. Bastian — Wastian. Bastl. Gen. Bastians.
Vklf.(süddeutsch): Wastl. Bästlein. Patr. A. Wastler.
Sedelmayer III. „Pächter auf einem Sedelhofe“ d. i. einem adeligen Sitze (Steub).
See III. in ON. ahd. sêo, mhd. sê „See“ (Landsee und Meer).
FN. v. Blanckensee. Duwensee (O. Duvensee). Isensee. v. Langensee. Poggensee. v. Waldersee. Weißensee.
Seeb-, Seeg-, Seeh- s. Sig (V.).
Seefried s. 1) Sew 2) Sig (V.).
Seemann a) I. s. Sew b) III. der „Seemann“.
Seepolt s. Sig (V.).
Seer s. Sar.
Seewald s. 1) Sig (V.). 2) Sew.
Seez- s. Sig (einst. K.).
Seff- s. Sig (V.).
Seg-, Sege- s. Sig (V., einst. K.).
Segeler s. Sigil.
Segelke s. Sig (einst. K.).
Segenschmidt III. „Sensenschmied“ (s. Segisser).
Seggeling s. Sig.
Segisser III. „Sensenschmied“, vom ahd. segansa, mhd. segense, zsgz. Sense, doch in der alemannischen Mundart noch „Sägese“.
FN. Segisser — Sägesser (schweiz., alt Segenser, Segesser 1421 Basel).
Sehling s. Sal.
Sehm s. Sig (zweist. K.).
Sehr- s. Sar.
Seib- s. Sig (V., zweist. K.).
Seld- s. Sind.
Seldenschwantz III., alt. Seydenswantz 1372 Augsb. „seidne Schleppe“ (vgl. mhd. swanz Schleppe des Frauenkleides) — erst später zur Bezeichnung des Vogels (aber auch ON.).
Seidenstücker III. = Seidensticker.
Seierlen s. Sig (V.).
Seif- s. Sig (V.).
-seif s. Seifen.
Seifen III. Siefen, niederd. Siepen in ON. zu mundartl. siefern, siepen, siepern „durchsickern“ (schles. Gebirgsbäche auf -seifen, „Siepe“ in Westfalen ein Boden, wo überall Wasser durchdringt). Jetzt ein paar hundert ON. auf -seifen, -siefen; -siepen.
| FN. | 1) | Steinseifen. Wollseiffen (O. -seifen). — Dornseif (Rheinprovinz, Kr. Lennep). — Seifenmoser. |
| 2) | Giersiefen. Hirzsiefen. Müllensiefen. — Schlingensief. | |
| 3) | Bovensiepen. Langensiepen. Mühlsiepen. — Silbersiepe. — Finkensiep. — Brooksiebe (alle niederrheinisch, und westfälisch). — Sepmeier. |
Ableitung auf -er: 1) Dornseifer. Steinseifer (oberd.). Rabenseifner. 2) Ballsieper. Kottsieper (westf.).
Seigerschmid III. (württ.) „Uhrmacher“.
Seil- s. Sig (einst. K.).
Seiler III. mhd. seilaere. Als FN. auch in der Schreibung Sailer.
Seim- s. Sig (V., zweist. K.).
Seip- s. Sig (zweist. K.).
Seiß, Seitz s. Sig (einst. K.).
Seißenschmidt III. niederd. „Sensenschmied“.
Seiw- s. Sig (V.).
Seldner III. „der auf einer Selde wohnt“, ahd. selida Wohnhaus eines ärmeren Landmanns mit keinem oder nur wenig Grund und Boden. Dagegen Seltner „einer aus Selten“.
Seligo s. Sal.
Sell- s. 1) Sig (einst. K.) 2) Sal.
Selohff s. Sig (V.).
Seltenreich III. entstellt aus urspr. Säldenreich d. i. saelden rîch „reich an Glück und Heil“.
Semmler III. s. Simmeler.
Semp- s. Sind.
-sen s. 1) Sohn (S. 35) 2) Haus.
Sendel s. Sand.
Seneschall III. ahd. senescalh d. i. primus servorum, später „Truchseß“. (In die rom. Sprachen übergegangen, franz. Sénéchal.)
Senf III. zu den N. von Speisen, vgl. Berthold Senep 1531 (Lipp. Reg.). Lat. Sinapius. Zss. Senfmacher.
Sengelaub III. Satz-N. (s. Aschenbrand S. 41). Hierher auch wohl Sengebusch; Sengewald — Sengstock „der die stehen gebliebenen Baumstümpfe (Stubben) ausbrennt“.
Senteck, Sentz s. Sand.
Sepmeier III. 1530: Hermann uppen Sepe (s. Seifen).
Sepp s. Josephus.
Seraphim II. Mehrheit von (hebr.) Seraph (vgl. ital. Cherubini).
Serick s. Sig (V.).
Serig, Sermann, Serre s. Sar.
Seßle s. Sahs.
Sethe s. Sind.
Setzepfand III. Satz-N. „der statt zu bezahlen, gern ein Pfand setzt“. Hinrik Setzepand 1356.
Seub- s. Sig (V.).
Seuter s. Sutor.
SEW I. got. saivs, ahd. altsächs. sêo „Meer.“ Schwer von Sig zu trennen, dessen entartete Formen in Se- übergehen.
FN. Sefrid: Seefrid.
Seman: Seemann.
Sewald: Seewald.
Sew-, Sey- s. Sig (V.).
Siats s. Sind.
Sib-, Sich- s. Sig (V.).
Sichler s. Sigil.
Sick- s. Sig (V., einst. K.).
Sickler s. Sigil.
Sid- s. Sind.
Sieb- s. Sig (V., zweist. K.).
Sieck- s. Sig (einst. K.).
Siede s. Sind.
Siedentopf III. niederd. sîdentop „Seidenzopf“. Vgl. „Ir zöpfe, wol bewunden überal mit borten und mit sîden.“ (Wigalois.)
Siedenkampf III. „der auf dem niedrigen Kamp“, wie manche Orte in Norddeutschland durch den Zusatz Hohen- u. Sieden- unterschieden werden.
Sief- s. Sig (V.).
-sief, -siefen s. Seifen.
Sieg- s. Sig (V., einst. K.).
-sieg s. Siek.
Siegeler s. Sigil.
Siegesmund s. Sigis.
Siegrist III. ahd. sigristo, mhd. sigriste aus mittellat. sacrista der „Sigrist, Mesner“ (süddeutsch; auch in Schillers Tell).
Siehdichum III. Satz-N. „tres montes, qui Circumspicite sive Se thic umme nominantur“ (Först.). Dah. FN. Sydicum; Südekum. (Jost Su dick umme 1588.)
Siehl s. Sig (einst. K.).
Siehler s. Sigil.
Siek III. in jetzigen Mundarten „feuchte Niederung“, vgl. altnord. sik See, Kanal, ahd. gisic Sumpf.
FN. Bodensiek. Buddensieg. Heidsiek (= Heideniederung). Krumsiek; Krumsieg. Lämmersiek. Nebelsiek. Nordsiek. Schachtsiek. Ellersig. — Auch Siekmeyer.
Siel- s. Sig (V., einst. K.).
Siem- s. a) I. Sig. (V., zweist. K.). b) II. Simon.
Siep- s. Sig (zweist. K.).
-siep, -siepen, -sieper s. Seifen.
Sier- s. Sig. (V.).
Sietsch, Sietze s. Sig (einst. K.).
Siev- s. Sig (V.).
Siew- s. Sig (V.).
Sif- s. Sig (V.).
SIG I. got. sigis, ahd. sigu, mhd. sige, sic „Sieg“. In PN. seit dem 1. Jh. nachweislich (Cheruskerfürst Segimer Tacitus Ann.).
FN. Sigibald: Siebold; Siebel, Sybel; Sibeth — Sebald; Seepolt — Seybold; Seypold; Seibeld; Seibel; Seyppel; Seibt — Seubel. Gen. Siebolds; Siebels, auch Siebelis, woraus (nach Andresen) umgedeutet Siebelist und Siebenlist. Patr. A. Siebeling — Seibolter (S. 36).
Sigiperaht: Siebrecht; Zyprecht; Siebert; Siebarth, Siebard; Sieber — Ziebarth — Siphardt; Siewert — Sibbert — Segebrecht; Segebart — Sebert; Seeber — Seibert; Seiber — Seubert. Gen. Sybertz — Siebraß (= Sigbrechts Preuß 14). Patr. A. Sieberling — Sipperling — Seiberler.
Sigibrand: Siebrand — Sibbern — Seebrandt. Gen. Zybrandts — Sieberns.
Sigibodo: Sieboth — Segebade — Segebath — Seebode; Seebade — Seyboth — zsgz. Seibt.
Sigifrid: Siegfried — Siefert; Sifard — Siffert — Seffert — Seifried; Seifert; Seyfahrt; Seifhardt; Seiffer (Seifermann) — Seuffert; Seufer — Seefrid. Gen. Siefers — Seifritz.
Sigifuns: Siefuß. Vklf. (l): Seifüßl.
Sigihard: Sighart; Siegert — Sichart — Sickert; Zickert — Seegert, Sägert.
Sichar: Sieger — Sicher — Seger — Seyer. Zss. Sickermann — Zickermann. Gen. Siegers — Segers. Patr. A. Seyring. Vklf. (l + n): Seierlen. Patr. A. Segerling.
Sigirod: Siegroth (doch auch ON. s. -rode) — Sirot.
Sigileip: Sielipp; Sielaff.
Sigilant: Siegland — Sieland.
Sigiman: Siegmann — Sickmann — Siemann — Seegmann.
Sigimar: Simar; Siemer — Simmer — Seymer. Gen. Siemers. Patr. A. Siemering. Vklf. (l + n): Simmerlein.
Sigimund: Siegemund; Siegmund — Siemund; Simond — Segemund — Seimund. Gen. Simmonds.
Sigimuot: Simmet.
Sigarich: Sierich; Sierck — Seehrich; Serick — Seyrich.
Sigivald: Siegwald — Seewald — Seiwald — Ziegold.
Sigiwart: Sigwart — Siewerdt — Seward — Seiwert. Gen. Siewerts; Siewets (ostfries.) — Süvern. Patr. A. Sieverding; Sievering. Patr. Zss. Sieversen (Schlesw.).
Sigiwin: Siegwein — Siebein — Seffen. Patr. A. Sewening.
Sigiwolf: Siloff — Selohff.
Einstämmige Kürzung Sig-.
Sigo, Sicco: Sieg — Sigge — Sicke. Gen. Sikkes (Emden, Sikke VN.) — Siecke — Sy — Zick. Zss. Sickama (ostfr.).
Vklf. (l) Sigilo, Segilo: Siegele; Siegel (Sigl bayr.) — Sickel — Sieckel — Siehl (Sielmann) — Segel — Sello; Selle - Seil. Patr. A. Siegling — Sieling — Seggeling — Seiling. (l + n) Sigolenus: Siglen. (l + k): Segelke. (z) Sigizo: Sietze; Sietsch — Sitz — Segitz — Seez — Seitz, Saitz — Seiß. (z + l): Seißl. (z + k): Sitzke.
Zweistämmige Kürzung Sigib-.
Sibo: Siebe — Sipp — Seip — Seebo. Gen. Sieben; Siebena (ostfries.) — Sips — Sebes.
Vklf. (l): Siebel; Sieble — Seible — Seipel. Gen. Siebels. (k): Siebicke; Siebich; Siebeck — Siepke — Süpke. Gen. Siepkes. Patr. A. Sivekinck.
Zweistämmige Kürzung Sigf-.
(Sifs): Sief — Seif. Vklf. (k): Siefken.
Zweistämmige Kürzung Sigim-.
Simo (Stark 114 — durch Anfügung eines n oft dem biblischen Simon gleichgemacht): Siem — Sehm — Seime. Gen. Siemes; Siemen.
Vklf. (l): Siemel. Patr. A. Siemelink. Patr. Zss. Siemsen.
SIGIL I. Erweiterung aus Sig.
Siclehar: Siegeler — Sickler — Siehler Segeler — Seeler.
(Sigilwall): Süllwolt (Preuß 7).
SIGIS I. Erweiterung aus Sig.
Sigismund; Siegesmund.
Sigge s. Sig (einst. K.).
Sikkes s. Sig (einst. K.).
Silges s. Cyriacus.
Sim-, Simm- s. a) Sig (V.) b) Sind.
Simmeler III. mittellat. similarius „Semmelbäcker“ (ahd. simila, semila, mhd. simele, semmile vom lat. simila, Weizenmehl).