FN. Simmeler — Semmler.
Simmergott III. aus mhd. sam mir got, sem mir got „sowahr mir Gott (helfe)“.
Simon II. hebr. Schim-ôn „Erhörung“ 1) der Sohn Jakobs (Simeon) 2) N. zweier Apostel: Simon Petrus u. Simon von Kana.
FN. Schimon — Simon (auch jüdisch), Siemon. Zss. Simonmathes. Gen. (lat.) Simonis — (deutsch) Simons, Symons; Siemens. Patr. Zss. Simonsen.
Hermann u. Paul Simon, angenommene Söhne der verwitweten Frau Adelgunde v. Kleist, geb. v. Zastrow, 1855 geadelt: Simon v. Zastrow.
Simp- s. Sind.
Simrock III. wohl = FN. Siebenrock.
Simson II. hebr. Schimschôn „kleine Sonne“.
FN. Simson; Simpson — Samson.
Sin-, Sind- s. Sind.
SIND I. got. sinths, ahd. sind, mhd. sint, altsächs. sîd „Weg, Reise, Heereszug“, wobei jedoch auch das von sind abgeleitete gisindi Begleitung (Gesinde) in Betracht zu ziehen ist.
FN. Sindebold: Simbol; Simmel.
Sindperht: Simprecht; Simper — Semperl; Semper.
Sinthar: Sinther — Sitter. Gen. Sinders.
Sindram: Sinram — Simram — Zindram, da s im Niederd., namentl. aber im Fries. in z übergeht.
(Sindleif): Sinleif.
Sindmar: Simmer. Vklf. (l + n): Simmerlein.
Einstämmige Kürzung Sind-.
Sindo, Sido: Sindt — Sido; Siede — Seide — Sethe. Gen. Sindts — Siats (Stade) — Sidden. Patr. A. Sinning.
Vklf. (l): Siedel — Seidel. (k) Sindiko, Sidiko: Seidig — Sittich. Gen. Sittjes (ostfries.). (z) Sinzo: Sinz. (z + l): Sinzel.
Singer III. mhd. singaere „Sänger (lyrischer Dichter); Kantor“. Dyetmar der mit zunamen Singer ist genant (Marb. UB.).
Sinther, Sinz- s. Sind.
Sip-, Sipp- s. Sig (V., zweist. K.).
Sirot s. Sig (V.).
Sitt- s. Sind.
Sitz- s. Sig (einst. K.).
Sivekinck s. Sig (zweist. K.).
Skuhr s. Scur.
SMITH I. got. smitha, ahd. smid, mhd. smit „Schmied“, ahd, smîda Metall. Mindestens seit dem 9. Jh. in EN. nachweislich (S. 43).
FN. (Smidpoto): Schmittpott.
Smidhart: Schmittat.
(Smidher): Schmitter (doch auch mehrere Dörfer Schmitten in der Schweiz) — Schmieder; zsgz. Schmier — Schmeder.
(Smidman): Schmidtmann — Schmedemann. Gen. Smitmans (Mörs).
(Smideald): Smital.
Einstämmige Kürzung Smith-.
Smido: Smid — Schmid. Gen. Schmits, gew. in der Schreibung Schmitz (niederrhein.) — Smets — Smedes — Schmedes; Schmeda (die letzten drei FF. ostfriesisch). Patr. A. Schmidding — Schmitting — Schmieding — Schmeding — Smeddink (westf.).
Vklf. (l): Smidilo: Schmiedel; Schmiedle; Schmiedl. (l + n): Schmidlin; Schmidtlein. (k) Smidiko: Schmidtke; Schmidge — Schmiedicke — Schmetje (ostfries.) — Schmädicke. (k + n): Schmiedeken; Schmiedchen; Schmiedigen.
SMUK I. mhd. smücken „schmücken“.
FN. (Smuckhart): Schmuckert — Schmückert — Schmücker.
Einstämmige Kürzung Smuk-.
(Smucko): Sckmock. Patr. A. Schmücking.
SNEL I. ahd. mhd. snel „schnell“, bes. auch ehrendes Beiwort der Helden.
FN. Snelhart: Schnellhard.
Snelmann: Schnellmann.
Snelrad: Schnellrath.
Einstämmige Kürzung Snel-: Snel — Schnelle — Schnöll.
Snyders s. Schneider.
Solmeyer III. „der M. am Soll, Sohl“ (kleiner Sumpf).
Solter, Sölter s. Salzer.
Sommer I. III. schon im 8. Jh. Sumar. In örtlicher Zss. wie Sommerhalde bezeichnet es die Südseite, sowie Winter- die Nordseite. So auch wohl in Sommerbauer.
Sommerlatte III. ahd. sumarlata, mhd. sumerlate „der einen Sommer alte Sprößling, Jahresschößling“. Hartman Sumerlat 15. Jh.
FN. Sommerlatte; Sommerlath.
Sommervogel III. „Schmetterling“ (allemannisch-schwäb.).
Sondermann III. mhd. sunderman, -liute „Hörige“ (weil in keiner Genossenschaft stehend).
Sonnabend s. Tag.
Sonne a) I. Sunno 4., wohl zu sunna „Sonne“ gehörig b) III. von Häusernamen (S. 60). Nach Buck S. 261 heißen mehrere Edelhöfe in Bayern Sonne, Sonnen, dah. Sonnenmaier.
Sonnenkalb III. Altgot. sunnunchalbus 1228 (Bacm.) „Kugelkäfer“ (coccionella).
Sonner s. Sund.
Sonntag III. s. Tag.
Sötebier III. niederd. „Süßbier“ s. Bier. Auch Sötbeer.
Spalteholz III. Satz-N., ein „Holzspalter“.
Spaniol III. = Spanier, von der spanischen F. Español.
Spannan III. Satz-N. — Gegensatz: Spannaus — Spannuth, Spanuth (niederd.) „spann aus“ — urspr. wohl Aufforderung auf einem Gasthausschilde.
Sparnicht III. Satz-N. „spare nicht (nichts)“. Ebenfalls Satz-N.: Sparschuh. Sparwasser.
Specht III. der baumhackende Vogel, welcher in der Volkssage eine Rolle spielt, indem er die „Springwurzel“ zu finden weiß (Grimm, Myth. S. 1222).
Speckäter III. niederd. „Speckesser“ (Spottname). Specketer 1404.
Spelling s. Spil.
Spener III. „Stecknadelmacher“. Spenen wurden früher die Stecknadeln wegen ihrer Ähnlichkeit mit Dornen genannt, gewöhnlicher verkleinert, ahd. spinula, mhd. spinele, spenel, nhd. (bayr.) Spenel, Spennadel.
Spengler III. mhd. spengelaere (vom ahd. spanga Spange, Beschlag), „Blechschmied, Klempner“. Oberdeutsch (s. „Spenglergäßchen“ in Augsburg).
Sperling III. anscheinend der Vogel, wie sich auch Spatz als FN. findet. Doch gibt es ahd. schon die Stämme spar (zu sparen) und spir (Speer) in EN.
Spiecker III. niederd. = „Speicher“, vgl. Mechtildis dicta de granario 1302. Davon Spieckermann „der im Speicher“.
Spielmanns III. (niederrhein.) ahd. spilaman, mhd. spilman Spielmann, fahrender Sänger.
SPIL I. ahd. mhd. spil „Scherz, Zeitvertreib — Kampfspiel.“ Spilihard.
FN. (Spiliman): Spillmann.
Einstämmige Kürzung Spil-.
Spilo: Spiel. Patr. A. Spelling. Vklf. (k): Spilleke.
Spindler III. „Verfertiger von Spindeln (Drechsler)“. Auch Spiller (Gottschee) — Spilner.
Spittler III. „einer aus dem Spittel“. In vollerer Form Spitaler.
Splettstößer III. der „Splitte“ (niederd. F. zu mhd. splîze Span, scindula), bes. wohl Dachsplitte „verkauft“, vgl. mhd. salzstoeȥer der Salz im kleinen verkauft.
Splietop III. Satz-N., niederd. „spleiße auf, spalte auf“ s. Spalteholz.
Splittgerber III. „der Splitte (s.Splettstößer) macht“. Auch Splittegarb.
Sporer III. mhd. sporaere „Sporenmacher“. Auch Sporrer u. Sporner. Mit Umlaut Spörer u. Spörner.
Sprenger III „Steinsprenger“.
Springer III. mhd. springaere; die „Springer“ (Tänzer, Gaukler) gehörten im Mittelalter zu den „fahrenden Spielleuten“.
Springinklee III. Satz-N., Springenklee (Altmarburg). Springinreif, vgl. Springinrink (Becker). Springenzaun.
Springinsgut, verkürzt Springsgut III. Satz-N., nach Vilmar Scherzname für einen, der mit einem Mal reich wurde (od. für einen kühnen Angreifer fremden Gutes, Schütte).
Springmann III. Ghezeke van dem Springhe (Quell) 1109 — zwei Jahre später Gh. Springmann.
Springsfeld III. Satz-N., verkürzt aus Springinsfeld, welches noch als Appellativum einen munteren, bes. im Springen gewandten Menschen bezeichnet, vgl. FN. Springinslant (Becker).
Spundflasche III. von Pauli angeführt aus Münden.
Staaßen, Staats, Staatsmann s. Eustathius.
Stach s. Eustachius.
Stadler III. mhd. stadelaere von ahd. stadal, mhd. stadel, Scheuer (Stadel noch jetzt südd.) 1) „Aufseher über den Stadel“ 2) „Inhaber eines Stadelhofes“.
FN. Stadler (auch häufiger südd. ON.) — Städler. Zss. Stadlmann (bayr.). Stadelbauer.
Stadt III. ahd. mhd. stat, altsächs. stad urspr. nur „Ort“, in ON. kaum vor dem 8. Jh. nachweisbar. Heutige FF. 1) -stadt, -statt 2) -stedt, -stätt (vom Dativ Sg. -steti) 3) niederd. -stede, -sted (so bei Klemp.: Bornestede, Lockstede, de Eykstede) 4) Plur. (Dat. -stetim) -stätten, -stetten.
| FN. | 1) | Oberstadt. Karlstadt. |
| 2) | v. Mittelstädt. Bohnstedt. Eichstedt. Quenstedt. Arnstett. Bernstett. | |
| 3) | v. Borgstede. Hammenstede. Otterstede. Willstede. Carsted (O. Karstedt) — auch -stedde: Beckstedde. | |
| 4) | v. Benstetten. Manstetten. |
Ableitung auf -er (oberd.):
Hofstädter (O. -stett und -stetten). Rastätter. Achstetter (O. -stetten). Helmstetter (O. -städt, auch -stedt geschrieben). Hochstetter (O. -stadt, -stedt, -stetten in verschied. Schreibungen). Kirchstetter (O. -stetten). Brandstötter (Ober-Österr.).
-städt s. Stadt.
STAHAL ahd. stahal, mhd. stahel „Stahl“. Stahelhart 8. Stahalolf.
FN. Einstämmige K. Stahal-.
Stahal, Stalo: Stahel — Stahl — Stähle — Stehely (schweiz.). Patr. A. Stähling.
Vklf. (l + n): Stähelin — Stehlin. (k): Stehleke; Stehlich.
Stahl-, Stähl- s. Stahal.
STAIN I. got. stains, ahd. mhd. stein „Stein“ (als Waffe, vgl. hamar, auch wâfanstein).
FN. (Steinbreht): Steinbrecht; Steinbart.
Staniger: Steiniger.
Stainhard: Steinhart; Steinert.
Steinher: Steiner; Steinherr.
(Steinmar): Steinmar — Steimar; Steimer.
(Steinrich): Steinrich.
Einstämmige Kürzung Stain-.
(Staino): Stein — Stehn.
Vklf. (l): Steinel; Steindel — Stainl; Staindl (öst.) (l + n): Steinlein. (k): Steinecke; Steinigke; Steinick; Steinig; Steinke.
Auslautend -stein (13 mal Först.): Adelstein.
Stall III. in ON.
Ableitung auf -er (oberd.):
Buchstaller; Eberstaller; Seestaller.
Stammler III. mhd. stamelaere, stemeler „Stammler“ (Heinrich der Stammler 1290); vgl. lat. Balbus.
FN. Stammler — Stämmler.
Standfest III. Satz-N. „stehe fest“. Jünger auch Stehfest.
STANG I. ahd. stanga, mhd. stange „Speerstange“ (got. stiggan „stechen“).
Einstämmige Kürzung Stang-.
Stange. Vklf. (l): Stengel. (l + n): Stenglin. (z): Stentzel.
Stange a) I. s. Stang b) III. vgl. Heinricus dictus Stange 1294.
STARC I. ahd. starah, mhd. starc „standhaltend, stark“.
FN. Starkhar: Sterker.
Starcman: Starkmann.
Starculf: Starklof.
Einstämmige Kürzung Starc-.
Starco: Starke; Starck — Stärke; Sterck. — Vklf. (l): Starkel.
Stark-, Stärk- s. Starc.
Statius s. Eustathius.
-stätter s. Stadt.
Stattmeyer III. = Stadelmeyer s. Stadel.
Staubesand III. Satz-N. „stäube den Sand, wirble den Sand auf“ (Pott). Wohl ein flotter Reiter. Niederd. Stövesand.
Stechmesser III. Niederd. Steckmetz. „Dolch“. (Lübben, Etwas über niederd. FN. S. 5.) Entstellt: Stekemest.
Steckmetz s. Stechmesser.
Sted-, -stedde, -stede, -stedt s. Stadt.
Stehl- s. Stahal.
Stefan, Steffen s. Stephanus.
Steg(e)mann III. „der am Stege“. Otto van dem Stege 1272.
Steig III. in Zss.
FN. Mardersteig (s. Martersteck). Richtsteig.
Stein- s. Stain.
-stein s. a) I. Stain b) III. Stein.
Stein III. ON. Außerordentlich viele Felsen und Örter tragen diese Bezeichnung. Daneben läuft, weil die Bodengestaltung wenig Veranlassung gab, nur wenig Niederdeutsches auf -steen. Schon seit dem 8. Jh. die ältesten dieser N., wie Uncunstein.
FN. Billenstein. (O. Billstein). Brandenstein. v. Eberstein. Giebigenstein (O. Giebichenstein). Lauenstein. Frhr. vom und zum Stein. Stein von Kaminski (S. 69). (Dagegen Holstein entstellt, s. Holste.)
Ableitung auf -er (oberd.):
Buchsteiner. Fahrsteiner. Höllensteiner. Landsteiner. Obersteiner.
Stein III. zur Bezeichnung von Steinarten und von Werkzeugen, vgl. Zunamen: der Hagelstein 14. Jh., nachher Conrad hagelstain (Bacm.).
FN. Barnstein (niederd. = Bernstein d. i. Brennstein). Feuerstein. Goldstein (jüdisch). Kloppstein (der Klopfstein der Schuhmacher). Schornstein. Wettstein (Wetzestein).
Steinbick III. „Steinmetz“, von bicken = hauen. Auch Steinbicker.
Steingrobe III. Steingrapen (s. Grapengießer).
Steinhauer III. altklevisch steynhouwer „Steinmetz“.
Steinmann III. niederd. Stehmann aus Stênmann (Lipp. Reg.).
Steinmetz III. mhd. steinmetze. Als FN. auch Steinmatz.
Stellmacher III. der Wagengestelle macht, „Wagner“; auch norddeutsch (bei Klempin: stelmaker).
Steng- s. Stang.
Stephanus II. griech. „Kranz“, erster christlicher Märtyrer (Apostelgesch. Kap. 6–7).
FN. Stephanus. Gen. Stephani (mit Verrückung des Tones auf die mittlere Silbe). Stephan (Zss. Mühlstephan), in österreichischer Schreibung Stefan — Stephen, Gen. Stephens; Steevens (ostfries.) — Steffen, Gen. Steffens — Stöffen. Patr. Zss. Steffensen. — Stieve (Preuß 27).
Sterck s. Starc.
Stern III. als FN. z. T. durch Hauszeichen vermittelt (S. 60). Zss. Abendstern. Morgenstern (auch ON.). v. Lilienstern.
Stets s. Eustathius.
-stetter s. Stadt
Steuber s. Badstüber.
Stibbe s. Stid.
Stichtenoth III. „Stiftsgenosse, Ministerial des Stifts“. Auch Stichnoth; Stichternath.
Sticker III. in den Zss. Seidensticker; auch -stücker: Goldstücker.
STID I. (ahd. stind), angels. stîdh, altsächs. stîth „steif, strenge“.
FN. (Stidbald): Steibelt.
(Stidhard): Stiedert.
Einstämmige Kürzung Stid-.
Stinde; Stindt.
Vklf. (l): Stindl.
Zweistämmige Kürzung Stindb-.
(Stibbo): Stibbe — Stippe. Patr. A. Stiebing. Vklf. (l): Stippl. (k): Stippich.
Stieber s. Badstüber.
Stiel- s. Stil.
Stier- s. a) I. Stiur b) III. „Stier“.
Stighelli aus Stiegele verwelscht (S. 68).
STIL I. zu ahd. stilli „still“, altsächs. stilljan, ahd. stillan, mhd. stillen „beruhigen, stillen“, z. T. auch wohl zu stil „Stiel“ (Speerschaft).
FN. Stilfrid: Stillfried.
(Stillihart): Stillert — Stielert.
Stillihere: Stiller — Stieler.
(Stillirih): Stillreich.
Einstämmige Kürzung Stil-.
(Stillo): Stille; Still — Stiele; Stiehl. Gen. Stils. Patr. A. Stilling.
Vklf. (k) Stilico 4. (Vandale): Stilke.
Still- s. Stil.
Stind- s. Stid.
Stinus s. Augustinus.
Stipp- s. Stid.
STIUR I. ahd. stiuri, stûri „groß, erhaben“.
FN. Stiuri 9.: Stier — Stuhr (auch ON.). Gen. Stiers; Stieren. Patr. A. Stühring.
Vklf. (l + n): Stierlein.
Stöbener, Stöber s. Badstüber.
Stock 1) ON. ahd. stoch, mhd. stoc „Baumstumpf“ — geht zwar meist auf die stehengebliebenen Wurzelstöcke gefällter Bäume; doch ist in manchen Fällen auch die Bed. „Berg“ in Betracht zu ziehen, vgl. Gebirgsstock. In ON. -stock, -stöck.
FN. v. Birkenstock. Haberstock. Hilgenstock. Sengstock. (Slawisch in Rostock u. a.).
2) Pflanzen und Geräte:
FN. Rebstock (S. 61) — Klopstock.
Stocker III. 1) „Gefangenwärter“, von stocken, in den Stock setzen (stoc urspr. der Block, in welchen die Füße der Gefangenen gesetzt wurden, dann Gefängnis überhaupt). 2) „Holzfäller“ (Buck).
FN. Stocker — Stöcker — auch Stöckler.
Stockmann III. „Gefangenwärter“.
Stoff- s. Christophorus.
Stöffen s. Stephanus.
Stoffer, Stöffer s. Christophorus.
Stoiber s. Badstüber.
Stollenbecker III. der „Stollen“, d. i. eine Art feines Weizengebäck, „backt“.
Stolterfoth III. niederd. „stolzer, stattlicher Fuß“.
Stolz III. ahd. mhd. stolz „stolz, stattlich“.
FN. Stolze; Stolz. Niederd. Stolte. (Doch deuten N. wie Stölzel, ad. Stolzelin, Stolzke, niederd. Stölting darauf hin, daß dieser Stamm schon in der 1. Periode zur Namenbildung verwendet wurde).
Stoppel s. Christophorus.
Storch III. ahd. storah, mhd. storch (s. Adebar).
Storm, Störmer s. Sturm.
Stötter s. Stadt.
Stövesand s. Staubesand.
Stöwer s. Badstüber.
STRAL I. ahd. strâla, mhd. strâle „Pfeil“ (die Strahlen der Sonne sind nach der Mythe die Pfeile des Sonnengottes). Stralhelm 8.
FN. (Stralheri): Strahler.
Einst. Kürzung Stral: Strahl — Strehle.
Vklf. (k): Strehlke.
STRANG I. ahd. strangi, mhd. strenge „stark“. Strangolf 9.
FN. (Strangheri): Stränger.
Einstämmige Kürzung Strang-: Strang — Strenge.
Vklf. (z) Stranzo (aus Strangizo): Stranz — Strentz. Gen. Stranzen.
Stränger s. Strang.
Stranz- s. Strang.
Straße III. ahd. strâȥa, mhd. strâȥe aus lat. (via) strata „geebneter, gepflasterter Weg“.
FN. Wasserstraß. Niederd. Strate, Strote (Baltzer van der Strate 1558): van Straaten. (Kleve). v. Salm-Hoogstraeten (niederländ.). Strotkötter.
Ableitung auf -er (oberd.):
Langenstraßer. Hochstraßer. Steinstraßer.
Straubhaar III. „mit struppigem Haar“, vom mhd. strûben rauh emporstehen.
Straub-, Strauß, Strautz s. Strud.
Streckfuß III. Satz-N., der Streckfuß 1377. Auch Beiname des Todes (Grimm, Myth. S. 812). Streckdenfinger.
Strehl- s. Stral.
Streisgrut III. Satz-N. „streue das Gut“ d. i. ein Verschwender (wie z. B. Kaiser Friedrich III., der Träge und Geizige, seinen feurigen und unternehmenden Sohn Maximilian ein „Streudasgütlein“ zu nennen pflegte).
Streit- s. Strid.
Streng-, Strentz- s. Strang.
Streub-, Streußel s. Strud.
STRID. I. ahd. mhd. strît, altsächs. strîd „Streit“ (mit Waffen, vor Gericht).
FN. Strither: Strieder — Stritter — Streiter.
(Stridolf): Streitwolf.
Einst. Kürzung Strid-: Stridde — Stritte — Streit.
Zweistämmige Kürzung Stritb-.
(Stripo): Vklf. Striepecke.
Stridde, Stried-, Stritt- s. Strid.
Stroh-, Ströb-, Strodel, Strödell, Stroll s. Strud.
Ström III. schwedisch „Strom“ — zweiter Teil der Zss. in einigen Namen, die von dem 30jähr. Kriege und der schwedischen Beherrschung Vorpommerns herstammen (S. 77).
FN. Bergström (Meckl.-Strelitz). von Tigerström (Vorpommern). Wickström (Herzogt. Lauenb.).
Strote s. Straße.
Strott s. Strud.
Strub-, Strüb- s. Strud.
STRUD I. zu ahd. strudjan, angels. strudan „verwüsten, rauben“.
FN. (Strudbalt): Strubelt — Strobolt; Strobel.
(Strudbert): Ströbert — Straubert — Streubert; Streuber.
(Strudmar): Strummer.
Strudolf: Strutwolf.
Einstämmige Kürzung Strud-.
Strodo: Strud — Strott.
Vklf. (l): Strodel; zsgz. Stroll (Strullo 8.) — Strödell; zsgz. Ströhl — Ströll. (k): Struck. (z) Struz; Strutz; Struß — Strautz; Strauß. (z + l): Strützel — Streußel.
Zweistämmige Kürzung Strudb-.
Strobo: Strube — Straube — Stropp. Patr. A. Strübing.
Vklf. (l): Strübel — Straubel — Streubel — Strobel — Ströbel.
Strummer, Struß, Strut-, Strützel s. Strud.
Stübener s. Badstüber.
Stubenhauer III. vermutlich = „Stubbenhauer“, der Baumstubben ausrodet, vgl. FN. Stubhenhouwer Klemp.
Stüber s. Badstüber.
Stugart III. mundartl. statt Stuttgart.
Stuhr, Stühring s. Stiur.
Stührmann III. niederd. „Steuermann“.
Stüler III. = Stuhlmacher.
STURM I. ahd. sturmi, altsächs. storm „Aufregung, Unwetter, Kampf“.
FN. (Sturmheri): Stürmer — Störmer.
Einstämmige Kürzung Sturmi: Sturm; Sturmb — Storm. Gen. Storms.
Suchenwirth III. Satz-N. „suche den Wirt“ d. i. einer, der das Wirtshaus zu finden weiß. So auch niederd. Sökedrunk (Lübben S. 43). Suchsbrot.
Suchsland III. Satz-N. „suche das Land“. Niederd. Sökeland.
Sud III. „Süd“ — in Sudhof; Sudmeyer (s. Sund).
Suder, Sudor s. Sutor.
Sudmer s. Sund.
Südekum s. Siehdichum.
Süllwoll s. Sigil.
Sulze III. mhd. sulze, mittelniederd. sulte „Salzquelle“. Sulz, Sulza häufig in ON.
FN. Sulze — Sulzer — Sültmann.
Sumsnit III. Satz-N. „säume damit nicht“. Auch Sümenicht.
SUND I. zu ahd. sund „Süden“ (wie die mit Nord-, Aust-, West- beginnenden N. von den drei andern Weltgegenden).
FN. Sundhari: Sunder (Sundermann; Sündermann) — Sonner.
(Sundmar): Sudmar.
Zweistämmige Kürzung Sundb-.
Suppo: Suppe — Saupe.
Sund III. ahd. sund „Süden“, sundar, mhd. sunder — mitteld. suder „südwarts gerichtet“. In Zss. wie Sunderhof, entstellt Sünderhauf (Andresen Volksetym. S. 62) — Sudhof; Sudhaus — Sundermann — Suerjohan (Preuß).
Süpke s. Sig (zweist. K.).
Suppe s. Sund.
Supprian s. Cyprianus.
Suter III. ahd. sûtâri, mhd. sûtere, seuter (aus lat. sutor) „Schuhmacher, auch Schneider“.
FN. Sutor — Sudor — Suttor — mehr verdeutscht Suter — Suder — Sutter (Hermann der Suter 1331); auch Suttner — Sauter — Seuter. Vklf. Sütterle; Sütterlin — Seuterlin. Zss. Seutermann — Suttermeister. (Alle diese FF. süddeutsch, bes. am Oberrhein).
Aus dem zu bestimmterer Bezeichnung gebildeten schuochsuter wurde schûchster, endlich Schuster (schon 1236 Bacm.). Zss. Kleinschuster, Sandschuster.
Sutt- Sütt- s. Sutor.
Swaans s. Swan.
SWAB I. zum Volksstamme der „Schwaben“ gehörig. Swabperaht u. a.
Einstämmige Kürzung Suab-.
Swabo: Schwabe — Schwob — Schwebe.
Vklf. (l): Suabilo: Schwabel — Schwebel (k): Schwäbig; Schwebke.
SWAN I. ahd. swâna, mhd. swâne „Schwan“. Dieser wegen seiner Schönheit gefeierte Schwimmvogel spielt auch in der deutschen Mythe eine Rolle, namentlich indem die Walkyrien, die Dienerinnen des Wuotan, sich durch Anlegung des Schwanhemdes (oder Schleiers) in Schwäne verwandeln können: Schwanjungfrauen. Es war also den Germanen ein heiliger Vogel.
FN. Swanager: Schwaniger.
(Swanheri): Schwaner.
Suanehard: Schwanert.
(Swanold): Schwenold.
Einstämmige Kürzung Suan-.
(Swano): Schwane; Schwan — Schwann — Schwon. Gen. Swaans (ostfries.).
Vklf. (k) Suanucho: Schwanecke — Schwannecke — Schwanck — Schwenecke. (k + l): Schwenkel.
SWARZ I. ahd. swarz „schwarz“, altsächs. swart. Swarzolf.
FN. Swarzman: Schwarzmann.
Einstämmige Kürzung Swarz-.
(Swarzo): Schwarz. Patr. A. Schwarting.
Sweers s. Swinth (V.).
Swidden s. Swinth (einst. K.).
SWINTH I. got. swinths, ahd. swind, altsächs. swîth „stark, heftig, geschwind“.
FN. Suindbert: Schwiebert — Schwippert — umgedeutet: Schweinebart (Preuß 6).
Suintfrid: Schwiefert.
Swidger: Schwieger. Patr. A. Schwiegerling.
(Swithgard): Schwickard — Schwiegert — Schwichert — Schweighard — Schweickard; Schweikert; Schweigert.
Swidher: Schwinner — Schwieder — zsgz. Schwier — Schwidder — Schweder — zsgz. Schwehr — zerdehnt Schweier. Gen. Schwitters — Schwers; Sweers (ostfries.). Patr. A. Schwering — Schwiering.
(Swindeman): Schwendemann.
(Switald): Swithal.
Einstämmige Kürzung Swinth-.
Suint: Schwindt — Schwinn — Schwend — Schwenn — Schwiede — Schwitte — Schwidde. Gen. Schwedes — Swidden (ostfries.); Schwidden. Patr. A. Schwieding — Schwenning. Patr. Zss. Schwennsen (Schleswig).
Vklf. (k): Schwindtke — Schwincke — Schwendicke — Schwetje — Schweik.
Zweistämmige Kürzung Swinthm-.
(Swimo): Schweim.
Swithal s. Swinth (V.).
Sy s. Sig (einst. K.).
Syb- s. Sig (V.).
Sydicum s. Siehdichum.
Symons s. Simon.