Bei Expeditionen von einer Natur, wie die, von welcher hier die Rede ist, hängt selbstverständlich ein glücklicher Ausfall im wesentlichen von der Ausrüstung ab; ja in diesem besonderen Fall würde das Leben der Theilnehmer aufs Spiel gesetzt, wenn die Ausrüstung nicht so war, wie sie sein sollte. Ein Nagel oder eine Fuge, die ihren Zweck nicht erfüllen, können die ganze Expedition aufhalten, ja die allerernstlichsten Folgen nach sich ziehen. Jede noch so kleine Einzelheit muß gewissenhaft geprüft werden, und man darf weder Veränderungen noch Umstände scheuen, bis alles so vollkommen wie möglich ist. Das Ganze erfordert die bedachtsame Ueberlegung einer langen Reihe von Bagatellen, von deren Summe aber der Erfolg abhängig ist; es kann schwerlich zu viel Gewicht darauf gelegt werden. Viele der früheren Expeditionen sind meiner Ansicht nach zu leicht über diesen Punkt hinweggegangen.
Wie bereits erwähnt, war es ursprünglich meine Absicht, falls dies ausführbar sei, Hunde oder Rennthiere zum Ziehen zu benutzen. Der hierdurch entstehende Vortheil ist begreiflicherweise kein geringer, sobald man die Thiere erst glücklich an der Stelle hat, von wo aus die Schlittenfahrt ihren Anfang nehmen soll. Es ist von vielen erfahrenen Männern gesagt worden, daß sich Zugthiere nicht zu langen Schlittenexpeditionen eignen, da die Thiere — sowohl Hunde wie Rennthiere — nur Proviant für sich selber in einem bestimmten Zeitraum ziehen können. Ich verstehe indessen dies Raisonnement nicht, — kann man die Thiere nicht den ganzen Weg benutzen, so steht man sich immerhin gut dabei, sie so lange wie möglich zu benutzen und dann zu schlachten.
Hat man eine genügende Anzahl Thiere — Rennthiere oder Hunde — und nimmt man so viel Proviant für sie mit, wie sie neben der übrigen Ausrüstung der Expedition ziehen können, so kann man mit ihrer Hülfe schnell vorwärts kommen, ohne sich wesentlich anzustrengen. Gleichzeitig hat man den Vortheil, daß man — indem man die Thiere nach und nach schlachtet — sich beständig frisches Fleisch zu verschaffen in der Lage ist. Auf diese Weise bedarf man auch keines so umfangreichen Proviants für sich selber, wie dies sonst nothwendig sein würde. Wenn man dann endlich gezwungen ist, die letzten Thiere zu schlachten, muß man voraussichtlich ein gutes Stück vorwärts gekommen sein, ohne an seinen eigenen Kräften zu zehren; nebenbei hat man den Vortheil, sich die ganze Zeit hindurch an frischem Fleisch satt essen zu können, was von großer Bedeutung ist, da man die Reise nun mit ungeschwächten Kräften fortzusetzen vermag. Mancher wird einwenden, daß dies nicht der Fall sein kann, wenn es sich um Hunde handelt, darauf kann ich aber nur antworten, daß ich aus Erfahrung weiß, welch guter Koch der Hunger ist, und daß Hundefleisch durchaus nicht unschmackhaft ist, — die Eskimos halten es sogar für einen Leckerbissen, — und daß Derjenige, der es unter Umständen wie den hier obwaltenden, nicht zu essen imstande ist, sich nicht als Theilnehmer einer Expedition dieser Art eignet.
Hätte ich gute Schlittenhunde auftreiben können, so würde ich sie unbedingt mitgenommen haben. Die Hunde haben nämlich den großen Vortheil vor den Rennthieren, daß sie bedeutend leichter zu transportiren und nicht schwer zu füttern sind, sie ernähren sich von demselben Proviant wie wir, während die Rennthiere ihren eigenen Proviant haben müssen, der im wesentlichen aus Rennthiermoos besteht, und umfangreich und schwer ist. Es war mir indessen nicht möglich, in der kurzen Zeit, die mir zugemessen war, brauchbare Hunde aufzutreiben, deswegen mußte ich den Gedanken aufgeben. Dann dachte ich an Rennthiere, schrieb deswegen nach Finnmarken, versah mich sogar in Röros mit Rennthiermoos. Aber dann stellte es sich heraus, daß mit ihrer Verfrachtung große Schwierigkeiten verbunden waren, und daß es noch größere Schwierigkeiten machen würde, sie in Grönland an Land zu schaffen. Ich gab deshalb auch die Rennthiere auf und hielt mich nun ausschließlich an die Menschen.
Wenn man jedes Stückchen Brot, welches man essen will, selbst ziehen muß, da ist es ganz natürlich, daß man alles so leicht wie möglich einzurichten sucht; der Proviant, die Geräthschaften, die Kleidung, alles muß auf das geringste Minimum reduzirt werden. Wenn man mit einer solchen Ausrüstung beschäftigt ist, so kommt man schließlich ganz unbewußt dazu, den Werth aller Dinge nach ihrem Mangel an Gewicht zu berechnen, ja selbst wenn es sich nur um ein Taschenmesser handelt, kommt es vor allem darauf an, daß es leicht ist. Man muß sich aber auch hüten, in der Jagd nach Leichtigkeit allzuweit zu gehen, — die Geräthschaften müssen stark sein, denn sie sollen manche harte Probe bestehen. Die Kleidung muß warm sein, Niemand weiß, wie kalt es wird, und der Proviant muß nahrhaft sein und aus verschiedenen Nahrungsmitteln in passendem Verhältniß bestehen, denn uns steht ein schweres Stück Arbeit bevor, weit schwerer als es sich wohl einer der Theilnehmer träumen läßt.
Das Wichtigste bei einer Schlittenexpedition ist natürlich der Schlitten. Da im Laufe der Zeiten, besonders von England aus, so viele Schlittenexpeditionen nach den arktischen Regionen veranstaltet sind, so sollte man annehmen, daß der Schlitten auf Grund der auf diese Weise gewonnenen Erfahrungen einen hohen Grad der Entwickelung angenommen haben müsse. Das ist nun freilich nicht der Fall, und man kann sich nicht genug wundern, daß Expeditionen so neuen Datums, wie z. B. die zweite deutsche Nordpolexpedition 1869-70 (nach der Ostküste von Grönland), die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition 1872-74 (nach dem Franz Josef-Land) oder selbst die große englische Nordpolexpedition unter Nares 1875-76 (nach dem Smith Sund) mit so großen, klotzigen, unzweckmäßigen Schlitten ausgerüstet wurden, wie dies der Fall war. Weit besser stand es in dieser Beziehung mit den beiden letzten amerikanischen Expeditionen (1881-84) und derjenigen, die im Jahre 1884 unter Schley und Soleys Leitung zu Greelys Entsatz ausgesandt wurde.
Der gewöhnliche Fehler bei den Schlitten der verschiedenen Expeditionen bestand darin, daß sie zu schwer und zu klotzig gebaut und viel zu groß waren. Wenn man dazu in Betracht zieht, daß sie gewöhnlich viel zu schmale Schienen hatten, so wird es leicht zu verstehen sein, daß sie tief in den Schnee einsanken und oft nur mit größter Schwierigkeit vorwärts zu bewegen waren. Einzelne Expeditionen gebrauchten wohl die in Amerika üblichen toboggans, die aus einem einzigen, vorn erhöhten Brett bestehen. Sie sind gewöhnlich aus Birkenholz oder dergl. und haben eine Länge von 2,5 m und eine Breite von 46 cm oder mehr.
Wir finden diese Schlitten schon im Anfange unsres Jahrhunderts zu Expeditionen benutzt, — beispielsweise führte Franklin solche auf seiner ersten Expedition mit sich. Der englische Reisende Dr. Rae und nach ihm Greely wandten ähnliche, auf beiden Seiten mit ganz schmalen und niedrigen Schienen versehene Schlitten an. Es ist ganz selbstverständlich, daß diese Schlitten sich bei losem Schnee gut auf der Oberfläche halten und sich zu einer solchen Bahn vorzüglich eignen, wenn aber der Schnee ein wenig härter ist, geben sie doch eine zu starke Reibung und sind dann schwer zu ziehen.
Auf den Gedanken, die Schlitten auf breite Schienen zu stellen, sind merkwürdigerweise nur sehr wenige Expeditionen gekommen.
Payer sagt freilich in seinem Buch über die österreichisch-ungarische Expedition, „daß breite Schlittenschienen den Marsch durch tiefen Schnee sehr erleichtern“. Er meint damit Schienen von 2¾ Zoll Breite, — was für uns Norweger etwas ganz Natürliches ist, da wir von alten Zeiten her an die „Skikjälker“ gewöhnt sind. Es sind dies kleine Schlitten, die auf breiten, den Schneeschuhen (Ski) ähnlichen Schienen ruhen und in vielen Gegenden Norwegens von den Schneeschuhläufern sowohl im Walde wie im Gebirge angewendet werden, um Lasten wie Heu, Holz und dergl. zu befördern. Sie werden an einem Seil gezogen, aber durch eine an der Seite befestigte Stange gelenkt, was sehr wichtig ist, um die „Kjälker“ zu verhindern, die Schneeschuhläufer zu überfahren, wenn es in sausender Fahrt den Berg hinabgeht. Die „Skikjälker“ sind über Schweden und Finnland bis nach Sibirien hin verbreitet.[5]
Dieser Kjälke schwebte mir bei der Konstruktion des Schlittens vor, der von uns zur Anwendung gelangte. Derselbe verband die Eigenschaften, die bei einem Schlitten als die wichtigsten betrachtet werden müssen, — er war stark, leicht, hielt sich gut auf der Oberfläche und glitt leicht über den Schnee hin, gleichviel wie derselbe beschaffen war. Außer den norwegischen „Kjälkern“ hatte mir auch der Schlitten vorgeschwebt, der in der Greely-Expedition beschrieben war und dessen sich die Expedition bediente, welche ausging, um Greely zu suchen.[6]
In dem Tischler Christiansen, jetzt in Naes in Telemarken ansässig, fand ich einen tüchtigen und gewissenhaften Mann für die Anfertigung der Schlitten. Er sparte nichts, um meinen Wünschen nachzukommen und das ausgesuchteste Material zu verschaffen. Erst nach zahllosen Aenderungen und Versuchen, — u. a. auf einer Reise über das Gebirge von Bergen nach Kristiania, — entschloß ich mich für die Form, welche wir dann später benutzten.
Alles Holzwerk mit Ausnahme der Schienen war von Eschenholz und aus so zähen Stücken wie nur möglich. Da auserlesenes Eschenholz bekanntlich ein außerordentlich starkes Material ist, konnte das Obergestell der Schlitten sehr leicht und dünn angefertigt werden, ohne doch schwach zu werden.
Die Schienen waren an einigen Schlitten aus Ulmenholz verfertigt, an anderen aus Ahorn, — welche beide Holzarten sich vorzüglich durch ihre Glätte auf dem Schnee auszeichnen. In der Beziehung war es freilich einerlei, woraus sie gemacht waren, denn die Schienen waren mit dünnen Stahlplatten beschlagen, die ich abzunehmen dachte, sobald wir auf losen Schnee kämen, die jedoch mit einer einzigen Ausnahme während des ganzes Weges benutzt wurden.
Folgende Zeichnung giebt wohl eine so anschauliche Vorstellung von dem Bau der Schlitten, daß jede weitere Beschreibung überflüssig ist. Es waren gar keine Nägel verwendet worden, alles Zusammenfügen war vermittelst Sorring bewerkstelligt, was den Schlitten elastischer macht, so daß er bei Stößen u. dergl. nachgiebt, wo Nägel in der Regel herausfallen. Die Folge hiervon war auch, daß auf der ganzen Reise nicht das Geringste zerbrochen wurde. Die Länge der Schlitten betrug ungefähr 2,90 m und die Breite etwa 0,50 m. Maß man die Schienen an der Unterseite von einer Spitze zur anderen, so betrug ihre Länge 2,89 m, während die Breite 9,5 cm betrug. Daß sie sowohl hinten wie vorne in die Höhe gebogen waren, gab dem Schlitten eine größere Stärke und Elasticität, und gewährte gleichzeitig den Vortheil, daß man ihn, falls das Vordertheil auf irgend eine Weise beschädigt werden sollte, umwenden und das hintere Ende als Vordertheil benutzen konnte. Die in die Höhe stehende Rücklehne, die man auf der Zeichnung erblickt, war aus einer gebogenen, dünnen Eschenstange gemacht. Sie erwies sich sehr praktisch zum Lenken und Schieben des Schlittens auf schwierigem Terrain, wo eine Person nicht ausreichte, um einen Schlitten vorwärts zu bewegen.
Das Gewicht eines jeden Schlittens ohne die Stahlschienen betrug ungefähr 11,5 kg; mit den Stahlplatten unter den Schienen 13,75 kg. Außer diesen dünnen Stahlplatten war an der Mitte jeder Schiene auf der Innenseite eine schmale, viereckige Stahlstange angebracht, die als eine Art Kiel dienen und bei hart gefrorenem Boden die Schlitten steuern und sie am Schleudern verhindern sollte, welches Letzteres von großer Wichtigkeit ist, wenn man sich über Eisgletschern mit Spalten hinbewegt, wo ein Schlenkern des Schlittens leicht ein Verschwinden in der Tiefe zur Folge haben kann, — und in einem solchen Falle kann man froh sein, wenn man nicht mit in den Abgrund hinabgerissen wird.
Diese Stahlstangen leisteten uns, so lange sie festsaßen, vorzügliche Dienste, da sie aber bei den heftigen Bewegungen der Schlitten auf dem unebenen Terrain in der Nähe der Küste vielen Stößen ausgesetzt waren, wurden sie bald abgerissen, — besonders geschah letzteres, sobald wir in die Kälte hinaufkamen, wo der Stahl so zerbrechlich wurde wie Glas.
Bei künftigen Expeditionen wäre deshalb ein Kiel unter den Schienen, falls man einen solchen benutzen will, auf andere Weise anzubringen, als wir es gethan hatten. Am stärksten würden solche Kiele natürlich sein, wenn sie mit den Stahlplatten aus einem Stück gearbeitet wären, dadurch würden diese aber den Vorzug verlieren, den unsere hatten, nämlich daß sie abgenommen werden konnten, wenn man sich ihrer nicht bedienen wollte.
Wie es aus der Zeichnung hervorgeht, befand sich in der Mitte der Oberfläche der Schienen ein längslaufender Rücken, der ihnen, die des Gewichts halber natürlich dünn waren, die nöthige Steifigkeit und Elastizität gaben.
Die Schlitten waren darauf berechnet, je von einem Mann gezogen zu werden, da es aber bei schwierigem Terrain am richtigsten ist, einen Mann vorauszuschicken, um den besten Weg ausfindig zu machen, ohne daß die Expedition deswegen Halt zu machen braucht, und da es gleichzeitig am schwersten ist, im losen Schnee voranzugehen, so finde ich es am zweckmäßigsten, wenn der erste Schlitten von zwei Männern gezogen wird. Aus diesem Grunde hatten wir nur fünf Schlitten mitgenommen.
Welch ein Vortheil es ist, so viele kleinere Schlitten zu haben statt weniger großer, wie die meisten früheren Expeditionen, scheint mir auf der Hand zu liegen.
Bei schlechtem Terrain, wo man nur mühselig vorwärts kommt, ist es schwer, die großen Schlitten mit ihrer schweren Last zu handhaben, ja bei unserer Expedition würde es oft geradezu eine Unmöglichkeit gewesen sein, ohne sie abzuladen und die Bagage zu tragen, während wir, wenn wir zu Zweien oder Dreien den Transport eines unserer kleinen Schlitten übernahmen, überall hindurch kommen konnten, ohne umzupacken oder abzuladen. Zuweilen waren wir gezwungen sie ganz und gar, so wie sie waren, zu tragen.
Das Verwandeln unserer Schlitten in Segelschlitten, was mehrmals geschah, ging ohne weiteres vor sich, indem wir zwei oder drei Schlitten nebeneinander stellten und vermittelst einiger Schneeschuhe oder Stäbe zusammenbanden und festschnürten, dann errichteten wir einige eigens dazu mitgebrachte Bambusrohre als Masten. Als Segel benutzten wir unsern Zeltfußboden oder zwei Persenninge. Wenn wir die Schlitten dann mit einer vorn angebrachten Steuerstange — ähnlich einer Wagendeichsel — von Bambusrohr lenkten, so konnten wir auf diese Weise ganz gut segeln. Wenn man bei einer Ausrüstung speciell diesen Punkt ins Auge fassen würde, konnte man sich natürlich noch bedeutend praktischer und zweckmäßiger einrichten, als wir es gethan hatten. Meiner Ansicht nach muß dieser Art und Weise der Beförderung — die auf dem grönlandischen Inlandseis zuerst von dem Amerikaner Peary angewandt wurde — bei künftigen Expeditionen weit mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, als bisher. Besonders dürfte es für die Untersuchung des antarktischen Kontinents von Bedeutung werden.
Für eine Expedition wie die unsere ist selbstverständlich die Konstruktion der „Ski“ von ebenso großer Wichtigkeit wie die der Schlitten. Da ich aber im nächsten Kapitel unsere Ski eingehender besprechen werde, so will ich vorläufig nur darauf hinweisen. Außer den „Skiern“ führten wir auch indianische Schneeschuhe und norwegische Truger mit uns.
Die indianischen Schneeschuhe bestehen bekanntlich aus einem Flechtwerk von Thiersehnen (am häufigsten vom amerikanischen Elenthier), die in einen Rahmen von zähem Holz (Eschenholz oder dergl.) gespannt werden. Unsere Schneeschuhe hatten eine Länge von 1,06 m und eine Breite von 39 cm.
Die norwegischen Schneeschuhe oder, wie wir sie nennen, „Truger“ waren aus Weidenflechtwerk angefertigt und hatten eine Form, wie aus umstehender Zeichnung ersichtbar ist. Sie waren klein und hatten nur eine Länge von ungefähr 89 cm und eine Breite von ca. 26 cm.
Die Truger werden in einzelnen Gegenden Norwegens nicht selten im Winter wie im Frühling verwendet. Besonders sind sie bei Frühlingswetter besser zu gebrauchen, als die Ski. Die hauptsächliche Verwendung finden die Truger jedoch in vielen Gegenden des Landes für die Pferde. Diese Pferdetruger gleichen völlig den Menschentrugern, nur ist die Befestigung selbstverständlich ein wenig anders und der Form der Pferdehufe angepaßt. Unsere Fjordpferde lernen es sehr bald, auf Trugern zu gehen, und können infolgedessen mit großem Nutzen auf schneeigem Terrain verwendet werden, wo andere Pferde eine Unmöglichkeit sind.[7]
Schneeschuhe, sowohl indianische wie norwegische, stehen natürlich unter gewöhnlichen Verhältnissen weit hinter den Skiern zurück, d. h. falls ein Mann diese letzteren zu benutzen versteht. Wenn ich trotzdem Schneeschuhe mitnahm, so geschah das aus dem Grunde, weil ich glaubte, sie würden dort zweckmäßiger sein, wo es darauf ankam, die schweren Schlitten die Hügel hinauf zu ziehen. Hierzu wurden sie denn auch verwendet, — ich selber gab den indianischen den Vorzug, ebenso einzelne der anderen Norweger. Einer von ihnen konnte sich jedoch nicht mit ihnen aussöhnen. Es erfordert nämlich ein wenig Uebung, um sich ohne zu straucheln auf ihnen bewegen zu können. Er bediente sich dann der norwegischen Truger, mit denen er freilich bedeutend tiefer in den weichen Schnee hineinsank.
Lange fanden die Schneeschuhe überhaupt nicht Anwendung, bald schnallten wir die Ski an und fanden, daß diese, selbst wenn es bergan geht, vorzuziehen sind.
Einen Vorzug haben allerdings die Schneeschuhe vor den Skiern, falls unter diesen kein Fell ist, nämlich den, daß sie auch bei Thauwetter benutzt werden können, wenn der Schnee ballt und sich unter den Skiern festhängt. Ein zweiter Vorzug besteht darin, daß die Schneeschuhe bedeutend leichter zu tragen sind als die Skier.
Um ein zweckmäßiges Boot zu erhalten, das leicht genug war, um über das Meereis gezogen zu werden, und dabei doch stark genug, um die vielen Stöße aushalten zu können, denen es zwischen den launenhaften Treibeisschollen ausgesetzt sein würde, — ließ ich ein besonders für diesen Zweck berechnetes in Kristiania bauen.
Die ganze Länge des Bootes betrug 5,96 m, die größte Breite 1,88 m, die inwendige Tiefe 0,63 m. Die Vertäfelung des Bootes bestand aus einer doppelten Haut, von denen jede 10 mm dick war, und einer Zwischenlage von dünnem Segeltuch. Die innere Vertäfelung bestand aus Fichtenholz, die äußere aus norwegischem Eichenholz, beide auf das sorgfältigste zusammengefügt. Die Bänder oder Spanten waren aus gebogenem Eschenholz, 26 mm breit und 13 mm dick, mit einem Abstand von 15¹⁄₇ mm voneinander. Auf der unteren Seite befand sich zu beiden Seiten des Kieles je eine Schiene von Fichtenholz, die darauf berechnet waren, das Boot während des Transportes über das Eis zu stützen. Das Boot war sehr zweckmäßig gebaut, es war stark und dabei elastisch genug, um dem Druck der Eisschollen nachzugeben. Ich bin jedoch geneigt, eine einfache Vertäfelung der doppelten vorzuziehen, da das Boot dadurch leichter zu steuern ist und die doppelte Vertäfelung leicht Wasser aufnimmt und das Boot dadurch schwerer macht. Außerdem ist ein Boot ohne Schienen einerseits ebenso leicht über das Eis zu transportiren, während andrerseits bei einem Boot mit Schienen die letzteren leicht in die Klemme gerathen, wenn sich das Eis zusammenstaut, und dadurch das Boot zerstören.
Ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand für alle arktischen Expeditionen ist der Schlafsack. Für eine Expedition wie die unsere war die Natur des Stoffes, aus welchem diese Säcke verfertigt werden sollten, natürlich von größter Wichtigkeit. Ein solcher Sack mußte so leicht wie möglich sein und dabei doch genügend Wärme gewähren. Auf früheren Expeditionen hat man theilweise Wolle oder Filz dazu verwendet, theilweise verschiedene Fellarten. Der wollene Stoff gewährt natürlich den Vortheil, den Schweiß besser hindurch zu lassen, als wie es bei Fellen der Fall ist; auf diese Weise kondensirt sich die Feuchtigkeit bei starker Kälte nicht in dem Grade, wie in einem aus Fellen bestehenden Sack, — auf der anderen Seite aber hat der Wollstoff den großen Fehler, daß er im Verhältniß zu seiner Wärme viel zu schwer ist. Ich ging eine Zeitlang mit dem Gedanken um, wollene Schlafsäcke zu versuchen, aber ich fand, daß sie zu wenig Wärme gaben, und ich fürchte, daß, wenn wir uns wirklich derselben bedient hätten, wir kaum die Westküste Grönlands lebendig erreicht haben würden.
Nach verschiedenen Versuchen entschied ich mich endlich für Schlafsäcke aus Rennthierfell, als das zweckmäßigste, was für den Augenblick aufzutreiben war. Das Rennthierfell ist im Verhältniß zu seinem Gewicht das wärmste aller mir bekannten Fellarten, besonders ist das Winterfell des Rennthierkalbes äußerst leicht und warm. Dies konnte ich jedoch leider nicht mehr rechtzeitig auftreiben, weshalb ich mich mit dem Fell von „Simlern“ (Rennthierkühen), das bedeutend schwerer ist, begnügen mußte. Eine Schattenseite bei den Rennthierfellen ist natürlich die, daß die Haare sich leicht abscheuern, wie es auch nicht viel Wasser verträgt, ohne daß die Haare ausfallen. In der Beziehung ist Hundefell weit besser und stärker, die Wärme des Rennthierfelles erreicht es freilich nicht. Noch besser als Hundefell ist Wolfsfell, das nur den einen Fehler hat, sehr kostbar zu sein. Das Fell unserer Schlafsäcke hielt während der ganzen Reise und auch den Winter auf der Westküste gut vor. Es war für unsern Zweck vom Kürschner Brandt in Bergen besonders präparirt und ich hatte allen Grund, damit zufrieden zu sein.
Wir hatten zwei Schlafsäcke, von denen jeder so eingerichtet war, daß er drei Mann fassen konnte. Dies ist sehr zweckmäßig, indem ein Sack für drei Mann natürlich bedeutend leichter ist, als drei „einschläfrige“ Säcke, und außerdem ist ein solcher viel wärmer, indem drei Männer in demselben Sack sich gegenseitig erwärmen.
Einen noch größeren Vortheil würde man in dieser Hinsicht durch einen Sack für die ganze Expedition erzielt haben. Dies mochte ich jedoch nicht wagen, denn wenn der Schlitten, auf welchem dieser eine Sack lag, in eine Eisspalte fiel, so würden wir ohne jeglichen Schutz gegen die Nachtfröste dastehen, während wir — falls einer der dreischläfrigen Säcke verloren ging — doch nicht rathlos waren, zur Noth konnten nämlich vier Mann in dem einen Sack schlafen; man hätte dann allerdings abwechseln müssen.
Nach oben zu waren die Säcke mit einem mützenartigen Deckel versehen, die vermittelst zweier Riemen zugezogen werden konnten. So lange die Kälte nicht allzu fühlbar war, pflegte es mit diesen geschlossenen Deckeln warm zu werden, sobald es aber kälter wurde, waren wir froh, soweit zuschnüren zu können, als die Riemen reichten.
Durch die Spalte, welche trotzdem blieb, hatten wir immerhin Ventilation genug. Von der kühlen Nachtluft, die in Grönlands Innerem weht, brauchte nicht viel in die Säcke zu dringen, um die Kälte empfindlich werden zu lassen. Um die Schlafsäcke gegen Feuchtigkeit zu schützen, hatte ich Bezüge aus dünnem Wachstuch anfertigen lassen, — sobald wir aber auf das Inlandseis kamen, wurden diese Bezüge kassirt.
Luftkissen aus Kautschuck als Unterlage für die Säcke hielt ich nicht für nothwendig, da die Säcke aus Rennthierfell waren; und da diese Luftkissen ziemlich schwer sind, ist es natürlich ein Vortheil, wenn man sie entbehren kann.
An Kleidungsstücken hatten wir, mit Ausnahme einiger Reservegegenstände, nicht viel mehr mit, als das, worin wir die ganze Zeit, seit wir Norwegen verlassen hatten, gingen und standen. Ausgenommen zwei „Päsker“ (Pelze) mit dazu gehörigen Beinkleidern aus Rennthierfell, welche die Lappen mithatten, und einer kleinen, mit Eichhornfell gefütterten Jacke, die ich mitnahm, freilich fast ohne Verwendung dafür zu haben, hatten wir keinerlei Pelzbekleidung mit, sondern waren von Kopf bis zu Fuß in Wolle gehüllt. Am bloßen Leibe trugen wir dünne, wollene Hemden und ebensolche Unterbeinkleider, dann kam eine dickere isländische wollene Unterjacke und darauf das Oberzeug, das aus einer Jacke für den Oberkörper, Kniebeinkleidern und Schneesocken für die Beine bestand und aus norwegischem Fries verfertigt war. Diese Bekleidung erwies sich als äußerst praktisch. Wollenes Zeug ist bei Strapazen, wie überall, das gesundeste, indem es der Transpiration freien Durchgang gewährt, wogegen Leinen, Baumwolle sowie Fellbekleidung dieselbe hemmen. Vor allen Dingen mußten wir es natürlich vermeiden zu schwitzen, da dies bei starker Kälte leicht eine Abkühlung mit nachfolgendem Erfrieren zur Folge haben kann. Wir mußten deshalb lieber allmählich, wenn wir warm wurden, von unsern Bekleidungsstücken ablegen, und so konnte es sich ereignen, daß die Mitglieder der Expedition bei einer Kälte von 20-30 Grad nur mit einer wollenen Unterjacke bekleidet waren und dabei schwitzten wie an einem Sommertage.
Bei Wind, sowie in Schnee- und Regenwetter pflegten wir über den wollenen Anzügen ein leichtes Kostüm von einer Art dünnem, braungefärbten Segeltuch oder ähnlichem Stoff zu tragen, das so imprägnirt sein sollte, daß es wasserdicht war, was übrigens keineswegs der Fall war. Bei Wind und in Schneewetter war dies Kostüm freilich ausgezeichnet, und wir benutzten es viel auf dem Inlandseise, es schützte vorzüglich gegen das feine Schneegestöber, das dem Staube gleicht und in alle Poren des wollenen Zeuges dringt, um es schließlich, wenn es schmilzt, völlig zu durchnässen.
An der Jacke dieses Segeltuch-Kostüms war eine Kapuze angebracht, die man über den Kopf ziehen konnte und die so groß war, daß man das ganze Gesicht damit bedecken und es auf diese Weise vortrefflich gegen den Wind schützen konnte, der bei der scharfen Kälte oft sehr beißend und durchaus nicht ungefährlich für Wangen und Nase war.
Als Fußbekleidung benutzten wir außer gewöhnlichen Schuhen („Pechdrahtschuhen“) auch die in Norwegen allgemein bekannten „Lauparsko“, die aus rohen Häuten oder — wie die unseren — aus gegerbtem Leder verfertigt sind. Die Sohlen bestehen aus einem Stück weichen Leders, das an den Seiten in die Höhe gebogen und mit einem Stück Oberleder auf der Oberfläche des Fußes zusammengenäht ist, ungefähr auf dieselbe Weise, wie die Lappen und Finnen mit ihren „Komagern“ und die Eskimos mit ihren „Kamikern“ verfahren. Etwas Aehnliches habe ich übrigens auch auf Island gesehen, obwohl die Schuhe hier häßlicher und klotziger gemacht waren, als bei uns. In diesen „Lauparschuhen“ trugen wir ein Paar dicke, gewalkte wollene Strümpfe, sowie ein Paar dicke Ueberstrümpfe von Ziegenhaar, das außer dem Vorzug, daß es warm hält, auch, gleich dem Queckgras (carex vesicaria) der Lappen, die Eigenschaft besitzt, alle Feuchtigkeit an sich zu ziehen und die Füße trocken zu halten.
Diese Lauparschuhe eignen sich vorzüglich als Fußbekleidung bei Benutzung von Ski und Truger. Sie sind stärker als „Hautschuhe“ (Hudsko[8]) und „Finnenschuhe“, haben aber den Nachtheil, nicht so warm zu sein wie diese. So konnte es z. B. vorkommen, daß wir am Abend Mühe hatten, die Schuhe von den Füßen zu ziehen, indem Strümpfe, Ueberstrümpfe und Schuhe fest aneinander gefroren waren. Die beiden Lappen hatten jeder zwei Paar Finnenschuhe mit und noch eines außerdem, welches von dem jüngsten Lappen zum Geschenk für mich bestimmt war. Diese Finnenschuhe sind, wenn sie gut sein sollen, aus der Haut der Beine des Rennthierochsen gemacht; die Fellstücken werden mit den Haaren möglichst 24 Stunden in eine starke Borkenlauge (von Birkenrinde oder dergl.) gelegt, oder auch mit Theerwasser gegerbt. Das Fell der Hinterbeine wird zu den Sohlen und Seiten verwendet, während aus dem Fell der Vorderbeine die Oberstücke verfertigt werden. Diese Fellstücken werden so zusammengenäht, daß die Haare nach außen wenden. Aehnliche Schuhe verfertigt man auch aus dem Stirn- und Kopffell der Rennthiere. Diese Schuhe, die gewöhnlich „Skaller“ genannt werden, sind wärmer, als die vorhin erwähnten, aber nicht so haltbar.
Diese Finnenschuhe, bei denen also die Haare nach außen stehen, sind sehr warm und eignen sich vorzüglich zum Skilauf. Die Lappen füllen sie mit Queckgras (carex vesicaria) und stecken ihre Füße nackt ohne Strümpfe hinein. Der Grund, weshalb ich nicht selber solche für die Mitglieder der Expedition mitgebracht hatte, lag in meiner Befürchtung, daß sie der Nässe zu sehr ausgesetzt sein würden, was sie nicht vertragen können. Die Finnenschuhe müssen in der Beziehung sehr sorgfältig behandelt werden, wenn sie nicht sehr bald ruinirt werden sollen. Von Feuchtigkeit merkten wir freilich nicht viel. Die Finnenschuhe, die ich von Balto erhielt, zog ich einige Meilen von der Ostküste entfernt an und benutzte sie fast den ganzen Weg bis zur Westküste, dann trug ich sie während des Winters viel, und selbst als ich sie nach Norwegen mit zurückbrachte, waren sie nicht verschlissen. Das ist sehr viel, wenn man in Betracht zieht, daß sie nicht neu waren, als ich sie erhielt, — Balto hatte sie schon während des vorhergehenden Winters benutzt. Ich überzeugte mich auf diese Weise zur Genüge von der Zweckmäßigkeit der Finnenschuhe auf Reisen wie der unsern und kann sie für solche Zwecke auf das wärmste empfehlen. Sie wiegen ganz verschwindend wenig, so daß man, ohne es zu merken, ein oder zwei Paar als Reserve mitnehmen kann. Wie bereits erwähnt, müssen sie freilich, wenn sie halten sollen, gut behandelt werden, — sind sie naß geworden, so soll man sie am liebsten vor dem Schlafengehen umwenden, so daß die Haarseite nach innen kommt, sie dann anziehen und die Nacht über damit liegen. Auf diese Weise trocknet die Fellseite, und das ist das wichtigste, um das Ausfallen der Haare zu vermeiden.
An den Händen trugen wir große wollene Fausthandschuhe, sogen. „Lovanter“, über diese pflegten wir bei starker Kälte oder bei Wind große Fausthandschuhe aus Hundefell, mit der rauhen Seite nach außen gekehrt, zu tragen. Die Lappen benutzten gewöhnliche „Lappevanter“ aus Rennthierfell mit der Haarseite nach außen. Wenn man diese Handschuhe mit Queckgras füllt, wie die Finnenschuhe, so sind sie sehr warm. Für die Benutzung und Behandlung von Instrumenten und Zeichengeräthschaften brachte ich wollene Fingerhandschuhe mit.
Auf den Köpfen hatten wir Mützen aus wollenem Stoff, die zum Herunterklappen über Ohren und Nacken eingerichtet waren. Außerdem hatten wir Kapuzen von Fries und die bereits oben erwähnten Kapuzen an unsern Segeltuchjacken. Wenn wir dies alles aufhatten, so war unser Kopf gegen die schärfste Kälte, ja, gegen den beißendsten Wind wohlverwahrt.
Von großer Bedeutung für eine Schlittenexpedition sind Schneebrillen, um einer Schneeerblindung vorzubeugen. Was es zu bedeuten hat, wenn man eine solche Kleinigkeit vergißt, davon giebt Majsejews Expedition nach Novaja Semlja im Jahre 1839 ein deutliches Beispiel, indem der Mangel an Schneebrillen die Ausführung der ganzen Expedition verhinderte. Wir wandten Brillen aus dunklem, rauchfarbigem Glas an, theils ohne, theils mit Körben von Drahtgeflecht an den Seiten, um gegen das von unten und von den Seiten eindringende Licht zu schützen. Ich selber benutzte hauptsächlich eine Brille von letzterer Form, die ich von Nordenskjöld erhalten hatte und die ich vorzüglich fand.
Außer diesen Brillen mit dunklem Glas wurden auch Brillen von schwarzem Holz, die vor jedem Auge eine horizontale Spalte hatten, benutzt, ähnlich den Brillen, deren sich verschiedene Polarvölker bedienen. Diese Form von Brillen ist außerordentlich zweckmäßig und hat den Vorzug vor den anderen, daß sie keine Gläser haben, welche bei feuchter Luft beschlagen und den Augen hinderlich sind. Auf der anderen Seite dagegen haben sie den Nachtheil, daß sie den Gesichtskreis sehr beschränken. Besonders wenn man sich auf Schneeschuhen bewegt, hat es seine großen Schattenseiten, den Boden unter sich nicht sehen zu können. Diesem Uebelstande könnte vielleicht durch eine vertikale Spalte, die quer über die horizontale läuft, abgeholfen werden.
Unser Zelt, das Lieutenant Ryder in Kopenhagen mir freundlich verschafft hatte, ließ ich so einrichten, daß es in fünf Stücken voneinander genommen werden konnte, — es bestand aus zwei Seitenstücken, zwei Endstücken und dem Boden, der aus wasserdichtem Segeltuch verfertigt war. Bei dieser Einrichtung war ich darauf bedacht gewesen, alle Theile des Zeltes während einer Segelfahrt als Segel für unsere Schlitten benutzen zu können, aber die Seiten- und Endstücke des Zeltes waren von so dünnem, leichtem Baumwollstoff, daß ich fürchtete, der Wind könne sie zerreißen, und es würde, gelinde gesagt, unangenehm gewesen sein, auf die Weise das Zelt einzubüßen, obendrein bei einer solchen Kälte und einem solchen Schneegestöber, wie wir es hatten. Der Baumwollstoff, aus dem das Zelt bestand, leistete uns übrigens vorzügliche Dienste, sowohl gegen Regen als auch gegen Wind und Schnee, und da es nothwendig ist, daß das Zelt des Gewichtes halber aus so dünnem Stoff wie möglich angefertigt ist, so möchte ich künftigen Expeditionen den Rath geben, das ganze Zelt mit dem Fußboden, der freilich gleich dem unseren aus wasserdichtem Segeltuch bestehen muß, zu einem einzigen zusammenhängenden Stück zusammennähen zu lassen; dies erhält so die Form eines Sackes und hat nur eine einzige Oeffnung, nämlich die Zeltthür, und zwei Löcher im Boden für die Zeltstangen, welche durch diese hindurch in den Schnee festgerammt werden. Ist das Zelt auf diese Weise eingerichtet, so kann man den starken Segeltuchboden ebenso gut als Segel benutzen, indem man das übrige dünne Zelttuch zusammengebunden an der Vorderseite herabhängen läßt; hierdurch vermeidet man die Unannehmlichkeit, unter der wir litten, daß nämlich durch die Ritzen, welche infolge des Zusammenschnürens der verschiedenen Stücke entstehen, der Schnee ins Zelt hineindringt. Bei uns war das weniger praktisch eingerichtet, und es konnte bei Schneegestöber vorkommen, daß wir, wenn wir am Morgen die Köpfe aus den Schlafsäcken heraussteckten, diese vollständig mit Schnee bedeckt fanden. Der Raum in unserem Zelt war gerade groß genug, daß unsere beiden dreischläfrigen Schlafsäcke Platz auf dem Fußboden hatten, wenn sie so hingelegt wurden, daß die Oeffnung des einen nach derselben Richtung hin lag wie der Boden des anderen Sackes. Die Zeltstangen, drei an der Zahl, zwei aufrecht stehende und eine, welche längs des Firstes lag, waren aus Bambusrohr und erwiesen sich als sehr brauchbar, — die beiden kleineren wurden natürlich auch zu Skistäben verwendet. Die Pardunen wurden vermittels eiserner Haken befestigt, die eine breite blattförmige Klammer hatten, welche Widerstand gegen den Schnee leisten konnte. Das genaue Gewicht unseres Zeltes, nachdem ich es durch verschiedene Aenderungen bedeutend verringert hatte, ist mir leider entfallen. Ich entsinne mich jedoch, daß es mit Pardunen, Zelthaken und Stangen ein Gewicht von 8 Kilogramm nicht überstieg.
Es stand sehr fest im Schnee, bei stürmischem Wetter befürchteten wir freilich mehrfach, daß es springen würde, und ich möchte deswegen gute Sturmpardunen empfehlen, — wir hatten allerdings auch einige, aber ein paar davon sprangen oben beim Befestigungspunkt und waren nachher nicht wieder auszubessern.
Der Kochapparat spielt auf einer Schlittenexpedition eine äußerst wichtige Rolle, denn er soll uns, wenn alles gefroren ist, jeden Tropfen Trinkwasser liefern, den wir nicht vermittelst unserer Leibeswärme schmelzen können. Vor allen Dingen kommt es bei dem Kochapparat darauf an, daß er das Brennmaterial vollständig ausnützt, das heißt, daß es so vollständig wie möglich verbrennt und so die dadurch entwickelte Wärme bis aufs Aeußerste ausgenutzt wird. Das Gewicht eines der wichtigsten Theile der Bagage kann dadurch auf ein Minimum reducirt werden.
Als Brennmaterial steht zweifelsohne der reinste Spiritus unübertroffen da. Außer anderen Vorzügen wie Reinlichkeit etc. hat er den — wenigstens in der Praxis — im Verhältniß zu seinem Gewicht die größte Wärme zu geben. Zwei Schattenseiten sind jedoch damit verknüpft, einmal, daß er infolge seiner Eigenschaft als Flüssigkeit leicht verschüttet werden kann, was jedoch durch sichere Behälter und starke Hähne, sowie eine vorsichtige Behandlung zu vermeiden ist, — ferner daß er trinkbar ist und unter kritischen Verhältnissen zu einer großen Versuchung, selbst für den Besten werden kann. Dies läßt sich freilich verhindern, indem man ihn durch Zusatz von Methyl-Alkohol unschmackhaft macht, wie wir es thaten.
Die Idee zu unserem Kochapparat hatte ich ursprünglich demjenigen entnommen, der bei Greelys Expedition (s. seinen Bericht S. 207) angewandt wurde, und nach mehreren mit meinem Freund Kand. L. Schmelek in dessen chemischem Laboratorium angestellten Versuchen blieben wir bei dem in obenstehender Figur abgebildeten Apparat stehen. Die Einrichtung wird aus dieser Zeichnung hoffentlich leicht ersichtlich sein. Der unterste Raum enthält eine Spirituslampe mit sechs Dochten. Die Luft dringt durch im Boden befindliche Oeffnungen in solcher Menge ein, daß sie eine vollständige Verbrennung bewirkt, gleichzeitig muß sie durch die Flammen oder in der Nähe derselben passiren und wird auf diese Weise verbrannt oder erwärmt, so daß keine kalte Luft in den Apparat hinein kommen kann. Ist letzteres aber nothwendig, z. B. falls der Wärmeraum oder der Spiritusbehälter zu stark erhitzt wird, was leider oft bei uns der Fall war, so läßt sich durch Oeffnen von drei Löchern in den Seiten des Wärmeraums kalte Luft neben den Flammen zuführen. Das Kochgeschirr, das auf den Wärmeraum gesetzt wird, ist aus verzinntem Kupfer. Es ist hoch und cylinderförmig, durch die Mitte geht ein gleichfalls aus Kupfer bestehender Schornstein, durch den die erwärmte und verbrannte Luft aus dem Wärmeapparat bis unter den Boden eines breiten, flachen Kupfergeschirres aufsteigt, das auf dem Kochgeschirr steht und nur zum Schmelzen von Schnee dient. Nachdem die Luft jedenfalls einen großen Theil ihrer Wärme dem Schornstein im Kochapparat und dem Boden des Gefäßes, das darüber steht, mitgetheilt hat, entweicht sie dann wieder durch Löcher an den Seiten unter diesem Geschirr.
Der untere Kochtopf wie das obere Gefäß sind an den Seiten durch dicken Filz beschützt, das obere Gefäß ist außerdem mit einem Deckel bedeckt.
Bei Schnee von ungefähr -40° C. und einer Luft von ungefähr gleicher Temperatur bedurfte es etwa einer Stunde, bis ich das Kochgefäß mit kochender Schokolade und das obere Geschirr mit Wasser gefüllt hatte, dessen Temperatur ein wenig über dem Schmelzpunkt betrug. Ich hatte dann volle 5 Liter Schokolade und nicht ganz 4 Liter Wasser. Hierzu hatte ich, wenn ich vorsichtig war, ungefähr 0,35 Liter Spiritus oder ein wenig mehr verbraucht.
Bei einigen Versuchen, die von Professor Sophus Torup nach unserer Rückkehr auf dem physiologischen Laboratorium in Kristiania angestellt sind, hat es sich gezeigt, daß unser Kochapparat selbst unter günstigen Verhältnissen nur 52% von dem Brennwerth des verbrauchten Alkohols ausnutzt, — was eine sehr schlechte Ausnutzung des Brennmaterials bedeutet. Frühere Expeditionen sind doch in dieser Beziehung kaum günstiger gestellt gewesen.[9] Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Spiritusverbrauch durch fortgesetzte Verbesserungen in bedeutendem Grade verringert werden könnte.
Um auch die Körperwärme zum Schmelzen zu verwerthen, hatte jeder Mann eine Flasche von dünnem Eisenblech zum Füllen mit Schnee bei sich, die man infolge ihrer flachen, abgerundeten Form ohne alle Beschwerde auf der Brust tragen konnte.
Der Proviant einer Schlittenexpedition muß im wesentlichen aus getrockneten Nahrungsmitteln bestehen, da diese im Verhältniß zu ihrem Gewicht am nahrhaftesten sind. Hermetische Sachen sind zwar gesunder und leichter zu verdauen, haben aber ein zu großes Gewicht, so daß man sie nur in geringem Maßstabe verwenden kann.
Ich hatte im voraus berechnet, daß wir pro Tag ¼ kg oder etwas mehr gedörrtes Fleisch, ein eben solches Quantum Fett, sowie ein etwas größeres Quantum gedörrtes Brot gebrauchen würden, dazu kamen dann verschiedene andere Sachen wie Schokolade, Zucker, Fleischpepton, Erbsensuppe etc., so daß sich die Ration pro Kopf täglich auf ein Kilogramm oder ein wenig mehr feste Nahrung belaufen würde.
Unsere Tagesration pro Mann würde ungefähr folgendermaßen lauten: 200 gr Albuminstoff, 240 gr Fett, 230 gr Mehlstoff und Zucker. Nun berechnet man nach zahlreichen angestellten Versuchen, daß ein stark arbeitender Mann, z. B. ein preußischer Soldat bei strengem Dienst zu seiner Ernährung
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191
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gr
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Albuminstoff,
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63
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gr
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Fett,
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607
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gr
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Mehlstoff und Zucker
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gebraucht.
Zieht man in Betracht, daß 100 gr Fett an Nährwerth 230 gr Mehlstoff oder Zucker entsprechen, so würde unsere Tagesration sich im Vergleich hiermit folgendermaßen gestellt haben:
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200
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gr
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Albuminstoff,
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63
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gr
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Fett,
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637
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gr
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Mehlstoff und Zucker
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Da nun infolge der starken Kälte, der wir ausgesetzt waren, das Bedürfniß nach Kohlehydraten stieg, dürfte unbestritten bleiben, daß unsere Tagesrationen nicht als überreichlich angesehen werden können, doch glaube ich, daß sie trotzdem ausreichend gewesen wären, wenn wir nur die verschiedenen Stoffe in dem angegebenen Verhältniß gehabt hätten. Aber infolge eines Mißverständnisses schlich sich in unsere Verproviantirung ein Fehler in Form eines Mangels an Fettstoff ein, der uns auf höchst unangenehme Weise fühlbar werden sollte. Herr Beauvais in Kopenhagen, der uns unser Pemikan (gedörrtes Fleisch mit Fett vermischt) liefern sollte, hatte mir mitgetheilt, daß er Pemikan auf amerikanische Weise zubereite. Ich hatte keine Gelegenheit, mündlich mit ihm hierüber zu sprechen, da ich aber von der Voraussetzung ausging, daß sein Pemikan wie das gewöhnliche amerikanische zur Hälfte oder zum Dritttheil aus Fett und im übrigen aus gedörrtem Fleisch bestehe, so bestellte ich das berechnete Quantum bei ihm. Im letzten Augenblick auf der Durchreise durch Kopenhagen erfuhr ich indessen, daß sein Pemikan sorgfältig von allem Fett gesäubert sei. Dies war eine unangenehme Ueberraschung, da ich aber ein ziemliches Quantum Butter und Leberpastete mitgenommen hatte, so dachte ich, daß wir trotzdem fertig werden könnten. Das hielt jedoch ziemlich schwer, und so kam es denn, daß wir von einem förmlichen Heißhunger nach Fett verzehrt wurden, von dem sich Niemand, der es nicht durchgemacht hat, eine Vorstellung machen kann. Beauvais’ gedörrtes Fleisch war übrigens vorzüglich.
Auf Kapitän Hovgaards Rath machte ich einen Versuch mit Beauvais’ Leberpastete, die ich jedoch ganz unzweckmäßig für eine Schlittenreise fand, denn erstens ist sie im Verhältniß zu ihrem Nahrungswerth zu schwer, und zweitens enthält sie Wasser, welches friert und sie in der Kälte so hart macht, daß wir mehrere Messer daran zerbrachen und schließlich unsere Zuflucht zu der Axt nahmen, doch mußten wir dann herumlaufen, um die Stücken aufzusammeln, die weit über die Schneefläche hinsprangen.
Aeußerst zweckmäßig ist Rousseaus Fleischpulver-Schokolade, welche die beiden guten Eigenschaften, nahrhaft und schmackhaft zu sein, verbindet. Ich führte davon 20 Kilogramm mit mir, die bei dem Fabrikanten in Paris bestellt waren. Nach der angegebenen Analyse soll diese Schokolade nicht weniger als 20% Fleischpulver enthalten; wir verzehrten sie in kleinen Portionen während des Marsches, und sie wirkte außerordentlich belebend auf uns. Mit genügend Fett daneben müßte sie ausgezeichnet sein. Sie ist nach meiner Erfahrung sehr leicht verdaulich, was das Pemikan nicht ist. Dies hat sowohl seine Schattenseiten wie seine Vortheile. Ist ein Stoff zu leicht verdaulich, so wird er gleich in den Körper aufgenommen, und der Magen ist bald wieder leer, man hat das Gefühl wieder hungrig zu sein, deshalb muß man häufiger essen. Auf der anderen Seite ist ein Stoff wie das Pemikan sicher für manchen Magen zu schwer verdaulich, infolgedessen geht eine Menge Nahrung durch den Ernährungskanal, ohne ausgenutzt zu werden.
Im ganzen muß es als absoluter Vorzug für eine arktische Expedition betrachtet werden, daß die Nahrungsmittel so leicht verdaulich wie möglich sind, man muß daher bestrebt sein, sich solche in so ausgedehntem Maße wie möglich zu verschaffen. Der Nutzwerth der verdaulichen Stoffe ist im Verhältniß zu ihrem Gewicht weit größer als der von weniger leicht verdaulichen Stoffen.
Als Brot verwandten wir theils schwedisches „Knäkkebröd“, das sehr leicht ist und den Vorzug hat, nicht trocken zu schmecken und dadurch die Empfindung des Durstes zu erregen, theils Fleischkakes, die wir extra in England bestellen mußten, und die außer Mehl noch einen bestimmten Prozentsatz Fleischpulver enthalten. Diese Kakes sind wohlschmeckend und zugleich sehr nahrhaft.
Als warmes Getränk, was zwar keine Nothwendigkeit, aber doch eine große Annehmlichkeit ist, verwendeten wir des Morgens gewöhnlich Schokolade und des Abends Erbsensuppe. Die Schokolade wurde selbstverständlich nicht aus Fleischschokolade bereitet, die nur roh verzehrt wurde, sondern ausschließlich aus Vanilleschokolade. Zur Erbsensuppe benutzten wir die deutsche Erbswurst von A. Schörke & Co. in Görlitz. Auch Bohnenwurst und Linsenwurst benutzten wir. Diese Präparate enthalten außer gemahlenen Erbsen, Bohnen oder Linsen auch Speck und Schinken. Ich versuchte ein ähnliches Londoner Fabrikat, doch war es nicht wie das deutsche mit Fett gemischt, was dies so wohlschmeckend für uns machte.
Wir hatten ferner Kaffee und Thee mitgenommen, den ersteren in Form von Kaffeeextrakt in einem Quantum von ungefähr 1½ Liter. Nachdem wir uns desselben ein paarmal des Nachmittags und des Abends bedient und die Erfahrung gemacht hatten, daß man sich allerdings sehr wohl und neubelebt durch das Getränk fühlt, daß man aber die Nacht darauf desto schlechter oder garnicht schläft,[10] so beschränkte ich den Gebrauch des Kaffees auf einzelne Morgen, da er uns aber auch dann nicht sonderlich bekam, so wurde er zum Schreck und Kummer der Lappen völlig verbannt, bis wir in die Nähe der Westküste gekommen waren.
Thee ist nach meiner Erfahrung weit weniger schädlich als Kaffee, löscht außerdem den Durst bedeutend besser. Dünner Thee mit kondensirter Milch und Zucker wurde daher häufiger verwendet, besonders des Morgens, als unsere Schokolade verbraucht war.
Im ganzen geht meine Erfahrung völlig gegen den Gebrauch narkotischer Genußmittel, sei es Kaffee, Thee, Tabak oder spirituöser Getränke. Eine gesunde Lebensregel ist, daß man zu allen Zeiten so natürlich und einfach wie möglich leben soll, vor allem aber gilt dies, wo es sich um ein Leben mit starken Strapazen, besonders in einem kalten Klima handelt. Glaubt man etwas zu erreichen, indem man Körper und Seele durch künstliche Mittel stimulirt, so verräth man, meiner Meinung nach, außer einer Unkenntniß der einfachsten physiologischen Gesetze entweder einen Mangel an Erfahrung oder auch einen Mangel an Fähigkeit, seine Erfahrungen auszunutzen. Es scheint doch so einfach und selbstverständlich, daß man im Leben nichts erhält, ohne auf irgend eine Weise dafür bezahlen zu müssen, und daß infolgedessen künstliche Reizmittel, selbst wenn sie keine direkte schädliche Wirkung hätten, was zweifelsohne der Fall ist, doch keinen andern Zweck haben als ein zeitweiliges Aufflackern mit einer nachfolgenden Erschlaffung. Künstliche Reizmittel, mit Ausnahme von Schokolade, die nahrhaft und sanft stimulirend ist, führen dem Körper keine nennenswerthen Nährstoffe zu, und was man für den Augenblick an Kräften auf Vorschuß erhält, muß man im nächsten Moment mit entkräftender Erschlaffung bezahlen. Von Einzelnen wird sicher der Einwand erhoben werden, daß es Fälle giebt, wo es nur darauf ankommt, für einen kurzen Augenblick Kräfte zu haben; hierauf muß ich jedoch erwidern, daß ich nicht einsehen kann, auf welche Weise ein solcher Fall auf einer langen Schlittenexpedition eintreten sollte, wo es sich im Gegentheil um eine so regelmäßige und sichere Arbeit wie nur möglich handelt.
Dies Alles mag Vielen so selbstverständlich erscheinen, als bedürfe es der Erwähnung nicht, trotzdem aber sieht man bis in die neuesten Zeiten arktische Expeditionen, versehen mit großen Ladungen nicht allein von Tabak, sondern auch von schädlichen Reizmitteln wie spirituösen Getränken, ausziehen. Charakteristisch ist z. B. das Verzeichniß über die Getränke, welche die zweite deutsche Nordpolexpedition (siehe den Bericht derselben, Einleitung S. 44 und 46) auf den beiden Schiffen „Germania“ und „Hansa“ mit sich führte. Es ist traurig, wenn diese verkehrte Auffassungsweise solche Folgen nach sich zieht, wie dies bei der Greely-Expedition, der letzten großen Tragödie in der arktischen Entdeckungsgeschichte, der Fall war. Wenn man hier sieht, wie z. B. der kühne Sergeant Rice, ausgehungert, todtmüde und erfroren, sich durch ein Quantum Rum, dem er sogar noch Ammoniak, das Schlimmste, worauf er verfallen konnte, zufügt, retten zu können glaubt und wie er dann unmittelbar darauf in den Armen seines Freundes Friedericks stirbt, während sich dieser seiner Kleider bis auf das Hemd beraubt, um die erstarrenden Glieder seines Freundes zu erwärmen, — da kann man nicht umhin, sich eigenartig durch den Gedanken berührt zu fühlen, daß so viel Energie, so viel Muth und so viele edle Selbstaufopferung nutzlos verschwendet werden soll. Ich will nicht einmal der unheimlichen Bacchanale Erwähnung thun, welche die Theilnehmer jener Expedition in diesen ungastlichen Gegenden, vom Tode umringt, veranstalteten. Außer der erschlaffenden Wirkung, welche der Alkohol auf die Ausdauer ausübt, indem er durch ein Herabsetzen der Körpertemperatur und eine Verringerung der Verdauungsthätigkeit geradezu schädlich wirkt, — so schwächt er auch die Energie und die Unternehmungskraft, und zwar in erhöhtem Maße, wenn die Leute, wie es auf der Greely-Expedition der Fall war, ausgehungert und fast erfroren sind.
Was soll man aber sagen, wenn ein so erfahrener Polarreisender wie Julius Payer in seinem Buch über die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition (1872-74) sagt, daß eine tägliche geringe Ration Rum auf einer längeren Schlittenreise, besonders bei sehr niedriger Temperatur, fast unentbehrlich ist (s. S. 224), während doch Branntwein gerade bei einer niedrigen Temperatur am schädlichsten wirkt und bekanntlich eine Verringerung der Körperwärme statt eine Erhöhung derselben hervorbringt. Freilich sind sehr viele Menschen in diesem Irrthum befangen, weil sie nach dem Genuß von Branntwein fühlen, daß er „inwendig erwärmt“, und weil sie nach einem guten Mittag mit vielen starken Weinen warm werden.
Viele sind der Ansicht, daß man den Branntwein, selbst wenn man ihn nicht zu den täglichen Rationen benutzt, doch mitnehmen sollte, um ihn als Medizin zu verwenden. Ich würde dieser Auffassung beistimmen, wenn man mir einen einzigen Fall nachweisen könnte, wo der Genuß von Branntwein zweckmäßig ist, so lange dies aber nicht geschieht, beharre ich bei meiner Ansicht, daß selbst der Vorwand, Branntwein mitzunehmen, an und für sich schon verwerflich ist.
Es ist entschieden das Richtigste, den Alkohol als Getränk von den arktischen Expeditionen völlig auszuschließen.[11]
Weniger schädlich als spirituöse Getränke auf den Expeditionen ist der Tabak, aber auch er (sowohl der Rauch- wie der Kautabak) wirkt bei starken Anstrengungen in hohem Grade schädlich, selbstverständlich nicht am wenigsten auf Expeditionen, wo Speisen und Getränke nicht allzu reichlich vorhanden sind. Er hat nicht allein einen ungünstigen Einfluß auf das Verdauungssystem, sondern er erschlafft auch die Körperkräfte und verringert die Nervenkraft, die Ausdauer und Zähigkeit. Bei der völligen Ausschließung des Tabaks von den Expeditionen muß indessen ein Umstand in Betracht gezogen werden, der in Bezug auf den Alkohol wegfällt (da man wohl nicht in die Verlegenheit kommt, Trinker mitzunehmen), — nämlich der, daß die meisten Menschen so an den Tabak gewöhnt sind, daß sie ein völliges Entbehren desselben sehr schmerzlich empfinden würden. Aus diesem Grund ist es gewiß nicht rathsam, einen allzu krassen Uebergang zu machen, man soll lieber den Verbrauch des Tabaks successive vermindern. Auf der anderen Seite aber soll man es auch vermeiden, allzu starke Raucher oder Kauer mitzunehmen.
Vier von den Theilnehmern an unserer Expedition rauchten (der alte Lappe Ravna und ich selber waren Nichtraucher), aber unser Tabaksvorrath war nur klein. Auf der Wanderung durch Grönland wurde nur jeden Sonntag und außerdem bei feierlichen Veranlassungen eine Pfeife geleistet.
Außer dem oben erwähnten Proviant führten wir mit uns: Butter, gedörrte Scholle (Queite), die sehr fett ist und daher sehr geschätzt wurde, ein wenig Schweizerkäse, ein wenig „Myseost“, zwei Dosen Haferkakes, einige eingemachte Preißelbeeren, gedörrten Kerbel, ein wenig Fleischpepton, eine ganze Anzahl von Dosen mit kondensirter Milch etc.
Außerdem erhielten wir als Geschenk von der Hermetischen Fabrik in Stavanger eine ganze Reihe von Sachen, die mitgenommen wurden und uns während unseres Lebens im Treibeise und in den Böten an Grönlands Ostküste vorzüglich mundeten, und diesen extra hinzukommenden Leckerbissen hatten wir es zu verdanken, daß unser Proviant, der, wie aus meinem Plan (s. S. 10) ersichtlich ist, auf 2 Monate berechnet war, doch für die 2½ Monate ausreichte, die vergingen von dem Augenblick an, als wir den „Jason“ verließen, bis zu dem Tage, wo Sverdrup und ich Godthaab erreichten, — ja wir behielten sogar noch etwas Proviant, besonders gedörrtes Fleisch, übrig, wovon Mehrere von uns noch lange nachdem wir nach Godthaab gekommen waren, aßen. Selbst in der Weihnachtszeit verzehrten wir noch gedörrtes Fleisch, das die Reise über das Inlandseis gemacht hatte.
Als zu der Verproviantirung gehörig können auch zwei doppelläufige Gewehre mit Munition genannt werden. Jedes Gewehr hatte einen Büchsenlauf von 9 mm Durchmesser und einen Hagellauf (Kaliber 20).
Bei einem Kaliber von so geringer Dimension erzielt man, daß das Gewicht der erforderlichen Munition bedeutend reduzirt wird, und ich fand es völlig ausreichend, sowohl für Seehunde als für Seevögel. Sie genügen in den Händen eines sicheren Schützen auch für die Eisbärenjagd. Das Wichtigste ist hier wie überall das, was sich hinter dem Kolben befindet.
Der Zweck dieser Gewehre war ein doppelter — einmal wollten wir uns vermittelst derselben Proviant an der Ostküste verschaffen, besonders falls eine Ueberwinterung nothwendig sein sollte; aus dem Grunde beabsichtigte ich auch eine Büchse mit Munition an der Ostküste zu deponiren, — ferner wollten wir uns auf diese Weise mit frischem Proviant versehen, falls wir die Westküste erreichten, ohne gleich Menschen zu treffen, denn wenn man nur die Küste, eine Büchse und etwas Munition hat, so kann es nicht an Lebensmitteln fehlen.
An wissenschaftlichen Instrumenten führte die Expedition folgendes mit:
1 Theodolit, ein vorzügliches vom Instrumentenmacher Olsen in Kristiania angefertigtes Instrument. Es war jedoch ein wenig schwer (es wog ungefähr 3,2 kg) und hatte ein nicht viel leichteres Stativ, dafür gab es aber ausgezeichnete Observationen, sowohl terrestrische als astronomische. Für künftige Expeditionen möchte ich allerdings empfehlen, sowohl dies Instrument, als auch andere aus Aluminium anfertigen zu lassen. Das Gewicht würde sich dadurch bedeutend verringern lassen.
1 Sextanten mit künstlichem Horizont. Es war dies ein kleiner Taschensextant von Perken, Son & Rayment in London, ein feines kleines Instrument, das uns vorzügliche Dienste leistete. Zum Horizont verwendeten wir Quecksilber, — um die Mittagsstunde war es niemals so kalt, daß dies fror. Da Quecksilber sehr schwer ist, glaube ich, daß z. B. Oel zweckmäßiger für den Horizont zu verwenden wäre.
1 Peilscheibe mit drei Bussolen (Kompassen) zur Messung der Abweichung, sowie zu trigonometrischen Messungen.
5 Taschenkompasse.
3 Aneroidbarometer von Perken, Son & Rayment in London.
1 Hypsometer oder Kochbarometer mit zwei dazu gehörigen feinen Thermometern. Das Prinzip dieses Barometers beruht auf einer genauen Bestimmung von dem Siedepunkt des reinen Wassers, der sich ja bekanntlich mit dem Luftdruck verändert und infolgedessen auch mit der Höhe. Ich fand dies Barometer sehr bequem, und infolge seines unbedeutenden Gewichts eignet es sich ganz vorzüglich für eine Expedition wie die unsere, wo ein Quecksilber-Barometer selbstverständlich zu schwer und zu umständlich zu transportiren ist.
6 Schwingethermometer. Diese sind darauf eingerichtet, an eine Schnur gebunden und mit großer Schnelligkeit in der Luft herum geschwungen zu werden. Hierdurch kommt die Thermometerkugel mit so viel Luft in Berührung, daß die Einwirkung der Sonnenstrahlen auf sie verhältnißmäßig gering wird, und man so mit Leichtigkeit selbst mitten im Sonnenschein die Temperatur der Luft messen kann.
Bindet man einen ganz dünnen Stoff wie Gaze oder dergl. über die Kugel eines Schwingthermometers, so hat man, indem man diesen Stoff anfeuchtet, ein gutes Mittel, den Feuchtigkeitsgrad der Luft durch Vergleichung mit einem andern Thermometer zu messen.
1 Minimumthermometer und
1 Spiritusthermometer.
4 Ankeruhren, sog. Halbchronometer; gewöhnliche Taschenchronometer eignen sich kaum für derartige Expeditionen, da sie in gewissen Stellungen leicht stehen bleiben. Wir hatten übrigens ein merkwürdiges Unglück mit unseren Uhren, indem eine infolge eines Falles stehen blieb, — eine zweite ging, wahrscheinlich aus demselben Grunde, ein wenig unzuverlässig, — eine dritte, nämlich eine ältere, mir gehörige Uhr, blieb wahrscheinlich infolge von Schmutz stehen, — nur die vierte hielt sich die ganze Zeit hindurch gut und erwies sich als vorzügliche Uhr.
Ich glaube, daß die Expedition in betreff der Instrumente besonders gut ausgerüstet war, und dies hatten wir im wesentlichen Herrn Professor H. Mohn, dem Direktor des meteorologischen Instituts in Kristiania, zu verdanken. Mit unermüdlichem Eifer nahm er sich unserer wissenschaftlichen Ausrüstung an, und wenn wir werthvolle Observationen zu machen im stande waren, so haben wir ihm dafür zu danken.
Infolge einer Aufforderung von Professor Petterson in Stockholm nahm ich die nothwendigen Instrumente mit, um für ihn auf der Reise Luftproben zu sammeln. Diese Proben werden in einer Menge mittelgroßer Glascylinder genommen, die sorgfältig von Luft gereinigt und zugeschmolzen sind. Sobald sie geöffnet wurden, füllten sie sich natürlich sogleich mit Luft, und wenn man sie dann sorgfältig zuschmilzt, was vermittelst einer Spirituslampe und eines eigens dazu eingerichteten Blaserohrs leicht geschehen kann, so enthalten sie Luft, die man nun so weit man will transportiren kann.
Ein unentbehrlicher Artikel auf allen modernen Entdeckungsreisen ist ein Photographir-Apparat. Ich hatte einen kleinen Apparat mit zwei Rollkassetten für Papierrollen mit empfänglicher Gelatinfilm mitgenommen.[12]
Es wäre zu schwer und unpraktisch gewesen, wenn ich hätte Glasplatten transportiren wollen. Um die Papierrollen zu wechseln, führte ich auch zwei rothe Laternen mit, eine aus Papier und eine aus Glas. Hierzu nahm ich fünf Stearinlichte mit.
An weiteren Instrumenten, Geräthschaften etc. führten wir mit uns: 2 Aluminium-Fernröhre, 2 Podometer, 1 Axt, diverses kleineres Werkzeug wie Messer, Feile, Pfriem, Pechdraht etc., Nähnadeln, Kneifzange, Schraubenzieher, kleine Schrauben für die Stahlplatten unter den Schlittenschienen etc. Außerdem Gewichte zum Auswägen des Proviants, sog. Steigeisen aus Tyrol, Zacken, die in die Stiefelsohlen geschroben werden, Manilla-Alpenseile, diverse Reserveleinen für Schlitten etc., Eispickel mit Schäften aus Bambusrohr — diese wurden auch zu Skistäben verwendet —, einen Stahlspaten, der auf einen der Stäbe geschraubt werden konnte und der zum Schneeschaufeln benutzt werden sollte, hauptsächlich, um einen guten Zeltplatz zu schaffen oder um Schneehütten zu bauen, falls das Zelt vernichtet würde, mehrere Bambusstangen zu Masten und Steuerstangen während der Segelfahrt mit Schlitten wie mit Böten; ein starkes Ziehtau, um Boot und Schlitten über schwierige Stellen hinwegzuziehen, Zeichengeräthschaften, Skizzenbücher und Notizbücher, Logarithmentabellen, Seekalender für d. J. 1888 und 1889 etc. Ein großes Brennglas, Feuerstein, Stahl und Lunte, Zündhölzer, die zum Theil in luftdicht verschlossenen Blechdosen an verschiedenen Stellen der Bagage aufbewahrt waren, damit wir selbst, wenn einige verloren gingen, doch genug hätten. Drei 10literhaltige Spiritusfässer, Persennings, theils aus wasserdichtem Segeltuch, theils aus Oeltuch über jeden Schlitten zu breiten, große Tragsäcke, die im wesentlichen bestimmt waren, um bei schwierigem Terrain, wo man nicht ziehen konnte, benutzt zu werden, die indessen als Mantelsäcke für unsere Privatgarderobe Verwendung fanden. Verschiedene Bootsgeräthschaften, wie lange Bootshaken (aus Bambusrohr), kurze Bootshaken mit breiten Blättern versehen, so daß sie gleichzeitig zum Wricken benutzt werden konnten, was in engem Fahrwasser zwischen Treibeis, wo andere Ruder zu lang sind, sehr zweckmäßig ist, — ferner gewöhnliche Ruder, Reservedollen, Handpumpen mit Schläuchen, um das Boot auszupumpen, wenn es belastet ist u. dergl. m. Ferner hatten wir eine kleine Apotheke mitgenommen, in der sich Schienen und Bandagen zum Verbinden bei Arm- und Beinbrüchen befanden, — Chloroform, Kokainauflösung zur Linderung von Schmerzen bei Schneeerblindungen, Zahntropfen, Magenpillen, Vaselin etc. etc. Es ist selbstverständlich, daß dies alles auf ein Minimum reduzirt war.
Im April unternahmen wir eine kleine Probeexpedition nach einem Wald in der Nähe von Kristiania. Die Mitglieder der Expedition waren damals mit Ausnahme eines Einzigen versammelt. Diesen Ausflug schildert Balto folgendermaßen:
„Eines Abends zogen wir vor die Stadt in einen Wald, um dort die Nacht über zu bleiben und einen Versuch mit den Schlafsäcken zu machen, die aus Rennthierfell verfertigt waren. Am Abend, als wir in den Wald gelangten, wo wir die Nacht zubringen wollten, schlugen wir unser Zelt auf. Darauf mußten wir Kaffee mit einer Maschine kochen, die mit Spiritus kochen sollte. Der Maschinenkessel wurde mit Schnee gefüllt, und wir zündeten Feuer darunter an. Es brannte mehrere Stunden, kam aber nicht zum Kochen. Da mußten wir versuchen, von dem lauwarmen Wasser zu trinken, zu dem Kaffeeextrakt gegossen wurde. Es schmeckte aber nach nichts, denn es war fast kalt. Am Abend, als wir uns schlafen legen wollten, krochen die vier Norweger in Schlafsäcke. Nansen sagte, wir sollten uns auch in die Säcke legen, aber wir meinten, es würde uns zu heiß werden. Wir brauchten nicht in die Säcke zu kriechen, meinten wir, deshalb schliefen wir draußen. Am Morgen erwachte ich, als die Uhr wohl sechs war, und da sah ich, daß unsere Leute in ihren Säcken lagen und wie die Bären schliefen. Ich legte mich wieder hin und schlief bis um 9 Uhr. Da weckte ich sie, denn ich wußte, daß ein Wagen für uns um 10 Uhr bestellt war.“
Diese Schilderung bezeugt, daß einzelne Theile unserer Ausrüstung, wie z. B. der Kochapparat, noch nicht so gut waren, wie sie wohl sein konnten, aber wir hatten noch Zeit zu Verbesserungen. Diese wurden auch vorgenommen, und als wir endlich in den ersten Tagen des Mai auszogen, nachdem wir in der elften Stunde mehrere wichtige Dinge erhalten hatten, war wenigstens das Meiste in der erwünschten Ordnung, und was noch fehlte, das konnte während der Reise beschafft werden.