Ein Elefant taucht vor dem Verfasser aus dem Wald auf
EINE ÜBERRASCHUNG.

Um einen afrikanischen Elefanten zu tödten, dazu gehört ein sehr gutes gezogenes Gewehr. Ich glaube, dass ein Kaliber Nr. 8, mit einer Fraser’schen Kugel geladen und in die Schläfe geschossen, jedesmal einen Elefanten zu Fall bringen würde. Faulkner erzählt zwar einige sonderbare Geschichten, wie er auf einen Elefanten zugetreten sei und ihn durch eine in die Stirn gejagte Kugel sofort getödtet habe. Die Erzählung ist jedoch so unglaublich, dass ich sie lieber nicht glaube; namentlich da er hinzufügt, der Abdruck der Mündung seines Gewehrs habe sich am Rumpfe des Elefanten vorgefunden. Afrikanische Reisende, namentlich Jagdfreunde, lieben es oft zu sehr, Dinge zu erzählen, die für gewöhnliche Menschen ans Unglaubliche streifen. Solche Geschichten muss man wegen des Amüsements, die sie heimischen Lesern gewähren, cum grano salis aufnehmen. Wenn ich je in Zukunft von jemandem höre, dass er auf 500 Meter Entfernung einer Antilope das Rückgrat gebrochen, so werde ich annehmen, es sei durch einen Schreib- oder Druckfehler eine Null zuviel hinzugekommen, denn das ist eine in einem afrikanischen Walde fast unmögliche Heldenthat. Vielleicht kann es einmal vorkommen, aber gewiss nicht zweimal nacheinander. Denn eine Antilope gibt bei einer Entfernung von 500 Meter eine sehr kleine Zielscheibe ab; und es gehören derartige Geschichten durch göttliches Recht dem Jäger an, der Afrika nur um der Jagd willen durchzieht. An der Küste von Zanzibar habe ich junge Officiere getroffen, wenig über zwanzig Jahr alt, die mit erstaunlicher Zungenfertigkeit von ihren fürchterlichen Abenteuern mit Elefanten, Leoparden, Löwen und sonstigen Thieren zu erzählen wussten. So oft sie nur auf ein im Flusse befindliches Flusspferd geschossen, hatten sie es erlegt; wenn sie einer Antilope begegnet waren, war es bestimmt ein Löwe gewesen und sie hatten ihn sofort hingestreckt; wenn sie einen Elefanten in einem zoologischen Garten erblickten, war es bestimmt derjenige, den sie in Afrika gesehen und ohne Mühe eingefangen hatten: „Ich habe noch jetzt die Hauer zu Hause und kann sie Ihnen, wenn Sie wollen, eines Tages zeigen.“ Bei manchen Leuten ist es eine Krankheit, eine wirkliche Manie, dass sie nie im Stande sind, die positive, buchstäbliche Wahrheit zu erzählen. Das Reisen in Afrika ist an sich schon hinlänglich gefährlich, ohne dass man es noch zu übertreiben braucht. Fast alle Leute, welche sich bei der abessinischen Expedition befanden, werden sich des wunderlichen Majors erinnern, der seine furchtbaren, ausserordentlich schrecklichen Geschichten massenhaft zu erzählen pflegte. Eines Tages beschenkte ich diesen Herrn mit einer mir von Satanta, dem Häuptling der Kiowas, in der Nähe von Medicine Lodge zu Kansas, geschenkten Büffelhaut. Doch schon am nächsten Tage hörte ich, dass er den Büffel auf einer amerikanischen Prairie mit einer Pistolenkugel erschossen habe. Dies ist nur ein Beispiel der Phantasiestückchen, welche viele Reisende zu erzählen lieben. Viele Leute haben eine Neigung zur Uebertreibung. Die Jäger von Süd- und Nordafrika sind berühmt wegen ihrer zahlreichen Jagdanekdoten, von denen ich meine, dass sie einfache Flunkereien sind.

Am 13. setzten wir unsern Marsch über verschiedene Bergrücken fort, und bei unserm Auf- und Absteigen erblickten wir nie vorher erforschte Berge und Thäler. Nach Norden zu stürzten sich vom Regen angeschwollene Bäche und erstreckten sich grossartige Urwälder, in deren Dämmerschatten ein Weisser früher nie gewandert war.

Am 14. sahen wir dieselben Landschaften, nämlich eine ununterbrochene Reihe sich dem Längengrade nach hinziehender Bergrücken, die miteinander und dem Tanganika-See parallel laufen. Nach Osten fallen diese Berge in steilen Abhängen und Terrassen nach tiefen Thälern zu ab, wogegen sie nach Westen zu allmählichere Abhänge bilden. Dies sind die besondern Charakterzüge von Ukawendi, der östlichen Wasserscheide des Tanganika.

An diesem Tage trafen wir in einem der Thäler mit einer Colonie Affen mit röthlichem Barte zusammen, deren Geheul an den Felsen widerhallte, als sie die Karavane erblickten. Es war mir unmöglich, mich ihnen zu nähern, denn sie kletterten an den Bäumen empor, kreischten mir drohend entgegen und sprangen dann rasch weiter, wenn ich mich noch mehr näherte. Beinahe hätten sie mich dazu gebracht, sie zu verfolgen, wenn mir nicht plötzlich eingefallen wäre, dass meine Abwesenheit die Expedition aufhielt.

Etwa um Mittag sahen wir unsern Magdala, den grossen sich thürmenden Berg, dessen steile, düster aussehende Masse unsere Blicke auf sich gezogen hatte, als er sich auf unserer eiligen Reise längs des grossen Kammes des Rusawa, dem Krokodilflusse zu, in seiner ganzen Grossartigkeit über die Ebene erhob. Die frühere mystische Schönheit der umliegenden, baumbekleideten Ebene erkannten wir wieder. Damals war sie ausgebleicht und von einem leichten Nebel lieblich bedeckt, jetzt hingegen mit lebhaftem Grün geschmückt. Alle Pflanzen, Kräuter und Bäume sprossten nach dem Regen in üppiger Lebenskraft. Flüsse, die in jenen heissen Sommertagen gar nicht vorhanden waren, stürzten sich jetzt schäumend zwischen dicken Gürteln mächtiger Bäume und tosend in die Waldthäler hinab. Wir passirten viele solcher Bäche, die alle Zuflüsse des Rugufu sind.

Schönes, bezauberndes Ukawendi! Womit soll ich die Lieblichkeit deiner hehren, wilden, freien, üppigen Natur vergleichen? Gibt es etwas Gleiches in Europa? Habe ich etwas Aehnliches in Asien, etwa in Indien gesehen? Ja, vielleicht in Mingrelien und Imeritien. Denn dort gibt es schäumende Flüsse, malerische Hügel, kühne Berge, emporstrebende Gebirge, weite Wälder mit herrlichen, hohen Baumreihen, reinen, geraden Stämmen, durch welche man lange Strecken hinabsehen kann wie hier. Nur dass man in Ukawendi fast die Vegetation wachsen sehen kann. So fruchtbar ist die Erde, die Natur so gütig, dass man sich, selbst ohne die Absicht sich hier niederzulassen oder den Wunsch, die verderbliche Atmosphäre länger als absolut nothwendig ist einzuathmen, unmerklich zu ihr hingezogen fühlt, wenn man an die Möglichkeit denkt, dass das unter dieser glänzenden, fesselnden Schönheit des Landes sich verbergende Verderben durch ein Culturvolk sich entfernen und die ganze Gegend sich ebenso gesund als fruchtbar machen liesse. Selbst als ich unter dem Druck der schrecklichen Krankheit dahinwankte; als sich mein Gemüth immer mehr und mehr verbitterte, mein Gehirn mitunter durch die stets wiederkehrenden Fieberanfälle afficirt wurde; als ich wusste, wie die aus eben dieser Schönheit entspringende Malaria mir langsam die Constitution untergrub und hinterlistig die Kräfte des Geistes und Körpers vernichtete, betrachtete ich das lockende Antlitz des Landes mit bethörter Liebe und fühlte eine gewisse Traurigkeit mich an jedem Tage beschleichen, der mich davon trennte, ja war fast geneigt, mit dem Schicksal zu hadern, das mich gewaltsam aus Ukawendi zu entfernen schien.

Am neunten Tage unseres Marsches von den Ufern des Tanganika erblickten wir unsern „Berg Magdala“, der sich wie eine dunkle Wolke im Nordosten erhob, wodurch mir klar wurde, dass wir uns Imrera näherten und dass unser Icarus-Vorsatz, die unbewohnten Dschungels von Ukawendi zu durchziehen, bald von Erfolg gekrönt sein werde. Gegen den Rathschlag aller Führer und die Vorschläge der ermüdeten und verhungerten Leute unserer Expedition hatte ich darauf bestanden, mich nur vom Kompass und meiner Karte leiten zu lassen. Zwar setzten die Führer alles daran, mich zu bewegen, meine Route zu verändern und nach Südwest zu ziehen, was mich, wenn ich darauf gehört hätte, unzweifelhaft ins südwestliche Ukonongo oder nordwestliche Ufipa gebracht haben würde. Traurig fragten mich die alten erfahrenen Soldaten, ob ich sie denn durchaus verhungern lassen wolle, da der Weg, den ich hätte einschlagen sollen, nach Nordosten läge. Ich zog es aber vor, mein Vertrauen auf den Kompass zu setzen. Zwar schien keine Sonne, als wir durch den Urwald, durch Dschungels, über Bäche und steile Bergrücken und in tiefe Thäler hinabzogen, sondern ein dicker Nebel bedeckte die Waldung; häufig prasselte der Regen auf uns herab, und das Firmament bestand aus einem undurchdringlichen grauen Dunst; aber der Doctor setzte vollständiges Zutrauen in mich, und ich blieb meinem Vorsatze treu.

Sobald wir an unserm Lager angekommen waren, zerstreuten sich meine Leute im Walde, um Nahrung zu suchen. Dicht dabei fanden sie einen Hain von Singwebäumen. Auch genügten die zahlreichen in der Nähe wachsenden Pilze, den nagenden Hunger meiner Leute zu stillen. Wäre es nicht heftiges Regenwetter gewesen, so hätte ich Wildpret fürs Lager schaffen können; doch hinderten mich die Ermattung und das schwächende Fieber ganz und gar daran, aus dem Lager zu gehen, wenn wir einmal halt gemacht hatten. Die Jäger wurden durch die in unserer Nachbarschaft befindlichen zahlreichen Löwen, deren schreckliches Gebrüll Tag und Nacht gehört wurde, so in Schrecken gesetzt, dass sie trotz der Belohnung von 5 Doti, welche ich auf jedes erlegte Thier ausgesetzt, es nicht wagten, in die finstern Waldwiesen oder schrecklichen Holzgehege ausserhalb des freundlich geschützten Lagers zu dringen.

Am Morgen des zehnten Tages versicherte ich meinen Leuten, dass wir uns ganz in der Nähe von Nahrungsmitteln befänden, ermunterte die Liebenswürdigsten unter ihnen durch dies Versprechen reichlicher Nahrung und drohte den Widerspenstigeren mit bösen Schlägen, falls sie meine Geduld zu sehr auf die Probe stellten. Dann zog ich Ost zu Nord durch den Wald, und die fast erschöpfte Expedition schleppte sich mit Mühe hinter mir her. Es war wirklich eine verzweifelte Lage, und ich bedauerte die armen Leute viel mehr als sie selbst es thaten. Obwol ich in ihrer Gegenwart aufbrauste, wenn sie sich niederlegen und nicht weiter ziehen wollten, war doch niemand weiter als ich davon entfernt, ihnen etwas zu thun. Denn ich war zu stolz auf sie; aber unter den Umständen wäre es gefährlich, ja sogar selbstmörderisch gewesen, einen Zweifel an der Richtigkeit des Weges zur Schau zu tragen. Die einfache Thatsache, dass ich meinen Weg nach des Doctors kleinem, köstlichen Rathgeber, dem Kompass, fortsetzte, übte einen grossen moralischen Einfluss auf sie aus, und obwol sie klagend und mit hagern Gesichtern protestirten, folgten sie doch meinen Fusstapfen mit einer geradezu rührenden Vertrauensseligkeit.

Viele Meilen lang schritten wir so über glattes, etwas abwärts geneigtes Rasenland, mit einem Blick in Wald und Parkschönheiten zur Rechten und Linken und vor uns, wie man sie selten sieht. In einem Tempo, das bald den Hauptkörper der Expedition weit hinter mir liess, ging ich voran mit einigen tapfern Burschen, die trotz ihrer schweren Last gleichen Schritt mit mir hielten. Nach einigen Stunden schritten wir den leichten, bequemen Abhang eines Bergrückens hinauf, der in wenigen Minuten die Wahrheit oder Ungenauigkeit meiner Karte feststellen sollte. Als wir an den östlichen Rand des Bergrückens kamen, erkannten wir in einer Entfernung von etwa fünf Meilen und 1000 Fuss unter dem Hochplateau, auf dem wir standen, das Thal von Imrera!

Zu Mittag befanden wir uns in unserm alten Lager. Die Eingeborenen sammelten sich um uns und brachten uns Vorräthe an Nahrungsmitteln sowie ihre Glückwünsche dazu dar, dass wir gut aus Udschidschi zurückgekommen seien. Es dauerte aber lange, ehe das letzte Mitglied der Expedition ankam. Die Füsse des Doctors waren nämlich sehr wund und bluteten infolge des mühsamen Marsches. Seine Schuhe waren so abgetragen, und er hatte dieselben so zerschnitten und mit einem Messer bearbeitet, um seinen mit Blasen bedeckten Füssen Erleichterung zu verschaffen, dass keiner von meinen Leuten sie als Geschenk angenommen haben würde, wenn er auch noch so sehr erpicht darauf gewesen wäre, seine Füsse nach Art der Wasungu zu bekleiden.

Der Führer Asmani war sehr erstaunt, als er sah, dass der kleine Kompass den Weg besser kenne als er, und erklärte es feierlichst als seine Ueberzeugung, jener könne nicht lügen. Sein Ruf litt sehr, weil das kleine Ding ihm die Palme streitig gemacht hatte, und nach diesem Vorfalle wurde seine gerühmte Kenntniss des Landes erheblich in Zweifel gezogen.

Nachdem wir einen Tag halt gemacht, um uns zu erholen, setzten wir unsern Weg am 18. Januar 1872 nach Unyanyembé fort. Einige Meilen hinter Imrera verlor Asmani wieder den Weg, und ich war genöthigt, ihm denselben zu zeigen, wodurch ich mir abermals Ehre und Vertrauen als Führer erwarb. Auch meine Schuhe waren sehr schlecht geworden und es war schwer zu entscheiden, ob die des Doctors oder die meinigen schlechter waren. Ueber das Aeussere des Landes war eine grosse Veränderung gekommen, seit ich durch dasselbe gen Norden nach Udschidschi gezogen war. Der wilde Wein hing jetzt in Trauben am Wege; die Kornähren waren hinreichend vorgeschritten, um zur Nahrung gepflückt und geröstet zu werden; die verschiedenen Pflanzen liessen ihre Blüten fallen und die dichten Wälder und Gräser des Landes waren grüner als je.

Am 19. kamen wir in Mpokwa’s verlassenem Dorfe an. Die Füsse des Doctors waren durch den Marsch sehr wund gerieben. Er war den ganzen Weg von Urimba zu Fuss gegangen, obgleich er einen Esel besass, während ich, zu meiner Schande sei es gesagt, hin und wieder geritten war, um mit meinen Kräften haushälterisch umzugehen, damit ich im Stande sei, nach unserer Ankunft im Lager zu jagen.

Zu unserm Gebrauch wurden zwei Hütten geräumt; als wir es uns aber gerade bequem machten, entdeckten unsere scharfäugigen Burschen mehrere Heerden von Jagdthieren in der westlich von Mpokwa gelegenen Ebene. Rasch verzehrte ich einen Bissen Kornbrot und Kaffee und eilte mit Bilali als Flintenträger und Livingstone’s berühmter Reilly-Flinte nebst den nöthigen Kugeln davon. Ich stürzte mich durch einen tiefen Bach, wurde abermals nass, bahnte mir den Weg durch ein dichtes Farrnkraut und kam schliesslich an einem dünnen Waldgürtel an, durch den ich gezwungen war zu kriechen. In 1½ Stunde befand ich mich bei einer Gruppe von Zebras, die sich 130 Meter entfernt spielend unter dem Schatten eines grossen Baumes herum bissen. Als ich mich plötzlich erhob, zog ich ihre Aufmerksamkeit auf mich, aber das treue alte Gewehr war schon an meiner Schulter und piff! paff! gingen beide Läufe los, und zwei herrliche Zebras, ein Männchen und ein Weibchen, fielen todt unter den Baum, unter dem sie gestanden hatten. Nach einigen Sekunden war ihnen der Hals durchschnitten; ich gab das Zeichen, dass ich Glück gehabt hätte, und bald war ich von einem Dutzend meiner Leute umringt, welche ihre Freude an den Tag legten durch reichliche Complimente, die sie meiner Flinte, aber nicht mir spendeten. Als ich mit dem Fleisch ins Lager zurückkam, empfing ich die Glückwünsche des Doctors, die ich viel höher schätzte, da er von einer langen Erfahrung her wusste, was Schiessen heisst.

Als die essbaren Theile der beiden Zebras an die Wage gehängt wurden, fanden wir nach des Doctors Aufzeichnungen, dass wir 719 Pfund gutes Fleisch besassen, was unter 44 Leute vertheilt für jeden etwas über 16 Pfund ausmachte. Bombay war besonders glücklich, da er einen Traum gehabt, worin ich eine Hauptrolle gespielt und nach rechts und links Thiere erschossen hatte; als er mich nun mit dem wundervollen Reilly-Gewehr abziehen gesehen, hatte er meinen Erfolg durchaus nicht bezweifelt und daher seine Leute bereit gehalten, um mir zu folgen, sobald sie meine Flintenschüsse hören würden.

Das Nachstehende entnehme ich meinem Tagebuche:

20. Januar 1872. Heute machten wir halt. Als ich auf die Jagd ging, sah ich eine Heerde von elf Giraffen. Nach Ueberschreitung des Mpokwa-Baches gelang es mir, mich einer derselben auf 140 Meter zu nähern, von wo ich auf sie losfeuerte. Sie wurde zwar verwundet, doch gelang es mir nicht, sie zum Fall zu bringen, obgleich ich sehr wünschte, ein Fell zu besitzen.

Am Nachmittag ging ich nach der Ostseite vom Dorfe und stiess auf eine Heerde von sechs Giraffen. Ich verwundete abermals eine, doch kam sie trotz meiner Anstrengung davon.

Was für merkwürdige Thiere sind es doch! Wie schön sind ihre grossen, hellen Augen! Ich hätte einen Eid darauf leisten können, dass beide Schüsse gut getroffen hätten; die Thiere gingen aber mit so majestätischen Bewegungen ab, wie ein Klipper, der sich umwendet. Wenn sie laufen, haben sie einen ungeschickten Gang, der etwas den Verzerrungen einer indischen Nautch oder thebanischen Tänzerin ähnelt, und in einer träumerisch wogenden Bewegung besteht, an welcher sich selbst ihr Schwanz mit dem langen Büschel schwarzer Haare betheiligt.

Livingstone, welcher es wohl verstand, einen eifrigen, aber getäuschten Jäger zu trösten, schrieb meinen Mangel an Erfolg dem Umstand zu, dass ich blos mit Bleikugeln geschossen hätte, welche zu weich wären, um durch das dicke Fell der Giraffen zu dringen, und rieth mir, meine Zinkfeldflaschen zu zerschmelzen und die Kugeln dadurch härter zu machen. Es war nicht das erste mal, dass ich Ursache hatte, den Doctor als Reisegefährten zu bewundern. Niemand verstand es so gut wie er, jedermann im Unglück zu trösten oder das Selbstbewusstsein zu stärken. Wenn ich ein Zebra getödtet, so war sein Freund Oswell, der südafrikanische Jäger und er selbst lange überzeugt gewesen, dass Zebrafleisch das schönste in ganz Afrika sei. Wenn ich eine Büffelkuh erlegt, so war sie bestimmt die beste ihrer Art und ihre Hörner werth, als Muster nach Hause transportirt zu werden, und wie fett war sie! Wenn ich ohne Beute nach Hause kam, so war entweder das Wild sehr scheu oder die Leute hatten zuviel Lärm gemacht und es erschreckt. Niemand könne doch bereits in Unruhe versetzte Thiere stellen. Er war wirklich ein sehr rücksichtsvoller Gefährte, und da ich wusste, dass er in Allem wahr sei, so war ich auf sein Lob, wenn ich Glück hatte, stolz und leicht getröstet, wenn ich nichts erreicht hatte.

Der alte Pagazi Ibrahim, der in Ukawendi durch das Zerbrechen seines alten Kibugu so sehr betrübt worden war, hatte vor unserer Abreise von Udschidschi sein Tuch in einem Sklaven aus Manyuema angelegt, der den Namen „Ulimengo“ trug, was die „Welt“ bedeutet. Als wir uns Mpokwa näherten, lief Ulimengo davon mit der ganzen, aus einigen Tuchen und einem Beutel voll Salz bestehenden Habe seines Herrn, die dieser nach Unyanyembé zum Verhandeln mitgenommen. Ibrahim war untröstlich und jammerte in so kläglicher Weise, dass die Leute, statt Mitleid mit ihm zu fühlen, ihn auslachten. Ich fragte ihn, warum er sich so einen Sklaven gekauft und demselben, als er bei ihm gewesen, nicht ordentlich zu essen gegeben habe. Trotzig erwiderte er darauf: „War er etwa nicht mein Sklave? War etwa das Tuch, mit dem ich ihn kaufte, nicht das meinige? Wenn das Tuch mir gehörte, konnte ich nicht damit kaufen, was ich wollte? Warum sprecht Ihr so mit mir?“

An diesem Abend wurde aber Ibrahim’s Herz durch Ulimengo’s Heimkehr mit dem Salz und Tuch erfreut, und der einäugige Greis tanzte in seiner Herzensfreude und kam rasch zu mir gelaufen, um mir die frohe Botschaft zu bringen. „Sieh da, die “Welt„ ist zurückgekommen. Wahrhaftig! Mein Salz und mein Tuch sind auch da. Wirklich!“ Ich sagte ihm, dass er gut daran thun werde, ihm zukünftig ordentlich zu essen zu geben, da die Sklaven ebenso gut wie ihre Herren des Essens bedürften.

Von 10 Uhr abends bis Mitternacht war Livingstone damit beschäftigt, den Stern Canopus zu beobachten und dadurch festzustellen, dass Mpokwa, im District von Utanda, in Ukonongo auf 6° 18′ 40″ südl. Br. liegt. Als ich diese Lage mit der auf meiner Karte durch einen Ueberschlag festgestellten verglich, ergab sich eine Differenz von drei Meilen, denn ich hatte den Ort auf 6° 15′ südl. Br. verzeichnet.

Am nächsten Tage machten wir halt. Livingstone’s Füsse waren so entzündet und wund, dass er keine Schuhe anziehen konnte. Auch meine Hacken waren wund und thörichterweise schnitt ich grosse Kreise aus meinen Schuhen heraus, um im Stande zu sein, umherzugehen.

Nachdem ich meine Zinkfeldflaschen in Kugeln verwandelt und mich mit einem Schlächter und Flintenträger versehen hatte, begab ich mich, mit der löblichen Absicht etwas zu schiessen, in das liebliche, ebene Parkland westlich vom Bache Mpokwa. In der Ebene sah ich nichts, ging also über einen Bergrücken und kam in ein breites, von hohem Grase und vereinzelten Hyphaenepalmen und Mimosen bedecktes Becken. Hier bemerkte ich eine Gruppe Giraffen, die Zweige der Mimosen benagend, und machte mich daran, sie im Grase zu stellen, indem ich von den hohen, grasbewachsenen Ameisenhügeln Vortheil zog, um mich den vorsichtigen Thieren nähern zu können, ehe ihre grossen Augen mich entdeckten. Ich kam ihnen mit Hülfe dieser sonderbaren Erhebungen auf 170 Meter nahe, weiter aber konnte man nicht kriechen, ohne von ihnen gesehen zu werden, so dünn und kurz war das Gras. Ich holte tief Athem, wischte mir die schweisstriefende Stirn ab und setzte mich auf einen Augenblick hin. Auch meine schwarzen Gehülfen waren von der Anstrengung und den grossen Erwartungen, die durch die Nähe der edeln Thiere erweckt wurden, ebenso athemlos wie ich. Ich spielte mit meiner schweren Reilly-Flinte, untersuchte meine Patronen, erhob mich und wandte mich dann mit bereit gehaltenem Gewehr. Ich zielte gut, lange und fest, senkte dann das Gewehr etwas, um die Visire einzustellen, hob es noch einmal und liess es wieder sinken. Eine Giraffe hatte den Leib halb zu mir gewandt; wiederholt hob ich das Gewehr, zielte noch einmal rasch auf die Herzgegend des Thieres und schoss ab. Es wankte, taumelte, machte noch einen kurzen Galopp, aber das Blut stürzte in dickem Strom aus der Wunde und ehe die Giraffe 200 Schritt zurückgelegt hatte konnte sie nicht weiter, sondern hatte die Ohren zurückgezogen und liess mich ganz herankommen. In der Entfernung von 20 Schritt jagte ich ihr noch eine Zinkkugel durch den Kopf, worauf sie sofort todt niederstürzte.

„Allah ho akhbar!“ schrie Khamisi, mein Schlächter, inbrünstig. „Das ist Fleisch, Herr!“

Ich war eigentlich betrübt, als ich das edle Thier vor mir hingestreckt liegen sah. Wenn ich ihm das Leben hätte wiedergeben können, ich glaube, ich hätte es gethan. Ich hielt es für sehr schade, dass so herrliche Thiere, die für den Dienst des Menschen in Afrika so geeignet wären, nicht zu etwas anderm als blos zur Nahrung verwandt werden könnten. Pferde, Maulesel und Esel sterben in diesen ungesunden Gegenden; welch ein Segen würde es aber für Afrika sein, wenn sich Giraffen und Zebras zum Nutzen der Forscher und Handelsleute zähmen liessen. Auf einem Zebra könnte man von Bagamoyo aus Udschidschi in einem Monat erreichen, während ich mehr als sieben Monate zu dieser Reise gebraucht habe!

Die todte Giraffe mass 16 Fuss 9 Zoll von dem rechten Vorderhufe bis zur Spitze des Kopfes und war eine der grössten, obwol man schon Thiere von 17 Fuss Höhe gesehen hat. Sie war mit grossen schwarzen, fast runden Flecken besät.

Ich liess Khamisi bei dem todten Thiere, während ich ins Lager eilte, um Leute zu schicken, die es zerschneiden und das Fleisch in das Dorf bringen könnten. Khamisi aber kletterte aus Furcht vor den Löwen auf einen Baum und die Geier setzten sich auf das Thier, sodass als meine Leute dort ankamen, die Augen, die Zunge und ein grosses Stück des Hintertheils schon verzehrt waren. Was übrig blieb zeigte auf der Wagschale folgendes Gewicht:

Ein Hinterbein
134
Pfd.
 Der Rumpf
87
Pfd.
Das andere
136
 Die Brust
46
Ein Vorderbein
160
 Die Leber
20
Das andere
160
 Die Lungen
12
Die Rippen
158
 Das Herz
 6
Der Hals
 74
     
 Gesammtgewicht der essbaren Theile: 993 Pfd.
 Haut und Kopf 181 Pfd.

An den drei folgenden Tagen litt ich an einem schweren Fieberanfall und musste im Bett liegen bleiben. Ich wandte meine gewöhnlichen Heilmittel dagegen an, Coloquinten und Chinin. Die Erfahrung hat mich aber gelehrt, dass ein übermässiger Gebrauch eines und desselben starken Abführmittels die Wirkung desselben schwächt und dass es daher für Reisende gut ist, verschiedene Laxantien mitzunehmen, um gehörig auf die Leber wirken zu können, wie z. B. Coloquinten, Calomel, Jalapenharz und Bittersalz, und dass man Chinin nicht eher nehmen sollte, bis ein Abführmittel den Organismus darauf vorbereitet hat.

Das Fieberrecept Livingstone’s besteht aus drei Gran Jalapenharz, zwei Gran Calomel und soviel Cardamom-Tinctur, wie nöthig ist, um die Reizung des Magens zu verhindern; daraus wird eine Pille gemacht, die sofort zu nehmen ist, wenn man bedeutende Mattigkeit und Niedergeschlagenheit, die sichern Vorläufer des afrikanischen Fiebertypus, empfindet. Ein bis zwei Stunden später sollte man eine Tasse Kaffee ohne Zucker und Milch zu sich nehmen, damit die Wirkung um so rascher eintritt. Livingstone meint auch, dass das Chinin zu gleicher Zeit mit dieser Pille genommen werden solle; dagegen hat mir die Erfahrung, die zwar im Vergleich zu der seinigen wenig Bedeutung hat, bewiesen, dass Chinin erst nach der Wirkung des Abführmittels nützt. Mein Magen konnte z. B. Chinin nie vertragen, wenn nicht ein Abführmittel vorhergegangen war. Ein wohlbekannter Missionär in Konstantinopel empfiehlt Reisenden drei Gran Brechweinstein, damit der Magen von Galle befreit werde; aber der verehrte Pastor vergisst dabei, dass noch andere Organe, als der Magen in dieser Krankheit leiden, und wenn auch in einigen Fällen ein leichter Anfall durch dieses Mittel glücklich beseitigt worden sein mag, so ist es doch ein viel zu heftiges für einen durch das afrikanische Klima geschwächten Menschen. Ich habe mich drei- oder viermal genau nach dieser Methode behandelt, ich kann sie aber mit gutem Gewissen nicht empfehlen. Gegen Urticaria kann ich zwar drei Gran Brechweinstein empfehlen, doch würde eine Magenpumpe denselben Zweck ebenso gut erreichen.

Am 27. gingen wir nach Misonghi ab. Ungefähr auf der Mitte des Wegs sah ich den Führer der Expedition laufen und sein schnelles Forteilen schien sich bald allen ihm Folgenden mitzutheilen, bis auch mein Esel anfing, mit den Hacken um sich zu schlagen. Im nächsten Augenblick wurde ich die Ursache dieser Aufregung gewahr, als eine Wolke wilder Bienen mir um den Kopf schwirrte, von denen sich drei oder vier auf mein Gesicht setzten und mich schrecklich zerstachen. Wir liefen wie die Wahnsinnigen ungefähr eine halbe Meile weit, wobei wir uns fast ebenso aufführten wie die armen zerstochenen Thiere.

Da dies ein ungewöhnlich langer Marsch war, so hegte ich Zweifel, ob der Doctor ihn aushalten könne, da seine Füsse so wund waren. Ich beschloss daher, ihm Leute mit der Kitanda entgegenzuschicken. Der tapfere alte Held wollte aber durchaus nicht getragen werden und legte den ganzen Weg bis zum Lager, einen Marsch von 18 Meilen, zu Fuss zurück. Er war am Kopf und im Gesicht furchtbar zerstochen; die Bienen hatten sich in Menge in seinem Haar festgesetzt; nachdem er aber eine Tasse warmen Thee und etwas Nahrung zu sich genommen, war er so munter, als ob er noch keine Meile gereist sei.

In Mrera, in Central-Ukonongo, hielten wir einen Tag, um Korn zu mahlen und die Vorräthe zu kaufen, die wir während unseres Durchzugs durch die zwischen Mrera und Manyara liegende Wildniss brauchten.

Am 31. Januar trafen wir in Mwaru, beim Sultan Kamirambo, eine von einem Sklaven des Sayd bin Habib geführte Karavane, die uns in unserm, in einem dichten Gestrüpp verborgenen Lager besuchte. Nachdem er sich gesetzt und Kaffee getrunken, fragte ich ihn:

„Was für Nachrichten, mein Freund, bringst Du uns aus Unyanyembé?“

„Meine Nachrichten sind gut, Herr.“

„Wie steht es mit dem Kriege?“

„Ja! wo ist Mirambo? Er isst jetzt sogar Felle. Er ist ausgehungert. Mein Herr, Sayd bin Habib, ist im Besitz von Kirira. Die Araber donnern an den Thoren von Wilyankuru. Sayd bin Madschid, der in zwanzig Tagen von Udschidschi nach Usagozi gekommen ist, hat den König Moto (Feuer) gefangen genommen und erschlagen. Simba von Kasera hat die Waffen zur Vertheidigung seines Vaters Mkasiwa von Unyanyembé ergriffen. Der Häuptling von Ugunda hat 500 Mann ins Feld geschickt. Ach, ach, wo ist jetzt Mirambo? In einem Monat wird er durch Hunger zu Grunde gegangen sein.“

„Wirklich bedeutende und gute Nachrichten, mein Freund.“

„Ja wohl — im Namen Gottes.“

„Und wohin ziehst Du mit Deiner Karavane?“

„Sayd, der Sohn Madschid’s, der aus Udschidschi kam, hat uns von dem Wege erzählt, den der Weisse eingeschlagen hat, und gesagt, er sei glücklich in Udschidschi angekommen und befände sich jetzt auf dem Rückwege nach Unyanyembé. Da haben wir denn geglaubt, dass, wenn der Weisse den Weg gehen könne, wir es auch könnten. Und siehe da, die Araber ziehen jetzt zu hunderten auf dem Wege des Weissen, um in Udschidschi Elfenbein einzuhandeln.“

„Ich bin dieser Weisse.“

„Sie?“

„Ja wohl.“

„Nun, man hat uns ja gesagt, Sie seien todt und hätten mit den Wazavira gekämpft.“

„Ach, mein Freund, das sind die Worte von Ndschara, dem Sohne von Khamis. Sieh mal her (auf Livingstone zeigend), dies ist der Weisse, mein Vater[8], den ich in Udschidschi besucht habe. Er geht mit mir nach Unyanyembé, um sein Tuch in Empfang zu nehmen, worauf er wieder an die grossen Wasser zurückkehren wird.“

„Wunderbar! Du redest die Wahrheit.“

„Was kannst Du mir vom Weissen in Unyanyembé sagen?“

„Von welchem Weissen?“

„Dem Weissen, den ich im Hause von Sayd, dem Sohne Salim’s — in meinem Hause — in Kwihara zurückgelassen habe.“

„Er ist todt.“

„Todt?“

„Wirklich.“

„Das kann doch gar nicht der Fall sein.“

„Ja, er ist wirklich todt.“

„Seit wie lange?“

„Seit vielen Monaten.“

„Woran ist er gestorben?“

„Am Homa (Fieber).“

„Sind noch mehr von meinen Leuten gestorben?“

„Das weiss ich nicht.“

„Genug.“ Ich sah den Doctor an und dieser sagte:

„Das habe ich Ihnen ja gesagt; als Sie ihn mir als einen Trunkenbold schilderten wusste ich, dass er nicht am Leben bleiben könne. Gewohnheitssäufer bleiben hier zu Lande ebenso wenig am Leben, wie Leute, die andern Lastern ergeben sind. Ich schreibe den Todesfall, der in meiner Expedition auf dem Zambezi vorkam, ganz derselben Ursache zu.“

„Ach, Herr Doctor, da sind nun zwei von uns todt. Ich werde der dritte sein, wenn dieses Fieber lange dauert.“

„O nein, keineswegs. Wenn Sie am Fieber sterben sollten, so wären Sie in Udschidschi gestorben, als Sie den schweren Anfall von remittirendem Fieber hatten. Denken Sie doch nicht daran. Ihr Fieber kommt jetzt nur vom Nasswerden her. Ich selbst reise nie während der nassen Jahreszeit. Diesmal habe ich es nur gethan, weil ich so besorgt war und Sie nicht in Udschidschi aufhalten wollte.“

„Ja, es gibt doch nichts schöneres, als einen guten Freund hier zu Lande bei sich zu haben, durch den man ermuthigt und aufrecht erhalten wird. Armer Shaw! Er war zwar ein schlechter Mensch, aber trotzdem dauert er mich sehr. Wie oft habe ich es versucht, ihn aufzuheitern; es fehlte ihm aber an Energie und die letzten Worte, die ich vor unserer Trennung zu ihm sprach, waren: «Denken Sie daran, dass Sie sterben werden, wenn Sie nach Unyanyembé zurückkehren.»“

Vom Führer der Karavane des Sayd bin Habib erhielten wir auch die Nachricht, dass mehrere Packete Briefe und Zeitungen und Kisten durch meine Boten und Araber für mich aus Zanzibar angekommen seien, und dass Selim, der Sohn Scheikh Haschid’s aus Zanzibar, unter den neuerdings in Unyanyembé Angekommenen sich befinde. Livingstone erinnerte mich in seiner grossen Gutmüthigkeit auch daran, dass er nach seinen Berichten einen Vorrath von Fruchtsäften und Schiffszwieback, Suppen, Fischen, eingemachtem Schinken und Käse in Unyanyembé liegen habe und dass er sich freuen werde, diese Leckerbissen mit mir zu theilen. Das munterte mich sehr auf und während der verschiedenen Fieberanfälle, die ich in dieser Zeit erlitt, liebte es meine Einbildungskraft, bei den Genüssen von Unyanyembé zu verweilen. Ich stellte es mir vor, wie ich die Schinken und Zwiebäcke und Fruchtsäfte wie ein Toller verzehren werde. Ich lebte von diesen rasenden Phantasien, mein armes, geplagtes Gehirn schwärmte für so einfache Dinge, wie Weizenbrot und Butter, Schinken, Speckseiten, Caviar, und ich hätte keinen Preis für dieselben für zu hoch gehalten. Ich war so weit von Europa und Amerika entfernt und doch war es mir eine Freude während dieses schweren Zustandes der Niedergeschlagenheit, in den ich durch immer wiederkehrende Fieberanfälle gerathen war, bei diesen Dingen zu verweilen. Ich wunderte mich, wie Leute, die derartige Genüsse zur Verfügung hätten, überhaupt krank und des Lebens überdrüssig werden könnten und meinte, ich würde im Stande sein, selbst sterbend aufzuspringen und einen tollen Fandango zu tanzen, wenn ein Weizenbrot und ein schönes Stückchen frischer Butter mir vorgesetzt würden.

Zwar fehlten uns diese eben aufgezählten Leckerbissen, aber wir besassen dafür eingesalzene Giraffen- und gepökelte Zebrazungen; wir hatten von Halimah selbst verfertigtes Ugali, süsse Kartoffeln, Thee, Kaffee und heisse Pfannkuchen; alles dessen war ich aber nun überdrüssig. Mein geschwächter, von Arzneimitteln wie Ipecacuanha, Coloquinten, Brechweinstein, Chinin und ähnlichen Dingen angegriffener und gereizter Magen verweigerte diese grobe Nahrung. In Verzweiflung rief meine Seele aus: „Hätte ich nur ein Weizenbrot! 500 Dollars für einen Laib Brot!“

Der Doctor ass, trotz des unaufhörlichen Regens, Thaus und Nebels, der Marschanstrengungen und seiner wunden Füsse wie ein Held und ich fasste daher den ernsten Entschluss, es ihm in männlicher Weise in der ausdauernden Aufmerksamkeit, die er dem Wohle seiner Verdauungskraft widmete, nachzuthun; aber es mislang mir vollständig.

Dr. Livingstone besitzt alle Gaben eines Reisenden. Seine Kenntniss von allem, was Afrika betrifft, von Felsen, Bäumen, Früchten und deren Eigenschaften, ist sehr gross. Auch steckt er voll weiser Ansichten über ethnologische Dinge. Er ist mit der Kunst ein Lager aufzuschlagen und mit allen dazu gehörigen Kniffen vertraut. Sein Bett ist so angenehm wie eine Federmatraze; jeden Abend wird dies unter eigener Oberaufsicht zurechtgemacht. Erst lässt er sich dazu zwei gerade Stangen von 3–4 Zoll im Durchmesser schneiden; diese werden parallel nebeneinander in einer Entfernung von 2 Fuss gelegt, quer darüber einige kurze, 3 Fuss lange Stöcke, Schösslinge von Bäumen, und über diese ein hoher Haufen Gras. Dann kommt ein Stück wasserdichtes Segeltuch und wollene Decken, und so wird ein Lager hergestellt, das für einen König gut genug wäre.

Auf Livingstone’s Anrathen kaufte ich Milchziegen, durch welche wir seit unserm Abgang aus Udschidschi dreimal täglich mit frischer Milch zum Thee und Kaffee versorgt wurden. Nebenbei gesagt trinken wir viel von diesen angenehmen Erregungsmitteln und hören selten mit dem Trinken auf, bevor nicht jeder von uns 6 bis 7 Tassen zu sich genommen hat. Auch sind wir im Stande gewesen, uns mit Musik zu versehen, welche zwar rauh, aber doch besser als gar keine ist. Ich meine das musikalische Geschrei der Papageien aus Manyuema.

Auf dem halben Wege zwischen Mwaru, dem Dorfe Kamirambo’s, und dem verlassenen Tongoni von Ukamba schnitt ich die Anfangsbuchstaben von Livingstone’s und meinem Namen in einen grossen Baum mit dem Datum des 2. Februar. Zweimal habe ich mir dies in Afrika zu Schulden kommen lassen; zum ersten mal nämlich, als wir in Süd-Uvinza hungerten, schrieb ich das Datum mit meinen Anfangsbuchstaben und dem Worte „verhungernd“ in grossen Buchstaben in den Stamm einer Sykomore.

Als wir durch den Wald von Ukamba zogen, sahen wir den gebleichten Schädel eines Unglücklichen, der den Entbehrungen der Reise erlegen war. Bei dieser Gelegenheit bemerkte der Doctor, dass er nicht durch einen afrikanischen Wald und seine feierliche, heitere Stille ziehen könne, ohne den Wunsch zu haben, ruhig unter den todten Blättern begraben zu werden, wo er sicherlich ungestört liegen bleiben werde. In England sei nicht Platz genug vorhanden und daher würden die Gräber oft entweiht. Daher habe er, seitdem er seine Frau in den Wäldern von Schupanga beerdigt, sich immer nach einem solchen Ort gesehnt, wo seine Gebeine die ewige von ihm ersehnte Ruhe geniessen könnten.

Am selben Abend erzählte mir der Doctor, als die Zeltthür herabgelassen und das Innere durch ein Paraffinlicht angenehm erhellt war, einige auf die Laufbahn und den Tod seines ältesten Sohnes Robert bezügliche Vorfälle. Die Leser von Livingstone’s erstem Buche „South Africa“, das jeder Knabe besitzen sollte, werden sich wol der Achtung des sterbenden Sebituane für den kleinen Knaben Robert entsinnen. Frau Livingstone und ihre Familie gingen ans Cap der Guten Hoffnung und von dort nach England. Hier bekam Robert einen Hauslehrer. Als er aber, ungefähr 18 Jahr alt, der Unthätigkeit müde geworden, verliess er Schottland und ging nach Natal, von wo aus er den Versuch machte, zu seinem Vater zu gelangen. Da ihm dies misglückte, schiffte er sich nach New York ein, nahm Dienste in der Nordarmee in einem Freiwilligenregiment von New Hampshire, nannte sich anstatt Robert Moffatt Livingstone nun Rupert Vincent, damit sein Lehrer, der seine Pflichten gegen den jungen Mann nicht gekannt zu haben scheint, ihn nicht auffinden könne. Nach einer der Schlachten vor Richmond wurde er nach einem Hospital in Nord-Carolina gebracht und starb daselbst an seinen Wunden.

EIN LÖWE IM GRAS.

Am 7. Februar kamen wir am Gombé an und schlugen unser Lager in der Nähe eines der grössten Seen desselben auf. Dieser ist wol mehrere Meilen lang und wimmelt von Flusspferden und Krokodilen.

Von diesem Lager aus schickte ich den Koch Feradschi und Tschaupereh nach Unyanyembé, um uns die Briefe und Arzneien, die mir aus Zanzibar zugeschickt waren, bis nach Ugunda entgegenzubringen. Wir dagegen zogen am nächsten Tage in unser altes Quartier am Gombé, wo wir zuerst in das eigentliche Jägerparadies in Central-Afrika eingeführt worden waren. Der Regen hatte zwar die meisten Heerden auseinandergetrieben, es gab jedoch noch viele Jagdthiere in der Umgegend. Bald nach dem Frühstück nahm ich Khamisi und Kalulu mit mir auf die Jagd. Nach einem langen Marsch kamen wir an ein dünnes Gebüsch, wo ich die Spuren verschiedener Thiere, z. B. von Ebern, Antilopen, Elefanten, Rhinozeros, Flusspferden und eine ungewöhnliche Zahl von Löwenspuren entdeckte. Plötzlich hörte ich Khamisi rufen: „Herr, Herr, hier ist ein Simba! (Löwe).“ Erzfeige, wie der junge Bursche war, kam er vor Furcht und Erregung zitternd zu mir gelaufen, um mir den Kopf des Thieres zu zeigen, das gerade aus dem hohen Grase hervorsah und uns standhaft anblickte. Gleich darauf sprang der Löwe von einer Seite auf die andere, doch war das Gras so hoch, dass man ihn nicht genau sehen konnte. Indem ich einen vor mir stehenden Baum benutzte, kroch ich ruhig weiter mit der Absicht, das schwere Gewehr gegen denselben anzulegen, da ich infolge mehrerer Fieberanfälle zu schwach und ganz ausser Stande war, aus freier Hand sicher zu zielen. Gross war aber mein Erstaunen, als ich das Gewehr vorsichtig an den Baum gestützt und die Mündung auf den Punkt gerichtet hatte, wo ich das Thier hatte stehen sehen. Als ich nämlich weiter hinblickte, wo das Gras dünner und spärlicher war, sah ich das Thier, wirklich ein Löwe, sehr rasch davonspringen. Der König des Waldes befand sich in voller Flucht. Von dem Augenblicke an habe ich aufgehört, ihn als das mächtigste Thier zu betrachten oder sein Gebrüll am hellen Tage für furchtbarer zu halten als das Girren einer Taube.

Am nächsten Tage machten wir wiederum halt, und da ich ausser Stande war, mein Verlangen nach der Jagd an einem Orte zu unterdrücken, wo es so viel Wild aller Art gab, schlenderte ich bald nach dem Morgenkaffee, nachdem ich ein paar Leute mit Geschenken an meinen Freund Mamanyara, dessen man sich von der Geschichte mit der Ammoniak-Flasche her erinnert, geschickt hatte, noch einmal in den Wald hinaus. Kaum 500 Schritt vom Lager hielt ich nebst meinen Leuten plötzlich still, indem wir in unserer unmittelbaren Nähe, etwa 100 Schritt entfernt, das Brüllen dreier Löwen hörten. Instinctiv erhoben meine Finger die beiden Drücker, da ich einen gemeinsamen Angriff derselben auf mich erwartete, denn wenn auch ein Löwe die Flucht ergriffen hatte, so war es doch kaum glaublich, dass drei dasselbe thun würden. Während ich mich scharf umsah, entdeckte ich in bequemer Schussweite ein schönes Hartebeest, das hinter einem Baum zitternd kauerte, als ob es die Krallen des Löwen in seinem Nacken zu fühlen fürchtete. Obgleich es mit dem Rücken zu mir gewandt dastand, so meinte ich, eine Kugel könne es doch tödlich treffen und feuerte deshalb auf dasselbe, ohne einen Augenblick zu zögern. Das Thier sprang hoch auf, als ob es gedächte durch den Baum zu springen, erholte sich aber und stürzte sich dann durch das Unterholz nach einer andern Richtung als die, in der ich die Löwen glaubte, und ich habe es nie wiedergesehen, obgleich ich von der blutigen Spur her weiss, dass ich es getroffen habe. Auch habe ich nichts mehr von den Löwen gesehen oder gehört. Weit und breit suchte ich in dem Gehölz nach irgendwelcher Beute, war aber gezwungen, ohne eine solche ins Lager zurückzukehren.

Ueber mein Unglück verstimmt, brachen wir bald nach Mittag nach Manyara auf, wo wir gastfreundlich von meinem Freunde begrüsst wurden, der mir Leute zugeschickt hatte, damit sein weisser Bruder nicht im Walde, sondern in seinem Dorfe halt mache. Vom Häuptling wurden uns Honig und Nahrungsmittel geschenkt, die uns in unserer Lage sehr willkommen waren. Hier zeigten sich wieder die freundlichen Gesinnungen, wie sie den centralafrikanischen Häuptlingen eigen, welche noch nicht von Arabern verdorben worden sind, und wie sie auch Dr. Livingstone unter den Babisa und Ba-ulunga und in Manyuema angetroffen hat. Von allen Häuptlingen, von Imrera in Ukawendi an bis nach Unyanyembé wurde ich ebenso freundlich wie von Mamanyara aufgenommen.

Am 14. langten wir in Ugunda an und bald nachdem wir es uns in einer Hütte, die der Häuptling uns zum Gebrauch überlassen, bequem gemacht hatten, kamen Feradschi und Tschaupereh mit Sarmean und Uledi Manwa Sera zurück, welches, wie man sich erinnert, die beiden Soldaten waren, die ich mit Briefen nach Zanzibar geschickt, damit sie Arznei für den kranken Shaw mitbrächten. Sarmean hatte den Deserteur Hamdallah, der auf unserm Wege nach Udschidschi in Manyara weggelaufen war, aufgegriffen. Dieser Bursche hatte, wie es scheint, in Kigandu halt gemacht und dem Häuptling und Doctor des Dorfes mitgetheilt, er sei vom Weissen abgeschickt worden, um das Tuch, das dieser für die Cur von Mabruk Salim zurückgelassen habe, wieder zu holen. Der einfältige Häuptling hatte es ihm wirklich auf sein blosses Wort hin ausgeliefert und infolge davon sei der Kranke sowie auch noch ein anderer, den ich in Unyanyembé zurückgelassen, gestorben.

Als Sarmean aus Zanzibar in Unyanyembé ankam, etwa funfzig Tage nachdem unsere Expedition nach Udschidschi abgegangen war, erhielt er die Nachricht, dass der Weisse (Shaw) gestorben sei und dass ein Mensch namens Hamdallah, der sich bei mir als Führer vermiethet habe und bald darauf zurückgekehrt sei, sich in Unyanyembé befände. Bis Feradschi und sein Gefährte ankamen hatte er ihn unbelästigt gelassen, dann aber waren sie alle gemeinschaftlich in seine Hütte gegangen und hatten ihn in Sicherheit gebracht. Sarmean hatte mit dem Eifer, der ihn immer in meinem Dienst auszeichnete, sich eine Holzgabel verschafft und den Deserteur mit dem Nacken zwischen die Zacken derselben gebracht. Ein festgebundenes Querholz verhinderte ihn daran, sich von dieser so gewandt angelegten Last zu befreien.

Nicht weniger als sieben Packete Briefe und Zeitungen aus Zanzibar hatten sich während meiner Abwesenheit von Unyanyembé dort angesammelt. Sie waren zu verschiedenen Zeiten den Führern von Karavanen anvertraut worden, die sie, ihrem dem Consul gegebenen Versprechen getreu, in meinem Tembé abgegeben hatten. Darunter befand sich ein Packet von Dr. Kirk an mich, welches auch einige Briefe für Dr. Livingstone enthielt, dem ich sie natürlich sofort überlieferte mit meinem Glückwunsch, dass er von seinem Freunde nicht ganz vergessen worden sei. In demselben Packet befand sich auch ein Brief von Dr. Kirk an mich vom 25. September 1871, d. i. fünf Tage nachdem ich Unyanyembé auf meinem anscheinend hoffnungslosen Unternehmen verlassen hatte, der mich bat, Livingstone’s Waaren in meine Obhut zu nehmen und mein möglichstes zu thun, um sie ihm zukommen zu lassen. Auch enthielt er einige phantastische Rathschläge, wie ich eine unmögliche Route über den See Ukerewe einschlagen solle. Der Brief war jedoch in einem herzlichen, freundlichen Tone abgefasst.

„Nun Doctor“, sagte ich zu Livingstone, „der englische Consul bittet mich, alles zu thun, Ihnen Ihre Waaren zukommen zu lassen. Es thut mir sehr leid, dass ich diese Vollmacht nicht früher erhalten habe, denn dann hätte ich den Versuch gemacht; doch habe ich, ohne diese Instruction, mein möglichstes gethan, Sie zu Ihren Gütern zu befördern. Da der Berg nicht im Stande gewesen, zu Mohammed zu kommen, so war Mohammed genöthigt, zum Berge zu gehen.“

Dr. Livingstone war aber zu sehr in seine eigenen, aus der Heimat kommenden Briefe vertieft, die jetzt gerade ein Jahr alt waren.

Ich erhielt gute und schlechte Nachrichten aus New York; doch waren die guten die spätern und verwischten alle Gefühle, welche durch die schlechten in mir hervorgerufen worden waren. Auch waren etwa 100 Nummern New Yorker, Bostoner und Londoner Zeitungen voll von wunderbaren Nachrichten. Die pariser Commune hatte sich in Waffen gegen die National-Versammlung erhoben; die Tuilerien, das Louvre und das alte Lutetia Parisiorum waren durch die Schurken von St. Antoine in Brand gesteckt worden! Französische Soldaten hatten Männer, Weiber und Kinder gemordet; in der schönsten Stadt der Welt war teuflische Wildheit und eingefleischte Rachgier thätig! Schöne Frauen waren in Dämonen verwandelt und von einer rohen Soldateska durch die Strassen geschleppt worden, um allgemein verwünscht und erbarmungslos dem Tode hingegeben zu werden. Zarte Kinder waren durch Bajonnete an den Boden geheftet; Schuldige und Unschuldige erschossen, niedergemetzelt, erdolcht, vernichtet; eine ganze Stadt der summa injuria einer wüthenden, rücksichtslosen, brutalen Armee preisgegeben worden! O Frankreich! Franzosen! Derartiges ist selbst im Herzen des barbarischen Central-Afrika unbekannt. Wir stiessen die Zeitungen mit den Füssen verächtlich von uns und blickten, um unsern verletzten Gefühlen Erleichterung zu verschaffen, auf die komischen Seiten der Welt, wie sie sich in den unschuldigen Blättern des „Punch“ darstellt. O guter, freundlicher „Punch“! Der Segen des Reisenden komme über dich! Deine Scherze wirkten wie wohlthätige Arznei! Deine freundliche Satire erzeugte eine hysterische Munterkeit in uns.

Unsere Thür war von vielen neugierigen Eingeborenen umdrängt, die mit unbeschreiblicher Verwunderung die enormen Papierbogen betrachteten. Ich hörte sie oft die Worte wiederholen: „Khabari Kisungu“, Nachrichten des Weissen, und vernahm, wie sie über die Fülle der Nachrichten sprachen und ihren Glauben äusserten, dass der Wasungu „Mbyah sana“ und sehr „Mkali“ sei, womit sie sagen wollten, dass der Weisse sehr böse und sehr gescheit und gewandt sei. Durch das Wort „böse“ wird häufig grosse Bewunderung ausgedrückt.

Am vierten Tage nach unserm Abgang von Ugunda, oder am 18. Februar, dem 35. Tage seit unserer Abreise aus Udschidschi, erschienen wir mit fliegenden Fahnen und unter Gewehrfeuer im Thale Kwihara, und als Dr. Livingstone und ich durch das Portal meines alten Quartiers traten, begrüsste ich ihn in aller Form in Unyanyembé und in meinem eigenen Hause. Seit dem Tage, wo ich die Araber krank und fast lebensmüde, aber trotzdem von der hohen Hoffnung beseelt, dass meine Mission von Glück gekrönt werde, verlassen hatte, waren 131 Tage vergangen — unter welchen Wechselfällen weiss der Leser jetzt. In dieser Zeit hatte ich mehr als 1200 engl. Meilen zurückgelegt. Aus der Mythe, der ich durch die Wildniss nachgezogen war, war eine Thatsache geworden, und diese wurde mir um so deutlicher, als der lebendige Mann Arm in Arm mit mir in mein altes Zimmer trat und ich ihm sagte: „Herr Doctor! endlich sind wir zu Hause!“