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Jedermann: Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes cover

Jedermann: Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Chapter 5: Liste vorgenommener Änderungen
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About This Book

A prosperous man is suddenly summoned by Death to stand before God and must make an account of his life; he finds that worldly friends, pleasures, and possessions abandon him while allegorical figures such as Faith, Good Deeds, and Mammon confront his fate. Attempts to rely on Fellowship, Wealth, and social standing fail, and the drama tracks his movement from complacent materialism toward penitence, charitable acts, and spiritual reckoning. Staged as a moral parable, the text compresses theological instruction into ritualized pageantry and poetic monologue to examine mortality, judgement, repentance, and the tension between temporal comfort and eternal salvation.

Ich heb vom Stab nit meine Händ,
Zuvor die Reis kam an ihr End.

GLAUBE:

Ich steh bei dir, so wie ich eh
Stand hielt bei Judas Makkabee!

(Sie gehen hinauf.)

DER TOD

(ist hervorgetreten und geht hinter ihnen einher.)

(Sie stehen beim Grab.)

JEDERMANN

(schließt die Augen):

Nun muß ich ins Grab, das ist schwarz wie die Nacht,
Erbarm dich meiner in deiner Allmacht.

GLAUBE:

Ich steh dir nah und seh dich an.

WERKE:

Und ich geh mit, mein Jedermann.

JEDERMANN:

O Herr und Heiland steh mir bei
Zu Gott ich um Erbarmen schrei.

WERKE

(hilft ihm ins Grab, steigt dann zu ihm hinein):

Herr laß das Ende sanft uns sein,
Wir gehen in deine Freuden ein.

JEDERMANN

(im Grab, nur Haupt und Schultern sind noch sichtbar):

Wie du mich hast zurückgekauft,
So wahre jetzt der Seele mein,
Daß sie nit mög verloren sein
Und daß sie am jüngsten Tag auffahr
Zu dir mit der geretteten Schar.

(Er sinkt.)

GLAUBE:

Nun hat er vollendet das Menschenlos,
Tritt vor den Richter nackt und bloß
Und seine Werke allein,
Die werden ihm Beistand und Fürsprech sein.
Heil ihm, mich dünkt es ist an dem,
Daß ich der Engel Stimmen vernehm,
Wie sie in ihren himmlischen Reihen
Die arme Seele lassen ein.

ENGEL (singen.)

Ende.

Dieser Erneuerung des alten Spieles liegt für den Aufbau vornehmlich der anonyme englische Text des fünfzehnten Jahrhunderts zugrunde. (Everyman, a morality play, gedruckt zu London um 1490.) Aus des Hans Sachs „Comedi vom sterbend reichen Menschen“ wurde manches einzelne herübergenommen, zumeist in den Anfangsszenen. In der Szene der Mutter ist ein gereimtes Gebet eingewoben, das von Albrecht Dürer stammt. Das Tanzlied und die übrigen Lieder sind einer neueren Sammlung der Minnesänger des dreizehnten Jahrhunderts entnommen.

Begonnen April 1903 – beendet September 1911.

Druck von W. Drugulin in Leipzig.