rocher von bronze,
und lasse den Herren Junkers den Wind von Landtag. Man lasse den Leuten Wind, wenn man zum Zweck kommt. Ich erwarte ihr sentiment". (Droysen: "Gesch. der Preuss. Polit.", Berl. 1855-81, IV, 2. Abtl. S. 198.) Daher scheint es unhistorisch, dass ein Bericht der Stände Preussens über die neue Besteuerung die Worte enthalten habe: Tout le pays sera ruiné (das ganze Land wird ruiniert werden), und dass der König dazu folgende Randbemerkung beigefügt habe: "Tout le pays sera ruiné? Nihil kredo[76], aber das Kredo[77], dass die Junkers ihre Autorität Nie pozwolam[78] wird ruiniert werden. Ich stabiliere die Souveränetät wie einen Rocher von Bronze". Wer erzählt das zuerst?—
[76] Davon glaub' ich Nichts.
[77] glaub' ich.
[78] "Ich erlaube es nicht", Worte, mit denen jedes polnische Reichstagsmitglied einen Beschluss verhindern konnte.
Wir nennen einen Aufschneider und seine Aufschneidereien einen
Münchhausen und Münchhausiaden.
Freiherr Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen, auf Bodenwerder bei Hannover (1720-97) hatte sich durch die Erzählung unglaublicher Abenteuer, die er selbst erlebt haben wollte, einen Namen gemacht, so dass bereits im "Vademecum für lustige Leute" T. 8 (Berl. 1781, S. 92, No. 175) sechzehn "M—h—s—nsche Geschichten", und Teil 9 (1783. S. 76, No. 166) "Noch 2 M—Lügen" vorkommen. Auch gab er Veranlassung zu dem 1785 in London erschienenen, vom Professor Raspe in englischer Sprache verfassten Buche: "Baron Münchhausens Erzählung seiner wundersamen Reisen und Campagnen in Russland", das Bürger ins Deutsche übertrug. (Raspe war nach "the Gentleman's Magazine for January 1856", S. 2, storekeeper at Dolcoath Mine, in Cornwall und schrieb hier das Buch.) Immermanns humoristischer Eoman "Münchhausen" erschien 1838-39.—
Das Wort Friedrichs des Grossen (reg. 1740-86):
Gazetten müssen nicht geniert werden
ist einem Briefe des Kabinetsministers Grafen Podewils vom 5. Juni 1740 an Minister von Thulmeyer entlehnt, welchem darin der Wille des Königs mitgeteilt wird, dem Redakteur der Berliner Zeitung unbeschränkte Freiheit zu lassen, in dem Artikel "Berlin" von demjenigen, "was anitzo hier vorgeht", zu schreiben, was er will, ohne dass er censiert werde. "Ich nahm mir zwar die Freiheit", fährt Podewils fort, "darauf zu regerieren, dass der ***sche Hof über dieses Sujet sehr pointilleux sei. Se. Majestät erwiderten aber, dass Gazetten, wenn sie interessant sein sollten, nicht geniert werden müssten" (J. D. E. Preuss, "Friedrich der Grosse. Eine Lebensgeschichte". B. 3, S. 251).—
Am 22. Juni 1740 berichteten Staatsminister von Brand und Konsistorialpräsident v. Reichenbach an Friedrich II., dass wegen der römisch-katholischen Soldatenkinder, besonders zu Berlin, römisch-katholische Schulen angelegt wären, die zu allerlei Inkonvenienzen, namentlich aber dazu Gelegenheit gegeben hätten, dass wider des Königs ausdrücklichen Befehl aus Protestanten römisch-katholische Glaubensgenossen gemacht worden wären. Dies habe der Generalfiskal berichtet. Sie fragten nun an, ob die römisch-katholischen Schulen bleiben, oder welche andere Antwort sie dem Generalfiskal geben sollten. Der König schrieb an den Rand:
"Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mus der Fiscal nuhr das Auge darauf haben, das keine der andern abrug Tuhe, den hier mus ein jeder nach seiner Fasson Selich werden".
(Büsching, "Charakter Friedrichs II., Königs von Preussen".) Danach citiert man als Wort des Königs:
In meinem Staate kann jeder nach seiner Façon selig werden.
Er mochte in den "Mémoires, ou oeconomies royales d'état, domestiques, politiques et militaires de Henri le Grand" par Maximilien de Bethune, due de Sully (Amst. 1725, tom. I ch. 19) gelesen haben: "plût a Dieu . . que vous fussiez si prudent que de laisser à chacun gagner Paradis comme il l'entend".—
In dem Aufsatz "Die Tänzerin Barbarina" von Louis Schneider ("Der Bär", Berlin, 10. Jan. 1880, S. 25) wird erzählt, dass, als Graf Dohna für die Bemühungen seines Haushofmeisters C. L. Mayer in der Überführung der Tänzerin nach Berlin im Jahre 1744 auf eine besondere Belohnung desselben antrug, der König geantwortet habe: "Kriegt nichts! hat nur seine
verfluchte Schuldigkeit
gethan". Hat der König dieses Wort zuerst gebraucht? oder ist es schon vorher angewendet worden? Gewöhnlich sagt man:
Verfluchte Pflicht und Schuldigkeit.—
Als Friedrich der Grosse 1745 der Kaiserin Elisabeth von Russland sein Bildnis von Antoine Pesne sandte, gab er ihr in dem Begleitschreiben den Namen einer
Semiramis des Nordens,
den Voltaire später auf Katharina II. anwandte (s. Strauss "Voltaire" 1. Aufl. S. 294).—
Der Philosoph von Sanssouci
nannte Friedrich II. sich selbst, indem er 1752 die erste Sammlung seiner Werke unter dem Titel herausgab: "Oeuvres du Philosophe de Sanssouci. Au Donjon du Château. Avec privilège d'Apollon".—
Friedrichs Reitergeneral Hans Joachim von Zieten (nicht: Ziethen) erwarb sich den Namen:
Zieten aus dem Busch
(nach "Zieten", Gedenkblätter zum 8. Okt. 1880. S. 23) schon 1744 durch die dem Feinde sehr unbequeme und den bedrängten Waffengefährten höchst erfreuliche Plötzlichkeit seines Erscheinens.—
Am 23. Sept. 1757 schrieb Friedrich der Grosse aus Erfurt an Marquis d'Argens eine Épître, worin er den Vorsatz, seinem Leben ein Ende zu machen, deutlich ausspricht. Voltaire, dem diese Epistel zu Gesichte gekommen war, schrieb unmittelbar darauf an den König zwei Briefe, um ihn zu bitten, dass er noch länger leben möchte. In der Antwort des Königs vom 9. Okt. kommt vor:
Pour moi, menacé de naufrage,
Je dois, en affrontant l'orage,
Penser, vivre et mourir en Roi.
In Schubarts Hymnus "Friedrich der Grosse, März 1786" ("Sämtl. Ged." Stuttg. 1786. II, 406) heisst es:
Du schwurst im Drange der grössten Gefahr,
Als König zu denken, zu leben, zu sterben.
Dieser Hymnus wurde in Berlin nachgedruckt; am Tage der Ausgabe wurden 7000 Exemplare verkauft: eine Wache vor dem Hause musste dem Andrange wehren. (Journal von und für Deutschland, 1786, 2, 165.)—
Vor der Schlacht bei Zorndorf (25. Aug. 1758) rief Friedrich dem Garde-Major von Wedel zu, als ihm die ersten zerlumpten Kosaken als Kriegsgefangene vorgeführt wurden:
(Sehe er hier,) mit solchem Gesindel muss ich mich herumschlagen.
(vrgl. Archenholz: "Gesch. d. siebenjähr. Krieges", Berl. 1793. I, 168.)—
Der Fürst ist der erste Diener seines Staats
hat Friedrich der Grosse sechsmal und stets in französischer Form geschrieben. So heisst es in Friedrichs "Mémoires de Brandebourg" (T. 1, p. 123 der Ausg. der Werke Friedrichs durch Preuss): "Un prince est le premier serviteur et le premier magistrat de l'État", und es wiederholt sich in verschiedenen Wendungen, bei denen einmal das Wort "domestique", einmal das Wort "premier ministre" gebraucht wird, an folgenden Stellen: T. 8, p. 65; T. 9, p. 197; T. 24, p. 109; T. 27, p. 297 und kommt ausserdem in dem im Archiv liegenden eigenhändigen 'Testament politique' des Königs vor.
Hettner ("Gesch. d. deutsch. Literat, im 18. Jahrh." 2. Buch. "D. Zeitalt. Friedr. d. Gr." 3. Aufl., Brnschwg. 1879, S. 14) glaubt das Wort auf Massillon zurückführen zu dürfen, "welcher die Knaben- und Jünglingsjahre Friedrichs aufs tiefste beschäftigte". In den berühmten Fasten-Predigten (Petit-Carême), die Massillon auf Befehl des Regenten dem 9jährigen König Ludwig XV. (im Jahre 1717) hielt, steht nämlich: "Sire, die Freiheit, welche die Fürsten ihren Völkern schuldig sind, ist die Freiheit der Gesetze: Ihr seid nur der Diener und Vollstrecker des Gesetzes". (Vous n'en êtes que le ministre et le premier dépositaire.) Diese Anschauung von den Regentenpflichten ist aber noch älter. Schon in Calderon "Das Leben ein Traum" (zuerst gedruckt 1635), Akt I, steht: "Seneca sagte, dass ein König der demütige Sklave seines Staates wäre". Es ist die Stelle aus "De clementia" I, 19 gemeint: "(rex) probavit, non rempublicam suam esse, sed se reipublicae". Und sogar schon von Tiberius überliefert Sueton ("Tib." 29), dass er gesagt habe, "ein guter und heilbringender Fürst müsse dem Senat dienen und der gesamten Bürgerschaft" ("bonum et salutarem principem . . . senatui servire debere et universis civibus . . .").—
Am Schluss des "Exposé du gouvernement prussien" Friedrichs des Grossen heisst es:
"Dies sind einige meiner Betrachtungen und Gedanken über die Regierung dieses Landes, welches, so lange es nicht eine grössere Konsistenz und bessere Grenzen haben wird, von Fürsten regiert werden muss, die
toujours en vedette
Posten
sein und die Ohren aufsperren müssen, sich von einem Tag zum andern gegen die verderblichen Pläne ihrer Feinde zu verteidigen".—
Die Randschrift des Königs zu einer Anfrage des Ministeriums vom 18. Dez. 1766 hinsichtlich der Instandsetzung der schadhaft gewordenen Langen Brücke in Berlin "Buchholtz hat kein Geld dazu" lebt in der Form:
Dazu hat Buchholtz kein Geld
noch heute im Volksmunde.
(Buchholtz wurde 1753 Hof-Etats-Rentmeister, dann Kriegs- und Domänenrat, sowie Königlicher Trésorier. S. "Johann August Buchholtz", nach Familienpapieren erzählt vom Hauptmann J. B. Buchholtz in der Berliner Wochenschrift "Der Bär", 1881, No. 11, S. 157 u. s. w., sowie "Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine", April 1878, S. 12.)—
Die unklassische Inschrift der 1780 vollendeten königlichen Bibliothek zu Berlin
Nutrimentum spiritus
Nahrung des Geistes
verdankt ihren Ursprung wohl einer Lektüre Friedrichs des Grossen, der "Histoire ou vie tirée des monumens anecdotes de l'ancienne Égypte" des Abbé Terrasson (Amst. 1732, S. 70), ein Werk, das Friedrich in einem Briefe aus Ruppin vom 23. März 1733 an Herrn von Grumbkow lobte. Die Überschrift der Bibliothek in Theben lautete nach Diodor 1, 49, 3: "ψυχῆς ἰατρεῖον" ("Klinik für die Seele").
Übrigens gebrauchte der König während der Zeit des Baues die Ausdrücke "aliment de l'esprit" und "nourriture de l'âme" (s. Preuss: "Oeuvres de Frédéric-le-Grand", XXIV, p. 27 und XXV, p. 18). Ad. Streckfuss ("500 Jahre Berliner Geschichte" 3. Aufl., 1. Bd., 8. Abteil., 13. u. 14. Kap.) nennt ohne Beleg als Verfasser der Inschrift Quintus Icilius, der jedoch ein zu guter Lateiner war, um nicht zu wissen, dass "spiritus" ohne Beiwort nur "Hauch" oder "Athem" heisst. "Nutrimentum" oder "Pabulum ingenii" wäre unanfechtbar gewesen. Nach Thiébault ("Mes souvenirs de vingt ans de séjour à Berlin, ou Frédéric le Grand" I, 283; Paris 1804) wählte der König die Inschrift gerade gegen den Rath des Quintus Icilius.—
Nach Ed. Vehse ("Preussen" IV, 175) steht in einer Kabinetsordre Friedrichs des Grossen von 1785 (ein Datum giebt er nicht an):
Ich bin es müde, über Sklaven zu herrschen.
Der Satz entspricht völlig Friedrichs erleuchtetem Sinn. Noch sechzehn Tage vor seinem Tode verfügte er in der Kabinetsordre vom 1. Aug. 1786 über die Besiedelung urbar gemachten Landes bei Tilsit: "Die Bauern, welche da angesetzt werden, müssen ihre Güter alle eigentümlich haben, weil sie keine Sklaven sein sollen" (s. Preuss: "Friedr. d. Gr." 1834. IV, 259-60).—
Im Jahre 1770 war in Jena
"Schwefelbande"
der Name einer als roh berüchtigten Studentenverbindung
(s. H. A. O. Reichardts Selbstbiographie, überarbeitet und herausgegeben von Hermann Uhde, Stuttg. 1877).—
Eine veraltete, allbekannte Anekdote nennen wir einen
Meidinger
wegen der Sammlung "Auserlesener Histörchen", die den Lesestoff der 1783 erschienenen, vielgebrauchten französischen Grammatik Johannes Val. Meidingers bildeten.—
Ein Rothschild
wird ein schwer reicher Mann genannt nach dem Begründer des Handlungshauses zu Frankfurt a. M., Mayer Anselm Rothschild (1743-1812), und nach den Erben seines Namens und Rufes.—
geht auf Kaiser Joseph II. (geb. 1741; gest. 1790) zurück. Archenholtz "England und Italien" (1785) erzählt im 2. Bande, S. 46, bei Gelegenheit der Beschreibung des Dogenpalastes in Venedig: "Unter andern ist hier die ausserordentliche Begebenheit vorgestellt, wie Kaiser Friedrich I. 1172 vom Papst Alexander zu Venedig vom Bann mit grossen Feierlichkeiten losgesprochen wurde. Der Kaiser liegt hier der Geschichte gemäss zu den Füssen des Papstes und erhält die Absolution. Es wird erzählt, dass man, als Kaiser Joseph II. diesen Palast besah, geglaubt habe, ihm nicht dies Gemälde zeigen zu dürfen, und daher bemüht gewesen sei, seine Aufmerksamkeit auf andere Gegenstände zu richten; allein vergebens. Der Kaiser ward es gewahr, man sagte ihm mit dem grössten Glimpf, wovon die Rede sei, worauf er lächelnd versetzte: "Tempi passati!" (s. Kap. III das schwermütige: "Die Zeiten sind vorbei!")" Das in Rede stehende Gemälde ist von Federigo Zuccaro († 1609) und hängt in dem Saale des grossen Rats (sala del maggior consiglio) rechts nach der Piazetta zu.—
Nach Georg Webers "Weltgeschichte" (12. Aufl., I, 819) sagte der Minister Fürst Wenzel Anton von Kaunitz (1711-94) zu Joseph II.: "Ein ganzes
Volk in Waffen
ist an Majestät dem Kaiser ebenbürdig".—
Ruhe ist die erste Bürgerpflicht
ist einem öffentlichen Anschlagzettel auf blassrotem Papier mit deutschen Lettern entlehnt, welchen der Minister Graf von der Schulenburg-Kehnert am Montag nach der Schlacht bei Jena an die Strassenecken Berlins heften liess, und welcher lautete: "Der König hat eine Bataille verlohren. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht. Ich fordere die Einwohner Berlins dazu auf. Der König und seine Brüder leben! Berlin, den 17. Oktober 1806. Graf v. d. Schulenburg". Ein Exemplar des Anschlages befindet sich im Märkischen Provinzial-Museum zu Berlin.—
Die Bezeichnung des Freiherrn vom und zum Stein als
(in der Fassung "Des Guten Grundstein" etc., Inschrift an dem am 9. Juli 1872 auf der Burg Nassau enthüllten Steindenkmale) rührt nach einer "Biographie Steins" des Freiherrn A. v. Seld (s. H. Pröhles "Germania", S. 289) von dem Geheimen Ober-Regierungsrat Süvern (1775-1829) in Berlin her. Der Spruch wurde nach Streckfuss ("500 Jahre Berliner Geschichte" X. Abt., 5. Kap., 3. Aufl., 1880) im Jahre 1808 bekannt. (Wodurch?) In Schmidts "Neuem Nekrolog der Deutschen", 9. Jahrgang (1831), stehen unter einem Stahlstiche des Freiherrn vom Stein die Worte:
Des Rechtes Grund-Stein,
Dem Unrecht ein Eck-Stein,
Der Deutschen Edel-Stein.
S. 572 stehen dieselben Worte als Motto von Steins Biographie. In den "Erinnerungen an Minister vom Stein" (Altenburg 1832) befindet sich sein Titelbild mit derselben Unterschrift, und in "Steins Lebensabend" von Dr. Wiesman (Münster 1831, S. 35) heisst es: "Noch von einer späten Nachwelt wird mit hoher Achtung genannt werden der edle Name dieses grossen Mannes, unter dessen Bild die dankbaren Zeitgenossen die bedeutungsvollen und treffenden Worte setzten:
Freiherr von Stein,
Des Rechtes Grund-Stein,
Dem Unrecht ein Eck-Stein,
Der Deutschen Edel-Stein".
Sicherlich dachte der Verfasser des Steinspruchs dabei an Jesaias 28, 16: ". . . ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen köstlichen Eckstein . . ." (s. Kap. I).—
(Erweiterung des Ausdrucks in Psalm 73, 19: "ein Ende mit Schrecken nehmen") rief Ferdinand von Schill (1776-1809) am 12. Mai 1809 auf dem Marktplatze von Arneburg an der Elbe der begeisterten Schar zu, die ihm von Berlin aus nachgezogen war. (Haken in "Ferdinand von Schill", Lpz. 1824, Bd. 2, S. 88, setzt hinzu: "Dieser Ausdruck war seiner Vorstellung so geläufig, dass er sich desselben zum öftern bediente".) Es berührt komisch, dass schon Aesops Hasen (Halm 237 c) ähnlich sagen: "βέλτιον ... θανεῖν ἅπαξ ἢ διὰ βίον τρέμειν", "Besser auf einmal sterben, als sein Leben lang in Schrecken sein". Dies scheint aus Homer zu stammen, bei dem wir Il. 15, 511 lesen:
βέλτερον, ἢ ἀπολέσθαι ἕνα χρόνον ἠὲ βιῶναι,
ἢ δηθὰ στρεύγεσθαι ἐν αἰνῇ δηιοτῆτι.
Besser, die Wahl des Todes beschleunigen oder des Lebens,
Als so lang' hinschmachten in schreckensvoller Entscheidung.
und Odyss. 12, 350:
Βούλομ' ἅπαξ πρὸς κῦμα χανὼν ἀπὸ θυμὸν ὀλέσσαι,
ἢ δηθὰ στρεύγεσθαι ...
Lieber will ich auf einmal den Geist in den Fluten verhauchen,
Als noch lang' hinschmachten . . . .—
1811 verteidigte Finanzminister Graf Wallis in Wien eine Verfügung, durch die er die Reduzierung der Bankozettel auf ein Fünftel ihres Nennwerts anordnete, Metternich im Ministerrate gegenüber unter andern mit den Worten:
Was gemacht werden kann, wird gemacht.—
Den Namen "Schar der Rache" gab Major Freiherr Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow (1782-1834) im Freiheitskriege der von ihm gesammelten Freischar. Gewöhnlich wird citiert:
Korps der Rache.—
In der Beilage III, Abs. 5 zu Friedrich Wilhelm III. (reg. 1797-1840) Verordnung vom 17. März 1813 über die Organisation der Landwehr (gedr. in d. Hartungschen Holbuchdruckerei) heisst es: "Jeder Landwehrmann wird als solcher durch ein Kreuz von weissem Blech mit der Inschrift
Mit Gott für König und Vaterland
bezeichnet, welches vorn an der Mütze angeheftet wird". "Pro deo, rege et patria" (Für Gott, König und Vaterland) war nach der Berliner Zeitschrift "Der Bär" (1879, No. 16) schon 1701 der Wahlspruch einer Landmiliz zu Bernau bei Berlin.—
So fluscht et bäter, oder: Dat fluscht bäter
(So geht es besser von statten)
rief in der Schlacht bei Grossbeeren am 23. Aug. 1813 die pommersche Landwehr, die im Regen unbrauchbaren Flinten umkehrend und mit Kolbenschlägen auf die Schädel der Feinde einhauend.
In Gustav Partheys "Jugenderinnerungen" (1871; I, 397) heisst es über einen Hauptmann von Rode: "Keinen grösseren Gefallen konnte er seinen Leuten thun, als wenn er ihnen erlaubte, die Gewehre umzukehren und mit dem Kolben zu arbeiten. 'Det fluscht besser'! pflegten sie in ihrem Plattdeutsch zu sagen, und diese Redensart ist lange in manchen Berliner Kreisen einheimisch gewesen, ja man erzählte sich, dass auch dem Kronprinzen von Schweden dieses seltsame Wort zu Ohren gekommen, und er sich nach der Bedeutung erkundigt. Als man ihm dieselbe deutlich gemacht, habe er zu den Pommern und Uckermärkern gesagt: Eh bien, flouchez toujours!"—
Nach v. Treitschke ("Deutsche Gesch. im 10. Jahrh.", Lpz. 1879, 1. B., S. 504) wurde Blücher am 19. Okt. 1813, während er die Russen gegen das Gerberthor in Leipzig führte, zum ersten Male von den Kosaken mit dem Ehrennamen begrüsst:
Marschall Vorwärts!—
Am 23. Nov. 1814 schrieb Jacob Grimm an seinen Bruder Wilhelm (Briefwechs. d. Brüd. Grimm. Weimar 1881) vom Wiener Kongress her, der im September begonnen hatte: "Wie dieser Tage der prince de Ligne sagte: "le congrès danse beaucoup, mais il ne marche pas"." Gewöhnlich wird dies Spottwort des österreichischen Feldmarschalls Karl Josef Fürst von Ligne († Dez. 1814) in der Form citiert:
Le congres ne marche pas, il danse.
Varnhagen von Ense ("Galerie v. Bildnissen aus Rahels Umg. u. Briefwchs." Lpz. 1836. I, 92) schreibt: "Der Fürst von Ligne erlebte noch den grossen Kongress von Wien, wo die Feste leichter als die Geschäfte in Gang kamen, und sein berühmtes Wort veranlasst wurde:
Der Kongress tanzt wohl, aber geht nicht".—
H. v. Treitschke ("Hist. u. polit. Aufs.", 4. Aufl., Lpz. 1871, I, 171) sagt in "Hans von Gagern" (München 1861): "Man kennt Blüchers Toast nach Waterloo (18. 6. 1815):
Mögen die Federn der Diplomaten nicht wieder verderben, was das Volk mit so grossen Anstrengungen errungen!"—
Über den Ausdruck:
den Schwerpunkt nach Ofen verlegen
sagt der namenlose Verfasser (Kertbeny, Benkert) der "Spiegelbilder der Erinnerung" (1869. III, S. 189, in der "Geschichte eines Stiefgrossvaters"):
"Österreichs Schwerpunkt liegt in Budapest. Dies 'geflügelte Wort' sprach zuerst dessen Erfinder Friedrich von Gentz 1820 im Kabinete Metternichs aus; im ungarischen Reichstage erklang dies Schlagwort zuerst aus dem Munde des grossen Grafen Széchenyi; 1840 rief Massimo d'Azeglio dies Wort Österreich zu, um es zu bewegen, seine fixe Idee des Besitzes von Oberitalien aufzugeben; dies Wort sprach Graf Camillo Cavour 1857 in Compiègne aus, und diesen guten Rat erlaubte sich Graf Bismarck-Schönhausen 1863 in einer Zirkulardepesche Österreich schriftlich (?), 1866 praktisch auf dem Schlachtfelde zu erteilen."
Graf Beust äusserte in der Sitzung der österreichischen Delegationen vom 19. Aug. 1869, die Redensart entstamme einer Unterredung Bismarcks mit dem österreichischen Gesandten Karolyi.—
Karl von Holtei erzählt ("Vierzig Jahre" IV, 61; vrgl. VI, 137; 2. Aufl. 1859), Zacharias Werner (1768-1823) pflegte "in Zeiten seiner Wiener Heiligkeit", (also von 1814 an bis zu seinem Tode, 1823) Goethe nur mit
d(ies)er grosse Heide
zu bezeichnen ["ein Ausdruck, den der liebenswürdige Grillparzer—wenn er Werners ostpreussischen Dialekt nachahmt, unwiderstehlich!—gar nicht vergessen kann"]. Dies mag Heine zu Ohren gekommen sein, von dem Goethe (Norderney 1826. "Ges. W." her. v. Strodtmann 1, 138 u. a. a. O.) auch öfters "der grosse Heide" genannt wird, bis er dann in seinem Buche "Über Deutschland", 1834 ("Ges. W" 5, 228) meint, "man" lege diesen Namen Goethe bei, doch sei er "nicht ganz passend" wegen des unverkennbaren Einflusses des Christentums auf diesen Dichter. Goethes "Heidentum" betonte übrigens schon vor Werner im Jahre 1811 (aus Dresden am 24. Mai an J. Bertram; vrgl. "Sulp. Boisserée" Stuttg. 1862, 1, 129) Sulpice Boisserée, ohne jedoch vom "grossen Heiden" zu reden.—
Es wird behauptet, dass die letzten Worte, die Goethe am 22. März 1832 vor seinem Tode sprach:
Mehr Licht!
gewesen seien; er soll jedoch eigentlich gesagt haben: "Macht doch den zweiten Fensterladen auch auf, damit mehr Licht hereinkomme".—
Gustav Freytag erzählt in "Karl Mathy. Geschichte seines Lebens" (Lpzg. 1872, S. 49), dass dieser 1831 als junger Kameralpraktikant eine kleine Schrift "Vorschläge über die Einführung einer Vermögenssteuer in Baden", Karlsruhe 1831, bei der badischen zweiten Kammer einreichte, und dass seine Arbeit nach einem rühmenden Bericht Karl Rottecks (1775-1840) mit grosser Anerkennung unter der damals neuen Bezeichnung:
Schätzbares Material
der Kammerbibliothek einverleibt wurde. Dieses Wort fand Anklang. So hielt am 15. Mai 1851 Fürst Schwarzenberg beim Schluss der Dresdener Ministerkonferenzen eine Ansprache, in der es unter anderm hiess:
"Endlich liegen uns schätzbare Materialien vor, welche von den aus unserer Mitte gewählten Kommissionen mit tiefer Sachkenntnis, mit gründlichem Fleiss und dankenswerter Ausdauer zu tage gefördert worden sind, und welche, wenn sie gehörig benutzt werden, zur zweckmässigen Ausbildung und Verbesserung der Bundesverfassung, somit zur Erstarkung und zur Wohlfahrt des Bundes wesentlich beitragen können".
("Berliner Konstitutionelle Zeitung", 17. Juni 1851, Morgenausg.; 26. Juni 1851, Abendausg.)—
Bei dem Festschmause in Halle im Jahre 1834 aus Anlass der Vollendung des neuen Universitätsgebäudes erhielt der Oberleiter des Baues, Oberbaurat Matthias seinen Toast. Kurz darauf erhebt er sich und beginnt: "Meine Herren:
Unvorbereitet wie ich bin— —
hm! hm!— —Unvorbereitet wie ich bin— —hm! hm!"—Weiter geht es nicht, und er zieht harmlos aus seiner Brusttasche ein fertiges Manuskript hervor, welches er in aller Gemütsruhe herunterliest. Das erregte viel Heiterkeit, und das Wort ist in Halle zuerst zum geflügelten geworden.[79] Die Wendung wird scherzhaft umgestaltet zu:
Unvorbereitet wie ich mich habe.[80]—
[79]Gutzkow: "Rückblicke auf mein Leben", Berlin 1875, S. 242, führt die Redensart auf Fr. L. Schmidt, Direktor des Hamburger Stadttheaters, zurück, der bei seinem 25jährigen Direktionsjubiläum 1840 ganz wie Oberbaurat Matthias 1834 verfahren sein soll; doch nennt Hermann Uhde, der Herausgeber der "Denkwürdigkeiten von Fr. L. Schmidt", Jena 1875 ("das Stadttheater in Hamburg", 1879, S. 132 u. 133) diese Gutzkowsche Anekdote einen bedauerlichen Irrtum.
[80] In Linz bezeichnet man den verstorbenen Direktor des dortigen Gymnasiums, Dr. Columbus, als den Urheber dieses lapsus linguae.
Einen vorzüglichen Cicerone nennen wir einen
Baedeker,
indem der Koblenzer Buchhändler Karl Baedeker (1801-59) im Jahre 1836 Prof. J. A. Kleins "Rheinreise von Mainz bis Köln, Handbuch für Schnellreisende" (Fr. Röhling, Koblenz 1828) in zweiter Auflage neubearbeitet herausgab, welches Buch der Keim ward zu den jetzt allbeliebten Baedekerschen Reisehandbüchern für Europa und den Orient, die nach des Begründers Tode von dessen Söhnen fortgesetzt worden sind.—
Wir lesen in einem Aufsatze "Ungewöhnliche Charaktere" in den "Neuen Preussischen Provinzialblättern" (hrsg. v. A. Hagen, B. VI, S. 228) von einem 1839 in Königsberg gestorbenen alten, überstudierten Kandidaten und Hospitaliten Johann Wilhelm Fischer. Seine armselige Gestalt zog ihm, der viel auf den Strassen lag, erst die allgemeine Aufmerksamkeit und bald den allgemeinen Anruf:
Guten Morgen, Herr Fischer!
zu, der ihn so verdross, dass er wiederholt bei der Polizei und selbst bei dem königlichen Throne um Abhilfe bat. (S. "Der Königsberger Freimütige", 4. Febr. 1852, No. 29).—
Der beschränkte Unterthanenverstand,
diese Blüte bureaukratischer Überhebung, entstand folgendermassen: 1837 hob der König von Hannover die Verfassung seines Landes auf. Sieben Göttinger Professoren protestierten dagegen, unter ihnen Professor Albrecht aus Elbing. Von vielen Seiten erhielten diese Professoren beistimmende Adressen; auch wurde eine, die von Prince Smith verfasst war, von Einwohnern Elbings an Albrecht gerichtet. Jakob van Riesen in Elbing sendete dem preussischen Minister des Innern von Rochow eine Abschrift davon ein, worauf folgende Antwort erfolgte, deren Original in der Elbinger Stadtbibliothek liegt:
"Ich gebe Ihnen auf die Eingabe vom 30. v. M., mit welcher Sie mir die von mehreren Bürgern Elbings unterzeichnete Adresse an den Hofrath und Professor Albrecht überreicht haben, hierdurch zu erkennen, dass mich dieselbe mit unwilligem Befremden erfüllt hat. Wenn ich auch annehmen will, dass es nur Gewissenszweifel gewesen sind, welche den Professor Albrecht bewogen haben, die ihm angesonnene Eidesleistung für unstatthaft zu halten, so bin ich doch so weit entfernt, die in der Erklärung des Albrecht und seiner Göttinger Amtsgenossen ausgesprochene Beurtheilung des Verfahrens Sr. Majestät des Königs von Hannover dadurch gerechtfertigt oder auch nur entschuldigt zu finden, dass ich solche vielmehr für eine ebenso unbesonnene als tadelnswerthe und nach diesseitigen Landesgesetzen selbst strafbare Anmassung halte. Die Unterzeichner der Adresse an den Professor Albrecht laden daher mit Recht denselben Vorwurf auf sich, indem sie jene Erklärung billigen und loben und dadurch die Gründe derselben zu den ihrigen machen. Es ziemt dem Unterthanen, seinem Könige und Landesherrn schuldigen Gehorsam zu leisten und sich bei Befolgung der an ihn ergehenden Befehle mit der Verantwortlichkeit zu beruhigen, welche die von Gott eingesetzte Obrigkeit dafür übernimmt; aber es ziemt ihm nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Massstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen und sich in dünkelhaftem Übermute ein öffentliches Urteil über die Rechtmässigkeit derselben anzumassen u. s. w. u. s. w.
Berlin, den 15. Januar 1838.
Der Minister des Innern und der Polizei,
von Rochow".
Aus den Worten des dritten Absatzes des mitgeteilten Schriftstückes: "Es ziemt dem Unterthanen nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Massstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen", ist unser Wort gemacht worden. Georg Herwegh wendete es in seinem im Dez. 1842 aus Königsberg an Friedrich Wilhelm IV. von Preussen gerichteten Briefe an.
In den "Erinnerungen" von J. D. H. Temme (Feuilleton der "Frankfurter Zeitung", 2. April 1879) steht: "Jener bekannte Satz des preussischen Polizeiministers von Rochow, vielmehr seines Geheimrates Seiffart: der beschränkte Unterthanenverstand" u. s. w. In einer Fussnote wird hinzugefügt: "Auch der Geheimrat Seiffart war nicht der Vater der berüchtigten Phrase vom beschränkten Unterthanenverstande. Ein mir befreundeter Rat des Rochowschen Ministeriums teilt mir folgendes über die kleine Geschichte mit: — — — Die Angelegenheit gehörte zu dem Decernat des Herrn Seiffart. Herr Seiffart hatte einen Hilfsarbeiter, einen hochmütigen, übermütigen jungen Assessor; — — er hatte auch den Bescheid auf den Elbinger Bericht abzufassen, und er hatte darin jene Phrase angebracht. Dem Herrn Seiffart war sie wohl aus der Seele geschrieben; er liess sie stehen; auch der Herr von Rochow, wie feine Umgangsformen er auch besass, war nicht der Mann, der sie hätte unterdrücken mögen. Mein Freund nannte mir auch den Namen des jungen Assessors; ich erinnere mich desselben aber nicht mehr mit Bestimmtheit und mag daher hier nicht Gefahr laufen, vielleicht einen unrichtigen zu nennen".—
Die grüne Patina, welche so wirkungsvoll edle alte Bronzen überzieht, und dann im allgemeinen jeden altertümlichen Reiz, nennen wir mit Friedrich Wilhelm IV. (reg. 1840-1861):
den verschöne(r)nden Rost der Jahrhunderte;
denn dieser König sprach bei der Huldigung in Königsberg am 10. September 1840:
"So wolle Gott unser preussisches Vaterland sich selbst, Deutschland und der Welt erhalten, mannigfach und doch Eins, wie das edle Erz, das, aus vielen Metallen zusammen geschmolzen, uns ein einziger Edelstein ist,—keinem andern Rost unterworfen, als dem verschönenden der Jahrhunderte."—
Friedrich Wilhelm IV. empfing 1842 den jugendlichen Dichter Herwegh mit den Worten:
Ich liebe eine gesinnungsvolle Opposition.—
Er sagte in der am 11. April 1847 vor dem Vereinigten Landtage gehaltenen Thronrede:
"Möchte doch das Beispiel des einen glücklichen Landes, dessen Verfassung die Jahrhunderte und eine
Erbweisheit
ohne Gleichen, aber kein Stück Papier gemacht haben, für uns unverloren sein und die Achtung finden, die es verdient".
Am 15. April citierte Freiherr Vincke das Wort mit dem Zusatze: "Erbweisheit der Engländer". Doch war es so nicht gemeint gewesen. Eberty ("Gesch. d. preuss. Staats", VII, 265) sagt: "Von den Eingeweihten aber erfuhr man nachträglich, dass Mecklenburg gemeint war".—
Zwischen mich und mein Volk soll sich kein Blatt Papier drängen
ist umgestaltet aus den Worten Friedrich Wilhelms IV. (in derselben Rede): "Es drängt mich zu der feierlichen Erklärung — — —, dass ich nun und nimmermehr zugeben werde, dass sich zwischen unsern Herr Gott im Himmel und dieses Land ein beschriebenes Blatt, gleichsam eine zweite Vorsehung eindränge . . ."—
Rechtsboden
ist auf diejenige Stelle derselben Thronrede zurückzuführen, an welcher der König den Landtag anruft, ihm zu helfen, "den Boden des Rechts (den wahren Acker der Könige) immer mehr zu befestigen und zu befruchten".—
In der am 21. März 1848 erschienenen Proklamation Friedrich Wilhelms IV. "An mein Volk, an die deutsche Nation" kommen die Worte vor:
Preussen geht fortan in Deutschland auf!—
Auf den breitesten Grundlagen
steht zuerst in einer am 22. März 1848 einer Deputation der Städte Breslau und Liegnitz erteilten Antwort des Königs, deren Beginn lautet: "Nachdem ich eine konstitutionelle Verfassung auf den breitesten Grundlagen verheissen habe . . ." Das Wort wurde in dem königlichen Propositionsdekret vom 2. April an den vereinigten Landtag wiederholt. Es findet sich dann in dem Manifeste (datiert Schönbrunn, 6. Okt. 1848) wieder, wodurch Kaiser Ferdinand seine zweite Abreise von Wien ankündigte.—
Friedrich Wilhelm IV. führte den Ausdruck: