[108] Es ist einer der schönsten Züge in diesem Leben voll Pflichterfüllung, daß der Prinz während seiner Verbannung sich auf’s Eingehendste mit der deutschen Verfassung beschäftigte und deßhalb mit einigen der besten Männer der damaligen Zeit, die innerhalb und außerhalb des Parlaments standen, regen Briefwechsel unterhielt.

[109] Miquèl war mit andern republikanischen Commilitonen aus Heidelberg, bis an die Zähne bewaffnet, auf der Eisenbahn einmal sogar schon bis Frankfurt vorgedrungen, wurde aber, da man dem Landfrieden seiner Gesinnung nicht traute, auf ein todtes Gleis geschoben und dann sammt seinem Anhang wieder nach Heidelberg zurückgefahren! (Persönliche Mittheilungen an mich). Ueber Bamberger’s damalige Gesinnung und Heldenthaten hat dieser selbst einen reizenden Artikel im Salon (Leipzig, Payne, unter Lindau’s Redaction) „Aus grünen Tagen“ veröffentlicht. Namentlich ist die geradezu märchenhafte Pracht, mit welcher „die gütige Fee Revolution“ damals vor den Augen aller Zeitgenossen, auch der nüchternsten auftauchte und einherzog, höchst anschaulich und liebenswürdig geschildert.

[110] Biedermann, Beiträge S. 142.

[111] Ebenda S. 136.

[112] Verhandlungen des Deutschen Parlaments 1. Lieferung S. 162. f. Von Preußen waren nur 141 Abgeordnete, von Baiern 44, von Würtemberg 52 (!), von Sachsen 26, von Baden 72 (!), von Hessen-Darmstadt 84 (!) Mitglieder erschienen. Von den Preußen stimmten 30 (darunter Geheimrath v. Sybel und Schwetschke), von den Baiern 19, von den Würtembergern 6, von den Sachsen alle bis auf 2, von den Badensern 22, von den Hessen 25 für die Permanenz des Vorparlaments.

[113] Ebenda, Zusammenstellung der Beschlüsse des Vorparlaments. S. 172.

[114] Ebenda, S. 173.

[115] Verhandlungen des Deutschen Parlaments 8. Bd. S. 6064. — Biedermann, Beiträge S. 143.

[116] Welcker dutzt Blum in den Briefen, die ich von Welcker’s Hand besitze.

[117] Auch einige der Federn, welche der Mehrheit zur Verfügung standen und einige ihrer Redner waren, wie wir sehen werden, keineswegs müssig, Blum in ungerechter Weise zu verdächtigen.

[118] Gegenwart, 2. Band, S. 685–691. — Verhandlungen des Deutschen Parlaments 1. Lieferung, Vorrede von Jucho nebst Anlagen und S. 1 u. 2 der Verhandlungen.

[119] Offizielle Ausgabe der Verhandl. des D. Parl. S. 10.

[120] Band 2, S. 703.

[121] Ebenda, S. 704. — Off. Ber. S. 173, 174.

[122] Das erste Deutsche Parlament S. 45–52.

[123] „Der charakteristische Mönch unserer Zeit stand vor dem Volke, mit vierschrötigem knochigem Körper, mit dem kurzen, fleischigen Halse, mit dem rothbartigen (?) kantigen Haupte und der strotzenden Gesichtsfarbe. Wenn die Widersacher jetzt seine schmalgeschlitzten, fetten Aeuglein, die Stumpfnase und den großen Mund zu dem Kopfe eines Fauns machen, so geschieht es darum, weil die schlagende Aehnlichkeit mit einem Franziskaner verdorben ist durch einen mißlichen Frack und lichtfarbige (!) Beinkleider.... Aber zu solcher Ganzheit war eben nöthig, daß er auch etwas Ganzes wollte.“

[124] Wie unsolid Herr Laube in seinem Buche übrigens gearbeitet hat, geht am besten aus seiner Bemerkung über Ludwig Simon S. 292 hervor. Hier nimmt er den ironischen Zuruf der Gegner Simon’s „Lauter, lauter!“, der sich immer erhob, wenn Simon anfing brüllend zu reden, ernsthaft — weil Herr Laube eben Dinge schildert, die er selbst nicht gesehen.

[125] Seite 48.

[126] S. 141.

[127] S. 49.

[128] Man gab freilich damals manchmal „Die Karlsschüler“.

[129] S. 49.

[130] Gegenwart 2. Band, S. 693.

[131] Offiz. B. S. 24, 25, 41.

[132] Herr Laube sagt über die Rede: „Blum salbte die Wunde!“ Wie zutreffend! Wie verständlich!

[133] Off. Ber. S. 109.

[134] Off. Ber. S. 116.

[135] Off. Ber. S. 128.

[136] Off. Ber. S. 133.

[137] Off. Ber. S. 138, 140.

[138] Vom 16. bis 28. April.

[139] Im August, auf der Reise nach Leipzig, fuhr er durch Köln blos durch.

[140] Off. Ber. 2. Lieferung, S. 262.

[141] S. 244 u. 397.

[142] Biedermann, S. 244.

[143] Denn in den Sitzungen vom 12. bis 14. April findet sich nichts, die Sache Betreffendes.

[144] S. 243–285.

[145] Off. Ber. S. 444–445.

[146] Off. Ber. S. 493.

[147] Zu ihnen gehörten Otto Jahn, Prof. Haupt, Stephani, Cichorius, Koch, Laube, Wigand, Reimer, Göschen, G. Mayer, S. Hirzel u. A. —

[148] Günther u. Friese (s. S. 314 a. E.) scheinen hauptsächlich die Confusion verschuldet zu haben. Bertling hat die betreffenden Briefe Blum’s nie zu Gesicht bekommen!

[149] Die Gerechtigkeit erfordert, zu sagen, daß Prof. Semmig (wie Tausende Andere, die im Jahre 1848 sociale Republikaner waren) heute auf streng nationalem Boden steht. Er hat seit den 50er Jahren bis 1870 in Orleans als Professor der deutschen Sprache und Literatur gewirkt, wurde als Deutscher ausgetrieben und wirkt seither wieder in Leipzig. Auch für die Familie Blum’s that er nach Blum’s Tod, was er konnte.

[150] Gegenwart, V. Band S. 169 („Die Deutsche Nationalversammlung“. Erster Abschnitt bis zur Erwählung des Reichsverwesers. S. 168–207). — Andere benützte Quellen sind: Stenogr. Ber. über die Verhandlungen der Deutschen constit. Nationalversammlung zu Frankfurt a. M. Herausgegeben auf Beschl. der Nat.-Vers. durch die Redact.-Comm. und in deren Auftrag von Prof. Franz Wigard. 1. u. 2. Bd. (bis S. 845). — Biedermann, „Erinnerungen“ und „Beiträge“ (in Riehl’s Taschenbuch) a. a. O. — Laube a. a. O. I. Bd. S. 121–328, II. Bd. bis S. 26. — Springer, Dahlmann II. Bd. S. 251 flg. — Freytag, Mathy S. 286–296. — Andere Quellen im Text nachgewiesen.

[151] Sten. Ber. S. 48, Sp. 2. Auch Raveaux, Pfizer, Stedmann, Jucho, Raumer, Wesendonck standen darunter.

[152] Sten. Ber. S. 101 u. 102

[153] Herr Laube freilich nicht. Er sagt über Blum’s Rede: „Gefahren, unermeßliche Gefahren schildern, in’s Dunkle malen, den Vorhang der schweren Zukunft geheimnißvoll lüften, es war ganz sein Thema“. „Soviel gab dieser merkwürdige Redner auf das Tönen großer Worte, daß er sie auch für die vertrackteste (!) Wendung verkaufte.“ S. 202–203.

[154] Sten. Ber. S. 149–151.

[155] Gegenwart, 5. Bd. S. 180.

[156] Sten. Ber. S. 155.

[157] Sten. Ber. S. 150.

[158] Sten. Ber. S. 158.

[159] Sten. Ber. S. 235.

[160] Sten. Ber. S. 236.

[161] St. B. S. 260–61.

[162] Diese Mitglieder waren Joseph und Günther (St. B. S. 265), der Minister wahrscheinlich Römer aus Würtemberg.

[163] Herr Laube trifft natürlich auch hier den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt: „Herr Blum hatte von der Rednerbühne herab eine jener Klatschereien eingerührt, welche man im Privatleben Verleumdung, im öffentlichen Leben Denunciation zu nennen pflegt. Auch für die gewöhnliche Republik braucht es doch Gesetz und Ehre, Treu und Glauben, und gleiches Maß für Sünde oder Tugend.“ (S. 242. 246). Und auch für den gewöhnlichen Schriftsteller setzen wir hinzu, wenigstens einige Kenntniß von dem, über was er urtheilt.

[164] Vaterlandsblätter: „Die Reise der Linken in die Pfalz“ (von Günther und Blum) in den Nr. 83, 84, 85, (24. 26. 27. Juni) 1848. Dieser Bericht wird nachstehend fast vollständig mitgetheilt.

[165] Freundliche Mittheilung der Besitzerin Frau Eschmann in Speier an Ernst Keil.

[166] Ein Augenzeuge, Adolf Bloch in Edenkoben, schreibt mir am 4. März 1878 hierüber: „doch ging dieser Marsch etwas langsam von Statten, da zur Entgegennahme verschiedener Stehschoppen, welche von Bürgern der dazwischen liegenden Orte den Abgeordneten credenzt wurden, manche Viertelstunde verwendet werden mußte. Zwischen Edenkoben und Maikammer stolperte Prof. Vogt über einen Stein und verlor beinahe das Gleichgewicht. Robert Blum, welcher vor ihm herging, drehte sich um und sagte lachend: „Die Linke nehme sich in Acht, daß sie sich nicht überstürze.“ Allgemeines Gelächter, in das selbst Trützschler, der einen furchtbaren Katzenjammer hatte, einstimmte.“

[167] St. B. S. 319.

[168] St. B. S. 359 Sp. 1.

[169] Auch dieser Antrag war übrigens noch keineswegs der extremste. Dieskau beantragte, das Parlament sollte ohne Weiteres die Regierung ganz Deutschlands in die Hand nehmen.

[170] Gegenwart, V. Bd. S. 190.

[171] Oben S. 269 fg.

[172] Gegenwart, S. 191.

[173] St. B. S. 402–404.

[174] Hiervon später bei der Frage des Malmöer Waffenstillstandes.

[175] Das Parlament hatte einstimmig erklärt, daß der vom Königreich Sardinien beabsichtigte Angriff auf Triest als ein Angriff auf Deutschland werde geahndet werden.

[176] Braun von Cöslin hatte beantragt, die provisorische Centralgewalt der Krone Preußen zu übertragen, fand aber nicht einmal 20 Stimmen zur Unterstützung seines Antrags. (St. B. S. 397/98.)

[177] Baiern. Dort war die Bewegung durch Lola Montez, die Favoritin des Königs Ludwig I., veranlaßt.

[178] In der Sächsischen Kammer.

[179] St. B. S. 434/35.

[180] Gegenwart, 5. Bd. S. 196. — Herr Laube dagegen erwähnt sie ebensowenig wie Blum’s Rede vom 27. Mai über den Raveaux’schen Antrag. Und über die Rede Blum’s vom 20. Juni sagt er nur: „Es war die Zeit der Gleichnisse; die Rhetorik blühte noch und Blum begann immer mit einem gewaltigen Bilde und schloß mit einem. Dies gehörte zu seiner inneren Schwäche vor der Paulskirche. Denn stolze Bilder vom Prometheus gehörten nicht zu seiner Bildung und wirkten, eben weil sie außer ächtem Zusammenhange mit dem übrigen Gedankenkreise des Redners lagen, auf ein so gebildetes Publikum ganz anders als auf ein Publikum der Mittelklasse.“ Zu letzterem müßte also der Verfasser des Artikels der „Gegenwart“ gezählt werden! In diesem spöttischen Ton geht es weiter. Bei solcher Ueberlegenheit des Herrn Laube über die besten Redner der Paulskirche ist nur das Eine zu verwundern: daß er sie nicht Alle überstrahlte.

[181] St. B. S. 521.

[182] Beiträge (Histor. Taschenbuch) a. a. O. S. 144.

[183] St. Ber. S. 566.

[184] Daß übrigens Blum diese Geldsendung im eigentlichsten Sinne des Wortes nur als Darlehn betrachtete, geht aus der folgenden Stelle eines Briefes an seine Frau vom 28. September 1848 hervor: „Die Diäten vom 50er Ausschuß nutzen mir leider nichts, denn ich muß sie, sobald sie bezahlt sind, dem Leipziger Ausschuß erstatten, welcher damals für uns gesammelt hat.“ —

[185] Des Deutschen Vereins. Vgl. den flg. Abschnitt.

[186] Er starb merkwürdigerweise am nämlichen Tage wie Blum, 9. Nov. 1848, an der Auszehrung.

[187] Die erste Kunde ihrer Erkrankung, einer Unterleibsentzündung, hatte Blum am 9. Juni erhalten.

[188] St. B. S. 677.

[189] St. B. S. 721/22.

[190] St. B. S. 896. — Die Reactivirung des Bundestags wurde später wirklich rechtlich angeknüpft an den perfiden Doppelsinn der Erklärung Schmerling’s vom 12. Juli. Die k. k. Staatsjuristen sagten: die Befugnisse des Bundestags seien der Centralgewalt übertragen und bis zum Erlöschen derselben von dieser geübt worden; nun hindere nichts, daß der Bundestag seine schlummernden Befugnisse selbst wieder ausübe. Dieser verlogenen Rechtsverdrehung hat Zachariä zwar mitten in der wildesten Reactionszeit die ganze Verachtung entgegengeschleudert, die sie verdiente (in seiner Schrift „Die Reactivirung des Bundestages“), und Albrecht hat in Leipzig den vielen Tausenden, die nacheinander zu seinen Füßen gesessen, mit dem königlichen Freimuth seiner Kritik die ganze Tiefe der Rechtlosigkeit und Ruchlosigkeit der Wiedereinsetzung des Bundestags offenbart. Dennoch aber wäre das Bewußtsein dieser Rechtlosigkeit im Volke wesentlich gefördert und jener Staatsumwälzung auch der letzte Vorwand des guten Glaubens entzogen worden, wenn das Parlament damals den Antrag seines linken Centrums angenommen hätte.

[191] Sitzung vom 21. Aug. St. B. S. 1624. — An anderen Quellen die beim vorigen Abschnitt genannten und Gegenwart, 7. Bd. S. 239–295, Flathe S. 575–592.

[192] St. B. S. 1717/19 (25. August).

[193] St. B. S. 804.

[194] St. B. S. 805.

[195] St. B. S. 1461.

[196] St. B. S. 1499 fg.

[197] Sehr lesenswerth ist hierüber die Abhandlung von Carl Baumbach: „Die Verwirklichung der Deutschen Grundrechte in der Gegenwart“, Grenzboten, 1876, III. S. 361 fg., 453 fg.

[198] „Kein Bestandtheil des Königreichs oder Recht der Krone kann ohne Zustimmung der Kammer auf irgend eine Weise veräußert werden.“

[199] Oben S. 350.

[200] Aus den Acten des Deutschen Vaterlandsvereins zu Dresden.

[201] Am nämlichen Tage schrieb er an dieselbe: „— Vorgestern war ich mit meinen Leuten in Heidelberg, wo wir uns wieder einmal Erfrischung geholt haben, die wir bei dem trostlosen Zustande und der entsetzlichen Richtung der Nationalversammlung so sehr bedürfen. Es war ein Seitenstück zu der Pfälzer Reise, nur mußten wir den Jubel mehr mit Hecker theilen; denn auf jedes Lebehoch auf uns oder irgend etwas folgte gewiß eins auf Hecker.

Paulskirche den 2. August 1848. Mein Gott, schon August!!“

[202] Namentlich erkennen wir auch hieraus, wie selbst Biedermann, dessen Gerechtigkeit des Urtheils über Blum wiederholt anerkennend hervorgehoben wurde, in seinen „Erinnerungen aus der Paulskirche“, S. 393–97, doch zum Theil den Gegner falsch und ungerecht beurtheilte, wenn er sagt: „Diese Fähigkeit (der Parteiherrschaft) beruhte nächst ihren (Blum’s und Vogt’s) hervorragenden parlamentarischen Talenten, hauptsächlich in dem Schein aufrichtiger, uneigennütziger Hingabe an die Sache, durch welchen sie nicht blos das Publikum, sondern auch ihre eigene Partei täuschten. Ich muß jedoch unterscheiden.“ (Folgen Bemerkungen über Vogt.) „Blum besaß in noch höherem Grade als Vogt den Ausdruck treuherziger Ehrlichkeit und rückhaltloser Hingebung an das Allgemeine. Auch möchte ich fast annehmen, daß es ihm wirklich mehr, als Jenem, zugleich um die Sache, nicht blos um die Befriedigung der eigenen Eitelkeit oder des eigenen Ehrgeizes zu thun war, daß er, wie nach Mirabeau’s Ausspruch Robespierre, „das glaubte, was er sagte“. Sonst hätte er kaum einen so weitverbreiteten und so lange andauernden Einfluß üben können. Allein das eigene Selbst hatte auch bei Blum einen entscheidenden Antheil an allen seinen politischen Handlungen. Was hätte dieser Mann mit seiner unverwüstlichen Körper- und Geisteskraft, mit seinem nimmermüden Eifer, mit der gewaltigen Macht seiner volksthümlichen Beredsamkeit leisten können, wäre es ihm aufrichtig und allein um die Freiheit und den Fortschritt, nicht zugleich um die Zwecke seines Ehrgeizes zu thun gewesen, hätte er das Volk wahrhaft durch Bildung frei machen, nicht blos aus einer Abhängigkeit in die andere versetzen wollen!“ Diesem Urtheil ist insoweit beizutreten daß Blum gewiß, wie jeder bedeutende Mann, Ehrgeiz besessen; zu widersprechen aber darin, daß er diesen Ehrgeiz, „das eigene Selbst“ irgendwo und wann zum Maßstab seiner öffentlichen Dienste gemacht hat. Seinem Eigennutz hätte er bei weitem besser daheim dienen können, als in Frankfurt. Nimmer hätte solcher Ehrgeiz die Opfer gebracht, die Sorgen getragen, die er durch seinen Aufenthalt in Frankfurt trug. Daß er in seinem Parteistandpunkt schließlich auf falsche Bahnen gedrängt wurde, war zum Theil doch auch die Schuld seiner Gegner und der verworrenen aufgeregten Zeit. Und er selbst hat das harte Geschick, unter dem er erlag, in den letzten Monaten seines Lebens in einem Briefe an einen Freund wohl am richtigsten bezeichnet in den Worten: „Mein Lieber, wir sind um fünfzehn Jahre zu früh auf die Welt gekommen.“

[203] Nur die „Gemeinheiten“ im Tageblatte hörten seitdem auf, wie er am 9. September befriedigt der Frau meldet.

[204] Höchst charakteristisch für den Ton, der im Vaterlandsverein herrschte nach dem Ausscheiden der Minderheit waren die dort gefaßten Beschlüsse. Unter Anderm hieß es: da von dem jetzigen Ministerium ein volksthümliches Wahlgesetz nicht zu erwarten, so ist die Entlassung dieses Ministeriums auszusprechen und Staatsminister Oberländer mit der Bildung eines neuen zu beauftragen, die Ständeversammlung einzuberufen, sofort eine aus der freien und unmittelbaren Wahl des Volkes hervorgegangene constituirende Versammlung einzuberufen.

[205] Schon die überwältigende Komik dieses einen Gedankens sichert Jäkel einen Ehrenplatz unter den unfreiwilligen Humoristen aller Zeiten.

[206] Zu vergl. Offizieller Bericht der Verhandlungen des Vorparlaments, Sitzung vom 31. März, der Bundesversammlung vom 4. April (2. Lieferung). — Sten. Ber. der Deutschen National-Versammlung v. 8., 9. u. 17. Juni, 10. Juli, 11., 22. u. 31. Aug.; 4., 5., 7., 8., 12., 14–16. September. — Gegenwart (von Brockhaus), Band 5 u. 6, in besonderen Artikeln über Schleswig-Holstein. Band 7, S. 295 bis 326. — Springer, Dahlmann, S. 268–299.

[207] St. B. S. 1882.

[208] St. B. S. 1896/98. Die ganze Debatte (einschließlich der Abstimmungen) s. S. 1880–1917.

[209] a. a. O. S. 290.

[210] Gegenwart, Bd. 7, S. 323.

[211] Selbst Laube hat hier zum ersten Mal ein schüchternes Lob für Blum: „Auch Blum hatte wirklich kräftige Partien. Seine Ruhe und Nachdrücklichkeit in Anordnung und Betonung des Stoffs hatte lange nicht einen so günstigen Stoff gehabt.“

[212] Gegenwart S. 324.

[213] 258 gegen 237.

[214] Gegenwart, Bd. 5, S. 392. (Staat und Stadt Frankfurt 1848.)

[215] Zu vergl. die Reichstagszeitung vom 17., 19. u. 20. September. Gegenwart, 7. Bd. S. 328.

[216] Durchstrichen „Jupiter“.

[217] Einige dieser interessanten Documente besitze ich handschriftlich.

[218] Reichstagszeitung vom 19. Septbr. — St. B. S. 2198 fg.

[219] St. B. S. 2207.

[220] Diese Anklage ist schon darum haltlos, weil am 19. Septbr. und beziehentlich am 18. Septbr. Abends, wo das Blatt erschien, der Aufstand schon gedämpft war.

[221] St. B. S. 2189.

[222]Reichstagszeitung“ aus denselben Tagen. — Gegenwart, Bd. 5, S. 393.

[223] Weder Blum noch Vogt hatten diese Anträge mit unterschrieben.

[224] St. B. S. 2166, 2207–2210. — Gegenwart, Band 5, S. 393. Bd. 7, S. 329/30.

[225] Gegenwart, Bd. 7, S. 331.

[226] Das hat mir Julius Faucher, der jüngst verstorbene bekannte Abgeordnete, der damals als unparteiischer Zuschauer den Frankfurter Ereignissen zusah, wiederholt (1868 bis 1870) in Berlin bestimmt und nachdrücklich versichert. Neu wäre diese Taktik ja auch nicht. Schon zur Zeit des Frankfurter Attentates hatte die k. k. Bundestagsweisheit die Revolution absichtlich zum Ausbruch kommen lassen, um nachher eine frische fröhliche Reaction heraufzuführen. Auch damals schon und nachher oftmals ist diese Beschuldigung gegen Schmerling erhoben worden. Gegenwart, Bd. 7, S. 331. Vgl. auch den unten mitgetheilten Brief Blum’s vom 3. October an Haubold S. 447.

[227] Mündlicher Bericht von Ludwig Simon an mich (1862, Wallensee), Faucher u. A. Theilweise ist die Scene auch bestätigt von der Gegenwart a. a. O.

[228] Zum Schillerfest.

[229] Der heutige Polizeidirector von Leipzig, den die Sozialisten, da er ihnen unbequem ist, so gern als rothen Revolutionär von Anno 1848 hinstellen. Man sieht, wie leichtfertig diese Anklage ist!

[230] d. h. das Geld zur Reise aus eigenen Mitteln aufzubringen.

[231] Das Beste über die österreichischen Verhältnisse jener Tage bietet auch heute noch zweifellos Anton Springer’s Geschichte Oesterreichs, 2. Band (Leipzig, Hirzel, 1865), so ungerecht Springer auch über Robert Blum urtheilt. — Die dreibändige „Geschichte Oesterreichs“ von Joseph Alexander Frhrn. v. Helfert „vom Ausgang des Wiener October-Aufstandes“, die zum ersten Mal theilweise die Schätze des Wiener Archivs und das handschriftliche Quellenmaterial der Familie Windischgrätz u. a. Fürstlichkeiten veröffentlichte, zeigt im Gegensatze zu Springer’s großer historischer Auffassung in widerlicher Weise das Gepräge einer junkerlich-schwarzgelben Tendenzschrift. — Nordstein’s Geschichte der Wiener Revolution ist eine armselige Vertheidigung des in Wien besiegten Radicalismus, interessant nur durch die naiv-kritiklose Mittheilung aller Actenstücke, welche das Regiment Messenhauser’s u. A. der Weltgeschichte hinterließ. Ihr am nächsten stehen Lyser, Grüner, Fenneberg u. A. — Für die folgenden Abschnitte sind außer diesen Werken alle Quellen benützt, welche zur Zeit aus jener Zeit vorhanden sind: die Augenblicksbilder, welche Gustav Kühne, Berthold Auerbach, Heinrich Laube, Julius Fröbel in seinen „Briefen“ und seinem Bericht vor dem Parlament (St. Ber. der Paulskirche), Füster, Schütte, Rosenfeld u. A. geliefert haben, insbesondere die schwarzgelben Soldschriften von Dunder, Köcher u. A.; über den diplomatischen Verkehr zwischen Dresden und dem sächsischen Gesandten in Wien betreffs Blum’s geben die sächsischen Landtagsmittheilungen (II. Kammer 1849, S. 246 fg.) Aufschluß; über die militairischen Operationen gegen Wien wurden mir von einem verehrten Freunde die reichen authentischen Berichte amtlicher Berliner Bibliotheken zur Verfügung gestellt; an Zeitungen und Zeitschriften über jene Ereignisse habe ich das seit Jahren Gesammelte im Text nachgewiesen, ebenso das handschriftliche Material, das mir zur Verfügung stand. Die Zurechtweisung der Verleumdungen Blum’s durch v. Helfert ist nebenbei besorgt worden. —