Verfolgende Matabele.
Der Zulu rief seinen Genossen, theilte ihm seine Meinung mit und dieser damit zufrieden, rief mit lautem Gekreisch alle die Anwesenden zusammen, um ihnen meinen Entschluß mitzutheilen. Die Nachricht wurde mit gleich heftigem Geschrei und Grinsen beantwortet. Nun hieß ich alle an der Deichsel antreten. Meine unerwarteten Gäste im Auge behaltend langte ich in den Wagen und holte einen Becher Schießpulver und ein Stück Blei (etwa zwei Pfund) hervor, womit ich die beiden Anführer beschenkte. »Lapiana«, rief der eine der Führer aus, er zeigte auf mein Sacktuch und ahmte die Bewegung des Zerreißens nach; dabei suchte er mir zu verstehen zu geben, daß solch eine Lapiana als Gurt um den Leib oder als Stirnverzierung, wie der mit Riemchen an dem Kopfe befestigte Vogelfedernschmuck getragen werden solle. Ich begriff nun seinen Wunsch und brachte zwei Meter Calico hervor, die ich in dünne Lappen riß und sie dann den Einzelnen reichte; dieselben wurden auch sofort in der angedeuteten Weise verwendet. Das Geschenk fand bei ihnen so sehr Gefallen, daß sie um weitere zwei Stücke für ihre Führer baten, welchem Ansuchen ich auch willfahrte, dann aber vom Wagen herabsprang und mich zu meinen Gefährten wendend, den lärmenden Gesellen den Rücken kehrte. Ihren Führern folgend, die langsam den Rückzug eröffneten und die Geschenke in der Luft schwangen, entfernte sich die Truppe und wir alle fühlten uns nun etwas weniger beengt als eine Stunde zuvor, da wir von dem schweißtriefenden Merico vernommen, welch’ ehrenvoller Besuch uns bevorstand. Manche der Matabele hatten von Th. Tabak für Salz eingetauscht.
Von Meriko erfuhr ich, daß wir uns bereits am Ufer des Nata, des wichtigsten Zuflusses der Soa befanden, und daß in seinem Bette leicht Salz zu gewinnen sei und daß die Matabele jährlich von ihren Königen oder von ihren Häuptlingen hierher gesendet werden, um Salz zu holen; unsere Matabele-Gäste waren eben auf einem solchen Zuge begriffen gewesen. Der Bamangwato-König weiß wohl von diesen Raubzügen, allein er hindert die Matabele nicht, die zuweilen den ihnen begegnenden Bamangwato’s die Waffen abnehmen und den Masarwa’s die Unterschenkelknochen entzweischlagen.[6]
Jagd auf Zulu-Hartebeeste.
Zur großen Beruhigung unseres wackeren Bamangwato-Dieners fuhren wir noch am selben Tage weiter nach Norden, nach dem Ufer des nahen Nataflusses. Das Wild nahm zu, größere Heerden von Springbockgazellen, die ich so weit im Norden nicht anzutreffen dachte, mehrere Trupps von Zulu-Hartebeesten, gestreiften Gnu’s, Straußen und Zebra’s wurden sichtbar. Meriko, der wieder vergnügt mit Niger neben dem Wagen einherlief, sprang zuweilen auf das Wagenbrett, um sich von dem Abzuge der Matabele zu versichern; bei Gelegenheit einer solchen Umschau bat er mich, in der Fahrt inne zu halten. Ich folgte der mir angegebenen Richtung, in welcher etwa 600 Schritte vom Wagen und zur Rechten im Grase, Meriko auf eine Heerde großer »Polocholo« (Wild), »Sesephy« (Zulu-Hartebeest) hinwies. Ich konnte mit bestem Willen nichts sehen, desto besser Pit und Th., die beide mehrere Stücke zählten. Rasch wurde Kriegsrath gehalten und die Verfolgung der Thiere in folgender Weise beschlossen: Ich sollte mich schußbereit halten, der Wagen jedoch die Fahrt fortsetzen, auf etwa 300 Schritte nahegekommen, sollte ich auf der den Thieren entgegengesetzten Seite (sie befanden sich etwa 200 Schritte vom Wege) vom Wagen gleiten und im Grase gegen die Thiere bis auf 150 Schritte anschleichen, aus welcher Entfernung ich dann, durch einen Hardekoolebaum gedeckt, feuern konnte. Es war nicht schwer, diesen Plan zur Ausführung zu bringen, und bald fand ich mich im Grase und kroch langsam vorwärts, während der Wagen die Fahrt fortsetzte.
Die Soa-Salzpfanne.
Bevor ich jedoch noch den schützenden Baum erreichte, machte mich ein Pfiff von Th. darauf aufmerksam, daß die Thiere durch den Wagen aufgescheucht worden wären und sich eben zur Flucht wandten. Um so rascher kroch ich nach dem Baume, spannte den Hahn und als ich eben vorschaue, erscheint eines der Thiere (der Führer) von einem zweiten Thiere gefolgt, etwa 150 Schritte im vollen Laufe in meinem Gesichtskreise. Ich lege auf das erste an und feuere. Meine Gefährten schreien laut auf und eilen, sich um Wagen und Gespann nicht weiter kümmernd, von den Hunden gefolgt, alle nach der Stelle, die eben das Wild eingenommen. Ich sehe vier Thiere flüchten und da ich nicht wußte, daß es fünf waren und der Pulverrauch den Führer der Heerde meinen Blicken entzog, staunte ich nicht wenig über meine Gefährten. Ich dachte zuerst an das Gespann, das die Leute im Stiche gelassen, doch der Weg war mit üppigem Gras überwuchert, das Gespann stand still und graste im Joche, so gut es ging. Ich eile den Uebrigen nach und wer beschreibt mein Erstaunen, als ich vor mir einen schönen Sesephy verendet liegen sehe. Sanct Hubertus war mir diesmal ungewöhnlich hold und verhalf mir zu einer ebenso schönen als wichtigen Acquisition.
Am Nata-Spruit angelangt, mußte ich, abgesehen von der verlockenden Gelegenheit, meine Sammlungen zu bereichern, den ermüdeten Zugthieren einige Tage Rast gönnen. Unsere nächste Sorge galt der Auffindung von Trinkwasser, im Flußbette selbst waren alle Lachen salzhaltig. Da uns jedoch zwei Tage zuvor von einem Masarwa die Möglichkeit, frisches Wasser im Bette des Nataflusses zu finden, in Aussicht gestellt wurde, folgten wir zwei dem Fluß aufwärts. Das Flußbett war 100 bis 150 Schritte breit, bis an 20 Fuß tief und schien nach Regengüssen bis an das Gras am oberen Rande gefüllt zu sein. Ein Freudenschrei Th.’s kündigte mir an, daß unser Suchen nicht vergebens war, es war ein glücklicher Fund, denn schon die nächste Lache zeigte wieder salzhaltiges Wasser.
An unserem Wege im Flußbette hatten zahllose Wildspuren gekreuzt, unter denen jene der an der Soa erwähnten Wildarten die häufigsten waren, doch fielen uns auch namentlich sehr zahlreiche, frische Löwenspuren auf. Der von Pit vorgeschlagene, von mir und Th. gutgeheißene, nur von Meriko wegen der nur zwei Stunden entfernt lagernden Matabele mißtrauisch betrachtete Lagerplatz ward sofort bezogen. Der zahlreichen frischen Löwenspuren halber hielt ich es für angemessen, die Zugthiere in unmittelbarer Nähe des Lagers zu halten und befahl dem mit einem Hinterlader bewaffneten Meriko Wache zu halten. Bald war auch die Umzäunung des Lagers fertig gestellt, welche diesmal hoch und breit gearbeitet war. Außerdem wurden vier Feuer errichtet und bis zur vollen Dunkelheit unterhalten, so daß sie durchwegs bis gegen 1 und 2 Uhr Nachts ungeschwächt fortbrannten.
Der arme Niger hatte schwere Arbeit und bewies sich vortrefflich. Jene vom königlichen Geblüte machten uns wiederholte Besuche, noch häufiger fanden sich die beiden Schakalarten, der Schabrackenschakal und der graue ein, auch die gefleckte und die braune Hyäne ließen sich vernehmen, schließlich »der lieben Thiere so viele,« daß ich von nichts als schönen Löwen- und Hyänenbälgen, die vor mir ausgestopft im lustigen Reigen tanzten, träumte. Schakalgekläffe in zwei Modulationen bildete die »Ouverture« zu jenem Concert, das Löwengebrüll den »dramatischen« Theil der Vorstellung, die mit dem unharmonischen Hyänengeheule gegen Morgen ihren Abschluß fand.
Am 28. unternahm ich mit Pit mehrere Ausflüge an beiden Nata-Ufern. Da die Partien stellenweise sehr dicht bebuscht waren und wir häufig den Fluß und die in denselben mündenden Regenschluchten zu passiren hatten, deckten wir uns gegenseitig gegen unerwartete Angriffe. Zahlreiche Löwenspuren von respectabler Größe nöthigten uns zur Vorsicht und scharfem Auslugen. Die längs des Flusses und so hoch oben am Ufer führenden Wildpfade, von welchem aus das Raubthier eine gute Uebersicht über das breite und von den Antilopen ob seines Salzgehaltes häufig besuchte Bett haben konnte, waren von zahllosen Löwenspuren bedeckt. Neben diesem Wildpfade einhergehend, kamen wir zu einem am Rande einer kleinen Regenschlucht stehenden, etwa 20 Fuß hohem Baume, der deutliche Spuren der Löwenklauen trug. Hier pflegten die in der Nachbarschaft hausenden Thiere ihre Klauen zu schärfen und auf den Hinterpfoten hockend die Vordertatzen an der Rinde zu wetzen. Der Baum, dessen Aeste etwas armleuchterförmig gestaltet waren, schien mir für den Anstand wie geschaffen. Schon vor Sonnenuntergang war ich von Pit und dem Hunde begleitet, zur Stelle, ich trachtete mir wo möglich die bequemste Lage zu wählen, da ich in derselben 10 bis 14 Stunden zubringen mußte. Ich drängte Pit zur raschen Rückkehr, damit er noch bei vollem Tageslicht den Wagen erreichen konnte. Sowie ich mich allein befand, besah ich mir die nächste Umgebung rings um mich her; zu meiner Rechten standen in einer Entfernung von 20 bis 30 Fuß höhere Bäume als jener, auf dem ich Posto gefaßt. Der Boden war stellenweise hoch, doch schütter begrast, so daß man überall den lichten Sand, welcher den interessanten Blätterkalk an den Salzseen bedeckt, durchschimmern sah. Unter mir befand sich eine runde Stelle, welche außer meinen Fußstapfen und denen des Dieners nur Löwenspuren zeigte. An meiner Linken führte eine mit dichtem und hohen Gras überwachsene, etwa 6 Fuß tiefe und 20 Fuß breite Regenmulde, welche in den nahen, kaum 20 Schritte entfernten Nataspruit mündete. Am jenseitigen Ufer stand ein dichtes Gehölz, durch welches einer der Löwenpfade führte, von diesen zweigte sich ein Nebenpfad zu meinem Baume ab. Da die Nächte äußerst kalt waren, welcher Temperaturfall nach der bedeutenden Tageshitze um so empfindlicher war, hielt ich es für angezeigt, mich an einem der stärksten Aeste festzubinden, um nicht vom Schlummer überrascht mit den Löwen unter mir in nähere und unliebsame Berührung zu kommen. Mein Sitz ließ sonst nichts zu wünschen übrig, ich saß bequem in einer dreifachen Astgabel.
Unterdessen war die goldene Scheibe allmälig am westlichen Horizonte untergegangen, nur ein glühend rother Streifen schimmerte hie und da durch das lichte Gezweige der höheren Baumkronen. Ohne es vorher zu ahnen, war es mir in dieser Nacht möglich, so manche Scene aus dem Thierleben beobachten zu können. Schon bei Sonnenuntergang ließen sich aus den Grasebenen die Zebrahengste hören, welche mit lautem Quag-ga, Quag-ga ihre Wachsamkeit über die unter ihrer Führung stehenden Heerden zu erkennen gaben. Der nächste Laut, der dann und wann von allen Richtungen her zu mir drang, war das klagende Gebelle der Schabrakenschakale, aus dem man das mißtönende Einzelgeheul ihres grauen Bruders gut unterscheiden konnte. Es war zu erwarten, daß das ausgehängte Wildfleisch seine Pflicht thun werde und sie dem Wagen einen Besuch abstatten würden, was auch geschah, denn das anfangs verschwommene Gebelle wurde immer deutlicher und deutlicher, so daß ich mir sogar gegen Mitternacht einbildete, die Zahl der Concertisten bestimmen zu können. Bei einbrechender Dunkelheit fesselte ein eigenthümliches Geräusch, eine Art Kratzen und Scharren, meine Aufmerksamkeit; es waren Scharrthiere, welche in dem sandigen Boden nach Würmern und Puppen fahndeten. Diese kleinen Raubthiere arbeiteten die ganze Nacht hindurch; so oft sich ein Geräusch in der nächsten Umgebung vernehmen ließ, stellten sie ihre Arbeit sofort ein.
Etwas später, gegen 10 Uhr, verließen die Gazellen und Antilopen ihre Weideplätze, um noch vor der gewöhnlichen Ausgangszeit der großen Raubthiere den salzhaltigen Schlamm im Bette des Nata zu belecken und in die freieren unbebuschten Partien, von woher sie gekommen, zurückkehren zu können. Der anmuthige Steenbock, einer der anmuthigsten unserer südafrikanischen Gazellen, kam bedächtig den Löwenpfad herangegangen. Hätte ich nicht zufällig hingeblickt, so hätte ich seine Annäherung gar nicht wahrgenommen; im Ganzen waren es drei Thiere, die ich erspähen konnte. Ein flüchtiger doch leiser Schritt, dem ein Moment Ruhe folgte, spornte meine Sehkraft zum Aeußersten an, doch konnte ich das Thier nicht erkennen. Abermals folgten einige flüchtige Sätze und dasselbe, gewiß eine größere Gazelle oder Antilope, verhielt sich ruhig, es wiederholte noch dreimal seine Sätze, um in der Zwischenzeit abermals zu lauschen.
Es mochte 10 Uhr sein, als eine Heerde von Thieren, nicht bedächtig und lauschend, doch langsam und in großer Zahl längs dem jenseitigen Ufer der Regenmulde herabstieg. Die Mündung dieser Mulde ermöglichte es den Thieren, bequem das kleine salzhaltige und einen Süßwasser-Tümpel enthaltende Flußbett zu erreichen. Die letzterwähnte Thierheerde war an einem besonderen Geräusche, das dem Anschlagen von Knitteln gegen die Baumstämme ähnelte, leicht zu erkennen. Es waren die durch ihr prachtvolles Geweih ausgezeichneten Kudu-Antilopen. Während ich diese Thiere noch später in dem Flußbette herumarbeiten hörte, näherte sich dem vom Flusse abwärts längs des Ufers führenden und die Regenmulde kreuzenden Wildpfade herab, ein kurzer etwas schwerer Tritt, und bald darauf gewahrte ich ein schwarzes, etwa kalbgroßes Thier, das ich als eine braune Hyäne erkannte. Das Thier ging langsam durch die Schlucht und schnupperte wiederholt beinahe bei jedem seiner Schritte, blieb dann auf einige Secunden stehen und fiel, auf das jenseitige Ufer der Mulde gelangt, sofort in ein rascheres Tempo ein.
Es schien mir, als sollte ich diese Nacht vergebens den König der Thiere erwarten. Als sich mir schließlich diese Befürchtung immer mehr aufdrängte, erscholl aus einer Entfernung von etwa 1000 Schritten das mir wohlbekannte, tiefe Gebrüll. Ich war jetzt sicher, daß das Thier seiner Gewohnheit gemäß den Pfad herunter und zu seinen Lieblingsbäumen kommen werde. Ich suchte nun meine Aufmerksamkeit von allem Anderen, namentlich von dem lauten Gebelle, mit dem meine beiden Hunde die an den Wagen drängenden Schakale abzuschrecken suchten, abzulenken. Mehr denn eine halbe Stunde verrann, bevor sich das Gebrüll des Löwen, diesmal in der Nähe, wiederholte. Nach etwa 15 weiteren Minuten vernehme ich den ersten Laut des herantrabenden Thieres, es kam näher und näher, doch deutlich nehme ich auch wahr, daß es nicht in seinem gewohnten Pfade am jenseitigen Mulden-Ufer, sondern mitten durch die hochbegraste Mulde selbst einherschritt.
Nach einigen raschen Schritten hielt das Thier inne, lauschte einen Moment, um sich wieder zu nähern. So war es bis auf 15 Schritte nahe gekommen — doch mir bei der in der Tiefe der Mulde herrschenden Dunkelheit und dem hohen Grase noch immer unsichtbar geblieben. Auf’s Gerathewohl in’s Gras zu feuern, hielt ich aus dem Grunde nicht gerathen, weil es den Löwen in die Flucht jagen konnte. Der Löwe mußte jetzt an dem Zweigpfade angelangt sein, der zu meinem Baume führte, er blieb jedoch volle 15 Minuten, in der Muldensohle, ohne sich zu rühren, er mußte mich wohl gewittert haben und schien sich für den Angriff oder die Flucht zu entscheiden. Da höre ich den Schritt wieder, dann eine Pause, um im nächsten Augenblicke zu hören, wie der Löwe einen Satz in das jenseitige Gebüsch machte und darinnen verschwand. Bald darauf belehrte mich Niger’s wüthendes Gebell, welche Richtung der Löwe genommen und ich bereute es, nicht gefeuert zu haben. An allen Gliedern steif, mußte ich nichtsdestoweniger auf meinem Posten ausharren, bis Pit und Niger bei Tagesanbruch sich bei mir eingefunden hatten.
Im Baume.
[6] Ich möchte auf diesen Umstand besonders Reisende aufmerksam machen, welche eingeborne Diener im Gefolge haben und diese Gegenden berühren sollten. Für sie ist es am angezeigtesten, sich vorher durch Kundschafter die Gewißheit zu verschaffen, ob die Ufer des Nata gefahrlos zu passiren sind.
Die Salzlager im Nataspruit. — Ein Capitalschuß. — Von Löwen aufgeschreckt. — Das sandige Lachenplateau. — Strauße am Wagen. — Nachtreise bei Fackelschein. — Ein Löwenabenteuer. — Die Klamaklenjana-Quellen. — Vereitelte Elephantenjagd. — Begegnung mit Elephantenjägern. — Die Madenassana’s. — Gebräuche und Sitten derselben. — Der Yoruha-Weiher und die Tamafopa-Quellen. — Nächtliches Thierleben im Walde. — Eine verunglückte Löwenjagd. — Pit schläft auf dem Anstande.
Nachtreise bei Fackelschein.
Am Vormittage des 29., nach jenem angenehmen Zeitvertreib, der im Löwenbaume durchlebten Nacht, unternahm ich einen Ausflug, um die Formation an den Nata-Ufern zu untersuchen. Zwei Riesenstörche (Sattelstorch-Species Mycteria senegalensis) zogen ihre weiten Kreise über den Fluß; mich rasch niederduckend, störte ich sie nicht beim Einfallen, beschlich sie dann und es gelang mir, einen für meine Sammlungen zu erbeuten. Die Thiere stellten den zahlreichen Fischen nach, welche sich in einer der flacheren Salzlachen des Flußbettes unter dem Gesteine zu verbergen suchten. Am Nachmittage machte ich einen längeren Ausflug durch die südliche Ebene, um nach der Matabelehorde zu sehen, und um die Stelle, an welcher sie das Salz zu gewinnen pflegten, näher zu untersuchen. Schon 1200 Schritte vom Wagen jagten wir eine Zebratruppe (von der dunklen Art) auf, welche in wilder Flucht dem Flusse zueilte, so rasch und in solcher Hast, daß ich schon die ganze Heerde über das steile Ufer herabstürzen zu sehen wähnte, als die Thiere ebenso plötzlich stille hielten und dann zur Rechten einbiegend, durch eine schmale Abflußrinne hinabgelangten. Es dröhnte laut auf und eine dichte Staubwolke erfüllte die Luft, als die Thiere das trockene Bett kreuzten, noch einige hundert Schritte hinübereilten, um dann an einer weniger steilen Stelle unfern meines Wagens auf das jenseitige Ufer emporzuklimmen. In der Ferne erschienen die Thiere größer als sie sind, ihre Hauptstärke liegt in dem gewaltigen Kopfe und dem Halse, und da sie sehr gut genährt sind, ist es nicht schwer, sie mit Pferden einzuholen. Die Masarwa und Makalahari nennen sie mit Rücksicht auf ihr Wiehern, das durch »Quag-ga«, wobei die erste Silbe bedeutend kürzer als die zweite klingt, deutlich wiedergegeben werden kann, Quaggas. Je näher ich dem Matabele-Lager kam, desto mehr Vorsicht hielt ich für nöthig, da ich jedoch auf der Ebene wenig Deckung fand, wandte ich mich nach Westen und kam hier in eine Flußvertiefung, die nach dem Nata zuführte, so daß ich selbe als einen Arm des unteren Nata ansehen möchte, der nach der Soa führt. Ich folgte ihm geraume Zeit, er hatte denselben Charakter wie der Nata und entschloß mich dann, durch das hohe Gras nach dem vermuthlichen Lager, d. h. bis auf eine englische Meile Entfernung von demselben anzuschleichen. Doch wie staunte ich, als dieser Arm nach einer Stunde Wegs, wobei wir rechts und links von uns Zulu-Hartebeest-Heerden beobachteten, nach Osten in der von mir angestrebten Richtung abbog und ich ihn verfolgend, das verlassene Matabele-Lager vor mir sah.
Ich stand an einigen mit rosa- und dunkelcarmin gefärbter, stark salzhaltiger Flüssigkeit gefüllten, ziemlich umfangreichen, in der Mitte des Bettes liegenden Lachen; rings war der Boden von weißlichem Salzniederschlage bedeckt, und zerstreute Salzstücke, schöne auf einer 1 bis 2 Zoll dicken harten Thonlage ruhende Krystalle, lagen überall umher, auch Pfähle, mit denen das Salz aus den Lachen herausgebrochen worden sein mochte. Die Matabele hatten also die Stelle schon verlassen, ich hatte die Störenfriede nicht mehr zu fürchten und konnte eine genaue Besichtigung der Lachen vornehmen. Bei normalem Winterwasserstand sind dieselben 1 bis 1½ Fuß tief, 30 bis 45 Fuß breit, 30 bis 900 Fuß lang. Der Niederschlag am Boden ist 1 bis 3 Zoll stark und verbindet die Ufer einige 6 bis 10 Zoll unter der Oberfläche der Flüssigkeit wie eine starke Eisdecke, schlägt man diese durch, so kommt man einige Zoll bis einen Fuß tiefer auf den eigentlichen Boden des Gewässers. Tritt man hinein, so glaubt man auf Nadelkrystallen zu stehen, und die Füße bedecken sich mit einem deutlich sichtbaren Niederschlage. Diese stark salzhaltigen Lachen sind weder von Vögeln noch anderen Thieren besucht.
Die schönen rosarothen Krystalle, mit denen jeder in die Lache geworfene Gegenstand bald inkrustirt und an der Salzdecke festgepicht wird, erblassen leider so wie sie der Lache entnommen werden. Wir schleppten mit, so viel wir konnten, und ich sandte am folgenden Tage Pit und Meriko zur selben Stelle, um Salz für unseren Gebrauch zu gewinnen. Um es von seinem Kalkgehalte zu befreien, wird das Salz gekocht und dann zerschlagen. Ich bediente mich seiner zum Einsalzen des Wildfleisches. Auf dem Heimwege von diesen Salzlachen (ich folgte dem Bette, indem sie liegen, bis in den Nata, es ist also ein von ihm abzweigender und sich wieder mit ihm vereinigender Arm) beobachtete ich die letzten Springbockheerden nach Norden und Heerden des gestreiften Gnu’s, das hier das schwarze Gnu vertritt, welches ich nicht nördlicher als über Schoschong zu beobachten Gelegenheit hatte.
Am 29. schoß mein Freund Th. eine Steinbockgazelle, auf der östlichen Grasebene, es war ein Capitalschuß auf 250 Meter. In der Nacht am 29. legte ich an mehreren Stellen mit Strichnin vergiftete Stücke Fleisch aus, um einige Schakalbälge zu gewinnen, am nächsten Morgen fand ich vier Cadaver dieser Thiere; das Fleisch des abgezogenen Thieres wird schon in der folgenden Nacht von seinen Genossen verspeist, und man wird dann in den nächsten Tagen jene, die an dem Mahle theilgenommen, todt in dem Gebüsche wiederfinden. Die Umgegend des unteren Nataflusses ist durch zahlreiche Baobabbäume, welche in dem salzhaltigen Boden ebenso gut gedeihen, wie im Humus, so wie durch dichtes Palmengebüsch ausgezeichnet.
Meine Sammlungen hatten nun schon derart an Umfang gewonnen, daß ich mich entschließen mußte, das bisher Gewonnene mit dem ersten, nach dem Süden zurückkehrenden Elfenbeinhändler oder Jäger zu Rev. Mackenzie nach Schoschong zu senden. Am 3. Juli verließ ich den Lagerplatz im Mimosengehölz, den ich trotz der nächtlichen Löwenbesuche liebgewonnen hatte und zog am linken Nata-Ufer den Fluß nach aufwärts. Der Weg führte am Rande der östlichen Ebene und war theilweise tiefsandig. Während unserer Fahrt sahen wir eine Heerde von Zebra’s in einer Entfernung von 500 Schritten grasen. Th. wollte seine Kunst als Schütze an den Thieren erproben, schlich sich auf 50 Schritte an und feuerte aus dem hohen Grase auf eines der Pferde. Der Schuß traf, das Thier fiel sofort nieder, sprang auf, lief noch etwa zehn Meter, fiel abermals nieder und verendete nach 15 Minuten. Wir eilten alle hinzu, Pit faßte unvorsichtiger Weise das Thier am Kopfe, doch dieses, obwohl in den letzten Zügen, biß nach ihm, ohne ihn glücklicher Weise zu erhaschen, andernfalls hätte der Diener eine tiefe Bißwunde davongetragen. Wir machten uns sofort an das Abhäuten der Beute und nahmen mit Ausnahme des Brust- und Halsfleisches, alles übrige mit, um Beltong zu bereiten. Etwa 2½ englische Meilen weiter fand ich in einem dichten Gehölze die geeignete Stelle zu einem neuen Lagerplatz, um hier vollends die Haut des Thieres zu präpariren.
Während Pit und Th. damit beschäftigt waren, das Fleisch der Zebrastute in Stücke zu schneiden, um es aufzuhängen, arbeitete ich an dem Felle und dem Schädel. Meriko wachte mit einer Muskete bei den grasenden Zugthieren. Am Nachmittag besah ich mir die nächste Umgebung und fand die Büsche dicht, den Baumwuchs spärlicher, doch stellenweise schöne Baobabbäume. Das Ufer des Nataspruits, in dem sich hie und da schöne bewaldete Inseln befanden, war hier hoch und steil und das Bett enthielt eine mehrere hundert Fuß lange und ziemlich tiefe Lache, welche von Wasserschildkröten und Fischen wimmelte. Doch auf sie hatten wir nicht viel Zeit zu verwenden, denn es schien mir geboten, bis Ende dieses Monats, wenn möglich, den Zambesi überschritten zu haben und bis zum December in das weniger ungesunde Hochland an seiner nördlichen Wasserscheide gelangt zu sein.
Da wir keine Löwenspuren bemerkten, errichteten wir eine ziemlich niedrige Umzäunung — es war uns bisher nicht bekannt, daß die Löwen oft Tagereisen weit Streifzüge von ihren gewohnten Schlupfwinkeln aus unternehmen; die Nacht war kalt, ein eisiger Südsüdwest-Wind hieß uns die Nähe des Feuers suchen und da die Nacht dunkel zu werden versprach, bereute ich es, keine höhere Umzäunung gemacht zu haben; ich vertröstete mich damit, daß das Zebrafell morgen trocken sein und ich den Ort verlassen konnte. Schon um 8 Uhr war die Finsterniß vollständig hereingebrochen, zeitweilig fielen Regentropfen und verkündeten im Vereine mit dem durch die Wipfel der niederen Bäume streichenden Winde eine unangenehme Nacht.
Plötzlich, so plötzlich, daß wir alle vor Schrecken aufsprangen, wurden wir durch das heftige Zusammenfahren und Gebrülle der Ochsen in der Umzäunung aufgeschreckt. Nur zu leicht konnten wir deutlich hören, daß einige derselben flüchtig geworden und beim Uebersetzen der meist aus trockenen Aesten errichteten Umzäunung in derselben eingebrochen waren. Um unsere Ueberraschung noch zu erhöhen, sprang Niger laut bellend nach den Gebüschen, während sich der kleinere Hund winselnd unter dem Wagen zu verbergen suchte. Wir drei am Feuer dachten natürlich, daß ein oder mehrere Löwen über den niederen Zaun in den Kraal eingedrungen waren, dies um so mehr, als wir die zurückgebliebenen Zugthiere sich in einen Klumpen aneinanderpressen sahen und uns ein ununterbrochenes, gedämpftes Blöken beunruhigte.
Von Th., der wenige Augenblicke vorher eben damit beschäftigt war, die Zugthiere etwas kürzer anzubinden, konnten wir, so weit uns der Feuerschein etwas in der Dunkelheit zu sehen gestattete, nichts erblicken. Während sich Meriko und Pit jeder mit einem Feuerbrand bewaffneten, sprang ich auf den Bock, um meinen Hinterlader zu ergreifen, und ließ die Diener ihre Leuchten hochhalten, um hinreichend Licht in den Kraal zu werfen. Ich konnte jedoch nichts von einem Löwen in demselben erblicken. »Theunissen, können Sie den Löwen sehen,« rief ich, doch statt einer bejahenden Antwort drang ein wimmerndes. »Helft mir, helft!« aus dem Knäuel der Zugthiere, aus deren Mitte sich zugleich das ängstliche Blöken vernehmen ließ. Wir sprangen herbei und fanden, daß die Zugthiere durch einige sich anschleichende Löwen in Aufregung versetzt, das in der Erde befestigte Ziehtau losgerissen und sich in der Verwirrung in dasselbe verwickelt hatten, wobei Th. und zwei Zugthiere niedergeworfen wurden, während andere zwei über die Umzäunung setzten.
Dank der Wachsamkeit Nigers hatten sich die Löwen zurückgezogen, und während wir Th., der glücklicher Weise unverletzt war, aus seiner unerquicklichen Lage befreiten, kehrten auch die beiden entlaufenen Zugthiere zum Wagen zurück. Ich ließ, nachdem die Thiere am Wagen entsprechend befestigt waren, rasch fünf Feuer um den Wagen und die Umzäunung anzünden, und unter ihrem Schutze fällten wir mehrere Mapanibäumchen und erhöhten damit die Umzäunung.
Erst am 5. konnte ich die Weiterfahrt, und zwar unter strömendem Regen antreten, der mir indeß diesmal willkommen war, da er den tiefen Sand compacter machte und den Zugthieren die Arbeit erleichterte. Ich passirte die durch tiefe Sandmassen ziemlich schwer passirbare Furth des Nataspruits und traf jenseits derselben auf einem verlassenen Jagdplatze die Reste eines Boerwagens. Von Wild beobachteten wir blos Deukergazellen, zwei gestreifte Gnu’s, einige Zebra’s und Perlhühner, von denen letzteren ich eines erlegte. Nachmittags traten wir aus den bewaldeten Partien heraus und zogen über eine hochbegraste Ebene, die stellenweise mit einzelnen Mapanibäumen oder kleinen Mapani- und Mimosengehölzen bestanden war. Obgleich ich sehr dagegen war, das Gespann in von Löwen bewohnten Gegenden Abends oder Nachts weiden zu lassen, war es diesmal nicht zu vermeiden; wir machten die Thiere frei und trachteten sie in der Nähe des Wagens zu halten. Doch kaum hatten sie etwa 150 Schritte weit sich entfernt, als sie durch ein Thier scheu geworden, in wilder Flucht nach rechts über die Ebene dahinjagten. Mit Hilfe des braven Nigers, der den Störenfried, eine Hyäne, rasch entdeckt und verfolgt hatte, gelang es Th. und Pit, die Thiere nach einer Weile wieder einzufangen. Die Nacht hindurch hatten wir das Vergnügen, ein von gefleckten Hyänen gegebenes Concert anzuhören.
Am 6. durchzogen wir Vormittags ein Terrain, das dem des vorigen Tages sehr ähnlich war, während wir am Nachmittage eine ausgedehnte wiesige, vom Niederwalde rings umschlossene Lichtung passirten, auf welcher sich zahlreiches Wild tummelte. Ein heftiger Regenguß spendete uns reichlich das ersehnte Trinkwasser, das uns der Boden nicht finden ließ. Wir sahen Strauße auf der Ebene, Deukergazellen, gestreifte Gnu’s und Löwen im Anschleichen der Zebra’s begriffen. Gegen Abend kamen wir an ein Gehölz, an welchem ich zu übernachten beschloß.
Am Abende des 8. Juli betraten wir einen Wald, der einen Theil des »sandigen Lachenplateaus« bildet und sich etwa 100 englische Meilen nach Norden erstreckt. Der Boden auf dieser Strecke ist mit Ausnahme einiger Lichtungen, welche Lachen aufweisen, tiefsandig und ist der westliche Theil des Gebietes, den Mohr das Land der »tausend Teiche« genannt hat. Ich belege mit diesem Namen nur jene Strecke, welche keinen merklichen Abfall zeigt und dem Regenwasser keinen Abfluß nach den Flüssen gestattet. Jene Lachen charakterisiren diese Gegend und werden zumeist (95 Percent derselben) nur vom Regen gespeist. Sie sind klein und dicht begrast und enthalten während 2 bis 8 Monaten reichliches Regenwasser. Nur eine verschwindend kleine Anzahl wird von Quellen gespeist und solche das ganze Jahr hindurch wasserhaltige Stellen sind von den Madenassa’s, die den wiesigen Niederwald bewohnen, benannt worden. Andere, die nur zeitweise im Jahre Wasser enthalten, haben von den holländischen und englischen Jägern und Elfenbeinhändlern Gelegenheitsnamen erhalten. Dieses Lachengebiet liegt zwischen der Soa und dem Nata (gegen Süden), den Zambesi-Zuflüssen nach Norden, dem Mababi-Veldt nach Westen und dem Nata- und Uguaj-River nach Osten. Es ist im Innern Süd-Afrika’s jenes Land, in welchem die riesigen Säugethiere, wie Elephanten, Nashorne, Giraffen noch häufiger zu finden sind, und von welchem aus sie sich dann nach Osten und Westen, sowie nach Norden über den Zambesi ausbreiten. Seiner Wasserarmuth in der Trockenzeit halber, ist es nicht nur mit großen Opfern zu passiren und nicht geringere fordert zuweilen im Beginne des Sommers vom October bis December eine aufsprossende Giftpflanze, die das Gras im Wachsthume überholt und den Ochsen sehr schädlich wird. Aus diesem Grunde wählen auch oft die Elfenbeinhändler, welche mit dem am Zambesi wohnenden Stämmen in Verkehr zu treten suchen, den sogenannten östlichen, d. h. einen durch Westmatabele und das Gebiet der Makalaka führenden Weg, doch hat auch dieser zahlreiche Schattenseiten und Nachtheile, welche namentlich in der Unzuverlässigkeit und Stehlsucht der Eingebornen auf dieser Strecke begründet sind.
Während der Fahrt am Nachmittage des 7., bevor wir noch in den dichten Wald einfuhren, und als wir eben die letzte Lichtung passirten, schrie Meriko, der vor den Ochsen einherging, auf, und wies mit der Hand nach links, indem er sich eines Ausdrucks bediente, den ich nicht verstehen konnte. Ich saß neben Th. am Bocke und war natürlich sehr begierig, den Grund der Aufregung meines in jeder Hinsicht hin braven Bamangwato-Dieners zu erfahren. Es waren zwei Strauße, die kaum 250 Schritte vom Wege entfernt, seine Aufmerksamkeit erregt hatten. Ich sah nur einen, der nahe an einem Gebüsche stand; nicht der Beute halber, die dem Könige der Bamangwato’s gehörte, sondern bloß des Jagdvergnügens halber sprang ich herab, um mich im hohen Grase anzuschleichen. Der zweite Strauß, den ich bisher nicht bemerkte, saß auf der Erde, lugte nur mit dem Kopfe über das Gras und ergriff bei meiner Annäherung sofort die Flucht, während mich einige Büsche am Gebrauche des Gewehres verhinderten. Als ich wieder freieres Terrain gewann, waren die Vögel eben im Begriffe, in einen Niederwald einzudringen und rannten so ziemlich auf einen und denselben Baum zu. Ich feuerte aus einer Entfernung von 450 Schritten und hörte die Kugel in den Stamm des Baumes einschlagen. Die größte Freude über den verunglückten Jagdversuch zeigte Meriko, weil ich das Eigenthum seines Herrn, des Königs Khama, nicht geschmälert hatte, und versprach, nach seiner Rückkehr nach Schoschong es dem Könige selbst zu berichten.
Da ich alles aufbieten wollte, um die erste der Quellen auf dem genannten Plateau noch an diesem Tage zu erreichen (wir hatten den Tag über kein Trinkwasser für die Zugthiere gefunden) blieb mir nichts übrig, als unsere Reise trotz mannigfacher Schwierigkeiten und Bedenken Nachts fortzusetzen. Voran lief Niger, selbst ohne erst dazu aufgemuntert worden zu sein, ihm folgte Pit mit einem Hinterlader, dann Meriko, der die Leitochsen am Riemen führte, mit einem tüchtigen Feuerbrande, Th. trieb die Ochsen, und ich saß am Bocke, das Gewehr schußgerecht in der Hand haltend, ein zweites lag hinter mir, um es nöthigenfalls dem neben mir schreitenden Th. sofort reichen zu können. Gegen 11 Uhr Nachts langte ich an der erwähnten Quelle an, welche den in den Wäldern ringsum wohnenden Madenassana’s unter dem Namen der südlichsten der Klamaklenjana-Quellen bekannt ist. Hier traf ich mehrere Elephantenjäger, denen ich einige Wochen zuvor, und andere, welchen ich an der Soa-Salzpfanne begegnet hatte, sie alle klagten über den Mißerfolg ihrer Jagd.
Ich will hier eines interessanten Löwenabenteuers gedenken, das sich einige Tage vor meiner Ankunft an der Stelle, an der mir, wie erwähnt, die Hyänen mein Gespann scheu gemacht hatten, zugetragen, und das mir den Tag nach meiner Ankunft an den genannten Quellen berichtet wurde. Die Herren Daniel Jakobs, ein Boer-Jäger, Frank, ein Engländer, der der Jagd halber diese Gegend aufsuchte, und Kurtin, ein Elfenbeinhändler, sind die Helden dieser Jagdepisode. Sie hatten eben ausgespannt, als ihnen die Diener die Nachricht brachten, daß eine Giraffenheerde einige Meilen vom Wege ab in Sicht sei. Da Herr Frank noch nie zuvor Giraffen in der freien Natur gesehen, verabredete man sich, ihm den ersten Schuß zu gönnen. Rasch wurden die Pferde gesattelt und man eilte dem Wilde entgegen. Obgleich dieses sofort die Flucht ergriff, wurde es doch schon nach kurzem Wettlauf eingeholt und Jakobs beeilte sich sofort vom Pferde herab eines der Thiere niederzuschießen. Die Gesellschaft sattelte ab und war eben damit beschäftigt, das Thier zu zerlegen, als einer der nachgeeilten Diener die Jäger auf eine andere, etwa 2000 Schritte entfernt grasende Giraffe aufmerksam machte. Man suchte auch diese auf und Herr Frank feuerte gleich zwei Schüsse ab, ohne ihr jedoch ein Leid anzuthun, dann schoß Kurtin und fehlte ebenfalls, Jakobs folgte als dritter und obgleich er das Thier förmlich mit seinem Pferde zusammenrannte und sein Doppelgewehr abschoß, entkam die gehetzte Giraffe unverwundet. Da er sah, daß die beiden anderen Jäger zurückgeblieben waren, wollte er schon dem Thiere die Freiheit schenken und von der Verfolgung ablassen, als es ihm einfiel, es mit dem Pferde zu überholen, zu wenden und in dieser Weise Herrn Frank noch eine Gelegenheit zum Schusse zu geben. Von neuem jagte er der Giraffe nach und hatte sie beinahe schon erreicht, als er unmittelbar vor sich, ein wenig zur Linken, eine sprungbereite Löwin im Grase liegen sah. Sich nach seinen Begleitern umkehrend, um sie herbeizurufen, sieht er, daß er an einer zweiten Löwin und einem Löwen vorbeigeritten war, ohne die Raubthiere vorher bemerkt zu haben. Aus dieser unangenehmen Lage suchte er sich dadurch zu befreien, daß er rasch nach rechts abbog, einige 30 Schritt in dieser Richtung hin galoppirte, dann auf den Löwen, der ihn mit seinen Blicken verfolgte, anschlug und feuerte. Er schoß zu hoch, verfehlte den Löwen und traf die Löwin in’s Schulterblatt. Darauf feuerte der herbeigerittene Kurtin zweimal und fehlte, ohne daß sich die Löwen in ihrer Ruhe stören ließen. Jakobs schoß nun zum zweitenmal und verwundete den Löwen schwer, so daß sich dieser in ein nahes Gebüsch zurückzog. »Da ich dachte, daß uns die beiden Löwinnen, die in das tiefe Gras so weit hineingekrochen waren, daß wir sie nicht sehen konnten, bekriechen, d. h. sich zum plötzlichen Sprunge bereit machen würden, gab ich,« so berichtete mir Daniel Jakobs, »den wohlmeinenden Rath, uns lieber eiligst zurückzuziehen, als den Kampf mit den Löwen fortzusetzen. Während unseres Rückzuges sahen wir beide Raubthiere, das eine stark hinkend, sich ebenfalls davonmachen. Alle diese Löwen gehören in den Bereich des Nataflusses und finden namentlich in dem stellenweise sechs bis sieben Fuß hohen Grase vortreffliche Schlupfwinkel.«
Die Klamaklenjana-Quellen bestehen (so weit sie nahe dem Wege liegen) aus vier von einander getrennten, sumpfigen Gewässern, daher rührt auch ihr Name »viermal hinter einander«; zwischen ihnen, sowie rechts und links im Walde, liegt eine Unzahl von während kürzerer oder längerer Zeit im Jahre gefüllter Regenlachen. Nahe an der ersten Quelle, die wir am Abend des 7. erreichten, zweigt sich ein von den holländischen Jägern geschaffenes Geleise nach dem Mababifelde ab. Hier stieß ich auf den Diener Andersons mit Namen Saul; er reiste in Gesellschaft eines Makalahari-Mannes, der vier Kinder mit sich führte, Saul hatte ihn am Nataspruit gefunden und ihn aufgefordert, sich ihm anzuschließen. Er war dessen sicher, daß sein Brodherr nichts dagegen einwenden werde und dies um so weniger, da er ihn bei der Straußenjagd verwenden wollte. »Ich weiß aber, daß Du kein guter Schütze bist, wie kannst Du Strauße erlegen?« frug ich Saul. — »Doch, Herr, ich treffe sie schon,« antwortete derselbe. Wenn ich sie jagen will, nehme ich einige Makalahari mit mir. Wir suchen hierauf die Spur der Strauße auf, und streben namentlich nach solchen, welche von einem Pärchen herrühren. Mir ist es hauptsächlich darum zu thun, daß ich das Nest der Thiere finde. Beim Neste angelangt, wird ein Loch in die Erde gegraben und hier verstecke ich mich, um den brütenden Thieren aufzulauern. Den ersten zum Neste eilenden Vogel erlege ich mit Leichtigkeit aus unmittelbarer Nähe, den zweiten dadurch, daß ich den Balg des ersteren auf einen Pfahl ziehe und diesen vor dem Neste aufstelle, wenn mich nicht der zweite Vogel schon bei dieser Arbeit überrascht, und sich auf Nimmerwiedersehen empfiehlt. Doch geschieht dies selten und auf diese Weise gelang es mir, schon viele Strauße sammt ihren Eiern zu erbeuten.«
An der südlichsten der Klamaklenjana-Quellen erfuhr ich die Bedeutung der hie und da von den Masarwa’s und Bamangwato’s genannten Flüsse. So z. B. bezeichnet Khori, das Land am Seitenflüßchen des Tschaneng, »eine Trappe« und der Mokhotsi »eine starke Strömung«.
Am 9. kehrte der Genosse Andersons von den nächsten Klamaklenjana-Quellen heim und berichtete, daß ein Boer in dem anliegenden Walde eine Elephantenkuh geschossen habe, welche Nachricht die an der Quelle lagernden Jäger in nicht geringe Aufregung brachte, allein diese steigerte sich noch nach der Rückkehr Theunissens von einem Ausfluge, den dieser in den Wald nach Osten unternommen, und auf dem er auf fünf flüchtige Elephanten gestoßen war. Er rief dem ihm unmittelbar folgenden Meriko zu, ihm rasch die Patronen zu reichen, und hätte hinreichend Zeit gehabt, ein Dutzend Schüsse abzufeuern, wenn nicht Meriko, um das dem Könige gegebene Versprechen, keine Elephanten zu schießen, zu halten, die Jagd dadurch vereitelt hätte, daß er beim Anblicke der flüchtenden Colosse das Weite suchte und Theunissen ohne Munition zurückließ.
Auch ich machte zwei Ausflüge tiefer in den Wald hinein und entdeckte Spuren von Giraffen, Harrisböcken, Kudu’s, Elephanten und Büffeln. Den Tag vor unserer Ankunft war eine Büffelheerde am Wasser beobachtet worden, doch hatte sie sich so zeitlich nach Mitternacht entfernt, daß sie die Jäger am Morgen nicht einholen konnten. Bevor ich noch die Quellen verließ, traf ich hier mit Mr. Taylor zusammen, er klagte auch über den Mißerfolg der Jagd. Einer der Jäger besuchte alljährig eine Stelle in der Umgegend, welche ihm reichliche Beute sicherte; mehrere tief im Walde wohnende Madenassana’s waren seine ausgiebigsten Helfer. Zwei andere Elephantenjäger, die dies vernommen, trachteten auch ihr Glück an derselben Stelle zu versuchen, ein Versuch, der indessen ihr gegenseitiges Freundschaftsbündniß nicht inniger gestaltete.
Am 10. verließ ich meinen Lagerplatz und langte nach einer zweistündigen Fahrt durch den tiefsandigen Niederwald an den nächsten Klamaklenjana-Quellen an. Ich traf hier einen Elephantenjäger mit Namen Mayer, sowie einen Holländer, Mynheer Herbst, an; etwas weiter ab, an einem zweiten Gewässer, einen anderen Holländer mit Namen Jakobs und den Elfenbeinhändler Mr. Kurtin, dessen ich bei der zuletzt beschriebenen Löwenjagd gedachte. Der Letztere theilte mir mit, daß er auf einem seiner ersten Züge in dieses Gebiet nicht weniger als 66 Ochsen durch die schon erwähnte von October bis December in diesen sandigen Niederwäldern aufsprossende Giftpflanze verloren hatte. Jakobs theilte mir einige seiner interessanten, sowie auch die nennenswerteren Löwenabenteuer Pit Jacobs, des zweitberühmtesten Elephantenjägers Süd-Afrika’s mit. Mayer und Herbst jagten in Compagnie, Herbst schoß hier eine Elephantenkuh und war noch immer ganz davon begeistert. Herr Mayer hatte einige Makalaka’s in Dienst genommen, welche auch mir einige Tage zuvor ihre Dienste angetragen hatten, da ich jedoch von diesem unter den Matabele’s wohnenden Banthustamme eine sehr schlechte Meinung habe und nebenbei die hier Betreffenden wahre Galgen-Physiognomien zur Schau trugen, rieth ich Herrn Mayer an, sie aus seinem Dienste zu entlassen. Er wollte nicht darauf eingehen und hatte es leider später zu bereuen. Denn als ich ihn sieben Monate später wieder traf, da hatte der arme und gute Mann, dem ich das Beste von Herzen wünschte, über zahllose Diebstähle zu klagen, welche die Makalaka-Diener verübt, und darnach verschwunden waren. Ich traf auch hier zum ersten Male die den Bamangwato’s unterthänigen Madenassana’s an; es ist ein schöner Menschenschlag, leider von ziemlich abstoßendem Gesichtsausdruck. Von Hautfarbe fast dunkelschwarz, sind es meist hohe Gestalten von starkem Knochenbau, namentlich die Männer. Um so mehr wunderte es mich, unter den Frauen förmlich zarte Geschöpfe zu finden. Die Madenassana’s haben ein stärkeres und längeres Wollhaar, welches besonders an den Schläfen und der Stirne oft bis einen Zoll tief herabhängt. Das Cranium ist dann in der Regel oft kurz behaart.
Besucht ein Bamangwato das sandige Lachenplateau, so sucht er gewöhnlich zuerst die Madenassana’s, die Helfer bei seinen Jagden auf, um für seinen König und sich Elfenbein zu erwerben. Diese wohnen aber in der Regel so versteckt in den dichten Partien der Wälder, daß die Jäger ihre Wohnungen kaum gewahr werden, wenn sie nicht von einem Madenassana selbst zu denselben geführt werden. Der Aelteste in einer solchen kleinen Niederlassung ist dann der kleine Stamm-Unterhäuptling; will man als Blaßgesicht Diener unter den Madenassana’s miethen, so ist es immer das beste, sich an den ältesten des Dörfchens zu wenden. Miethet man sie auf einige Monate, dann bezahlt man ihnen zwei bis vier Pfund Glasperlen, oder auch einige Wolldecken, doch zuweilen wird auch Schießpulver und Blei verlangt, auf die Dauer von sechs bis zehn Monaten begehrten sie eine Muskete.
Im Gegensatze zu vielen anderen Banthustämmen wird bei ihnen die unter einfachen Ceremonien vorgenommene Verehelichung respectirt und eheliche Treue bei ihnen ziemlich hoch gehalten. Während bei manchen Stämmen das Gefühl von Eifersucht nicht gekannt oder nur in einem schwachen Grade vorhanden ist, kann sie nach dem, was ich von meinen Berichterstattern über die Madenassana erfahren, bei ihnen selbst zu schweren Verbrechen führen. Der Stamm wurde mir als genügsam geschildert und auch als Diener sind sie besser als die Masarwa’s und Makalahari’s. Der weiten Entfernung ihrer Wohnplätze von Schoschong wegen — sie bewohnen den nordwestlichen Winkel des östlichen Bamangwato-Landes — und da sie nicht gleich den Masarwa’s über das Land zerstreut sind, ist ihr Verhältniß den Bamangwato’s gegenüber kein so drückend sklavisches wie das der Masarwa’s. Sie besitzen eigene Gewehre, und werden nur jährlich von einigen von dem Könige von Schoschong aus abgesandten Bamangwato’s aufgesucht, welche von ihnen die Abgaben einsammeln, oder sie zu Jagden verwenden. Im Jahre 1874 trafen drei Bamangwato’s einen kleinen Haufen der Madenassana’s im Dienste des Elephantenjägers Zwart an, sie forderten diese auf, den weißen Mann sofort zu verlassen und sich ihnen anzuschließen, was diese indeß verweigerten. Darauf ergriffen die Bamangwato’s die Frau des Aeltesten (des Anführers) und fingen sie zu schlagen an, um durch diese Züchtigung den Sinn der Vasallen zu bekehren, doch der Mann der Geschlagenen ergriff einen ihm zunächst liegenden Assagai, stürzte sich auf den Bamangwato und hätte auch den nächsten von ihnen durchbohrt, wenn diese nicht zu ihren Gewehren gegriffen und auf die Madenassana in Anschlag gebracht hätten.
Die Makalaka’s, deren ich kurz vorher erwähnte und von denen ich eine so geringe Meinung habe, trieben sich in den Jahren 1875 und 1876 recht zahlreich zwischen dem Nata und dem Zambesi herum. Es waren meist Flüchtlinge aus Schoschong, die ihrer verrätherischen Handlungsweise halber aus der unmittelbaren Nähe der erzürnten Bamangwato’s weichen mußten.
Am Nachmittage desselben Tages (des 11.) durchschritt ich, von meinem Diener Pit begleitet, den dichten Wald nach Nordost und traf ein Kudupärchen, das jedoch trotz seines Riesengehörns so rasch in den Büschen verschwand, daß wir keinen Schuß anbringen konnten. Diese Antilope liebt meist hügelige Dickichte oder bewaldete Höhen und nur dies kann es mir erklären, daß sie den Löwen, welche in Süd-Afrika besonders den Rand der Lichtungen lieben, seltener als viele andere Species zum Opfer fällt.
Am 12. verließ ich die zweiten (mittleren) Quellen und begab mich nach den nächsten und dritten, wohin der Jäger Jakobs und der Händler Kurtin schon vorher übersiedelt waren. An diesem Tage langte hier ein Elfenbeinhändler (ich will ihn X. nennen) an, welcher den König des Marutse-Reiches, Sepopo, auf welches ich lossteuerte, besucht hatte, er empfahl mich an seinen guten Freund Z., den ich weiter nordwärts am Panda ma Tenka-Flüßchen finden sollte. Ich ersuchte ihn, mir zwei Kisten gesammelter Gegenstände nach Schoschong zu befördern, was er auch versprach, ohne daß ich später je wieder etwas von denselben sah. Mr. Kurtin verkaufte an ihn zwei Falben (einen derselben hatte ich im Jahre 1874 in Schoschong von der Dickkopsickte geheilt) für 800 Pfund Elfenbein. Auf den beiden Wägen des Käufers waren circa 7000 Pfund Elfenbein geladen, davon waren 5000 Pfund von Sepopo eingehandelt, den Rest hatten die Diener des Händlers auf ihren Jagdzügen am südlichen Zambesi-Ufer, zwischen den Victoriafällen und der Tschobemündung erbeutet. X. berichtete auch, daß am Zambesi das Fieber gefährlich und die noch zu bereisende Gegend sehr wasserarm sei. X. war so gütig, mir den sechsten Theil einer geschlachteten Kuh zu senden, wofür ich mir erlaubte, ihn mit Medicamenten zu versorgen.
Nachmittags reiste ich ab und zog in einer west- bei nördlichem Richtung nach der nördlichsten der Klamaklenjana-Quellen; die durchreiste Waldpartie zeigte schöne Kameeldornbäume, Mimosen und ahornartige, doch auch Mochononobäume und Fächerpalmen-Gebüsche; durch eine ähnliche Gegend führte uns der Weg am 13., wobei wir unser Mittagslager bei den eben genannten Quellen aufschlugen. Ich zählte von den südlichsten bis zu den nördlichsten Quellen 25 nach heftigen Regen gefüllte Einsenkungen.
Auf einigen während der Fahrt durch den Wald unternommenen Abstechern erblickte ich Büffel, gestreifte Gnu’s, Zulu-Hartebeests und Zebra’s im Wechsel und zahlreiche Löwenspuren. An den nördlichsten Klamaklenjanaquellen mündet ein von den Elfenbeinhändlern aus Westmatabele gewählter Weg. Hier traf ich auch drei Elephantenjäger, die Herren Barber, Frank und Wilkinson, von denen sich der erstere als Jäger eines ausgezeichneten Rufes erfreut, ebenso wie seine hochgeehrte Mutter nicht allein eine ausgezeichnete Künstlerin, sondern auch eine äußert feine Beobachterin des Thierlebens ist, und über die Resultate ihrer Betrachtungen auch schon mehrere kleinere Schriften veröffentlicht hat. Mr. Barber zeigte mir sein Skizzenbuch, in dem er seine Jagdabenteuer künstlerisch wiedergab.
Ich übernachtete einige Meilen weiter nordwärts im Walde. Der Baumwuchs auf der am folgenden Tage zurückgelegten Strecke war ungleich besser entwickelt und erreichten mehrere Stämme bis 60 Fuß Höhe; sie gehörten einer Species an, welche von den Holländern die wilde, Syringa, von den Bamangwato’s »Motscha«, sowie eine andere, nicht minder häufige Art, die »Monati« genannt wird. An manchen der Büsche bemerkte ich zahlreiche rothblühende Orchideen.