FN. Meister (vgl. franz. Lemaître). Gen. Meisters (niederrhein.). Patr. A. Meistering. Zss. Backmeister, Bac-. Baumeister. Bürgermeister. Hagemeister; auch Hagemester (Münster). Mühlmeister; Müllenmeister. Münzmeister. Neumeister. Rentmeister. Rittmeister. Schulmeister. Schützenmeister. Wachtmeister. Wehrmeister. Weinmeister. Werckmeister.
Meitz s. Mag (einst. K.).
Meixner III. auch Meichsner = Meißner, einer aus Meißen.
Mejer s. Meier.
Melcher s. Melchior.
Melchior II. hebr. „König des Lichtes“, einer der h. drei Könige (s. Caspar).
FN. Melchior; Melcher. Gen. Melchers. Zss. Schneemelcher.
Melior III. Latinis. für Besser.
Mellies s. Ämilius.
Melzer s. Mälzer.
Mem- Memm- s. Magan (V., einst. K.).
Men- s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Mand.
Mende s. Mand.
Mendel s. Emanuel.
Mengelbier III. zu den Speisen u. Getränken (S. 46).
Menger s. a) I. Magan (V.) b) III. Manger.
Mengold s. Manag.
Menn- s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Man.
Mens- s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.
Mentzer III. „Mainzer“, Mainz alt „Mentz“ vgl. Fischart, der sich „Mentzer“ nannte. Aber auch O. Menz in Sachsen.
Menz- s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.
Merboldt s. Mar.
Mercator III. Latinis. für Kremer (berühmter Geograph des 16. Jh., nach welchem die Karten in „Mercators Projektion“ benannt sind).
Mergell s. Mark I.
Merk- s. Mark I. (V., einst. K.).
Merkord I. = Kord Merk (Preuß 30) — umgedeutet Merkötter.
Merkswohl III. Satz-N., getrennt Mercks wohl 1561 (Koch, Saalfelder FN.).
Merlo s. Mar (einst. K.).
Merode (Graf) III. von dem O. Merode bei Düren (Rheinprov.), früher Rode — aus „vamme Rode“ (Adelslex.)
Merold s. Mar (V.).
Mert- s. Martinus.
Mertsching, Merz s. Mar.
Mesch s. Marsch.
Messerer III. „Messerschmied“.
Messikomer s. Hof.
Meßmer s. Meßner.
Meßner III. ahd. mesinâri, mhd. messenaere aus mittellat. mansionarius d. i. Wächter und Hüter des heiligen Gebäudes, „Kirchendiener, Küster“. Erhalten ist das ursprüngliche n der ersten Silbe in der F. mensner, die sich noch im 14. Jh. findet.
FN. Meßner. Meßmer (schwäb.) — Mößmer u. Mößner (Wien).
Metdepenningen III. niederd. „mit den Pfennigen“.
Methfessel III. nach Pott = „kleines Metfaß“, was durch die von Koch angeführten Formen Modtfesgen, Metfessichen, die mit Methfessel in derselben Fam. während des 16. Jh. wechseln, bestätigt wird.
Mettler s. Mathal.
Metzel s. Math.
Metzger III. mhd. metziger „Fleischer“ (in Süd- und auch Mittel-Deutschl.)
Metzler III. ahd. mezilâri, mhd. metzeler, aus mittellat. macellarius „Fleischverkäufer“, später „Fleischhauer“. Chunrad de macello 1200 (Bacm.).
Metzner III. „Mühlknappe“ (der das Metzen verrichtet). Doch auch O. Metzen.
Meule III. niederd. „Mühle“: FN. an der Meulen (Geldern); ter Meulen.
Meurer s. Maurer.
Meusel s. Maus.
Mev-, Mew- s. Bartholomäus.
Mey- s. Mag (V., einst. K.).
Meyer s. Meier.
Meyerbeer: der Sohn des jüdischen Bankiers Beer in Berlin wurde von einem reichen Glaubensgenossen, Meyer (s. Meier b.), der ein Freund der Familie Beer und ein besondrer Gönner des kleinen Giacomo war, zum Vollerben eingesetzt unter der Bedingung, daß der Kleine auch den Namen seines Gönners führe. Daher „Meyerbeer“.
Meyn- s. Magan (V., einst. K.).
Michael II. hebr. „wer (ist) wie Gott?“, der h. Michael der Erzengel Offenb. Joh. 12, 7 (S. 25 — Kal. 29. Sept.).
FN. Michael; Michaal; Michal; Micheel; Michel mit den Zss. Michelmann — Kleinmichel. Kühmichel. Paulmichl. (bayr.). Gen. (lat.) Michaelis; Michaeli; Michelis — (deutsch) Michaels; Michels. Patr. A. Micheler; Michler (oberdeutsch: Brieg, Saarbr.). Patr. Zss. Michaelsen; Michelsen (ostfries., schlesw.). Michaelsohn; Michaelson (jüd. Neubildungen).
Michel-, Michler s. Michael.
Mielke s. Ämilius.
Mießner s. Meißner.
Milb- s. Mild.
Milch III. in mehrf. Zss. (s. Speisen S. 46).
FN. Buttermilch. Fettmilch. Lautermilch (Lutermilch oberschwäb. 1690). Sauermilch. Süßmilch. Schlegelmilch; Schleemilch; Schlömilch (Buttermilch).
MILD I. got. milds, ahd. milti, mhd. milte „mild“ d. i. gütig u. freigebig.
FN. (Mildbreht): Mildebrath — Milbrecht; Milbrodt.
(Mildbrand): Mildbrand — Millbrand.
(Mildher): Milder — Milter.
Einstämmige Kürzung Mild-.
(Mildo): Milde. Gen. Milden.
Vklf. (z) Mildizo: Milse.
Millbrand s. Mild.
Miller s. Müller.
Millies s. Ämilius.
Milner s. Müllner.
Milse s. Mild.
Milter s. Mild.
Milz s. Mild.
Minck s. Magan (einst. K.).
Minikus II. s. Dominicus.
Mitterrutzner III. „einer vom Hofe Mittel-Rutzen“.
Mittnacht III. ältere Form für Mitternacht, ahd. mittinaht.
Möb- s. Bartholomäus.
Möd- s. Mod.
MOD I. got. môds, ahd. mhd. muot „Mut“. In N. seit dem 4. Jh.
FN. Mutbraht: Moppert.
Moathard: Motard.
Mothar: Moder — Muther; Muthherr — Müther — Mauder.
Moderich: Mudrich — Muthreich — Müttrich — Maudrich.
Modulf: Mutup — Multhaup; Multhaupt (Preuß 7).
Einstämmige Kürzung Mut-.
Muodo: Mode — Mott — Möthe — Muth — Müth. Patr. A. Moding — Müting.
Vklf. (l): Model — Mudel — Muthel — Müttel — zsgz. Mohle — Moll — Muhl. Patr. A. Mühling. (k): Mödig — Mutke — Mügge. (z) Mozo: Motz — Mutze — Mütze — Mautz. (z + l): Muzel — Mützel — Motzl.
Unorganisch gebildet: Mozart. Mozelt.
Auslautend (137 mal Först., darunter aber viele w.):
-muth: Hellmuth.
MODAL I. Erweiterung von Mod.
FN. Modalbert: Mühlbrecht; Mühlbrett.
(Modalfrid): Mühlfarth.
(Modalhart): Muhlert — Mühlhart.
Modersohn III. niederd. „Muttersohn“.
Mohle s. Mod (einst. K.).
Möhler s. Müller.
Möhlmann s. Mühlmann.
Mohn-, Möhn- s. Mun.
Mohr-, Möhr- s. Maur.
-mohr s. Moos.
Mohrenweißer III. „einer aus Mohrenweis“ (in Oberbayern).
Moldenhauer III. „der die Mulden (längliche, ausgehöhlte hölzerne Gefäße) zuhaut“. Auch Moldenhawer und Mollenhauer.
Molfenter III. vom Hause übertragener N. (S. 61), vgl. Olfenten 1324. Holfenten 1374.
Molitor s. Müller.
Moll s. Mod (einst. K.).
Möllen- niederd. = Mühlen, in Zss. wie Möllenbernd, Möllenhenne. Termöllen.
Mollenhauer s. Moldenhauer.
Moller, Möller s. Müller.
Molner s. Müllner.
Molter, Mölter s. Müller.
Mom-, Momm- s. Mun.
Mond- s. Mund.
Mondenschein III. „Mondschein“ (in welchem Sinne?).
Mondhold s. Mund.
Mone, Monn-, Mönn- s. Mun.
Mönk III. niederd. = Mönch, in Zss. wie Mönkemeyer, -möller.
-moor s. Moos.
Moorhardt s. Maur.
Moos III. ahd. mos „Sumpf, Moor“, in süddeutschen N. seit dem 8. Jh.; auch jetzt noch sehr häufig Moos, mit mancherlei Zss. auf -moos.
FN. Moos. Zss. Guggemos — Moosbauer. Moosbichler. Mooseder. Mooshammer. Moosmayr. Moosmüller. Moosrainer. — Kokemoor (westf.). Obermohr (bayr.).
Ableitung auf -er (oberd.): Moser. Möser. Breitmoser. Bruckmoser. Deutelmoser (bayr.). Ennemoser (vgl. Ennenmoos in Unterwalden). Guggimoser. Kaltenmoser. Lottermoser (ostpreuß. d. i. salzburgisch). Niedermoser. Rohrmoser (ostpreuß., vgl. Rohrmoos in Steiermark). Sonnenmoser (württemb.). Suppenmooser.
Mooshake III. „Händler mit môs“ (mittelniederd.) = Kohl, Gemüse; Hake = Höker. Auch Mushacke.
Mor-, Mör- s. Maur.
Moras III. über Maulbeeren abgezogener Wein — „mete, môraȥ unde wîn“ (Nib.).
Morgenbesser III. Satz-N. (S. 50 f.).
Moritz s. Mauritius.
Morneweg III. = „morgen weg“ — daraus Mornewey. Vgl. Mörnhinweg, Mornenweg 14. Jh.
Morquardt s. Mark I.
Mörtel s. Martinus.
Moser, Möser s. Moos.
Moses II. hebr. Moscheh „der aus dem Wasser Gezogene“ (nach 2. Mos. 2, 10).
FN. (jüd.) Moses — Mosse — Moscheles. Zsgz. Mosenthal.
Für Moses: Moritz.
Mößmer, Mößner s. Meßner.
Motard, Möthe, Mott, Motz- s. Mod.
Möw- s. Bartholomäus.
Mozart wohl zu Mod. Stoffel Motzhart 1551 Augsb. Dies die älteste Spur des großen Namens; Mozarts Vater war bekanntlich ein geborener Augsburger (Bacm.).
Muckenschnabel III. (München).
Mud-, Mügge s. Mod.
Muhl-, Mühl- s. 1) Mod 2) Modal.
Mühle III. der älteste und häufigste Ausdruck auf dem Gebiete gewerblicher Anlagen. In ON. gewöhnlich in der gekürzten F. -mühl (niederd. -möhl), daneben -mühlen (Dat. Plur.).
FN. Brendemühl. Sagemühl. — Grevismühlen; verkürzt Grevsmühl.
Mit Verhältniswörtern: Tremöhlen. Utermöhlen. Zurmühlen.
Mit der bewahrten ad. Kürze des ü:
Müllbauer. Niederd. Mölle in Möllenbernd; -benne „der Bernhard aus der Mühle“ (falsch verhochd. Mühlenbein Preuß S. 39).
Mühlenkampf III. „der vom Mühlenkampe“.
Mühler s. Müller.
Mühling s. Mod.
Mühlner s. Müllner.
Muhn- s. Mun.
Mührer s. Maurer.
Müldner s. Müllner.
Müllenmeister = Mühlmeister (ahd. muli, mhd. müle mit kurzem Vokal in der ersten Silbe).
Müller III. schon im 14. Jh. „der muller“, durch Angleichung aus mittellat. multor d. i. molitor. Erhalten ist der T-Laut noch in den FN. Molter, Mölter, sowie in der genet. Bildung Mölders (westf.) — mit n: Möldener.
Gedehnt Mühler (Kindervers: „Mühler ist ein Roggendieb, Mühlamehler Roggenstehler“).
Mit verdünntem Selbstlauter: Miller (in Bayern häufig).
Niederd. Moller — Möller — Möhler (Klemp. Moller, Molre). Patr. A. Möllering (westf.).
Die Hauptform bleibt Müller, die überaus häufig ist (S. 42), auch in zahlr. Zss., welche sich um so eher bilden konnten, da sich in manchen Orten mehrere Mühlen befanden (z. B. in dem schweiz. Unter-Embrach vier, Tobler-M. S. 74).
| 1) |
Nach der Art der Mühle: Bockmüller, womit Dreimüller (Adenau), wenn anders = Drehmüller, gleich bedeutend ist, da eine Bockmühle auf ihrem Untergestell, dem „Bock“, nach der Windrichtung drehbar ist. Grützmüller. Habermüller. Holzmühler; -miller (wohl = Sägemüller). Kornmüller. Lohmüller. Ölmüller; Ohlmüller. Sagemüller (Varel, halbniederd. = Sägem.); Segmiller. Schneidemüller. Weitzmüller; Weitzenmiller. Windmüller; niederd. Windmöller. |
|
| 2) |
Nach dem Standort der Mühle: Angermüller und -miller. Aumüller. Bachmüller. Bergmüller. Bornmüller. Bruchmüller; niederd. Brockmöller. Dorfmüller; halbniederd. Dorpmüller. Feldmüller. Furtmüller. Heitmüller (Besitzer der Heidemühle). Kampfmüller (s. Kamp). Klingmüller. Kniemöller. Mittermüller (Besitzer der Mittelmühle). Obermüller. Riethmüller. Rosenmüller (Besitzer einer Mühle, welche die „Rosenmühle“ heißt, z. B. im Amte Kalenberg). Seemüller. Stadtmüller. Stegmüller; niederd. Stegemöller. Teichmüller. Untermüller. Waldmüller. Werdmüller (s. Wert). Weyermüler (der M. am Weiher). Wiesenmüller. |
|
| 3) |
Nach der Zugehörigkeit (Untertänigkeit): Fromüller = Frohnmüller (herrschaftlicher M.). Hoffmüller. Mönkemöller. |
|
| 4) |
Nach der Beschaffenheit des Müllers (oder der Mühle): Altmüller. Neumüller; Neumiller; niederd. Niemöller. Freymüller. Graumüller. Grünmüller. |
|
| 5) |
Mit Vornamen Zss.: Engelbrechtsmüller (die Engelbrechtsmühle bei Dachau in Bayern). Frankemöller. Kunzemüller; Kunsemüller. Marxmüller. Petermöller. Westelmüller (wenn anders Westel aus Sebastian). |
Die Zss. mit Möller sind im Nordwesten Deutschlands, besonders in Westfalen einheimisch.
Müllner III. ahd. mulinâri, mhd. mulnaere der „Müller“ (im Marburger Gewerbe-Verz. Mulner; noch 1691 bei Stieler „der Müllner“).
FN. Müllner (häufig in Wien); gedehnt Mühlner — verdünnt Milner. Niederd. (Klemp. Molner) Molner. Holländ. Molenaar.
Zss. Edelmüllner. Obermüllner. Fraunmüllner. — Eckmillner. Waldmillner.
Mult- s. Mod.
Mumm- s. Mun.
Mun-, Mün- s. Mun.
MUN I. wohl zu altnord. munr „Freude, Lust“.
FN. Muniperht: Mombert; Momber; Mommert; Mommer. Gen. Mummers.
Einstämmige Kürzung Mun-.
Muno, Monno: Muhne — Monno — Mone; Mohn — Möhn. Gen. Mohns — Monnen. Patr. A. Mönning. Patr. Zss. Mohnsen.
Vklf. (k): Muncke — Münnecke — Mohnike — Möhnke — Mönnich. (k + l): Munkel.
Zweistämmige Kürzung Mumm-.
(Mummo): Mumm — Momm.
Patr. Zss. Mummsen — Mommsen.
Mund- s. Mund.
MUND I. ahd. munt „Schutzgewalt“ (vgl. Vormund). In EN. seit dem 3. Jh.
FN. (Mundher): Munder — Munter (Muntermann) — Münter.
Munderich: Munderich.
Mundoald: Mondhold.
Einstämmige Kürzung Mund-.
Mundo: Munte — Mund — Münte — Mondt. Patr. A. Munding — Münding — Muntinga (ostfries.).
Vklf. (k): Mündecke. (z): Munz — Münz — Munsch. (z + l): Muntzel — Müntzel.
Auslautend (144 mal Först.):
-mund: Emund.
-mond: Hartmond.
Mund III. Friderio. mittemmvnde 1190. Zss. Guldenmund. Lachmund.
Mundigler III. einer aus dem rhätischen Orte Montiggl (aus lat. monticulus).
Münster III. ahd. monastri aus lat. monasterium „Klosterkirche, Kathedrale“.
FN. Münster. Weilmünster.
Munsch, Munt-, Münt- s. Mund I.
Münter a) I. s. Mund b) III. s. Münzer.
Munz-, Münz- s. Mund I.
Münzer III. ahd. munizâri aus lat. monetarius 1) Geldpräger 2) Geldwechsler. Hermann Monetarius (de Münter) 1298.
FN. Münzer. Niederd. Münter.
Musebrink III. „Mäusebrink“.
Mushacke s. Mooshake.
Müßigbrod III. ein Müßiggänger oder einer, der in Muße sein Brot ißt (Rentier?).
Müßiggang III. (wie Irregang) „Müßiggänger“. Thomas M. 1447.
Mustopf, Mustoph III. aus Mustafa.
Mut-, Muth-, Müt- s. Mod.
Mutscheller III. von Mutschelle, häufigem Hofnamen in den Alpen, roman. Herkunft, vielleicht = mottisella „Hügel“ (Buck S. 187).
Mütt-, Mutze, Mütz-, Muzel s. Mod.
Mylius III. der deutsche „Müller“, in antikem Gewande. Eine Zss. mit Mylius ist Missomelius, entstellt aus Mesomylius (Mittelmüller).