Kabelmacher III. „Verfertiger von Schiffstauen“.
Kächler III. „Kachelmacher, Töpfer“, vom ahd. chachala, mhd. kachele irdenes Geschirr („Kachel“ noch schweizerisch, tirolisch in diesem Sinne).
Kahle III. „Kahlkopf“. Hans de Kale 1430 (Lipp. Reg.).
Kähler s. Köhler.
Kahrs s. Gar (einst. K.).
Kaiser III. s. S. 42; auch in der Schreibung Kayser, Keiser. — Selten in der ursprünglichen lat. F. Caesar.
Kalb III. zu den Tiernamen (S. 49. 61), vgl. Cuonrad calf, calp vitulus 1219. Cuonrad dict. Kelbelin.
FN. Kalb. Niederd. Kalff. Vklf. Kälble. Zss. Sommerkalb (Barthold genannt Sumerkalf 1358 — Lipp. Reg.). Sonnenkalb. — Kalbskopf.
Kalff s. Kalb.
Kaltschmidt III. ahd. chaltsmit, mhd. kaltsmit „Schmied, der ohne Feuer arbeitet, Kesselschmied“.
-kam s. Kamp III.
v. Kamecke III. Stammort Camminke auf der Insel Usedom.
-kamer, -kammer s. Heim III.
Kamm-, Kämm- s. Gamal.
Kämmerer III. ahd. chamarâri, mhd. kameraere, nach dem mittellat. camerarius 1) „Hofbeamter, der die Aufsicht hat über die fürstlichen Gemächer“, namentlich über die Schatzkammer, auch sonst aufwartet und auf Ordnung hält 2) in Klöstern und Gemeinden „Verwalter der Einkünfte“.
FN. Cammerer — Kämmerer.
Kämmerling III. ahd. chamarlinc, mhd. kemerlinc „Kammerdiener“. (Das Wort noch im ital. camerlengo).
KAMP I. ahd. champh, mhd. kampf „Kampf“ (urspr. Eifer, Wetteifer).
FN. Kamphard: Kempert — Kempfert.
Einstämmige Kürzung Camp-.
Campo (noch fries. VN.), Chempho: Campo; Campe — Kampf — Kempe — Kämpffe; Kempf. Gen. Kamps; Kampen. Patr. A. Overkämping (Westf.).
Vklf. (k): Kempke. Gen. Kempkens.
Kamp III. aus dem lat. campus, welches schon früh in das Niederdeutsche und Friesische herübergenommen ist, namentlich ein eingeschlossenes, umhegtes Feld bezeichnend, das einem einzelnen Bebauer zusteht. Alte ON. auf -camp aus dem 9.-11. Jh.; heutige auf -kamp, auch verhochdeutscht -kampfen, -kämpfen.
Eine große Menge FN. auf -kamp findet sich in Westfalen, hergenommen von einzelnen solchen Kämpen, an denen dieser Landstrich so reich ist (S. 75). Dabei tritt auch das niederdeutsche Sprachelement hier sehr in den Vordergrund.
FN. Von dem Kampe. Van Kampen (Kleve; Kampen Stadt in Holland).
| Zss. | 1) |
nach dem, was auf dem Kampe wächst: Appelkamp (Äpfel-).
Birkenkamp; Berkenkamp. Bohnenkamp. Bökenkamp (Buchen-).
Buschkamp. Distelkamp. Eichelkamp. Ellerkamp. Flaßkamp.
Füchtenkamp. Graßkamp. Haverkamp; Haberkamp. Hasselkamp.
Heisterkamp. Holtkamp. Horstkamp. Kirschkamp. Kleekamp.
Lihnkamp (Lein-). Lohkamp. Nettelkamp. Roggenkamp.
Röbekamp; Röwekamp. Schleenkamp. Wiedenkamp — oder sich dort aufhält (Tiere): Ahlkamp. Hasenkamp. Immenkamp. Kreienkamp. Uhlenkamp. Wolfkamp — oder überhaupt sich dort befindet: Brüggenkamp (Brücken-). Gallenkamp (aus Galgen-). Kiesekamp. Kleinemoorkamp. Kottenkamp. Kreutzkamp. Kulenkamp. Moorkamp. Mühlenkamp. Pohlkamp (Pfuhl-). Sandkamp (auch Dorf in Hannover). Steinkamp. Wasserkamp. |
| 2) | Nach der Lage und Beschaffenheit des Kampes: Altkamp. Bredenkamp (auf dem breiten K.). Hoffkamp. Hokamp — Hogenkamp (elliptisch: auf dem hohen K.). Kortenkamp. Langenkamp. Ostkamp; Osterkamp. Veltkamp. Westerkamp. | |
| 3) | Nach dem Besitzer: Nonnenkamp. |
Verhochdeutscht in -kampf: Erlekampf. v. Heidekampf (vgl. O. Heidekamp in Holstein). Flaßkampf. Lindenkampf. Lohkampff. Mühlenkampf. Oberkampf. Siedenkampf. Tellkampf. Weidekampf.
Abgestumpft in -kam: Breitenkam. Gerstenkamm. Kleekam. Osterkam.
Ableitung auf -er (westf.):
Kämper, Kemper. Gen. Kempers. — Zss. Berkenkemper. Elfenkämper. Engelkemper. Fahlenkemper. Haarkämper (Haar = Anhöhe auf einer Heide). Hasenkämper. Heidkämper. Holtkemper. Kieskemper. Kortenkemper. Kottenkemper. Krützkemper (Kreuz-). Lehmkämper. Lohkemper. Nordkämper. Ossenkämper. Pagenkämper (Page = Pferd). Pierenkemper (Regenwürmer-?). Roggenkämper. Stegkämper. Strotkemper. Stutenkemper. Südkemper. Weidenkämper.
Auch als erster Teil der Zusammensetzung findet sich Kamp in: Kampmann; Oberste Kampmann. Kampmeyer — Kampfmeyer — Kammeyer. Kampfmüller. Kampfwirth. Kampfschulte. — Kampfranz.
Kamp- s. a) Kamp I. b) Kamp III.
-kamp s. Kamp III.
Kämp- s. Kamp I.
Kampe a) s. Kamp I. b) Ortsbezeichnung s. Kamp III.
Kampfenkel I. III. der „Henkel vom Kampe“ (s. Hagan).
-kämper s. Kamp III.
Kampf- s. a) Kamp I. b) Kamp III.
-kampf s. Kamp III.
Kämpf- s. Kamp I.
Kamphaus III. Fleischermeister in St., nennt sich, seit es einen Finanz-Minister Camphausen in Preußen gegeben: Kamphausen.
Kändler III. (bayr.). mhd. kandeler „Kannengießer“.
Kannengießer III. „Zinngießer“; man sieht aus dem N., daß das Gießen von Kannen einst die wichtigste Arbeit in diesem Handwerke war („Kannengießer-Straße“ in Braunschweig).
FN. Kannegießer; Kanngießer, Canngießer. Niederd. Cannegieter (Klemp. Kannegeter).
Kant, Kantz s. Gand.
Kanzler III. ahd. chancilâri, mhd. kanzelaere aus mittellat. cancellarius „Vorgesetzter der Kanzlei“.
FN. Kanzler, Cantzler. Mit Umlaut Kentzler.
Kapeter III. (Württ.) eig. Hausname casa Petri, wie Cahannes, Capaul (Buck).
Kaphengst III. vom mhd. kappen „verschneiden“.
Kappeller s. Capelle.
Kapper s. Kaspar.
Kapphammel III. vom mhd. kappen „verschneiden“.
KARAL I. ahd. charal, karl „Mann“ (Kerl).
FN. Karlman: Karlmann.
Einstämmige Kürzung Karal-.
Carol: Karel — Karle; Karl, Carl — (zerdehnt) Kardel — Kerl — Keerl. Gen. Carels — Karls — Kerlen. Patr. A. Kerling. Patr. Zss. Carlsohn.
Vklf. (i): Karli (schweiz.).
Kärcher III. oberd. „Kärrner“, von Karch „Karren“, ahd. karruh aus lat. carruca Reisewagen.
FN. Kärcher — Karcher.
Kardel s. Karal.
Karges, Karius s. Macarius.
Karlauf s. Gar (V.).
Karmann s. Gar.
Karrer III. „Kärrner“. Auch Karner.
Karsjens, Karst- s. Christianus.
Kaschube III. ein „Kassube“ (S. 78). Auch verkürzt Kaschub.
Kasemeier III. umgestaltet aus Kasimir (1788 Detmold).
Kaspar II. persisch Kansbar „Schatzmeister“, nach der Legende einer der h. drei Könige (Kal. 6. Jan.).
FN. Kaspar, Caspar; Casper — süddeutsch Kapper (s. Melchior Meyr, Erzählungen aus dem Ries). Gen. Caspary (auch jüdisch) — Caspers — Gaspers (Heinsberg).
Vklf. Kasperl (bayr.). — Zss. Kasparbauer.
Mit Erweichung des k (schon bei Klemp. nebeneinander Kaspar, Gaspar, Jaspar): Jasper. Gen. Jaspers (ostfries.). Patr. Zss. Jespersen.
Kassebaum III. halbniederd. statt karseboom „Kirschbaum“. Auch Kessebohm. (Kassebohm O. in Mecklenb.).
Kassebeer III. niederd. statt Karsebeere „Kirsche“ (lat. cerasum).
Kasseroller III. „Kasserollen-Verfertiger“.
Kassens, Kast- s. Christian.
Kastner III. „Verwalter des Kornkastens“ d. i. Getreidespeichers, dann, weil aus den Getreide- und Fruchtzinsen sich die Steuern entwickelten, hie und da = Amtmann über alle Einkünfte „Rentmeister“. So an Höfen ein Hofkastner, in Klöstern ein Pater Kastner.
FN. Kastner — Kästner, Kestner — Khöstner (Gottschee).
Kathmann, Käthner s. Köther.
Kathreiner III. „einer aus (St.) Kathrein“.
Kauer- s. Kun (V.).
Kaufmann III. ahd. choufman, mhd. koufman „Handelsmann“ (s. Krämer).
FN. Kaufmann, häufig Kauffmann. Niederdeutsch Kopmann, Koopmann. Gen. Koopmanns.
Kaulbars III. deutlicher Fischname.
Kaulfuß III. „Klumpfuß“, von Kaule = Kugel, schon mhd. kugele zsgz. kûle.
Kaunert s. Kun (V.).
Kaupert s. Gaw.
Kauwertz s. Gaw.
Keb- s. Gab (V., einst. K.).
Keerl s. Karal.
Kehr- s. Gar (einst. K.).
Kehrein III. Satz-N. „kehr ein“.
Keil s. Gail.
Keiper III. „Fischmeister“, Aufseher über Fischereien (ostpreuß.).
Keiser s. Kaiser.
Keith, Keitz s. Gaid.
Keller III. mhd. kellaere aus lat. cellarius 1) „Kellermeister“, Schaffner 2) Kammerbeamter; wie vom herrschaftlichen Kasten ein Kastner, so bekam vom herrschaftlichen Keller ein Keller (Kellner) als Rentbeamter seinen Namen (cellarii am Hofe Karls d. Gr.), welcher urspr. die Weinberge u. Weingülten samt den andern Einkünften, die in die Keller einzuliefern waren, zu verwalten hatte; bei geistlichen Stiftern der Beamte, welcher die Einkünfte verwaltet, die für den Tisch geordnet sind — oft mit dem Kastner eins 3) Inhaber eines „Kellerhofes“, einer Art Hofgüter in einigen Teilen Schwabens und der Schweiz. (Walter der Kellaer 1288).
FN. Keller. Lat (rücklatinis.) Cellarius. Auch Kellerer. Kellermann.
Kellermann s. Keller.
Kellner III. mittellat. cellenarius, ahd. kelnâri, mhd. kelnaere = keller (Conrade Kelner, auch C. Keller genannt 1379 Bacm.).
Kemp- s. Kamp I.
-kemper s. Kamp III.
Kentel s. Gand.
Kentzler s. Kanzler.
Kerke III. niederd. „Kirche“, in Zss. wie Kerkenbrock (Kirchenbruch); Kerkhei.
Kerl-- s. Karal.
Kerms s. Gar (zweist. K.).
Kerner III. 1) = Körner 2) „Kärrner“.
Kerschstein s. Christianus.
Kerse III. „Kirsche“, aus lat. cerasum, in Zss. wie Kersenbrock (-bruch), Kerßenbroick — Kersemeyer.
Kerst- s. Christianus.
Kessebohm III. „Kirschbaum“.
Kessel III. der Kessel als bedeutsames Hausgerät, das zu sinnbildlichen Rechtshandlungen und abergläubigen Gebräuchen diente. Vgl. H. de Eschenowe dictus Brukeȥȥel (Braukessel) 1263.
Kesseler III. „Kesselschmied“. Auch Keßler.
Kesselhake III. Haken, an welchem der Kessel über dem Feuer aufgehängt wird.
Kesselhut III. eine „Pickelhaube in Kesselform“. Auch niederd. Ketelhod.
Kest- s. Christianus.
Kestner s. Kastner.
Ketelböter III. niederd. „Kesselflicker“ (böten = hd. büßen, d. i. urspr. bessern).
Ketelhod s. Kesselhut.
Keudel, Keutel s. Gaid.
Keun- s. Kun (V., einst. K.).
Kieckebusch III. ON. (in Brandenb.).
Kiefer s. Küfer.
Kiehne s. Kun (einst. K.).
Kiekuth III. niederd. Satz-N.: „schau aus“ — doch zunächst wohl ON. (auf Rügen) und von daher übertragen.
Kienbaum III. mhd. kinboum „Kiefer“.
Kienle s. Kun (einst. K.).
Kiep- s. Gab (V., einst. K.).
Kier- s. Gir.
Kierschner s. Kürschner.
Kies- s. Gis.
Kiesel- s. Gisal.
Kieser III. „Prüfer“; in den Städten Deutschlands waren solche K. besonders für Getränke und andere Lebensmittel angestellt.
Kiesewetter III. Satz-N. „der das Wetter prüft, Wetterspäher“ (Gudrun 903: Fruote bî dem lufte kiesen dô began). Entstellt Küssewetter (Wien).
Kieß- s. Gis (Gisal).
Kiewitt III. niederd. der Kiebitz, sprichwörtl. wegen seines Zickzackfluges; daher „Kiebitzgang“. (Everhardus Kyvit Köln. Univ. Matr. 1390).
Kilbert s. Gisal.
Kilian II. ein Schotte, Apostel der Franken im 7. Jh.
FN. Kilian; Killian — Kilgan.
Killmer s. Gisal.
Kimmerle s. Kun (V.).
Kipp s. Gab, Gib (einst. K.).
Kirche III. ahd. kiricha, mhd. kirche, altsächs. kirika, kerika, altfries. kerke, karke (wohl aus griech. κυριακόν „Haus des Herrn, Gotteshaus“). In ON. -kirch, -kirchen (elliptischer Dativ); niederd. -kerk.
| FN. | 1) | Altenkirch. Neukirch. Taufkirch (O. -en 8 mal Rud.). v. Tippelskirch. |
| 2) |
Giesenkirchen. Herrenkirchen. Odenkirchen. Rodenkirchen.
Rommerskirchen. Halbniederd. Nienkirchen (Mecklenburg); hochdeutsch Neunkirchen (häufig ON., wohl aus Neuenkirchen zsgz., zumal bei Dörfern, wo eine solche Menge von Kirchen doch nicht anzunehmen). |
|
| 3) | Bovenkerk. |
Ableitung auf -er (oberd.):
| 1) | -er: Feldkircher (O. -kirch). | |
| 2) | -ner: Feldkirchner (O. -kirchen). Neukirchner. Seekirchner. Steinkirchner. |
Kircher III. mhd. kirchaere „Küster“ 2) gekürzt aus Kirchherr, d. i. „Pfarrer“. Auch Kilcher.
Kirchhoff III. „der am Kirchhofe“, vgl. fries. Urkund.: roleff bi den kerkhoue (Pott. S. 549).
Kirchmann a) I. ahd. Kirihman (aus dem 9. Jh. als PN. nachgewiesen durch Förstemann, vgl. auch den rhein. Namen Kirchartz, der auf einen altd. Nomin. Kirihhart zurückweist) b) III. mhd. kirchman Eingesessener einer Gemeinde, „Gemeindeglied“, im Gegensatz zum Ausmann, ûȥman.
Kirchner III. mhd. kirchenaere „Küster, Mesner“, bes. im sächsischen Vogtlande üblich.
-kirchner s. Kirche.
Kirieleis II. aus dem kirchlichen Rufe (griech.) kyrie eleïson „Herr, erbarme dich“, vgl. Bechtold Kyrieleyson 1366 (Weistümer 3, 419). Noch weiter verkürzt Cyrlis — Corleis.
Kirmes III. aus mhd. kirchmesse, „Fest zum Andenken an die Einweihung einer Kirche“ — (Zeitname, vgl. Tag).
FN. Kirmes; Kirmß.
Kirner s. Körner.
Kirschner s. Kürschner.
Kirschstein s. Christianus.
Kirscht-, Kirst- s. Christianus.
Kirwald s. Gir.
Kiß s. Gis.
Kist s. Christianus.
Kistenfeger III. der „Kisten fegt d. i. ausräumt“, plündert.
Kistmacher III. der „Kisten macht“, Tischler. Niederd. Kistemaker; latinis. Chelopoeus. Entstellt Küstenmacher. Auch Kistner.
Kittel III. mhd. Kittel, ein Kleidungsstück — mit der Zss. Weißkittel.
Klaas, Klag-, Klas-, Klaß- s. Nicolaus.
Klau- s. Glaw.
Klaus, Kläusli s. Nicolaus.
Klebsattel III. „kühner mit dem Sattel eng verbundener Reiter“ (Andresen). Daraus Kleesattel.
Klee III. früher volkstüml. auch der mit Kleeblumen bunt gezierte Rasen (Kleemeister = Wasenmeister) — mit der Zss. Grüneklee. Auch Kleeblatt (vielleicht mit mystischer Beziehung als Sinnbild der Dreieinigkeit, wie in Irland, wo es sogar in diesem Sinne Nationalzeichen ist). Kleemann. Kleemeyer. Schubert Edler von dem Kleefelde. (S. 59). Niederd. Klewer.
Kleienstäuber III. nach Hoffmann, Kasseler Namenb. S. 69, Bezeichnung des „Müllers“.
FN. Kleyenstäuber, zsgz. Kleinstäuber — auch Kleyenstüber; Kleinstüber. Vgl. Joh. Fäsenstaub, Müller 1408 (Tobler-Meyer), von Fese = Hülse.
Klein, Kleine III. der „Kleine“. Doch weisen FN. wie Kleinhard, Kleinert (Gen. Kleinertz), Kleinlein, Kleinecke darauf hin, daß dieser Stamm schon im Altdeutschen zur Namenbildung verwendet worden, dann im Sinne von „fein, sauber“.
Kleinknecht III. „unterer Knecht“ gegenüber dem Großknecht.
Kleinschmidt III. Gegensatz zum Grobschmied: ein Schmied, der kleine, d. i. feine Arbeiten macht; bez. hauptsächlich der „Schlosser“, dann der Büchsenschmied, Sporer, Uhrmacher.
Kleinsorge III. der sich wenig d. i. (bes. nach mhd. Ausdrucksweise) gar keine Sorge macht.
Kleisl, Kleißl s. Nicolaus.
Klemens, -t s. Clemens.
Kliebenschedel s. Klubeschedel.
Kliefoth III. niederd. statt Kliefuß, vom ad. cliuwa Kugel, Knäuel, also = Klumpfuß.
v. Klinckowström III. Martin Klinckows Söhne wurden im 17. Jh. von der schwedischen Regierung geadelt. (Adelslex.)
Kling III. ahd. chlinga, mhd. klinge „Gebirgsbach, rauschender Bergstrom“, ON. und in Zss. wie Klingmüller. Auch Klingel, wie in der Pfalz viele Bäche heißen. Daher FN. Klincke, Kling mit der Ableit. Klinger. Klingelhage.
Klingbeil III. Satz-N. urspr. Klinckebyl „laß das Beil klingen!“.
Klingspor III. „mit klingendem Sporn“. Klingspor 1571.
Klobelauch III. ahd. klobelouh, mhd. clobelouch von kliuban spalten, entstellt knobelouch „Knoblauch“ (auch ON.). Knobloch — Knoblich.
Klocke III. a) I. s. Hlod (einst. K.) b) niederdeutsch „Glocke“ in Klockemeyer.
Klöckner s. Glöckner.
Klode s. Hlod (einst. K.).
Kloos, Klos-, Kloss- s. Nicolaus.
Klostermann III. mhd. klôsterman „Mönch“.
Klöter s. Hlod (V.).
Kloth, Klöthi s. Hlod (einst. K.).
Klötsch, Klott s. Hlod (einst. K.).
Klotz a) I. s. Hlod b) III. „vierschrötiger, plumper Mensch“. vgl. Marquardus dictus Block (Truncus).
Klubertz s. Glaw.
Klubeschedel III. Satz-N. „ein Schädelspalter“ (S. 52), von „klöben“ ahd. klioban, mhd. klieben und klûben spalten. Auch Kluibenschädel (Tirol).
Klubeschelt III. Satz-N. „der Scheite spaltet“.
Klußmeyer s. Nicolaus.
Klute, Klüt- s. Hlod (einst. K.).
Klüter s. Hlod (V.).
Klutendreter III. (Aachen) der „Erdklöße tritt“, Spottname für einen Landbauer.
Klutt s. Hlod (einst. K.).
Knabe III. ahd. chnabo, mhd. knabe „Knabe, junger Bursche“, bes. ein im Dienste eines Höheren stehender; mit knappe, kneht mehrfach gleichbedeutend. Auch Knape. Gen. Knabben (niederrhein.).
Knappe III. Nebenf. zu Knabe (wie Rappe zu Rabe) ahd. chnappo, mhd. knappe 1) Knabe, Jüngling, bes. „der Ritter werden will“ 2) „Diener, Lehrling, Geselle“.
FN. Knappe; Knapp.
Knaubel, Knaup, Knauth s. Knod.
Knecht III. mhd. kneht sinnverwandt mit knabe und knappe, daher auch in der Bed. „Lehrling, Geselle“, wie in smidekneht.
FN. Knecht. Zss. Ackerknecht. Frommknecht. Futterknecht. Gutknecht; niederdeutsch Godknecht. Haußknecht. Holzknecht. Kammerknecht. Kleinknecht. Mahlknecht (Müllergeselle). Packknecht. Schildknecht. Stallknecht. Schuknecht. Wagenknecht.
Knick III. „niedriger lebendiger Zaun zur Einhegung der Felder“. Auch Knigge.
Knie III. „ein im Waldwinkel liegendes Stück Land“, in FN. wie Kniemeyer, -möller.
Knieriem III. ein „Gurt über dem Knie“, das unentbehrliche Beistück der kurzen Landsknechtshosen, jetzt nur noch ein Geräte der Schuhmacher. Vgl. Cunrad cognom. bintriemo 1239. Knirim — Cnyrim.
Knobbe, Knobel s. Knod.
Knoblauch, Knoblich s. Klobelauch.
Knochenhauer III. „Schlächter, Fleischer“, noch jetzt in Braunschweig die übliche Bezeichnung, wo sich schon 1380 der FN. Knokenhowere findet (in Hannover eine Knochenhauer-Straße).
Knocke s. Knod.
KNOD I. zu got. knôds, ahd. chnuat „Geschlecht, Stamm“. Chnodomar 4.
FN. (Knoderich): Gnörich.
Einstämmige Kürzung Knod-.
Knuto: Knode — Knothe — Knott — Knuth — Knauth. Patr. A. Knudsen.
Vklf. (l, Knodilo): Knolle. (k): Knocke.
Zweistämmige Kürzung Knodb-.
(Knobo): Knobbe — Knop — Knopf — Knaup.
Vklf. (l): Knobel — Knöpfel — Knaubel.
Knolle, Knop-, Knothe, Knott, Knudsen, Knuth s. Knod.
Kob-, Köb- s. a) I. God b) II. Jacobus.
Koch III. ahd. choch, mhd. koch, altsächs. kok aus lat. coquus.
FN. Koch. Gen. Kochs. Äußerlich verlateint Cochius — in anderer Weise Coccejus. Gen. Cocceji (S. 65).
Vklf. (l): Köchle (schwäb.); Köchly (schweiz.). — Köchlin.
Niederd. Kock; auch Koock, Koke (Kok Gött. UB. I. ums J. 1373, Klemp. Coke neben der Bezeichnung Meisterkock = ouerste kokenmeister). Gen. Kox, Cox (niederrhein.).
Der N. Kock findet sich lange vor der französischen Einwanderung und ist jetzt in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands unter der Landbevölkerung verbreitet, so in Westfalen, Mörs, Schleswig; er kann daher nicht franz. Ursprungs (aus coq Hahn) sein.
Köch-, Kock s. Koch.
Kochlöffel III. s. S. 44.
Kodel s. God (V.).
Koen- s. Kun (V., einst. K.).
Koerts s. Kun (V.).
-kofen, -kofer s. Hof.
Köfer s. Küfer.
Kögler III. mittelniederd. Kogeler „Gaukler“.
-kohl in Zss. wie Herrenkohl, Linnenkohl s. Kugel = Kapuze.
Köhler III. „Kohlenbrenner“. Selten Kohler — Kähler — auch Köller (Preuß). Zss. Dammköhler.
Kohn-, Köhn- s. Kun (V., einst. K.).
Kohr-, Köhring s. Kun (V.).
KOL I. wohl zu altnord. kollir „Helm“.
FN. Colobert: Kolbert.
(Colohart): Kohlhardt.
(Coloman): Kollmann — Kohlmann.
Einstämmige Kürzung Kol-.
Colo: Kohl — Kölle — Kuhle. Patr. A. Köhling.
Vklf. (i): Kohli — Kuhley.
Zweistämmige Kürzung Kolb-.
(Kolbo): Kolbe; Kolb — Kulbe — Külb.
Vklf. (l): Kölbl — Külbel.
Kolb s. Kol (V., zweist. K.).
Kommallein III. bemerkenswerter Satz-N. (auf die Einladung zu einem Stelldichein deutend?).
Kompert s. Gund (V.).
Kon- s. Kun (V.).
Kön- s. Kun (V., einst. K.).
König III. häufiger FN., durch verschiedene Ursachen veranlaßt 1) durch persönliches Hervorragen in der Umgebung (Schützenkönig u. a., jetzt Eisenbahnkönig usw.), Friedrich de Kuninc 1314. 2) durch N. von Häusern, bes. wohl von Gasthöfen (König von Spanien u. a.). — Vgl. franz. Leroy.
FN. König; Königk. Gen. Königs. (Doch ist bei diesen N. auch der altd. Stamm Kun zu vergleichen). Zss. Rübenkönig.
Könnicke s. Kun (einst. K.).
Koock s. Koch.
Koops s. Jacobus.
Koordt s. Kun (V., Chunrad).
Köper s. Küfer.
Kopf III. ahd. chuph, copf, mhd. kopf aus mittellat. cuppa Faß 1) Trinkschale, Becher (so Glaßkopf FN. 15. Jh. = Glasbecher, Glasnapf). 2) Hirnschale, Kopf.