Waack s. Wac.
Waalkes s. Wald I.
WAC I. ahd. wak „wach“, mit der Ableitung WACAR wachar, mhd. wacker, wacher „wachsam, munter“.
FN. Wagheri: Wager — Wackermann.
Wacald: Gen. Wachholtz.
Einstämmige Kürzung Wac-, Wacar-.
Vaco, Wecho, Wacar: Wake; Waack — Wage — Wache — Wecke — Wacker. Gen. Weckes; Wex; Wecken. Patr. A. Weckering.
Vklf. (l): Weckerle. (l + n): Wecklein — Weckherlin; Weckherlen; Weckerlein.
Auslautend -acker (23 mal Först.): Gunnacker. Heinacker. Rothacker.
Wach- s. Wac.
Wächter III. ahd. wahtâri, mhd. wahtaere, wehter.
FN. Wächter — Wachter. Zss. Kleinwächter.
Wadmenger III. „Kleiderhändler“ (mhd. wât).
Wadsack III. mhd. wâtsac „Reisesack, Mantelsack“.
Wag- s. Wac.
Wagehals III. Satz-N. „Wage den Hals“, in älterer F. Wagenhals (Wagehals auch als Apellativ noch in der Sprache).
Wagenblast III. „wag’ einen Zank“ (Erbe, FN. — vom ahd. mhd. blâst Blasen; Zorn und Zank).
Wagener III. ahd. waginâri, mhd. wagener „Verfertiger von Wagen“.
FN. Wagener; Wagner — mit Umlaut Wägener; Wegner.
Wagenknecht III. „Fuhrmann“ (s. Klempin Memorab. S. 624: wagenknechte = vorlude „Fuhrleute“). Selbst Wagenschieber findet sich als FN.
Wahl- s. 1) Walah 2) Wald (V.).
Wahn-, Wähnert s. Wahn.
Wahnschaffe III. mhd. wânschaffen „ungestalt“, auch geistig „verrückt“.
FN. Wahnschaffe — Wannschaffe; Wanschaff.
Wähn- s. Wan.
Wahr- s. War (V., einst. K.).
Wahrenholtz s. Warin (V.).
Waibel III. ahd. weibil, mhd. weibel „Gerichtsbote, Amtsdiener“ (vgl. Schillers Tell 2, 2).
Waitzmann s. Wid (einst. K.).
Wake s. Wac.
WAL I. ahd. mhd. wal „Inbegriff der Erschlagenen auf der Walstatt“ (als der von den Walküren, den Dienerinnen Wuotans, für Walhalla Erwählten); „Kampfplatz“.
FN. Walahraban, Walaram (Rabe der Walstatt S. 17): Wallrafen, Wallraven; Walraf, Wallraff; Walram.
Auch in den ff. Namensippen Walah und Wald stecken sicher manche Ableitungen dieses Stammes, die sich aber nicht mit Bestimmtheit aussondern lassen.
Wal- s. 1) Wal 2) Walah 3) Wald (V., einst. K.).
WALAH I. ahd. walah, mhd. walch „Fremder, Ausländer“ (Name, womit die Deutschen ihre keltischen und romanischen Nachbarn bezeichneten, jetzt „Wälscher“).
FN. Walahheri: Walcher — Waller — Wahler.
Einstämmige Kürzung Walaho: Wahle; Wahl. Gen. Wahlen.
Vklf. (k) Walicho: Walich — Wallich — Walch — Walke — Welke. Gen. Wallichs — Walkes — Welches.
Walbert s. Wald (V.).
WALD I. got. valdan, ahd. waltan, waldan, mhd. walten „walten“. In N. einer der ältesten (schon seit dem 1. Jh.) und häufigsten Wortstämme.
FN. Waldobert: Wallbrecht; Walbert; Wallber; Walpert — Wollbrecht; Wolbert; Wolpert; Wolper (entstellt Wolbier; Wohlbier) — Wölbert; Wölpert. Gen. Wolbertz; Wolpers. Patr. A. Wolperding (die mit den Silben Wol-, Wöl- beginnenden FF. auch zu Wulf).
Walbodo: Waldpott — Wallpott.
Waldburga w.: Waldburg — Wallburg.
Walttag: Woldag — Wohltag.
Waldifrid: Waltfried — Wallfried.
Waldegar: Walger.
Waldhart: Waldhard; Waldert — Wöltert — Wohlert; Wöhlert.
Waldhar: Walther (Waltermann); Waldherr; Walthier — Welter — Wolter — Wölter — Woller — Wohler — Wöhler. Gen. Wolters — Wohlers — Wouters (ostfries.). Patr. A. Woltering — Wollring. Patr. Zss. Wollersen.
Waldhelm: Waldhelm.
Walderamnus: Waldraf — Wallraf — Wallramm.
Waldleih: Wolley.
Waldman: Waldmann — Woltmann — Wohlmann.
Waldomar: Waldemar — Wahlmar — Woldemar — Wollmar; Wollmer (s. auch Wulf).
Waldorad: Wallrath; Wallroth.
Waldirih: Walderich — Waltreich — Woldrich — Weltrich. Gen. Walrichs.
Einstämmige Kürzung Wald-.
Waldo: Waldo; Walde; Wald — Walte — Welde — Welte — Wolde — Wolle — Wohl — Wöll — Wöhl. Gen. Walts. Patr. A. Wöhling.
Vklf. (i) Waldi: Welti (schweiz.). (i + n) Waldin: Welden — Welten. (l) Waltila: Wäldele. (k) Waldiko: Waltke — Weldicke; Weldig — Wolke — Wöldicke — Wöltge — Wöhlke. Gen. Waalkes — Waltjen (beide fries.). (z) Walzo: Waltz — Weltze — Woltze. (z + l): Walzel — Welzel.
Auslautend (347 mal Först.):
-wald: Friedewald. Arnwaldt.
-alt: Haynald.
-al: Lothal. Gen. -als: Reinals. -hals: Göthals.
-wold: Friedewold.
-old: Arnold. Eckolt. Gen. -olz: Macholz.
-hold: Reinhold. Arnholdt. Gen. -holz (S. 35): Arnholz. Reinholtz.
-gold: Eckgold.
-ott: Dagott.
-ol: Sandol.
-lot: Macklot.
-let: Berlet. Heinleth neben Heinelt.
-elt: Rudelt.
-et: Arnet. Sibeth.
-el: Gerel (= Gerelt s. Stark 167).
Wald- s. Wald I. (V., einst. K.).
-wald s. a) Wald I. b) Wald III.
Wald III. Kaum ist in den deutschen ON. irgend ein Begriff durch eine solche Mannigfaltigkeit von Ausdrücken vertreten, als der von Wald und Busch. „Wald“, schon seit dem 7. Jh. nachweisbar, hat sich unter allen diesen Ausdrücken am längsten u. allgemeinsten erhalten. 1) Wald, -wald 2) Walde, -walde (elliptischer Dat. Sg., urspr. walda) 3) niederd. -wold, -wohld, -wolde.
| FN. | 1) | von Auerswald (O. Auerswalde). Eichwald. Grunwald. Maiwald. Osterwald. Schwarzwald. Steigerwald. |
| 2) | Bärwalde. Fürstenwalde. Recklenwalde. Schwachenwalde (-walde in FN. selten, da diese F. dann meist in -wald gekürzt ist: Arnswald, Luckenwaldt aus Arnswalde, Luckenwalde). | |
| 3) | Gronewold. Grotewohlt (Itzehoe). |
Ableitung auf -er (oberdeutsch):
| 1) | -walder: Finsterwalder. Hinterwalder. Taugwalder. Unterwalder. | |
| 2) | -wälder: Grünewälder. Schwarzwälder. |
Wäld- s. Wald I.
-wälder s. Wald III.
Waldmann a) I. s. Wald I. b) III. mhd. waltmann „Einwohner eines Waldes“, auch „Förster“.
Waldstein III. noch blühendes Grafengeschlecht, zu welchem auch Albrecht v. Wallenstein gehört.
Walger s. Wald (V.).
Walker III. ahd. walkâri, mhd. walker der „Walker“, im 16. Jh. noch „Welker“.
FN. Walker — Welcker. Zss. Hudtwalcker.
Wallb- s. Wald (V.).
Wallentin s. Valentinus.
Wallfisch III. wohl urspr. Hauszeichen und daher übertragen.
Wallner III. „einer aus Wallen“.
Walpert s. Wald (V.).
Wallpott, -raf, -ram, -rath s. Wald (V.).
Walser III. „Walliser“ (aus dem K. Wallis Steub).
Walt-, Walz- s. Wald (V., einst. K.).
Waltsgott III. „walte des Gott“ (s. Simmergott). Auch Waltigott.
Wambold, Wamperlings s. Wan.
Wams III. eines der gewöhnlichsten Kleidungsstücke alter Zeit, daher selten als FN.
WAN I. ahd. altsächs. wân, altfries. wên „Glanz, Schönheit“ — dah. die Götterfamilie der Vanir, Wanen.
FN. Wanbold: Wambold.
Wanibert: Wemper. Gen. Wemmers.
(Vklf.) Wamperlings.
Wanfrit: Wanfried — Wahnfried.
Wanegar: Wanger; Wanker — Weniger — Wenger; Wenker.
Wanhard: Wannert — Wähnert.
(Wanheri): Wanner — Wehner.
(Wanold): Wähnelt.
Wanulf: Wannloff.
Einstämmige Kürzung Wan-.
Wano: Wahn. Patr. A. Wanning — Wening.
Vklf. (k) Wanicho: Wannicke — Wanke — Wenige; Wenig — Wenke. (k + l): Wengel.
WAND I. zu der weitverzweigten Wurzel „winden“, „wenden“, „wandern“ gehörig; doch ist die genauere Beziehung in EN. noch nicht genügend erforscht.
FN. (Wandhart): Wendert.
Wanther: Wander — Quander.
Wandemar: Wendemer.
Wandarich: Wandrey — Wendrich.
(Wandolt): Wandelt — Wendelt.
Einstämmige Kürzung Wand-.
Wando: Wande; Wand — Wende; Wendt — Quante; Quandt.
Vklf. (i) Wandi: Wanney. (k): Wandtke — Wendecke — Wäntig. Gen. Wentges (niederrhein.). (z) Wanzo, Quanzo: Wenz — Quantz. (z + l): Wenzel — Quentzel — Quensell. (z + k): Wenzge; Wenzig.
Wand III. im Sinne von „Steinwand, Felswand“.
FN. auf -er (oberd.): Haßlwander (Niederösterr.). Steinwenter; Steinwender (O. -wand).
WANDAL I. zum Volksstamme der „Vandalen“ — doch ist es vielleicht nur einfache Erweiterung des Stammes Wand.
FN. Wandalarius: Wendeler.
Einstämmige Kürzung Wandal-.
Wandalus 5.: Wandel — Wendell — Wentel — Quentell. Gen. Wendels. Patr. A. Wellner (= Wendeling Preuß 17).
Wanderbank, Wandersee s. von.
Wandschneider III. „Gewandschneider“.
Wanfried s. Wan.
Wang III. got. vaggs, altd. „Feld, Aue“ („gesenkte Fläche“ Gatschet, ortsetym. Forschungen), vgl. engl. wang. In ON. fast ausschließlich süddeutsch: Wang, -wang, -wangen (ahd. wangum Dat. Plur.).
FN. Haldenwang (württemb.).
Ableitung auf -er (oberd.):
| 1) | Wanger. Azwanger (O. -wang Tirol). Berwanger. Dürrwanger. Ellwanger (O. -en). Feuchtwanger. | |
| 2) | Beißwenger (O. Beiswang Württ.). Gutwenger. Unterwenger (O. -wangen). |
-wang, -wanger s. Wang.
Wanger, Wank- s. Wan.
Wann- s. Wan.
Wannschaffe s. Wahnschaffe.
WAR I. 1) zu ahd. waren, mhd. warn „wahren“ 2) zu got. varjan, ahd. warjan, mhd. wern „wehren“ 3) ahd. mhd. wâr „wahr“.
FN. Warfrid: Gen. Wehrfritz.
Warger: Werger; Werker.
Werigoȥ: Warkos.
Warlaicus: Warlich — Wahrlich — Werlich.
Waraman: Wehrmann — Wörmann.
Warimund: Wahrmund.
Warmut: Warmuth — Wermuth — zsgz. Warmt — Wärmpt.
(Warwig): Warwig; Warwei.
(Werwin): Werwein.
Waraulf: Werlauff.
Einstämmige Kürzung War-.
Waro, Wero: Ware — Werr — Wehre. Gen. Werres — Wehrs; Weeren.
Vklf. (i): Werry — Wehri; Werey. (l): Werle — Wehrle — Wörle — Guerle. Patr. A. Warling — Werling. (l + n) Waralenus: Wehrlein. (k): Wahrig — Wehrig — Quercke (Guericke). Gen. Werries (Osnabr.).
WARD I. got. vards, ahd. warto, mhd. warte „Hüter, Wart“.
FN. Wartman: Wartmann — Wortmann. (Wartold): Warthold; Warthol.
Einstämmige Kürzung Ward-.
Warto: Warth. Patr. A. Warting.
Vklf. (l): Wardel. (k): Wartig.
Auslautend (137 mal Först.):
-wart: Berwart. Ahlwardt.
-wort: Markwort. Dankworth.
-werth: Dankwerth.
WARIN I. 1) Erweiterung von War 2) zum Volksnamen der Wariner.
FN. Warinbold: Warnebold — Warmbold — zsgz. Warmbt. — Wärmpt. — Wehrenbold.
Werinperaht: Wehrenbrecht.
Warinfrid: Warnefried.
Warengar: Warneger — Werniger — Wehringer.
Werinhard: Wernhart; Wernert; Werneth (Baden) — zsgz. Werndt. Gen. Warnders (ostfries.).
Warinheri: Warnherr; Warner — Wernher; Wernherr; Werner (Wernermann) — Wörnhör; Wörner. Gen. Warners.
Werinolt: Gen. Wahrenholtz — Warnholtz.
Einstämmige Kürzung Warin-.
Warin: Wern — Wörn. Gen. Warns. Patr. A. Warning — Werning.
Vklf. (i): Werny. (l): Werndl; Werndla (München) — Wörnle. Wröndel (l + n): Wernlein. (k): Warnicke — Wernicke; Wernigk. Gen. Warnekes; Warnken — Warrentjes; Warntjen (beide ostfr.). Patr. A. Werneking (entstellt Warnkönig). (z): Wernz — Wörnz. (z + l) Wezil (Stark 93 = Werinhard, aber auch Werinhari 94): Wetzel; Wessel.
Warkos, Warl- s. War.
Warm- s. 1) War (V.) 2) Warin (V.).
Wärmpt s. 1) War 2) Warin (V.).
Warn- s. Warin (V., einst. K.).
Warnevogt aus Werneke Vogt (Preuß S. 30).
Warrentjes s. Warin (einst. K.).
Wart- s. Ward.
v. Wartensleben III. Stammort Warsleben, früher Wardensleben, in Sachsen. (Adelslex.)
Wasgehtsdichan III. (Mähren 1703) Satz-N.
Wasser III. ahd. waȥar, altsächs. watar. In ON. -wasser, -water.
FN. Altwasser. Bornwasser. Kaltwasser. (Auch FN. Waterfall.)
Wast- s. Sebastianus.
Waterbecker III. nied. „der mit Wasser backt“.
Wayant s. Wig (Part.).
Waydelin s. Wid (einst. K.).
Waypold s. Wig (V.).
Weber III. mhd. webaere.
FN. Weber (häufig). — Zss. Dünnweber. Leinweber; Linneweber. Rosenweber. Scharnweber. Vestweber. Wollenweber; Wollweber; Wullenweber; Wüllenweber. Niederd. Wever. Gen. Wewers (Meppen).
Webert, Wechmar s. Wig (V.).
Weck- s. Wac.
Weckesser III. Spottname — ob, wie Vilmar will, für Reformierte, die sich beim h. Abendmahle nicht der Oblaten, sondern der Wecken bedienen, bleibe dahingestellt.
Wed- s. Wid (V., einst. K.).
Wedd- s. Wid (einst. K.).
-wedde s. Wede.
Wede III. ziemlich sicher zu ahd. witu, mhd. wite Holz d. i. „Wald“. In ON. -wede. auch wohl -wied, wieden.
FN. Eichwede. von Holwede. Marwede. Schmalwede. Schwanewede — Brickwedde.
Wedel III. ungewisser Bed. (ahd. widil Sumpf?) — heutzutage in etwa 30 bewohnten Örtern.
FN. Wedel. von Wedell. Burgwedel. Hollwedel. Krautwedel. Marwedel. Saltzwedel; auch noch in der ursprünglichen niederd. F. Soltwedel (Hamb.). Steinwedel.
Weege s. Wid (einst. K.).
Weer- s. 1) War (einst. K.) 2) Wig (V.).
Weg III. got. vigs, ahd. weg, mhd. wec, in ON. seit dem 8. Jh. — nicht bloß für Wege, sondern auch für bewohnte Örter.
FN. Breitweg. Feldweg. Hohlweg; Hollweg (O. Hollwege) — niederd. Hahlweg. Nieweg. Steinweg (amerikanisiert Steinway in Neu-York). Vieweg. Zollweg.
Ableitung auf -er (oberd.):
Hollenweger. Kirchweger („der am Kirchwege wohnt“ Pott). Rittweger. Sachsenweger. Viehweger. Zollweger.
Weg- s. Wig (V., einst. K.).
Wegner s. Wagner.
Weh- s. 1) Wid (V.) 2) Wig (einst. K.).
Wehl s. Wil.
Wehner s. Wan.
Wehr- s. War (V., einst. K.).
Wehrenbold, -brecht s. Warin (V.).
Wehrenpfennig III. Satz-N. „wahre den Pfennig“, ein Pfennigfuchser; vgl. Hüdepennig (Bremer WB.).
Wehringer s. Warin (V.).
Wehrmann a) I. s. War b) III. mhd. wermann „Gewährsmann“.
Wehrmeister III. „Aufseher eines Wehres“.
Weib- s. Wig (V., zweist. K.).
Weibezahl III. „Wedelschwanz“, ahd. weibôn, mhd. weiben „schwanken“, mhd. weibezegelen „mit dem Schweife wedeln“.
Weibezahn III. „Wackelzahn“.
Weich-, Weick- s. Wig (V., einst. K.).
Weid- s. Wid (V., einst. K.).
Weidemann, Weidmann a) I. Wid b) III. mhd. weideman (S. 41).
Weig- s. Wig (V., einst. K., Particip) — doch
Weigang s. Wid.
Weihbrecht s. Wig (V.).
Weihnacht III. einer der „zu Weihnacht geboren“.
Weik- s. Wig (V., einst. K.).
Weiland s. Wig (V., eins. K.).
Weiler III. ahd. wîlâri, mhd. wîler „einzelnes Gehöft; kleines, aus wenigen Gehöften bestehendes Dorf“. In ON. außerordentlich häufig im Südwesten Deutschlands von der Schweiz bis nordwärts nach Köln und Aachen.
FN. Weiler. Ahrweiler. Derichsweiler. Dettweiler. Eschweiler. Kunzweiler. Lindweiler. Mönchweiler. Scheidweiler. Trierweiler.
(In manchen Fällen ist -weiler auch oberd. Ableitung von ON. auf weil: Freudweiler (O. -weil). Rothweiler vom O. Rothweil in Baden.)
Schweiz. Nebenf. -wyl: von Wattenwyl. Bériswyl (romanis., Freiburg). Göschwiel (Baden, neben O. Göschweiler).
Weiling s. Wig (einst. K.).
Weimann s. Wig (V.).
Wein- s. Win (V., einst. K.) — doch Weinand s. Wig.
-wein s. a) I. Win (Trautwein) b) III. Wein in ON. (Reitwein) c) III. Wein als Getränk (Sauerwein, Mengewein).
Wein III. in ON. wohl zu got. vinja, ahd. winne „Weide“.
FN. Reitwein. Schlettwein.
Wein III. als Getränk in einigen Zss., die jedoch meist zweifelhaft sind, da hier bes. das altd. Win stark hereingreift (S. 47).
FN. Altwein. Gutwein. Kühlwein. Lauterwein. Mengewein. Sauerwein.
Weinbrenner III. Branntweinbrenner (Marb. Gewerbe-Verz. „Weinprenner“).
Weinmann a) I. s. Win b) III. mhd. wînman „Weinbauer; Weinschenk“ („Weinhändler“, im ältesten Berliner Stadtbuche von 1397).
Weinstock III. z. T. wohl durch Häuser-N. vermittelt, wie auch Weintraub, vgl. Gasthof „zur Traube“. Wienstruck niederd. (Weinstrauch).
Weinzierl III. (bayr.) ahd. wînzuril (aus lat. vinitor) „Winzer“ (Fröhner Karlsruher Namenb. S. 21).
Weippert, Weirich s. Wig (V.).
Weis- s. Wis.
Weiß a) s. Wid und Wig (einst. K.) b) III. der „Weiße“ d. i. Weißhaarige (Hellblonde). Vgl. Weißhaar.
FN. Weiße; Weiß. Niederd. de Witt (Kleve); Witte.
Weißermel III. s. Ermel (= „Müller“?).
Weißgerber III. mhd. wiȥgerber der „das Leder weißgar bereitet“.
Weißpfennig III. „weißer Pfennig“, eine Silber-Scheidemünze (seit 1360, lat. albus). Niederd. Wittpenning.
Weit- s. Wid (V., einst. K.).
Weitz- s. 1) Wid (einst. K.) 2) Wig (einst. K.).
Welches s. Walah.
Welcker s. Walker.
Weld- s. Wald (V., einst. K.).
Well- s. Wil (V., einst. K.),
Welser III. „einer aus Wels“ (Berühmtes Patrizier-Geschlecht in Augsburg im 16. Jh.).
Wels-, Welz- s. Wald (V., einst. K.).
Wemmer, Wemper s. Wan.
Wendel- s. Wandal.
Wendemuth III. Satz-N. „der seinen Sinn leicht ändert“.
-wender s. Wand III.
Wendland III. „einer aus dem Wendlande“ (Wendenlande).
Wenger s. Wan.
-wenger s. Wang.
Wenig s. Wan.
Wenk- s. Wan.
Wenndrich s. Wand I.
Wentel- s. Wandal.
-wenter s. Wand III.
Wentjes s. Wand I.
Wenz- s. Wand.
Wepold s. Wig (V.).
Weppner III. mhd. waepenaere, weppener „Gewaffneter, Schildknappe“.
Wer- s. War (V., einst. K.).
Werd- s. Wird.
Werder s. a) I. Wird b) III. Werth.
Wern- s. Warin (V., einst. K.).
Werr- s. War (einst. K.).
Werth- s. Wird.
Werth III. ahd. warid, mhd. wert (von warjan, schützen, wehren), erhöhtes, gegen Überschwemmung gesichertes Land in Flüssen oder zwischen Sümpfen, auch im oder am Meere: „Wert, Insel“. Schon seit dem 8. Jh. in einer nicht geringen Zahl ON. — jetzt besonders in den FF. -werth, -wörth, -worth; -werden, wörden. Neuere F. -werder.
FN. (bes. in Nordw.-D.) 1) aus’m Werth. Mühlwerth. Neuwerth; niederd. Niewerth. Peterwerth. Rottewerth. Schönwerth. — Berenschwerdt (neben Behrenswerth — Münster). Hesselschwerth (st. Hesselswerth „Eiland des Hezilo“ Steub S. 152 — wie Ermschwerd a. d. Werra aus Ermeswert „Insel des Ermo“ s. Andresen Volksetym. S. 52). So auch wohl Kockschwerdt aus Kockswerth.
| 2) | Eggenwörth. Kleinedingwörth. | |
| 3) | v. Allwörden. | |
| 4) | Werder (Fridericus de insula 1172. Drübecker Urk.). Von Bischofswerder. |
Wessel s. Warin (einst. K.).
Wesseler III. niederd. = Wechsler.
WEST I. ahd. westan, mhd. westen.
FN. (einstämmig): West.
WESTAR I. Erweiterung des Stammes West (Wistremar. Westargos).
FN. (Westerman): Westermann.
(Westerih): Westerich.
Einstämmige Kürzung Westar-: Patr. A. Westerling.
Wester III. althd. westar, mhd. wester „westwärts, im Westen“, in mehreren Zss. wie: Westermeyer, -millies.
Westermillies s. Aemilius.
Westphal III. ein „Westfale“. Auch Westfehling.
Wett- s. Wid (einst. K.).
Wetter III. in mehreren Zss.: Bösewetter. Brausewetter. Faulwetter. Kühlwetter. Schönwetter — wohl mit Bezug auf Charakter und vorherrschende Stimmung, wie man von jemand sagt, es sei „bei ihm Gutwetter, Schlechtwetter“, er sehe aus „wie acht Tage Regenwetter“ u. ähnl.
Dagegen Kiesewetter imperat.
Wetzel s. Warin (einst. K.).
Wever, Wewer s. Weber.
Wex s. Wac.
Wey- andere Schreibung st. Wei- s. Wig (V., einst. K.).
Wiard- s. Wig (V.).
Wib- s. Wig (V., zweist. K.).
Wich-, Wick- s. Wig (V., einst. K.).
WID I. 1) got. vidus, ahd. widu, witu, mhd. wite „Wald“ (noch im engl. wood vom angels. vudu).
2) wît „weit“.