Abb. 42.
Äußere Ansicht des Zwingers.
Älteste Darstellung nach dem Stich von Veith. (Zu Seite 42.)
Endlich gehörte zu der Vollendung des Stadtbildes noch die neu erstandene Kreuzkirche, deren Neubau 1764 begonnen und 1792 vollendet wurde. Immer aber handelte es sich bei dem historischen Stadtbilde nur um die Altstadt Dresden am linken Elbufer. Nur dieser Ansicht gelten auch H. Hettners Worte: „Es ist eines der anmutigsten und zugleich stolzesten deutschen Städtebilder, wenn wir auf der schönen Dresdener Elbbrücke (Augustusbrücke) stehen und die hochragende kühngeschwungene Kuppel der Frauenkirche und die keck anmutigen, leicht- und feingegliederten Massen der katholischen Hofkirche vor uns schauen. Beide Bauten stammen aus jener merkwürdigen Zeit, in welcher Dresden nach dem Ruhme strebte, das deutsche Versailles und zugleich das deutsche Florenz zu sein.“ Dresden behauptete damals in Kunst- und Prachtliebe den unbestrittensten Vorrang. Denn die Fürsten des Landes errichteten nicht bloß die bedeutendsten Bauwerke, sondern sie betätigten ihre Liebe zur Kunst und ihr Verständnis dafür auch durch die Erwerbung von Kunstschätzen allerersten Ranges. August der Starke legte 1728 den Grund zu der Antikensammlung durch die Erwerbung der Chigischen und Albanischen Sammlungen in Rom (vom Fürsten Agostino Chigi und vom Kardinal Albani), zu denen dann unter Friedrich August II. 1736 auch die herrlichen aus Herculaneum stammenden Frauengestalten kamen, die man aus dem Nachlasse des Prinzen Eugen erwarb. Mit gleichem Eifer wurde von August dem Starken auch die Bildergalerie eigentlich begründet, indem zunächst seit 1722 aus den verschiedenen Schlössern die Gemälde zu einer Sammlung vereinigt wurden. Dies geschah infolge eines kurfürstlichen Befehls vom Juli 1722, wonach alle in den kurfürstlichen Schlössern des Landes, sowie teilweise in den dazu gehörigen Kirchen und Kapellen vorhandenen Gemälde verzeichnet und nach geschehener Inventur auf ihren Wert geprüft werden sollten. So wurden über 4700 Gemälde inventarisiert, darunter 3110 wertvollere, und über 1590 minder wertvollere, aus denen dann in der Zeit von 1723 bis 1747 eine Auswahl für die Gemäldegalerie getroffen wurde, die ihre Aufstellung in dem von Kurfürst Christian I. 1586 und 1587 erbauten Reisigen-Stalle am Judenhofe erhielt. Die ganze Galerie umfaßte anfangs schon 1938 Gemälde.
Zur Vermehrung und Bereicherung dieser Sammlung wurden dann mit hochgestellten Männern, mit Malern und namentlich mit niederländischen Kunsthändlern in Brüssel, Antwerpen und Amsterdam Verbindungen angeknüpft. Von allen Seiten beeilte man sich, den Wünschen des Königs entgegen zu kommen. Selbst ausländische Fürsten wie der Papst Innocenz XIII., der König Viktor Amadeus von Sizilien (Sardinien), der Statthalter der Niederlande u. a. bestrebten sich, das löbliche Unternehmen nach Kräften zu fördern.
Abb. 43.
Der Zwingerteich in Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu Seite 42.)
Noch mehr begeistert für die Kunst zeigte sich der Nachfolger Augusts des Starken, sein Sohn Friedrich August II., der schon als Kronprinz bei seinem wiederholten Aufenthalte in Italien in den Jahren 1712, 1713, 1716 und 1717 unablässig für die Erwerbung hervorragender Gemälde eifrig Sorge getragen hatte. Nach seinem Regierungsantritte, am 1. Februar 1733, steigerte sich das Interesse für Bereicherung der Kunstsammlungen noch erheblich und dabei war sein Augenmerk namentlich auf Italien gerichtet. Und hier waren besonders der Graf Algarotti Ventura Rossi, der Gesandte Villio, der alte Kunstkenner Zanetti in Venedig und der Maler C. C. Giovannini in Bologna tätig. Daneben fanden sich auch hilfreiche Geister in Frankreich (Legationssekretär de Brais und der Maler Rigaud), in den Niederlanden und hie und da in Deutschland. Auch in Dresden selbst fehlte es nicht an einflußreichen Ratgebern, wie der Graf Brühl, der Hofmaler Dietrich, der Generaldirektor der Kunstakademie Christian Ludwig von Hagedorn, der Hofmaler Raphael Mengs, der Oberlandbaumeister Pöppelmann. Die bisherigen Räume der Galerie reichten bald nicht mehr aus, so daß 1744 ein Umbau vorgenommen werden mußte. Einstweilen wurden die Gemälde mittels Militär nach der Neustadt in das Japanische Palais geschafft, wo sie bis 1746 blieben. Bei der Neuaufstellung im Stallgebäude (jetzt Johanneum) war man bestrebt, wenigstens bei den vorzüglichen Originalbildern die Gemälde nach Schulen und Landschaften zu ordnen, „während sonst öfter Florentiner und Römer unter den Niederländern und Holländern, man weiß nicht aus welchen Gründen, ihren Platz gefunden hatten.“ (W. Schäfer, Die k. Gemälde-Galerie I. 47.)
Abb. 44.
Die Frauenkirche in Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu Seite 42.)
Unter den wichtigsten Erwerbungen in diesem Zeitraum sind für 1741 zu nennen 268 Gemälde aus der Sammlung des Grafen Waldstein im Schlosse Dux in Böhmen, für 1743 der Ankauf mehrerer Gemälde von Paul Veronese für nur 4000 Taler, sodann die Kopie der Holbeinschen Madonna für 22000 Lire und dann 1745/46 die Gewinnung von 100 wahrhaft klassischen Gemälden aus der Sammlung des Herzogs Franz von Este-Modena für 100000 Zecchinen (etwa 1 Million Mark).
Unter diesen Meisterwerken italienischer Kunst, die auf fünf Wagen verpackt im August 1746 glücklich nach Dresden gelangten, nachdem während des Handels zahllose Schwierigkeiten hatten überwunden werden müssen, befanden sich sechs Gemälde von Correggio, darunter die weltberühmte „Heilige Nacht“ (Abb. 49), die Madonna mit dem heiligen Georg (Abb. 50) und die büßende Magdalena, der Zinsgroschen von Tizian (Abb. 51), ferner Bilder von Andrea del Sarto, Dosso Dossi, Carlo Dolce, Guido Reni, Giulio Romano, Caravaggio, Paul Veronese, Pordenone, den drei Carracci und Guercino; sodann aber waren auch Spanier, wie Ribera und Velasquez, Niederländer wie Rubens und van Dyck vertreten. Dazu kam 1748 noch eine Anzahl von 69 Gemälden aus der kaiserlichen Galerie zu Prag für 50000 Taler, darunter befanden sich u. a. van Dycks Karl I. von England und seine Gemahlin, L. da Vincis Tochter der Herodias, Caravaggios Spieler, Guido Renis Christus mit der Dornenkrone, außerdem Gemälde von Bassano, Tintoretto, Schiavone und mehrere Niederländer, unter ihnen Rubens und Honthorst. Die berühmteste Erwerbung jener Zeit geschah 1753, als es gelang, das beste Werk Raffaels, die Madonna di San Sisto (Abb. 52), aus der Benediktinerklosterkirche zu Piacenza für 20000 Dukaten und eine gleichgroße Kopie von dem venetianischen Maler Giuseppe Nogari zu gewinnen. Man erzählt, daß man, um den kostbaren Schatz sicher und unerkannt über die Grenze und über die Alpen zu bringen, zu einer List seine Zuflucht genommen und das ganze Bild mit einer in Leimfarbe ausgeführten Landschaft — überstrichen habe. Auch an die Ankunft des Meisterwerkes in Dresden, die im November 1753 erfolgte, knüpft sich noch eine anmutige Sage, die sogar im neunzehnten Jahrhundert durch den Maler Theobald von Oër in einem großen Ölbilde verherrlicht worden ist. Der König, erzählt man, war außerordentlich auf die Auspackung und Aufstellung der Madonna gespannt, denn er hatte das Bild schon früher als Kronprinz gesehen und bewundert. Er ließ also das Gemälde zunächst nach dem Thronsaale im Schlosse bringen und fand, als man sich hier nach einem geeigneten Platze für eine vorläufige Aufstellung umsah, daß das Bild das beste Licht empfange, wenn es an die Stelle des Thronsessels gerückt werde. „Allerhöchsteigenhändig“ erfaßte der König den Sessel und schob ihn mit den Worten beiseite: „Platz für den großen Raffael“. Murillos Madonna mit dem Kinde (Abb. 53) wurde 1755 in Paris erworben; aber mit dem bald darauf ausbrechenden Siebenjährigen Kriege hörten die großartigen Erwerbungen auf; es waren indes bereits alle die kostbaren Schätze zusammengebracht, die in Bezug auf die Meisterwerke des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts die Dresdener Galerie zu einer der ersten der Welt machen. „Noch niemals waren (nach H. Hettner) diesseits der Alpen solche Schätze gesehen. Es war eine völlig neue Welt, welche sich der deutschen Bildung durch diese gewaltigen Anschauungen und Anregungen auftat.“ Schon 1756 schrieb Winckelmann darüber in seinem ersten Werke: „Es ist ein ewiges Denkmal der Größe dieses Monarchen (Friedrich August II.), daß zur Bildung des guten Geschmacks die größten Schätze aus Italien, und was sonst Vollkommenes in der Malerei in anderen Ländern hervorgebracht worden war, den Augen aller Welt ausgestellet sind... die reinsten Quellen der Kunst sind geöffnet; glücklich ist, wer sie findet und schmecket. Diese Quellen suchen, heißt nach Athen reisen; und Dresden wird nunmehro Athen für Künstler.“
Aber nicht diese Vergleichung Athens mit Dresden hat sich erhalten und ist volkstümlich geworden, sondern der von Herder erwählte Vergleich mit Florenz, daher Dresden auch als Elbflorenz bezeichnet wird. In einem besonderen Kapitel über die „Kunstsammlungen in Dresden“ schreibt Herder in der Adrastea: „Für Deutschland und das Kurfürstentum Sachsen war es ein Verlust, daß ein Fürst von so seltenen Vorzügen, wie Friedrich August körperlich und geistig besaß, durch die polnischen Verwirrungen und Kriege gehindert ward, für Deutschland allein zu leben... Dresden indes zierte sein prachtliebender Geist mit Gebäuden; unter ihm war es eine Schule der Artigkeit und ist es geblieben. Vor allem aber sind die Kunst- und Altertumssammlungen, die er mit ansehnlichen Kosten stiftete, Trophäen seiner Regierung. Was ein Friedrich August am Anfange des Jahrhunderts anfing, hat ein anderer Friedrich August am Ende desselben vollendet. Durch sie ist Dresden in Ansehung der Kunstschätze ein deutsches Florenz geworden... Von Dresdens Kunstsammlungen geweckt, wurde Winckelmann Lehrer der Kunst für alle Nationen.
Abb. 45.
Ansicht von Dresden mit der Alten Brücke.
Gemälde von Bernardo Bellotto, genannt Canaletto. (Zu Seite 44.)
Abb. 46.
Belvedere und Landeplatz der Dampfschiffe in
Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu Seite 45.)
Aber dieser kostbare Schatz ist im Laufe der Jahre mancherlei Gefahren, sei es durch Kriegsunruhen oder durch Diebstahl, ausgesetzt gewesen, selbst fanatische Hände haben einzelne Bilder frevelhaft zu schädigen gesucht. Der erste Diebstahl, glücklicherweise an nicht gerade hervorragenden Bildern, geschah schon 1723, — kaum ein Jahr, nachdem ein Inventar der Sammlung aufgenommen war — hierbei war sogar die Schildwache beteiligt. Vierundzwanzig Jahre später, 1747, entwendeten die Feuerwächter, die die Schlüssel zu den Vorratsräumen hatten, ein Bild von Franz van Mieris.
Dann folgten die gefahrdrohenden Zeiten des Siebenjährigen Krieges, die die Stadt Dresden mehrmals in empfindlichster Weise berührten. Friedrich der Große zog am 10. September 1756 in Dresden ein. Der König Friedrich August II. hatte sich auf den Königstein geflüchtet, nur die mutige Königin Maria Josepha war in der Stadt zurückgeblieben. Die Staatskassen und die Kriegsvorräte im Zeughause fielen den Feinden als Beute anheim, die Kunstsammlungen blieben dagegen unberührt. Der preußische König besuchte sogar mehrfach die Gemäldegalerie und bestellte sich beim Hofmaler Dietrich eine Kopie der Magdalena von Battoni, verlangte aber, der Totenkopf solle weggelassen werden. So ist ihm dann am 17. März 1757 die Nachbildung übergeben. — Ängstlicher wurde die Sachlage, als der preußische Kommandant von Schmettau in den Jahren 1758 und 1759 die Stadt gegen den österreichischen Feldmarschall Daun verteidigen mußte. Nachdem die Vorstädte in Flammen aufgegangen waren, erfolgte am 4. September 1759 die Kapitulation der Preußen, und nun beeilte man sich, die kostbarsten Bilder nach dem Königstein zu retten. Allein auch dabei litten manche Gemälde infolge ungenügender Verpackung und Aufbewahrung in nicht ganz trockenen Räumen. Der größte Teil der Gemäldesammlung mußte natürlich in den Galerieräumen (Abb. 54) im Stallgebäude am Neumarkt verbleiben und hatte hier die sehr gefährliche Beschießung der Stadt 1760 zu überstehen. Da viele Geschosse der Preußen gegen die feste Kuppel der benachbarten Frauenkirche gerichtet waren, so wurden manche Gemälde durch Bombensplitter beschädigt, wie z. B. die Taufe Christi von Francia, ein Blumenstück von Mignon, von Sylvester das große Bild, auf dem die Zusammenkunft der königlichen Familie mit der Schwiegermutter, der Kaiserin-Witwe Amalia, zu Neuhaus dargestellt ist, sodann ein Altarbild von Torelli und der Hase von Weenix.
Dann geschah auch noch im achtzehnten Jahrhundert, kurz vor dem Ausbruch der französischen Revolution, in der Nacht vom 21. zum 22. Oktober 1788 ein überaus frecher Diebstahl, während des Jahrmarktes, wo die Wachen wegen des Straßenlärmes nichts davon vernommen hatten, daß der Dieb das Drahtgitter vor dem Fenster durchbrochen und eine Fensterscheibe eingedrückt hatte, um von der Freitreppe am Jüdenhofe einzusteigen. Geraubt wurden drei kleinere, aber wertvolle Gemälde: Die berühmte Magdalena von Correggio, Das Urteil des Paris von Adrian van der Werff und ein jugendlicher Kopf mit Hut und Straußfeder von Seibold.
Abb. 47.
Treppe zur Brühlschen Terrasse in
Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu Seite 45.)
Bei dem Bilde Correggios mochte der Dieb wohl ganz besonders sein Augenmerk auf den mit Edelsteinen (?) besetzten silbernen Rahmen gerichtet haben. Der Diebstahl wurde natürlich am nächsten Morgen sofort entdeckt und von seiten der Galeriedirektion dem Entdecker oder Wiederbringer der gestohlenen Bilder eine Belohnung von 1000 Dukaten zugesagt. Wenige Tage darauf fand ein Laternenwärter, als er frühmorgens die Laternen auslöschte, in der Nähe des jetzigen Hôtel Bellevue an einem Laternenpfahl eine Kiste angelegt mit einem Briefe, der unmittelbar an „Se. Durchlaucht den Kurfürsten zu Sachsen“ gerichtet war. Bei der Öffnung der Kiste fanden sich die Bilder van der Werffs und Seibolds und der Brief enthielt das Verlangen, dem unbekannten Übersender der Bilder 1000 Dukaten an einen Halbstundenstein in der Nähe des Wilden Mannes bei Dresden-Neustadt niederzulegen, worauf auch das Bild Correggios wieder ausgeliefert werden würde. Durch diese seine Handschrift und einige unvorsichtige Äußerungen hatte sich der Dieb bald selbst verraten, es war ein übelberufener Feldbesitzer in der Neustadt, Johann Georg Wochaz, der am 8. November bereits eingezogen werden konnte, nachdem man sich durch List noch eine zweite Probe seiner Handschrift verschafft hatte. Der Übeltäter leugnete zwar, wurde aber bald überführt, da man unter den aufgehobenen Dielen des obersten Bodens bei der mitten im Dache aufsteigenden Esse, nächst anderem gestohlenen Gute, auch das noch fehlende Bild von Correggio fand nebst dem größeren Goldrahmen und dem kleineren silbernen Rahmen, aus dem die Steine zwar ausgebrochen, aber noch daneben verwahrt waren. Der Verbrecher, der auch überführt wurde, die katholische Hofkirche beraubt zu haben, büßte seine Taten mit lebenslänglichem Zuchthause. Übrigens erhielt die Magdalena von Correggio den gefährlichen Silberrahmen nicht wieder. Auch in späteren Zeiten bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts kamen Diebstähle vor, denen u. a. ein kleines Bild Holbeinscher Schule und eine Skizze von Adrian Brouwer zum Opfer fielen; doch wurde ein berühmtes kleines Bild von Gabriel Metsu „Die junge Briefleserin“, das 1849 von einer Frau aus Langensalza entwendet wurde, in Leipzig wiedererlangt, wo es unvorsichtigerweise zum Kaufe angeboten war.
In demselben Jahre kam die Galerie zum letzten Male in große Gefahr, als während des Maiaufstandes in Dresden der Kampf zwischen dem von Militär besetzten Stallgebäude und den Aufständischen, die die Häuser auf der anderen Seite des Neumarktes besetzt hielten, wütete. Zwar waren die besten Bilder noch zeitig von den Wänden, die den Geschossen ausgesetzt waren, abgenommen; trotzdem wurden mehr als 70 Gemälde von Kugeln durchbohrt, darunter leider auch die Madonna von Murillo, ferner Bilder von Rubens, Celesti, Le Brun, Sylvestre und ein Pastellbild von Liotard. Unentdeckt ist leider die Frevelhand geblieben, die 1858 am 9. März, um Mittag, während der Besuchszeit, die Bilder von Guido Reni, Der trinkende Bacchus, und von Albano, Die badende Diana, mit einem spitzen Instrument durch Stiche verletzte und aus einer Kreuzigung Christi den Christuskopf herausschnitt.
Abb. 48.
Die katholische Hofkirche und das Königl.
Schloß in Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu Seite 45.)
Die Räume, in denen diese Gemäldesammlung ein Jahrhundert lang aufgestellt gewesen war, erwiesen sich aber, je länger um so mehr, als unzureichend, als bedenklich, ja als gradezu verderblich; denn die Bilder konnten nicht gegen den eindringenden Steinkohlenrauch geschützt und vor den Einflüssen starker Temperaturwechsel bewahrt werden, weil es keine Heizvorrichtungen gab. Man mußte ein langsames, aber unausbleibliches Verderben des unersetzbaren Schatzes befürchten; davon hatte sich auch die Regierung überzeugen müssen. Ein Gutachten des Kunstmäcens J. G. von Quandt ging 1842 dahin, daß es eine Verpflichtung gegen die ganze zivilisierte Welt sei, ein Museum zu bauen, dessen Lage Gemälde von so hohem Werte vor zerstörenden Einflüssen sichere. Ehe Regierung und Landtag sich aber über die Wahl des Ortes einigten, wo der Neubau errichtet werden sollte, vergingen noch einige Jahre, bis die Stände 1845/46 die geforderte Summe von 350000 Talern bewilligten und den vorgeschlagenen Platz an der nördlichen Abgrenzung des Zwingers genehmigten. Auf diese Stelle als die geeignetste hatte der berühmte Baumeister Schinkel in Berlin schon zehn Jahre früher hingewiesen. Vor allem war aber König Friedrich August selbst auf das wärmste dafür eingetreten, der immermehr in ihrer Eigenart als unschätzbar anerkannten Gemäldesammlung ein ihrer würdiges Bauwerk zu errichten. Die Ausführung wurde dem genialen Gottfried Semper übertragen, worauf dann die Grundsteinlegung am 23. Juli 1847 erfolgte. Erst acht Jahre später, 1855, war der monumentale Bau im Äußeren und Inneren vollendet (Abb. 55).
Abb. 49.
Die heilige Nacht.
Gemälde von Correggio in der Dresdener Galerie. (Zu Seite 49.)
Aber schon seit 1852 hatte man unter Schnorrs Leitung (von 1846–71) auf Neuerwerbungen Bedacht genommen, wenn auch anfänglich in bescheidenem Maße. Die neuere Malerei konnte aber erst seit 1873, als in einmaliger Bewilligung des Landtages bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt wurden, in ausgedehnter Weise berücksichtigt werden. Dazu standen seit 1880 auch noch die Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung zur Verfügung.
Wir kehren nach dieser Abschweifung ins neunzehnte Jahrhundert wieder in die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts zurück.
„Die Zeit größerer Bauten und anderer Kunstunternehmungen erscheint mit Vollendung der im Jahre 1751 zwar nicht völlig beendeten, aber eingeweihten katholischen Hofkirche vorerst abgeschlossen. Die Greuel des Siebenjährigen Krieges brachen herein, und sie, nicht nur die notgedrungene Zahlungseinstellung der sogenannten Pensionen an die immer noch zahlreichen Hofkünstler, vertrieben eine schaffende Kraft nach der anderen, denen übrigens weder der Adel noch andere Wohlhabende in einer Zeit Hilfe zu bieten vermochten, wo jeder, der nur irgend konnte, Dresden verließ.“ (Wießner.)
So konnte denn eine Kunstakademie erst unter dem Kurfürsten Friedrich Christian und seiner hochbegabten, kunstverständigen Gemahlin Maria Antonia ins Auge gefaßt werden; aber die Verwirklichung erfolgte erst nach dem unerwartet plötzlichen Tode des Kurfürsten (17. Dezember 1763) unter der Administration des Prinzen Xaver August, der dann auch das Protektorat über die Akademie übernahm.
Nachdem schon eine sogenannte Malerakademie in den vorhergehenden Jahrzehnten nur gelegentlich ein dürftiges Dasein gefristet hatte, trat nach dem Reskript vom 6. Februar 1764 eine volle Kunstakademie (Abb. 56 u. 57) mit den vier Abteilungen für Malerei, Bildhauer-, Kupferstecher- und Baukunst unter einem deutschen Generaldirektor, unter Christian Ludwig v. Hagedorn ins Leben.
Zu den Lehrern, die bereits 1766 an die Akademie berufen wurden, gehörten auch die beiden Schweizer Anton Graff (1730 bis 1813) und Adrian Zingg (1734–1816), und zwar Graff als Porträtmaler und Zingg als Kupferstecher und Landschaftsmaler. Ihnen werden wir in unserer Darstellung der Sächsischen Schweiz noch einmal begegnen. Zingg war der erste, der von den malerischen Ansichten des Sandsteingebirges die ersten naturgetreuen und wenn auch manierierten, so doch nicht stilvoll verzerrten Darstellungen entwarf. Die Arbeiten seiner Schüler, zu denen Chr. Klengel (1751–1824) und C. A. Richter, der Vater von Ludwig Richter (1803–1884), gehörten, haben wohl ebensoviel wie die Beschreibungen zum Bekanntwerden der mannigfachen Schönheiten der Sächsischen Schweiz beigetragen.
Abb. 50.
Die Madonna mit dem heiligen Georg.
Gemälde von Correggio in der Dresdener Galerie. (Zu Seite 49.)
Zu den Zierden der Akademie gehörten in späterer Zeit die Maler Schnorr von Carolsfeld (1794–1872), Ludwig Richter (1803–1884), Bendemann (1811 bis 1889), Preller (1838–1901), Prell (geb. 1854), die Bildhauer Rietschel (1804 bis 1861), Hähnel (1811–1891), Schilling (geb. 1828) und der Architekt Semper (1803–1879). Dreien derselben und zwar Richter, Rietschel und Semper sind auf der Brühlschen Terrasse, wo sich auch die neue von Lipsius (1890–1894) erbaute Akademie erhebt, Denkmäler errichtet.
Hervorragende Bauwerke wurden in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, außer der schon erwähnten Kreuzkirche, nicht mehr errichtet, ebensowenig in der schwer auf Sachsen lastenden napoleonischen Zeit. Erst unter König Friedrich August II. (1836–1854) erhielt Dresden erhöhten Glanz in architektonischer Hinsicht durch Gottfried Semper, einen der geistvollsten Vertreter der Renaissance. Sein Museum (1846–1855) gehört zu den hervorragendsten Bauwerken der Neuzeit. Die Wirkung des Außenbaues wird durch den plastischen Schmuck wesentlich gehoben. Sempers zweites Werk, das Hoftheater (1838–1841), wurde leider 1869 durch Feuer vollständig zerstört. Und wenn auch das neue, ebenfalls von Gottfried Semper und seinem Sohne Manfred erbaute Königliche Opernhaus (Abb. 58) an demselben Platze in der Nähe des Museums und des Schlosses und in demselben Stil entworfen wurde, so macht selbst der größere umfängliche Bau, infolge gesteigerter Ansprüche an die Inszenierung der Spiele, nicht den einheitlichen sympathischen Eindruck wie das erste Werk. Das neue Opernhaus entstand in den Jahren 1871–1878, und zehn Jahre später wurden nach der Jubelfeier des Hauses Wettin 1889, an das ein von Schilling entworfenes Denkmal in Gestalt eines Obelisken in der Nähe des Schlosses (Abb. 59) erinnert, auch, zunächst durch Bewilligung der Stände dem allverehrten Könige Albert die Mittel angeboten, dem Schlosse selbst äußerlich einen reicheren und eines Fürstensitzes würdigen Schmuck zu verleihen. So erheben sich nun in der Umgebung des Schloß- und Theaterplatzes eine Anzahl von Staatsgebäuden, wie sie kaum in solcher Pracht in einer Großstadt auf so kleinem Raum vereinigt sind und doch dem Beschauer freien Umblick nach allen Seiten gestatten.
Wir wollen nun einen kurzen Blick auf das Wachstum der Stadt werfen und werden daraus ersehen, daß wie fast alle deutschen Städte, die Zunahme der Bevölkerung in früheren Jahrhunderten sehr langsam vor sich ging, teils weil es damals weit schwieriger war, einen festen Wohnsitz in der Stadt zu erlangen, teils weil der Mauerring eine Vermehrung der Wohnungen erschwerte und die Vorstädte außerhalb der Mauern sich nur in bescheidener Weise ausdehnten, da die Bewohner in unruhigen Zeiten, in Kriegen stets des Verlustes ihrer Häuser gewärtig sein mußten. Das hatte sich von den Hussitenzeiten bis zum Siebenjährigen Kriege bestätigt gefunden. Erst als seit 1811 die Stadtmauern niedergelegt, die Wallgräben ausgefüllt wurden und Dresden aufhörte eine feste Stadt zu sein, trat allmählich eine raschere Zunahme der Bevölkerung ein. Doch unterscheidet sich das Wachstum nach 1860 wieder auffällig von der vorhergehenden Zeit. Zwischen 1860 und 1890 wuchs die Einwohnerzahl in je zehn Jahren um je 50000; auch 1890 ward die jährliche Zunahme noch bedeutender, wozu auch die immer noch andauernde Einverleibung der Vororte wesentlich beitrug.
Abb. 51.
Der Zinsgroschen.
Gemälde von Tizian in der Dresdener Galerie. (Zu Seite 49.)
Im ganzen Mittelalter erreichte die Stadt noch nicht die Zahl von 10000 Bewohnern, für 1699, also in den ersten Regierungsjahren Augusts des Starken, wird sie auf 21000, 1727 auf 46000 und 1752 auf 63000 Einwohner angegeben. Damit sind wir am Ende der ruhigen Entwickelung des achtzehnten Jahrhunderts angelangt. Die verhängnisvollen Zeiten von 1756–1815 verminderten die Bevölkerung und erst 1834 konnte wieder ein sichtliches Wachstum auf 74000 Einwohner wahrgenommen werden. Im Jahre 1855 wurde die Zahl von 100000 überschritten und damit trat Dresden in die Zahl der Großstädte ein. 1861 zählte die Stadt 128000, 1871: 177000, 1880: 221000, 1890: 277000, 1900: 295000. Nach der Einverleibung der nächsten Vororte Strehlen, Striesen, Gruna und Pieschen folgten die Dörfer Räcknitz, Zschertnitz und Seidnitz links der Elbe und am 1. Januar 1903 Mickten, Übigau, Kaditz und Trachau rechts der Elbe, sowie Plauen, Löbtau, Cotta, Naußlitz und Wölfnitz auf dem linken Ufer. Dadurch hat die Stadtgemeinde von Dresden nahezu die Bevölkerung von einer halben Million Einwohner erreicht. Das Stadtgebiet umfaßt nunmehr einen Flächenraum von 6230,31 ha, also über 62 Quadratkilometer. Wenn aber neben der immer wachsenden Zahl der einheimischen Bevölkerung auch eine große Anzahl von Fremden zeitweilig ihren Wohnsitz in Dresden nimmt, so sind neben den Kunstsammlungen, die im achtzehnten Jahrhundert allein eine große Anziehungskraft ausübten, im neunzehnten Jahrhundert noch andere Gründe hinzugetreten. Zunächst die vorzüglichen Leistungen der Königlichen Theater, namentlich der Oper mit dem festbegründeten Ruf der Königlichen Kapelle unter der Leitung von Komponisten wie Reissiger, Weber (Abb. 60) und Wagner oder Dirigenten wie Rietz, Wüllner und Schuch. Dann aber ist Dresden auch durch seine Schulen berühmt. Wenn Herder die Stadt Dresden noch eine Schule der Artigkeit nannte, dann ist es im neunzehnten Jahrhundert auch für viele Fremde eine Schule der Bildung geworden. Die wissenschaftlichen Arbeiten werden wesentlich durch die schon von Kurfürst August im sechzehnten Jahrhundert begründete Bibliothek im Japanischen Palais (Abb. 61) gefördert, die über 400000 Bände zählt. Unter den Schulen sind in erster Reihe die drei Hochschulen zu nennen: die Technische Hochschule, die Kunstakademie und die Tierärztliche Hochschule, ferner vier Gymnasien, unter ihnen als ältestes die Kreuzschule (Abb. 62), zwei Realgymnasien, ein Reformgymnasium, zwei Schullehrerseminare, ein Lehrerinnenseminar, Kunstgewerbeschule, Taubstummen- und Blindenanstalt, zahlreiche gewerbliche Fachschulen, Baugewerkenschule sowie viele Bürger- und Volksschulen, außerdem aber noch mehrere private Realschulen, Mädchenschulen und Pensionate. Von diesen Bildungsanstalten verdient wegen ihrer Beziehung zur Pflege der bildenden Künste die Kunstgewerbeschule noch eine besondere Erwähnung. Diese Bildungsanstalt zweigte sich von dem Polytechnikum 1865 als Königliche Schule für Modellieren, Ornament- und Musterzeichnen ab. Einen Aufschwung nahm diese Schule erst 1875 als Königlich Sächsische Kunstgewerbeschule. Mit dieser Schule ist ein Kunstgewerbemuseum verbunden. Einzig in ihrer Art ist die Gehe-Stiftung durch unentgeltlichen Besuch ihrer Vorträge und Benutzung der reichhaltigen Bibliothek.
Endlich hat sich im neunzehnten Jahrhundert auch die Industrie in verschiedenen Zweigen mächtig entwickelt und in manchen Zweigen eine führende Rolle eingenommen. Weltberühmt sind die Drogen von Gehe & Cie., ferner Schokoladen, Nähmaschinen und Fahrräder, Mineralwässer, künstliche Blumen, photographische Apparate und Papiere, Lichtdrucke, Zigaretten, Gummiwaren, Hohlglas- und Steingutwaren und bedeutende Bierbrauereien; dazu kommen noch in den Vororten zahlreiche Kunst- und Handelsgärtnereien.
Abb. 52.
Die Sixtinische Madonna.
Gemälde von Raffael in der Dresdener Galerie. (Zu Seite 50.)
Diesen blühenden und sehr mannigfachen Gewerben entsprechend, hat sich auch der Handel entwickelt, der wiederum durch zwei größere Banken, die Sächsische und Dresdener Bank und mehrere Privatbanken eine gewichtige Förderung findet.
Abb. 53.
Maria mit dem Jesusknaben.
Gemälde von Murillo in der Dresdener Galerie. (Zu Seite 50.)
Dem wachsenden Verkehr innerhalb der Stadt wurde Rechnung getragen durch den Durchbruch großer Straßenzüge aus der Mitte der Stadt nach den Vorstädten. Diese erfolgten nur in der von Haus aus enger und winkliger gebauten Altstadt. Es sind die Wettinerstraße, König-Johann-Straße und Johann-Georgen-Allee. Dann wurden auch die Alleen auf den ehemaligen Festungsgräben und Stadtwällen in breite Ringstraßen verwandelt. Doch hat auch die Neustadt nach Verlegung der Kasernen in die Albertstadt auf dem Boden der Dresdener Heide bedeutende Bauflächen auf dem rechten Elbufer gewonnen, durch welche von der Carolabrücke her die Albertstraße gelegt ist, an deren Anfang auf beiden Seiten, mit der breiten Front gegen die Elbe, die beiden stattlichen Neubauten der Ministerien sich erheben.
Der Verkehr auf der Elbe erhielt einen bedeutenden Aufschwung durch die Eröffnung der Dampfschiffahrt. Nachdem die Sächsisch-böhmische Dampfschiffahrtsgesellschaft am 6. Juli 1836 die Genehmigung von der Regierung erhalten hatte, wurde am 30. Juli 1837 mit dem ersten Dampfschiffe die erste Übungsfahrt von Dresden nach Meißen unternommen und damit der Dampferverkehr eröffnet. Gegenwärtig besitzt diese Gesellschaft siebenunddreißig Personendampfer, drei Schraubendampfer, einen Schiffsbauplatz in Laubegast und einen Winterhafen in Loschwitz.
Außerdem sind für den Frachtverkehr auf der Elbe tätig: Die Kette, Deutsche Elbschiffahrtsgesellschaft, die ihren Schiffsbauplatz in Übigau besitzt, ferner die Österreichische Nordwest-Dampfschiffahrtsgesellschaft, die Dampfschleppschiffahrtsgesellschaft der vereinigten Elbe- und Saale-Schiffer und die Deutsch-österreichische Dampfschiffahrts-Aktiengesellschaft.
Der Eisenbahnverkehr wurde 1839 durch die Leipzig-Dresdener Eisenbahn eröffnet. Daran schloß sich die schlesische Linie nach Görlitz 1847, die böhmische Linie 1851, die Linie nach Chemnitz 1869 und die nach Berlin 1875 an. So liegt Dresden gegenwärtig im Knotenpunkte der Verkehrslinien, die von Westen nach Osten Deutschland durchschneiden und von Norden nach Süden die Hauptstädte des Deutschen Reiches und Österreichs verbinden. Alle Linien laufen in dem neuen Hauptbahnhof (Abb. 63), der an die Stelle des Böhmischen Bahnhofes getreten ist, in der Altstadt zusammen. Die Verbindung der Eisenbahnlinien rechts und links der Elbe erfolgte nach Vollendung des Baues der Marienbrücke, unterhalb der Alten Brücke, 1852, die aber auch zugleich für den Wagenverkehr zwischen Altstadt und Neustadt diente. Diese Verbindung ist 1901 aufgehoben, nachdem eine besondere Eisenbahnbrücke nahe unterhalb der Marienbrücke infolge des wachsenden Verkehrs notwendig wurde. Auch oberhalb der Alten Brücke erheischte die immer größere Ausdehnung der Stadt noch den Bau von zwei steinernen Brücken: der Albertbrücke 1877 und der Carolabrücke 1895. Somit besitzt die Stadt nunmehr vier Brücken, die ihrem Verkehr dienen und eine dem Staat gehörige Eisenbahnbrücke. Dresden ist eine der schönstgelegenen und auch im Inneren schönsten Großstädte des Deutschen Reiches.
Abb. 54.
Der Galeriehof des Königl. Schlosses zu
Dresden.
Nach einem Stiche von Hammer. (Zu Seite 52.)
Anhangsweise seien hier noch die berühmten Männer, die in Dresden geboren sind, in alphabetischer Reihe genannt: