Gedrückter Zustand des Pressgewerbes. Nachdruck und Presspolizei. Die kaiserl. Bücherkommission. Die Presse in den einzelnen Bundesstaaten. Die nationale Litteratur. Reform des Buchhandels. Der Börsenverein. Die Bücherproduktion. Der Buchdrucker-Verband und der Prinzipal-Verein. Statistisches. Die Papierfabrikation. Die Buchbinderkunst, der Masseneinband und die Handarbeit.
DER gedrückte Zustand, in welchem wir das deutsche Pressgewerbe zum Schluss der früheren Periode verliessen (I, S. 168), sollte sich noch weit über den Schluss des achtzehnten Jahrhunderts ausdehnen. Der siebenjährige Krieg, die Revolutionskriege, die Zwingherrschaft Napoleons, die verkümmerten national-ökonomischen Verhältnisse lasteten schwer auf dem ganzen Volk und auf allen gewerblichen Verhältnissen, begreiflicherweise nicht in letzter Reihe auf Buchhandel und Bücherdruck. Diese hatten, ausser mit den allgemeinen, noch mit ihren besonderen Plagen, Der Nachdruck.Nachdruck und Presspolizei, zu kämpfen. Ersterer erhob in schamlosester Weise sein Haupt und brachte den Verlagshandel um die Früchte seiner Opfer und seiner Thätigkeit. Unter solchen Verhältnissen konnten keine angemessenen Honorare gewährt werden und die schlecht bezahlten Autoren versuchten zumteil ihr Heil in dem Selbstverlage ihrer Werke auf Subskription oder durch Vereinigungen zu den sogenannten „gelehrten Buchhandlungen“, die gewöhnlich ein trübes Ende nahmen und den Verlagsbuchhandel noch mehr diskreditierten.
Doch nicht allein die Nachdrucker, sondern auch die Polizeiwillkür betrachtete ein Presserzeugnis als ein herrenloses Gut und die Erzeuger als ausserhalb des Schutzes der Gesetze stehend. Es ist nicht gerade notwendig, den extremsten Fall, die Erschiessung Palms in Braunau am 26. August 1806 durch Napoleon, heraufzubeschwören, das Dasein der der Presse Dienenden war ein Zustand von Hangen und Bangen, der, wennauch nicht das Leben, so doch oft Opfer an Gut und Freiheit kostete.
Mit der Verlegung des Schwerpunktes der Pressgewerbe nach Leipzig war rechtlich keine Änderung in den presspolizeilichen Verhältnissen eingetreten. Ein kaiserliches Edikt vom 10. Februar 1746 beschäftigte sich sehr eingehend mit der Bücherzensur im heiligen römischen Reich und spricht „seine sonderbare Befremdung“ über die bisherige Nichtachtung der Reichsgesetze aus. Über alle Einzelheiten im Buchhandel und Buchdruck, selbst über Papier und Schriften wurden Bestimmungen getroffen. Dieser Standpunkt wiederholt sich in den Wahlkapitulationen bis 1792. Wie die Reichsregierung jedoch selbst klagt, es blieb meist bei den leeren Worten und die kaiserliche Bücherkommission war faktisch seit Verlegung der Messe nach Leipzig so gut wie von der Bühne verschwunden. Sie wusste, dass sie keinen Gehorsam finden würde und hielt sich deshalb möglichst hinter den Kulissen. Somit war die Presse fast lediglich von der Gesetzgebung der einzelnen Staaten und deren Politik abhängig; von einer Einheitlichkeit der Pressgesetzgebung, der Zensur und der Presspolizei war keine Rede[152].
Preussen genoss schon vor Friedrich dem Grossen eine gewisse Freiheit und letzterer gewährte den Zeitungen einen noch grösseren Spielraum und bediente sich sogar derselben, um seine Massregeln vorzubereiten oder zu verteidigen. „Die Gazetten, wenn sie interessant sein sollen, müssen nicht geniert werden.“ Doch darf man dieses Wort nicht zu genau nach dem Buchstaben nehmen. Über Angriffe auf seine Person dachte der König allerdings sehr liberal, dagegen konnte er bei Einmischung in seine Verwaltung unduldsam werden. Die Zensur der Schriften, welche das öffentliche Recht behandelten, übertrug er dem Kabinettsministerium. Im Jahre 1747 wurde die Berliner Akademie mit der Zensur aller Schriften betraut. 1749 erschien ein etwas verschärftes Zensuredikt, welches bis zum Tode Friedrichs in Kraft blieb, jedoch mild gehandhabt wurde, wie der König überhaupt die Presse mit mehr Achtung behandelte, als man damals gewohnt war.
Nach dem Tode Friedrichs nahm die Lage in Preussen eine andere Gestalt an. In dem Jahre 1788 erschienen das berüchtigte Religionsedikt und das diesem geistesverwandte Zensuredikt vom 19. Dezember desselben Jahres. Natürlich „wollte man den Unterthanen alle erlaubte Freiheit gern akkordieren“ — aber „zugleich Ordnung im Lande haben“.
Die französische Revolution und Napoleons eiserner Druck auf Deutschland hemmten den Fortschritt gewaltig, wennauch sein Dekret vom 5. Februar 1810, durch welches die Angelegenheiten der Presse, des Buchhandels und der Buchdruckerei geordnet werden sollten, auf Grund der Schwerfälligkeit des gesamten Apparates in seinen Folgen nicht so schlimm wurde, als man hätte befürchten müssen[153].
In den nichtpreussischen Teilen des deutschen Reiches sah es bald besser, bald schlimmer aus, je nach dem Vorgehen der Einzelregierungen, denn die Reichsgesetze hatte man entweder im stillen beseitigt oder sie waren gar, wie in Holstein, wo die dänische Pressfreiheit eingeführt war, offiziell abgeschafft. Auch in Mecklenburg, Braunschweig, Weimar, Hessen-Darmstadt, Nassau bestand faktisch Pressfreiheit, ohne dass sie rechtlich garantiert war. In Hannover waren wenigstens die Werke der Professoren der Universität Göttingen zensurfrei. In Baden, Dessau und den freien Reichsstädten, namentlich in Hamburg, fand die Tagespresse in der Regel Bayern.eine sichere Zufluchtsstätte. Am traurigsten sah es in Bayern aus. Nach einem kurzen Lichtblick unter der Regierung des Kurfürsten Maximilian III. Joseph war ein ganz massloser Druck eingetreten, Württemberg.und auch in Württemberg wurde grosse Härte und Willkür geübt. Es kam dort zu Vorgängen — wie gegen den Dichter Schubart —, die sich denen der Säbelherrschaft Napoleons nicht unwürdig anreihen.
In den geistlichen Staaten unterlagen die Presserzeugnisse neben der weltlichen Zensur auch noch der des römischen Stuhles und es kamen öfters Fälle vor, dass Schriften auf Befehl Roms nachträglich konfisziert wurden, nachdem sie bereits die Landeszensur passiert hatten.
Sachsen, obwohl der Hauptsitz des Buchhandels, war nicht, wie man es wohl hätte erwarten können, geneigt, zu freisinnigen Pressinstitutionen die Initiative zu ergreifen, um damit Leipzig auch zum Zentrum der wissenschaftlichen Bewegung und der Tagespresse zu machen, wie es der Mittelpunkt des bibliopolischen Verkehrs geworden war. Es fehlte sowohl bei der Regierung wie bei dem Volke der eigentliche Schwung. Schon die Religionsverschiedenheit der Herrscher und des Volkes legte der freien Behandlung religiöser Fragen Hindernisse in den Weg. War man jedoch auch nicht freisinnig in der Gesetzgebung, so war man doch in der Praxis mild und suchte den Buchhandel auf Grund von Leipzigs Stellung zu demselben möglichst zu schonen[154]. Die Bücherkommission, zu welcher die Regierung Mitglieder der Universität, des Rats und später des Buchhandels ernannte, verfuhr mit grösster Schonung, nur über einen, den strengen Zensor Bel, war man sehr missgestimmt; ja es kam so weit, dass man von dem Wegbleiben der Auswärtigen von der Messe sprach.
Mit dem Beginn der vorliegenden Periode beginnt auch das Aufblühen der nationalen Litteratur, die zu Ende des XVIII. und zu Beginn des XIX. Jahrhunderts ihre schönsten Blüten trieb. Zu der Zeitungslitteratur, welche sich mit Besprechung oder Kritik der öffentlichen Zustände beschäftigte, gab erst A. L. v. Schlözer in Göttingen, dem K. F. v. Moser nacheiferte, den Anstoss. Schlözers Staatsanzeigen 1782–1793 hatten zurzeit 4000 Abnehmer und waren selbst in den höchsten Kreisen beachtet. Von da ab wurden alle Der Buchhandel.Verhältnisse in den Wochen- und namentlich in den Monatsschriften erörtert und um 1785 gab es 400–500 Zeitschriften. Die politische Tagesschriftstellerei war damals noch nicht ein förmliches Gewerbe, die Unternehmer waren meist Professoren und Gelehrte, die Bücherkäufer bestanden hauptsächlich nur aus Gelehrten, Bibliotheken und Beamten, deren begrenzte Mittel sie jedoch gewöhnlich zwangen, sich auf das Nötigste zu beschränken. Das übrige Publikum begnügte sich nicht selten mit fader Unterhaltungslitteratur. Ein direktes Eingreifen des Buchhandels, um neue litterarische Erscheinungen hervorzurufen, war nur selten bemerkbar, der buchhändlerische Unternehmungsgeist war noch nicht erwacht.
Erst mit Friedr. Arnold Brockhaus beginnt das eigentliche tendenziöse Eingreifen der Verleger, welche die Verbreitung wirklicher allgemeiner und politischer Bildung ins Auge fassten. Aber welche Quelle der Sorgen und Plagen sollten ihm und seinen Gesinnungsgenossen aus solchem Beginnen erwachsen[155]!
Eine Reform des buchhändlerischen Geschäftsbetriebes war schon in der letzten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts versucht worden, namentlich richteten sich die Bestrebungen auf die Unterdrückung des Nachdrucks und auf Gleichmässigkeit und Ordnung in den Rechnungsverhältnissen. Ph. E. Reich in Leipzig gelang es 1765, den ersten Buchhändler-Verein zustande zu bringen, doch war die Wirksamkeit desselben keine grosse und er verschwand bald ganz. 1792 versuchte P. G. Kummer in Leipzig wieder einen solchen zu begründen, jedoch erst der durch C. C. Horvath aus Potsdam hervorgerufene Börsenverein[156] war von Dauer und aus ihm entstand 1824 erst der wirkliche, jetzt noch bestehende Börsenverein der Deutschen Buchhändler, dem es namentlich durch die unermüdlichen Anstrengungen des 1833 am 25. Februar gegründeten Leipziger Buchhändler-Vereins und durch die liberale Unterstützung der Sächsischen Regierung gelang, am 1. Mai 1836 sich in dem eigenen stattlichen Börsengebäude versammeln zu können.
Seit der Zeit ist der Verein ruhig fortgeschritten und zählte 1882 1480 Mitglieder. Sein Haus besitzt er seit 1869 vollständig schuldenfrei; ausserdem eine höchst wertvolle, in ihrer Art einzig dastehende Fachbibliothek und reiche Sammlungen für die Geschichte der graphischen Künste[157], einen Verlag fachgeschichtlicher Schriften, ein wohlgeordnetes Finanzwesen und ein Vermögen von nahe an 400000 Mark.
Ein wesentlicher Einfluss auf die Gesetzgebung über das litterarische Eigentumsrecht und auf die Ordnung der Verhältnisse der Presse ist dem Verein durch das Vertrauen der Regierungen zugefallen. Einige in letzter Zeit in seinem Schosse entstandene Differenzen, die aus den Versuchen entsprangen, dem Verein Machtbefugnisse beizulegen, die ihn berechtigt haben würden, in geschäftliche Verhältnisse des Einzelnen einzugreifen, waren nicht derart, um für den so fest begründeten nützlichen Verein Gefahren zu bereiten.
Das Vereinsorgan ist das 1834 gegründete, seit 1867 täglich erscheinende „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“[158]; dieses im Verein mit dem „Naumburgschen Wahlzettel“, „Schulz' Adressbuch für den deutschen Buchhandel“ und dem „Hinrichsschen Bücherverzeichnisse“ sind geschäftliche Hülfsmittel von grossem Werte, wie sie in dieser Ausdehnung keine andere buchhändlerische Organisation besitzt[159].
Fast gleichzeitig mit der Gründung des Börsenvereins und des Leipziger Buchhändler-Vereins war die grosse politische Bewegung infolge der Julirevolution in Paris 1830 und die bedeutenden technischen Verbesserungen der Typographie eingetreten. Die Produktion kam nun rasch in Fluss und trat in mancher Beziehung in andere Bahnen ein. War der Buchhändler früher weniger ein Spekulant gewesen, so wurde er jetzt vielfach ein Bücherfabrikant und unterlag als solcher mehr als sonst den Schwankungen der Zeitverhältnisse[160].
Die Zeitschriften, selbst die belletristischen, schlugen unter Führung des jungen Deutschlands mehr oder weniger eine tendenziös-politische Richtung ein. Daneben wucherte die Broschürenlitteratur in üppigster Fülle.
Geradezu umwälzend wirkte 1832 das Erscheinen des Penny magazine (S. 94) auf die deutsche Journallitteratur. Es entstanden die verschiedensten Nachahmungen und selbst die Verleger der nichtillustrierten Blätter waren wenigstens bemüht, diese durch Bilderprämien, zuerst Stahlstiche und schwarze Lithographien, später Chromolithographien, unter Zuhülfenahme der Colportage „bis in die Hütten“ zu verbreiten. Den Pfennigblättern folgte 1843 die „Illustrierte Zeitung“. Auch der Humor machte unter Vortritt der „Fliegenden Blätter“ (1845) seine Rechte in einer Reihe von periodischen Schriften geltend, in welchen hauptsächlich die lithographische Federzeichnung, bei welcher der Künstler ohne die Dazwischenkunft eines Anderen seiner Laune die Zügel schiessen lassen konnte, Verwendung fand.
Im Gefolge der illustrierten Blätter und unterstützt durch die grossen Fortschritte der Holzschneidekunst stellten sich die zahlreichen Volkskalender ein, von denen der von Fr. W. Gubitz (1833) herausgegebene der reichste an Inhalt sowie an Illustrationen, zugleich der am weitesten verbreitete war. Leider wurde dieser volkstümlichsten und bei ehrlichem Streben sehr beachtenswerten Gattung von Presserzeugnissen nicht allein durch die Höhe der daraufgelegten Stempelsteuer, sondern noch mehr durch die mit der Erhebung derselben in der Zeit der Vielstaaterei und der ausgebildetsten Zollplackerei verbundenen Schwierigkeiten sehr gehemmt und den Verlegern eine Quelle des fortwährenden Verdrusses und Nachteils eröffnet.
Die Illustration bemächtigte sich jedoch nicht nur der Journallitteratur, sondern es entstanden auch illustrierte Lieferungswerke in grosser Zahl, welche bei der Erscheinungsweise in Heften zu 2½, 5 oder höchstens 10 Groschen leicht Eingang fanden, bis Missbrauch der Geduld und der Kasse des Publikums sie in Misskredit brachte.
Den Reigen begannen Werke mit lithographischen, zumteil kolorierten Bildern, dann folgten solche mit Stahlstichen, Holzschnitten und Chromolithographien. Leipzig und Stuttgart gaben den Ton an. Österreich blieb in der Produktion zurück, bildete aber das vorzüglichste Absatzgebiet. Für Holzschnittwerke wurden zuerst namentlich französische Clichés benutzt; bald aber konnte Deutschland Originale genug liefern und gab bereits im Jahre der Jubelfeier von Gutenbergs Kunst vollgültige Beweise seines selbständigen Schaffens. Die Stahlstichwerke wurden hauptsächlich mit englischen Produkten illustriert; dann wagte man sich daran, unter Beihülfe englischer Künstler, von denen viele sich in Deutschland etablierten, die Stiche selbst zu liefern.
An die Stelle der Taschenbücher in bescheidenem Format traten nach englischen Mustern die grossen Albums und Jahrbücher, die sich jedoch eben so wenig in Deutschland wie in England hielten und den illustrierten Dichterwerken Platz machten.
Ebenfalls eine andere von England nach Deutschland verpflanzte, jedoch sehr schnell verschwindende Mode war die der Klassiker-Ausgaben in einem Bande grossen Formats mit gespaltenen Kolumnen. Dahingegen fanden die sogenannten Schiller-Ausgaben (von 1845 ab) in einem kleinen breiten Sedez eine grosse Verbreitung und andauernden Beifall. Jeder Verleger spürte in seinem Verlagskataloge eifrigst nach, ob er nicht einen von ihm übersehenen „Klassiker“ im Verlage habe und mancher wunderbare Klassiker-Heilige zeigte sich mit der Schillerkutte angethan. Selbst umfangreichere wissenschaftliche Werke fielen der Schillerformat-Manie anheim. Für die epochemachende Tauchnitz-Collection war dies Format bereits 1842 angenommen.
Die Bedürfnisse nach allgemeinen encyklopädischen Kenntnissen fanden reiche Nahrung durch die grosse Zahl von Konversationslexika mit oder ohne Illustrationen, die alle mehr oder weniger in Brockhaus' Kielwasser mit einer von ihm in billigster Weise entlehnten Ladung segelten. Sogar die Damen erhielten ein solches Lexikon und es fehlte auch nicht einmal eins für Kinder.
Die Zensurplackereien in den Jahren 1830–1848 überschritten alle Grenzen. Zwar waren Schriften über 20 Bogen zensurfrei geworden, jedoch musste 24 Stunden vor der Herausgabe ein Exemplar der Polizei überreicht werden, und diese Zeit genügte für die provisorische Beschlagnahme, die in ihren Wirkungen für Die politische Poesie.den Verleger einer definitiven ziemlich gleichkam. Für die politische Poesie und den politischen und sozialen Roman lag hierin ein Vorschub, da diesen Erzeugnissen nicht so leicht beizukommen war als denjenigen eines klar ausgesprochenen politischen Inhalts. Der Unterdrückte wird durch strenge Massregeln seiner Überwacher nur erfinderischer in der Auswahl seiner Mittel, diese zu umgehen, und die erwähnten Litteraturzweige blühten.
So hatte es lange unter der Asche geglimmt, bevor der Brand infolge der Pariser Februar-Revolution 1848 in Deutschland in hellen Flammen sich Luft machte. Eine Folge war die endliche Gewährung der seit mehr als 30 Jahren verheissenen Pressfreiheit und die unbehelligte Einfuhr der Bücher in Österreich, bei welcher jedoch der Buchhandel pekuniär vorläufig wenig gewann, da der Reiz des Besitzes des Verbotenen nunmehr aufhörte.
Für die erste Zeit nahmen Zeitungen und Broschüren[161] die Aufmerksamkeit des Publikums ausschliesslich in Anspruch. Viele Kontinuationswerke kamen ins Stocken; der Kredit des Buchhandels wurde beschnitten. Nur in der Zeitungslitteratur herrschte frisches Leben, aber auch eine grosse Zersplitterung der Kräfte, unter welcher die Erzielung grosser Resultate sehr schwer war. Jede Parteischattierung, jede Stadt, jedes Städtchen wollte ein Blatt oder Blättchen für sich haben.
Während die politischen Zeitungen mit ihren reichhaltigen litterarischen und schönwissenschaftlichen Feuilletons die eigentliche Unterhaltungslitteratur und auch die litterarischen Blätter ganz zurückdrängten, gediehen die illustrierten, halb unterhaltenden, halb belehrenden Wochenblätter, für welche die „Gartenlaube“ die Bahnbrecherin gewesen war, vortrefflich.
Als ein bedeutendes Element trat die Mode hinzu. Die grossen Muster- und Modezeitungen, welchen zurseite die Frauen standen, die zum Schrecken der Männer alles Mögliche und Unmögliche behäkelten oder bestickten und in „Schnitten“ das Unglaublichste leisteten, fanden eine mitunter kolossale Verbreitung und wurden selbst in Paris massgebend.
Auch die politisch-soziale Satire hatte ihren Tummelplatz, auf welchem der „Kladderadatsch“ sich als Vorturner auszeichnete.
Nachdem die Regierungen nach der Sturmperiode sich von ihrem Schrecken erholt und wieder festeren Boden unter sich fühlten, begann die Reaktion erst im stillen, dann offen ihr Spiel zu treiben und die Verfolgungen gegen Schriftsteller, Verleger und Drucker gehörten zur Tagesordnung. Von allen Seiten trat die Politikmüdigkeit ein, dagegen stieg die Lust an Büchern in demselben Verhältnis wie die Unlust an Zeitungen. Die Konkurrenz im Buchhandel erhob sich wieder mächtig. Sprach jemand einen Gedanken aus, so fiel gleich ein halbes oder ganzes Dutzend Verleger über denselben her und zeigte sich bereit, an der Abhülfe eines längst Die Kollektiv-Unternehmen.gefühlten Bedürfnisses mitzuwirken. Die Kollektiv-Unternehmungen aller Art schossen wie Pilze aus der Erde und fanden guten Absatz, mit Ausnahme der Romansammlungen, denn trotz der Billigkeit und der zumteil guten Auswahl derselben zog das Publikum doch vor, sich mit der schönen Litteratur durch die Zahlung von fünf Pfennigen oder einem Groschen Leihgebühren pro Band abzufinden.
Durch die Eisenbahnen war die Welt in eine fortwährende Bewegung gekommen. Es musste also auch für die Bedürfnisse des reisenden Publikums gesorgt werden, was in ergiebigster Weise durch Reisehandbücher und Reiseatlanten, Parleurs etc. geschah.
Ein Tag von grosser Bedeutung in der Geschichte des Buchgewerbes war der 9. November 1867, an welchem die Verlagsrechte an die Werke der seit 30 Jahren oder länger verstorbenen Autoren Gemeingut wurden. Merkwürdigerweise hatten die hauptsächlichsten Verleger der Werke, die von der Bestimmung getroffen wurden, nicht versucht, der Gefahr beizeiten energisch zu begegnen, und überliessen den Konkurrierenden eine zeitlang das Feld. Diese hatten aber um so vorsorglicher gehandelt und sich zumteil vor Ablauf des Termins mit einigen Verlegern geeinigt, sodass sie noch vor dem 9. November ihre Kollektionen zu den wohlfeilsten Preisen beginnen konnten. Fast noch einschneidender als im Buchhandel wirkte dieser Tag in dem Musikalienhandel.
Neben den besseren Erzeugnissen der Unterhaltungs-Litteratur florierte die Schmarotzer-Pflanze des Colportage-Romans und tötete teilweise den Sinn für ernstere Lektüre, brachte auch nebenbei durch Beigabe grösstenteils mittelmässiger Prämienbilder die jugendlich frisch aufblühende Kunst des Farbendruckes in Misskredit.
Die grossen Fortschritte der Typographie, der Xylographie und der Chromolithographie in Verbindung mit der Photographie und den verschiedenen Lichtdruckverfahren hatten den Geschmack für schöne Bücher mächtig gefördert und riefen ARCHITEKTONISCHE und technische Werke von grossem Werte, sowie Mustersammlungen der besseren Erzeugnisse alter, mittlerer und neuerer Zeit hervor. Es folgten prachtvolle ethnographische Werke. Schliesslich entstand eine wahre Sintflut von Albums, hauptsächlich mit photographischen Illustrationen zu Gedichten, Romanen, Opern u. dgl.
Als jüngste Phase des Buchhandels, deren Resultate noch nicht vorliegen können, müssen die Mark-bibliotheken bezeichnet werden, in welchen ein hübsch gebundener Band für eine Mark geliefert wird. Diese Kollektionen beschränken sich nicht auf die Unterhaltungs-Litteratur, sondern dehnen sich auch auf die wissenschaftliche aus.
Zum Schluss sei noch die Landkarten-Produktion erwähnt. Diese erhielt durch Hülfe der Chemitypie und der Zinkographie, sowie der Vielfarben-Druckmaschine eine gewaltige Ausdehnung und die Billigkeit der Erzeugnisse bei schöner Ausführung grenzt an das Wunderbare. Da diese Branche der Aufklärung ohne jeden bitteren Beigeschmack dient, so kann die Freude hierüber eine ungetrübte sein.
Unter den Errungenschaften des Jahres 1848 war auch das Associationsrecht. Es war selbstverständlich, dass die Buchdrucker-gehülfen dasselbe benutzten, um sich in Vereine zu sammeln behufs Vertretung ihrer Interessen mit gemeinsamen Kräften. Dass sie mässiger in der Benutzung ihrer Freiheiten hätten sein sollen als alle anderen Klassen, war nicht zu verlangen. Die alte „patriarchalische“ Zeit hatte ihnen durch willkürliche Berechnungs- und unregelmässige Zahlungsweise manche Unbill gebracht, für welche sie jetzt Revanche nahmen, dabei die Berechnung der Zinsen nicht vergessend.
Eine erste allgemeine Versammlung der Gehülfen aus ganz Deutschland fand in den Tagen vom 11. bis 14. Juni 1848 in Mainz statt. Die dort gefassten Beschlüsse hatten zwar einen Protest von gegen 200 Prinzipalen zur Folge, dabei blieb es jedoch und man liess den Verband der Buchdrucker- und Schriftgiesser-Gehülfen, welcher die lebhafteste Beteiligung fand, ruhig gewähren.
Erst nachdem der Verband fast unumschränkter Herr in den Druckereien geworden, dachten die Prinzipale daran, sich auch an einander zu schliessen und versammelten sich am 15. August 1869 ebenfalls in Mainz. Der dort konstituierte Verein wollte nicht nur Front gegen den Gehülfen-Verein machen und die persönlichen Beziehungen fördern und kräftigen, sondern auch in der Art des Börsenvereins der deutschen Buchhändler die Interessen des Geschäfts in allen Lagen vertreten. Zum Vorort wurde Leipzig bestimmt und ein Vorstand von neun Mitgliedern gewählt. 1872 zählte der Prinzipal-Verein mehr als 700 Mitglieder; der Gehülfen-Verband das Zehnfache (7295). Die Gesamtzahl der Gehülfen mochte gegen 11000 betragen. Von den etwa 4000 Nichtverbandsmitgliedern hielt sich eine ziemliche Anzahl nur als „Schlaumeier“ von den Verbandsbestrebungen zurück; im Herzen gönnten sie selbstverständlich, wenn sie auch nicht immer das Vorgehen des Verbandes im einzelnen billigten, wohl so ziemlich alle dem Verband die grösstmöglichsten Vorteile, denn auch sie genossen ja in ihrer gedeckten Position die errungenen Vorteile mit.
Nach einer langen Reihe von Differenzen und nach zahlreichen Übergriffen seitens des Verbandes fand zu Anfang des Jahres 1873 eine allgemeine Kündigung der Gehülfen seitens der Prinzipale statt. Da jedoch nicht alle Druckereien dem Verein angehörten, denn auch unter den Prinzipalen gab es viele „Schlaumeier“, und ein grosser Teil der Mitglieder den gefassten Beschlüssen nicht treu blieb, kam es nach vielen Verhandlungen zwischen den beiden Vereinen am 12. Januar 1874 zu einem Abkommen, das mit einem allgemein einzuführenden Tarif und dem Einsetzen eines Einigungsamtes in Differenzfällen endigte.
Der Prinzipal-Verein hat seinen Zweck bis jetzt nur im beschränkten Masse erreicht, weil er zu viel in einer zu kurzen Zeit erreichen wollte und weil manche seiner Mitglieder direkte Hülfe in ihren besonderen Angelegenheiten vom Verein erwarteten, während dieser nur für eine Anbahnung besserer Zustände im allgemeinen wirksam sein konnte. Jetzt, wo er seiner Thätigkeit engere Grenzen gesteckt hat, ist auch zu erwarten, dass er, wennauch nur Schritt für Schritt, zum Ziel gelangen wird, um so mehr, als die Gehülfen ihre prinzipielle Opposition gegen ihn aufgegeben haben[162].
Die offenbar zu grossen Einräumungen der Prinzipale im Jahre 1874 sind durch die Praxis gemildert, denn auch die Gehülfen haben einsehen gelernt, dass es im Geschäft gewisse Grenzen giebt, die man ohne sich selbst zu schädigen nicht überschreiten kann.
So hat die beste Lehrmeisterin, die Erfahrung, am meisten dazu beigetragen, das Verhältnis im allgemeinen befriedigender zu gestalten. Die Versuche der Gehülfen, kooperative Druckereien zu begründen, haben aus den jedem Geschäftsmann leicht erklärlichen Gründen fast nur Misserfolge gehabt. Diese Thatsache hat ebenfalls gedient, die Gehülfen darüber aufzuklären, dass auch im Geschäft nicht alles Gold ist, was glänzt, und sie mit dem Los der Abhängigkeit zu versöhnen. Somit steht zu hoffen, dass künftig ein innigeres Zusammenwirken von Prinzipalität und Gehülfenschaft dazu beitragen wird, Gutenbergs Kunst stets mehr und mehr zu Ehren zu bringen.
Das bedeutendste Organ der Gehülfenschaft ist der, jetzt dreimal wöchentlich erscheinende, 1862 gegründete „Correspondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgiesser“. Früher fast nur und oft in massloser Weise polemisch wirkend, ist das Blatt mit den Verhältnissen auch ruhiger geworden, bringt jetzt manche technische und belehrende Artikel und hat namentlich um statistische Aufnahmen Verdienste. Der Leiter ist seit einer langen Reihe von Jahren Richard Härtel, der, früher zugleich Präsident des Verbandes, mit Klugheit und Geschick die Interessen desselben wahrgenommen hat. Das Organ der österreichischen Gehülfen ist „Vorwärts“ in Wien.
Es erübrigt noch, einen kurzen Überblick über die Kräfte, welche bei der graphischen Produktion in Deutschland wirken, und über die Produktion selbst zu geben.
Das Deutsche Reich hatte 1881 in 1471 Städten 3389 Buchdruckereien und 1994 Steindruckereien[163]. In diesen Offizinen sind 96 Rotationsmaschinen, 5811 typographische, 1369 lithographische Schnellpressen, 244 Tretmaschinen, 2463 typographische und 6687 lithographische Handpressen vorhanden. Jedoch darf nicht übersehen werden, dass der grösste Teil der typographischen Handpressen entweder nur als Korrekturpressen dienen oder auch ein vollständiges Stillleben führen. Beschäftigung fanden (1875) 52000 männliche, 11600 weibliche Mitarbeiter und 8400 Lehrlinge, in Summa also 71000 Arbeiter.
Von Schriftgiessereien waren 342 mit 2588 Arbeitern, von Schriftschneidereien und xylographischen Anstalten 371 mit 2353 Personen vorhanden. Von 66 Spielkartenfabriken wurden jährlich gegen 4500000 Pakete geliefert, auf denen Abgaben von etwa 1200000 Mark ruhten.
Von Buch- und Kunsthandlungen gab es in 987 Städten 4376 mit 10590 Mitarbeitern. 11251 Buchbindereien beschäftigten 31624 Personen (darunter 7055 weibliche). Leihbibliotheken gab es 455, Zeitungs- und Annoncen-Expeditionen 326, Öldruck- und Globen-Anstalten 342.
Im Jahre 1882 lieferten 1432 Städte 4998 Zeitschriften, von denen 76 in nichtdeutscher Sprache. Unter diesen vielen Zeitungen wurzeln bloss 9 in dem XVII., 89 in dem XVIII. Jahrhundert. Über 4000 entstanden seit 1830, von denen wieder über 2000 in den letzten zehn Jahren verschwanden, um wieder anderen Raum zu gewähren. Von den Zeitschriften kamen 2435 auf Preussen, 515 auf Bayern, 504 auf Sachsen, 216 auf Württemberg. Der Hauptvertrieb fällt der Post zu. Die Versendung betrug im Jahre 1880 gegen 300 Millionen Nummern.
Die Bücherproduktion des gesamten deutschen Buchhandels (also nicht nur des Deutschen Reiches) betrug 1879 14179 Nummern, 1880 14941 Nummern, 1881 15191 Nummern, und findet in ähnlicher Weise seit langer Zeit eine fortwährende Steigerung statt. In betreff der Ausfuhr deutscher Bücher ist Nordamerika für diese der bedeutendste Markt, auf welchem jährlich etwa für zwei Millionen Mark abgesetzt wird.
Zum Vergleich mit dem (S. 224) gegebenen Verzeichnis, aus welchem hervorgeht, dass 26 Städte Frankreichs von mehr als je 50000 Einwohnern zusammen eine Bevölkerung von 2594100 Seelen, 343 Buchdruckereien, 390 lithographische Anstalten, 908 Buchhandlungen und 640 Zeitschriften haben, folgt umstehend eine ähnliche Aufstellung aus dem Deutschen Reiche.
Das Deutsche Reich hat demnach in 42 Städten mit über je 50000 Einwohnern und einer Gesamteinwohnerzahl von 4176000 Seelen 966 Buchdruckereien, 888 lithographische Anstalten, 1737 Buchhandlungen, 1153 Zeitschriften. Nehmen wir zu einem näheren Vergleich die 26 ersten Städte des Deutschen Reichs (von Berlin abgesehen) und stellen sie gegen die 26 Städte Frankreichs, so finden wir, dass erstere 3286000 Einwohner, 769 Buchdruckereien, 730 lithographische Anstalten, 1478 Buchhandlungen, 961 Zeitschriften haben; also gegen letztere ein Mehr von 692000 Einwohnern, 426 Buchdruckereien, 340 lithographischen Anstalten, 470 Buchhandlungen, 321 Zeitschriften aufweisen[164].
| Städte | Einwohnerzahl | Buchdrucker. | Lithogr. Anstalten | Buchhandl. | Zeitschriften |
| Hamburg | 290000 | 100 | 114 | 125 | 59 |
| Breslau | 273000 | 31 | 30 | 53 | 33 |
| München | 230000 | 49 | 38 | 95 | 71 |
| Dresden | 220000 | 43 | 52 | 126 | 61 |
| Leipzig | 149000 | 92 | 69 | 400 | 248 |
| Köln | 145000 | 43 | 32 | 47 | 27 |
| Königsberg | 141000 | 14 | 12 | 25 | 25 |
| Frankfurt a. M. | 137000 | 58 | 45 | 71 | 59 |
| Hannover | 123000 | 32 | 19 | 48 | 38 |
| Stuttgart | 117000 | 38 | 30 | 107 | 98 |
| Bremen | 113000 | 22 | 30 | 26 | 19 |
| Danzig | 109000 | 11 | 8 | 21 | 21 |
| Strassburg | 105000 | 15 | 16 | 26 | 32 |
| Nürnberg | 100000 | 26 | 45 | 40 | 26 |
| Magdeburg | 98000 | 30 | 18 | 38 | 19 |
| Barmen | 96000 | 10 | 31 | 12 | 9 |
| Düsseldorf | 95500 | 20 | 15 | 30 | 11 |
| Chemnitz | 95000 | 14 | 10 | 33 | 10 |
| Elberfeld | 93500 | 16 | 19 | 18 | 7 |
| Stettin | 92000 | 22 | 20 | 18 | 17 |
| Altona | 91000 | 17 | 16 | 14 | 5 |
| Aachen | 85500 | 14 | 13 | 17 | 15 |
| Braunschweig | 75000 | 16 | 12 | 31 | 18 |
| Posen | 75000 | 12 | 8 | 20 | 15 |
| Krefeld | 74000 | 11 | 21 | 10 | 4 |
| Halle | 71500 | 15 | 10 | 35 | 17 |
| Dortmund | 67000 | 10 | 5 | 12 | 12 |
| Mühlhausen | 64000 | 7 | 12 | 4 | 4 |
| Augsburg | 61500 | 13 | 7 | 23 | 19 |
| Mainz | 61000 | 22 | 25 | 24 | 17 |
| Kassel | 58500 | 19 | 14 | 25 | 14 |
| Essen | 57000 | 9 | 5 | 9 | 6 |
| Erfurt | 53500 | 6 | 9 | 12 | 14 |
| Metz | 53000 | 8 | 7 | 15 | 9 |
| Mannheim | 53000 | 11 | 7 | 8 | 11 |
| Würzburg | 51000 | 13 | 7 | 14 | 13 |
| Lübeck | 51000 | 11 | 9 | 10 | 6 |
| Frankfurt a. O. | 51000 | 2 | 5 | 8 | 4 |
| Wiesbaden | 50500 | 16 | 9 | 27 | 22 |
| Görlitz | 50500 | 11 | 4 | 13 | 8 |
| Karlsruhe | 50000 | 17 | 14 | 21 | 15 |
| Darmstadt | 50000 | 20 | 16 | 26 | 15 |
| Summa[164] | 4176500 | 966 | 888 | 1737 | 1153 |
Die Bedeutung von Paris für die graphischen Gewerbe Frankreichs ist bekanntlich eine weit tiefer eingreifende als die der Reichshauptstadt für Deutschland. Sollte der graphische Vergleich auf die Metropole ausgedehnt werden, so müsste man, der Deutschland eigentümlichen Organisation gemäss, Berlin und Leipzig zusammen Paris gegenüberstellen, um einigermassen zu einem richtigen Resultat zu gelangen. In diesem Falle würde dann Leipzig ausfallen und Posen als 26. Stadt einrücken und damit das Mehr der 22 deutschen Städte wesentlich beschränkt werden, nämlich auf: 618000 Einwohner, 346 Buchdruckereien, 279 lithographische Anstalten, 190 Buchhandlungen und 88 Zeitschriften.