Fußnoten:
[203] Hauptquellen: de Jonge, Teil II; „Vie de Tromp“. — Bonfils; Jal: „du Quesne“.
[204] Hauptquellen: de Jonge, Teil II, und „Leben Ruyters“, in letzterem der Bericht Ruyters über die Expedition mit genauen Dispositionen für die Landung auf Martinique.
[205] Hauptquellen: de Jonge, Teil II, dort auch genauere Angaben über die beiderseitigen Streitkräfte; Chab.-Arnault; Bonfils.
[206] Ein Schiff fortbewegen, indem man mit Booten leichte Anker auslegt und sich an diese heranholt.
[207] Hauptquellen: de Jonge, Teil II; „Ruyters Leben“; Jal: „du Quesne“, sehr genau; Bonfils.
[208] Sehr genau in de Jonge und im „Leben Ruyters“, hier auch die genaue Instruktion, die der Admiral erhalten.
[209] Nach de Jonge, Teil II, Beilagen X und XI; Jal: „du Quesne“ und Bonfils geben die Namen der französischen Schiffe.
[210] Schilderung nach „Ruyters Leben“; de Jonge, Teil II; Jal: „du Quesne“: Bericht desselben, viele Privatbriefe, Aktenauszüge über diese Aktion; Bonfils. — Vgl. auch Mahan, Teil I, Seite 155, hier besonders der Hinweis auf die Wahrscheinlichkeit, daß Ruyter mit Absicht die Defensive wählte.
[211] Jal: „du Quesne“, Teil II, Seite 205.
[212] Nach de Jonge, Teil II, Beilage XII, nahezu übereinstimmend mit den anderen Hauptquellen; A. Jal gibt in „du Quesne“, Teil II, Namen der französischen und spanischen Schiffe und Kommandanten, für letztere die Armierung nach offiziellen spanischen Angaben.
[213] Schilderung der Schlacht nach de Jonge, Teil II; „Leben Ruyters“; Jal: „du Quesne“; Bon fils. Diese Quellen weichen etwas voneinander ab, aber kaum wesentlich für die Beurteilung der Schlacht.
[214] Backbrassen heißt, das Schiff durch Stellen der Segel eines Mastes gegen den Wind zum Stillstand bringen.
[215] Wörtlich im „Leben Ruyters“, darunter auch die Schreiben des Großen Kurfürsten.
[216] Quellen wie bei „Agosta“.
[217] Um ein Schiff vor Anker in jeder beliebigen Lage zum Winde festlegen zu können, wird vom Heck aus eine Trosse außenbords herum nach vorn genommen, auf die Ankerkette gesteckt und nach Bedarf eingeholt.
[218] Genauer in de Jonge, Teil II, und „du Quesne“, Teil II.
[219] Näheres de Jonge, Teil II, Seite 653 mit Schilderung kleiner Gefechte zwischen Kriegs- und Freibeuter-Geschwadern beider Seiten, besonders auch der Operationen gegen die Freibeuterei Dünkirchens; auch Bonfils, Teil I, Seite 223, hier erstes Auftreten Jean Barts.
[220] Die früheren Kriege Dänemarks und Schwedens und ihre Marinen vgl. Seite 44, 109, 148, 239. Die Quellen dort auch hier gültig. Über die Beteiligung der Holländer siehe de Jonge, Teil II, Seite 153, und „Vie de Tromp“.
[221] Schon jetzt erhielt er den Elefantenorden. Als er dafür aber an Gebühren 2000 Taler zahlen mußte, soll er, sparsam veranlagt, gesagt haben: „Maar duivel! het beestje komt mij een beetje duur te staan.“ (De Jonge.)
[222] Näheres z. B. von Borke, „Die brandenburg-preußische Marine und die afrikanische Kompagnie.“
[223] Clowes, Teil II, Seite 450, gibt die Operationen und manche recht interessante Gefechte genau. Es findet sich dort auch die Bemerkung, daß England 1674–78 sehr von französischen Freibeutern im Kanal zu leiden hatte. Diese, gegen Holland bestimmt, nahmen es wie üblich mit ihren Angriffsobjekten nicht so genau. Der König beschränkte sich auf erfolglose Vorstellungen in Paris. Das Volk mußte den Schaden tragen, merkte es sich aber. — Ebendort auch Angaben über Gefechte mit Piraten in Ost- und Westindien.
[224] Nähere Angaben in de Jonge, Teil III.
[225] Geschildert nach du Sein, Bonfils und Jal: „du Quesne“, hier besonders die Expeditionen sehr genau, die dieser Admiral führte.
Die politischen Verhältnisse, die den Krieg herbeiführten. Der jetzt zu besprechende Seekrieg ist der Anteil, den die Kriegführung zur See an dem großen europäischen Kriege 1688–1697 — dem Pfälzischen Erbschaftskriege, auch la guerre de la Ligue d'Augsbourg oder der Orleanssche Krieg genannt — genommen hat. Die Kriegführung zur See in diesem spielt scheinbar eine untergeordnete Rolle. Wenig große Seeschlachten werden geschlagen, nur bei den Versuchen Ludwigs XIV., in England die Stuarts wieder einzusetzen. Der Einfluß der Kriegführung zur See war aber tatsächlich für den Verlauf des ganzen Krieges doch so bedeutend, daß wir ihn wohl zu den großen Seekriegen rechnen können; die eben hochgekommene französische Marine verschwindet in Folge dieses Krieges wieder auf ein halbes Jahrhundert fast ganz von dem Meere.
Mit dem Frieden von Nymwegen (1678) stand Ludwig XIV. auf der Höhe seiner Macht und nutzte sie aus. Durch die berüchtigten Reunionskammern — 1678 und 1679 von ihm in Metz, Breisach, Besançon und Tournay eingesetzt — ließ er sich alle Gebiete zusprechen, die vormals irgendwann und irgendwo mit den durch den Westfälischen oder Nymweger Frieden von Frankreich neuerworbenen Ländern zusammengehangen hatten (deshalb eben: „Wiedervereinigungs“-Kammern). Auf Grund dieser Ansprüche nahm er dann an 600 Herrschaften, Städte und Orte in Deutschland und in den spanischen Niederlanden (hier auch Luxemburg) in Besitz. Das Deutsche Reich konnte nur Einspruch dagegen erheben; hierauf antwortete Ludwig gar mit der Besetzung Straßburgs am 30. September 1681. Österreich war seit 1678 durch Empörungen in Ungarn bedrängt. Hier hatte man die Türken zu Hilfe gerufen, die bis Wien kamen (entsetzt durch Sobieski 1683); auch der Große Kurfürst ließ den Kaiser im Stich, aus Verdruß über das ihm widerfahrene Unrecht. So sah sich der Kaiser, und mit ihm Spanien und Holland, sogar gezwungen, 1684 mit Frankreich einen Waffenstillstand (Regensburg) abzuschließen, in dem die Ansprüche auf die Reunionen anerkannt wurden. Ludwig behielt auch Straßburg, Luxemburg und das 1681 vom Herzog von Mantua gekaufte Casala: drei wichtige strategische Punkte für Unternehmungen nach Norden, Osten und Süden; von seiner gewalttätigen Züchtigung der kaiserlich und spanisch gesinnten Stadt Genua (1684) haben wir gehört.
Ludwig hatte sich aber durch sein Vorgehen neue Feinde geschaffen und alte Freunde entfremdet; alles sah sich geschädigt — selbst der König von Schweden im Herzogtum Zweibrücken und der Papst durch die Gründung der selbständigen französischen Kirche — oder doch bedroht. Auch seine innere Politik sollte dazu beitragen, die Machtstellung Frankreichs zu gefährden; auf diesen Punkt wird später näher eingegangen werden. Trotzdem trat er mit einer neuen Forderung hervor. Als 1685 der Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz starb, beanspruchte Ludwig die Allodialgüter der ausgestorbenen Linie; er erhob diesen Anspruch, bald auf die ganze Pfalz ausgedehnt, im Namen seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte (Schwester des verstorbenen Kurfürsten und Gemahlin des Herzogs von Orleans).
Wenn nun aber auch die Erbitterung in allen Staaten Europas tief und allgemein war, so fehlte ihr zur Betätigung doch noch die Organisation und Leitung; auch durfte Ludwig immerhin mit einem Rückhalt an den Stuarts in England rechnen. Die Veränderung der Verhältnisse hier — die Revolution, die Wilhelm von Oraniens Thronbesteigung zur Folge hatte — sollte das Vorgehen Gesamteuropas gegen Frankreich nun beschleunigen.
Karl II. hatte immer noch genügend monarchische Gewalt gehabt, die politische und religiöse Feindschaft des englischen Volkes gegen Frankreich einzudämmen. Er starb 1685. Sein Nachfolger Jakob II. schloß sich nun noch enger an Ludwig an und ließ sich durch seinen katholischen Glaubenseifer zu Handlungen hinreißen, die das Volk dahin brachten, des Königs protestantische Tochter Maria (Gemahlin Wilhelms von Oranien; dieser selbst Enkel Karls I. von mütterlicher Seite) für den Thron ins Auge zu fassen.
Wilhelm von Oranien war von seinem ersten Auftreten an vor die Aufgabe gestellt, den Eroberungsplänen Ludwigs entgegenzutreten; er blieb ihr bis zu seinem Tode treu. Von einer Besteigung des englischen Thrones erhoffte er nicht nur eine Erhöhung seiner Stellung, sondern auch die Erfüllung seines glühendsten politischen Wunsches, die Macht des französischen Königs zu brechen. Er wurde die Seele der gärenden Bewegung in Europa. Zunächst versöhnte er Brandenburg mit dem Kaiser und mit Schweden, Holland mit Spanien und brachte ein Bündnis dieser Staaten zustande, dem die meisten deutschen Fürsten beitraten (den Augsburger Bund, Juli 1686).
Während dieser diplomatischen Schachzüge fand von seiten Hollands und Frankreichs eine Flottendemonstration statt. Ludwig versuchte Dänemark an sich zu ziehen, den einzigen Staat, der von ihm nicht geschädigt war. Dadurch entstand (1683) eine Spannung zwischen Dänemark und Schweden; jenes rüstete zu Lande und zu Wasser mit französischer Unterstützung und näherte sich Brandenburg, das noch nicht mit dem Kaiser versöhnt war. Nun beschloß Holland die Sendung einer Flotte von 24 Linienschiffen nach der Ostsee zum Schutze seines Handels, aber auch gegebenen[412] Falles zur Unterstützung Schwedens, oder gar um Truppen nach Deutschland zu führen. Frankreich kam ihm zuvor, Juni 1683 traf ein Geschwader von 13 Linienschiffen zum Schutze Dänemarks in Kopenhagen ein. Die holländische Flotte ging im August in See, kreuzte in der Nordsee und erreichte erst Ende Oktober Gothenburg; die öffentliche Meinung in Holland billigte aus Furcht vor Frankreich den Schritt nicht. Da sich die Verhältnisse zwischen Dänemark und Schweden friedlicher gestaltet hatten, ging das französische Geschwader schon im September in die Heimat zurück; auf die Kunde hiervon kehrten auch die Holländer heim.
Vorläufig war es nur ein Defensivbündnis und noch nicht stark genug zum Handeln. Noch war Österreich nicht frei im Osten, wenn es auch 1683 die Türken in Ungarn in die Defensive gedrängt und immer weitere Erfolge gehabt hatte (Ofen erobert, September 1686). Noch fehlte es an Geld, die Niederlande waren trotz Oraniens Wunsch nicht willens, wieder den Bankier für einen Staatenbund abzugeben; sie waren auch noch nicht geneigt, Oraniens Absichten auf England mit Schiffen und Geld zu unterstützen, weil sie wußten, daß dies sofort einen Krieg mit Frankreich herbeiführen würde; Oranien selbst war auch wohl seiner Sache dort noch nicht sicher genug. Neue Ereignisse brachten die Angelegenheit in Gang.
Im November 1687 nahm Ludwig die Handelszugeständnisse zurück, die er im Frieden von Nymwegen den Holländern gemacht hatte, und drohte dadurch ihren Handel schwer zu schädigen.
Nun schlug die Stimmung in den Niederlanden um; es gelang Oranien mit Hilfe einiger vertrauter Staatsmänner, sich die Bereitschaft von Kriegsschiffen für das kommende Jahr zu sichern sowie Gelder zum Mieten von Truppen und Transportern zu verschaffen; beides geheim und unter anderen Vorwänden.
Im Juni 1688 wurde in England ein Thronfolger geboren. Die Furcht, das katholische Königstum auch nach Jakob II. fortgesetzt zu sehen, brachte die englische Nation fast allgemein dazu, jetzt Maria und Wilhelm wirklich herbeizurufen. In Köln starb 1688 der Kurfürst. Die französische Partei wählte den französisch gesinnten Wilhelm von Fürstenberg; Kaiser und Reich (auch der Papst) erkannten ihn nicht an, französische Truppen setzten ihn ein und beschützten ihn in Bonn, während Köln ihm die Tore verschloß und mit Hilfe Brandenburgs entgegentrat. So war ein erster Zusammenstoß da und Ludwig erachtete überhaupt die Zeit für den Angriff seinerseits gekommen, ehe der Augsburger Bund völlig kampfbereit sein würde und einen tatkräftigen Führer erhielte. Österreich hatte 1687 neue Erfolge gegen die Türken errungen (Sieg bei Mohacs) und Ungarn wieder ganz unterworfen, konnte also bald seine volle Kraft nach Westen verwenden; anderseits wußte Ludwig Oranien zur Zeit in erster Linie mit seinen englischen Plänen beschäftigt.
Ludwig erklärte deshalb am 24. September 1688 den Krieg an Deutschland und fiel sofort in die Rheinlande ein. Diese Gelegenheit benutzte wieder Oranien, seinen Übergang nach England auszuführen; die Vorbereitungen waren nahezu vollendet, die Niederlande stimmten jetzt auch offiziell zu, die Ausführung wurde allerdings durch Wetterverhältnisse verzögert. Er landete am 15. November bei Torbay und trat dann, sobald er schnell und unblutig festen Fuß gefaßt hatte (18. Februar 1689 wurden Wilhelm III. und Maria zu gleichem Recht auf den für erledigt erklärten Thron erhoben; Jakob floh nach Frankreich), auch für England dem Augsburger Bunde bei; an Holland hatte Ludwig den Krieg erklärt, als er von dem Zuge Oraniens Kenntnis erhielt. Durch Englands und endlich Savoyens Beitritt wurde der Bund zur großen Wiener Allianz von 1689 erweitert.
Ein französischer Autor sagt zutreffend: „Die Revolution in England führte den Krieg von 1688 herbei und dieser Krieg ermöglichte wiederum die englische Revolution.“
So mußte Frankreich gegen ganz Europa einen Krieg ohne einen einzigen Bundesgenossen führen, und es war eingetreten, was seine Politik sonst stets gefürchtet und deshalb bisher verhütet hatte: die Seemächte England und Holland waren verbündet. Sie waren sogar unter demselben Herrscher vereinigt.
Diese letzte Tatsache war die Folge kaum begreiflicher Fehler der Könige Ludwig und Jakob: Ludwig hatte Jakob unablässig und dringend vor den Plänen Oraniens gewarnt und ihm Unterstützung durch Truppen, Geld und Schiffe angeboten. Der englische König schlug alles ab, entweder weil er seiner Flotte unbedingt traute (hiervon später) oder weil er fürchtete, daß bei der Stimmung des englischen Volkes das Eingreifen der Franzosen eine Katastrophe beschleunigen würde. Vielleicht trat eine Unterschätzung der Gefahr hinzu, um so mehr, da ein früherer Versuch gegen seinen Thron leicht niedergeschlagen worden war.
(1685 hatten der Herzog von Monmouth und der Graf von Argyll einen Versuch gemacht, Aufstände in England und Schottland zu erregen. Sie landeten von Holland aus mit einigen wenigen Schiffen und Truppen in Dorsetshire und an der Westküste Schottlands, wurden jedoch beide bald überwältigt und hingerichtet.)
Aber auch Ludwig scheint bei der Hartnäckigkeit, mit der er seine Ziele auf dem Festlande im Auge hatte, diesen Umstand nicht genügend gewürdigt zu haben. Er begann einen schweren Krieg im Osten und bedachte dabei nicht, daß die im Herzen feindliche englische Nation in seiner Flanke darauf brannte, in den Kampf gegen ihn einzutreten, und hierzu nur eines Führers bedurfte. Wenn er Holland zu Lande angriff und seine Flotte — zu dieser Zeit selbst der vereinten englischen und holländischen überlegen — in den Kanal schickte, so konnte er Oranien in den Niederlanden festhalten; wenn dies rechtzeitig geschah, so wäre auch vielleicht das Verhalten der englischen Flotte ein anderes gewesen. Während der Vorbereitungen zu Oraniens Expedition und während der späteren Verzögerung ihres Abganges bestürmten der französische Gesandte im Haag und der Marineminister Seignelay den König, die Flotte auslaufen zu lassen, aber vergeblich. (Des Kriegsministers Louvois Einfluß gegenüber dem Seignelays'?)
Allgemeiner Verlauf des Pfälzischen Erbschaftskrieges und Kennzeichnung der Kriegführung zur See in diesem. Wenn der Kampf zur See scheinbar nur eine untergeordnete Rolle spielt und ihm deshalb auch in den meisten Geschichtswerken (selbst seekriegsgeschichtlichen) nur eine dementsprechende Beachtung geschenkt wird, so hat dies seinen Grund darin, weil nur wenige große Seeschlachten auf einem Nebenkriegsschauplatze geschlagen werden. Der Landkrieg und der Seekrieg stehen nur wenig im Zusammenhange, besonders nicht in den Jahren, in denen der Landkrieg am erbittertsten geführt wurde; nur im Kampfe um Irland und gegen Ende um Katalonien greifen sie ineinander ein. So genügt es denn, von dem Verlaufe des großen europäischen Landkrieges hier nachstehende kurze Zusammenfassung zu geben und auch später nur andeutend auf ihn zurückzukommen.
Die Schauplätze des Landkrieges waren die spanischen Niederlande, der Unterrhein, die Pfalz, Savoyen (Piemont) und Spanien (bes. Katalonien); Irland trat durch den Einfall Jakobs II. dort hinzu. Wie im vorigen Kriege waren die Waffen Frankreichs im allgemeinen glücklich: Ludwig gebot über tüchtige, von Condé und Turenne erzogene Generale, über eine gute und einheitliche Armee von 150000 Mann; Vauban hatte Frankreich — in dessen Besitz überall wichtige Stützpunkte und Waffenplätze übergegangen waren — zu einem verschanzten Lager gemacht.
Am Oberrhein erfolgte die furchtbare Verwüstung der Pfalz im Herbst 1688 und Frühjahr 1689 unter Melac, wobei Speier, Worms, Heidelberg, Mannheim und Hunderte von kleinen Orten verbrannt wurden. Ein ernster Widerstand war nicht möglich: Bayern zeigte sich lässig; der größere Teil der österreichischen Macht war noch in Ungarn beschäftigt; den Verbündeten mangelte das Zusammenwirken, da der österreichische Führer (Caprara) mit dem brandenburgischen (Schöning) stets im Streite lag und der holländische (Waldeck) sich unfähig erwies. 1689 gelang es nur, Mainz wieder zu erobern (Sachsen und Bayern) und die Franzosen mit dem von ihnen eingesetzten Kurfürsten aus dem Kölnischen zu vertreiben. Sonst drangen die Franzosen weiter vor bis Frankfurt, Rothenburg, Göppingen und Ulm, welche Plätze sich hielten; selbst von Bamberg, Nürnberg und Würzburg wurde mit Erfolg Kontribution gefordert, und in Stuttgart ließ die Regierung den Feind hinein; Melac wollte auch diese Stadt verbrennen, wurde aber durch Karl von Baden mit schwäbischen Kreistruppen und aufgestandenen Bauern aus Schwaben vertrieben. 1690 wurde auch Waldeck (Holländer, Spanier, Reichstruppen) bei Fleurus vom Marschall Luxembourg geschlagen und die Franzosen errangen Erfolge in Piemont und an der spanischen Grenze.
Die Seele des Bundes, Oranien, war bisher noch in England unabkömmlich gewesen. Jakob II. war im März 1689 in Irland gelandet, von Frankreich unterstützt und gedeckt durch eine französische Flotte (Seegefecht vor Bantrybay). Mit Ausnahme des vorwiegend protestantischen Ulster fiel ihm ganz Irland zu. Oranien aber gelang es, trotz der französischen Flotte Truppen hinüberzuschaffen und im Juni 1690 selbst hinüberzugehen, Jakob schließlich in der Schlacht am Boyne (11. Juli 1690) völlig zu schlagen und aufs neue zur Flucht nach Frankreich zu zwingen; Oraniens Herrschaft war von diesem Zeitpunkt an als gesichert anzusehen. Selbst der Seesieg der Franzosen bei Beachyhead (10. Juli 1690), in dem die vereinigte englisch-holländische Flotte für dieses Jahr vollständig außer Gefecht gesetzt wurde, konnte Jakobs Sache nicht mehr retten; schwache Versuche der französischen Flotte, nach ihrem Siege an der englischen Küste aufzutreten, blieben erfolglos.
Das Jahr 1691 brachte auf dem Festland einen Stillstand der französischen Erfolge, auch ein Zurückgehen der Franzosen am Oberrhein. Oranien erschien eben nun mit einem Hilfskorps in Holland und, was vielleicht noch mehr Einfluß hatte, Louvois starb. Dieser Stillstand war aber nur von kurzer Dauer; Oranien mußte bald nach England zurück und sofort errang Luxembourg Vorteile über Waldeck (z. B. Sieg bei Leuze im Hennegau, September 1691) und im Jahre 1692 eröffnete Ludwig den Feldzug wieder mit äußerster Energie.
Es wurde eine große Landung in England geplant — ein letzter mächtiger Versuch im Interesse Jakobs — und zugleich auf dem Festlande überall kräftig vorgestoßen. Gegen Holland zog der König selbst, unter ihm Vauban und Luxembourg; hierher war Oranien Anfang des Jahres mit neuen Truppen zurückgekehrt, er war jedoch nicht glücklich im Felde. Namur wurde genommen (Vauban gegen Coehoorn, die beiden berühmten[415] Ingenieure), Oranien selbst mit einem 75000 Mann starken spanisch-holländisch-deutschen Heere bei Steenkirchen von Luxembourg, wenn nicht geschlagen, so doch unter starkem Verluste aufgehalten. Catinat drang siegreich in Piemont (Schlacht bei Marsaille in der Nähe Turins), Noailles in Spanien (Schlacht am Terr) vor; auf beiden Flügeln so im Vorteil, brachen die Franzosen in der Mitte wieder in Deutschland den Neckar entlang ein. Auch 1693 konnten die Franzosen noch Erfolge verzeichnen: Im Juli siegte Luxembourg nochmals bei Neerwinden über Oranien, dieser jedoch behauptete stets mit Hartnäckigkeit und Ausdauer das Feld; am Oberrhein erfolgten neue Raubzüge, ungestraft wegen Uneinigkeit der gegnerischen Führer; aber auch hier setzte Ludwig von Baden, als kaiserlicher Feldherr jetzt, in einer Verteidigungsstellung bei Heilbronn dem Vordringen eine Grenze.
Dagegen hatte der Plan einer Invasion in England mit einer völligen Niederlage der Franzosen (Seeschlacht bei Barfleur und La Hogue, 29. Mai 1692, und die nächsten Tage) geendet. Der Seekrieg hatte bis dahin mit dem Landkriege auf dem Festland in keinem Zusammenhang gestanden. Die französische Flotte war verwendet zur Unterstützung des Aufruhrs in Irland und zu Versuchen, England anzugreifen; die Seestreitkräfte der Verbündeten zur Abwehr. Jetzt verschwand die französische Flotte als solche vom Meere. Man focht auf dem Meere in erster Linie um den Handel, und die Verbündeten versuchten daneben, von See her in den Landkrieg einzugreifen: Durch Bedrohung der französischen Küsten und durch Unterstützung der Spanier in Katalonien. Das letztere setzte den Erfolgen der Franzosen ein Ziel, als Ludwig im Jahre 1694 hier noch einmal kräftig vorstieß. Der Kampf um den Seehandel war aber von noch bedeutenderem Einfluß; besonders von Frankreich mit großem Erfolge geführt, schädigte er England und Holland sehr. Von 1694 an wurde der Krieg von beiden Seiten lauer geführt, außer der Rückeroberung Namurs 1695 durch Oranien treten keine Ereignisse von Bedeutung mehr ein; auf beiden Seiten wünschte man den Frieden. Ludwig gelang es schon 1696, Savoyen durch Rückgabe seines ganzen Gebietes zu befriedigen und so den Bund zu schwächen. Spanien zeigte sich am hartnäckigsten, wurde aber dadurch zum Nachgeben gezwungen, daß Ludwig 1697 noch einmal ihm gegenüber Vorteile errang. Von den englisch-holländischen Seestreitkräften nicht mehr unterstützt, wurde es in die Enge getrieben (Barcelona fiel), gleichzeitig bedrohte ein französisches Geschwader seine westindischen Kolonien (Cartagena). Durch Schwedens Bemühungen trat im Mai 1697 ein erfolgreicher Friedenskongreß in Ryswijk zusammen.
Der Krieg endete mit dem Frieden von Ryswijk (20. September 1697, Spanien, Holland, England; 30. Oktober Kaiser und Reich), da beide Parteien erschöpft und des Kampfes müde waren.
In Deutschland war der gute Wille, sich der Franzosen zu erwehren, durch Neid unter den Fürsten und durch französische Umtriebe immer mehr erlahmt. England und Holland, die auf seiten der Verbündeten allein die Kosten getragen hatten, waren durch den Kreuzerkrieg schwer geschädigt worden. Sie waren unter diesen Umständen (in Holland brach 1695 gar ein Volksauflauf wegen der hohen Kriegssteuern aus) zum Frieden geneigt und rechneten wohl damit, besonders England, auch jetzt schon genügende Vorteile zu erringen. Frankreich war trotz des Reichtums, den das Land barg, erschöpft durch den Riesenkampf gegen ganz Europa, verbunden mit dem Rückgange der wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande.
Diese Erschöpfung Frankreichs, unter der besonders auch seine Marine litt — der tatsächliche Verlust an Schiffen war keineswegs der Grund ihres schon während des Krieges eintretenden Verfalls; diese Materialeinbuße wäre leicht[416] zu verschmerzen gewesen —, war eine natürliche Folge der Politik Ludwigs, seiner inneren wie seiner äußeren. Selbst die ungeheuern Opfer, die der Riesenkampf forderte, hätte das an sich sehr reiche Land wohl tragen können, wenn Colberts Pläne voll verwirklicht wären und Zeit gehabt hätten, genügend zu wirken. Colberts Reformen (vgl. Seite 315 „Colberts Tätigkeit“) hatten bis zum Jahre 1672 schon großen Erfolg gehabt. Die Produktion auf landwirtschaftlichem und industriellem Gebiet hatte zugenommen, die westindischen Kolonien blühten auf, der Seehandel hatte sich verdoppelt; der allgemeine Wohlstand war gewachsen. Frankreich, das bei Ludwigs Thronbesteigung unter Schulden und Unordnung seiner Finanzen litt, erfreute sich bei Ausbruch des Krieges 1672 gerade geordneter Verhältnisse.
Der sechs Jahre dauernde Krieg untergrub aber schon die von Colbert geschaffene Grundlage: Die ackerbauende Bevölkerung, die Industrie, Handel und Kolonien wurden durch ihn zu lange lahm gelegt; die ungeheuren Kosten erschütterten die Ordnung in den Staatsfinanzen, nur mühsam konnte Colbert diese von nun an noch aufrecht erhalten. Beim Frieden von Nymwegen wäre es wohl noch wieder gut zu machen gewesen, aber wie erwähnt, wurden nur Bedingungen durchgesetzt, die zwar vorteilhaft für Landzuwachs, aber nicht für Hebung der Produktion und des Handels waren. Nach Colberts Tode wurden seine Wege ganz verlassen und an die Stelle der produktiven Wohlfahrtspolitik trat immer mehr ein nur nach Steuerkraft ringendes Verfahren. Auch durch sein Vorgehen gegen die Hugenotten (Dragonaden 1683; Aufhebung des Edikts von Nantes 1685) hatte Ludwig die Produktionskraft des Landes geschädigt, indem er ein Element geistiger und wirtschaftlicher Kraft zerstörte.
Die Feindschaft mit ganz Europa schloß nun von 1688 an auf lange Jahre Frankreich zu Lande und zu Wasser von dem Verkehr mit allen anderen Völkern ab und kein Land kann sich auf die Dauer aus sich allein heraus gedeihlich erhalten; nicht ohne Grund hatten Richelieu und Colbert eine eigene Macht zur See und ein freundschaftliches Verhältnis mit Holland angestrebt. Ludwig verwarf dieses mächtige Hilfsmittel im stolzen Vertrauen auf seine Stärke und auf seine unumschränkte Herrschaft im Lande.
In diesem Kriege rechtfertigte Frankreich noch dieses Vertrauen durch seine, im ganzen genommen, standhafte Haltung ganz Europa gegenüber. Es machte im Felde zwar keine dauernden Fortschritte, wich aber auch nicht zurück; die Friedensbedingungen fielen aber doch schon recht nachteilig aus. Im bald folgenden nächsten Kriege aber war wohl noch dieselbe Tatkraft, jedoch nicht mehr die nötige Lebenskraft vorhanden; Frankreich wurde überall zurückgeschlagen und an den Rand des Verderbens gebracht.
Die Bedingungen des Friedens — zum ersten Male in französischer, nicht wie bisher in lateinischer Sprache abgeschlossen — waren für Ludwig XIV. ungünstig: Frankreich verlor fast alles, was es im Frieden von Nymwegen gewonnen, was es in den Friedensjahren sich angeeignet oder in den Kriegsjahren erobert hatte; nur die Reunionen im Elsaß sowie Straßburg blieben in seiner Hand. Es erkannte Oranien als König von England an und gewährte den beiden Seenationen Handelsvorteile, die dem Gedeihen der eignen Seemacht höchst nachteilig waren.
Vergegenwärtigen wir uns nun nach der kurzen Zusammenfassung des Gesamtkrieges die Beteiligung der Seestreitkräfte an ihm und damit den Einfluß der Seemacht[226], um an der Hand dieser Betrachtung später die kriegerischen Ereignisse zur See der Zeit nach zu besprechen.
Zuerst fanden die Flotten Verwendung in den Kämpfen, die die englische Revolution hervorrief: Mit Hilfe der holländischen Flotte ging Oranien nach England hinüber, unterstützt durch die französische Marine fiel Jakob in Irland ein; die Flotten beider Parteien mußten dann ihre Armeen auf dieser Insel unterstützen. 1690 versucht die französische Flotte, dem bis dahin erfolgreichen Unternehmen Jakobs in Irland durch einen mächtigen Schlag gegen die Hauptmacht der englisch-französischen Seestreitkräfte auch in England eine günstige Wendung zu geben, jedoch ohne Erfolg; der ähnliche Versuch 1692 — eine Landung in England — endet mit der Niederlage der französischen Flotte.
Nach dieser Niederlage gibt Frankreich den Seekrieg mit Flotten ganz auf und verlegt sich auf den Kreuzerkrieg in großem Maßstabe, den es schon 1691, noch auf die Flotte gestützt, begonnen hatte. Es fügt dem Handel der Gegner andauernd solchen Schaden zu, daß diese zum Frieden geneigt werden. Anderseits schließen aber auch die Verbündeten die Franzosen vom Seehandel ab und greifen mit starken Flotten in den Landkrieg ein; in Spanien mit Erfolg. Endlich gegen Ende des Krieges trägt das Auftreten französischer Seestreitkräfte gegen Spanien zur Beschleunigung des Friedensschlusses bei.
Die Kriegführung zur See zeigt sich also in diesem Kriege doch recht einflußreich, ja, sogar mitentscheidend. Die Beschreibung des Seekrieges und die sich daranschließenden Betrachtungen werden lehren, daß dieser Einfluß noch weit bedeutender hätte sein können, wenn nicht auf beiden Seiten Fehler in der Verwendung der Seestreitkräfte gemacht wären und wenn nicht diese selbst, ebenfalls auf beiden Seiten, in ihrer Leistungsfähigkeit zu wünschen übrig gelassen hätten. Ganz besonders lehrreich ist aber dieser Krieg auch durch die Folgerungen, die man aus ihm über den Kreuzerkrieg ziehen kann.
Über die Streitmittel (anschließend an Seite 312 ff.).
In England hatte der König Karl II. 1678 die Verwaltung der Marine in die Hand einer Kommission gelegt (an ihrer Spitze stand Prinz Rupert), deren Macht jedoch sehr durch den Einfluß des Königs eingeschränkt war; die schon erwähnten Mißstände — Lockerung der Disziplin, Verminderung und Verwahrlosung des Materials — erreichten eine solche Höhe in den nächsten 5 Jahren, daß ein englischer Autor (Campbell) sagt: „Wenn diese Zustände noch weitere 5 Jahre gedauert hätten, so würde die Marine so weit heruntergebracht sein, daß weitere Fehler in ihrer Verwaltung nicht mehr begangen werden konnten.“ Dies sah schon Karl II. 1684 und griff bessernd ein; nach seinem Tode (1685) setzte Jakob II. das Werk fort. Selbst hervorragender Seemann, war dieser sein eigener Marineminister; er erreichte, daß bei Ausbruch des Krieges 1688 wenigstens reichliches Material vorhanden war. Er sollte aber für seine Person keinen Nutzen daraus ziehen, da die Flotte ihn verließ. Mitte Dezember 1688 stand die ganze Marine Wilhelm von Oranien zur Verfügung.
Clowes sagt: „Jakob II. war gegen Ende seiner Regierung als tüchtiger Seemann wohl noch populär in der Marine, erfreute sich aber als König nur geringer Loyalität. Die Marine als Ganzes war sehr antikatholisch und nun machte der König, als Oraniens Einfall drohte, im Juni 1688 einen Katholiken — Sir Roger Strickland — zum Befehlshaber der Flotte; er sandte auch Priester an Bord, um Messe lesen zu lassen; diese entgingen nur mit knapper Not körperlichen Mißhandlungen. Es war kein Ersatz an Mannschaften zu erhalten, da niemand für die katholische Sache fechten wollte. Im September wurde ein anderer Chef ernannt — der Earl of Dartmouth; es war zu spät, das Mißtrauen war zu weit eingerissen, der Einfluß der mit der Revolution einverstandenen Offiziere war zu groß geworden: „Cabals in every fore-castle; political meetings in every cabin.“ Es ist fraglich, ob auch nur ein Drittel der Besatzungen, wenn vor die Frage gestellt, gefochten haben würde.“
Admiral Herbert (später Earl of Torrington) und Kapitän Russell (später Admiral Earl of Oxford) gehörten zu den Hauptparteigängern Oraniens; dieser war unter den Abgeordneten, die Oranien herbeiriefen, jener befehligte zu Wasser dessen Expedition.
Der Schiffsbestand[227] war (vgl. genauer Seite 177):
| Schiffe: Klasse | I. | II. | III. | IV. | V. | VI. | Brander | Mörserboote |
| Kanonen: | 96–100 | 80–90 | 60–74 | 40–54 | 28–32 | 16–20 | ||
| Anzahl: | 9 | 11 | 39 | 40 | 2(12?) | 6 | 26 | 3 |
Es würden dies also etwa 100 Schlachtschiffe (über 40 Kanonen) sein. In den während des Krieges aufgestellten Schlachtflotten werden wir aber keine Schiffe unter 50 Kanonen finden, auch bei den Holländern nur wenige; das Linienschiff rechnet also tatsächlich von 50 Kanonen ab. Selbst die Schiffe von 50–60 Kanonen sind schwach vertreten, sie erscheinen ebenso spärlich wie im vorigen Kriege die 40–50 Kanonenschiffe. Die Hauptkraft der Flotten liegt in 70 Kanonenschiffen und auch die noch schwereren sind vermehrt. Vergleichen wir z. B. den Bestand von Solebay 1672 = 8 zu 80 Kanonen und darüber, 11 zu 60–80 Kanonen und den von Barfleur 1692 = 19 zu 80 Kanonen und darüber, 31 zu 60–80 Kanonen.
Aus der letzten Angabe sehen wir auch, daß 1692 fast alle Linienschiffe über 60 Kanonen bei der Hauptflotte waren, und so war es in den meisten Kriegsjahren der Fall. Auch von den kleineren Linienschiffen (40–60 Kanonen) und von den anderen Fahrzeugen war wohl der größte Teil im Dienst; man hatte stets kleine Geschwader in Westindien und den amerikanischen Gewässern, mit den Holländern vereint ein Geschwader vor Dünkirchen, Kreuzer im Kanal und Nordsee und endlich auch Begleitschiffe für Convois (hiervon wohl eine große Zahl, wie genauere Angaben bei den Holländern zeigen werden). Die Armierung der Schiffe ist früher (Tabelle Seite 170) für 1677 gegeben, vielleicht ist bei der jetzt gebräuchlichsten Schiffsklasse die für 1719 mitgeteilte schon mehr entsprechend. Die Mörserboote wurden stark vermehrt, gerade in diesem Kriege spielten sie eine große Rolle.
Wilhelm III. übergab die Verwaltung und Leitung der Marine — die Geschäfte des Lordhighadmiral — wieder einer Kommission, wie es schon sehr früh 1638, dann unter der Republik und endlich, eben gesagt, unter Jakob II. geschehen war. So entstand die Admiralität mit dem „Ersten Lord“ an der Spitze (der Marineminister) und diese hat seitdem — mit kurzer Unterbrechung unter Königin Anna — fortbestanden. (Von 1696 an erscheint auch fortdauernd der Admiral of the Fleet.) Die Mißstände in der Verwaltung dauerten aber noch länger fort, gerade in diesem Kriege werden wir oft von verzögerter und mangelhafter Ausrüstung der Schiffe hören. Auch in einer anderen Hinsicht lagen die Verhältnisse ungünstig. Wohl weil die innere politische Lage im Lande noch nicht geklärt war, die neue Regierung noch keineswegs feststand, scheint vielfach Mißtrauen in Hinsicht auf Zuverlässigkeit und guten Willen mancher höheren Offiziere geherrscht zu haben. Wir werden sehen, daß Frankreich mit solcher Unzuverlässigkeit rechnete, daß von holländischer Seite die Schuld an Verzögerungen militärischer Operationen dem Einfluß englischer Führer zugeschoben wird; auffallend ist es jedenfalls, wie häufig man einen Wechsel im Oberkommando eintreten ließ — zweimal wird es sogar wieder in die Hände dreier Admirale gleichzeitig gelegt —, wie sehr der jeweilige Chef abhängig von Befehlen der Admiralität war und scheinbar nicht wagte, nach eigener Ansicht zu handeln: Mißerfolge konnten ihn verdächtig machen.
Es ist nicht zu verwundern, daß unter der Einwirkung dieser Umstände die englische Marine in diesem Kriege nicht das leistete, was man bei ihrer Stärke hätte erwarten müssen.
Man liest wohl, daß die holländische Marine[228] von Wilhelm von Oranien vernachlässigt sei, namentlich nachdem dieser den englischen Thron bestiegen habe; es wird sogar angedeutet, daß dies nicht nur geschehen, weil er mehr Interesse für den Landkrieg und somit für das Heer gehabt habe, sondern auch — eben später als König von England — um diesen Nebenbuhler der englischen Marine zu schwächen; man kann aber diese Behauptung nicht anerkennen. In Holland wurden während des jetzt zu besprechenden Krieges recht bedeutende Anstrengungen gemacht, die Seestreitkräfte mächtig zu erhalten, und diese sind sämtlich der Anregung und Einwirkung Oraniens zuzuschreiben. In den ersten Jahren nach dem Frieden von Nymwegen wurde allerdings wenig getan, die Schiffe, namentlich die schweren, in gutem Zustande zu erhalten oder für Ersatz zu sorgen; doch haben wir stets gesehen, daß man in dieser Hinsicht nicht sehr vorsorglich war, wenn die Gefahr vorüber; bei der Erschöpfung des Landes und den Schulden der Admiralitäten nach dem letzten Kriege kann es besonders dieses Mal nicht wundernehmen. Aber schon von 1680 an setzte Oranien seinen Einfluß ein, um die Flotte wieder herzustellen; vielleicht bewogen ihn gerade seine Pläne auf England hierzu.
1682 brachte er den Beschluß durch, 36 Linienschiffe in zwei Raten zu bauen, von denen auch sofort die erste Hälfte auf Stapel gelegt wurde (die zweite Rate folgte erst 1688), und 1685 brachte auf sein Drängen eine Kommission von Abgeordneten der Generalstaaten und der Admiralitäten den Antrag ein, den Gesamtbestand auf 96 Linienschiffe — 20 I. Klasse (80–96 Kanonen), 28 II. Klasse (70–74 Kanonen), 24 III. Klasse (60–68 Kanonen), 24 IV. Klasse (50–54 Kanonen) — und 90 Fregatten usw. (14 bis 44 Kanonen) zu bringen und zu erhalten; hiervon waren zur Zeit nur 50 und 32 vorhanden. Wenn dieser Antrag auch nicht durchging, so wurden doch bis 1692 41 Linienschiffe (über 50 Kanonen), darunter besonders zunächst viele der schwereren, und 31 Fregatten usw. gebaut, so daß in diesem Jahre die geplante Stärke fast erreicht war, obgleich inzwischen schon Verluste eingetreten waren; während der weiteren Kriegsjahre kamen noch gegen 20 Linienschiffe zum Bau.[229]
Im ganzen sind unter Oranien von 1683–1701 93 Linienschiffe (I. Klasse = 15 zu 90–96 Kanonen; 2 zu 80–86 Kanonen; 21 II. Klasse; 29 III. Klasse; 26 IV. Klasse und hiervon 40 allein in Amsterdam, in Friesland nur 4, in den 3 anderen Admiralitäten je 14–18) und 65 leichtere Schiffe (meist zu 30–46 Kanonen) fertiggestellt — diese mit den gewöhnlichen Mitteln der Admiralitäten, für die Linienschiffe hatte Oranien außergewöhnliche Gelder beschafft — und zwar besonders seit 1688, also während des langdauernden kostspieligen Krieges.
Es ist anzumerken: Der holländische Schiffbau, der in früheren Zeiten als Muster für die übrigen Nationen dastand, hatte sich nur wenig weiter entwickelt. In England und namentlich in Frankreich wurde dieser mehr und mehr als Kunst, auf Erfahrung und Theorie gestützt, betrieben, in Holland baute man handwerksmäßig nach altem Brauche weiter; die Schiffe besaßen infolgedessen weniger gute See- und Segeleigenschaften, was sich z. B. besonders den Dünkirchenern gegenüber zeigte. Beweise hierfür findet man: in den Berichten der Admirale; in dem Umstande, daß erwogen wurde, aus England einen Chef des Schiffbauwesens kommen zu lassen (der Vorschlag scheiterte am holländischen Nationalstolz); in dem späteren Ausspruch Peters des Großen, daß er Holland verlassen habe, da hier der Schiffbau nicht auf der Höhe stehe. Im übrigen wurden unter Oranien sonst Hafen- und Werftanlagen erweitert und verbessert.
In betreff der Armierung der Schiffe ist schon öfters erwähnt, daß sie in den Kalibern hinter England und auch Frankreich zurückstand; für die Zeit von 1690–1697 liegen Angaben vor, die dies im Vergleich mit genannten Marinen (Tabelle Seite 170) auffallend zeigen.
De Jonge, Teil III, Beilage X (dort genauer): Es führten
| Ein Seeländer 94 K.-Schiff = 28:24-Pfdr.; 30:18-Pfdr.; 6:12-Pfdr.; 22:8-Pfdr.; 8:6-Pfdr. |
| Ein Maas 90 K.-Schiff = 12:36-Pfdr.; 18:24-Pfdr.; 30:18-Pfdr.; 24:6-Pfdr.; 4:4-Pfdr. |
| Ein Maas 84 K.-Schiff = 28:24-Pfdr.; 28:18-Pfdr.; 22:6-Pfdr.; 6:4-Pfdr. |
| Ein — 74 K.-Schiff = 14:24-Pfdr.; 12:18-Pfdr.; 26:12-Pfdr.; 10:6-Pfdr.; 10:4-Pfdr. |
36-Pfdr. scheinen nur die Schiffe der Maas gehabt zu haben, bei Amsterdam wahrscheinlich nicht, bei den anderen Admiralitäten sicher nicht; bei letzteren führten die 80 Kanonen-Schiffe an Stelle der 24-Pfdr. nur 18-Pfdr.
Im Jahre 1695 wurden auch in Holland die neuaufgekommenen seefähigen Mörserboote gebaut (10 oder 12).
Holland hat in diesem Kriege auch noch stets zu der englisch-holländischen Hauptflotte sein vertragsmäßiges Kontingent gestellt (etwa 30 Linienschiffe = 3/8:5/8) und dazu traten stets ein Geschwader vor Dünkirchen, Kreuzer im Kanal und Nordsee (alles Linienschiffe von 40–50 Kanonen, einige von 50–60 Kanonen) sowie 30–35 Convoi-Begleitschiffe (20–50 Kanonen, meist 30–40 Kanonen).
1690 fehlten bei der Hauptflotte in der Schlacht bei Beachyhead etwa 10 Linienschiffe — sie waren, wie auch in England, nicht fertig und traten erst später hinzu —, es waren aber 10 im Mittelmeer. 1692: bei La Hogue waren 29 Linienschiffe, darunter 8 über 80 Kanonen. 1693: 29 Linienschiffe bei der Flotte, 9 über 80 Kanonen; 6 im Mittelmeer; 14 vor Dünkirchen usw. 1694: Gesamt 49, 11 über 80 Kanonen; 1695: 43; 1696: 40 Linienschiffe. Also waren meistens 45–50 Linienschiffe über 50 Kanonen im Jahre im Dienst.
Es muß schließlich erwähnt werden, daß in diesem Kriege zwar wiederum in einzelnen Jahren Verzögerungen bei der Ausrüstung der Schiffe eintraten (Geldmangel bei den Admiralitäten), daß aber über die Ausführung nicht geklagt wird wie zu Ende des vorigen Krieges; wenn die verbündete Flotte durch mangelhaften Zustand der Schiffe gelähmt wurde, scheint es stets an den englischen gelegen zu haben; auch waren die Holländer in der Innehaltung des Termins für die Aufstellung der Jahresflotte pünktlicher.
Was das Personal anbetrifft, so verfügte die holländische Marine über tüchtige Admirale aus der Schule Ruyters, wie z. B. Almonde, Callenburgh, Evertsen (der „Jüngste“); sie traten nicht so hervor, da die Holländer dem Vertrage gemäß stets unter englischem Oberbefehl fochten. In der inneren Organisation waren durch Oraniens Einfluß verschiedene Einrichtungen verbessert und erweitert, die den Geist des Personals heben sollten: Vermehrung der Kapitäne und Offiziere auf Halbsold, um immer unabhängiger von Aushilfskräften zu werden; überetatsmäßige Kommandierung dieser an Bord, um sie in Übung zu erhalten; Instruktionen für Dienstbetrieb und Disziplin, für Verpflegung und Gesundheitspflege. Die Bemannungsfrage war wieder schwierig: der Krieg war nicht so volkstümlich wie der gegen England; Seefahrt und Fischerei wurden im allgemeinen nicht eingestellt, man wollte die Einkünfte daraus nicht verlieren und fürchtete bei der langen Dauer des Krieges, der Handel würde in andere Hände übergehen; die Freibeuterei lockte mehr durch freieres Leben und größeren Gewinn; der Zudrang aus Schweden und Dänemark fiel aus, da auch hier infolge eines drohenden Zusammenstoßes größere Flotten in Dienst gehalten wurden, Fremde kamen nur noch zahlreich von Bremen und Hamburg. Ähnliche Maßnahmen wie früher wurden ergriffen: Zeitweises Verbot der Schiffahrt, wenn die Flotte in Dienst gestellt wurde, oder Verpflichtung der Rhedereien, Leute zu stellen. Der Versuch, ein festes Matrosenkorps zu gründen (1688 etwa 7000 Mann), scheiterte an der Abneigung der seemännischen Bevölkerung, doch gelang es meist, schon im Winter, wenn die Schiffahrt daniederlag — und die Matrosen der Kauffahrer oder der vorjährigen Flotte ihr Erspartes nach Seemannsart bald verjubelt hatten —, eine Reserve von etwa 9000 Mann für das nächste Frühjahr anzuwerben. So wurde der Bedarf, 16–18000 Mann in einigen Jahren 20000, stets gedeckt, man findet keine Klagen hierüber und das holländische Personal errang in diesem Kriege mehrfach das Lob Oraniens.
Das in den beiden letzten Kriegen vorhandene Seesoldatenkorps war wieder aufgelöst, obgleich es sich so gut bewährt hatte. Da die Seeoffiziere besonders den Verlust des gut geschulten Gewehrfeuers bedauerten, sicherte sich die Admiralität von Amsterdam einige Kompagnien der Landtruppen dieser Provinz zur Einschiffung.
So kann man wohl nicht sagen, daß die holländische Marine schon unter Oranien vernachlässigt sei, um so weniger, wenn man die doch schon beginnende Erschöpfung des Landes in Betracht zieht. Auch wenn der König in England war, verhandelte er eifrig — auch mündlich — mit den Vertrauten, die jetzt die Seele des Seewesens in Holland waren: Der Ratspensionär von Holland, Heinsius (vor ihm Fagel, der unmittelbare Nachfolger de Witts), und der Sekretär der Admiralität Amsterdam, de Wildt; dieser war Vertreter des Statthalters im Seewesen, ein Generalleutnantadmiral wurde nach Tromps Tode nicht wieder ernannt.
Daß die Ansicht (sogar durch holländische Schriftsteller) später ausgesprochen ist, Oranien habe die Marine verfallen lassen, erklärt de Jonge mit folgenden Umständen: Mit Ruyters Tode habe Brand, dem die besten Überlieferungen der früheren Kriege zu danken („Leben Ruyters“), aufgehört zu schreiben, Archive usw. seien früher schwer zugänglich gewesen und so hätten genaue Angaben über den Umfang der Indienststellungen und über die Leistungen der Marine gefehlt. Große Ereignisse und Erfolge seien in diesem Kriege selten gewesen; England sei mehr hervorgetreten, da es die größere Zahl der Schiffe und die Oberbefehlshaber gestellt habe.
Wenn Oranien damit einverstanden war, daß Holland so eine zweite Rolle spielte, so braucht man darin allerdings noch keine böse Absicht zu erkennen. Es ist nicht auffallend, daß die Republik mehr zu dem Landkriege, der ihre Grenzen berührte, herangezogen wurde als England; hiermit aber war die jetzt einflußreiche Partei, die aristokratische, wohl sehr einverstanden; wir wissen, daß sie stets das Landheer vor der Marine begünstigte.
De Jonge hebt dann ausdrücklich hervor: Was in Marinesachen geleistet, sei nur Oranien zu verdanken, er habe stets auf noch mehr hingestrebt; wenn dieses nicht erreicht sei, so seien andere Gründe schuld gewesen. (Es sind die uns bekannten: Parteiwesen, Uneinigkeit der Provinzen, Vielköpfigkeit der Regierung; eine äußerste Anstrengung war nur zu erreichen, wenn der Republik das Feuer auf den Nägeln brannte.) Der Verfall der Marine sei erst nach Oraniens Tode eingetreten.
Wir haben die Entwicklung der französischen Marine[230] bis zum Beginn des dritten englisch-holländischen Krieges verfolgt und gesehen, wie Colbert in wenigen Jahren die Seestreitkräfte Frankreichs auf fast gleiche Höhe mit denen Englands oder Hollands brachte, wenigstens was das Material anbetrifft. In derselben Weise arbeitete er weiter.
Für das Jahr 1681 wird der Schiffsbestand auf 70 Linienschiffe über 50 Kanonen und auf 170 Segel insgesamt angegeben; unter Colbert wurden die verbesserten Mörserboote gebaut, die dann auch die anderen Marinen einführten. Mit du Quesne wirkte er für die Ausbildung und Disziplinierung des Personals, besonders der Offiziere; der Krieg mit Holland im Mittelmeer (1674–78), der Kampf mit den Barbaresken später gaben Gelegenheit zum Sammeln von Erfahrungen, und seit dem Frieden von Nymwegen wurden stets große Übungsgeschwader im Dienst gehalten; in Kriegs- und Friedenszeiten waren nichtbeschäftigte Offiziere, auch Kommandanten, überetatsmäßig an Bord kommandiert. Wie früher Artillerie- und Navigationsschulen, so wurde 1680 eine Schiffbauschule gegründet; mit Bau der Mörserboote errichtete man besondere Bombardierkompagnien. So schritt die Entwicklung der Marine unter Colbert stetig fort, trotzdem daß er in seinen letzten Jahren schon mit Finanzschwierigkeiten im Lande zu kämpfen hatte; wenn wir sahen, daß schon 1678 die Ausrüstung der Flotte zu wünschen übrig ließ, so scheint dies mehr an Reibungen zwischen den Verwaltungs- und Kommandobehörden gelegen zu haben, denn die französischen Quellen heben ausdrücklich hervor, daß Colbert noch leistungsfähige Werften und wohlgefüllte Magazine hinterlassen habe.
Nach Colberts Tode aber (1683) ging mit dem Verfall seiner anderen Schöpfungen auch die Marine bald zurück. Ludwig hatte kein Interesse für das Seewesen; er wünschte zwar eine Kriegsmarine für seine Kriege, aber er konnte oder wollte nicht einsehen, daß die Kriegsmarine wenig Zweck und keine Lebensfähigkeit habe, wenn Industrie, Handel und friedliche Schiffahrt zugrunde gingen. Es kam hinzu, daß die Nachfolger Colberts als Marineminister wie Ludwig dachten oder gar die Flotte selbst als Waffe gering achteten.
Der Marquis de Seignelay (1683–1690; Sohn Colberts und schon seit 1672 unter seinem Vater im Marineministerium tätig) strebte zwar auch noch eine Vergrößerung der Marine an, aber nicht im Interesse des Handels sondern wie Ludwig, „um mit ihr als Waffe seinen Ehrgeiz zu befriedigen“; wir sahen ihn schon vor Genua selbst an Bord auftreten. Colbert hatte versucht, der seemännischen Bevölkerung für ihren Dienst Vorteile zuzuwenden — Halbsold, Witwen- und Waisenpensionen usw. —, unter Seignelay fielen diese weg, er nutzte die Menschen nur aus.
Der Schiffsbestand war hoch; 1690 sehen wir in der Schlacht bei Beachy Head: 12 Schiffe von 80 bis über 100 Kanonen, 48 von 60–80 Kanonen und 17 von 50–60 Kanonen. Aber die Werften und Arsenale waren schon um 1688 nicht mehr voll und pünktlich leistungsfähig (Unordnung und Verschwendung riß ein), und um die Schiffe zu bemannen, mußte wieder zum Pressen gegriffen werden (vergl. Seite 182). Dies wurde selbst in Friedenszeiten mit solcher Härte durchgeführt, daß Empörungen vorkamen; das System der Rekrutierung bestand nur noch auf dem Papier. Zur teilweisen Abhilfe des Mannschaftsmangels gründete Seignelay 80 ständige Freikompagnien von Soldaten, je 100 Mann unter Führung eines Seeoffiziers, die als Ersatz für Matrosen gute Dienste leisteten. Nur eins wird ihm nachgerühmt, „daß er durch Sammlung und Vervollständigung der Reglements seines Vaters ein Mittel hinterließ, mit dem sich viel später — unter Choiseul 1760 — die Marine aus dem von ihm durch Vergeudung des vorgefundenen Materials und Personals vorbereiteten Niedergang wieder erheben konnte.“ Er starb, erst 39 Jahre alt, am 6. September 1690.
Chabaud-Arnault sagt von Seignelay: Seignelay besaß einen festen Willen, große Intelligenz und Arbeitskraft, aber unleidlichen Stolz, Härte und Vergnügungssucht. Colbert war selten zufrieden, tadelte stets, aber strafte ungern; Seignelay tadelte beleidigend und strafte hart. Eins war gut bei ihm: er wußte die Disziplin, namentlich im höheren Offizierkorps, aufrecht zu erhalten, die einzuführen Colbert und du Quesne so viele Mühe gemacht hatte.
In den Krieg 1688 trat nach Vorstehendem die französische Marine also noch als eine mächtige ein. Sie besaß genügendes und gutes Schiffsmaterial wie Personal, insbesondere waren die Flaggoffiziere und Kommandanten in Führung der Geschwader und Schiffe auf der Höhe. Die Marine war den Feinden gewachsen, wenn nicht überlegen, aber ihr Rückgang war schon im Entstehen.
Admiral von Frankreich war dem Namen nach bis 1683 Vermandois (Sohn der Lavallière). Als dieser, 16 Jahre alt, starb, folgte der fünfjährige Comte de Toulouse (Sohn der Montespan). Dieser sprach vorläufig also auch noch nicht mit, sollte aber später ein ganz tüchtiger Seeoffizier werden.
Was Ludwig von seiner Seemacht hielt, geht daraus hervor, daß er ähnlich wie England verlangte, alle Nationen (ausschließlich England) sollten auf See die Lilienflagge salutieren; 1688 zwang Tourville, von der Barbareskenküste zurückkehrend, ein spanisches Geschwader mit Waffengewalt hierzu.
Auf Seignelay folgte Louis de Pontchartrin 1690–1699 und unter ihm schritt der Verfall der Marine fort.
Chabaud-Arnault sagt: Auf einen Minister jung, kriegerisch, ruhmsüchtig, zwar verschwenderisch aber doch wohl bekannt mit der Organisation der Verwaltung und der Flotte folgte ein älterer Mann (47 Jahre) kalt, berechnend, sparsam, friedlich gesinnt und völlig dem Kriegswesen, insbesondere dem Seewesen, fremd. Obgleich wohlwollend und gutem Rate zugänglich, wurde er durch die Umstände gezwungen, mehrfach und ungerecht gegen die tüchtigsten Führer aufzutreten und bei der Verwendung der für die Marine bestimmten Mittel teils unangebrachte Knauserei, teils zwecklose Verschwendung zu zeigen.
Pontchartrin hatte ganz andere Ansichten über die Verwendung der Marine als seine beiden Vorgänger; zum Heben des eigenen Handels konnte er bei den herrschenden Verhältnissen nichts tun, von einer Kriegführung zur See in großem Maßstabe hielt er nichts — vielleicht unter Louvois' Einfluß stehend —; er glaubte die Marine am besten zum Angriff auf den feindlichen Handel zu verwerten und dadurch die öffentlichen und privaten Kassen zu bereichern. Anfang 1691 schlugen Louvois und Pontchartrin gar dem Könige vor: „Die Marine, die so teuer käme und doch nur die Küsten schütze, durch 25000 Mann Infanterie und 4000 Reiter zu diesem Zwecke zu ersetzen!“[231]
Die Schiffszahl wurde zwar, um Ludwigs Wünschen zu genügen, noch erhalten, auch wurden zunächst noch große Flotten in Dienst gestellt. Der Bestand wird für 1692 auf 120 Linienschiffe über 40 Kanonen angegeben. In diesem Jahre verlor Frankreich bei La Hogue 15 Linienschiffe. Oft ist gesagt, hier sei die französische Marine vernichtet! Der Verlust wäre doch wohl zu verschmerzen gewesen, auch waren andere Schiffe im Bau; schon 1693 finden wir 70 Linienschiffe im Atlantik und gegen 17 im Mittelmeer im Dienst, weitere waren noch auf den Werften und für 1696, also gegen Ende des Krieges, wird der Bestand sogar auf 135 Linienschiffe über 40 Kanonen und auf 20 Fahrzeuge von 24–36 Kanonen angegeben; es ist dies der höchste Stand, der erreicht worden ist. Von einer Vernichtung bei La Hogue kann man also nicht sprechen, aber nach dieser Schlacht brach die Ansicht Pontchartrins immer mehr durch; die große Flotte 1693 wurde nur zu einem Schlage gegen den feindlichen Handel (Angriff auf den Smyrna-Convoi) verwendet, und von da an stellte man jährlich nur noch verschiedene kleinere Divisionen auf. Die große Schiffszahl stand bald sozusagen nur noch auf dem Papier; auch wurden die Schiffe vernachlässigt, da Werften und Arsenale sich immer weniger leistungsfähig zeigten. Unter einem in den Seesachen gänzlich unerfahrenen Minister trat zu der schon unter Seignelay eingerissenen Verschwendung in der Verwaltung auch wieder Nachlässigkeit und selbst Untreue wie vor Colberts Zeiten; auch nahm der Hader zwischen den Verwaltungs- und Kommandobehörden zu. Ebenso ging das Personal nach und nach zurück. Der reine Kreuzerkrieg mit kleinen Divisionen und einzelnen Schiffen, besonders wenn er mit Königlichen Schiffen, Offizieren und Mannschaften geführt wurde, die an Private vermietet waren (vgl. später „Kreuzerkrieg“), mußte schädigend auf Disziplin und Geist einwirken; bei vielen wurde doch wohl mehr Lust nach Beute als Ehre und Vaterlandsliebe die Triebfeder. Im Offizierkorps gingen ferner Übung und Erfahrung in Exerzitien und Taktik verloren — nur eine kleine Elite bewahrte das Interesse daran und damit die Überlieferung für die späteren Zeiten Choiseuls. Zwar warf Pontchartrin als gleichzeitiger Generalkontrolleur der Finanzen noch ein großes Budget für die Marine aus, aber die schlechte Verwaltung verschlang noch mehr und die zunehmende Zerrüttung der Geldwirtschaft im Lande machte es oft unmöglich, die nötigen Mittel zu beschaffen. Da konnten denn auch unter ihm der seemännischen Bevölkerung die von Colbert eingeführten Vergünstigungen nicht zu teil werden, selbst die Löhnungszahlung wurde wieder unregelmäßig; die Folge war, daß der Dienst immer unbeliebter wurde, das Pressen immer härter durchgeführt werden mußte; die Fahnenflucht wurde eine Plage, die mit den schärfsten Mitteln nicht zu steuern war.
Wilhelm von Oraniens Übergang nach England[232] 1688. Es ist erwähnt, daß Oranien frühzeitig dafür sorgte, im gegebenen Augenblick über die erforderlichen Kräfte zur Besitzergreifung des englischen Thrones verfügen zu können. An die Generalstaaten konnte er sich nicht wenden, weil die Angelegenheit möglichst geheim gehalten werden mußte und die Nation vorläufig nicht geneigt war, sich durch Unterstützung seiner Pläne mit Frankreich zu verfeinden. Er gewann aber einflußreiche Vertraute in dem Ratspensionär von Holland, Fagel, in den drei Bürgermeistern von Amsterdam, in Mitgliedern der Admiralitäten usw. Mit ihrer Hilfe gingen schon Ende 1687 Beschlüsse durch, im nächsten Jahre eine stärkere Flotte in Dienst zu stellen als in den letzten Jahren, sowie Gelder zu bewilligen, um die Festungen in Stand zu setzen. Die stärkere Indienststellung wurde für den Handelsschutz, besonders gegen Piraten der Raubstaaten, die sich wieder bis in den Kanal zeigten, verlangt; zu diesem Zweck war ein Beschluß der Generalstaaten nicht nötig, solange es die Admiralitäten aus ihren eigenen Mitteln bestreiten konnten. Die Gelder für die Festungen verwandte Oranien zum Mieten von Truppen bei fremden Fürsten und zum Heuern von Transportern. Die Vertrauten, die Einfluß in den Admiralitäten besaßen, sorgten ferner dafür, daß auch die nicht in Dienst zu stellenden Schiffe bereit gehalten wurden und daß man im Laufe des Sommers 1688, nachdem der Prinz im Juli die Adresse aus England erhalten hatte, die bewilligte Flotte nach und nach noch weiter verstärkte.
Mitte Oktober 1688 lag in Hellevoetsluis eine Flotte von 13 Schiffen zu 60–68 Kanonen, von 7 zu 50–56, 11 zu 40–48, 16 zu 32–36, 10 Brandern und in verschiedenen benachbarten Häfen waren gegen 340 Transporter zur Überführung der Truppen sowie 60–70 kleine Fahrzeuge für die Landung selbst bereit. Die Befehlshaber — Leutnantadmiral Cornelis Evertsen und Vizeadmiral Almonde — erfuhren erst jetzt den wahren Zweck der Flotte sowie, daß der nach Holland geflüchtete englische Admiral Herbert (später Earl of Torrington) als Leutnantadmiralgeneral mit dem Tage der Abfahrt den Oberbefehl übernehmen solle, wie es auch am 27. Oktober geschah. Die Order für die Flotte war: Die Überfahrt der Transporter und die Landung zu decken und dann Diversionen an der Westküste Englands und in Schottland zugunsten Oraniens zu machen.
Tromp war nach Ruyters Tode Leutnantgeneraladmiral geworden. Wenn ihm nicht der Oberbefehl über die immer mehr anwachsende Flotte übergeben wurde, so hatte dies gleichfalls seinen Grund darin, daß man kein Aufsehen erregen wollte; es war ja kein Krieg — auch soll er nicht mehr gut mit Oranien gestanden haben. Der englische Oberbefehlshaber war lediglich aus politischen Gründen gewählt worden; bis zum Tage der Abfahrt befehligte Herbert nur ein Geschwader.
Ende Oktober war alles bereit; die Truppen wurden eiligst und heimlich zusammengezogen und eingeschifft (11090 Mann und 4092 Pferde); Oranien ging am 27. mit Leutnantadmiral Scheppers und Marschall Schomberg auf die ganz neue Fregatte „den Briel“ (30 Kanonen). Bezeichnend für den politisch-religiös gemischten Charakter der Expedition ist, daß, wie Wilhelms Oberbefehlshaber am Lande, eben der frühere französische Marschall Schomberg, so auch ein großer Teil der Armeeoffiziere Hugenotten waren.
Erst unmittelbar vorher hatte Oranien den Generalstaaten seine Pläne eröffnet und nun auch ihre Zustimmung gefunden. Bis dahin soll diesen und auch England[427] gegenüber alles geheim gehalten sein, was jedoch kaum glaublich ist; weiß man doch, daß der französische Gesandte schon länger darüber an Ludwig berichtet hatte; der englische Gesandte soll allerdings sehr „harmlos“ gewesen sein.
Die Flotte setzte bei Südwestwind den Kurs nach Norden, weil die Ostküste Englands (Humber?) zur Landung in Aussicht genommen war, aber schon in der nächsten Nacht zersprengte sie ein schwerer Südweststurm; man mußte zum Wiedersammeln nach Hellevoetsluis zurückkehren. Große Freude war in England und Frankreich, wo übertriebene Berichte über Verluste einliefen; der französische Gesandte im Haag schrieb: „Enfin la flotte du Prince d'Orange est au diable“; diese Gerüchte wurden von holländischen Zeitungen absichtlich genährt, um die Feinde einzuschläfern. Tatsächlich hatte wohl ein schrecklicher Zustand auf den überfüllten Schiffen geherrscht, die Beschädigungen aber waren nur gering und Verluste fast gar nicht zu beklagen; 500? oder 900? Pferde sollen über Bord geworfen sein. Schnell wurde allem abgeholfen.
Am 10. und 11. November ging man wiederum in See mit demselben Ziele; wegen schweren östlichen Windes aber wurde bald beschlossen, in den Kanal zu steuern und bei Torbay und Dartmouth zu landen. Am 13. wurden die Hoofden passiert, die Nachzügler gesammelt und dann mit Trompetenschall und Geschützsalut längs der englischen Küste kanalabwärts gesteuert; voran die Transporter von 4 Fregatten gedeckt, die Flotte zum Schutz gegen die englische hinterher. „Den Briel“ führte im Großtopp eine Flagge mit der Inschrift: „Für den protestantischen Gottesdienst und Englands Freiheit“; darunter Oraniens Devise: „Je maintiendrai“. Der Prinz hatte beabsichtigt, schon am 14. November, seinem 38. Geburtstage, zu landen; die ihn begleitenden Engländer beredeten ihn zur Wahl des 15., des Jahrestages der Pulververschwörung. In der Nacht vom 14. auf 15. überlief die Flotte Dartmouth infolge Unachtsamkeit der englischen Lotsen (die Engländer sagen, Fehler der holländischen Navigateure). Dies konnte bei dem steifen Ostwinde sehr nachteilig werden, weil man fürchten mußte, an anderen Landungspunkten mehr westlich Widerstand von englischen See- und Landstreitkräften zu finden. Der Zufall kam zu Hilfe; der Wind sprang auf Süd um, man erreichte Torbay und konnte noch am 15. den größten Teil der Truppen ausschiffen; Oranien wurde am Lande mit Jubel begrüßt. Am 16. wurde der Rest gelandet, nach einem Feldgottesdienst der Marsch auf Exeter angetreten und diese Stadt noch am Abend besetzt. Gleich nach beendeter Ausschiffung der Truppen kam Sturm auf, so daß die Landung der Geschütze und des Kriegsmaterials verhindert wurde.
Wo waren die Engländer? Jakob II. hatte eine ansehnliche Flotte im Dienst. Diese hatte den Sommer über unter dem katholischen Admiral Strickland vor Dover gelegen mit Vorposten im Kanal und vor der Themse; später aber war sie unter dem protestantischen Admiral Earl of Dartmouth in die Themse zurückgezogen; die holländische Expedition hatte sie beim Steuern in den Kanal fast in Sicht passiert. Der Wind soll an diesem Tage ein Ankerlichten verhindert haben; erst am 15. konnte sie dem Feinde folgen, wurde dann aber, gegen den Sturm aufkreuzend, festgehalten, bis es zu spät war. Es ist wohl anzunehmen, daß weder vom König strikte Befehle eingegangen, weil dieser der Marine nicht mehr traute (auf den Werften usw. hatten schon ungünstige Kundgebungen stattgefunden), noch in der Flotte ernstliche Absichten, einzugreifen, vorhanden waren. Bald nach den geschilderten Ereignissen wurden infolge eines Kriegsrates die katholischen Kommandanten an Land gesetzt und eine Adresse an Oranien gesandt; Mitte Dezember stellte sich die Flotte diesem völlig zur Verfügung.
Oranien marschierte auf London; Truppen, die bei Salisbury standen, gingen zu ihm über. Jakob verkündigte eine Amnestie und versprach, allen Beschwerden abzuhelfen; zu spät, alles verließ ihn, er mußte nach Frankreich fliehen. Am 18. Dezember zog Oranien in London ein und wurde am 18. Februar 1689 als König anerkannt.
Die holländische Flotte kehrte in zwei Abteilungen im Januar und März 1689 nach Holland zurück.
Jakobs II. Einfall in Irland und die Operationen 1689. Ludwig XIV. hatte nach Oraniens Übergang an Holland den Krieg erklärt, aber nicht an England, weil er Oranien nur als einen Eindringling betrachtete, der keineswegs das ganze englische Volk hinter sich habe, jedoch war er bereit, Jakob in seinem Versuche, sein Königreich wiederzugewinnen, zu unterstützen. Tatsächlich besaß Jakob in England noch viele Anhänger; die besten Aussichten hatte er aber in den schottischen Hochlanden und vor allein in Irland; von hier aus wollte er versuchen, seine verlorene Macht wiederzugewinnen. Es wäre nun die beste Gelegenheit gewesen, den Fehler von 1688 — daß man Oranien überhaupt hinübergelassen hatte — wieder gut zu machen, indem man die Überlegenheit der französischen Flotte jetzt noch voll ausnutzte, zunächst den Seekrieg gegen England und Holland führte und damit eine große Invasion in Irland, Schottland oder gar England selbst ermöglichte; dies geschah aber nicht.
Im März 1689 brachte ein kleineres französisches Geschwader — Chef d'Escadre de Gabaret — Jakob mit 8000 Mann in Cork an Land (22. bis 24. März). Er wurde mit Jubel begrüßt, zog in Dublin ein, nur in einzelnen Städten hielten sich die englischen Besatzungen; gleichzeitig erhoben sich unter Viscount Dundee die Hochländer in Schottland. Jakob verstand es aber nicht, seine Sache richtig zu führen — er lebte mehr der Entgegennahme von Huldigungen usw. — und wurde auch in der Folge nicht richtig von der französischen Flotte unterstützt, sonst hätte er mit Hilfe Irlands und Schottlands Wilhelms III. Stellung sehr erschüttern können. Sein Einfall war ohne jeden Widerstand seitens der englisch-holländischen Seestreitkräfte ausgeführt, da diese nicht fertig waren.
England und Holland hatten allerdings schon im Beginn des Jahres einen Vertrag über Ausrüstung einer gemeinsamen Flotte von 80 Linienschiffen, 24 Fregatten, 12 Brandern geschlossen; 50 Schiffe waren für den Kanal, 30 für das Mittelmeer[429] bestimmt. Wie schon im Jahre 1668 (Tripelallianz, Seite 308) wurde dabei auch jetzt und auch später immer das Verhältnis auf 5/8 (England) und 3/8 (Holland) festgesetzt; England sollte 50 Linienschiffe, 15 Fregatten, 8 Brander stellen, Holland 30 Linienschiffe, 9 Fregatten und 4 Brander. Wie 1668 so war auch jetzt als Grund des schwächeren Kontingents Hollands angenommen, daß dieser Staat mehr durch den Landkrieg in Anspruch genommen werden würde, und dementsprechend wurden die aufzustellenden Armeen auf 100000 Holländer gegen 40000 Engländer normiert. Man braucht darin also, wie schon erwähnt, noch keinen Beweis des Rückganges der holländischen Marine zu sehen, aber es kennzeichnet doch wohl schon ein Zurücktreten der Seemacht Hollands hinter die Englands, und ganz besonders tun dies die sonstigen Bestimmungen des Vertrages. Nach diesen nämlich sollten nicht nur die Hauptflotte der Verbündeten, sondern auch alle selbständigen Geschwader oder sonstige detachierte Kräfte stets unter dem Oberbefehl eines englischen Offiziers stehen; ja, bei gemeinschaftlichem Kriegsrat hatten die englischen Flaggoffiziere und Kommandanten am „oberen Ende“ des Tisches zu sitzen (diese Bestimmungen entschuldigt de Jonge mit der „damaligen höheren Auffassung“ der Würde des Königtums).