118 Hartmann, Skizze der Nilländer. Berlin 1865. 64.
119 v. Heuglin im Ergänzungsheft No. 10 zu Petermann's Mitteilungen. Gotha 1862. 107.
120 Schweinfurth, Im Herzen von Afrika. II. 389.
121 Reisen in Nord- und Centralafrika. II. 159.
122 Bulletin de la société Khédivale de Géographie No. 8. Mai 1880. 9 und 10.
123 Cameron, Quer durch Afrika. I. 275. II. 121. 128. — Lux, Von Loanda nach Kimbundu. Wien 1880. 123.
124 David Livingstone's Letzte Reise. I. 319. II. 216.
125 Ausland. 1883. 955.
126 San Salvador. Bremen 1859. 215.
127 Merensky, Beiträge zur Kenntnis Südafrikas. Berlin 1875. 6.
128 Beschreibung des Vorgebirges der Guten Hoffnung. Frankfurt und Leipzig 1745. 178.
129 Schweinfurth, Im Herzen von Afrika. II. 117.
130 Stanley, Durch den dunklen Weltteil. II. 160.
131 Livingstone, Exped. to the Zambesi. London 1865. 184.
132 Lepsius, Die Metalle in den ägypt. Inschriften. Berlin 1871. 91-102.
133 Perrot und Chipiez, Gesch. d. Kunst im Altertum. Ägypten. Deutsch von Pietschmann. 590 ff.
134 Lepsius a. a. O. 114.
135 Rohlfs, Quer durch Afrika. II. 207.
136 Artes africanae unter Djur.
137 Letzte Reise. I. 237.
138 Lichtenstein, Reisen im südlichen Afrika. Berlin 1812. II. 537.
139 Beiträge zur Kenntnis Südafrikas. Berlin 1875. 6.
140 Kranz, Natur- und Kulturleben der Zulus. Wiesbaden 1880. 67.
141 Wood, Natural History of Man. London 1868. Africa. 100.
142 Livingstone, Letzte Reise. I. 241.
143 Livingstone a. a. O. I. 381.
144 Eighteen years on the Gold Coast. London 1853. II. 269.
145 E. Bowdich, Mission von Cape Coast Castle nach Ashantee. Deutsch von Leidenfrost. Weimar 1820. 415.
146 Durch den dunklen Weltteil. I. 514.
147 Western Africa. 304.
148 Livingstone's Letzte Reise. I. 395.
149 Im Herzen von Afrika. I. 228.
150 D. Livingstone's Letzte Reise. II. 43.
151 Wilson und Felkin, Uganda. Deutsche Ausgabe. I. 101.
152 Lux (Von Loanda nach Kimbundu. Wien 1880. 122) erzählt, daß die Kalunda in Centralafrika dem Eisen unbedingt den Rang vor dem Kupfer einräumen. Eiserne Armringe dürfe bloß der Muata Jamwo (König) tragen, während der kupfernen sich jeder Eingeborene bedienen dürfe. Daraus könnte man wohl schließen wollen, daß das Eisen hier später als das Kupfer aufgetreten sei. Aber Lux war nicht in Lunda und seine Bemerkung ist unrichtig. Pogge (Im Reiche des Muata Jamwo. Berlin 1880. 145) sagt ausdrücklich, daß der Muata Jamwo Kupfer- und Messingspangen trug, von Eisen ist keine Rede. Eine Prinzessin (S. 140) trug Eisen- und Kupferringe.
Die Steinzeit in Vorderindien. Auch Indien hatte seine Steinzeit. Steinwerkzeuge, die mehr oder weniger unseren paläolithischen Charakter tragen, sind von Bruce Foot beschrieben worden. Sie sind in den Bezirken von Madras und Nord-Arcot gefunden, bestehen aus Quarzit und wurden mehreremal in einer Tiefe von 1-3 m in situ angetroffen. Abbildungen veranschaulichen ihre ungemeine Ähnlichkeit mit unseren europäischen. Auch bearbeitete Achate haben sich in den Ablagerungen der Nerbada und in den Knochenlagern des oberen Godavery gefunden, gleichalterig mit Elephas insignis, Hippopotamus palaeindicus etc.[153]
Deuten diese und andere ähnliche Funde auf ein hohes Alter des Menschengeschlechtes in Vorderindien, so müssen die wörtlich zu tausenden vorkommenden Cairns, Cromlechs, Kistvaens und verwandte Steinbauten zum großen Teil in eine weit jüngere Periode gesetzt werden. Die in ihnen beigesetzten Leichen sind teils in Skeletten erhalten, teils verbrannt und in Urnen aufbewahrt. Grabbeigaben kommen in beiden Fällen vor[154], und hier treffen wir sowohl auf Eisen als auf Bronze, teils jedes Metall für sich, teils beide vereinigt.
Das Alter indischer Bronzen. Bei einem der Hauptvertreter der Dreiperiodenteilung, bei Worsaae, finden wir die Ansicht ausgesprochen, daß Indien, das „an Kupfer und Zinn so reiche“, der wahrscheinliche Ausgangspunkt der Bronzekultur überhaupt gewesen sei. Bronze, ein künstlich geschaffenes Metall, mußte in einem an Zinn und Kupfer reichen Lande wie Indien erfunden sein und von hier aus läßt dann Worsaae die Erfindung nach den übrigen asiatischen Ländern und weiter nach Europa wandern. In Indien, so nimmt der dänische Forscher an, seien zahlreiche durch Guß hergestellte Geräte und Waffen aus Bronze von sehr primitiver Form gefunden worden mit den Spuren einer an Ort und Stelle stattgehabten Fabrikation.[155]
Allein die „zahlreichen“ alten Bronzen, die in Indien gefunden worden sein sollen, führt Worsaae nicht an und wir möchten sehr bezweifeln, daß sie überhaupt zahlreich vorhanden sind; auch für die Wanderung der Bronzeerfindung von dem Centrum Indiens über die halbe Welt (ja nach Neuguinea!!) giebt uns Worsaae keinerlei Beweise, und die zahlreichen „vielleicht“, „scheint“ und „möglicherweise“ in seiner Auseinandersetzung bieten dafür keinen Ersatz.
Quellen des Zinnhandels. Zunächst ist hervorzuheben, daß Vorderindien fast ganz entblößt von Zinn ist, ja, daß dieses Metall seit den ältesten Zeiten dort importiert wird.[156] Es ist nur eine Fundstätte von Zinnerzen in Ostindien bekannt, und zwar in Mewar (Udaipur in Radschputana), zwischen der Parnassa und ihrem Nordzuflusse Kotasari[157], und daß von dieser Stätte aus frühzeitig ein Zinnexport stattgefunden, ja, daß die Zinnwerke überhaupt dort früh betrieben worden seien, dafür liegt keinerlei Anzeichen vor. Damit fällt eine der von Worsaae angeführten Bedingungen weg, daß gerade Indien das Mutterland der Bronze gewesen sein soll. Was die hinterindische Halbinsel betrifft, so ist diese allerdings eine der ergiebigsten Zinnquellen, doch erst, wie wir sehen werden, in verhältnismäßig junger Zeit. Vorderindien aber, das reiche Kulturland, bezog, wie historisch sich nachweisen läßt, seinen Zinnbedarf aus dem Abendlande.
Der von einem Anonymus herrührende Periplus des erythräischen Meeres — höchst wahrscheinlich aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammend — führt an, daß zu Aualites am arabischen Busen (Seïla an der Tadschurabai) κασσἱτερος ὁλἱγος neben anderen Waren eingeführt worden sei.[158] Dieses „wenig Zinn“ soll nun, so hat man vielfach angenommen, aus Indien gekommen sein. Schon Lassen[159] hatte das Zinn, welches frühzeitig im Abendlande gebraucht wurde, aus Indien stammen lassen und dafür als Hauptgrund angeführt, daß das homerische κασσἱτερος von dem Sanskritworte kastira stamme. Danach wären also schon zur homerischen Zeit die Hellenen mit dem indischen Zinn vertraut gewesen. Allein es scheint alles dafür zu sprechen, daß die Sache sich gerade umgekehrt verhält und daß das griechische Wort mit der Sache nach Vorderindien gewandert sei.[160] Das Zinn der Mittelmeerländer und Vorderasiens stammte im Altertum nur aus dem phönizischen Handel, der in den britischen und iberischen Zinnwerken seine Quelle hatte. „Zinn aus Indien ist aber im vorderasiatischen Handel nicht nur unerweislich, sondern es ist auch bekannt, daß noch in jüngerer Zeit Indien kein Zinn produzierte und daß es aus den Westländern dahin ausgeführt wurde.“ Movers, der diesen Ausspruch thut[161], beruft sich dabei auf Plinius[162], welcher, nachdem er vom plumbum album oder Zinn und vom plumbum nigrum oder Blei gehandelt, schreibt: „India neque aes neque plumbum habet, gemmisque suis ac margaritis haec permutat.“ Nun hatte Indien allerdings Kupfer (aes), und wollte man danach die Stelle bei Plinius anfechten und nicht gelten lassen, so liegen aus dem bereits angeführten Periplus noch einige Stellen vor, die uns den direkten Import von κασσἱτερος und zwar von Alexandrien, einmal nach Kane in Arabien und zweimal nach der indischen Westküste (Barygaza und Bakare), neben Kupfer (χαλκὁς) anführen.[163] Als phönizischer Monopolgegenstand hatte das Zinn einen hohen Wert erreicht und wurde, wie Plinius uns erzählt, gegen Edelsteine und Perlen in Vorderindien vertauscht. Dieses hätte aber nicht der Fall sein können, wenn um jene Zeit bereits die reichen hinterindischen Zinngruben im Betriebe gewesen wären.
Möglich, daß für Vorderasien noch eine andere Zinnquelle von Bedeutung war, aus der vielleicht das Material zu den altassyrischen Bronzen geflossen sein kann. Strabo erzählt von dem am Paropamisus angesessenen Volke der Drangen, daß sie „Mangel an Wein leiden, aber Zinn findet sich bei ihnen“.[164] Beglaubigung erhält diese Nachricht durch das neuerdings bestätigte Vorkommen von Zinn in Chorassan, das auf K. E. v. Baer's Anregung hin dort von Ogorodnikow erkundigt wurde. Zwanzig Farasangen (à 7 Werst) von der Stadt Utschan Mion Abot befinden sich reiche Lager von Zinn, Eisen, Kupfer und sechs Farasangen von Meschhed ein Zinnbergwerk, das sogenannte Rabotje Alokaband. Zinnerne Krüge und Waschschüsseln, aus dem Zinn dieser Bergwerke verfertigt, sind in Meschhed im Überfluß vorhanden.[165]
Vorkommen indischer Bronzen. Wie steht es nun mit den Funden alter indischer Bronzen? Zunächst ist hervorzuheben, daß die typische Bronze, wie sie vom Kaukasus an und von Kleinasien bis nach England und Skandinavien vorkommt, eine ganz bestimmte Mischung ist, welche (kleine Schwankungen abgerechnet) durchgängig 9 Kupfer und 1 Zinn enthält, woraus auf einen gemeinsamen Ursprung für diese abendländische Bronze geschlossen werden kann. Vielleicht reicht diese bestimmte Bronze bis Persien[166], weiter nach Osten ist sie aber nicht nachgewiesen, wie wir an den Analysen indischer Bronzen sehen werden.
Alte Bronzen sind in Indien nicht häufig und es ist charakteristisch für die wenigen Bronzefunde, daß sie mehr Schmuck- und Luxusgegenstände, als solche zum täglichen Gebrauch, wie Messer u. dgl., darstellen. „Dans la péninsule indienne les instruments en bronze sont des plus rares et l'on ne peut guére citer que la découverte faite dans les environs de Jabalpur; les instruments exhumés dans cette localité avaient comme composition suivant M. Twean: cuivre 86,7; étain 13,3.“[167] Es ist dieses also eine von unserer typischen Bronze abweichende Komposition.
Indessen liegen doch noch mehr alte Bronzefunde aus Vorderindien vor. Im Nilgirigebirge und im Coimbatoredistrikt (Südindien) sind Schalen und gerippte Armbänder ausgegraben worden, die sich teilweise jetzt im königlichen Museum zu Berlin befinden und die aus Steinkreisen jüngerer Zeit stammen. Die Armbänder waren eine Zink-Kupferlegierung; der Zinn- und Kupfergehalt der Schalen schwankte sehr beträchtlich (8,52; 9,45; 14,74 und 25,23% Zinn).[168] — Bei der Stadt Hyderabad im Dominion Nizam's befinden sich zahlreiche Gruppen von Cairns, in denen Ausgrabungen unternommen wurden; es zeigten sich dabei zwei Glocken, die eine aus Bronze, die andere aus Kupfer, zusammen mit Töpfergeschirr, sowie Speer- und Pfeilspitzen.[169] Ob letztere von Eisen oder Bronze waren, ist nicht gesagt, doch ist — wie aus dem nachfolgenden Funde hervorgeht — wohl das erstere anzunehmen. Diese Gegenstände befinden sich im Asiatic Society-Museum zu Bombay. — Im Jahre 1867 grub Meadows Taylor einen Cairn bei Hyat Nugger, etwa zehn Miles südöstlich von Hyderabad, aus, dessen Inhalt sich jetzt im Museum der Irischen Akademie befindet. Das bemerkenswertheste Stück unter den Funden war ein Deckel, wie es scheint zu einer Schüssel gehörig, oben mit der Figur eines Schafes oder Hirsches geziert. Der Durchmesser betrug 25 cm und die Wölbung erhob sich 8,5 cm über den Rand. Das Metall war gleichmäßig 25 mm stark, sorgfältig gegossen und poliert. „This, with the exception of a bell and a small drinking cup (der eben angeführte Fall ist gemeint) are the only bronze articles, which have been found in the Hyderabad cairns and I found none in the cairns of Sorapoor.“ In dem gleichen Cairn wurden mehrere Exemplare von Turbinella pyrum und ein Halsband aus den gleichen Schnecken, einiges rohe Töpfergeschirr und einige eiserne verrostete Speer- und Pfeilspitzen gefunden.[170]
Bronze ist also selten in Indien zusammen mit Eisen und außerdem in meist jüngeren Gräbern und von anderer Komposition als unsere abendländische gefunden worden. Das in Indien noch jetzt vielfach erzeugte Kupfer ist dagegen weit häufiger in alten Grabstätten entdeckt worden. Beile, eine Lanzenspitze und Armbänder aus diesem Metall sind bei Mainpur in den Nordwestprovinzen ausgegraben worden; die Beile gleichen europäischen Formen und die Lanzenspitzen zeigen Widerhaken. Ein größerer Fund von 404 Kupfergeräten und 102 Silberstücken wurde bei dem Dorfe Gangaria im Distrikte Balaghat, Centralprovinzen, gemacht. Diese Kupferinstrumente bestanden in langen Meißeln; die Silberstückchen hatten als Schmuck gedient. Bei Pachumla im Distrikt Hazaribagh hat man eine dicke Kupferaxt und in Sind einen 20 cm langen Kupfercelt ausgegraben.[171]
Auch in früher historischer Zeit tritt uns eher Kupfer als Bronze in Indien bei Gebrauchsgegenständen entgegen, wie denn Nearchos berichtet, daß die Inder sich der Gefäße aus geschmolzenem, nicht getriebenem Kupfer bedienten, und Kleitarchos, daß sie aus demselben Metalle Tische, Sessel, Becher und Wassergefäße verfertigten.[172]
Die Seltenheit der Bronze- und die Häufigkeit der alten Kupfergeräte, zusammengenommen mit dem häufigen Vorkommen von alten Eisenfunden, deuten keineswegs darauf, daß in Indien eine Bronzezeit der Eisenzeit voranging.
Gegenwärtige Kupfererzeugung in Indien. Eine zum Teil sehr altertümliche und hochinteressante Kupferproduktion, welche in ihrem ganzen Wesen einen primitiven Charakter trägt, hat sich zu Chetri am Fuße der Arvaliberge in der Radschputana erhalten. Glücklicherweise sind wir durch einen eingehenden Bericht des Colonel J. C. Brooke über dieselben genau unterrichtet[173], so daß wir uns eine vollständige Vorstellung von dieser Industrie machen können.
In den Ausläufern des Gebirges sind reiche Eisen-, Kupfer-, Alaun- und Kobaltgruben und von den Einwohnern der 1000 bis 1500 Häuser zählenden Stadt lebt ein großer Teil, namentlich die ärmere Klasse, vom Bergbau und Hüttenwesen. Hindus sind in den Alaun- und Kupfervitriolwerken thätig, während Mohamedaner in den Gruben und Schmelzhütten arbeiten.
Die Bergwerke liegen etwa 80 m über der Ebene und die Schächte führen in einem Winkel von 60 Grad im Zickzack, doch sehr unregelmäßig und oft abzweigend, in die Tiefe. Manchmal sind die Gänge so niedrig, daß ein Mann nur liegend durch dieselben gelangen kann, oft erweitern sie sich zu Kammern, aus denen durch Raubbau das Kupfererz gewonnen wird. Je tiefer, desto reicher sind die Erze, doch ist denselben wegen des Wassers nicht beizukommen, denn die Bewältigung der Wässer ist eine außerordentlich primitive. Die Leute bilden eine Kette vom Mundloche bis zum Wasser und reichen sich so von Hand zu Hand Thongefäße (Ghurrahs) mit dem geschöpften Wasser oder taubem Gestein gefüllt — ein kostspieliges und langsames Verfahren. In einem Schachte des Kulhanwerkes fand Brooke 27 Leute mit dieser Arbeit beschäftigt und da jeder derselben einen Raum von etwa 2 m beherrschte, so ergiebt sich daraus die Tiefe der Mine mit 54 m.
Diese Kupferbergwerke werden teils von den Eigentümern bearbeitet, teils an Meistbietende versteigert. Die genannte Kulhanmine hat sechs oder sieben Schachte, von denen jeder mit 50 bis 100 Rupien jährlich bezahlt wird; eine geringe Summe, wenn man den großen Reichtum an oft 75% Metall haltenden Kupfererzen bedenkt. Die Bergleute arbeiten in Abteilungen von je acht Mann. Die Schicht dauert von früh acht Uhr bis zum Abend und in dieser Zeit fördern sie etwa 21/2-3 Maunds Erz. Das Erz wird in kleinen 3 kg haltenden Körben emporgebracht und in der Stadt Chetri an mohamedanische Borahs versteigert. Gutes schwarzes Schwefelkupfer wird mit zehn Rupien, Pyrit mit 4-5 Rupien per Maund verkauft.
Der Borah mietet sich nun Arbeiter, die monatlich drei Rupien erhalten und mit kleinen Hämmern das Erz zerschlagen und vom tauben Gestein sondern. Dann wird das Erz zerstampft. Dieses geschieht mit Ghuns, 16 kg schweren Hämmern von eigentümlicher Form, ähnlich den Stampfen der Pflasterer. Es sind cylindrische Eisenstücke, an welchen horizontal angebrachte Stäbe als Handhaben sitzen und die mit beiden Händen gestoßen werden. Dabei schiebt der Arbeiter das Erz mit den Füßen zusammen, indem er die Zehen wie Finger gebraucht.
Das mehremal so durchstampfte feine Erz wird nun mit Kuhmist vermischt und in 2 cm lange Rollen geformt, die erst an der Sonne getrocknet und dann in einem Feuer aus Kuhdünger an der offenen Luft geröstet werden. Jetzt ist das Erz fertig zum Schmelzen. Um den Ofen zu errichten, werden Kumhars oder Töpfer geholt. Der Ofen ist 1 m hoch, hat 28 cm Durchmesser und besteht aus Schlacken, die mit Thon verkittet werden. Die „Düsen“ (Mündungen) der Blasebälge werden gleich mit unten eingebaut. Diese Düsen sind irdene Röhren, die nach dem Ofen zu dicker werden und hier ein Luftloch haben, das mit einem nassen Lappen zugestopft ist, der von Zeit zu Zeit herausgenommen wird, um die Düsen zu reinigen. Das andere dünnere Ende der Düse ist mit dem Schlauchblasebalg verbunden. Die Luftklappe der Schläuche ist durch zwei Stöcke am Ende derselben gebildet, welche der Arbeiter öffnet, wenn der Schlauch für die Zulassung der Luft emporgezogen wird und die er schließt, wenn der Schlauch zur Auspressung der Luft niedergedrückt wird. Der obere Teil des Ofens ist aus Ringen von feuerfestem Thon, etwa 25 cm hoch, gebildet. Im ganzen wendet man drei Blasebälge an; an der vierten Seite des Ofens liegt die Öffnung desselben mit einer Tümpelplatte aus feuerfestem Thon. Am Grunde derselben ist ein Loch, um das geschmolzene Metall abzulassen. (Fig. 16).
Der Ofen wird täglich frisch beschickt; jede Schmelzung dauert 12-14 Stunden. Das geröstete Erz wird schichtweise mit Holzkohle in den Ofen gethan, auch ein Zuschlag beigefügt, welcher Rit genannt wird. Letzterer besteht aus Abfall (refuse) von alten Eisenöfen, der in ganzen Halden noch vorhanden ist, denn das Eisen wurde lange vorher hier schon verarbeitet, ehe das Kupfererz entdeckt war. Auf jede Beschickung des Ofens kommen fünf Maunds geröstetes Erz, ebensoviel Zuschlag (Rit) und vier Maunds Holzkohle.
Da das erschmolzene Metall schwefelhaltig ist, muß es raffiniert werden. Dieses geschieht dadurch, daß ein Strom erhitzter Luft über das flüssige Metall getrieben und dieses fortwährend dabei abgeschäumt wird. Der Luftstrom wird durch einen einzigen Blasebalg erzeugt, welchen ein Mann aufzieht, während zwei andere ihn dann wieder niedertreten.
So schildert Brooke das Verfahren, aus dem wir deutlich die beiden bei der Darstellung des Kupfers stattfindenden Prozesse erkennen können: einmal die Niederschmelzung des rohen mit Schwefel etc. verunreinigten Schwarzkupfers und dann dessen Raffinierung (Garmachen), indem das letztere einem neuen Gebläsestrom ausgesetzt wird. Dadurch erst wird das reine, gare, zur weiteren Verarbeitung brauchbare Kupfer gewonnen. Es liegen also hier zwei Prozesse vor, während bei der primitiven Eisengewinnung, wie wir sie bei den Negern kennen lernten, nur ein Prozeß nöthig ist, was doch darauf schließen läßt, daß zunächst dieses letztere Verfahren, nämlich die Eisendarstellung bekannt sein mußte, ehe zu dem komplizierteren, der Kupferreduktion und Raffination, Übergegangen werden konnte.
153 Lubbock, Vorgeschichtliche Zeit. Jena 1874. II. 57.
154 Meadows Taylor, On prehistoric Archaeology of India. Journ. of the Ethnological Society. I. 157-181 (1869).
155 Worsaae, Vorgeschichte des Nordens. Hamburg 1878. 48 ff. und Arch. f. Anthropol. XII. 518.
156 Crawfurd in Transact. Ethnolog. Soc. New Series. IV. 9.
157 Zeitschrift für allgem. Erdkunde. I. 133.
158 Editio Fabricius. Leipzig 1883. 44.
159 Indische Altertumskunde. I. 239.
160 Siehe die Beweise bei Movers, Phönizier. II. Bd. III. T. 63.
161 A. a. O.
162 Hist. nat. XXXIV. 48.
163 Ed. Fabricius. 64. 90. 96.
164 Strabo. 724 ed. Casaub.
165 v. Baer, Von wo das Zinn zu den ganz alten Bronzen gekommen sein mag? Archiv für Anthropologie. IX. 265.
166 Virchow im Korrespondenzblatt 1883. 81.
167 Revue d'Anthropologie. 1880. 299.
168 Jagor in Verhandl. Berlin. Anthropol. Ges. 1877. 206.
169 Journ. Ethnolog. Soc. New Series. I. 169.
170 Journ. Ethnolog. Soc. New Series. I. 176.
171 Revue d'Anthropologie. 1880. 299 nach Proceed. Asiatic Society of Bengal. 1870.
172 Lassen, Indische Altertumskunde. II. 726.
173 The mines of Khetree in Rajpootana. Journ. Asiat. Soc. Bengal. Calcutta 1864. 519-529. (New Series No. CXXIII).
Alte Eisenfunde in Vorderindien. Bei der leichten Zerstörbarkeit des Eisens ist das häufige Vorkommen von prähistorischen Eisenfunden in altindischen Gräbern und Steindenkmälern sehr beachtenswert, wobei aber — was schon bei der Bronze betont wurde — nicht zu übersehen ist, daß viele jener Steindenkmale jüngeren Datums sind. Dagegen sollen die „Korumba rings“ in Südindien aus einer Zeit datieren, die noch vor der arischen Einwanderung in jene Lande liegt; man hält sie für gleichalterig mit den megalithischen Bauten Europas. Während nun letztere meist mit Bronzesachen associiert sind, findet man bei und unter den indischen Steindenkmälern vorzugsweise Eisengeräte. Madlicot und Blanford in ihrem Werke über die posttertiären Gebilde und das Alter des Menschen auf der indischen Halbinsel (Kalkutta 1879) bemerken, daß das Eisen höchstwahrscheinlich viel früher in Indien als in Europa bearbeitet wurde[174], wofür denn auch die verhältnismäßig zahlreichen „prähistorischen“ Eisenfunde sprechen. Bereits im Jahre 1820 hat Babington die pilz- oder schirmförmigen megalithischen Denkmäler in Malabar, die man Topie-Kulls oder Pandu-Kulies nennt, untersucht und außer Urnen darin eiserne Geräte und Waffen verschiedener Art gefunden, darunter einen eisernen Dreifuß und eine eiserne Lampe.[175] Ganz die gleichen eisernen Gegenstände: Lanzenspitzen, Speerspitzen, Fragmente von Schwertern, Dreifuße und Lampen entdeckte Meadows Taylor[176] in den alten Kistvaens von Sorapur, zusammen mit glasierten und unglasierten Urnen. Dr. Bell, welcher die Narkael-pulli-Cairns zwischen Hyderabad und Masulipatam untersuchte, fand darin neben einem Skelett ein Stück Eisen.[177]
Die Tumuli in den Bergen von Oapur (Mysore bei Bangalore), welche W. Denison öffnete, zeigten im Innern Gräber, bedeckt mit ungeheueren Gneisplatten (5,30 m lang, 3,50 m breit, 1,40 m dick und 20 Tonnen wiegend!), deren Transport unerklärlich erscheint. Sie deckten eine Steinkiste, welche im Innern irdene Tschattis oder Töpfe enthielt, genau von der Form, wie sie jetzt noch in jener Gegend im Gebrauch. Die Töpfe enthielten Asche und eiserne Pfeilspitzen, in der Kiste selbst lagen die verrosteten Reste von eisernen Schwertklingen.[178]
Noch andere Eisenfunde sind zahlreich in den Steinkreisen oder Barrows der Centralprovinzen in der Umgegend von Nagpur gemacht worden. „The barrows in the Hingnah plains are countless: one gazes on them in mute astonishment.“ Die ersten dort von dem Schotten Hyslop und später von Rivett-Carnac gemachten Ausgrabungen befinden sich im Museum zu Nagpur; es sind Bruchstücke von Töpferwaren; kleine steinerne Wassertröge und verschiedene Geräte aus Eisen und Stahl — nichts von Knochen, Horn, Stein, Feuerstein oder Bronze. Im Jahre 1867 unternahm Major G. G. Pearse die Ausgrabung eines dortigen Barrow, desjenigen von Warrigaon, welcher von den Hindu mit einer mythischen Rasse von Kuhhirten in Verbindung gebracht wird. Der Barrow hat 75 Yards Umfang, ist eiförmig, enthält 9800 qm Erde und ist mit einem stellenweise doppelten Kreise von 0,30-1,10 m hohen Steinen versehen. Die Ausgrabung wurde im Centrum begonnen und hier stieß, 1,40 m unter der Oberfläche, Pearse auf reihenweise gestellte schwarze und braune irdene, mit der Drehscheibe hergestellte Gefäße; die schwarzen zerfielen zu Staub, sie hatten kegelförmige Deckel und breite Böden. Die braunen, wiewohl auch zerfallend, waren aus dauerhafterem Material. Alle diese Gefäße hatten eine durchaus verschiedene Form von den jetzt in jener Gegend üblichen thönernen Ghurras. Bei dem ferneren Graben wurden gut erhaltene, aber ebenholzschwarze Kokosnußschalen entdeckt; dann kam in 1,60 m Tiefe und 30 cm unter den Thongefäßen das eiserne verstählte Ende eines Pfluges zum Vorschein, ein noch jetzt bei den Eingeborenen benutztes und unter dem Namen Nangur ke oolie bekanntes Ackergerät. Noch etwas tiefer folgte das Skelett eines starkknochigen, 1,68 m großen Menschen, von dem nur wenig erhalten blieb. Auf der rechten Seite des Skeletts wurde eine verstählte Pflugschar und ein anderes Stahlgerät, auf der linken verschiedene Eisen- und Stahlgeräte gefunden, die nicht näher in unserer Quelle beschrieben sind, sich aber im British-Museum befinden. Auf der Brust lagen Kupfergefäße, die bei Berührung zerfielen. Auf dem Deckel eines der 12 cm im Durchmesser haltenden Kupfergefäße befanden sich in Hochrelief Figuren, welche Gänse, eine Schlange und einen Vogel darstellten. Bei einem zweiten Skelette wurde eine „Bratpfanne“, ähnlich den noch jetzt bei den dortigen Eingeborenen gebrauchten und Kurraie genannten, gefunden; ferner ein großer goldener Ring, Löffel, Messer, Pflugenden, Spatel von Eisen und Stahl. Auch dieses Skelett, welches gleichfalls zerfiel, hatte ebenfalls zerbrechende Kupfergefäße auf der Brust liegen. Im Innern eines der Kupfergefäße befand sich ein kleines Kupferornament, geziert mit Gänsen[179]; es scheint ein Schalenhalter für eine Öllampe gewesen zu sein, und wenn dieses der Fall, das Vorbild für die großen Messinglampen mit Figuren aus Vögeln, die jetzt in den Bazars der großen indischen Städte verkauft werden. Pearse grub bis zu 3,30 m Tiefe, ohne weitere Funde in dem Barrow zu machen.
Die Schlüsse, die Pearse aus seiner Ausgrabung zieht, sind folgende. Die Erbauer des Barrow waren weder Buddhisten noch Hindu, denn sonst würden sie ihre Toten verbrannt haben. Es war ein starkes, kräftiges Volk, welches vortrefflichen Stahl kannte, Ackerbau trieb, Öl brannte, die Töpferscheibe kannte, Kupfer schmolz, Tier- und andere Ornamente darstellte und wohl auch Handel trieb, worauf die aus weiter Ferne stammenden Kokosschalen hindeuten. Manche der aufgefundenen Geräte scheinen Vorläufer der heute in Indien gebrauchten zu sein. Trotz der uralt erscheinenden Bestattungsweise unter einem mit Steinen umkreisten Tumulus und der Beigabe von Ackergeräten ist aber Pearse wegen der Bratpfannen und modern gestalteten Löffel doch abgeneigt, die Barrows von Nagpur einer alten prähistorischen Rasse zuzuschreiben.[180] Und damit thut er wohl recht, da der bis heute in Indien fortdauernde Brauch der Errichtung von Steinpfeilern, die nicht selten vorkommende Vereinigung uralter und sehr moderner Bräuche die größte Vorsicht in der Altersbeurteilung derartiger Funde erheischen.
Gegenwärtige einheimische Eisenproduktion Indiens. Die systematische Durchforschung Vorderindiens, welche in der neuesten Zeit von der Regierung angestellt wurde, hat reiche Kohlen- und Eisenerzstätten ergeben. Das Wardhathal in den Centralprovinzen wird als eine der reichsten Eisenerzstätten der Welt geschildert. Ein nicht minder reicher Distrikt, Ranigunge, liegt in der Nähe von Kalkutta; im Salemdistrikt tritt der Magneteisenstein in meilenlangen Lagern von 15-30 m Mächtigkeit auf; ein zwei Miles langer und eine halbe Mile breiter Berg in Lohara besteht ganz aus Magneteisenstein und reinem Eisenglanz.
Vorderindien ist also reich an Eisenerzen, darunter ganz vorzügliche Sorten Magneteisen und Hämatite, auch sind titanhaltige Eisensande häufig. Auf der Weltausstellung zu London im Jahre 1862 waren indische Eisenerze und Hüttenprodukte reichlich vertreten.[181]
In der einheimischen, uralt bodenständigen Eisenindustrie werden Magneteisensteine, roter und brauner Glaskopf, Eisenglanz, namentlich aber Brauneisenerze verwendet. Zur Holzkohle bedient man sich des Teakholzes, der Akazie und besonders des Salbaumes (Shorea robusta). Auch in Vorderindien ist der Schmelzprozeß die alte Rennarbeit, die unmittelbare Gewinnung des schmiedbaren Eisens aus dem Erze, mit niedrigen Öfen und einfachen Gebläsen betrieben, wobei das schmiedbare Eisen, eine Mischung von Schmiedeeisen und Stahl, als Frischstück oder Luppe erhalten wird.
Die in Indien angewandten Öfen, wiewohl einander nahe stehend, zeigen doch lokale Verschiedenheiten und werden nach Percy[182] in drei verschiedene Arten eingeteilt. An der Westküste, den westlichen Ghats, dann im Deccan und Carnatic ist die roheste Form vorhanden, welche namentlich bei den halbwilden Bergstämmen angewendet wird. Die anderen beiden Arten kommen in Mittelindien und dem Nordwesten vor; es gleicht davon die eine den catalonischen Feuern, die andere den Stücköfen Europas. Sie zeigen gegenüber der ersten Form einen Fortschritt, namentlich was die Produktionsfähigkeit betrifft.
In denjenigen Gegenden, wo die einfachste Methode betrieben wird, ist an Arbeitsteilung nicht zu denken. Hier sammelt dieselbe Familie das Erz, brennt die Holzkohle und macht das Eisen, welches sie nachher auch in solche Artikel verarbeitet, wie die Dorfbewohner verlangen. Oft ziehen die Schmelzer im Lande umher und bauen da ihre Öfen, wo ein Begehr nach Eisen und Erz und Holzkohle in genügender Menge vorhanden. Die in Orissa gebräuchliche primitive Art ist von M. T. Blanford[183] mitgeteilt worden; wir reproduzieren dieselbe hier auszugsweise. Die Form des Ofens wird aus den Figg. 17 und 18 ersichtlich; sie ist typisch für Niederbengalen. Blanford zeichnete sie im Dorfe Kunkerai, dessen elende und schmutzige Bewohner Tamulen sind, also zu der sogenannten Drawidarasse gehören. Die Leute ziehen von Ort zu Ort und bleiben dort, so lange Erz und Holz vorhanden sind. Beginnen diese zu fehlen oder ereignet sich ein böses Omen, so wandern sie weiter und nur große Schlackenhalden zeugen von ihrer ehemaligen Anwesenheit.
Die wesentlichen Teile des Ofens sind der cylindrische Schacht und das Gebläse. An den oben offenen Schacht schließt sich ein geneigter thönerner Trog (c in Fig. 17-19), der zum Aufgeben der Beschickung dient und von einem Holzgerüste getragen wird. Dieser Trog findet sich nur in wenigen Dörfern. Der Ofen selbst ist roh aus thonigem Sand cylindrisch oder kegelförmig mit 7 cm dicken Wandungen, 85 cm hoch und im Durchmesser 28 cm haltend, hergestellt. Am unteren Teil befinden sich zwei Öffnungen, eine vorn zur Einsetzung der Form (für die Düse), aus der auch später das schwammige Eisen herausgezogen wird und die während des Ganges verschmiert ist; die zweite Öffnung (b in Fig. 18. 19) im rechten Winkel zur vorigen, unter der Oberfläche des Erdbodens, mündet in einen geneigten kleinen Graben, in welchen die Schlacke absickert; wenn letztere erstarrt ist, wird sie gelegentlich von einem Arbeiter mit einer Zange entfernt. „Das in Orissa angewendete Gebläse,“ sagt Blanford, „ist sehr sinnreich und vielleicht ökonomischer für menschliche Arbeit als irgend eine andere Form von Handbalgen. Die Figuren 20 und 21 zeigen Durchschnitte davon, ersterer, wie das Gefäß mit Luft gefüllt, letzterer, wie die Luft ausgepreßt ist. Es besteht aus einem kreisförmigen Stück von hartem Holz, meist Mangoholz, welches roh ausgehöhlt und mit einem Stück Büffelhaut überzogen ist, in deren Mitte sich ein kleines Loch befindet. Durch dieses Loch ist ein starker Strick gezogen, welcher an der Innenseite des Balges mit einem Holzknebel versehen ist, um sein Herausgleiten zu verhindern, während das andere Ende an eine gebogene, fest im Boden neben dem Ofen befestigte Bambusstange gebunden ist. Dies Bambusrohr wirkt als Feder und zieht den Strick und folglich die Hautbedeckung des Balges so hoch als möglich, während die Luft neben dem Stricke durch das Loch in den Hohlraum tritt. Ist der Balg so gefüllt, so stellt der Arbeiter seinen Fuß auf die Haut, schließt dabei mit der Ferse das Loch in deren Mitte und preßt mit dem ganzen Gewichte seines Körpers die Haut hinab und die Luft hinaus. Letztere nimmt ihren Weg durch das Bambusrohr, welches den Balg mit der Form des Ofens in Verbindung setzt. Zugleich zieht er den Bambusstock an derselben Seite mit dem Arme nieder. Es sind nun zwei derartige Bälge nebeneinander aufgestellt, welche, vermittels Bambusröhren mit derselben Form in Verbindung gesetzt, die Luft beim Drucke des einen oder anderen Fußes abwechselnd und ziemlich ununterbrochen in den Ofen liefern.“