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Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen

Chapter 4: Inhalt.
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About This Book

A practical guide to the compound dioptric microscope that explains essential optical principles (lenses, focal length, magnification, aberrations) and describes instrument parts, adjustments, and illumination methods including condenser, diaphragms, immersion, and micrometry. It gives advice on purchasing, centering, cleaning, and routine maintenance, then presents slide preparation, mounting techniques, preservatives, and mounting devices. Illustrated practical examinations survey a wide range of specimens and routine analyses—foodstuffs and adulterants, spices and starches, fungi and diatoms, blood elements and other tissues, parasites such as trichinae, hairs and fibers—aiming to equip users for inspection and everyday microscopic work.

The Project Gutenberg eBook of Das Mikroskop und seine Anwendung

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Title: Das Mikroskop und seine Anwendung

Author: Hermann Hager

Release date: March 10, 2015 [eBook #48450]
Most recently updated: October 24, 2024

Language: German

Credits: Produced by Peter Becker and the Online Distributed
Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This file was
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Internet Archive)

*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS MIKROSKOP UND SEINE ANWENDUNG ***

DAS
MIKROSKOP
UND SEINE ANWENDUNG.

EIN

LEITFADEN BEI MIKROSKOPISCHEN UNTERSUCHUNGEN

FÜR

APOTHEKER, AERZTE,
MEDICINALBEAMTE, KAUFLEUTE, TECHNIKER,
SCHULLEHRER, FLEISCHBESCHAUER
ETC.

VON

Dr. HERMANN HAGER.


SECHSTE DURCHGESEHENE UND VERMEHRTE AUFLAGE.
MIT 231 IN DEN TEXT GEDRUCKTEN ABBILDUNGEN.


BERLIN 1879.

VERLAG VON JULIUS SPRINGER.

MONBIJOUPLATZ 3.

Vorwort zur ersten Auflage.

Seit ungefähr fünf Jahren hat das Mikroskop aufgehört ausschliesslich ein Instrument des Naturforschers zu sein. Es hat sich seit dieser Zeit nicht nur als ein unentbehrliches Hilfsmittel denen erwiesen, welche in ihren Berufsgeschäften in die Lage kommen, die Güte der Lebensmittel und der Waaren zu prüfen, oder welche bei ihren Studien naturwissenschaftliche Kenntnisse sammeln müssen, es hat sich sogar heutigen Tages in dem gewöhnlichen Verkehrsleben und der Hauswirthschaft unentbehrlich gemacht, indem nur durch das Mikroskop trichiniges Fleisch zu erkennen ist und wir uns damit vor der schrecklichen Trichinosis zu schützen vermögen.

Weil die Beschaffung eines Instruments, welches von ungemein verschiedener Güte und von niedrigem und hohem Preise in den Handel kommt, dem Nichtkenner Schwierigkeiten bietet, insofern diesem jede Beurtheilung abgeht, andererseits der Nichtkenner auch ein langes, zeitraubendes und anstrengendes Versuchen daran setzen muss, ehe er mit dem Mikroskop kunstgerecht umzugehen und nutzbringend zu arbeiten versteht, so habe ich es unternommen, diesen kurzen Leitfaden zum Kennenlernen, Prüfen und Gebrauch dieses Instruments der Oeffentlichkeit zu übergeben.

Da im Ganzen dieser Leitfaden nur für diejenigen bestimmt ist, welche das Mikroskop und dessen Gebrauch noch nicht verstehen und dennoch zuweilen in die nothwendige Lage kommen, dies Instrument gebrauchen zu müssen, so empfehle ich denen, welchen voraussichtlich der Gebrauch des Mikroskops einen Theil ihrer Studien ausmacht, sich mit den grösseren Werken über dasselbe Thema bekannt zu machen. Dem angehenden Naturforscher empfehle ich z. B. das Mikroskop, Theorie, Gebrauch, Geschichte und gegenwärtiger Zustand desselben von P. Harting, Prof. in Utrecht. Deutsche Original-Ausgabe von Dr. Fr. Wilh. Theile; Braunschweig, Verlag von Vieweg und Sohn; — dem Mediciner: das Mikroskop und die mikroskopische Technik von Dr. Heinrich Frey, Prof. der Medicin in Zürich; Leipzig, Verlag von Wilh. Engelmann; — dem Botaniker: das Mikroskop und seine Anwendung, insbesondere für Pflanzen-Anatomie, von Dr. Herm. Schacht; Berlin, Verlag von G. W. F. Müller.

Dass die behufs des Kennenlernens mikroskopischer Objecte am Schlusse dieses Leitfadens gegebenen Beispiele, von denen mehrere dem praktischen Leben entnommen sind, keineswegs Anspruch auf wissenschaftlichen Werth machen sollen, darf ich wohl mit Hinweis auf den geringen Umfang dieser Schrift und ihren sehr geringen Preis nicht erst versichern.

Berlin, im Februar 1866.

Der Verfasser.


Vorwort zur sechsten Auflage.

Diese sechste Auflage hat eine nicht geringe Vermehrung erfahren. Unter anderem wurden den nöthigen Anweisungen zur mikroskopischen Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittel, besonders der Gewürze und deren Verfälschungsmittel, nebst den dazu gehörigen mikroskopischen Bildern ein Platz angewiesen, um auch den Anforderungen derjenigen zu genügen, welche mit der Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittel beauftragt werden. Dadurch erhielt diese Auflage eine Vervollständigung, welche dem praktischen Werthe des Buches nur dienen dürfte. In der Erwartung, dass diese Vermehrung des Inhaltes, obgleich nur im engen Rahmen, dennoch als eine zeitgemässe anerkannt werde, bitte ich auch für diese neue Auflage um eine nachsichtige Aufnahme.

Pulvermühle bei Fürstenberg a./Oder,
im December 1878.

Der Verfasser.


Inhalt.

Seite
Mikroskop, zusammengesetztes, was darunter verstanden wird. Linsen, Sammellinsen, Zerstreuungslinsen1
Brennpunkt (Focus), Brennweite (Focaldistanz)2
Sehwinkel3
Accommodationsvermögen des Auges. Deutliche Sehweite4
Vergrösserung eines Gegenstandes durch eine Sammellinse5
Loupe. Einfaches Mikroskop6
Spiegelmikroskop. Zusammengesetztes Mikroskop in seiner einfachen Zusammensetzung und seine Wirkung7
Einstellung, grobe, feine10
Mikrometerschraube10
Aberration, sphärische12
Aberration, chromatische13
Doppellinse13
Doppellinse, überverbesserte, unterverbesserte, aplanatische14
Penetrirende, resolvirende Kraft des Mikroskops14
Collectivlinse, ihre Wirkung15
Objectiv16
Centrirung der Linsen17
Ocular, negatives, positives, orthoskopisches18
Linsensysteme, ihre Bezeichnung. Tubuslänge20
Beleuchtung des Objects22
Blendungen23
Drehscheibe24
Cylinderblenden. Condensor24
Mikrometer26
Objectgläser28
Deckgläser29
Immersionsverfahren30
Compressorien, Schiek’s, Hager’s Compressorium31
Klemmfeder. Zeichnenprisma33
Mikroskopmodelle36
Trommelmikroskope39
Taschenmikroskop. Hager’s Compressor-Mikroskop39
Polarisationsmikroskop. Stärkemehlkörnchen im polarisirten Lichte42
Das Mikroskop als saccharimetrisches Instrument45
Ankauf und Prüfung eines Mikroskops48
Probeobjecte51
Gebrauch des Mikroskops52
Luftbläschen und Röhren als mikroskopische Objecte56
Molekularbewegung. Molekularattractionsbewegung. Flimmerbewegung57
Mouches volantes. Scotomata58
Reinigung der Mikroskope und ihrer Theile59
Darstellung mikroskopischer Objecte61
Präparirgeräthschaften61
Behandlung der Objecte63
Aufbewahrung der Objecte65
Conservationsflüssigkeiten66
Objecthalter70
Flüssiger Leim71
Lacke, Firnisse71
Mikroskopische Objecte73
Die Zelle73
Mehl. Stärkemehlkörnchen76
Kleberkörnchen80
Mutterkornpilz81
Flugbrand86
Schmierbrand87
Arrow-root, Marantastärke87
Getreiderost. Grasrost90
Mehlmilbe. Weizenschlängelchen92
Kartoffelpilz92
Traubenpilz94
Gespinnstfasern95
Haare102
Gewürze, Pfeffer, Piment, Gewürznelken, Zimmt, Senf, Santelholz, Curcuma112
Blut134
Haematin, Haemoglobin, Haemin, Haeminkrystalle, Haematinhydrochloratkrystalle138
Blutflecke139
Schleim. Eiter141
Lymphkörperchen oder Chyluskörperchen142
Gährpilz143
Auswurf bei Lungentuberculosis143
Sarcinien, Magensarcinie144
Kopfgrind, Favuspilz144
Soorpilz. Zungenbelegpilz145
Vibrionen146
Einige Oscillariaceen, Spermosireen, Chroococcaceen146
Diatomaceen148
Milch. Colostrum150
Butter153
Harn (Urin)154
Samenfädchen, Spermatozoën, Spermaflecke158
Flimmerzellen. Spermakörperchen159
Cercomonaden160
Parasiten des thierischen Körpers. Haarsackmilbe161
Krätzmilbe163
Trichinen163
Miescher’sche Körperchen, Psorospermien169
Schweinefinne. Bandwurm171
Räderthierchen175
Reblaus176

Das Instrument, dessen Einrichtung und Behandlung hier beschrieben und erklärt werden soll, ist dasjenige, welches von dem Physiker zusammengesetztes dioptrisches Mikroskop genannt wird und im gewöhnlichen Leben die einfache Bezeichnung „Mikroskop“ erhalten hat.

Mikroskop bedeutet Vergrösserungsglas, ein optisches Werkzeug, mit welchem man dem Auge Gegenstände, die wegen ihrer Kleinheit nicht sichtbar sind oder wegen ihrer Kleinheit undeutlich erscheinen, sichtbar und deutlich macht. Um für die Wirkungen und Leistungen dieses Instruments und dessen Beziehungen zum Auge, so wie für mehrere Kunstausdrücke, welche bei Besprechung der Mikroskope öftere Erwähnung finden, ein Verständniss zu erlangen, müssen wir aus der Optik einige wenige Punkte heranziehen.

Sammellinsen.
Zerstreuungslinsen.

Die Linsen werden als positive oder Sammellinsen und als negative oder Zerstreuungslinsen unterschieden. Zu den Sammellinsen gehören biconvexe (a), planconvexe (b) und der convergirende Meniscus (c); zu den Zerstreuungslinsen gehören biconcave (d), planconcave (e) und der divergirende Meniscus (f). Im Folgenden sind unter dem Namen Linsen gemeiniglich biconvexe oder planconvexe, also Sammellinsen gemeint.