Um 3 Uhr wurde im Dorfe Prewald Halt gemacht und zu Mittag gespeist. Das Essen war gut und kräftig und hätte die Tafel mancher großen Hotels einer Hauptstadt beschämen können. Ein hoher kahler Felsberg von weißlicher Farbe steigt in der Nähe des Dorfes empor. – Später kamen wir durch Adelsberg, befanden uns also in der Nähe der berühmten Adelsberger Höhle und des noch berühmtern Zirknitzer See's, die wir aber leider wegen Mangel an Zeit und wegen des feinen Regens, der schon seit 3 Uhr anhaltend bis spät in die Nacht herabrieselte, nicht besuchen konnten.

Wir kamen eine halbe Stunde vor Mitternacht in Laibach an. Ich verweilte in dieser Hauptstadt des nördlichen Krain bis zum 4ten November. Sie liegt zwischen den Zügen der Julischen Alpen in dem ausgedehnten flachen Thalgrunde der Sau, von schönen, grünen Wiesenflächen und fruchtbaren Feldern umgeben. Die ganze Gegend ist schön, romantisch und durch viele Naturmerkwürdigkeiten ausgezeichnet. Ich überließ mich dem Genuß, den mir der Anblick gewährte der grünen Wiesenflächen, die man nirgends zwischen den Tropen sieht, – der Thalgründe, die sich zwischen Bergzügen dahin schlängeln, – der Dörfchen und einzelnen Mühlen, die sie hier und da bedecken, – der Tannen- und Fichtenwälder, womit die Höhen begränzt sind, – der Schlösser und alten Ruinen, die von manchen dieser Höhen herabblicken, – und der glänzenden Schneegipfel der Karnischen Alpen in der Ferne! – Denn alles dieses, – die ganze Natur ja, war etwas Neues, wenigstens seit lange nicht mehr Gesehenes für mich.

Ich lernte zu Schiska bei Laibach Herrn F. J. Schmidt kennen, der ein genauer Kenner der Insecten, besonders aber der Land- und Süßwasser-Conchylien von Krain ist und vortreffliche Sammlungen über diese Zweige der Naturgeschichte besitzt. Er war auf das Zuvorkommendste bereit, mich mit den Eigenthümlichkeiten von Stadt und Land bekannt zu machen. Überhaupt kann ich nicht nachlassen, der freundlichen, leutseligen Behandlung zu gedenken, die ich in den Theilen Österreich's, durch die ich reiste, bei Vornehm und Gering erfuhr. Die Hotels stehen an musterhafter Reinlichkeit den holländischen nicht nach. Die Bewohner sind größtentheils Slaven, die deutsch sprechen und slavisch denken. Der kurz dauernde Schwindel nach nationalen Vereinigungen, der 1847 und 48 die Völker ergriffen zu haben schien, hatte auch in vielen Bewohnern Österreich's den Wunsch nach einem volksthümlichen Slavenstaate erregt. Von Sympathie für Deutschland war bei ihnen keine Spur zu bemerken.

Auf meiner Reise von Laibach nach Salzburg vom 4ten bis 6ten November, im Allgemeinen in einer nord-westlichen Richtung, kam ich über die Züge erst der Karnischen, dann der Norischen Alpen. Während im schönen Thale der Sau bei Laibach noch Alles grün war, genoß ich auf den Pässen über diese Alpen mehr Eis und Schnee, als mir lieb war, zumal da auch am 5ten sich plötzlich die Witterung verändert hatte und arge Kälte eingetreten war.

Ich ging von Laibach den 4ten November um 1 Uhr mit dem Postwagen weg. Die schöne, bebaute Fläche von Laibach, in deren Mitte das alte Schloß von seinem Berge herabschaute, verschmälerte sich nach Nord-West in ein schönes Wiesenthal, von der Sau durchströmt, und in diesem Thale fuhren wir stromaufwärts, – Dörfern und Städten vorbei, zwischen Anhöhen, die überall mit Nadelwaldungen gekrönt waren, dahin. Je weiter wir kamen, je höher wir stiegen, desto romantischer, desto schöner wurde Berg und Thal. – Wir kamen während der Nacht in Schneegestöber über die Jöche der Karnischen Alpen, die zwischen dem Thale der Sau und Drau liegen und fuhren am Morgen des 5ten schon in letztgenanntem Thale stromaufwärts, das ein breiter, flacher mit Dörfern und Städten bedeckter Wiesengrund ist. Nadelwälder standen auf den Jöchen und den Gehängen zu beiden Seiten. Die rechte Kette, die zu den Norischen Alpen gehört, war viel höher und bis zu zwei Drittel herab mit Schnee bedeckt. Der Contrast dieses Schnee's mit dem Dunkel der Tannen und dem schönen Wiesengrün des Thales war imposant. Bis zum Städtchen Spital führt die Straße im Thale der Drau zwischen den Karnischen und Norischen Alpen aufwärts, hier aber verläßt sie das Thal und läuft auf der linken (nördlichen) Thalseite hinan, um die Norischen Alpen zu überklimmen und jenseits derselben in das Thal der Salza herabzusteigen und in diesem Thale dann weiter bis Salzburg zu gelangen.

Wir speisten zu Mittag zwischen 12–1 Uhr im Städtchen Spittal, das auf einer dreieckigen Bergmasse liegt zwischen den zusammenmündenden Bergströmen Drau und Lieser und stiegen von da anfangs noch der Lieserkluft folgend, immer höher und höher das Gebirg hinan, das mit Nadelholzwäldern und oben mit Schnee bedeckt war, aus welchem die Tannen grün und die entfärbten Lärchenbäume gelblich hervorschimmerten. Bald hemmte das immer dichter werdende Schneegestöber nebst der fallenden Nacht alle Aussicht.

Wir blieben in der Nacht vom 5ten bis 6ten November auf dem höchsten Passe, dem Tauerpasse, dieser Alpen im Schnee stecken, der hier ellenhoch lag, während es noch fortwährend schneite. Dabei war es so furchtbar kalt, daß eine Flasche mit Wasser, die ich zu mir in den Wagen genommen hatte, durch und durch gefroren war. – Ich weiß nicht genau, wie hoch dieser Paß ist, er gehört aber dem Joche der Norischen Alpen an, in welchem sich weiter westwärts der Großglockner (von 11,982 pariser Fuß Höhe) erhebt. Das Dorf Tauern liegt 4800 Fuß und das Taurer Joch 6546 Fuß hoch; wahrscheinlich hat der Paß die letztgenannte Höhe.

Ich hatte vor zwei Monaten auf der Rhede von Batavia, als die Hitze so drückend war, nach Eis, nach Schnee verlangt, – mein Wunsch war nun erfüllt, erfüllt zum Übermaaß! – wie man sich denken kann, – denn die Kälte kam zu plötzlich, der Übergang zu schnell, – so lag ich in meine Decken gehüllt im Wagen und – fror. Auf der einen Seite gähnte uns ein tiefer Abgrund an, der sich unter uns in eine schmale enge Schlucht hinabstürzte, und auf der andern Seite hing eine himmelhohe Felswand über uns, während keine Spur der Straße mehr zu sehen war. Alles war verweht und es mußten aus einem nahen Dorfe eine Anzahl Bauern entboten werden, um den Schnee von den gefährlichsten Stellen hinwegzuschaufeln. Dann setzten wir unsere Reise fort.

Bei dieser Gelegenheit lernte ich die äußerst gutherzige, gewillige und behülfsame Art dieser Bergbewohner kennen: es sind durch und durch gute Menschen. Sie sprachen ein Kauderwelsch, das Deutsch sein sollte, das ich aber eben so wenig verstand, als die Sprache der Singalesen auf Ceylon, die vielleicht noch leichter zu erlernen sein würde, als dieser Norische Alpendialekt, der keine Regeln hat.

Den 6ten November ging unsre Reise immer noch zwischen Schneegebirgen mit grünen Tannen und gelben Lärchen (deren Blätter schon erstorben und entfärbt waren) in Schlangenlinien oder im Zickzack an schroffen Gehängen, oder in dem schmalen düstern Grunde von Thalspalten dahin, wo neben dem brausenden Strome der Weg in Felsen ausgehauen war, die zu beiden Seiten viele hundert Fuß sich erhoben. Oft sah man die pyramidalen Gestalten der Tannenwaldungen auch an den steilsten Wänden kleben.

In einer solchen tiefen Thalspalte fließt auch die Salza (oder Salzach), die sich immer tiefer zwischen den Bergen herabschlängelt und endlich ihre Gebirgsschlucht verläßt, um durch die schöne, nur noch 1408 Fuß hohe Fläche der alten Colonia Hadriana (Juvavia) zu strömen. Wir folgten ihrem Laufe und kamen im Geburtsorte Mozart's, dem Sterbeorte M. Haydn's, um 8 Uhr des Abends an.

Das Erste, was ich hier vernahm, war etwas, das man in Deutschland selten hört, – ein schönes Glockenspiel nämlich, das sich auf dem Residenzpalaste hören ließ, und das zum Andenken an einen anno 1703 mit der holländisch-ostindischen Compagnie abgeschlossenen Handelsvertrag hier errichtet wurde.

Ich wohnte auch noch denselben Abend einem Concerte steyermärkischer Sänger und Sängerinnen bei, die lauter Volkslieder im Volksdialekte sangen, – aber in so lieblichen, so reinen, harmonischen Tönen, wie man sie nur hier im Tyroler Alpenlande hören kann.

Und als ich beim Nachhausegehn über den Michaelisplatz kam und das Denkmal Mozart's erblickte, – da schien es mir, daß die Bildsäule eines Meisters der Tonkunst nirgends passender errichtet sein könne, als hier, an einem Orte, in der Mitte eines Volkes, wo, wenn auch nicht in dem Maaße, wie der Componist des Don Juan, fast ein Jeder als Tonkünstler oder als Sänger geboren wird.

Ich begab mich am 9ten November mit dem Postwagen von Salzburg nach München, – eine Reise, die durch flache Gegenden in 14 Stunden zurückgelegt wird.

Hier höre ich mit meiner Erzählung auf, denn hier fangen die Eisenbahnen an (die erste, die ich sah), die von hier an das Land durchkreuzen und sich, mit einer geringen Unterbrechung am Rhein, auch bis in das Herz der Niederlande fortsetzen.

Hier nehme ich Abschied vom Leser, denn ich befinde mich nun mitten in Europa, das den meisten Lesern dieses, wo nicht Allen, gewiß besser bekannt ist, als mir.


Allerdings war es anfangs meine Absicht, auch die Bemerkungen, die ich auf meiner Reise durch Deutschland und die Niederlande in mein Tagebuch eintrug, mitzutheilen und aus den letztern einen vierten Abschnitt der Reise: „von Lobith bis zum weißen Thore in Leyden“, zu bilden. Da aber keine neuen, weder geographische, noch geologische Bemerkungen in Holland zu machen sind, so hätte ich, um den Leser zu unterhalten, Land und Volk schildern, hätte also von einem Gegenstande sprechen müssen, den der Leser besser kennt, als ich, weil er selbst einen Theil davon ausmacht, während ich nur seit kurzer Zeit und nur ein vorübergehender Bestandtheil davon bin. – Hätte ich mich mit der Beschreibung der Niederlande, also gewissermaßen mit den Lesern beschäftigen wollen, so würde ich oftmals in den Fall gekommen sein, mein Urtheil nicht nur über nationale, sondern auch über persönliche Verhältnisse zu fällen, was, wie mich dünkt, doch manchmal ein undankbares Geschäft würde gewesen sein.

Allerdings glaube ich, daß das niederländische Volk, als Nation, wie sie dasteht, achtungswerther ist, wie manche seiner größern Nachbarn, sowohl auf der Ostseite des Rheines, als westwärts von der Mosel, wo man gar nicht mehr weiß, was man will. Wohl habe ich viele höchst achtungswerthe Personen hier kennen gelernt; da ich aber nicht Willens bin, Schmeicheleien zu sagen gegen meine Überzeugung, so würde ich auch vielleicht manchmal Veranlassung gefunden haben, zu gestehen, daß mir das Eine oder das Andere weniger gut gefiele.

Diejenigen z. B. des Volkes, die keine Pedanten sind, würden es mir gewiß nicht übel nehmen, wenn ich meinte, daß es unter den Professoren eine Menge steifer, abgeschmackter Pedanten giebt; – oder diejenigen, welche zu den wahrhaft aufgeklärten freisinnigen Menschen gehören, würden nicht bös auf mich sein, wenn ich erzählte, daß ich, mit Ausnahme der Bewohner in Krain, von der Sundastraße an bis zum Y bei Amsterdam keine Menschen angetroffen habe, die so bigott sind, als manche Bewohner von Holland, besonders eine gewisse Klasse in Leyden, bei denen Frömmelei und Heuchelei sich paart; – eben so wenig würden die braven Gelehrten und Naturforscher aufgebracht gegen mich sein, wenn ich behauptete, hier einen Botanicus zu kennen, welcher die Wissenschaft nur als Deckmantel persönlichen Eigennutzes und Großthuns gebraucht und in wissenschaftlichen Unterschleifen und Lügen eine ausgezeichnete Übung besitzt; – auch die Liebenswürdigen unter dem schönen Geschlechte, welche freundliche Anmuth mit Bildung paaren, würden es gewiß nicht auf sich deuten, wenn ich sagte, daß von den Leyden'schen Damen doch ein großer Theil außerordentlich steif, kalt, hoffärtig, zu sehr mit sich selbst und der Etiquette eingenommen sei; mit einem Worte, viel Dünkel besitze, bei wenig Herz, – und eben so wenig würden sich die echt freisinnigen Männer, die Niederland zur Ehre gereichen, darüber ärgern, wenn ich erzählte, daß ich, ungeachtet der freisinnigsten Constitution, die das Land besitzt, kaum irgendwo so hagestolze Aristokraten, die auf ihre Geburt und Andre, die auf ihre Geldsäcke pochen, angetroffen habe, wie hier und da in Holland; – – – wie nun aber, wenn sich unter den Lesern Dieses wirklich einige Pedanten, fromme Heuchler, Betschwestern, wissenschaftliche Lügner und Sophisten, hoffärtige Xantippen, aristokratische Hagestolze, Geldwölfe, deren Beutel schwerer wiegt, als ihr Kopf, u. s. w. befinden möchten? – Wie dann? – Würden diese mir auch so leicht durch die Finger sehen, wenn ich mich unterstanden hätte, so etwas, wie hier oben steht, von ihnen zu behaupten?

Der Herr, der in die Nieren der Könige und der Bettler schaut, bewahre mich vor ihrem Zorn! – Ich will lieber stillschweigen. – Weiß ich doch, daß die Gutgesinnten, die Freisinnigen, Aufgeklärten, Wissenschaft und Kunst Befördernden des Volkes unter beiden Geschlechtern, – und deren Zahl ist überwiegend, – mich verstehn; bin ich doch überzeugt, daß diese nicht verlangen, gelobt zu werden und mir auch gewiß nicht zürnen, wenn ich mich enthalte, die Andern zu tadeln und dieses Geschäft lieber solchen Leuten überlasse, die nichts Besseres zu thun haben.

Lieber Leser! Lebe wohl!

 

Leyden im Januar 1851.

Der Verfasser.

 

Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig.

Fußnoten:

1 Diese Überfahrt wird Beamten und andern Personen, die dazu empfohlen sind, vom Commandanten der Seemacht natürlich gratis zugestanden, so daß die Passagiere, denen die Offiziere erlauben, an ihrer Tafel Theil zu nehmen, nur 5 Fl. täglich in die Kasse der Menage zu zahlen haben. – Ich fand an Bord eine trefflich bestellte Tafel und von den Herren Offizieren die liebreichste und zuvorkommendste Behandlung.

2 Leider ist derselbe – ein Deutscher, der seine Ausbildung auf der Universität Bonn genossen – im Laufe des vorigen Jahres gestorben.

Anm. des Übers.

3 Nach der kleinen Insel auf der Rhede von Batavia so benannt, auf welcher ein Marineetablissement eingerichtet ist. Onrust bedeutet Unruhe.

4 Man vergl. Fig. 20, die Abbildung der Insel Pontjang kitjil in der Bai von Tapanuli.

5 Gewöhnlich, doch fälschlich Romania genannt.

6 Zufolge malaischer Chroniken giebt Crawfurd an, daß malaische Auswandrer aus Menangkĕbo auf Sumatra unter Turi Buwana in 1160 den neuen Staat Udjung Tana und dessen Hauptstadt Singapur (von den Sanskritwörtern Singa Löwe und Pura Stadt) gründeten. Der letzte König, der sich nicht zum Islam bekehren wollte, war Sri Iskander Shah. Er wurde von dem Kaiser von Modjopaït auf Java bekriegt, in 1253 von Singapur vertrieben und soll darauf Malaka gestiftet haben. Seit 1253 war Singapur eine Wildniß oder nur der Aufenthalt von Seeräubern (orang laut) bis es sich in 1819 durch Raffles zu seiner jetzigen Größe erhob.

7 Man sehe diese Sammlungen im Reichs-Museum für Naturgeschichte zu Leyden.

8 In manchen Cabin's war nur eine, in manchen waren 4, in den meisten aber waren zwei Schlafstellen und wo mehre waren, befanden sich stets zwei übereinander. Es war ein Schiff von 800 Tonnen Last und 80 Pferdekraft.

9 Nachdem sie schon vor dieser Zeit zweimal, wenn auch nur für kurze Zeit, im Besitz der Briten gewesen war, nämlich das erste mal in 1795 bis zum Frieden von Amiens, und das zweite mal während des Continentalkrieges bis 1814.

10 Malaka (sunda'sch) und Kamlaka (java'sch) ist auf Java der Name des Bäumchens Emblica officinalis Gärtn.

11 Wie C. Ritter sie nennt (Asien IV, 1, p. 42).

12 Wenn Ward u. A. von drei Bergketten sprechen, welche von Süd nach Nord durch die Insel streichen sollen, so können mit zweien davon nur Vorgebirge oder Vorgebirgszüge gemeint sein, die eigentlich nur schief ausgebreitete Rippen der (einzigen) Hauptkette sind. Eine solche, weniger hohe Vorkette ist unter andern die, worauf wir jene Villa erblickten.

13 Einrichtung und Preis der Palankin's ist eben so wie zu Singapur.

14 Pulu: Insel; Penang (Poön-Penang d. i. Baum-Penang) ist der malai'sche Name der überall in den Dörfern Indien's gepflanzten Palme: Areca communis, welche die beim Betel-(Siri-)kauen gebräuchlichen Nüsse liefert, also Pulu-Penang eigentlich Betelnußbaum-Insel, von den Engländern auch Prinz Wales-Insel genannt.

15 Oder nach dem Siedepunkt des Wassers bestimmte Höhe. – Wir sahen am 12ten Abends den Saum der Kette nur in der Entfernung von 47 bis höchstens 49 geographischen Minuten noch deutlich; hiernach kann er nicht höher als höchstens 2000 par. Fuß sein (2121 engl.), weil bekanntlich (wegen der Rundung der Erde) 2000 Fuß hohe Gegenstände nur 49-1/5 Minuten (12,30 Meilen) weit sichtbar sind.

16 1000 Siccaropijen = 1333 holl. Gulden.

17 Verirrte Landvögel, die einen Ruhepunkt suchen auf dem Schiff und ermüdet vom Fliegen, sich leicht mit den Händen fangen lassen, sind eine den Seefahrern gewiß sehr gewöhnliche Erscheinung.

18 Der Zeitgenossen Alexander's des Großen, Ptolemäus, nach ihm Strabo etc.

19 Hirudo ceylanica Blainv. (s. unt.)

20 Auf Java wird Salpeter aus der Erde bereitet, welche den Boden der Höhlen in tertiären Kalksteinbänken bedeckt. Diese Erde ist aber mit dem Miste der Fledermäuse vermengt, die schaarenweis in den Höhlen wohnen.

21 In Beziehung auf Aden selbst kann sie richtiger die nördliche genannt werden, da der größte Theil der Halbinsel im Süden derselben liegt, in Beziehung auf die Aden-Bai aber (auf der Ostseite der Halbinsel) die westliche; s. Fig. 16.

22 Oder Sumali, Somauli, deren einige Hundert zu Aden wohnen.

23 Hier endigt sich nämlich die westliche oder Back-Bai an dem Isthmus, der die Halbinsel mit Arabien verbindet.

24 Dem steilen Ufergehänge, in das er sich hier zum westlichen Gestade der Aden-Bai herabsenkt, liegt ganz nahe (in Osten) die kleine, hohe Insel Sira vor.

25 Beim Einsteigen in die Wagen zu Suez war ich gezwungen, den größten Theil der gesammelten Steine wegzuwerfen, weil (aus Mangel an Platz) sich meine Reisegenossen über das viele Gepäck beschwerten.

26 Es wurden diese Körper zu Leyden einer genauen chemischen Prüfung unterworfen, so daß über die Richtigkeit der Bestimmung kein Zweifel bestehen kann.

27 Liquidambar Altinghiana.

28 Man sehe „Java, deszelfs gedaante, bekleeding en inwendige structuur.“ Amsterdam, 1851. D. 2, p. 812 en 908. (Von diesem Werke kommt in demselben Verlage, wie diese Rückreise, eine deutsche Ausgabe nach der eben begonnenen zweiten holländ. Auflage heraus, in welcher jedoch bis jetzt die Beschreibung der erwähnten Krater noch nicht erschienen ist.) J. K. H.

29 Das Vorstehende ist die Bedeutung dieses arabischen Wortes.

30 Groß Harnish- (حر نبن), klein Harnish-Insel und andre auf der Karte des rothen Meeres von R. Moresby (Chart of the Red Sea etc. Surveyed in the years 1830–1833 by Capt. T. Elwon et Lieut. H. N. Pinching, and completed in 1833 and 1834 by Commander R. Moresby and Lieut. G. Carless, Indian Navy).

31 Tar bei Ritter und „Jibbel Tir, Teer oder Teir“, 900 Fuß hoher stets thätiger Vulkan bei Moresby a. a. O., – unter 15° 32 bis 33' nördlicher Breite, der arabischen Küste viel näher, als der egyptischen.

32 Ich bedaure, beim Niederschreiben Dieses, das Werk von T. E. Gumprecht, „Die vulkanische Thätigkeit auf dem Festlande von Afrika, in Arabien und auf den Inseln des rothen Meeres (Berlin, 1849),“ und über die Bergsysteme dieser Länder überhaupt, die Schriften von Russegger nicht haben vergleichen zu können.

33 So nennen die Araber die große Seekuh (Dugong) Halicore tabernaculi Rueppell, die dem rothen Meere eigenthümlich ist. Sie soll in den nördlichen Theilen des rothen Meeres nicht selten sein und unter andern oft an den Ufern der Insel (Giziret) el Tirahn gesehen werden, die vor dem Eingange des Golfes von Akaba liegt.

34 Siehe Poggendorf's Annalen der Physik und Chemie, XVIII, p. 504.

35 Siehe dessen „Mémoire sur le phénomène de la coloration des eaux de la mer rouge,“ in den Annales des sc. nat. 3. ser., botanique. Paris, 1844. T. I, p. 332, u. s. w.

36 Das baktrische oder zweibucklige Kameel Ost-Asiens wird in Egypten nicht gesehen.

37 A. von Humboldt, Ansichten der Natur.

38 Auch auf der andern Seite von Cairo ist die Telegraphenlinie durch das Delta bis nach Alexandrien fortgesetzt.

39Recherches sur les Réfractions extraordinaires, qui ont lieu près de l'horizont. Paris, 1810. 4.

40 Dies ist einer von den Namen, welche der Küstenstrich zwischen Suez und Cairo bei den Arabern führt.

41 Ein Schilling gilt 4½ egyptische Piaster oder 36 Para (ein Piaster 8 Para).

42 So viel beträgt ohngefähr die Entfernung von der Citadelle bis zu den Pyramiden von Gizeh.

43 Man vergleiche hiermit Fig. 20. – Dies Bildchen stellt die kleine Insel (Pulu) Pontjang kitjil in der Tapanuli-Bai auf der Westküste von Sumatra vor, welche lange Zeit der Hauptplatz der Gouvernementsbesitzungen in den Batta-Ländern war. Ich habe diese Ansicht noch hinzugefügt, um den ungeheuren Contrast zwischen der unfruchtbaren Dürre der egyptischen Landschaft und dem üppigsten Pflanzenwuchse der Sunda-Inseln recht augenfällig zu machen; denn hier findet man kein einziges Fleckchen des Bodens, welches nicht mit Bäumen oder Sträuchern bedeckt ist. Die Gebäude dieser Insel liegen unter dem Schatten hoch aufgeschossener Kokospalmen und anderer Fruchtbäume verborgen, während die Bergketten von Sumatra im Hintergrunde mit dem dunklen Grün der Urwälder bekleidet sind, die sich wie ein einziger Wald weit und breit dahinziehen. – Hier sieht man den feuchten Boden fast eben so mit grünen Blättern bedeckt, wie dort mit trocknen Sandkörnern.

44 Pyramide Nr. 2 = Dolerit von schwärzlicher Farbe und Nr. 3 = feinkörniger Syenit, sind von behauenen Blöcken, die am Fuße der kleinen Pyramiden, neben der größern, herumliegen.

45 Über dem Nilthale war dieser Punkt wahrscheinlich 650 Fuß hoch.

46 Wovon 15 auf einen Äquatorgrad gehen.

47 Der höchste Punkt des Karstgebirges beträgt 1486 par. Fuß.

Anmerkungen zur Transkription:

Das Original ist in Fraktur gesetzt.

Abbildungen wurden aus der Mitte von Absätzen zum Ende derselben verschoben.

Die 3 arabischen Ausdrücke in diesem Text wurden getreu dem Original dargestellt; sie sind allerdings aus heutiger Sicht potentiell fehlerhaft und würden in modernerem Arabisch folgendermassen geschrieben:

Das Format der Abbildungsunterschriften wurde vereinheitlicht.

Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.

Beibehalten wurde:

Einige Ausdrücke wurden in beiden Schreibweisen übernommen:

Folgende offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert: