FN. BrauerBräuer, Breuer. Gen. BrauersBreuers (niederrhein.). Niederd. Brüwer (Bruwere 1483 Gött. UB.). Gen. Browers; Broyers (beides ostfries.). Entstellt Breyer. Wienbreyer (1635: Weinbrewer). Zss. Mumbrauer (Mumme, das seit Ende des 15. Jhs. in Braunschweig gebraute Bier).

Bräuer s. Brauer.

Brauk, -brauk s. Bruch.

Braun a) I. s. Brun b) III. von der Farbe: ahd. mhd. brûn, prûn „braun, brünett“ (vgl. franz. Lebrun).

FN. Braune; Braun — (südd.) Praun.

Bräun- s. Brun (V., einst. K.).

Braunabend III. der „braune Abend“, eine Floskel der 2. schlesischen Dichterschule, also nicht vor 1650 (Vilmar). Auch Brunabend.

Braunbehrens I. 1661: Heinrich Braun oder Berendts (Preuß).

Brausewetter III. ein „stürmischer Mensch“ (s. Wetter).

Bräutigam III. zu den Verwandtschafts-N. Niederd. Brüdigam.

Brecht- s. a) Beraht (V., einst. K.) b) ON.

Brede, Breie, Breit s. Brid.

Breinker s. Brand.

Breiser III. „Schnürriemenmacher, Posamentier“ (mhd. brîsen schnüren) vgl. Preiswerk.

Bremer III. „einer aus Bremen“. Auch Brämer.

Brend- s. Brand (einst. K.).

Brenk- s. Brand (V., einst. K.).

-brenker s. Brink.

Brenn- s. Brand.

Brenner III. vgl. Otte gen. der brenner 1338.

FN. BrennerPrenner (Gottschee). Zss. Kalkbrenner. Neubrenner. Steinbrenner. Weinbrenner.

Brennessel III. deutlicher Pflanzen-N.

Brent-, Brentz s. Brand.

Brett- s. Brid.

Breuer s. Brauer.

Brenker, -breuker s. Bruch.

Breun- s. Brun (einst. K.).

Breyer s. Brauer.

BRID I. wohl zu angels. bridel, ahd. brittil „Zügel“ oder zum Volksnamen der Britten. Britharius 6.

Einstämmige Kürzung Brid-.

Briddo: BrittBredeBrettBreie (Preuß 26). Patr. A. BreitungBretting.

Vklf. (l) Bridilo: Brill. (k): Bricke. Gen. Brix.

Briehl s. Brühl.

Brill s. Brid.

-bring s. Brink.

Bringewath III. Satz-N. niederd. „bringe was“. Bringezu.

Brink III. „(hochliegender) Grasplan“ — ein in niederdeutschen Mundarten weit verbreitetes Wort. Dahin gehört mehr als ein halbes Hundert ON. auf -brink in der Linie Hannover-Utrecht, mit der Hauptstärke in Westfalen.

FN. Brink (Dorf im Oldenburgischen, Münsterschen, Kalenbergischen); ten Brink, auch Tombrink (= zu dem Br.); von den Brinken. — Brinkmann, Bringmann; (fries.) Brinkama. Vgl. „die Brinkfrau zu Morsbecke, Inhaberin des Brinkhofes“, nachher genannt „Ilse Brinkfrau“ (Lipp. Reg.).

Bes. häufig in Zusammensetzungen, die meist jedoch nicht Städte oder Dörfer, sondern in mehr appellativer Art einzelne Örtlichkeiten einer Dorflage oder Feldflur bezeichnen — als FN. demnach der daselbst Wohnende, der „Brinksitzer“, vgl. Gerd uppe dem Brinke 1406 (Lipp. Reg.).

Antenbrink. Berenbrink. Exernbrink. Fahrenbrink. Gantenbrink. Hasenbrink. Klockenbrink. Mühlenbrink. Osterbrink. Steinbrink. Unterbrink. Lüsebrink und Musebrink (offenbar Spottnamen für die bezeichneten Örtlichkeiten, vgl. pommerisch „Flöhenbrink“). — Oberbrinkmann.

Bisweilen in der Schreibung -bring: Finkenbring neben Finkenbrinck. Hasselbring. Igelbring. Kregenbring neben Krägenbrinck und Krähenbrink. Kreidebring neben Kreidebrink. Lehmbring. Piepenbring.

Ableitung auf -er (westf.):

-brinker: Brinker. Berenbrinker. Steinbrinker.

-brenker: Brenker (auch = Brendeker Preuß 18). Brembrenker (Bram, Bräme = Brombeerstrauch).

Alle diese Bildungen mit großenteils noch nicht verwischtem niederdeutschem Gepräge sind als FN. bes. häufig in Westfalen und den angrenzenden Landschaften (Lippe, Osnabrück), wo sie zu den die Namengebung beherrschenden gehören.

-brink, -brinker s. Brink.

Brinkkötter III. „Brinksitzer, Häusler auf dem Brink“, s. Brink und Köther.

Brinkoch III. 1530: Brinkkort = Kord am brinke (Preuß 30).

Britt, Brix s. Brid.

Brock-, -brock s. Bruch.

Bröcker s. Bruch.

Brod-, Bröd s. Brord.

Bröhl s. Brühl.

Broicher, -broich, -broick s. Bruch.

Broichsitter III. (niedenrhein.) „Bruchsitzer“.

Brok-, -brok s. Bruch.

Bröker s. Bruch.

Brom-, Bröm- s. Brun (V., zweist. K.).

Brongers s. Brun (V.).

Bronn-, -bronn, -bronner s. Brunn.

Brons-, Bronzema s. Brun.

Broos s. Ambrosius.

BRORD I. ahd. prort, brort, angels. brord „Schiffsvorderteil; Rand, Spitze (einer Waffe)“. Willibrord.

FN. Brothar: BroderBröder (Brödermann). Gen. Brors. Patr. A. Bröring. Patr. Zss. Brodersen.

Einstämmige Kürzung Brord-.

(Brodo): BrodePrott. Vklf. (l): BrödelProttelPröhle. (k): Brodke.

Zweistämmige Kürzung Brordb-.

Patr. A. Propping.

Bröring, Brors s. Brord.

Bros-, Brös- s. Ambrosius.

Brot III. zu den Speisen (S. 46) in mancherlei Zss.

FN. Bierbrot. von Casembrod (holländ. „Käse und Brot“). Eigenbrod. Gutbrod. Herrenbrod. Hirsebrod. Roggenbrod (Gernod ruckenbrot 1235). Sommerbrod. Sparbrod. Truckenbrod; Druckenbrodt. Warmbrod. Weichbrodt. Weißbrod.

Einige dieser FF. sind zweifelhaft, da möglicherweise altd. brord, brod — oder auch eine Verderbung aus -beraht (brat) in ihnen steckt, wie offenbar in Heimbrodt aus Haginbert, Milbrod aus Mildebrath (s. Mild); auch wohl Treubrodt altd. Truprat aus Drudperaht.

Browers, Bröyers s. Brauer.

Bruch III. ahd. bruoch, der allgemeinste und durch viele Mundarten verbreitete Ausdruck für „Sumpf“. Neben den gewöhnlichen FF. auf -bruch findet sich in ON. niederdeutsches -brook, -brock (bes. in Westfalen), niederrheinisches -broich.

FN.  1)  Bruch. Hucklenbruch. Nonnenbruch. Ottenbruch. Vahlbruch. Wildenbruch.
  2)  Brook, Brock. v. Buddenbrock. v. Diepenbrock. Ellerbrock. Papenbrock. Rosenbrock. Schmalbrock. Stuckenbrock. Uhlenbrock.
  3)  Broich. Hucklenbroich. Kleinherzbroich.
  4)  v. Kerßenbroick.

Großenteils sind die Benennungen dieser Art, ebenso wie die auf -brink, nicht Namen für Ortschaften, sondern sie bezeichneten, als sie auf die Personen übertragen wurden, wirklich noch ein Bruch (Moor). So die nachfolgenden, die wenigstens in Rudolphs Lex. sich nicht finden.

Vom Bruch. Erlbruch; Elsenbruch. Gosebruch. Haselbruch. Mühlenbruch.

Vom Brocke. Zum Brook. Edelbrock. Griesenbrock. Kerkenbrock. Kordenbrock. Möhlenbrock. Nottebrock. Piepenbrock. Wiesbrock.

Auf dem Brauke. Vom Brauck. Osterbrauk. Uhlenbrauk.

Möhlenbruck.

Zss. mit -Mann:

BruchmannBrockmann, Brokmann, BrookmannBraukmann.

Zss. mit -Müller:

Brockmüller. Braukmüller.

Ableitung auf -er (westf.):

BrücherBroicherBröker, Bröcker, urspr. Hans im Broke (Preuß S. 3) — Breucker. Hüttebräucker.

Alle diese niederd. Bildungen mit k sind vorzugsweis häufig in Westfalen und gehören zu den dort die Namengebung beherrschenden.

Brücher s. Bruch.

-bruck s. 1) Bruch 2) Brück.

Brück III. ahd. prucca, mhd. brucke, brücke, brügge. An der Spitze der davon abgeleiteten ON. steht Brügge in Flandern (schon im 7. Jh. Brugae); jetzt außerordentlich viele N. auf -brück, -bruck, -brücken (Dat.-Plur.), -brügge, -brugg, -bruggen.

FN.  1)  -bruck: von Wydenbrugk (O. -brugge).
  2)  Brück. Delbrück. Steinbrück. Wiedenbrück. Zweibrück (O. -brücken).
  3)  -brügge: Brügge. Delbrügge. Esselbrügge (Westf.). Steenebrügge.
  4)  -brücken: v. Zweibrücken.
  5)  -brüggen: Osenbrüggen.

Ableitung auf -er (oberd. und westf.):

    1)  -brucker: Brucker (Baden). Prucker (bayr.). Haarbrucker (Salzb.). Tiefenbrucker.
  2)  -brücker: Brücker. Haarbrücker.
  3)  -brugger: Brugger (Baden). Prugger (österr.).
  4)  -brügger: Erdbrügger. Ibrügger (Westf.).

Bruckhei III. „Brückenaufseher“ (Hei). Auch Auch Bruggey.

Brückmann III. „Brückenmann“ d. i. Brückenaufseher; doch nach Ähnlichkeit von Brinkmann, Brockmann u. a. nur den Wohnort bezeichnend: einer der auf oder bei einer Brücke wohnt. Brüggemann = tor Brügge (Strackerjan). Heinrich von der Brücke 17. Jh.

FN. BrückmannBrüggemann; Brügmann.

Brückner III. schwerlich ein Brückenaufseher (Reichel), eher ein „Brückenbauer“ (s. Öffner, Büttner u. a.), am einfachsten, da der ON. Brücken wiederholt vorkommt, „einer aus Brücken“, wie Bruckner „einer aus Brucken“. Prückner; Pruckner (beide bayr. österr.).

Bruckschlägl III. (öst.) „Brückenschläger“. Vgl. Burcard de Bliensowe dict. Bruggenschlegel 1265.

Brüel s. Brühl.

-brügge, -brüggen, -brugger, -brügger s. Brück.

Brüggemeyer III. 1380: Henne up der Brucken (Preuß 32).

Bruggey s. Bruckhei.

Brühl III. ahd. pruohil, Vklf. von bruoh „Bruch, Sumpf“, mhd. brüel (mittellat. brogilus, ital. broglio, franz. breuil), „bewässerter, mit Gras und Gebüsch bewachsener Platz, buschige Wiese.“ Jetzt in ON. Brühl, -brühl, BrüelPrühl-bröhlBriel, -briel.

FN. 1) Brühl. Waldbrühl. — Brühlmann. — 2) Brüel. — 3) Bröhl. — 4) Briehl, Briel. — 5) Brügel; Brügl.

Bruhn-, Bruins s. Brun (einst. K.).

Brum-, Brüm- s. Brun (V., zweist. K.).

BRUN I. got. brunjô, ahd. brunja, prunja, mhd. brünne „Brustharnisch“. Daß daneben brûn „funkelnd dunkelfarbig, braun“ hineinspielt, ist nicht zweifelhaft.

FN. Brunger: BrungerBrüngerBraungerBräuniger. Gen. BrungersBrongers.

(Brungard): Braungardt.

Brunhard: BrunnertBraunhardt; Braunert.

Brunheri: BrunnerBraunher; BraunerBräuner.

(Brunmar): BrummerPrummer (bayr.) — BrümmerBrommer.

Brunold: BrunoldBraunewald; Braunwald. Gen. Braunholz.

Brunwart: Braunwarth.

(Brunwig): BrunwegBrunwey.

Einstämmige Kürzung Brun-.

Bruno: Bruno; Brune; Bruhn (Lütjebrune Lippe) — BrünneBraune; BraunPraun. Gen Bruhns; BrunenPrunsBraunsBronsBruins (ui = ü ostfries.) — Bronsema (ostfries.). Patr. A. BrüningBreuningBruninga (ostfries.). Patr. Zss. BrunssenBruhnsen.

Vklf. (l): Breunle. (l+n): Breunlein, Bräunlein. (k): BrunkoBruhnkeBrünickeBrönnekeBräunig. Gen. BrunkenBrünjes (fries.). (z): Brauneis.

Zweistämmige Kürzung Brunm-.

(Brummo): BrummeBrumeBrommeBrömme.

Vklf. (l): Brömmel; PrömmelBrömel. (z): Bromeis.

Brun-, Brün- s. Brun (V., einst. K.).

Brunabend III. s. Braunabend.

Brunn III. got. brunna, ahd. prunno, mhd. brunne (niederd. born) „Quelle“, im Nhd. durch eben dieses Wort zurückgedrängt, so daß es nur noch eine künstlich angelegte und eingefaßte Quelle bezeichnet. In ON. schon seit dem 7. Jh. häufig nachweisbar (Baldobrunno) — bei neueren N. in drei Formen: -brunn, -bronn, -born.

„By deme Borne“ 1383 Gött UB. I., 1316 lat. „apud fontem“.

FN.  1)  Brunn (vgl. franz. Lafontaine). Kaltenbrunn. Saltzbrunn. Steinbrunn. — v. Schönprunn (bayr.).
  2)  Bronn. Heilbronn. Neubronn.
  3)  von dem Borne (Roloff van deme Borne Klemp.). Born. Erlenborn. Eschborn. Schönborn. Sonneborn. (O. Sonnborn). Tettenborn. Weißenborn.

Ableitung auf -er (oberd.):

    1)  Brunner; Prunner (bayr.). Diestlbrunner. Kaltenbrunner. Schönbrunner.
  2)  Bronner. Diefenbronner. Neubronner.

Brünne s. Brun (einst. K.)

Brunner, Bronner a) I. s. Brun b) III. s. Brunn.

Brüwer s. Brauer.

Bscherer III. (bayr.) „Barbier“. Auch Pscherer.

Bschlagengaul III. wohl imperat. = „Hufschmied“.

Buccardt s. Burg (V.).

Buch III. kollektiv für „Buchwald“, mhd. daz buoch.

FN. Buch. Willenbuch.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -bucher: Hagenbucher. Heimbucher (salzb.). Langenbucher. Oberbucher.
2) -bücher: Klotzbücher (württ.). Rothenbücher (württ). Willenbücher.

Buchardt s. Burg.

Buche III. ahd. puocha, mhd. „Buche“ — in Zss. wie Buchmeyer, südd. Puchmayr. Niederd. Bokemeyer.

-büchel s. Bühl.

Bucher III. a) schon got bôkareis, ahd. puochâri, mhd. buochaere „Bücherabschreiber, Schreiber“ b) einer aus Buch.

FN. Bucher; Pucher (doch auch zu Buch III).

-bucher, -bücher s. Buch.

Buchfeller III. mhd. buochveller von buochvel „Pergament“, „der die Felle zu Büchern, das Pergament, bereitet“.

Buchfinck III. deutscher Vogel-N.

Buchholtz III. von dem sehr häufigen ON. Buchholz. Auch Bucholtz.

-büchler s. Bühel.

Buchner III. „einer aus Buchen“ (O. 40 mal Rud.); auch Büchner — (südd.) Puchner. Zss. Hagenbuchner.

Buchsbaum III. mittelalterlicher Schmeichelname (Grimm, Kleine Schr. II, 400). Puxbaum (Wien). Niederd. Busboom.

Buck, Bück- s. Burg (einst. K.).

Bud-, Büd- s. Bod (V., einst. K.).

Büddenklepper III. niederd. „Büttenklopfer“ Spottname für Bötticher.

Büdenbänder III. niederd. „Büttenbinder“ s. Binder.

Buff s. Bod (zweist. K.).

Bügel-, -bügel s. Bühel.

Bugg- s. Burg I. (V., einst. K.).

Bühel III. ahd. puhil, buhil, mhd. bühel „Hügel“ („Gansbühel“ Stadtgegend in München) — nhd. in den mannigfachsten FF. ON. bildend: Bühl, Biehl, Büchel, Bichl, Pichl, Bügel, Buckel, Beul u. a.

FN.  1)  Bühl. Guggenbühl. Münzbühl.
  2)  Biehl, Biel (doch s. auch Bil I.). Windbiel (Baden).
  3)  Rafflenbeul.
  4)  Büchel, Büchl (bayr.). Steinbüchel.
  5)  Bichl (bayr.).
  6)  Klingsbügel. Krumbügel (in Köln eine Straße „Krummenbüchel“).
  7)  Krumbiegel. Nußbiegel (vgl. O. Nußbühl).
  8)  zuweilen noch mit p (nach s): Dinkelspiel (ON. Dinkelsbühl). Walterspiel (Baden).

Ableitung auf -er (oberd.):

   1)  -bühler: Bühler (Hans von Bühel, auch „der Büheler“ Elsaß 15. Jh.). Steinbühler. Ungerbühler (salzb.). Varnbühler (= Farn-). Weißenbühler. Pühler (bayr.).
2)  -biehler: Biehler.
3)  -büchler: Bücheler; Büchler. Bürekbüchler. Steinbüchler. Püchler.
4)  -bichler (bes. bayrisch): Bichler. Aichbichler. Emetsbichler. Friedbichler. Fuchsbichler. Guggenbichler (salzb.). Hirschbichler. Lochbichler. Moosbichler. Steinbichler.
5)  -pichler: Pichler. Laupichler. Oberpichler. Raschpichler (salzb. — sämtlich noch jetzt in Ostpreußen).
6)  -biegler: Eisenbiegler. Oberbiegler.
7)  -(s)pieler: Radspieler. Singlspieler.
8)  Biller. Millbiller nach Steub S. 141 = Mühlbühler. Ganzbiller (Wien, vgl. O. Gansbühl).
9)  -spiller: Hackspiller.

Buhr s. Bauer.

Bull- s. Bald (V., einst. K.).

Bülte III. „Hügelchen im Sumpfe“.

Bültemeier (1507: Johann upper Bulten).

Bultmann (Bremerhafen).

v. Bülzingslöwen III. Stammort Bülzingsleben in Thüringen (s. -leben) — im Wappen fälschlich ein Löwe. (Adelslex.)

Bumann s. Baumann.

Bünd III. ahd. piunt (zu „bauen“), seit dem 8. Jh. in ON. Jetzt in den FF. -bünd, -boind, -peunt (-point), -paint (Adelpaint). Conrat in der Pewnt 1376. Grasbiunder 1319 Augsb.

FN. Ableitung auf -er (oberd., bes. bayr. österr.):

   1)  -pointner: Pointner. Hirschpointner. Kreuzpointner. Mühlpointner.
2)  -paintner: Paintner. Haarpaintner. Lindpaintner. — Baintner.

Bunge III. „Trommel“. Zss. Bungenstab.

Bungener III. altniederd. bungener „Trommler“, von bunge = Trommel, bungen = trommeln.

FN. BungenerBüngener; Büngeler. Mit der starken Bildung: BungerBünger.

Burch-, Burck- s. Burg I. (V., einst. K.).

BURG I. got. baúrgs, ahd. purc, mhd. burc „Burg“ (ital. borgo, span. burgo — Stadt Burgos in Altkastilien). Von „bergen“.

FN. Burghard: Burghardt; BurgardBurgerthBurckhard; BurkertPurkhart; PurkartBurchardtBuccardtBuggertBürkertPürkerth (bayr.) — Borghard; BorgertBorchardt; BorchertBockhardBochert. Gen. Burghartz; BurgartzBorcherts — latinis. Burchardi. Patr. A. BorcherdingBorkerding.

Burghar: Burger. Gen. BorchersBörchers.

Burgman: BurgmannBorchmannBormann.

Burgmar: Burgmer.

Burgoald: BurgoldPurgoldBurgholdBorgwaldt. Gen. Burgholtz.

Burcward: BurgwardtBorgwardt.

Einstämmige Kürzung Burg-.

Burgio, Bucco: BürgeBurckBuggeBuckBorgeBorckBock. Gen. Burgs. Patr. A. BückingBöcking.

Vklf. (i): BurkiBürgi (schweiz.). (i + n) Bürgin. (l): Bürgel; BürgleBürkleBückelBöckel. (l + n): BürklinBürckleinBücklein. (z): BurtzBorz. (z + l): BürzelPörzel.

Auslautend in 179 Namen (Först.), die sämtlich weiblich sind.

Burg- s. Burg I. (V.).

Bürg- s. Burg I. (einst. K.).

Burg III. got. baúrgs, ahd. purc, burg, mhd. burc befestiger, bergender Ort, „Burg, Stadt“. Schon im 1. Jh. Teutoburgium und Asciburgium; einfaches Burg erst aus dem 8. Jh. nachweislich und in derselben F. in tausend heutigen N. Niederd. -borg (so immer bei Klempin, z. B. Brandenborgh).

FN. Dillenburg. Brandenburg. Eulenburg. Mecklenburg. v. d. Malsburg.

Das ahd. p noch in: Marpurg. Regenspurg. Niederd. v. d. Borg. Drieborg (O. Driburg). Humborg (O. -burg). Osborg (O. -burg). Tecklenborg (O. -burg). Wieborg. Winzenborg (O. -burg) — bes. in dem nordwestlichen Deutschland, während es in den ON. fast durchweg in -burg verhochdeutscht zu sein scheint.

Ableitung auf -er (oberd.):

   1)  -burger: Brandenburger. Dillenburger. Luxemburger. Naumburger. — Regenspurger.
2)  -bürger: Heimbürger. Lünebürger. Oldenbürger. Würzbürger.

Burger s. a) Burg (V.) b) Bürger.

Bürger III. ahd. purgâri, mhd. burgaere, später burger „Bewohner einer Burg“, sodann „Bewohner einer (befestigten) Stadt“, im Gegensatz zu dem Landbewohner.

FN. BürgerBurger (in Wien häufiger als Bürger). Gen. Bürgers. Niederd. Börger. Gen. Borgers.

-bürger s. Burg III.

Bürgermeister III. mhd. burgermeister „Voreteher einer Stadtgemeinde, Bürgerschaft“; auch übertragen auf den Vorsteher einer Dorfgemeinde (in Schwaben und am Rhein). — Im Schwabenspiegel burcmeister, daher „Burgemeister“ (wie noch bei Goethe); neuniederländ. burgemeester.

FN. BürgermeisterBurgemeister.

Burggraf III. mhd. burcgrâve „Burggraf, Stadtrichter“. („Er was lantgrâve überz lant., burcgrâve in der stat genant“ Rudolf v. Ems, Guter Gerhard V. 1452).

Burgmann a) I. s. Burg b) III. mhd. burcman „auf der Burg wohnender Vasall des Burgherrn“.

Burgstall III. angels. burhstal, noch jetzt in Österreich gebräuchlich, sinnverwandt mit „Burg“. Im südöstlichen Deutschland sind Orte namens Burgstall sehr häufig; im nordwestlichen dagegen treten zwei abgeschliffene FF. zahlreich auf: Borstel, -borstel, und Bostel, -bostel.

FN.  1)  v. Hammer-Purgstall.
2)  v. Borstell.
3)  Bestenbostel. Döhnbostel. Hornbostel (O. in der Landdrostei Lüneburg). Ohlenbostel. Rodenbostel. — Auch Bostelmann (hannöv.).

Ableitung auf -er (oberd.): Purgstaller (österreichisch).

Burk-, Bürk- s. Burg I. (V., einst. K.).

Burmeister, -mester s. Bauermeister.

Burtz, Bürzel s. Burg I. (einst. K.).

Busboom III. niederd. „Buchsbaum“, aus lat. buxus, s. Busenbaum.

Busch III. ahd. busc, mhd. busch, pusch das gewöhnlichste deutsche Wort für „niedriges Gehölz, Buschwerk“. Niederländ. Bosch. In manchen der folg. Namen gewiß appellativ, wie -brink, -bruch u. a.

FN.  1)  von dem Bussche. Busch. Pusch. — Buschmann. Puschmann. Berkenbusch. Dornbusch. Dohrenbusch. Ellerbusch. Evertsbusch. Finsterbusch. Gadebusch. Hasselbusch. Holderbusch. Kattenbusch. (Katzen-). Kieckebusch; Kyckbusch (O. in Brandenburg). Knappertsbusch (O. Knapperzbusch). Nätebusch (Nuß-). Schlebusch. Vahlbusch. Wiedebusch (Weiden-).
2)  von der Bosch. Achternbosch. — Boschmanns (niederrhein.).

Ableitung auf -er (oberd. — aber auch westf. von Flurnamen):

   1)  Buscher (Münch.).
2)  -büscher: Büscher. Königsbüscher. Telgenbüscher; Tellbüscher.

Busenbaum III. nach Vilmar „Stammbaum“, was aber nicht belegbar. Besser mit Andresen = „Buchsbaum“ (s. d.). Dafür sprechen auch die Nebenff. Busebaum und (niederd.) Busboom.

Buss- s. Bod (einst. K.).

Bußin III. N. eines dem Verf. persönlich bekannten Proselyten, abgeleitet von „Buße“ mit Anklang an die ON. auf -in.

Büteführ s. Böteführ.

Butendieck III. niederd. „der am Außendeich“. Halbniederd. Butendeich.

Butenop III. niederd. „außenauf“ (Finkenwerder).

Butenschön III. niederd. „(nur) außen schön“.

Büttel III. in ON. zu altsächs. bodl, angels. botl „Haus“ (9. Jh.: Dallangibudli).

FN. Edelbüttel, auch Eddelbüttel. Oldenbüttel. Sießenbüttel.

Butterbrod III. vgl. Kese-unde-brot um 1530 (Lübben), altniederd. Wekebrôd.

Butterfaß III. deutlicher Gerät-N.

Buttermann III. ein „Butterhändler, -träger“. Niederd. Bottermann.

Butterweck III. ein aus Butterteig gebackener Weck. Halbfranzösiert in barbarischer Schreibung Bouterwek, „um der unästhetischen Butterwecke zu entgehen“ (Pott). Auch Butterwegge.

Bütting s. Bod (einst. K.).

Buttmann Pott S. 596: „Möglicherweise aus Butte für Bütte. Oder Verkäufer von Butten (Butt, Platteise, Rhombus piscis). Oder vom hamburg. Adj. butt, von kleinen Kindern, vgl. verbuttet, auch grob, plump.“ Alle diese Vermutungen sind in die Luft gebaut, wenigstens soweit es sich um den N. des bekannten Gräcisten handelt; denn dieser ist urspr. gar nicht deutsch, sondern französisch, von Réfugiés stammend, Boudemont, woraus nur Buttmann verdeutscht worden (s. Allg. deutsche Biographie S. 656).

Büttner III. mhd. bütenaere (vom ahd. putin, mhd. büten, bütte) „Bötticher“ („Büttnerstraße“ in Breslau).