-la s. Lah.
-lach, -lacher s. Loh.
Lachenicht III. Satz-N. Auch Lachnit.
Lachmann s. Loh.
Lachner III. „einer aus Lachen“ (O. 18 mal Rud.).
-laf a) deutsch s. Laif b) slawisch, eig. slaw. „Ruhm“, wobei das s mit einem vorhergehenden t zu z oder tz verschmilzt: Butzlaf (S. 6. 90). Mitzlaff („Schwertruhm“). Panzlaf u. a.
Lafrenz s. Laurentius.
Lage III. in ON. kann nach Förstemann Ortsnamen S. 128 dem ahd. lâga Lage (situs) etwa in der Bed. „Wohnort“ entsprechen oder einen tiefliegenden Ort bezeichnen: altnord. lâg Senkung des Bodens, niederd. leeg niedrig. Fast ausschließlich im nordwestlichen Deutschland (auch in Flurnamen).
FN. Zurlage. — v. Dincklage. Graflage. Kamplage. Snethlage. Steinlage. Weglage.
Lah III. 1) mhd. lache „Pfütze, Lache“ 2) mhd. lôch „Gebüsch“ 3) Lage.
FN. Kälberla. Kamla (= Kampla). Honerla (1507: Honderlage = Hunrichlage.)
Laiber s. Laif.
LAIC I. zu got. laikan „springen“, laik „Lied, Tanz“, ahd. leih „Spiel“ (Kampfspiel), mhd. leichen „spielen“ (noch in Luthers Bibel: wider den Stachel löken d. i. ausschlagen).
FN. Lecard: Leichardt; Leichert — Leikert.
(Laicowig): Leggewig.
Einstämmige Kürzung Laic-.
Laico: Leich — Leyck — Liche.
Häufiger auslautend (60 mal Först.):
-lich: Gerlich.
-lick: Göttlick.
-lach: Gerlach.
-lei: -ley: Thierley.
LAIF I. zu got. laifs überlebend, ahd. leiba, mhd. leibe Überbleibsel; daher in Namen wohl den Überlebenden d. i. „Sohn“ bezeichnend. Berührt und mischt sich mit Liub.
FN. Leibher: Laiber, Leiber.
Einstämmige Kürzung. Patr. A. Laiping: Leibing.
Auslautend seit dem 4. Jh. (in 81 Namen Först.):
1) hochdeutsch
-leib: Isleib (vgl. nord. Isleif).
-leb: Ortleb neben -lieb, -leib.
-lepp: Garlepp (ahd. Gerleip).
-lieb (Vermischung mit liub und Umdeutung): Garlieb.
-lipp: Garlipp.
2) niederdeutsch
-lef: Radleff. Gen. -lefs: Redlefs.
-laf: Rudlaff (lat. lauus, Gen. laui = lavi: Dytlauus, Rolauus, während die slawische Silbe laf, eig. slaw. durch -laus gegeben wird: Pribslaus, Stanislaus).
LAITH I. 1) ahd. leid, altsächs. lêd „leid“ = feindlich 2) ahd. leitjan, alts. lêdian „leiten“.
FN. Lethard: Leitert.
Leither: Leider — Leiter — Leder.
Leitold: Leithold.
Leidulf: Leidloff — Leitloff.
Einstämmige Kürzung Laith-.
Laitu 5.: Lethe — Leyde.
Lamb-, Lamfried s. Land (V.).
Lamle s. Land (zweist K.).
Lamm- a) I. s. Land (V., einst. K.) b) Lamm III. bes. wohl v. Häuserzeichen entnommen (S. 60). Vgl. Konrad daȥ Lamb 1281. Zss. Zicklam.
Lämml- s. Land (zweist. K.)
Lamp- s. Land (V., zweist. K.).
Lamparter III. mhd. Lampartaere „Lombarde“ (Lamparten Lombardei). Heinrich der Lamparter 1329.
FN. Lamparter; Lamperter. Entstellt: Lampater; Lampeter.
Land I. got. land, ahd. mhd. lant „Land“. Seit dem 5. Jh. in EN. nachweisbar.
FN. Landoberht: Lambracht; Lambert; Lambardt — Lamprecht (im KB. noch 1762 Landbrecht); Lampert; Lamparth — Lammert — Lempert; Lemper — Lemmert; Lemmer. Gen. Lambrechts — Lammertz — Lempertz — Lemmertz; Lemmers. Vklf. (l): Lemperle. Patr. A. Lammerding.
Landfrid: Landfried — Lamfried — Lempfried; Lempfert. Gen. Lenfers. Zss. Landfermann.
Landager: Länger — Lenker.
Landohard: Lannhardt.
Lanthar: Lander — Lender — Lenter. Zss. Lantermann. Gen. Lenders.
Landamar: Lammer — Lendemer. Gen. Lammers.
Landerich: Lendrich. Patr. A. Lenderking.
Landoald: Landolt; Landahl.
Landoard: Landwerth.
Landwig: Landwich.
Landulf: Landolph.
Einstämmige Kürzung Land-.
Lando: Lande; Land. Gen. Landes.
Vklf. (l): Lendel. (k): Lendeke — Lentge — Lenke. (z) Lanzo: Lantz; Lantzsch — Lenze; Lenz; Lentsch. Patr. A. Lansing. (z + k) Lanziko: Lanzke — Lentzke.
Zweistämmige Kürzung Landb-.
Lampo: Lampe (VN. Lampe Meyger 1441 Ilsenburg) — Lamm — Lempe — Lemme. Zss. Lampsma (ostfries.). Gen. Lemmen. Patr. A. Lamping — Lammenga (ostfries.).
Vklf. (i): Lampei. (l) Lampulo: Lampel — Lammel; Lamle — Lämmle; Lemmel — Lämpl. Patr. A. Lemling. (l + n): Lämmlein; Lemlin. (k) Lambico: Lameke; Lammich — Lemcke; Lembke (Lemmeke als Vorname Kalendar.; auch Lemke Ebeling = Lamprecht E. 1400 Stark).
Auslautend (44 mal Först.):
-land: Uhland. Rolandt.
Land III. ahd. mhd. lant „Land“ a) in natürlichem Sinne: Erde, Boden, Acker b) in politischem Sinne: Gebiet. Heutzutage haben wir im älteren Sinne Heideland, Friedland, Bonlanden, im neueren Holland, England, Deutschland.
FN.: Holland. Saamland (das Samland in Ostpreußen, die Bernsteinküste). Sauerland (in Westf., entstellt aus Süderland). Wendland (das Wendenland in Hannover). Seeland.
Ableitung auf -er (oberd.):
| 1) | -länder: Aländer (O. Aland). Ausländer. Harländer (Harlanden). Holländer. Kurländer. Liefländer. Mailänder. Niederländer. Ruhländer (O. Ruhland). Sauerländer. Voigtländer. — Bolender (O. Bolanden). | |
| 2) | -lander: Achterlander. Amerlander. Camerlander (O. Kammerland). |
-lander, -länder s. Land III.
Landgraf, -grebe s. Graf.
Landschade III. mhd. lantschade „Straßenräuber“ (s. Schade).
LANG I. ahd. lang. Langwich.
FN. (Langhart): Lengert.
(Langolf): Langloff.
Einstämmige Kürzung Lang-.
Lango: Lange; Lang.
Lange a) I. s. Lang b) III. vgl. Gött. UB. I.: Giseke unde Tyle de Langen a. 1366.
FN. Lange; Lang (letzteres die süddeutsche F., s. Münchener Wohnungsanzeiger von 1876: 86 mal Lang und nur 5 mal Lange — dagegen in Münster 1877: 23 mal Lange, 3 mal Lang).
Langner III. „einer aus Langen“ (häufiger ON.).
Langohr a) I. aus Langecowerd (= Langecord s. Kun — Schütte, Braunschw. PN.) b) III. vgl. Hans v. Gumpenberg „mit den langen Ohren“ (Bacm.).
Lannhardt s. Land I. (V.).
Lansing s. Land I. (einst. K.).
Lantermann s. Land I. (V.).
Lanwermeyer s. Schnatmeyer.
Lanz- s. Land I. (einst. K.).
Lar III. nach Förstemann in ON. am wahrscheinlichsten zu ahd. und altsächsisch lâri „leer“ (vgl. Öde).
FN. v. Buttlar. Fritzlar. Goßlar. Lindlar. v. Uslar.
LATH I. got. lathôn, ahd. ladôn „laden, einladen“ (zum Kampf herausfordern). Lathomar.
FN. (Lathaulf): Lattolf.
Lathwesen III. Satz-N. niederd. „laß sein“ d. h. der es gehen läßt, wie es will. Auch Lattwesen.
Laub- s. 1) Liub (V., einst. K.) 2) Liud (V.).
Laudert s. Liud (V.).
-lauer s. Loh (Nebenf. für -loher in Eisenlauer u. a.).
Läufer III. Bedienter, der früher in besonderer Livree vor dem Wagen des Herrn herlief (noch 1815 während des Wiener Kongresses als Sitte bei den Vornehmen); doch auch „lauffer“ zum Einbringen der Forderungen eines Klosters (Grimm Weistümer III, 677).
FN. Läufer — Lauffer. Zss. Wettlaufer.
Lauff, Laumer s. Hlod (V.).
Launhardt s. Lew.
Laurentius II. lat. „der Lorbeerbekränzte“; der h. Laurentius, im 3. Jh. Diakon an der Gemeinde zu Rom, auf einem Roste verbrannt.
FN. Laurentius. Gen. Laurenti. — Laurenz; Laurens — Lafrenz — Lawrenz; Lawerenz — Lobrentz — Lewrenz; Lewerentz — Lieberenz — Lorenz; Lorinz. Gen. Lorenzen (Schleswig). Zsgz. 1) Lorz. Patr. A. Lortzing (s. Pott) 2) Patr. Zss. Lohrenson; Lornsen 3) Lenz.
Laurich s. Hlod.
Laus s. Nicolaus.
Laut- s. Hlod (V., einst. K.).
Lautner III. „der die Laute spielt“. Lautenschläger.
Lautsch, Lautz s. Hlod (einst. K.).
Lavater III. (Spr. lafâter) aus lat. lavator „Wäscher, Walker“ im Kloster (Becker).
Laux s. Lucas.
Law- s. Laurentius.
-leb s. a) I. Laif b) III. Leben.
Leben III. in ON. Nach Förstemann (und Pott, welcher die deutsche Abkunft dieses -leben mit triftigen Gründen verficht), liegt das zu liban gehörige got. laiba, ahd. leiba, altsächs. leva zu Grunde, im Sinne von „Hinterlassenschaft, Erbteil“. Urspr. auf -leiba, -leva ausgehend haben die ON. erst nach 1100 die Mehrheitsf. angenommen. Jetzt etwa drittehalb hundert deutsche ON. auf -leben 1) in Thüringen (an der Saale, Helme und Unstrut) 2) im nördlichen Schleswig und südlichen Jütland auf -leben und -lev.
Neuere ON. wie Ruhleben, Langesleben sind mit Leben (vita) zusammengesetzt.
FN. Alsleben. von Alvensleben. Erxleben. Grobleben. von Holleben. Senftleben. Tottleben. v. Wartensleben. Wasserschleben (neben O. Wasserleben.) Umgedeutet: v. Bültzingslöwen.
Mitunter verkürzt in -leb: Billeb (wohl aus ON. Billeben, s. Pauli II. S. 16). So ferner Büschlepp (O. Büßleben); Eischleb (Eisleben); Herbstleb neben ON. Herbsleben; Ringleb, Rinkleb neben ON. Ringleben; Witzleb neben v. Witzleben.
Leberecht III. Satz-N. „lebe recht“ (auch VN.) — doch vgl. auch Liud.
Lebhardt s. Liub.
Lebwohl III. Satz-N.
Lebzelter III. „Lebkuchen- (Honigkuchen-) Bäcker“.
-lechner s. Lehen.
Leder s. Laith.
Lederer III. mhd. lederaere „Lederbereiter“ (Gerber) s. Reichel, Marburger Gewerbe-Verzeichnis Ledrer; in München eine Ledererstraße. Zss. Weißleder = Weißgerber.
Ledold s. Liud (V.).
Leenderts s. Lew.
Lefken s. Liub (einst. K.).
Leggewig s. Laic.
Lehen III. in zahlreichen ON., woneben auch -lechen herläuft, teils zu ahd. lêhan, mhd. lêhen „Lehen“, teils zu got. hlaiv, ahd. hlêo, mhd. lê „Hügel“.
Scheint fast nur oberdeutsch zu sein, daher die
FN. auf -lehner und -lechner (bes. in Österreich und bei den Salzburger Auswanderern in Ostpreußen):
Almoslechner (Cilli). Angerlechner. Bachlehner neben Bachlechner. Berglehner. Hinterlechner. Holzlehner. Koberlechner. Mitterlehner. Mooslehner; Mooslechner. Mühllechner. Oberlechner. Reitlechner; Reitlöhner (O. -lehen). Rosenlehner. Steinlechner. Weinlechner.
Lehmann III. mhd. lêhenman, zsgz. lêman ein „Lehnsmann“, der kein eignes Erbe hat, sondern eines zu Lehen trägt, vasallus; erst seit dem 14. Jh. statt des einfachen man. Einer der häufigsten N. (S. 42). — Falsch latinisiert Argelander (vom griech. ἄργιλος Tonerde, als steckte „Lehm“ in dem N.).
Lehn- s. Lew.
-lehner s. Lehen.
Lehrenkrauß III. Satz-N. = Lernbecher.
Leib- s. 1) Laif 2) Liud (V.).
Leibküchler III. „Lebküchler“, von Lebkuchen d. i. dünner Honigkuchen.
Leich- s. Laic.
Leibundgut III. (Zürich). Daraus Leibenguth.
Leichnamschneider III. ehemalige Benennung für „Anatom“; im J. 1755 war Joseph L. Hof- und Burgpfarrer in Wien.
Leichtfuß III. ein leichtfüßiger, auch wohl leichtsinniger Mensch = niederd. Lichteuot (Klemp.), auch Lichtenuot (spr. -vot); daher halbniederd. Lichtfuß.
Leid- s. 1) Liud (V., einst. K.) 2) Laith.
Leidenschaden III. Satz-N. = Habenschaden.
Leiendecker III. „Schieferdecker“, die Lei am Mittel- und Niederrhein = Schiefer (S. 42), altsächs. leia, altklevisch leyo Fels.
FN. Leiendecker; verkürzt Leidecker.
Leikert s. Laic.
Leimwieder III. Satz-N. „leime wieder.“
Leinert s. Lew.
Leip- s. Liud (V.).
Leinwather III. (Zürich) „Leinwandhändler“.
Leiß s. Liud (einst. K.).
Leite III. ahd. hlîta, mhd. lîte „Leite, Bergabhang“, seit dem 12. Jh. in ON. auftretend, jetzt in ein paar hundert Ortsbezeichnungen auf -leite, -leit, -leiten („Birkenleiten“ eine Stadtgegend in München); -leute, -leuten, die alle auch einfach vorkommen; -leden.
FN. Achleiten.
Viel häufiger in der oberd. Ableitung auf -er:
| 1) | -leiter: Bergleiter. Lechleiter. Mettenleiter. Sandleiter. Sonnenleiter (an der Sonnenseite eines Berges wohnend). | |
| 2) | -leitner: Leitner. Achleitner. Bergleitner. Fahrnleitner. Haberleitner. Hochleitner. Niederleitner. Oberleitner. Sonnleithner. Steinleitner. Winterleithner. Haglaitner. | |
| 3) | -leutner: Achleuthner. Hausleutner. Hochenleuthner (O. Hohenleiten). Niederleutner. Schönleutner. |
-leiter s. Leite.
Leitgeb III. mhd. lîtgebe „Schenkwirt“, vom mhd. lît Obstwein.
FN. Leitgeb; entstellt Leigöb, auch Leitgebel und Leitgeber.
-leithner s. Leite.
Leitsch, Leitz- s. Liud (einst. K.).
Lembke, Lemcke, Leml- s. Land I. (zweist. K.).
Lemm- s. Land I. (V., zweist. K.).
Lemmerhardt III. „Lämmerhirt“.
Lemmerzahl III. in älterer F. Lemmerzagel „Lämmerschwanz“.
Lemp- s. Land I. (V., zweist. K.).
Lemtzer, Lemser III. verkürzt aus Lemnitzer (s. Koch, Saalfelder FN. aus dem 16. und 17. Jahrh. Progr.).
Lend-, Lenfers s. Land I. (V.).
Lengert s. Lang.
Lenhard s. Lew.
Lenk- s. Land I. (V., einst. K.).
Lennartz s. Lew.
Lent- s. Land I. (V., einst. K.).
Lentsch s. Land I. (einst. K.).
Lenz s. a) I. Land (einst. K.) b) II. Laurentius.
Leon- s. Lew.
Leop-, Lep- s. Liud (V.).
-lepp 1) I. s. Laif 2) III. Leben.
Lernbecher III. Satz-N. „leere den Becher“ (ein Zechbruder).
Lerschmacher s. das Folgende.
Lersner III. Verfertiger von lêrsen d. i. ledernen Hosen, die zugleich Strümpfe und Schuhe vertraten (aus niederl. leers, laars von „leer“, Leder; noch im 16. Jh.).
Lethe s. Laith.
Leube s. Liub (einst. K.).
-leutner s. Leite.
Levi II. hebr. Stammes-N. „Anhänglichkeit“.
FN. (jüd.) Levi — Levin, Lewin. Patr. Zss. Levysohn. Mit Artikel: Halévy.
LEW, erweitert LEWON I. ahd. lewo und leo, altsächs. leo „Löwe“ läßt sich nach Förstemann in einer Anzahl Namen nicht ableugnen (z. T. schon aus dem 5. und 6. Jh. nachweislich: Leogisil, Levald), wodurch die Ansicht, daß das deutsche Wort nicht aus dem Lateinischen entlehnt, sondern urverwandt ist, großen Halt gewinnt.
FN. Leonard: Löwenhardt — Leonhardt; Leonard — Lonhardt — Lönhard; Löhnert — Launhardt — Lienhardt; Lienert — Linhard — Lehnhard; Lehnert — Lenhard — Leinert. Gen. Linnartz — Lenhartz; Lennartz — Lönartz — Leenderts (ostfries.).
Einstämmige Kürzung Lew-.
(Lewo): Löwe.
Vklf. (l): Löwel. (k): Leweke.
Lewald s. 1) Lew 2) Liud (V.).
Lewerentz, Lewrenz s. Laurentius.
Lex, Lexer s. Alexius.
Leyck s. Laic.
Leyde s. Laith.
Libbertz s. Liud (V.).
Liborius II. FN. Borries; Borges — Börries (S. 38).
Liche s. Laic.
Lichtfuß s. Leichtfuß.
Lichtner III. „einer aus Lichten“.
Lichtwerk III. „Lichtgießer“ (s. Schubert). Auch Lichtwark — Lichtwert.
Lickleder III. Satz-N. „lecke das Leder“, Spottname des Schusters.
Lieb- s. 1) Liub (V., einst. K.) 2) Liud (V. Liudb-).
Liebeneiner III. „einer aus Liebenhain“.
Lieberenz s. Laurentius.
Lieberknecht; Liebeskind — Liebknecht; Liebschwager III. deutliche Zss. dritter Schicht.
Liebetreu III. Satz-N. (S. 51).
Lied- s. Liud (V., einst. K.).
Lief- s. Liud (V.).
Lickfett, Lickefett III. Satz-N. „lecke Fett“. So auch Lickteig „lecke Teig“ Spottname des Bäckers (leckespiz = Lecker, eig. lecke den Bratspieß — Berthold v. Regensburg).
Lieme s. Liud (zweist. K).
Lien- s. Lew.
Liep-, Lier- s. Liud (V.).
Liesegang III. einer der „leise geht“. Lisganck 1352. Vgl. Leisentritt.
FN. Liesegang; Liesgang — Leisegang.
Liesemeyer III. s. Liuzo (Liud einst. K.).
Liet- s. Liud (V., einst. K.).
Lietsche, Lietze s. Liud (einst. K.).
Liewald s. Liud (V.).
Lilie III. Sinnbild der Reinheit (als Wahrzeichen an Häusern S. 60).
FN. Lilie. v. Lilien. Rühle v. Lilienstern. v. Lilienkron.
Limb-, Limm-, Limp- s. Lind.
LIND I. 1) ahd. lint, altnord. linni „Schlange“ (noch in Lindwurm), Sinnbild geheimnisvollen Wissens (Kleemann) 2) Linde, ahd. linta, dann auch „Schild“ (Lindenschild) vgl. Hildebrandslied V. 67.
FN. (Lintbrecht): Limprecht; Limpricht; Limpert; Limper; Limbarth; Limmer. Gen. Limbertz; Limpertz.
Linthart: Lindart.
(Lindher): Linder — Lintermann.
(Lindmar): Lindemer.
Lindoald: Lindhold.
Lindolf: Lindelof; Lindloff.
Einstämmige Kürzung Lint-.
Linto: Linthe — Lind. Gen. Lindena (ostfries.).
Vklf. (k): Lindecke; Lindig. Gen. Lindgens. (z) Linzo: Lintz; Lindeis. (z + l): Lintzel — Linsl (Landshut).
Linde III. der eigentliche deutsche Lieblingsbaum (man sehe die Lieder der Minnesänger und die Volkslieder) — im Mittelalter häufig Gerichtsbaum, wie noch heute Versammlungsort des Dorfes.
FN. Linde. Lindenblatt. Lindenlaub. Lindenstrauß. Lindemann (Conradus juxta tiliam 1313).
Lindenkohl s. Kugel.
Lindner III. „einer aus Linden“.
Linhard, Linnartz s. Lew.
Lins, Lint- s. Lind.
Linth III. Escher von der Linth s. S. 59.
Lintz- s. Lind.
Liphard s. Liub.
Lipp- s. a) I. Liud (V., zweist. K.) b) II. Philippus.
LIST I. ahd. mhd. list „Klugheit, Kunst“ (List).
FN. (Listhart): Listhart. Listhar: Lister.
Einstämmige Kürzung List-.
Lista: List (Listmann). Patr. A. Listing.
Vklf. (l): Listl.
Litolf s. Liud (V.).
Litt- s. Liud (V., einst. K.).
Litzke s. Liud (einst. K.).
LIUB I. got. liubs, ahd. liub, mhd. liep „lieb“.
FN. Liopdag: Liebdag.
Liubdrut w.: Liebelrut; Liebetraut.
Liupger: Liebcher — Lubiger — Lübker.
Liubhart: Liphard — Liebert — Lebhardt — Laubhardt.
Liebheid w.: Liebheit.
Liubheri: Lieber (Liebermann) — Luber — Lauber.
Liupram: Lieberam; Liebram.
Liubman: Liebmann — Laubmann.
Liubirih: Liebrich; Liebreich.
Liupwart: Liebwerth.
Einstämmige Kürzung Liub-.
Liubo: Liebo; Liebe; Lieb — Laub — Leube. Patr. A. Liubing: Liebing.
Vklf. (i): Liebi. (l) Liubilo: Liebel — Loibl (bayr.) — Luibl (bayr.). (l + n): Lieblein. (k) Liuvicho: Liebig; Liebke; Liebche. (k + n) Liuikin: Liebchen — (nied.) Lefken.
Auslautend (65 mal Först., worunter 21 w.):
-lieb: Hartlieb.
LIUD I. ahd. mhd. liut „Volk“ (Leute) vielfach nur verstärkend, z. B. Liutbald volkskühn, kühn vor allem Volk = sehr kühn (s. Lübben, die Tiernamen im Reineke Vos S. 7 ff.) — seit dem 4. Jh. in EN. nachweislich. Fließt z. T. mit Liub und Hlod zusammen.
FN. Liutbald: Liebaldt; Liebold; Liebhold; Liebelt; Liebel; Liepold; Liepelt — Lippoldt; Lippelt; Lippel — Leopold — Lepold; Lepel — Leppelt — Luppoldt — Lubold — Laubhold — Leupold — Leipoldt; Leibhold; Leipelt; Leibel. Gen. Liebholz. Patr. A. Leopolder — Loipolder.
Liutperaht: Liebrecht; Liebert; Liepert — Lippert — Leoprecht — Lebert; Leber —- Lubrecht; Luber — Lubbert — Lübbert — Laubrecht; Laubert; Lauber — Leupert — Leipert. Gen. Lieberz; umgedeutet Liebherz — Libbertz — Lebherz — Lübbers. Patr. A. Leoprechting.
Liutpot: Lippott.
Liutbrand: Lüttebrand — Liebrand — Lübbren — Leibbrand; Leipprand; Leibrand.
Liutfrid: Lieffert; Liefer — Lefarth. Patr. A. Lieffering.
Liudiger: Lüdecker — Lütger — Leutiger — Leidiger — Luger.
Liudigast: Leidgast.
Liuthard: Liethert — Luthardt — Luttert — Luithardt (schwäb.) — Lüdert — Laudert — Leuthard; Leutert — Leitert. Patr. A. Leiterding.
Liuthari: Lieder — Luder — Luther — Lutter — Lüder — Leuther — Leiter — zsgz. Lühr — Lier. Gen. Ludders — Lüdders — Lüders — Lüters — zsgz. Lührs — Liers — Leurs — Luirs (ostfries.). Patr. A. Lüerssen.
Liutrod: Lutteroth.
Liudman: Liedemann — Liemann — Littmann — Ludmann — Lüdemann — Lüttmann — Lühmann — Leumann.
Leudomar: Luthmer — Lummer — Luhmer.
Liutmod: Lehmuth.
Liutnand: Leutenant.
Liuderich: Liederich — Lührig.
Liudoald: Liewald — Ledold — Lewald — Ludold — Leuthold — Loidelt (Wien) — Leidhold; Leitelt. Gen. Leutholz.
Liudward: Lewert.
Liutwin: Leutwein — Leidwin.
Liudulf: Liedloff — Litolf — Lütolf — Leudolph; Leutholf; Leutloff — Leidolph; Letdloff — Leitlauf.
Einstämmige Kürzung Liud-.
Liuto, Luto: Liethe — Lude — Lute — Lüdde — Leyde. Gen. Luden — Luths — Lüdden — Lütten — Lüthens. Patr. A. Lieding — Leiding.
Vklf. (i): Litti — Ludy — Lüty. (l): Liedl — Leidl — Ludl — Loidl (bayr.) — Lulle — Lühl. Patr. A. Lüling. (k) Liudiko (Vorname: Ludeke Molzan Klemp.): Liedtke; Liedigk — Littko — Ludke — Lüdecke; Lüdtke (mit langem ü) — Lücke (mit langem ü, s. auch Stark 69: Lüke) — Lüttig; Lüttge — Lüthje (Hamb.). Zss. Langelütje — Leucke — Leidicke; Leidig. Gen. Luyken (niederrhein.) — Liedgens — Lüdtkens — Lüddeckens — Luitgens (ostfries). Patr. A. Lüdecking — Lücking. Lükermann (= Lüdeking Preuß 17). Patr. Zss. Lüksen (fries.). (k + n) Ludechin: Lüdken — Lückgen — Lüken. (z) Liuzo: Lietze; Lietsche — Leutze; Leutsch — Leitze; Leitsch; Leiß. (z + k) Liuziko: Litzke — Leitzke.
Zweistämmige Kürzung Liudb-.
Lubbo: Lupp — Lübbe. Gen. Lübbes. Patr. Zss. Lübsen.
Vklf. (k): Lübbecke; Lübeke, Lüpke. Gen. Lüpkes. (z): Lubitz — Lippitsch.
Zweistämmige Kürzung Liudm-.
Lieme — Luhme — Lumme. Gen. Lümmen.
Lobedanz III. Satz-N. „lobe den Tanz“ (Tanzfreund) 1390: Lovedans.
Lobgott III. Satz-N. Vgl. Dienegott, Fürchtegott.
Lobrentz s. Laurentius.
Lobwasser III. Satz-N. „Wasserfreund“.
Lod- s. Hlod (V., einst. K.).
Lodders s. Hlod (V.).
Löding s. Hlod (einst. K.).
Löff s. Hlod (V.).
Löffler III. „Verfertiger von Löffeln“.
Loh III. ahd. lôh, mhd. lôch niedriges Holz, „Gebüsch“ (vgl. lat. lucus). In ON. Loh, Lohe; -loh, -lohe, auch -loch, -lah u. -lach.