[404] Jean Louis Agassiz wurde 1807 im Kanton Waadt geboren. Er bekleidete Jahrzehnte eine Professur in Neufchatel und wirkte später am Harvard College in Nordamerika. Als Geologe hat sich Agassiz durch seine Studien über Gletscher und glaziale Gebilde verdient gemacht. Er begann diese Studien in Gemeinschaft mit Charpentier in den Alpen, setzte sie aber später in England und in Nord- und Südamerika fort. Nicht geringer war jedoch sein Verdienst um zahlreiche Gebiete der Zoologie und der Versteinerungskunde. Vor allem ist hier sein Werk über fossile Fische zu nennen. Agassiz starb 1873 als amerikanischer Bürger.

[405] Neues Jahrbuch für Mineralogie 1832. S. 257.

[406] Otto Torell, Undersökningar ofver Istiden (Stockholm, Akad. Handb. 1872 und 1873).

[407] Es ist das diejenige Fläche, für deren Punkte das aus der Schwere und der Zentrifugalkraft zusammengesetzte Potential gleiche Werte annimmt.

[408] Es rührt von G. Ph. v. Jolly her.

[409] Siehe Bd. IV. S. 33.

[410] Johann Friedrich Christian Hessel wurde 1796 in Nürnberg geboren. Er wirkte als Professor der Mineralogie und Geologie in Marburg und starb 1872.

Hessels Untersuchung über die geometrischen Gesetze, nach welchen sich Kristalle bilden, erschien 1830 als Teil von Gehlers physikalischem Wörterbuch. Sie wurde vielleicht infolge dieser Art der Veröffentlichung zunächst wenig beachtet. Im Jahre 1897 wurde Hessels Arbeit als 88. u. 89. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften von neuem herausgegeben (Leipzig, Verlag von W. Engelmann). Die Herausgabe und Erläuterung besorgte E. Heß, ein Schüler Hessels. Der genauere Titel lautet: Kristallometrie oder Kristallonomie und Kristallographie auf eigentümliche Weise und mit Zugrundelegung neuer, allgemeiner Lehren der reinen Gestaltkunde bearbeitet von J. F. C. Hessel.

[411] Von Hessel als »Gerengesetz« bezeichnet.

[412] Siehe Band III S. 340.

[413] A. Bravais (1811-1863) wirkte als Professor an der École Polytechnique zu Paris.

[414] A. Bravais, Abhandlung über die Systeme von regelmäßig auf einer Ebene oder im Raume verteilten Punkten. 1848 (Ostwalds Klassiker Nr. 90). Übersetzt und herausgegeben von C. und E. Blasius.

A. Bravais, Abhandlungen über symmetrische Polyeder. 1849 (Ostwalds Klassiker Nr. 17). Übersetzt und in Gemeinschaft mit P. Groth herausgegeben von C. und E. Blasius.

[415] Axel Gadolin wurde 1828 in Finnland geboren. Er gehörte der Petersburger Akademie an und starb im Jahre 1894.

[416] Abhandlung über die Herleitung aller kristallographischen Systeme mit ihren Unterabteilungen aus einem einzigen Prinzip von Axel Gadolin. 1867. Als 75. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften deutsch herausgegeben von P. Groth. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1896.

[417] L. Sohncke, Die Gruppierung der Moleküle in den Kristallen. Eine theoretische Ableitung der Kristallsysteme und ihrer Unterabteilungen. Poggendorffs Annalen 132. Bd. (1867).

[418] Die rhomboedrischen Formen werden heute als Halbflächner der hexagonalen betrachtet, so daß sich die sieben Systeme auf sechs reduzieren.

[419] Neu herausgegeben als Bd. 155 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann 1906.

Quintino Sella wurde 1827 in Oberitalien geboren. Er wirkte als Professor der Mineralogie in Turin und starb 1884. Sellas Untersuchungen erstrecken sich besonders auf die theoretische Kristallographie und die Kristallographie künstlich dargestellter Verbindungen wie der Platinammoniumsalze.

[420] Vom Jahre 1857. Erschienen in den Abhandlungen der Turiner Akademie vom Jahre 1858.

[421] Bd. III, 25.

[422] Leonhard, Taschenbuch für die gesamte Mineralogie. 1826. Bd. I. S. 486.

[423] Siehe auch Naumann, Elemente der Mineralogie. Leipzig, W. Engelmann 1877. S. 632 u. f.

[424] C. W. C. Fuchs, Die künstlich dargestellten Mineralien. Gekrönte Preisschrift. Harlem 1872.

[425] Ostwalds Klassiker Nr. 145. S. 86.

[426] Näheres hierüber siehe bei C. Glaser, Der Einfluß Kekulés auf die Entwicklung der chemischen Industrie. Rede gehalten bei der Enthüllung des Kekulé-Denkmals in Bonn. Erschienen in der »Chem. Industrie«. 1903. Nr. 12.

[427] Ostwalds Klassiker Nr. 145. S. 9.

[428] A. Kekulé, Über die Konstitution und die Metamorphosen der chemischen Verbindungen und über die chemische Natur des Kohlenstoffs (Ann. d. Chemie und Pharm. Bd. 106. II. S. 129 u. f.). Die Abhandlung wurde neuerdings durch A. Ladenburg im 145. Bd. von Ostwalds Klassikern neu herausgegeben. Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann 1904.

[429] A. S. Couper, Über eine neue chemische Theorie. Als Bd. 183 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von R. Anschütz. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1911.

Archibald Scott Couper wurde 1831 in der Nähe von Glasgow geboren. Er studierte in Berlin und in Paris Chemie und reichte das Manuskript seiner Abhandlung über eine neue chemische Theorie zur Weitergabe an die französische Akademie der Wissenschaften bereits ein, als Kekulés Abhandlung über die chemische Natur des Kohlenstoffs (Ostwalds Klassiker Bd. 145) noch nicht erschienen war.

[430] A. Kekulé, Untersuchungen über aromatische Verbindungen. Ann. d. Chemie u. Pharm. 137. Bd. 2. Heft. S. 129 u. f. Die Abhandlung wurde neuerdings durch A. Ladenburg im 145. Bd. von Ostwalds Klassikern neu herausgegeben. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1904.

[431] Siehe Seite 287.

[432] Man hat die so entstehenden Isomerien als Ortho-, Para- und Metaverbindungen unterschieden.

[433] W. Körner, Über die Bestimmung des chemischen Ortes in den aromatischen Substanzen. Vier Abhandlungen aus den Jahren 1866-1874. Sie wurden im 174. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften von neuem herausgegeben. Leipzig, W. Engelmann 1910.

Wilhelm Körner wurde 1839 in Cassel geboren. Er war Kekulés Schüler und bekleidete später eine Lehrstelle für organische Chemie an der landwirtschaftlichen Hochschule in Mailand.

[434]

  Formel Schmelzp. Siedep.
[1,2]-(o)-Dibrombenzol C6H4Br2 -1° 224°
[1,3]-(m)-Dibrombenzol C6H4Br2 +1° 219°
[1,4]-(p)-Dibrombenzol C6H4Br2 +89° 219°.

[435] Das Pyridin und seine Homologen finden sich im Steinkohlenteer und in dem bei der Destillation von Knochen entstehenden Öl. Das Pyridin ist eine bei 115° siedende Flüssigkeit. Sie bildet sich auch bei der Zersetzung der Alkaloide.

[436] Mitteilung vom Jahre 1869, gerichtet an die naturwissenschaftliche Gesellschaft zu Palermo.

[437] Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft 22,1403.

[438] Es erwies sich als ein Propylpiperidin.

[439] Über seinen Lebens- und Entwicklungsgang siehe an anderer Stelle dieses Bandes.

[440] Die Arbeit war 1841 erschienen und rührt von Provostaye her.

[441] Unter diesem Gesichtspunkte wurden Ostwalds Klassiker ins Leben gerufen.

[442] Comptes rendus des séances de l'académie des sciences, 29,297; 31,480.

[443] Pasteur veröffentlichte seine Theorie über die physikalische Isomerie der Weinsäure in zwei Vorträgen, die neuerdings von M. und A. Ladenburg übersetzt und als 28. Bd. von Ostwalds Klassikern herausgegeben wurden. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1901.

[444] Die chemischen Verbindungen zerfallen danach in zwei große Gruppen, in Verbindungen mit symmetrischen und solche mit asymmetrischen Atomgruppen oder Molekülen.

[445] Bulletin de la société chimique de Paris 23,295. Vergl. auch van't Hoffs Abhandlung: Dix années dans l'histoire d'une théorie. 1887. Le Bel. Bulletin de la société chimique 23,337.

[446] Johann Wolfgang Döbereiner wurde am 15. Dezember 1780 in der Nähe von Hof geboren. Er bekleidete von 1810 bis zu seinem 1849 erfolgten Tode eine Professur für Chemie, Pharmazie und Technologie in Jena. Bekannt ist Döbereiner insbesondere durch seine Erfindung des Platinwasserstoff-Feuerzeugs geworden. Eine Darstellung seiner Spekulationen über die Atomgewichte gab er in seinem Versuch zu einer Gruppierung der elementaren Stoffe nach ihrer Analogie. Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie. 1829, 15, Seite 301. Siehe auch Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 66. Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann. 1895.

[447] Nach Seuberts Bestimmungen.

[448] Max Pettenkofer wurde 1818 in Bayern geboren. Seit 1847 bekleidete er eine Professur in der medizinischen Fakultät zu München. Seine Bedeutung liegt auf dem Gebiete der Gesundheitslehre. Das Gebiet der theoretischen Chemie hat er nur gelegentlich gestreift, und zwar geschah dies in einem Vortrage über die regelmäßigen Abstände der Äquivalentzahlen (Ostwalds Klassiker Nr. 66. S. 9 u. f. Leipzig Verlag von W. Engelmann 1895).

[449] J. H. Gladstone. On the Relations between the Atomic Weights of analogous Elements. Phil. Magaz. May 1853. Vol. 5. pag. 313.

[450] Siehe Ostwalds Klassiker Nr. 68. S. 4 und 5.

[451] Ostwalds Klassiker Nr. 68. S. 18.

[452] Ostwalds Klassiker Nr. 68. S. 41.

[453] Siehe an anderer Stelle dieses Bandes.

[454] Annal. d. Chem. u. Pharm. 1871. VIII, Seite 133. Mit Erläuterungen herausgegeben von Karl Seubert (Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 68. Leipzig, 1895).

[455] Es findet sich als Begleiter des Zinks in der Blende und wurde 1875 von Lecoq de Boisbaudran entdeckt.

[456] Durch Cl. Winkler 1886 in einem Freiberger Silbererz (Argyrodit) entdeckt.

[457] Siehe Bd. II. S. 310 u. f.

[458] Über Brewster siehe S. 62 dieses Bandes.

[459] Siehe Band III. S. 273, Anm. 1.

[460] Er brachte uns die Sterne näher.

[461] Joseph Fraunhofer, Bestimmung des Brechungs- und Farbenzerstreuungsvermögens verschiedener Glasarten in bezug auf die Vervollkommnung achromatischer Fernrohre (Denkschriften der Kgl. Akademie d. Wissensch. zu München für 1814-1815).

Fraunhofers Abhandlung wurde neuerdings durch A. von Oettingen als 150. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1905.

[462] Fraunhofers Abhandlung in den Denkschriften der Münchener Akademie von 1814/15, S. 221.

[463] G. Kirchhoff und R. Bunsen, Chemische Analyse durch Spektralbeobachtungen. I. Abhandlung, Fig. 1 (Ostwalds Klassiker Nr. 72, Seite 5). Diese grundlegende Abhandlung der beiden Forscher erschien 1860 in Poggendorffs Annal. Bd. 110. Einen Auszug enthält der Abschnitt von Dannemann »Aus der Werkstatt großer Forscher«.

[464] Bei der heutigen Einrichtung des Spektralapparates wird die Skala bekanntlich nicht von einem besonderen Spiegel, sondern von derjenigen Prismenfläche reflektiert, aus welcher der zu untersuchende Lichtstrahl austritt. Letzterer sowie das Bild der Skala werden gleichzeitig durch das Rohr C (Abb. 46) wahrgenommen.

[465] Die chlorsauren Salze bilden bekanntlich mit oxydierbaren Substanzen explosive Gemenge.

[466] Siehe Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften Nr. 100. Verlag v. W. Engelmann in Leipzig. Die Abhandlung erschien im Jahre 1859.

[467] Humboldts Kosmos IV, 7.

[468] G. Kirchhoff, Untersuchungen über das Sonnenspektrum und die Spektren der chemischen Elemente. Berlin 1862.

[469] Die Lage der Metallinien findet sich in der Kirchhoffschen Zeichnung unter dem Spektrum angegeben (siehe Abb. 47). Die Zahl der Eisenlinien (Fe) ist in diesem Teile des Spektrums nur gering.

[470] Nach H. A. Rowland, Johns Hopkins University Circulars, 1891, X.

[471] Auch Rowland, dem die neueste Zeit die besten Spektralapparate (Rowlandsche Gitter) und sehr zuverlässige Untersuchungen verdankt, war der Meinung, daß unsere Erde, auf die Temperatur der Sonne erhitzt, ein dem Sonnenspektrum sehr ähnliches Spektrum zeigen würde.

[472] Siehe Bd. III, S. 245-248.

[473] Kirchhoff und Bunsen entdeckten das Cäsium im Wasser der Dürkheimer Soolquellen und das Rubidium in dem Mineral Lepidolith.

[474] Der so vervollkommnete Apparat ging gleich dem Heliometer Bessels aus der hervorragenden optischen Werkstätte von Steinheil in München hervor.

[475] Siehe S. 318 ds. Bds.

[476] Des Cäsiums und Rubidiums. Auf spektroskopischem Wege wurden ferner das Thallium 1861 durch Crookes, das Gallium 1875 durch Lecoq de Boibaudran und das Indium 1863 durch Reich und Richter entdeckt.

[477] Siehe S. 319 ds. Bds.

[478] Siehe an späterer Stelle.

[479] Die Schwärzung der Haut durch Silberlösung kannte schon Albertus Magnus. Boyle erwähnt die Farbenänderung, welche das Chlorsilber erleidet (1663), schrieb sie aber dem Einfluß der Luft zu.

[480] 1727 durch J. H. Schulze, Professor in Halle.

[481] »Some account of the art of photogenic drawing by Henry Fox Talbot. London 1839.«

[482] Siehe S. 319 ds. Bds.

[483] Eine ausführliche Darstellung der Anwendungen, welche die Photographie gefunden hat, enthält das Werk »Angewandte Photographie in Wissenschaft und Technik« von K. W. Wolf-Czapek. Union, Deutsche Verlagsgesellschaft. Berlin 1912.

[484] Im Jahre 1891 durch G. Lippmann und durch Vogel: G. Lippmann hatte sich die Aufgabe gestellt, das Spektrum in seinen natürlichen Farben zu photographieren. Er löste das Problem mit den gebräuchlichen Mitteln, indem er sich einer körnerfreien lichtempfindlichen Schicht bediente und hinter dieser eine reflektierende Schicht aus Quecksilber anbrachte. Das entstehende farbige Bild läßt sich aus der Interferenz der in die Schicht eindringenden und der reflektierten Lichtwellen erklären.

H. G. Vogel stellte unter Verwendung gewisser Sensibilatoren, welche die Platte für gelbes und rotes Licht empfindlich machen, drei Aufnahmen durch ein gelbes, ein rotes und ein blaues Glas (Lichtfilter) her. Durch die Verbindung dieses Verfahrens mit dem photomechanischen Dreifarbendruck gelang ihm gleichfalls die, wenn zunächst auch sehr umständliche und unvollkommene, Lösung des Problems.

[485] Die neuesten Untersuchungen auf diesem Gebiete rühren von Lüppo-Cramer her. Siehe sein Buch »Das latente Bild«. Als 78. Heft der Enzyklopädie der Wissenschaften erschienen bei W. Knapp. Halle a. d. S. 1911.

[486] Eine gemeinverständliche Entwicklungsgeschichte der wichtigsten Begriffe der physikalischen Chemie enthält W. Ostwalds Buch »Der Werdegang einer Wissenschaft.« Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft 1908.

[487] Hermann Kopp wurde 1817 in Hanau geboren. Er wirkte in Gießen und später in Heidelberg. Kopp hat sich nicht nur durch seine physikalisch-chemischen Untersuchungen, sondern auch durch seine Arbeiten über die Geschichte der Chemie das größte Verdienst erworben.

[488] Neben ihm sind auch F. Neumann und Regnault zu nennen.

[489] 1855-1859.

[490] Bunsen und Roscoe, Photochemische Untersuchungen. Als 34. und 38. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von W. Ostwald. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. 1892.

[491] Dalton, A new system of chemical philosophy. Vol. I. pt. I. (1808).

[492] 5 ccm von 0° und 760 mm Druck wurden in der Sekunde durch eine sehr kleine Druckdifferenz dem Brenner zugeführt.

[493] Annales de chimie et de physique, 1844, p. 214 ff.

Der genauere Nachweis erfolgte durch Pfeffer und durch Sachs.

[494] Siehe Bd. II. S. 256.

[495] Siehe Bd. II. S. 275.

[496] Faraday hat diese Versuchsanordnung benutzt, um die Wirkung der Elektrizität auf das Licht nachzuweisen. Näheres hierüber siehe S. 92 dieses Bandes.

[497] Biot, Mémoires de l'académie des sciences. Tome II. Paris 1819.

[498] Jellet, Chemisch-optische Untersuchungen. Als Band 163 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von W. Nernst. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1908. Jellet gab seine Untersuchungen in den Jahren 1860, 1863 und 1873 bekannt.

J. K. Jellet wurde 1817 In Irland geboren. Er war Professor an der Universität in Dublin und starb dort im Jahre 1888.

[499] D. h. man muß den Analysator, um wieder das Minimum der Intensität zu erzielen, entweder im Sinne des Uhrzeigers oder entgegengesetzt drehen.

Rechtsdrehend sind z. B. Lösungen von Rohrzucker, Milchzucker, Rechtstraubensäure, Cinchonin, Chinidin.

Linksdrehend sind Lösungen von Äpfelsäure, Strychnin, Brucin und Chinin. Brucin und Chinin wurden von Jellet vorzugsweise als Material für seine Untersuchungen benutzt.

[500] 1 grain Salizin im Kubikzoll.

[501] Näheres siehe im III. Bande S. 150 u. f.

[502] Siehe Bd. III, S. 199 u. f.

[503] Siehe das auf S. 171 des III. Bandes angeführte Beispiel des Bariumsulfats.

[504] Zur Orientierung über die drei benutzten Alkaloide Strychnin, Brucin und Codëin diene folgendes:

Eine Chemie der Alkaloide entstand erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Zuerst wurde das 1805 isolierte Morphium oder Morphin als basische Verbindung erkannt.

Im Jahre 1818 entdeckte man das Strychnin als wirksamen Bestandteil der Brechnuß (Strychnis nox vomica). Seine Formel ist C21H22N2O2. Das Brucin erhält man aus den Mutterlaugen der Strychningewinnung. Brucin ist ein Derivat des Strychnins und in Alkohol leichter löslich als dieses, weshalb Brucin bei der Abscheidung des Strychnins in der Mutterlauge zurückbleibt. Brucin hat die Formel C23H26N2O4. Es wurde 1819 entdeckt. Mit dem Codein wurde man 1832 bekannt. Es findet sich im Opium und ist ein Derivat des Morphins. Die Formel des Codeins ist C18H21NO3.

Eine zusammenfassende Darstellung der Alkaloidchemie veröffentlichten E. Winterstein und G. Trier unter dem Titel: Die Alkaloide, eine Monographie der natürlichen Basen. Berlin 1910.

[505] Salzsaures Chinin, salzsaures Brucin, freies Chinin und freies Brucin.

[506] Von den b1 Molekülen Chinin haben sich x Moleküle mit x Molekülen Salzsäure verbunden. Es bleiben also b1 - x Moleküle Chinin übrig.

[507] Von den b2 Molekülen Brucin haben sich (α - x) Moleküle mit Salzsäure verbunden. Es bleiben also b2 - (α - x) Moleküle Brucin übrig.

[508] Näheres hierüber siehe in der Abhandlung Jellets (Ostwalds Klassiker, Bd. 163, S. 48).

[509] Siehe Bd. III. S. 54 u. f.

[510] Germain Henri Hess wurde 1802 in Genf geboren. Er wirkte als Professor der Chemie in Petersburg und starb dort 1850. Seine Arbeiten erschienen in den Berichten der Petersburger Akademie. Die thermochemischen Untersuchungen von Hess (1839-1842) wurden als Band 9 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben (Verlag von W. Engelmann in Leipzig 1890).

[511] J. Thomsen, Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft 1872. V. 770.

[512] Ostwalds Klassiker, Bd. 9. S. 12.

[513] Ann. de chimie et de phys. III. Sér. Bd. 34.

[514] Eine Zusammenfassung seiner Arbeiten gab Thomsen in dem Werke »Thermochemische Untersuchungen«, Leipzig 1882-1886.

Julius Thomsen wurde 1826 geboren. Er wirkte als Professor der Chemie in Kopenhagen.